Im Test: Zusatz-Objektive fürs Smartphone

Fischauge, Makro, Teleobjektiv: Für Smartphones gibt es diverse Objektive, die man zusätzlich kaufen kann. Das bedeutet: mehr Möglichkeiten beim Filmen und Fotografieren mit dem Smartphone.

Ich selber hatte bisher nicht viele zusätzliche Objektive im Einsatz. Denn wenn ich mit meinem iPhone filme, geschieht dies meist spontan. Weil ich aber häufig gefragt werde, ob ich Aufstecklinsen oder zusätzliche Objektive empfehlen kann, habe ich nun einige Modelle getestet – und zwar nicht nur fürs iPhone.

Im Video stelle ich Dir die Linsen vor. Im Text unten kannst Du alles nochmals ausführlich nachlesen.

Eine Kurzübersicht  über alle Zusatzlinsen findest Du im PDF „Objektive zum Filmen mit dem Smartphone“, welches Du gratis herunterladen kannst. Ich habe Dir auch alle Objektive zu einem online Shop verlinkt.

Billige No-Name-Objektivsets

Es gibt im Internet unzählige billige Objektivsets zu kaufen. Auch ich habe vor etwa einem Jahr mal ein solches bestellt. Und die Objektive sehr bald in den Müll geworfen. Die Qualität ist zu schlecht: Es gibt einen schwarzen Rand im Bild und die Linsen verrutschen die ganze Zeit oder passen von Anfang an nicht richtig.

Hier gibt es wirklich einen grossen Unterschied zu den teureren Produkten, die ich euch im Folgenden vorstellen werde.

olloclip Active Objektivset

olloclip Active Objektivset

Das olloclip Active Objektivset besteht aus einem Teleobjektiv mit 2 x optischem Zoom und einem Weitwinkel. Weitwinkel wird auch „Action Camera“-Sichtfeld genannt, weil viel mehr ins Bild kommt, aber nicht so verzogen wie beim Fischauge.

Es gibt von olloclip auch ein Set mit Fischauge, Weitwinkel und Makroobjektiv; das olloclip Core Set.

Vorteile: Das Bild ist schön, klar und es gibt keine schwarzen Ränder.

Mit dem iPhone 7 Plus ist das Teleobjektiv besonders cool: Dieses iPhone verfügt ja bereits über einen 2x-Zoom in der einen Linse. Indem das olloclip-Teleobjektiv auf dieser Linse positioniert wird und ich diese bei Filmen gezielt anwähle (ist z.B. in Apps wie Filmic Pro oder Pro Camera möglich), habe ich sogar einen 4x optischen Zoom. Somit wird die Dualkamera voll ausgenutzt.

Weiterer Vorteil: Die  Linsen sind robust und das Anstecksystem durchdacht: Am Clip kann ich beide Linsen befestigen, dann je nach Situation den Clip umgedreht aufstecken und so ganz schnell zwischen den beiden Objektiven wechseln.

Dazu gibt es einen Anhänger, mit dem ich den olloclip z.B. an meiner Tasche befestigen kann.

Nachteile: Der olloclip, den ich mir gekauft habe, ist für iPhone 7 und 7 Plus geeignet. Für andere iPhones oder Smartphones passt er nicht und es stellt sich auch die Frage, ob er zum Nachfolgermodell, dem kommenden iPhone 8, passen wird.

Zweiter Nachteil: olloclip ist nur für iPhone erhältlich. Es gab olloclip auch mal für frühere Modelle des Samsung Galaxy, für die aktuellen Galaxy-Smartphones gibt es die Objektive aber nicht mehr.

Preis: Bei Apple kostet das olloclip Active Objektivset ca. CHF 160.

ExoLens mit ZEISS Optik

ExoLens mit ZEISS Optik

ZEISS stellt sehr hochwertige, gute Objektive her, und die gibt es jetzt auch für das Smartphone. Es gibt ExoLens-Objektive sowohl für iPhone als auch für das Samsung Galaxy S6. Eine Freundin lieh mir ihr Galaxy mit den beiden passenden ExoLens-ZEISS-Objektiven zum Ausprobieren aus.

Makro- und Teleobjektiv finde ich eine gute Kombination: Wenn ich mir eine Kombination aussuchen könnte, wären dies genau die beiden Linsen, die ich wählen würde.

Für die Makro-Aufnahmen musste ich sehr nahe ans Objekt heran, dass es wirklich scharf wurde und man die Details sah. Das Video wurde deswegen ziemlich verwackelt. Doch gerade weil man so nahe ans Objekt herangeht, ist es sehr schwierig, mit einem Stativ zu arbeiten. Fazit: Für Fotos ist das Makro-Objektiv wunderbar und es gibt wirklich schöne Aufnahmen. Zum Filmen ist es weniger geeignet.

Das Teleobjektiv hingegen ist auch zum Filmen praktisch. Ich war am See und habe die Schwäne und Enten gefilmt, und mit dem Zoom komme ich näher ran, ohne dass der Schwan gleich beisst 😉

Vorteile: Die Bilder sind wirklich sehr schön und die Kombination Makro- und Teleobjektiv macht Sinn.

Nachteile: Wie erwähnt, ist das Makro-Objektiv zum Filmen eher nicht geeignet. Zudem ist das Objektivset, das ich getestet habe, ist nur fürs Samsung Galaxy S6 geeignet. Schon beim Galaxy S7 passt es nicht mehr. Auch das Objektivset für iPhone 6 und 7 passt beim iPhone 7 Plus bereits nicht mehr.

Preis: Fürs Galaxy-Objektiv gibt man rund 116 € aus, fürs iPhone-Modell im Apple Store sogar CHF 240. Dafür, dass man die Linsen nur mit einzelnen Modellen verwenden kann, ein hoher Preis.

Samsung-Set für Galaxy S7

Ich freue mich immer, wenn Blog-Leserinnen oder Leser mit mir Kontakt aufnehmen und mir ihre Erfahrungen weitergeben. So hat mich André Häring von „Aug & Ohr“ kontaktiert. Er besitzt ein Objektiv-Set für das Samsung Galaxy S7, hergestellt von Samsung selber.

Samsung Lens Cover ET-CG930 für Galaxy S7 (Bild: Samsung)

André hat für mich ein Video aufgenommen, in dem er das Set vorstellt. Ihr könnt es euch in meinem YouTube-Video zu diesem Blogeintrag anschauen. Ich fasse seine Erfahrungen zusammen:

Vorteile: Das Set, bestehend aus Tele- und Weitwinkel-Objektiv, Halterung und Abdeckungen, ist schön verarbeitet. Die Objektive sind wertig, aus Metall und mit Glaslinsen, und gut verpackt. Die Objektive werden in die Halterung geschraubt, danach wird die Halterung, eine Art Cover, auf das Smartphone gesteckt. Die Halterung passt perfekt auf das Galaxy S7.

Das Objektiv wird in die Halterung geschraubt. (Screenshot Video André Häring)

Auf mich machen die Linsen im Video einen guten Eindruck, die Bildqualität ist gut und die Verarbeitung, wie bereits erwähnt, ebenfalls.

Dieses Set ist nur fürs Galaxy S7 geeignet. Da das Set aber von Samsung selber stammt, ist die Chance gross, dass sie zu Nachfolgermodellen einfach ein neues Case produzieren, mit dem die Linsen weiterhin zu verwenden sind.

Preis: Online ist das Set direkt bei Samsung erhältlich und kostet rund CHF 90. Ein fairer Preis.

Sony Cybershot (DSC-QX10)

Eine Kamera, verpackt in einem Objektiv: Sony Cybershot DSC-QX10.

Dieses Objektiv von Sony habe ich schon seit drei Jahren. Es ist ein unabhängiges Objektiv, das sich mit dem Smartphone verbinden lässt. Das Smartphone dient nur noch als Display.

Das Objektiv kann entweder unabhängig verwendet oder ans Smartphone angesteckt werden. (Fürs iPhone 7 Plus funktioniert die Halterung gerade noch.)

Vorteile: Ein grosser Vorteil des Cybershot-Objektivs ist die hervorragende Bildqualität. Es verfügt über einen 10x optischen Zoom und einen optischen Bildstabilisator.

Diese Unabhängigkeit gibt viele Möglichkeiten für Kameraperspektiven: Ich kann das Objektiv zum Beispiel ins Gras legen und sehe auf dem Smartphone aus der Froschperspektive, wenn meine Protagonisten daran vorbeigehen. Wenn das Objektiv mal zu weit weg vom Smartphone sein sollte, dann sehe ich das mit einem Symbol auf dem Display. (Für andere Möglichkeiten eines externen Monitors beim Filmen mit Smartphone, siehe dieser Blogeintrag.)

Das Objektiv ist für verschiedene Smartphone-Modelle geeignet. Ich habe es mit dem iPhone 5 und 7 Plus getestet.

Nachteile: Die Verbindung zum Smartphone ist sehr langsam. Das Cybershot-Objektiv wird mit einer App verwendet, die ein WiFi aufbaut und sich mit dem Smartphone verbindet. Für Fotos und Filmaufnahmen ohne viel Bewegung funktioniert das einwandfrei. Ansonsten ist die Übertragung aber immer etwas verzögert oder stockt sogar.

Ein weiterer Nachteil ist, dass beim Filmen die Dateien nur auf der internen SD-Karte gespeichert werden. (Beim Fotografieren landen sie direkt auf dem iPhone-Speicher.) Wenn ich schon mit meinem Smartphone filme, möchte ich die Videos auch gleich anschauen oder schneiden können.

Zum Filmen würde ich dieses Objektiv also nicht empfehlen.

Preis: Bei Digitec.ch ist das Sony Cybershot DSC-QX10 zwar aufgeführt, aber auf unbestimmte Zeit nicht lieferbar. Bei Amazon kostet es 350 €. Für diesen Preis kauft man besser gleich eine richtige Kamera.

Beastgrip

Beastgrip mit verschiedenen Linsen.

Beim Recherchieren zu Objektiven für das Smartphone lernte ich Célia kennen. Sie ist auf Instagram sehr aktiv und macht tolle Bilder.

Ich traf Célia in Zürich, wo sie mit ihr „Beastgrip“ vorstellte. Das ist eine Konstruktion, in die man verschiedene Smartphones hineinschrauben und dann ein Objektive aufstecken kann.

Vorteile: Das Beste am Beastgrip ist, dass die Grösse verstellbar ist. Ich kann also alte iPhones einsetzen, aber auch mein iPhone 7 Plus, Samsung Galaxy – sogar das iPad Mini könnte man noch damit verwenden. Durch die verstellbare Konstruktion halten sie alle sehr gut.

Vorne setzt man dann verschiedene Objektive ein. Zum Beastgrip gehören ein Weitwinkel mit Fischauge und ein Weitwinkel mit Makro.

Es gibt aber auch einen Adapter, mit dem man beliebige Canon- oder Nikon-SLR-Objektive am Beastgrip befestigen kann. Damit kriegt man Bilder im Film-Look mit viel Tiefenunschärfe, wie es sonst mit dem Smartphone nicht möglich ist.

Das Beastgrip kann man gut in der Hand halten und beim Filmen führen, ich kann es aber auch einfach auf ein Stativ schrauben.

Das Beastgrip im Test.

Preis: Das Set mit Beastgrip-Halterung, Weitwinkel-Fischauge, -Makro und Adapter für SLR-Objektive kostet direkt bei Beastgrip 335 $. Sets mit einzelnen dieser Bestandteile sind entsprechend günstiger.

Fazit: Das Beastgrip finde ich wirklich toll, vor allem, weil man mit verschiedenen Smartphones und Objektiven arbeiten kann.

Machen zusätzliche Objektive fürs Smartphone Sinn?

Vor allem beim Beastgrip drängt sich die Frage auf, warum man bei dem ganzen Equipment-Aufwand nicht gleich eine DSLR-Kamera verwendet. Macht es Sinn, ein solches Gerüst zu kaufen und Adapter für teure Objektive?

Ich persönlich werde mir kein Beastgrip kaufen. Der Grund: Zum Fotografieren mit dem Smartphone, zum Beispiel für Instagram, habe ich gerne die kleinen olloclip-Objektive oder das Sony Cybershot dabei. Diese reichen mir für Zoom- oder Weitwinkel-Aufnahmen völlig.

Wenn ich mit dem Smartphone filme, dann mache ich dies vor allem spontan und ohne zusätzliches Equipment. Wenn ich hingegen geplant filme, verwende ich lieber meine professionelle Ausrüstung, also meine Lumix GH4 oder Sony FS5. Da brauche ich kein zusätzliches Beastgrip.

3 Gründe für zusätzliche Objektive

Es gibt aber durchaus Gründe, warum ein zusätzliches Objektiv für das Smartphone in gewissen Situationen Sinn macht:

1. Kein Umweg über den Computer

Journalisten, die etwa ein Interview filmen und dieses möglichst schnell auf die Redaktion schicken sollen, können dies direkt vom Smartphone aus tun. Der Umweg über einen Computer, den man etwa mit einer Handycam nehmen muss, entfällt. Mit einem zusätzlichen Objektiv hat man aber trotzdem schönere Bilder als mit der einfachen Smartphone-Kamera.

2. Produktion direkt auf dem Smartphone

Wenn man das Video auf dem Smartphone filmt und auch gleich auf diesem Gerät bearbeitet, ist man in der Produktion einfach am schnellsten. Das fertige Video kann man danach auch direkt auf YouTube hochladen. Auch hier können zusätzliche Objektive für mehr Möglichkeiten und bessere Bildqualität sorgen.

3. Live-Videos

Das Smartphone macht es heute möglich, dass wir mit Facebook, Instagram etc. sehr einfach live in die ganze Welt streamen können. Wenn ich ein Teleobjektiv habe, komme ich auch bei einem Live-Video näher heran, zum Beispiel, wenn ich draussen unterwegs bin und aus der Entfernung etwas heranholen möchte.

Ich würde mich freuen, in den Kommentaren von euch zu lesen, welche Objektive ihr verwendet und was ihr für Erfahrungen damit macht!

PDF-Ratgeber

Die verschiedenen Objektive mit Vor- und Nachteilen sowie den Infos zu Preis und Onlineshops habe ich euch in einem kleinen PDF-Ratgeber zusammengestellt. Du kannst ihn mit einem Klick aufs Bild herunterladen.


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Q&A: Wie erzeuge ich geringe Tiefenschärfe beim Filmen mit Smartphone?

Hallo Judith,

Ich habe eine Frage zum Fokus. Wie kriege ich geringe Tiefenschärfe hin?

Manchmal gelingt es mir, auf ein Objekt im Vordergrund zu fokussieren, sodass der Hintergrund unscharf wird. Aber dann kann ich nicht zwischen den beiden Ebenen wechseln. Manchmal schaffe ich es auch gar nicht, überhaupt einen unscharfen Hintergrund hinzubekommen.

Gibt es da eine besondere Herangehensweise oder Tricks? Hat es eventuell etwas mit der Belichtung zu tun, oder mit meinem iPhone? Ich komme da nicht weiter.

Vielen Dank für deine Hilfe. 

Liebe Grüße aus Deutschland

S.

Hallo S.,

vielen Dank für Dein Mail und Deine Anfrage. Ich benutze für die geringe Tiefenschärfe den Begriff „Tiefenunschärfe“, denn dies beschreibt meiner Meinung nach besser und verständlicher, worum es geht. Tiefenunschärfe ist ein Effekt, der ganz vielen Leuten gefällt. Das Hauptobjekt kommt schön zur Geltung, und man kann einen unruhigen Hintergrund kaschieren. Die Gestaltungsmöglichkeiten beim Filmen sind also grösser.

Mit dem Smartphone bringst Du nicht so viel Tiefenunschärfe hin wie etwa mit einer DSLR-Kamera, aber dazu noch etwas später. Um aber grundsätzlich einen unscharfen Hintergrund zu erzeugen, kannst Du folgendes ausprobieren:

Nahe heran ans Objekt

Nimm ein Glas und stelle es auf einen Tisch (oder etwas ähnliches), der relativ weit von der Wand weg ist. Nun gehe mit dem Smartphone möglichst nah ans Glas heran, damit es richtig gross im Bild ist. Das Glas soll das Bild aber nicht ganz füllen, der Hintergrund soll noch zu sehen sein.

Tippe das Glas auf dem Bildschirm an. Der Fokusrahmen auf dem Display bewegt sich dann dorthin und das Glas wird scharfgestellt. Wenn Du genug weit weg bist vom nächsten Hintergrund, wird dieser jetzt unscharf. So erzeugst Du Tiefenunschärfe.

 

Ich bin nah am Glas, der Hintergrund ist weit weg, ich habe Tiefenunschärfe.

 

Ich bin nicht mehr nah am Glas und habe gleich viel weniger Tiefenunschärfe.

Fokus manuell verschieben

Nun tippe auf den Hintergrund, damit dieser scharfgestellt wird. Jetzt sollte das Glas eher unscharf sein.

Glas ist unscharf, der Hintergrund ist scharf.

Du kannst so auch während dem Filmen zwischen Vorder- und Hintergrund wechseln, wie Du es in Deiner Frage beschreibst.

Eine sogenannte „Schärfenfahrt“, bei der sich der Fokus langsam von einer Ebene zur anderen verschiebt, kriegst du leider mit der iPhone-Kamera-App nicht richtig hin. Wenn Du das möchtest, empfehle ich dir zum Beispiel die App Filmic Pro: Sie verfügt über einen „Slider“ für den Fokus. Den kannst du langsamer verschieben, wenn Du eine Schärfenfahrt erhalten möchtest.

Wie bekomme ich eine geringe Schärfentiefe?

Die Tiefenschärfe wird durch vier Faktoren beeinflusst: Sensor der Kamera – Abstand zum Objekt – Brennweite – Blendenzahl.

Je grösser der Sensor der Kamera ist, desto mehr Unschärfe kann ich ins Bild bringen. Im Smartphone steckt ein kleiner Sensor. Wie oben gezeigt, kannst Du jedoch mit dem Smartphone auch mit Nähe zu einem Objekt Tiefenunschärfe produzieren.

Die Brennweite bei einer Kamera veränderst Du, indem Du zoomst. Je grösser die Brennweite ist, desto geringer ist die Tiefenschärfe. Das heisst, je näher Du heranzoomst, desto unschärfer wird der Hintergrund. Die meisten Smartphones haben aber keinen optischen Zoom, also keine Linse, bei der die Brennweite verändert werden kann.

Ist die Blende weit offen, hast Du eine kleine Blendenzahl und Tiefenunschärfe. Das iPhone 7 hat eine Blende von f1,8, was eigentlich eine sehr kleine Blende ist. Trotzdem ist es schwierig, den Hintergrund unscharf zu halten. Das zeigt, dass die Blende nicht der wichtigste Faktor in Bezug auf die Tiefenschärfe ist, auch wenn das oft geglaubt wird.

Das iPhone hat einen kleinen Sensor, und schon das macht Tiefenunschärfe schwierig; die kleine Brennweite durch den fehlenden Zoom kommt noch dazu. Viel besser für Aufnahmen mit Tiefenunschärfe geeignet als Smartphones sind Kameras mit Wechselobjektiven (DSLR, Systemkameras, Cinema Cameras). Dank grossem Sensor und kleiner Brennweite bringe ich auch mit einer f4 Blende mehr Tiefenunschärfe ins Bild als mit dem Smartphone mit der f1.8 Blende. 

Wenn Du noch mehr darüber erfahren willst, wie Tiefenschärfe funktioniert, empfehle ich Dir den entsprechenden Artikel bei digitaler-fotokurs.de. Er ist etwas ausführlicher, aber doch nicht zu technisch.

Ablenkung reduzieren mit Tiefenunschärfe

Der schöne Effekt der Tiefenunschärfe kann auch nützlich sein: Gerade gab ich eine Schulung bei der Firma Adesso. Die Teilnehmenden diskutierten, ob sie ihre Statements mit dem Smartphone oder mit einer Canon EOS 100D aufnehmen sollten.

Ich plädierte für die Canon, gerade wegen der Möglichkeit der Tiefenunschärfe. Die Interviews wurden nämlich in einem Büro aufgezeichnet, das heisst, es waren Bilder und Bücherregale an den Wänden. Diese können Kontraste und Struktur ins Bild geben, damit wird das Bild spannend. Mit dem Smartphone gefilmt, sieht man aber jeden Buchstaben und jeden Strich – und das lenkt von der sprechenden Person ab.

Mit der Canon-DSLR-Kamera und der entsprechenden Blendenzahl verschwindet der Hintergrund und die Person oder das Objekt im Vordergrund erhalten im Video die ganze Aufmerksamkeit.

Wenn Du mit dem Smartphone beim Interview einen unscharfen Hintergrund hinkriegen willst, musst Du doch recht nah ran:

Schau mir ins Auge, Kleiner 🙂

Zwei verschiedene Brennweiten beim iPhone 7 Plus

Das iPhone 7 Plus besitzt zwei Linsen statt nur eine. Deshalb kann ich die Brennweite verändern. Die erste Linse ist ein Weitwinkel mit einer Brennweite von 28 mm (wie die Linse beim iPhone 7). Die zweite Linse ist ein Teleobjektiv und hat eine Brennweite von 56 mm. Wenn ich also von der ersten auf die zweite Linse wechsle, kann ich zweifach zoomen, bekomme also mehr Tiefenunschärfe:

Das Glas ist zwar grösser im Bild, aber ich war mit der Kamera weiter weg als bei den Bildern vorher.

Porträtmodus beim iPhone 7 Plus

Die Dualkamera des iPhone 7 Plus kommt vor allem beim „Porträtmodus“ zum tragen. Das Teleobjektiv fokussiert den Kopf des Gesprächspartners, das Weitwinkelobjektiv bildet den Hintergrund ab und die Software kombiniert danach die beiden Fotos und macht den Hintergrund unscharf. Dank diesem Modus kann ein viel stärkerer Tiefeneffekt („Bokeh“) erzeugt werden.

Poträtmodus beim iPhone 7 Plus.

 

Aufnahme nur mit Teleobjektiv des iPhones 7 Plus.

 

Aufnahme mit Weitwinkellinse des iPhones 7 Plus. Wegen der hohen Tiefenschärfe kommen mehr Informationen ins Bild, und wegen des Weitwinkels auch mehr in der Breite. Somit habe ich viel mehr Ablenkung.

Leider funktioniert der Porträtmodus nur beim Fotografieren. Beim Filmen bräuchte es wegen der vielen Aufnahmen pro Sekunde sehr viel Rechenleistung. So ist dieser Vorteil im Videobereich (noch) nicht nutzbar.

Lieber S., die Antwort wurde jetzt ausführlicher als ich geplant hatte 🙂 Gib mir doch ein Feedback, ob das Experiment mit dem Glas geklappt hat! Und Du lieber Blogleser, liebe Blogleserin auch.

Herzlich

Judith

 

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„Hilfe – mein Mikrofon funktioniert nicht!“

Da kauft man sich ein Mikrofon mit Klinkenstecker, schliesst es am Smartphone an, und – nichts. Kein Ton auf der Aufnahme. Was ist falsch gelaufen? Warum funktioniert das Mikrofon nicht?

Ich kann Dich beruhigen: Für das Problem gibt es eine simple Lösung. Du musst Dein Mikrofon nicht zurückschicken 😉 Die Antwort liegt in der Technik des Klinkensteckers.

Der Anschluss fürs Mikrofon ist versteckt

Das Smartphone hat eigentlich keinen Mikrofoneingang. Aber da es in den Smartphone-Kopfhörern ein kleines Mik zum Telefonieren hat, hat Apple und Co. in der Kopfhörerbuchse einen Mikrofoneingang „versteckt“.

Wenn du das Kabel des Original-Kopfhörers mit integriertem Mikrofon anschaust, siehst du, dass dort drei Ringe sind. Bei einem normalen Kopfhörerstecker mit 3,5mm-Klinke sind es nur zwei. Ebenfalls nur zwei Ringe haben Mikrofone mit Klinkenstecker, die nicht speziell für Smartphones entwickelt worden sind. Mit dem dritten Ring können die iPhone-Kopfhörer den versteckten Mikrofonanschluss aktivieren.

Vergleich: TRS-Stecker (mit zwei Ringen) und TRRS-Stecker (drei Ringe).

Mit einem Adapter geht’s

Der Anschluss mit zwei Ringen heisst „TRS“, der mit drei Ringen „TRRS“. Damit unser normales Mikrofon auch an diesem versteckten Anschluss andocken kann, braucht es einen Adapter: TRS zu TRRS. Damit kannst Du jedes normale Mikrofon auch an ein Smartphone anschliessen.

TRS zu TRRS-Adapter (Bild: Digitec)

Umgekehrt ist es, wenn Du ein Mik für das Smartphone hast (z.B. Røde Smart Lav+): Dann kannst Du dieses mit einem TRRS-zu-TRS-Adapter auch an eine Videokamera anschliessen. 

TRRS zu TRS-Adapter (Bild: Digitec)

Für alle Fälle ausgerüstet

Übrigens: Sogar ein Mik mit XLR-Anschluss kannst Du mit dem Smartphone verwenden. Dafür empfehle ich Dir den Adapter iRig Pre.

iRig Pre (Bild: Digitec)

Kennst Du meinen Ratgeber „Das Mikrofonset für alle Fälle“ schon? Auch die beiden TRS/TRRS-Adapter sind dort drin. Damit Du beim Filmen für alle Situationen gerüstet bist!

Das kleine Kabel macht es möglich: Du brauchst nur ein Mikrofon, aber kannst das Kabel mit Smartphone und Videocam verbinden!

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Kabellose Mikrofone – Funkstrecken und Bluetooth

 

Beim Filmen bin ich froh um jedes Kabel weniger, das ich verwenden muss: Denn Kabel sind im Weg, können sich verheddern, und im dümmsten Fall fällt sogar jemand drüber. Die meisten Mikrofone, die ich hier im Blog schon vorgestellt habe, funktionieren mit Kabel. Doch es gibt mittlerweile auch verschiedene kabellose Möglichkeiten für den Ton beim Filmen. Mit der richtigen Kombination kannst Du dir die Arbeit erleichtern – und Stolperfallen (im wörtlichen Sinn!) vermeiden.

Ich arbeite häufig mit meinen Funkstrecken. Diese sind jedoch wegen der Technologie relativ teuer: Meine Sennheiser-Funkstrecken kosteten jeweils um die 1000 Franken. Im Video und im Text unten stelle ich Euch meine Funkstrecken und zwei günstigere Varianten vor. 

Was ist mit Bluetooth?

Ich wurde schon häufig gefragt, ob es nicht Bluetooth-Mikrofone gebe. Doch, gibt es! Jedoch fand ich persönlich Bluetooth immer unzuverlässig, darum habe ich mich nie damit beschäftigt. Mit meinem Bluetooth-Kopfhörer habe ich häufig Probleme: Einmal kann ich die Verbindung nicht herstellen, dann sendet irgendwas eine Funkstörung auf meinen Kopfhörer, wenn ich zum Beispiel im Zug sitze. Deswegen würde ich der Bluetooth-Technologie beruflich schon gar nicht vertrauen.

Kürzlich hat mir jedoch jemand erzählt, dass er gute Erfahrungen mit dem Nikon Wireless Mikrofon ME-W1 gemacht habe. Da wurde ich neugierig.

Brack.ch hat mir das Produkt für einen Test zur Verfügung gestellt.

Nikon ME-W1

Das Produkt besteht aus zwei Kästchen mit integrierten Mikrofonen (beide!). Der Sender wird mit dem Kabel beim Mikrofoneingang der Kamera eingesteckt.

Das Mikrofon hat einen Clip, damit man es zum Beispiel am Hemd des Interviewpartners anstecken kann. Jedoch ist es im Vergleich mit Lavaliermikrofonen recht gross. Damit man es auf dem Video nicht sieht, installiert man das Kästchen unter Umständen weiter weg von der Tonquelle, also vom Mund der sprechenden Person. Das bewirkt, dass die Stimme leiser und die Umgebungsgeräusche lauter aufgenommen werden. Das ist der grosse Nachteil bei diesem Mikrofon: Die Umgebung muss ruhig sein, damit man den Ton brauchen kann.

Der Preis beträgt bei Brack.ch ca. 250 Franken. (Für Smartphones braucht es zusätzlich einen TRRS-Adapter, um den Klinkenstecker anschliessen zu können.) Ein stolzer Preis im Vergleich mit dem nächsten Mikrofon, das ich gleich vorstellen werde. Dieses kostet nur wenig mehr, bietet aber schon mehr Möglichkeiten.

 

RødeLink-Funkstrecke: gut und günstig

Kürzlich hat mir mein Berufskollege, Videoproduzent Markus Bärtschi, von einer günstigeren Funkstrecke erzählt. Das Produkt heisst RødeLink Filmmaker Kit und kostet ca. 299 Franken – also ein Drittel des Betrags, den ich für meine Funkstrecken bezahlt habe. Und wenn Markus sagt, er arbeite regelmässig damit, dann heisst das, das Produkt taugt etwas. Ich durfte es mir für einen Test ausleihen.

RødeLink Filmmaker Kit

Laut Herstellerinformationen funktioniert RødeLink für Distanzen von bis zu 100 Metern. Im Set mit dabei ist ein Lavaliermikrofon, das der sprechenden Person angesteckt wird. Es ist über ein Kabel mit dem Sender verbunden, dieser kann zum Beispiel an den Hosenbund geclippt werden. Der Empfänger kann auf den Schlitten der Kamera gesteckt werden; die Verbindung zum Mikrofoneingang läuft über ein Kabel. (Fürs Filmen mit Smartphone müsste ein TRRS-Adapter verwendet werden.)

Fazit meines Tests: Für jemanden, der hobbymässig filmt oder ausschliesslich mit dem Smartphone, ist RødeLink eine sehr gute kabellose Möglichkeit. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hervorragend. Die Verbindung ist zuverlässig, da das RødeLink mit Funk arbeitet. Die Frequenz lässt sich verstellen.

 

Für Profis: Funkstrecken von Sennheiser

Nun zur Profi-Ausrüstung. Ich verwende häufig meine Funkstrecken von Sennheiser. Wie auch bei der Røde-Funkstrecke wird das Mikrofon der Person, die spricht, angesteckt, der Sender zum Beispiel in die Tasche gesteckt. Der Empfänger ist bei der Kamera befestigt. Die beiden Geräte kommunizieren über Funk. Da auch die Polizei diese Technologie benutzt, sind gewisse Frequenzen gesperrt.

Meine ältere Funkstrecke ist die Sennheiser EW100-G3. Sie kostete damals ca. 1000 Franken. Heute ist dieses Produkt nicht mehr erhältlich: Die Frequenzen, die sie verwendet, wurden verboten. Ich verwende sie fast nicht mehr.

Sennheiser EW100-G3 (nicht mehr erhältlich)

Diese Funkstrecke sieht zwar etwas komplizierter aus als die bereits vorgestellten Produkte. Sie funktioniert aber ganz einfach. Das Gehäuse ist aus Metall, also robuster und wertiger als die RødeLink-Funkstrecke. Besonders beim Sender ist das nützlich – es kann gut sein, dass da mal jemand aus Versehen draufsitzt.

 

Frequenz wechseln

Vorne kann man bei beiden Geräten eine Klappe öffnen und dort Einstellungen machen. Auch die Batterien sind dort drin. An den Einstellungen ändere ich selten etwas. Wichtig ist aber, dass man den Kanal ändern kann. Warum, dazu eine kleine Anekdote:

Letzte Woche filmte ich an einer Messe. Über den Kopfhörer hörte ich während dem Filmen, was mein Interviewpartner Frank sagte. Dabei fiel mir auf, dass es rauschte und surrte – der Ton war einfach nicht gut. Dann änderte ich die Frequenz und gleich war alles bestens. Nach dem Filmen kam jemand von einem anderen Stand zu uns herüber. Er erzählte mir, dass sie soeben eine Live-Vorführung mit Übertragung auf Leinwand gemacht hätten. Der Ton wurde mit einer Funkstrecke verstärkt. Und offenbar waren wir auf der gleichen Frequenz – denn lustigerweise hörten sie bei ihrer Vorführung plötzlich die Stimme von Frank!

 

Sennheiser AVX MKE-2

Die neuere Funkstrecke von Sennheiser, die AVX MKE-2, funktioniert noch einfacher.

Sennheiser AVX MKE-2

Das kleinere Gerät rechts im Bild ist der Empfänger, der direkt auf der Kamera fixiert und über ein kleines Kabel damit verbunden werden kann. Das Kästchen links ist der Sender mit dem Lavaliermikrofon. Das Geniale an dieser Funkstrecke: Anstatt der Klappe mit den Batterien wie bei der älteren Sennheiser-Funkstrecke habe ich einen Akku. Den kann ich entfernen und aufladen. Das System ist also schon mal ökologischer.

Bei dieser Funkstrecke muss ich gar nichts einstellen. Anstecken, einschalten, und los geht’s! Nicht einmal die Frequenz kann ich hier manuell verstellen. Ja, Du hast richtig gelesen: Ich kann die Frequenz nicht ändern. Doch vorher habe ich ja gerade erzählt, wie wichtig das ist? Die Sennheiser AVX MKE-2 erkennt selbständig, wenn ein Kanal nicht sauber ist, das heisst, wenn eine Frequenz schon von jemand anderem belegt ist. „Tubelisicher“, würden wir auf Schweizerdeutsch sagen.

 

Preisunterschied wegen XLR-Anschluss

Das hat natürlich seinen Preis: In der Schweiz kostet diese Funkstrecke aktuell ca. 820 Franken. Warum dieser Preisunterschied zur RødeLink-Funkstrecke, die ich vorher vorgestellt habe?

Eines habe ich bereits erwähnt, nämlich die robustere Verarbeitung. Vor allem aber ist die Tonqualität noch besser. Die Sennheiser-Funkstrecke ist nämlich über einen XLR-Anschluss mit der Kamera verbunden (auf dem letzten Foto gut zu sehen). XLR-Kabel sind weniger störungsanfällig. Sie liefern vor allem bei langen Kabelstrecken und in einer lauten Umgebung einen stabileren Ton als die Kabel mit 3,5mm-Klinkenstecker.

Beim Filmen mit Smartphone fällt dieser Unterschied nicht ins Gewicht. Dort empfehle ich Dir mit gutem Gewissen die günstigere Funkstrecke von Røde. Wenn Du aber professionell unterwegs bist, lohnt es sich, hier mehr Geld in die Hand zu nehmen. Falls Du dann doch einmal mit dem Smartphone filmen willst, kann die Funkstrecke trotz des XLR-Kabels dort eingesteckt werden – mit dem Adapter iRig Pre (bei iPhone 7 zusätzlich Klinke-zu-Lightning-Adapter).

 

Welches Mik überzeugt?

Das Nikon Wireless Mikrofon ME-W1 hat mich von der Grösse und vom Ton her nicht überzeugt. Das Rode Link kann ich mit gutem Gewissen empfehlen, guter Ton zu günstigem Preis. Sollte meine Funkstrecke mal aussteigen, werde ich mir das Sennheiser AVX MKE-2 kaufen.  Welche Lösung überzeugt Dich? Gib mir doch ein Feedback, welche Mikrofonlösung Dir am besten entspricht und was Du für Erfahrungen damit machst. Ich freue mich über Deinen Kommentar.

 

Übersicht:

Ich habe den Ratgeber „Mikrofone für das Filmen mit dem Smartphone“ noch mit zwei kabellosen Mikrofonen ergänzt. Du kannst ihn gratis herunterladen:

 

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Q&A: Zu wenig Speicherplatz beim Smartphone

Hallo liebe Judith,

mein iPhone macht mir beim Filmen von Interviews das Leben schwer. Es ist ein iPhone 6 Plus mit kleinem Speicher und der ist ständig voll. Das, obwohl ich schon alles mögliche gelöscht habe, um mehr freien Speicherplatz zu kriegen.

Ich frage mich nun, ob ich fürs Filmen ein neues Gerät anschaffen soll. Entweder eine Videocam oder ein anderes Smartphone mit grösserem Speicher, nur zum Filmen.

Apple kommt dafür wohl nicht in Frage. Der Speicher ist begrenzt, das iPhone 7 kommt ohne Kopfhörerbuchse und ist teuer. Wenn, dann würde ich mir ein Android-Smartphone anschaffen. Hast Du da Erfahrung?

Oder besser die Sony-Videocam kaufen, die Du empfiehlst?

Ich bin gerade etwas ratlos, würde mich sehr über Deinen Rat freuen! Merci!

Liebe Grüsse,

T.

Liebe T.,

das mit dem Speicherplatz ist wirklich ein grosser Nachteil beim Smartphone. Ich habe ein iPhone mit dem grössten Speicherplatz (254 GB) und trotzdem war er auch schon voll. Da muss man wirklich regelmässig löschen. Oder eine gute Cloud-Lösung haben.

Android ist keine bessere Lösung

Android-Geräte haben zwar eine externe SD Karte, leider ist dadurch aber das Problem noch nicht ganz gelöst. Es ist oft so, dass das Smartphone bei einem Update gewisse Apps auf die SD Karte lädt oder sonst Dinge dort landen, die dann fehlen, wenn ich die SD Karte entferne.

Die fehlende Kopfhörerbuchse umgehen

Die fehlende Kopfhörerbuchse beim iPhone 7 ist übrigens nur bedingt ein Problem: Die Mikrofone mit Klinkenstecker, die ich empfehle, funktionieren alle mit dem Adapter über den Lightninganschluss. Und in meinem letzten Blogeintrag habe ich Lösungen vorgestellt, wie du aus einem Lightninganschluss zwei machen kannst. Ich kann mir auch vorstellen, dass Android-Geräte auch bald ohne Kopfhörerbuchse verkauft werden.

Videocam anschaffen?

Ob es besser wäre, eine Video-Kamera zu kaufen, hängt von ein paar Überlegungen ab. Dazu empfehle ich Dir auch meinen Blogeintrag „Welche Kamera eignet sich für welchen Einsatz?“.

Vorteil Smartphone:

Das hast Du immer dabei, kannst spontan filmen und Dinge festhalten. Nach Bedarf kannst Du die Videos auf dem Handy gleich schneiden und direkt ins Internet laden.

Falls Du aber Deine Videos sowieso immer planst und nachher auf einem Computer bearbeitest, sind diese Argumente nicht ausschlaggebend.

Ich verwende als Smartphone zum Filmen das iPhone 7.

Vorteil Videocam:

Genug Speicherplatz. Akku kann ausgewechselt werden. In dunklen Situationen bessere Lichtempfindlichkeit, also schönere Bilder. Du hast einen optischen Zoom, wenn Du ein Objekt filmen willst, welches weit weg ist. Wenn Du zum Beispiel auf Safari gehst und nur mit dem Smartphone filmst, wirst Du den Zoom sehr vermissen, da die Tiere dann alle nur klein im Bild sichtbar sein werden. Es gibt Videocams mit Mikrofon- und Kopfhörerbuchse.

Nachteil: Um ein Video zu veröffentlichen, musst Du immer zuerst über den Computer gehen. Und Du musst die Kamera bewusst mitnehmen – spontan filmen ist nicht möglich.

In meinem Ratgeber „Ausrüstung Videocam“ empfehle ich die Sony FDR AX53 4K

Leef-Stick als Speicher-Erweiterung

Es gibt aber noch eine Möglichkeit, wie Du den Speicherplatz Deines iPhones erweitern kannst. Ich habe in meinem Blog einmal den Leef-Stick vorgestellt. In dem Beitrag habe ich beschrieben, wie man damit ganz einfach die Videos vom Smartphone (iPhone und Android) auf den Computer oder Mac bringen kann. Hier der Blogbeitrag.

Leef-Stick für iPhone

Inzwischen habe ich noch eine andere Funktion ausprobiert: Es ist möglich, beim Filmen den Leef-Stick als Speicher zu benutzen. Das iPhone filmt und legt die Dateien gleich auf dem Leef-Stick ab. Den Leef-Stick gibt es mit verschiedenen Speichergrössen. Eigentlich eine super Sache.

Kamera der Leef-App

Zwei Nachteile hat das Ganze: 1. Der jeweilige Stromanschluss (iPhone: Lightning-Buchse, Android: Micro-USB) ist besetzt. Beim iPhone 7 wäre dies auch der Mikrofoneingang.

2. Man muss die Kamera der dazugehörenden Leef-App benutzen. Die ist okay, soweit ich bei meinem kurzen Test feststellen konnte. Andere Kamera-Apps funktionieren aber nicht mit dieser Speichererweiterung.

Ich arbeite zum Beispiel oft mit Filmic Pro, einer App, die viele Möglichkeiten für manuelle Einstellungen hat. Aber wenn Du ohnehin immer mit der normalen iPhone App filmst, kannst Du die wohl mit der Leef-App-Kamera ersetzen.

Vielleicht löst dies ja Dein Speicherproblem, ohne dass Du teure neue Geräte anschaffen musst!

Ich hoffe, das hilft bei Deiner Entscheidung. Lass mich doch wissen, wenn Du eine neue Lösung hast.

Herzlich

Judith

 

In diesem Ratgeber findest Du meine Videocam Empfehlung und die nötige Hardware dazu.

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Darum brauchen iPhone-Filmer drei Lightning-Anschlüsse

Ich bin jetzt schon einige Wochen mit dem iPhone 7 Plus unterwegs. Ich habe mich langsam daran gewöhnt, immer den kleinen Adapter dabei zu haben, damit ich meine Mikrofone oder Kopfhörer mit Klinkenstecker anschliessen kann. Denn beim iPhone 7 hat man ja keine gewöhnliche Kopfhörer-Buchse mehr, sondern nur noch den einen Lightning-Anschluss.

Immer wieder merke ich aber, dass ein Anschluss einfach zu wenig ist.

Drei Gründe, warum Filmer mehrere Anschlüsse an ihrem Smartphone brauchen:

1. Ton

Es gibt Mikrofone mit Lightning-Anschluss. Zwei davon habe ich kürzlich vorgestellt. Diese Mikrofone sind grundsätzlich super, denn ich brauche keinen Adapter fürs iPhone. Sie lassen sich direkt daran anstecken.

Gerade bei Interviews möchte ich aber beim Filmen gerne den Ton mithören. Die Lightning-Buchse ist jedoch schon durch das Mikrofon belegt und ich kann keinen Kopfhörer anschliessen. Es fehlt mir ein Anschluss.

2. Strom

Normalerweise lade ich nicht gleichzeitig den Akku meines iPhones, wenn ich filme. Denn es ist mühsam, mit dem Smartphone stets auch noch die angeschlossene Powerbank mit zu bewegen oder diese zu fixieren. Wo ich aber mehr Batterie als gewöhnlich brauche, sind Livestreams. Denn nicht nur das Filmen frisst Strom, sondern auch die Übertragung ins Internet.

Um also zum Beispiel eine längere Veranstaltung auf Facebook Live zu übertragen, kann es also sein, dass der Akku nicht ausreicht. Dann möchte ich eine Powerbank anschliessen. Wenn ich aber gleichzeitig auch ein Mikrofon verwende, habe ich schon wieder einen Anschluss zu wenig.

3. Monitor

Vor kurzem habe ich Euch hier im Blog gezeigt, wie ihr einen externen Monitor an euer iPhone anschliessen könnt. Eine der Varianten ist eine Kabelverbindung zum Computer mit dem Programm Quicktime.

Auch dort wieder: Wenn ich ein Mikrofon benutze, kann ich nicht gleichzeitig ein Kabel anschliessen, um mich mit einem Computer zu verbinden. Noch eine Situation, in der ich einen Anschluss zu wenig habe.

Lösung: Aus einem Lightning-Anschluss mach zwei

Es gibt einen Adapter mit Doppelstecker, den Belkin Lightning Audio + Charge Rockstar. Er macht aus einem Lightning-Anschluss zwei.

 

 

Damit kann ich ein Lightning-Mikrofon anschliessen und zusätzlich auch eine Powerbank, einen Kopfhörer, ein Kabel zur Steckdose oder zum Monitor.

Es gibt im Internet zu diesem Adapter einige Bewertungen von unzufriedenen Kunden. Als ich ihn ausprobiert habe, hat er jedoch gut funktioniert.

Adapter mit USB und Kopfhörerbuchse

Ich habe noch ein zweites Gadget gekauft und ausprobiert: Einen Adapter mit zwei Kabeln. Das eine ist Lightning-Anschluss, das andere ist nur ein Klinkenstecker.

Das Problem: Die zweite Buchse funktioniert nicht für das Mikrofon, denn es ist kein sogenannter TRRS-Anschluss. Man kann dort wirklich nur einen Kopfhörer anschliessen. Wenn ich Musik hören und gleichzeitig das iPhone aufladen will, ist das super, aber zum Filmen nützt mir dieser Stecker nichts.

Besser noch warten

Wenn Du schon häufig gedacht hast, dass dir ein Lightning-Anschluss fehlt, kann ich Dir den Belkin-Stecker empfehlen. Wenn Du aber noch ohne zweiten Anschluss auskommst, warte lieber noch. Das Wall Street Journal hat nämlich berichtet, dass mit dem iPhone 8 diesen Herbst wahrscheinlich der USB-C-Anschluss kommt und Lightning wieder verschwindet. Das würde heissen, dass wieder neue Mikrofonlösungen und Adapter gefragt sind. Ich würde deswegen zu diesem Zeitpunkt nicht zu viel Geld in zusätzliche Anschlüsse investieren.

Mikrofon-Empfehlungen

Falls Du Dich trotzdem für Mikrofone mit Lightning-Anschluss interessierst, schau Dir mein Video an, in dem ich zwei davon vorstelle.

Es gibt auch Lightning-Adapter für Mikrofone mit Klinkenstecker. Diese haben nämlich immer noch viele Stärken. In meinem Ratgeber: „Mikrofone zum Filmen mit Smartphone“ habe ich Dir diverse Möglichkeiten zusammengestellt, mit Vor- und Nachteilen. Hol dir das PDF hier.

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So verwendest Du Musik in Deinen YouTube-Videos

Musik für die eigenen Videos zu organisieren, ist für die Produzenten immer tricky. Welche legalen, günstigen oder sogar kostenlosen Möglichkeiten es gibt, habe ich in einem früheren Blogeintrag erklärt. Damit bist Du rechtlich auf der sicheren Seite. Dazu habe ich auch eine Infografik zusammengestellt. Hier kannst Du diese als PDF herunterladen.


In diesem Blogeintrag gehe ich auf die Verwendung von Musik bei YouTube ein. Ich erzähle Dir von einem YouTuber, der über Nacht seinen Kanal mit über einer Million Views verlor. Und Du erfährst, wie Du die Rechte an einem Song einholst.

Das Internet ist nicht „privat“

Grundsätzlich ist es erlaubt, urheberrechtlich geschützte Musik privat zu verwenden. Sobald Du aber ein Video im grösseren Kreis zeigst oder online veröffentlichst, zum Beispiel auf YouTube, gilt das nicht mehr als „privat“. Ob Du damit Geld verdienst oder nicht, spielt gar keine Rolle.

Der YouTuber Sebastiano Mereu hat dies am eigenen Leib erlebt: Er covert mit seiner Ukulele bekannte Songs und hat dafür einen YouTube-Kanal. Sein ursprünglicher Kanal wurde ihm vor drei Jahren über Nacht gesperrt. Einfach so, ohne Ankündigung. Er verlor über 100 Videos und 1 Million Views. 

In einem Interview erzählte mir Sebastiano, wie es ihm damals ging. „Es war erschreckend – ich habe keine Vorwarnung bekommen“, sagt er. „Ich verstehe zwar die Musiker, die von ihrer Musik leben müssen. Aber ich habe mit ihren Songs keinen Rappen verdient.“

Dazu kam, dass Sebastiano Mereu sogar versucht hatte, die Rechte von den Musikverlagen einzuholen. „Aber als kleiner Nobody kriegte ich nicht einmal eine Antwort.“

Wie kann man sicher sein, dass die eigenen Videos auf YouTube nicht einfach wieder gelöscht werden? Dieser Frage wollte ich nachgehen.

Musikerkennung bei YouTube

Auf YouTube wird die Musik beim Upload automatisch geprüft. YouTube nennt dies „Content ID“. Urheberrechtlich geschützte Musik wird erkannt, sofern sie von einem Rechteinhaber mit einer ID versehen wurde. Sie wird sogar erkannt, wenn sie nur im Hintergrund läuft.

Das habe ich festgestellt, als ich kürzlich ein Tutorial hochgeladen habe. Darin war ein Video auf meinem iPhone zu sehen. Im Video lief ein Stück eines Schweizer Singer-Songwriters. Beim Upload des Tutorials erkannte YouTube den Song. Es erschien folgende Meldung:

Der Musikverlag des Musikers hat mir also die Verwendung erlaubt. Einzig: Ich kann das Video nicht monetarisieren. Das heisst, ich darf keine Werbung darauf schalten.

E-mail von YouTube wegen geschützter Musik.

Test für Videos mit Musik

So kann man auch kurz testen, ob ein Song beim Hochladen auf YouTube Probleme verursacht. Den Tipp hat mir Florian Schindler in einer Facebook-Gruppe für Schweizer YouTuber gegeben: „Ich exportiere mir bei Songs, bei denen ich nicht sicher bin, ob ein Copyright Claim kommt, ein schwarzes Video mit nur dem Song. Ich lade das dann als ‚Unlisted‘ hoch. Ist eine Sache von 2-3 Minuten, weil die Dateigrösse des Videos dabei so klein bleibt.“

Welche Rechte gibt es?

Wenn ich das Video hochladen kann, heisst das aber noch nicht, dass damit alles erledigt ist und ich die Musik einfach frei verwenden darf. Dazu habe ich bei der Verwertungsgesellschaft SUISA nachgefragt, die in der Schweiz für Musikrechte zuständig ist.

„Grundsätzlich gibt es bei der Verwendung von Musik in einem Online-Video vier verschiedene Arten von Rechten“, erklärte mir Michael Wohlgemuth vom Rechtsdienst der SUISA.

  • 1. Synchronisationsrecht: Es liegt beim Urheber bzw. bei seinem Musikverlag. Es muss vor jeder audiovisuellen Produktion eingeholt werden.
  • 2. Verwandte Schutzrechte: Diese bestehen aus den Rechten der Interpreten und der Tonträgerunternehmen. Sie liegen in der Regel gebündelt bei einer Plattenfirma (Label). Sie müssen ebenfalls immer eingeholt werden, ausser, Du coverst den Song.
  • 3. Herstellungsrecht: Dieses wird von der SUISA verwaltet. Auch dieses Recht muss bei jeder audiovisuellen Produktion eingeholt werden; egal, ob Du das Video online teilst oder eine DVD herstellst.
  • 4. „Online-Recht“: Das Online-Recht brauchst Du, wenn Du Dein Video ins Internet stellen willst. Es besteht aus dem Recht der Vervielfältigung zum Zugänglichmachen und zur Zugänglichmachung selbst. Verwaltet wird das Online-Recht ebenfalls von der SUISA. Für YouTube-Videos muss dieses Recht nicht separat bezogen werden. Denn die SUISA hat mit Youtube einen Vertrag, welcher die Zugänglichmachung regelt. Auf allen anderen Websites, insbesondere auf der eigenen Website und Firmenwebsites, muss dieses Recht zusätzlich zum Vervielfältigungsrecht bei der SUISA bezogen werden.

Werbung auf deinem Video

Wenn das Video ausschliesslich auf YouTube erscheint, ist es in der Praxis oft nicht nötig, das Synchronisationsrecht einzuholen (rein theoretisch aber schon). Musiker/Verlage und Plattenfirmen können nämlich auf dem Video Werbung schalten und erlauben somit nachträglich die Synchronisation. Damit verdienen sie selber Geld daran – wie in meinem Beispiel.

Wenn sich möglichst viele Leute das Video anschauen, freuen sich in diesem Fall alle daran 😉

Aber, so erklärt Michael Wohlgemuth von der SUISA: „Ohne das vorherige Einholen des Sync-Rights muss man immer damit rechnen, dass ein Verlag ein Video sperren lässt.“

Dies ist vor allem bei Werbevideos der Fall: „Da ist die Chance höher, dass sich ein Verlag oder Urheber aus persönlichen Gründen gegen die Werbeproduktion stellt.“

Ob sie die Verbreitung ihrer Musik erlauben, regeln Musiker, Plattenlabels und SUISA direkt mit YouTube. Dass sie alle separate Verträge haben und Musiker teilweise massiv weniger verdienen als die Plattenfirmen, führt immer wieder zu Rechtsstreiten. Das war auch der Grund, warum Sebastiano Mereus Kanal damals gesperrt wurde, wie er mir im Interview erzählte.

Wenn die Musik nicht freigegeben ist

Sebastiano wurde damals nicht einmal gewarnt. Doch eigentlich gilt: Wenn man das Urheberrecht in einem einzelnen Video verletzt, verwarnt einen YouTube erst einmal. (Es kann auch sein, dass dann der Upload gar nicht möglich ist.)

In diesem Fall gibt es für Dich mehrere Möglichkeiten: 1. Du kannst Einspruch dagegen erheben. 2. Du lässt die Musik im Video entfernen. 3. Oder du tauschst die Musik direkt auf YouTube aus. Damit verlierst Du jedoch die ganze Arbeit, die du in Tonanpassungen gesteckt hast.

Manchmal passiert es aber auch, dass man so eine Verwarnung erhält, obwohl man die Rechte vorgängig eingeholt hat. Das bestätigt Michael Wohlgemuth von der SUISA: „Es kommt sogar öfters vor, dass YouTube Verwarnungen ausspricht. Das liegt daran, dass die Datenbanken untereinander teilweise nicht abgeglichen werden. Oder die Einträge in den Datenbanken sind schlicht falsch.“

In diesem Fall gilt es, Einspruch zu erheben. Dazu musst Du mit dem entsprechenden Rechteinhaber Kontakt aufnehmen. Er ist dann in der Pflicht, zu beweisen, dass Du ihre Musik widerrechtlich verwendest.

Sperrung nach drei Verwarnungen – auch bei Livestreams

Nach drei Verwarnungen wird das Konto gelöscht.

Auch bei Livestreams wird man übrigens darauf hingewiesen, wenn man geschützte Musik verwendet. YouTube kann auch die Übertragung direkt unterbrechen und einem den Zugang zur Live-Funktion entziehen.

Auch Einbetten gilt als Weiterverbreitung

Dass Du ein Video gar nicht erst auf YouTube hochladen kannst, wenn es vom Musikverlag nicht freigegeben ist, schützt dich rechtlich. Aber wenn Du es anderweitig online stellst – zum Beispiel auf einer Website oder auf Facebook–, kann die Verbreitung rechtliche Konsequenzen haben.

Auch das Einbetten des YouTube-Videos auf anderen Websites gilt in der Schweiz als erneute Zugänglichmachung. Das heisst, es ist nicht durch den YouTube-Vertrag mit dem Urheber abgedeckt und muss separat abgeklärt werden (siehe oben „Online-Recht“).

YouTube gehört zu Google. Auf dessen Support-Site gibt es einen umfangreichen Frage-Antwort-Katalog zum Thema Urheberrecht.

Fazit: So geht es richtig

Um Musik in deinen Videos auf YouTube zu verwenden, gibt es folgende Möglichkeiten.

  • Entweder Du erwirbst für die Musik in Deinen Videos im Voraus die Rechte. Dazu musst du beim Urheber/Musikverlag, bei der Plattenfirma und bei der SUISA einen Antrag für die Verwendung stellen. Je bekannter der Song, desto teurer ist die Verwendung.
  • Oder Du verwendest lizenzfreie Musik (selber komponieren, YouTube Musikdatenbank).

Am einfachsten ist es, SUISA-freie Musik zu verwenden. Ich arbeite nur mit SUISA-freier Mood-Musik. Wenn man bei grösseren Musikverlagen die Sync-Rechte anfragt, bekommt man oft gar keine Antwort. Mit SUISA-freier Musik muss ich nicht auf Rechte warten. Und bei Plattformen wie Premiumbeat oder Smartsound bekommt der Musiker trotzdem Geld für seine kreative Arbeit.

Mein letzter Blogbeitrag „Musik für online-Videos“ zeigt Dir alle Möglichkeiten für die einfache und rechtlich sichere Verwendung von Musik. 

 

In meiner Infografik „Musik für Online-Videos“ sind alle diese Dinge zusammengestellt. Lade sie hier herunter. Wenn Du Dich daran hältst, bist Du rechtlich auf der sicheren Seite. Und ich gebe Dir darin Tipps, wo du gratis oder günstig Musik für Deine Videos findest. Hier kannst Du das PDF herunterladen.

Hier nochmals der Link zum Blogeintrag, in dem ich dir die verschiedenen Möglichkeiten für lizenzfreie oder günstige Musik genauer vorstelle.

 

Oder Du schaust Dir mein Video, hier erkläre ich, welche Musikmöglichkeiten es gibt:

Falls Du noch andere Musikplattformen kennst, hinterlasse doch bitte den Link in den Kommentaren. Danke!

 

Danke an Michael Wohlgemuth und Fabian Niggemeier von der SUISA für die Unterstützung beim Verfassen dieses Blogbeitrags.

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Externer Monitor fürs iPhone: Filmic Pro Remote oder Quicktime

Für eine interessante Vogelperspektive hänge ich mein iPhone zum Filmen schon mal an die Decke. Oder ich stelle das Stativ ganz hoch, um leicht von oben herab zu filmen. Das gibt coole Bilder. Der Nachteil ist, dass ich dabei nicht direkt sehe, was mein iPhone filmt. Da hilft ein externer Monitor.

Schon mehrmals wurde ich gefragt, ob es möglich ist, einen externen Monitor mit dem iPhone zu koppeln. Also einen zweiten Bildschirm, auf dem ich das sehe, was mein iPhone gerade filmt. Zwei Möglichkeiten dafür stelle ich Dir vor:

1. Filmic Pro Remote App

Filmic Pro lancierte vor einigen Jahren eine Remote App. Damit konnte man ein iPad oder ein zweites iPhone verbinden. Als ich diese App bei einer Joody-TV-Aufnahme einmal ausprobierte, war sie nicht brauchbar: Die Verbindung war unstabil und ich bekam teilweise unscharfe Bilder. Die App wurde später wieder eingestellt.

Nun hat Filmic Pro eine neue Remote App herausgebracht. Mein Fazit: Diesmal funktioniert sie. Die Verbindung ist zwar immer noch relativ langsam, aber das kann auch am Netzwerk liegen.

Mit Filmic Remote sieht man z.B. auf dem iPad, wie das Bild aussieht, welches das iPhone aufnimmt. Und noch besser: Über die App kann ich sogar mein iPhone bedienen. Alle wichtigen Kameraeinstellungen kann ich über die Filmic Remote App vornehmen: Rec drücken, den Fokus legen, die Farbtemperatur verstellen etc. Ich habe also aus der Distanz die volle Kontrolle über das, was ich filme. (Falls Du Filmic Pro noch nicht kennst, findest Du auf YouTube mein ausführliches Tutorial).

Die App Filmic Remote ist für Android und iOS erhältlich und kostet ca. 10 Franken.

2. Kabelverbindung zum Monitor via Quicktime

Die zweite Möglichkeit ist, das iPhone über ein Kabel z.B. mit dem MacBook zu verbinden. Mit dem Programm Quicktime kann man den Bildschirm des iPhones spiegeln. Damit habe ich zum Beispiel mit dem grossen Bildschirm meines iMacs einen riesigen Monitor, auf dem jedes Detail zu erkennen ist.

Ich kann übrigens in Quicktime auch mein Handydisplay filmen. Das ist sehr praktisch, um Tutorials aufzunehmen, ich arbeite selber aber mit Screen Flow.

Es gibt aber auch Nachteile: Die Distanz ist durch die Kabellänge begrenzt. Und: Das Kabel belegt den Lightning-Anschluss; man kann dann beim iPhone 7 also kein Mikrofon oder Kopfhörer mehr anschliessen. Siehe auch mein Blogeintrag Mikrofon iPhone 7.

Was im Gegensatz zur Filmic Pro Remote App auch nicht möglich ist, ist die Bedienung des Handys aus der Ferne. Der Bildschirm ist wirklich ein reiner Monitor.

 

Noch mehr Tipps zu Hardware für das Filmen mit dem Smartphone findest Du in meinem
Ratgeber Videoausrüstung: Mit Stativ- und Mikrofonempfehlungen.

 

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iPhone 7: Zwei Lightning-Mikrofone im Test

Filmst Du vor allem mit dem iPhone 7 und überlegst Dir, ein Mikrofon anzuschaffen? Dann überlegst Du bestimmt, ob Du gleich ein Mikrofon mit Lightning-Anschluss kaufen sollst. Denn erstens muss man dann nicht immer daran denken, den Adapter dabeizuhaben. Und zweitens macht jeder zusätzliche Übergang das Tonsignal anfälliger auf Störgeräusche.

Probleme mit dem Adapter

Kürzlich habe ich alle meine Mikrofone mit Klinkenstecker getestet, ob sie auch bei meinem iPhone 7 Plus mit dem Adapter zum Lightning-Anschluss funktionieren. Da hat alles geklappt – den Blogpost dazu findest Du hier. Doch jemand hat mir auf mein Testvideo geantwortet, dass sein iPhone 7 das RØDE SmartLav nicht immer erkennt.

Eigentlich will man zu einem teuren neuen Smartphone nicht gleich auch ein neues Mikrofon anschaffen müssen, man erwartet, dass auch vorhandene Mikrofone funktionieren. Leider scheint das nicht der Fall zu sein. Deswegen stelle ich hier zwei Alternativen vor, die direkt über den Lightning-Anschluss funktionieren:

iRig Mic HD Handmikrofon

Das iRig Mic HD Handmikrofon hat im Test mit dem iPhone 7 einwandfrei funktioniert. Es ist in Silber und Schwarz erhältlich und kostet ca. 120 Franken. Der Nachteil: Es gibt keine Kopfhörerbuchse. Das heisst, man kann bei Interviews nicht mithören. Für Videoblogs oder Moderationen, bei denen kein Kopfhörer verwendet wird, oder zum Singen ohne Kopfhörer, eignet sich das iRig Mic HD jedoch gut.

Mitgeliefert wird beim iRig Mic HD auch ein Kabel mit Mini-USB-Anschluss. Es lässt sich also auch mit Android-Smartphones verwenden.

Clipic digital Lavaliermik Apogee Sennheiser

Das ClipMic digital habe ich bereits früher einmal vorgestellt. (Hier geht’s zum Video.) Schon damals besass dieses Mikrofon einen Lightning-Anschluss. Der grosse Vorteil ist die gute Tonqualität. Das kleine Kästchen vor dem Lightning-Anschluss des Digital ClipMics ist nämlich der integrierte Wandler.

Wenn man ein Mikrofon über die Kopfhörerbuchse an ältere iPhone-Modelle ansteckt, wird das Tonsignal mit dem Wandler in der Buchse verarbeitet. Dieser ist eher schlecht. Das Mikrofon kann noch so gut sein – wenn der Ton danach über einen schlechten Wandler geht, leidet die Qualität. Die Qualität des ClipMic digital hat ihren Preis: Es kostet um die 180 Franken.

Als ich das ClipMic digital zum ersten Mal testete, war der Ton extrem leise. Nur mit der Verwendung der dazugehörigen App („Meta-Recorder“) liess sich ein guter Pegel erreichen. Dies ist inzwischen behoben worden: Jetzt ist der Ton auch ohne App im Hintergrund einwandfrei, man kann das Mik also einstecken und gleich mit Filmen loslegen.

Kopfhörerbuchse fehlt

Der Nachteil bei beiden Mikrofonen ist, dass sich gleichzeitig kein Kopfhörer anschliessen lässt. Beim iPhone 7 gibt es ja keine zusätzliche Kopfhörerbuchse. Für Interviews, bei denen es nützlich ist, gleich mithören zu können, empfehle ich deshalb nach wie vor, das iRig PRE zu verwenden, über den Ligthning-Adapter. Beim iRig PRE lässt sich jedes Mikrofon mit XLR-Kabel anschliessen und zusätzlich noch ein Kopfhörer. In diesem YouTube-Video stelle ich das iRig PRE vor.

Ratgeber Mikrofone für das Smartphone

Ich habe viele Mikrofone getestet und darüber geschrieben. Wer Interviews führt, hat nicht ganz das gleiche Bedürfnis wie jemand, der auf YouTube alleine vlogt oder Podcasts aufnimmt. Wer ein iPhone 7 hat und noch kein Mikrofon, geht auch anders an die Entscheidung heran als jemand, dessen Smartphone eine Kopfhörerbuchse besitzt. Ich habe deshalb einen Ratgeber zusammengestellt. Dort zeige ich Dir, welche Mikrofone ich für welchen Einsatz empfehle. Du kannst ihn hier herunterladen:

 

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Schnelle Videoproduktion: Zwei weitere Apps – Adobe Clip und Filmic Pro

An einem Event Stimmungsbilder filmen und das geschnittene Video gleich online stellen: Manchmal sind wir froh um schnelle Lösungen ohne aufwändige Postproduktion.

Effizienter Videos produzieren

Denn Videoinhalte sind im Internet immer mehr gefragt. Bis 2020 werden ganze 80 Prozent der Online-Inhalte Videos sein, schätzt die „Washington Post“. Wenn wir mehr Videos für die Menschen produzieren wollen, die interessiert sind an unseren Inhalten, Produkten und Dienstleistungen, dann müssen wir auch effizienter werden.

Apps sparen Zeit

Mit Apps wie Snapchat, Instagram, VivaVideo oder Google Photos kannst Du Zeit sparen. Damit lassen sich Film- und Fotoaufnahmen schnell zu einem Video zusammenfügen. Diese vier Apps habe ich in früheren Blogbeiträgen vorgestellt: „Mit Snapchat Videogeschichten produzieren“ und „Videos schnell produzieren mit Instagram, VivaVideo oder Google Photos“.

In diesem Post stelle ich Dir zwei weitere Möglichkeiten vor. Auch die Apps Adobe Premiere Clip und Filmic Pro verfügen über Funktionen zur schnellen Videoproduktion.

 

1. Adobe Premiere Clip: Schnitt im Takt zur Musik

Bei Adobe Premiere Clip kannst Du die Variante „Automatisch“ wählen (im Gegensatz zu „Freiform“). Dann schneidet die Apps ausgewählte Videos und Fotos zur Musik im Takt zusammen. Wenn es nicht ganz passt, kann man danach einiges noch ändern. Etwa die Reihenfolge und Auswahl der Clips, die Musik sowie die Geschwindigkeit des Schnitts. In diesem Video zeige ich Dir, wie es funktioniert:

 

Nicht zufrieden mit dem Ergebnis? Dann wechsle in den Freiform-Editor und bearbeite jeden Clip individuell. Wie das geht, zeige ich ausführlich in diesem Video-Tutorial:

 

2. Filmic Pro: Aufnahmen werden direkt aneinandergehängt

Bei der App Filmic Pro (ausführliches Video-Tutorial hier) gibt es die Einstellung „Stitch recorded footage“. Ähnlich wie bei der App VivaVideo kann man mit dieser Funktion mehrere Aufnahmen nacheinander machen, zum Beispiel mit unterschiedlichen Bildausschnitten. Dann werden diese automatisch zu einem Video zusammengefügt.

 

Filmic Pro ist und bleibt aber grundsätzlich eine App zum Filmen und nicht zum Schneiden. Beim Filmen hast Du die volle Kontrolle über Weissabgleich, Schärfenfahrten, Audiomonitoring etc. Aber „Stitch recorded footage“ ist die einzige Möglichkeit überhaupt, in der App einen Schnitt vorzunehmen. In der App selbst kann das zusammengefügte Video danach auch nicht mehr bearbeitet werden. Umgekehrt VivaVideo: Dort gibt es zwar beim Filmen nur wenige Einstellungen, die geändert werden können. Dafür hast Du beim Schnitt viel mehr Möglichkeiten.

 

Im Video zeige ich Dir zuerst die Adobe Premiere Clip-Variante und danach die Filmic Pro-Möglichkeit:

 

Die besten Apps für die schnelle Videoproduktion

Ich habe Dir eine Übersicht für die besten sechs Apps zur schnellen Videoproduktion zusammen gestellt. Darin fasse ich die Vor- und Nachteile nochmals zusammen. Hole Dir doch gleich das kostenlose PDF: