Diese 7 Vorteile sprechen für das iPhone als Videokamera

Es ist immer dabei, bietet eine Fülle an Möglichkeiten und ist dazu noch leicht und handlich. Das iPhone ist Kamera und Schnittplatz in einem und passt in jede Hosentasche. Diese 7 Vorteile sprechen für das Filmen mit dem iPhone.

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1. Wir haben es immer dabei.

Das Smartphone ist unser treuer Begleiter. In meinem Fall ist es ein iPhone, das ich immer dabei habe. Wenn ich etwas sehe, das ich gerne als Foto oder Video festhalten möchte, zücke ich das kleine Kästchen. Ich weiss gar nicht mehr, wann ich mich das letzte Mal darüber geärgert habe, keine Kamera zur Hand zu haben.

2. Es ist handlich.

Das iPhone ist – im Vergleich mit der Videokamera – klein und handlich. Wie praktisch das ist, habe ich auch in den Ferien in der Mongolei gemerkt. Zwar hatte ich eine super Videoausrüstung mitgenommen, griff im Alltag aber doch spontan zum iPhone. Denn entweder war die ganze Ausrüstung im Bus, oder es war zu schwierig mit Kameraausrüstung und Tochter auf dem Pferd zu sitzen.

3. Es ist das schnellste Video-Produktionsgerät der Welt.

Für mich ist das iPhone das schnellste Video-Produktionsgerät der Welt, ohne dass ich auf wichtige Funktionen verzichten muss. Mit nur einem Gerät kann ich filmen, schneiden und direkt veröffentlichen.

4. Es ist günstiger als eine Profikamera.

Die Qualität der heutigen Smartphone-Aufnahmen sind so gut, dass das iPhone oftmals die Profikamera ganz ersetzen kann. Dies spart Zeit und Kosten. Einen Überblick, für welche Situation sich welche Kamera am besten eignet, findet du in meinem Blogpost „Welche Kamera eignet sich für welchen Einsatz?“ .

5. Es ist beliebig erweiterbar mit den richtigen Apps.

Fürs Filmen, aber auch für die Postproduktion gibt es zahlreiche Apps, mit denen du dein iPhone in ein All-in-One-Gerät verwandelt. Eine Übersicht über die verschiedenen Apps findest du in meinem Blogpost „Videos schnell produzieren mit Instagram, Vivavideo oder Google Photos“ sowie als PDF zum Download.

6. Mit dem passenden Zubehör wird es zu einer Profikamera.

Auch bei Bewegtbild kommt es auf den guten Ton an. Das iPhone lässt sich mit der richtigen Hardware wie Mikrophone oder Stative zu einer Profikamera ausbauen, die keine Wünsche offen lässt. Zu meiner Standard-Ausrüstung fürs Filmen mit dem iPhone gehört beispielsweise das iRig Mic Lav. Welches Zubehör sich besonders eignet, erfährst du in meinem kostenlosen Ratgeber zu Video-Ausrüstung mit Smartphone.

Ratgeber „Zubehör fürs Filmen mit Smartphone“ (Schweizer Version)

Ratgeber „Zubehör fürs Filmen mit Smartphone“ (Deutsche Version)

7. Das Handling ist schnell erlernbar.

Anders als mit einer Profikamera kannst du das Handling sehr schnell erlenen. In meinem Videoworkshop zeige ich dir, worauf du beim Filmen mit dem iPhone achten musst. Du erfährst, wie du das Bild kontrollierst, worauf du beim Ton achten musst und wie du für ein ruhiges Bild sorgst. Im Videokurs zeige ich dir, wie du die Clips direkt auf dem iPhone schneidest und bearbeitet. Zudem stelle ich dir verschiedenes Zubehör vor, mit welchem du dein Smartphone optimal ergänzt. Weitere Informationen zu meinem Online-Kurs findest du auf videoworkshop.ch.

Wie sind deine Erfahrungen mit dem iPhone als Videokamera? Welche Apps nutzt du?

Sony PWX-FS5: Diese 7 Eigenschaften überzeugten mich für den Kauf der Kamera

Nachdem ich einen gründlichen Kameravergleich durchgeführt habe, habe ich mich für die Sony PWX-FS5 entschieden. Im Film ein paar erste Impressionen, die ich mit der Kamera aufgenommen habe.  Danach beschreibe ich 7 Kriterien, die mich zum Kauf dieser Kamera führten.

1. 4K Videoauflösung

Nachdem ich einen gründlichen Kameravergleich durchgeführt habe, konnte ich mich ganz klar für dieses Modell entscheiden. Einer der Hauptkriterien war, dass die Kamera 4K kann, was einfach immer wichtiger wird. Ich würde heutzutage niemals so viel Geld für eine Kamera ohne 4K ausgeben.

Vor Kurzem habe ich einen Beitrag geschrieben, in dem ich die Vorteile von 4K aufzeige. Ich habe oft Aufträge, bei denen ich sehr schnell arbeiten muss. Gerade für schnelle Interviews und Moderationen bringt 4K grosse Vorteile in der Postproduktion. Dieses Bedürfnis deckt die Sony PWX-FS5 ab.

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2. Grosser Sensor für viel Tiefenunschärfe

Ein grosser Vorteil der Sony FS5 ist der grosse Sensor. Früher habe ich mit meiner Sony PMW 200 bei kleiner Blendenzahl nie Tiefenunschärfe hinbekommen, das ist nun viel einfacher. Als Videojournalistin waren alle Produktionen immer sehr schnell, da war ich froh um einen tiefen Schärfenbereich.  Für einige Produktionen habe ich heute mehr Zeit und kann auch mit einem kleineren Schärfenbereich arbeiten. Mir gefallen die Bilder mit Tiefenunschärfe sehr gut.

3. Zoom ist dabei

Das bei der Sony PWX-FS5 mitgelieferte Objektiv bietet gute Tiefenunschärfe dank grossem Sensor und hat trotzdem einen starken Zoom. Vor ein paar Tagen war ich auf einer Veranstaltung und habe die Redner auf der Bühne gefilmt. Dazu musste ich mit meiner Kamera nicht vorne am Bühnenrand stehen sondern konnte alles aus dem Hintergrund bestens erfassen.

4. Mit variablem ND Filter Helligkeit bestimmen

Spiegelreflexkameras bieten die oben beschriebenen Features ebenfalls. Jedoch hat meine neue Kamera ein sehr wertvolles Tool: einen ND-Filter.  Wenn ich beim Filmen Tiefenschärfe möchte, muss ich die Blende weit öffnen. Im Sommer ist das jedoch ein Problem, da bei weit geöffneter Blende viel Licht eindringt und das Bild so viel zu hell wird. Also mache ich die Blende eher zu, aber dann fehlt mir die Tiefenunschärfe.

Früher hatte man dafür eine mechanische Lösung und hat den Kameras einen Filter, eine Art Sonnenbrille aufgesetzt. Videokameras haben diese mechanischen Filter integriert, man kann diese mit einer kleinen Bewegung schnell verändern. Bei Spiegelreflexkameras müssen die passenden Filter zusätzlich auf die Linse geschraubt werden. Die FS5 hat einen elektronischen Filter. Dieser ist revolutionär.

Die mechanischen Filter erlaubten mir nur stufenweise Abdunklung. Feineinstellungen musste ich mit der Blende machen. Bei der FS5 kann ich nun zuerst die Blende einstellen, z. Bsp. eine möglichst kleine Blendenzahl (2,4F) für viel Tiefenunschärfe. Die richtige Belichtung passe ich nachher mit dem variablen ND Filter ganz genau an.

5. Zwei Mikrofone für optimale Tonaufnahmen

An die Sony FS5 kann man zwei Mikrofone anschliessen. Wenn ich ein Interview führe, kann ich meinem Gegenüber ein Lavaliermikrofon anstecken und selbst noch ein Mikrofon in der Hand halten. In solchen Situationen bin ich sehr froh um zwei Audiokanäle und kann sie sogar noch pegeln.

6. Klein und leicht

Auch sehr hilfreich und praktisch ist, dass man viele Einzelteile wie Display, Henkel oder Smartgrip an der Kamera an-, und abschrauben kann. Wenn ich alles abschraube ist die Kamera wirklich ganz klein und handlich und ich könnte sie so sogar an eine Drohne oder einen Gimbal schrauben. So kann ich für lange Zeit ganz weiche Bewegungen machen und es krampft überhaupt nicht im Arm.

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7. Gutes Preis-Leistungsverhältnis

Natürlich gibt es alle diese Eigenschaften auch in anderen Kameras aber bei der Sony PWX-FS5 ist das Preis-Leistungsverhältnis wirklich top. Ich habe für die Kamera 6170 CHF bezahlt, inkl. Objektiv und kleiner Akku.

Nachteil: Fehlendes parfokal Objektiv

Das Kit-Objektiv ist nicht parfokal. Das bedeutet: Wenn ich in Interview aufnehme und das Gesicht schön scharf einstelle darf ich den Bildausschnitt nicht mehr verändern. Denn wenn ich zum Beispiel ein Stückchen zurückgehe, verändert sich das Bild und wird unscharf, ausser ich ziehe den Fokus gleichzeitig manuell nach.

Das ist für mich eine sehr grosse Umgewöhnung. Alle meine früheren Kameras liessen den Fokus an der gleichen Stelle, auch wenn ich einen Zoom veränderte. Bisher habe ich bei eine Interview die Schärfe jeweils „selber“ gestellt. Ich habe auf das Auge meines Interviewpartners gezoomt, das Auge scharf gestellt und dann zurück gezoomt, dann wusste ich, dass die Augen scharf sind. Wenn ich da mit meiner neuen Kamera mache, sind die Augen nach dem zurück zoomen nicht mehr scharf.

Ich habe bei der Kamera einen Magnifier-Knopf, wenn ich diesen betätige, macht die Kamera einen digitalen Zoom auf das Auge, dann wird der Fokus nicht verschoben. Das Problem ist, dass die Bildqualität durch den digitale Zoom stark abnimmt, das Bild beginnt etwas zu rauschen. Es ist sehr schwierig zu sehen, ob dieses Bild wirklich scharf ist.

Beim Video unten siehst Du, wie stark sich der Fokus verändert, wenn ich hinaus zoome:

Verlagerung vom Fokus beim Zoomen

Peaking, der verlässliche Retter

Die Kamera hat eine Peaking Funktion. Wenn ich diese im Menue aktiviere, zeigen mir feine, blaue Linien, wo die Schärfe/der Fokus liegt. Ich habe jeweils ein komisches Gefühl im Magen, wenn ich mich auf diese Streifen und nicht auf meinen Sehsinn verlassen muss. Aber ich kann mich auf das Peaking verlassen. Die Bilder waren wirklich scharf, wenn ich das Peaking auf die richtige Stelle gelegt habe.

Andere Objektive austesten

Mit anderen Objektiven werde ich „den Makel“ vielleicht beheben können. Das muss ich zuerst noch ausprobieren. Mit meinem Speed Booster von Metabones kann ich auch Objektive von Canon auf meine Sony setzen. Da werde ich die Möglichkeiten auf jeden Fall austesten.

Meine Videoausrüstung für die Reise: Handlich und professionell

Im Sommer haben wir eine tolle Reise geplant: Mit meiner Familie reise ich für drei Wochen im Minibus durch die Mongolei. Jurten und endlose Landschaften – das will ich natürlich auf meiner Kamera festhalten.

 

In meinen Koffer packe ich…

 

Statt viel Gepäck in unserem Bus zu stapeln nehme ich lieber eine kleine und effiziente Kameraausrüstung mit.

 

…Meine Panasonic Lumix DMC GH4R Systemkamera

panasonic_dmc_gh4kbody_lumix_dmc_gh4_mirrorless_micro_1028453Eine sehr praktische Kamera, da ich damit sowohl filmen als auch fotografieren kann. Sie ist klein und handlich und ich kann sie deswegen leicht im Handgepäck mitnehmen. Meine grosse Kamera lasse ich diesmal gerne zu Hause.

 

Im Gegensatz zu den meisten Spiegelreflexkameras ist diese Kamera auch aufs Filmen ausgelegt: Bei dieser Kamera kann ich die Zebra Funktion einschalten, die mir mit Strichen auf dem Display hilft, die Belichtung des Bildes einzuschätzen. Dank des Peakings weiss ich immer wo der Fokus / die Schärfe liegt. So kann ich ganz einfach ein professionelles Video aufnehmen. Ausserdem kann ich mein Mikrofon direkt and die Kamera anschliessen, falls ich mal ein Interview aufnehmen möchte.

 

…Panasonic Lumix 12-35mm f2.8 Objektiv

 

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Dieses Objektiv deckt fast alle Bedürfnisse ab. Ich kann zwischen Weitwinkel und Telebereich wechseln, muss also nicht in jeder Situation das Objektiv wechseln. Der Bildstabilisator und der Autofokus funktionieren sehr gut mit diesem Objektiv. Die Bilder sind scharf und mit der F2.8 Blende bringe ich einiges an Tiefenunschärfe hin.

 

… Zoom Objektiv

 

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Ich warne in meinen Workshops zwar immer vor dem Zoom und sage, der Zoom sind unsere Füsse. Wenn wir also etwas von Nahem sehen wollen, gehen wir zum Objekt hin. In der weiten Natur kann das allerdings schwierig werden. Für den Fall, dass wir wilde Tiere in der Ferne entdecken muss also mein Zoom Objektiv auch mit ins Gepäck.

… Variabler ND Filter

 

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In der Mongolei scheint im Sommer die Sonne ziemlich stark und hell. Das beudeutet, ich muss die Blende eher zu machen, damit nicht zu viel Licht auf mein Bild kommt und es überbelichtet. Mit geschlossener Blende geht mir jedoch die Tiefenunschärfe verloren. Die Lösung dafür bietet mir ein Filter, der auf verschiedene Objektive passt. Dieser Filter (von Hama, ND2-400) wirkt sozusagen wie eine Sonnenbrille für meine Kamera. Dann bringe ich trotz hellem Licht eine schöne Tiefenunschärfe hin.

… Einbeinstativ

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Vor Kurzem habe ich über die Wichtigkeit von Stativen geschrieben. Ich nehme ein Einbeinstativ von Manfrotto mit. Ich kann es bei Wanderungen aussen an meinen Rucksack schnallen. Mit einer Maximalhöhe von 166.5 cm komme ich bei den meisten Leuten noch auf Augenhöhe. Das bewegliche Gelenk im Fuss gibt mir ein wenig Bewegungsfreiheit.

 

…RØDE VideoMic Pro R und Windschutz

 

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Normalerweise reicht das eingebaute Mikrofon in der Kamera für sogenannte „Ambi“, aber im Wind wird es schwierig. Um diese „Chrosen“ vom Wind zuverhindern, braucht es einen Windjammer, den kann man am besten einem zusätzlichen Ambi-Mik anziehen.

… Lavaliermikrofon mit Kabel

 

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Das VT506 Video von Voice Technologies of Switzerland kommt auch mit, damit ich unterwegs auch Interviews führen kann. Es hat ein Kabel, mit dem ich es direkt in meiner Kamera einstecken kann.  Mit dem 5m Kabel bin ich recht flexibel. Es ist aber nicht nur platzmässig viel einfacher als eine Funkstrecke, sondern auch rechtlich: Für Funkstrecken muss man je nachdem eine Bewilligung einholen und das kann ganz schön kompliziert werden.

Um Windgeräusche auf Interviews zu vermeiden, nehme ich noch ein kleine Katzen mit: 

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…Akkus und SolarBooster

 

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Für die GH4R nehme ich zwei Akkus mit. Die sind klein und leicht und ich kann mit einer Batterie mehr als eine Stunde filmen. Da wir unterwegs oft in Jurten ohne Steckdosen übernachten, nehmen wir einen SolarBooster mit. Den erzeugten Strom laden wir in eine Powerbank, dort kann ich mein Akku Ladegerät anschliessen und meine Batterien wieder füllen.

 

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Was denkst Du zu dieser Reise-Videoausrüstung? Klein und leicht ist sie nicht unbedingt. Aber mit diesem Set bin ich für alles gerüstet und kann trotzdem die ganze Ausrüstung ins Handgepäck und auf jede Wanderung mitnehmen.

Hand- oder Lavaliermikrofon: Wofür eignet sich welches Mikrofon?

Für guten Ton sorgen entweder ein Mikrofon, das du in der Hand hältst, oder ein Lavaliermikrofon, das du am Kragen der sprechenden Person befestigst.

Als Videojournalist ist man in der Regel alleine unterwegs und arbeitet deshalb mit einem der beiden Mikrofone. Beide haben Vor- und Nachteile.

Das Handmikrofon: Vor- und Nachteile und worauf du achten musst

Das Handmikrofon ist ein typisches Interview-Mikrofon. Das heisst: du stellst die Fragen, dein Interviewpartner antwortet und dabei führst du ihn, indem du ihm das Mikrofon hinhältst. Du entscheidest dadurch, wer wann redet und kannst beispielsweise auch eine Antwort unterbrechen oder nachhaken.

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Das Hand-Mik sorgt für den sichersten Ton. Damit das gelingt, hältst du es etwa zehn Zentimeter unters Kinn. So hast du kein Mikrofon im Gesicht und dennoch einen optimalen Ton, selbst bei Lärm rundherum.

Nachteile des Handmikrofons: Man hat die Hand nicht mehr frei und das Mikrofon ist aufgrund seiner Positionierung nahe am Gesicht auch im Bild zu sehen. Bei einer Strassenumfrage passt das auch, bei einem Personenporträt eher nicht.
Handmik darf im Bild sein, wenn man ein wenig von den Fingern sieht, ist es auch noch ok. Es sollte aber nicht der Arm des Reporters im Bild sein. Bei klassischen Interviews ist man deshalb relativ nah beim Interviewpartner. Möchtest du von weiter weg filmen, damit beim Porträtierten auch die Umgebung wahrgenommen wird, empfehle ich ein Lavaliermikrofon.

Das Lavaliermikrofon: Vor- und Nachteile und worauf du achten musst

Das Lavaliermikrofon eignet sich am besten für längere Gespräche und für ein Videoporträt einer Person. Die Vorteile liegen wörtlich auf der Hand: Du hast die Hände frei, das Mikrofon fällt weniger auf und du kannst wie erwähnt auch von weiter weg filmen. Du musst nur zu Beginn darauf achten, dass das Mikrofon an der richtigen Stelle angebracht ist, danach musst du dich nicht mehr darum kümmern.

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Doch auch das Lavaliermikrofon bringt Nachteile mit sich: Gut hörbar sind nur die Antworten, weil nur dein Gesprächspartner ein Mikrofon hat. Deine Fragen sind  schlecht oder gar nicht hörbar. Zudem eignet sich das Lav-Mik nicht für Situationen, wo es lauter ist, zum Beispiel auf einer Baustelle, in Maschinenräumen oder neben einer vielbefahrenen Strasse. Es nimmt mehr Umgebungsgeräusche auf, weil es weiter unten als das Handmik ist und von der Charakteristik her mehr Umgebungsgeräusche aufnimmt.

So nutzen Profis das Lavaliermik

Das Lavaliermikrofon gibt es mit Kabel und mit Funk. Die Profis arbeiten meistens mit Funkstrecken. Funk hat den Vorteil, dass sich der Referent oder Gesprächspartner frei bewegen kann, ist aber wesentlich teurer als ein Lavalier-Mik mit Kabel.

Eine gute Lösung mit Kabel ist das iRig Mic Lav, das es auch im 2er-Pack gibt. Damit löst du auch gleich das Problem, dass die Fragen im Gespräch nicht gut zu hören sind: Ein Mikrofon gibst du dem Interviewpartner, das andere nutzt du selber. In meinem Blogpost „iRig Mic Lav 2 Pack – ideal für Interviews unterwegs“ stelle ich das iRig vor.

Mikrofonvorschläge in meinem Ratgeber

In meinen beiden Ratgeber „Video-Ausrüstung Smartphone“ und „Video-Ausrüstung Videocam“ findest Du Kaufvorschläge für Handmikrofone und Lavaliermikrofone. (Für das Smartphone gibt es auch einen Ratgeber mit Links für LeserInnen aus Deutschland).

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Mit dem Stativ gegen Seekrankheit und andere Ablenkungen

Verwackelte Bilder sind zwar in Mode, die „Shaky Camera“ muss aber den Inhalt und das Genre des Filmes unterstützen. Sonst wirkt der Film unprofessionell und die Kameraführung lenkt vom Inhalt ab. Ein Plädoyer für das Stativ.  

Stabil? Mit Stativ!

Oft sehe ich Videos, die sehr verwackelt sind. Vor allem bei Interviews mit unruhiger Kameraführung werde ich fast seekrank. Ein gutes Mittel gegen diese Seekrankheit ist das altbewährte Stativ. Damit wird das Bild viel klarer und direkter und ich höre dem Interviewten zu. 

Heutzutage wird das Stativ häufig „oldschool“ oder langweilig genannt. Im Kino erlangte man schon vor einigen Jahren den Höhepunkt der „Shaky Kamera“. Spätestens seit Filmen wie „Der Ewige Gärtner“ ist das instabile Bild in Mode und wird gerne als Stilmittel eingesetzt. Jedoch muss man dabei bedenken: Ein professioneller Kameramann mit teurer und schwerer Schulterkamera filmt komplett anders als ein Amateur, der sein Smartphone nicht ruhig halten kann. 

Lieber Vorbereitung als Nachbearbeitung

Die Stabilisatoren in Kameras und Smartphones werden ständig verbessert. Jedoch sind sie noch nicht so ausgereift, dass sie ein schwankendes Bild immer ausgleichen können. Kameras wie Sony FDR-AX53 (4K Videocam) haben mittlerweile einen physischen Stabilisator, den kann man bei einem Blick auf die Linse erkennen. Ein physischer Stabilisator gleich am schönsten aus. 

Man kann das Video auch im Nachhinein in der Postproduktion stabilisieren. Doch das gibt schlussendlich immer mehr Aufwand und meistens sieht man die Nachbearbeitung dann doch. Ein digitaler Stabilisator kann eine Art Wellen ins Bild geben. 

Stabilisations-Möglichkeiten für das Smartphone

Man kann das Smartphone auf ein Stativ stellen. Dafür gibt es mehrere Adapter mit denen man das Gerät fixieren kann (kann bei mir bestellt werden). Das ergibt ein schönes, konzentriertes Bild, was sich besonders für Interviews sehr gut eignet.

Natürlich ist der grosse Vorteil von Smartphones, dass man es immer dabei hat. Falls man aber spontan kein Stativ zur Hand hat, kann man auf andere Tricks zurückgreifen um das Bild zu stabilisieren, wie Du auf den Fotos unten siehst:

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Das Bild wird auch viel ruhiger wenn du während dem Filmen deine Arme gegen die Rippen drückst. Dann gibt es noch den Schnurtrick, über den ich bereits geschrieben habe.

Alle anderen Kameras haben an der Unterseite Gewinde mit denen sie sich am Stativ befestigen lassen.

Wichtigsten Kriterien beim Stativ

Bei der Wahl des richtigen Stativs gilt es einige Faktoren zu beachten. Zuerst unterscheidet man zwischen einem Foto-, und einem Videostativ. Der Unterschied hierbei ist, dass sich der Kopf des Videostativs schwenken lässt . Die Qualität dieses Stativkopfes macht auch den Preisunterschied aus. Je teurer das Stativ, desto schöner lässt sich der Stativ-Kopf bewegen.

Ein weiteres Kriterium bei der Wahl des richtigen Statives ist die Grösse. Die allermeisten günstigen Stative lassen sich bis zu 1.40 Metern ausziehen. Das bereitet allerdings Probleme wenn mein Interviewpartner 1.80 Meter gross ist und ich ihn auf Augenhöhe filmen möchte.
Ein Stativ, das ich sehr empfehlen kann ist das Velbon DV- 7000N. Es lässt sich sehr gut drehen, ist gross und stabil und gleichzeitig günstig im Preis. Es mag nicht das leichteste Modell sein, erfüllt aber alle Kriterien und bietet ein gutes Preis-Leistungsverhältnis.

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Die Mittelstange für schnelles Arbeiten

Früher hatte ich ein Profi-Stativ von Acer. Ich legte mir dann aber ziemlich bald ein neues Stativ von Manfrotto zu. Der Unterschied ist vor allem: Bei meinem Manrotto Stativ habe ich eine Mittelstange. mit der ich die Höhe mit einer Bewegung verändern kann. Das bedeutet in einem Interview kann ich die Höhe ganz schnell verstellen und muss nicht mehr an allen drei Beinen herumschrauben. (Das Velbon DV-7000N hat auch eine Mittelstange. )

Mit diesem Manfrotto Stativ und diesem Kopf dazu (Bild unten siehst Du das gesamte Stativ) bin ich sehr happy. Es ist leicht, der Kopf dreht super, es liegt wunderbar in der Hand und mit der Schnellwechselplatte kann ich die Kamera sekundenschnell vom Stativ wegnehmen. (MVH500A Neiger, Carbon-Stativ)

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Einbeinstativ wenn es schnell gehen soll

Ebenfalls sehr praktisch wenn man unter Zeitdruck filmt ist das Einbeinstativ. Ich bin sehr schnell und habe trotzdem eine gute Stabilisation.

Mit dem Einbeinstativ sind ein paar coole Tricks möglich, wie die Leute von Vimeo Dir in diesem Video zeigen:

Es gibt natürlich auch ganz andere Mittel zur Stabilisierung, wie zum Beispiel Gimbals. Anfänger tendieren jedoch dazu, beim Filmen zu viel Bewegung im Bild zu haben, wenn es gar nicht zum Inhalt passt. Deshalb bringt der Schritt zum Stativ oft eine grosse Qualitätssteigerung, weil das Bild plötzlich kotrolliert ist. 

In meinem Ratgeber „Ausrüstung Smartphone“ findest Du auch meine Stativ-Empfehlung und den Adapter für das Smartphone.

 

 

Welche Kamera eignet sich für welchen Einsatz?

Webcam, Smartphone, Spiegelreflexkamera und Co.: Wir haben heute unzählige Möglichkeiten, um zu filmen. Eine Kamera, die sich für nahezu jeden Zweck eignet, gibt es nicht. In diesem Blogpost zeige ich dir die unterschiedlichen Vor- und Nachteile, damit du für jeden Einsatz die beste Kamera zur Hand hast.

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Webcam:

Die Webcam hat den Vorteil, dass ich sie stehen lassen kann und somit nicht jedes Mal neu einrichten muss, wenn ich beispielsweise ein Tutorial aufnehme. Die Handhabung ist sehr einfach und mit Quicktimeplayer ist das Video schnell aufgenommen – und die Datei habe ich auch gleich auf dem Computer.

Allerdings empfehle ich eine externe Webcam und nicht etwa die eingebaute zu verwenden: Dadurch kannst du die Webcam mit einem Stativ auf die richtige Höhe bringen und dich somit optimal ins Bild setzen. In einem früheren Blogbeitrag „Wie setze ich mich richtig ins Bild“ zeige ich dir die richtige Positionierung der Webcam.

Zudem ist die Bildqualität bei einer externen Webcam deutlich besser als bei einer eingebauten. Bei Aufnehmen sehe ich auf dem Bildschirm das Bild und kann beispielsweise mithilfe von Apps wie „Webcam Settings“ manuelle Einstellungen vornehmen.

Die Webcam hat aber auch Nachteile: Sie ist nur mit dem Computer einsetzbar, den Ton muss ich  über den Computer regeln und die Webcam kann ich nur fix an einem Platz verwenden. Für unterwegs ist sie nicht geeignet.

Smartphone:

Das Smartphone punktet damit, dass ich es immer dabei habe und damit alles festhalten kann. Mit ergänzenden Apps wird das Smartphone zum kleinsten Videoproduktionsgerät der Welt. Wie du dieses erfolgreich einsetzt, zeige ich dir in meinem videoworkshop.ch.

Aufgenommene Videos kann ich bei Bedarf direkt auf dem Smartphone nachbearbeiten und ins Internet laden. Auch Livevideos von überall sind möglich dank Apps wie Periscope und Facebook live.

Die Kompaktheit bringt aber auch Nachteile: Es gibt keinen optischen Zoom, wir haben nur eine kleine Linse und einen kleinen Chip. Damit bedingt haben Smartphone eine geringe Lichtempfindlichkeit, ermöglichen wenig Tiefenunschärfe und die Bildqualität lässt bei schlechten Lichtverhältnissen deutlich nach. Auch was den Speicherplatz und die Akkulaufzeit betrifft, gibt es Einschränkungen.

Ein wesentlicher Nachteil ist für mich aber: Ich kann das Display nicht drehen, beispielsweise für Selfie-Videos. Ich könnte zwar die Frontkamera verwenden, diese hat aber eine viel schlechtere Auflösung. Deshalb nehme ich Videos möglichst mit der Hauptkamera auf. Doch wenn ich ein Tutorial aufnehme und mich selber filme, ist das ein Problem, da ich nicht vor und hinter der Kamera gleichzeitig stehen kann. Ich weiss dann nicht, wie der Bildausschnitt aussieht. Also muss ich den Aufnahmeknopf drücken, mich vor die Kamera stellen, „hallo“ sagen und wieder hinter die Kamera gehen und im Video nachschauen, ob ich am richtigen Ort stand…

Sobald jemand anders die Kamera bedient, fallen diese Probleme weg.

Videocam:

Auch die Videocam ist klein und handlich, so dass wir sie gut in der Handtasche dabei haben können. Sie bietet im Gegensatz zum Smartphone einen optischen Zoom. Auch den Speicherplatz und die Akkulaufzeit kann ich beliebig erweitern, indem ich das Speichermedium oder den Akku wechsle.

Die möglichen Nachteile von Videocams hängen stark vom Modell ab. So haben beispielsweise eher günstigere Modelle keine Buchse für ein externes Mikrofon. Auch bieten Videocams wenig Möglichkeiten für manuelle Einstellungen: Je nach Modell gibt es keinen manuellen Fokus, so dass die Kamera bei Interviews oft den Fokus auf den Hintergrund wechselt und nicht das Gesicht der interviewten Person fokussiert.

Deshalb lohnt es sich, beim Kauf einer Videocam genau hinzuschauen. Achte unbedingt darauf, dass die Kamera einen Mikrofon-Eingang hat und du den Fokus manuell fixieren kannst.

Kleiner Fotoapparat:

Die Vorteile eines kleinen Fotoapparates sind vergleichbar mit denen einer Videocam: Der Fotoapparat ist klein und leicht, hat einen optischen Zoom und Speicher sowie Akku sind beliebig erweiterbar.

Allerdings gilt zu bedenken, dass Fotoapparate primär dem Fotografieren dienen. Dies bringt einige Einschränkungen mit sich: Wir haben eine begrenzte Aufnahmedauer, oft sind maximal zehn Minuten möglich pro Clip.  Zudem fehlt in der Regel die Möglichkeit, ein externes Mikrofon anzuschliessen.

Spiegelreflexkamera / Systemkamera mit Wechselobjektiven

Die Vor- und Nachteile einer Spiegelreflexkamera oder einer Systemkamera mit Wechselobjektiven hängen stark vom Modell ab.

Grundsätzlich gilt für diese Kameras: Sie haben eine gute Lichtempfindlichkeit und die Aufnahmen haben schöne Farben. Für schöne Bildgestaltung können wir verschiedene Objekte einsetzen, viel Tiefenunschärfe ist möglich. Beim Filmen können wir den Fokus fixieren und es sind manuelle Einstellungen sowie eine gute Kontrolle über das Bild möglich. Mit zusätzlichen Speichermedien und Zusatz-Akkus sind Speicherplatz und Akkulaufzeit beliebig erweiterbar.

Die Spiegelreflexkamera und Systemkamera eignen sich eher für szenisches Arbeiten. Die Arbeit mit diesen Kameras ist eher langsam, wenn man mit verschiedenen Objektiven arbeitet. Je nach Modell reagiert der Fokus langsam, da die Kameras aufs Fotografieren ausgelegt sind. Zum Teil fehlt eine Buchse für ein externes Mikrofon. Auch wenn eine Buchse da ist, gibt es nur eine Audiospur.

Weitere Nachteile: Es gibt keine ND-Filter (Neutraldichtefilter); bei starkem Sonnenlicht muss man zusätzliche Filter montieren oder mit grossen Blendenzahlen arbeiten und somit auf die Tiefenunschärfe verzichten. Auch ist die Kontrolle über die Belichtung manchmal schwierig, da Hilfsmittel wie Zebra oder Histogramm auf dem Display fehlen.

Wie auch beim Fotoapparat gibt es bei der Spiegelreflexkamera die begrenzte Aufnahmedauer von 10 Minuten.

Unterschied zwischen Systemkamera und Spiegelreflex:

Die Fotografen führen da eigene Diskussionen, aber auf einer Ebene, die beim Filmen etwas anders ist.

Die grossen Unterschiede liegen vor allem bei der Grösse und dem Preis. Systemkameras sind eher leichter, kleiner und vor allem günstiger. Sie bieten beim Filmen jedoch für weniger Geld meistens mehr Vorteile: Längere Aufnahmedauer bis zu 30 Minuten sind möglich; die Kameras eignen sich somit für längere Interviews oder fürs Aufzeichnen von Referaten. Grössere Systemkameras haben zudem fast immer einen Mikrofoneingang und eine Kopfhörerbuchse.

ENG, Electronic Newsgathering Camera / VJ Camera

Als letzte Variante stelle ich dir noch die VJ-Kamera beziehungsweise die „Electronic Newsgathering Camera“ vor.

Die ENG-Kamera bietet eine gute Lichtempfindlichkeit und ermöglicht mir manuelle Einstellungen und Kontrolle über das Bild. Ich kann den Fokus fixieren, habe praktisch unbegrenzt Speicherplatz und kann den Akku bei Bedarf austauschen.

Je nach Format und Speichermedium kann ich bis zu zwei Stunden am Stück filmen, was beim Dokumentieren einer Veranstaltung von Vorteil ist. Anders als bei der Spiegelreflexkamera habe ich zwei Audiospuren, verschiedene ND-Filter und einen grossen Zoom. Dank grossem Zoom kann ich an Veranstaltungen von hinten filmen, ohne den Gästen im Sichtfeld zu stehen. Zuletzt bietet mir die VJ-Kamera verschiedene Hilfsmittel wie Zebra, Histogramm oder die Anzeige des Audiopegels, so dass ich schon beim Filmen die volle Kontrolle über Bild und Ton habe.

Die vielen Vorteile der ENG-Camera bringen auch einige Nachteile mit sich: Die Kamera ist gross und schwer sowie teuer. Sie bietet im Vergleich mit einer Spiegelreflexkamera wenig Tiefenunschärfe und liefert kein „cineastisches Bild“. Aufnahmen einer Spiegelreflexkamera sind oft schöner, die Farben, die Kontraste, die Bewegungen…

Ein wesentlicher Nachteil der VJ-Kamera: Es braucht Erfahrung, um damit arbeiten zu können. Wer ungeübt ist mit den manuellen Einstellungen, ist mit einem Smartphone oder einer Videocam besser bedient.

Zusammenfassung

Die Übergänge zwischen den verschiedenen Kameras sind natürlich fliessend und die beschriebenen Vor- und Nachteile hängen stark vom jeweiligen Modell ab.

Damit du für jeden Verwendungszweck stets die am besten geeignete Kamera zur Hand hast, habe ich dir in der folgenden Tabelle nochmals alle Vor- und Nachteile zusammengestellt, die ich mit den verschiedenen Kameras erlebt habe:

Kamera_ZusammenfassungVerwandte Beiträge:

Videos schnell produzieren mit Instagram, VivaVideo oder Google Photos

Kürzlich las ich in einem Artikel der Washington Post, dass im Jahr 2020  80 Prozent des Inhaltes im Internet Videos sein werden. Das heisst, es werden immer mehr Videos produziert und veröffentlicht.

Das freut mich, denn Videos herzustellen ist toll und macht Spass – ist aber auch sehr aufwendig. Du brauchst eine Idee oder eine Geschichte, die du erzählst. Du machst dir Gedanken, wie du diese erzählst und filmst. Doch vor allem die Postproduktion, also die Nachbearbeitung, beansprucht sehr viel Zeit. Und oft bleibt der Film dort liegen. 

Es gibt zum Glück einige Apps, mit denen du bereits beim Filmen die Postproduktion vornimmst. In meinem letzten Blogpost „Mit Snapchat Videogeschichten produzieren“ habe ich Snapchat als „Videoproduktions-App“ kurz vorgestellt. Es gibt aber auch weitere Möglichkeiten, rasch und einfach Videos zu produzieren. Drei dieser Möglichkeiten stelle ich in diesem Blogpost vor.

Bestelle ein PDF mit einer Übersicht über die Apps für eine schnelle Postproduktion

Instagram: Clips im quadratischen Format

Instagram ist ja vor allem für Fotos bekannt, doch ist es auch möglich, Videos zu veröffentlichen. Diese durften früher maximal 12 Sekunden lang sein, seit kurzem sind 60 Sekunden erlaubt.
Das Tolle an Instagram ist, dass ich den Schnitt bereits beim Filmen machen kann. Hierfür tippe ich auf den blauen Auslöse-Button, wähle „Video“ aus, tippe auf den roten Kreis und halte diesen gedrückt, um mit der Aufnahme zu beginnen. Nehme ich den Finger vom Kreis, halte ich die Aufnahme an. Sobald ich den Kreis wieder gedrückt halte, kann ich die Aufnahme fortsetzen und den nächsten „Videoshot“ aufnehmen. Der zweite Shot wird gleich an den ersten gereiht, dazwischen ist „ein Schnitt“.

Du siehst, der Aufwand ist sehr klein, weil du keine andere App oder Software brauchst, um die Clips zu einem Video zusammenzufügen. Falls erwünscht, kann ich einen Filter über das Video legen und das Video anschliessend gleich hochladen.

Eine Besonderheit ist, dass die Videos bei Instragram quadratisch sind. Nach dem Veröffentlichen kann ich das Video bei mir abspeichern und weiterverwenden.

 

VivaVideo: Filmen und Schneiden mit einer App

Es kann aber auch sein, dass ich ein Video nicht erst veröffentlichen will, damit ich es abspeichern kann. Diese Möglichkeit bietet VivaVideo. Diese App gibt es sowohl für iPhones, als auch für Android-Geräte. VivaVideo funktioniert sehr ähnlich wie Instagram: Auch hier filme ich einzelne Sequenzen, welche sich gleich automatisch aneinanderreihen. 

Anders als bei Instagram kann ich die Sequenzen im Nachhinein aber auch nochmals kürzen oder die Reihenfolge ändern. Ich kann VivaVideo also fürs unmittelbare Filmen und Schneiden in einem Schritt verwenden, aber auch als „Schnittapp“ mit den Funktionen, die ich beispielsweise von iMovie kenne.

Bei Bedarf kann ich einen Filter darüber legen, Text hinzufügen oder mit Musik ergänzen – Letzteres ist bei Instagram nicht möglich. Du siehst, VivaVideo bietet mehr Möglichkeiten als Instagram. Und dass ich das Video nicht erst veröffentlichen muss, um es abspeichern zu können, ist für mich ein sehr grosser Vorteil. Erst kürzlich habe ich unsere Kids gefilmt, um es ihrem Papi zu schicken. Gerade bei privaten Aufnahmen will ich das Video nicht veröffentlichen, sondern direkt privat versenden.

Wenn du die kostenlose Version von VivaVideo nutzt, hat das Video ein kleines Wasserzeichen unten rechts. Es gibt aber auch eine Pro-Version und ich nehme an, dass das Wasserzeichen dort wegfällt.

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Google Photos Auto Awesome: So awesome kann Filmemachen sein

Die allerschnellste Variante, um Videos zu produzieren, ist die Funktion „Auto Awesome“ von Google Photos. Das funktioniert so: Wenn du mit deinem Smartphone Fotos machst, kannst du diese direkt in Google Drive speichern. Wenn du an einem Tag viele Fotos und Videos hochlädst, macht Google daraus eine Fotostrecke beziehungsweise ein Video daraus. Das heisst, ich sammle einfach alle Bilder und Google übernimmt den Schnitt.

Den Film kann ich im Nachhinein bearbeiten, ich kann weitere Fotos hinzufügen oder verwendete Fotos wieder rausnehmen. Google fügt übrigens auch Musik hinzu oder legt einen Filter über den Film.

Ich habe hier ein Beispiel von einem solchen Auto Awesome Video:

Dieses Material schnitt ich auch im iMovie, um die App auf dem iPhone vorzustellen.  Was mich erstaunt: Das automatisch erzeugte Video von Google ist sehr ähnlich wie das, das ich manuell geschnitten habe. Die Unterschiede: Ich habe keinen solchen Weichfilter verwendet, weil mir harte Übergänge besser gefallen. Auch habe ich die Umgebungsgeräusche drin gelassen, weil ich es schön finde, wenn man hört, wie die Kinder reden oder wie das Wasser plätschert. Es hat einige „Anschlussfehler“ im Schnitt. Wenn ich den Beitrag manuell schneide, versuche ich natürlich solche Schnitte zu vermeiden.

Aber der manuelle Schnitt braucht Zeit und im Alltag kommt es oft vor, dass ich gar nicht dazu komme, das gesammelte Material zu einem Video zu verarbeiten. Deshalb finde ich Google Photos Auto Awesome eine gute Möglichkeit, rasch und gratis meine Videos von Google zusammen schneiden zu lassen, um unsere Erinnerungen festzuhalten.

Übrigens kann ich die Videos von Google im Nachhinein nochmals bearbeiten. Das heisst, ich kann mir die meiste Arbeit abnehmen lassen und später Anpassungen vornehmen.

Fazit

Mit Instagram, VivaVideo und Google Photos Auto Awesome ist es ein Kinderspiel, kurze Videoclips zu produzieren. Vor allem für kleine „Stimmungsberichte“ eignet sich diese Art von Videoschnitt.

Willst Du aber volle Kontrolle über Deine Postproduktion, den Ton bearbeiten, den Schnitt auf die Musik anpassen, Clips rausschneiden, andere wieder einsetzen usw., dann empfehle ich Dir iMovie für das iPhone.  Für Android ist VideoShow eine Variante.

Bestelle ein PDF mit einer Übersicht über die Apps für eine schnelle Postproduktion

Mit Snapchat Videogeschichten produzieren

In meinem Blog-Beitrag „Darf mein Video Hochformat sein“, wies
ich auf die Hochformat Videos in Snapchat hin. Unterdessen habe ich auch meine ersten Hochformat Videos produziert.

Spannend finde ich vor allem die Möglichkeiten, in Snapchat mit Bildern Geschichten zu erzählen.

Mein Video im Hochformat:

Kurz und knackig wie Chicorée

Die Videoproduktion mit Snapchat hat viele Vorteile. Weil ich Videos höchstens sechs Sekunden lang aufnehmen kann, bin ich zur Kürze gezwungen. Dies macht die kurzen Videos schön dynamisch und bringt ausserdem einen natürlichen Schnitt.

Nach der Aufnahme kann ich ganz einfach ein Filter oder Ikon auf mein Video legen und sogar mit meinem Finger darauf schreiben (Zum Beispiel „En Guete“ wie in meinem Video) oder mit der Tastatur die Rezeptangaben.

Schnell produziert, schnell veröffentlicht

Charakteristisch für Snapchat ist, dass jedes Bild und Video gleich nach der Aufnahme veröffentlicht wird. Meine Freunde können so also jedes einzelne Bild immer anschauen bevor die Geschichte komplett ist.

Das heisst ich muss jedes aufgenommene Video und Bild mit Filter, Logo und Signatur „überziehen“ und danach sofort veröffentlichen, sonst ist es weg.

Meine Bilder werden auf Snapchat nach 24 Stunden gelöscht. Ich kann mir die Story aber als Film herunter laden und speichern.

Abenteuer einfach festhalten

Normalerweise halte ich mich sehr zurück, Bilder oder Videos meiner Kinder zu posten. Da es aber auf Snapchat nach 24 Stunden gelöscht wird, veröffentliche ich ab und zu auch Bilder von ihnen. Vor allem wenn ich die Geschichte nachher herunterlade und als Erinnerung abspeichere. 
 Zum Beispiel habe ich über Ostern mit meiner Familie ein Iglu-Abenteuer erlebt und mit Snapchat gefilmt.
Danach konnte ich den Film speichern und über WhatsApp meinen Eltern schicken.
Für Ferienerinnerungen sehr erholsam und erfrischend: Nach dem Filmen muss ich nicht noch schneiden, sondern meine Produktion ist gleich fertig.
Mein Bruder konnte auf seinem Samsung-Gerät aber nur die halbe Geschichte anschauen. Zwischendurch hatte das Bild Störungen. Die Technologie funktioniert noch nicht überall einwandfrei.

 

Snapchat Basics

Wenn Du Snapchat noch gar nicht kennt, zeigt Dir mein Mann in diesem Video, wie es funktioniert:

Anbei noch ein sehr interessanter Beitrag über die Herausforderungen beim vertikalen Filmen:
Wie es National Geographic und andere machen

Ein Leitfaden für vertikales Filmen:
Australisches VERTICAL FILM FESTIVAL  

iRig Mic Lav 2 Pack mit Zubehör – Das Mikrofonset für alle Fälle

Vor wenigen Wochen habe ich den Beitrag  iRig Mic Lav 2 Pack – ideal für Interviews unterwegs veröffentlicht.

Daraufhin haben sich einige Leser mit Fragen an mich gewandt. Zwei Fragestellungen nehme ich gerne hier auf:

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Gibt es eine „2-Pack-Lösung“ für Videocams?

Ich gebe zurzeit eine Schulung bei Baur au Lac Vins. Die Mitarbeiter möchten gerne Videos mit Winzern aufnehmen. Die Ausrüstung soll möglichst handlich sein. Sie möchten mit einer Videocam filmen, spontan aber auch mit dem Smartphone Interviews aufnehmen. Ich erzählte ihnen vom iRig Mic Lav 2 Pack. Die Idee begeisterte, aber es kam die Frage auf, ob es eine solche Lösung auch für eine kleine Videocam gibt.

Ich habe das nun ausprobiert und es gibt tatsächlich einen kleinen Adapter: RØDE SC3 TRRS zu TRS Adapter.

 

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Mit diesem Adapter kann das  iRig Mic Lav auch an eine Videocam oder DSLR Kamera angeschlossen werden.

Ich habe für „Baur au Lac Vins“ eine kleine Videoausrüstung zusammen gestellt. Für die Interviews gebe ich ihnen diese kleine Box ins Gepäck. In dieser Box sind alle Miks und Kabel für Interviews mit dem Smartphone UND der Videocam. 

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Inhalt: Das iRig Mic Lav 2 Pack, das kleinen Übergangskabel Rode SC3 und ein Verlängerungskabel, falls sie den Interviewpartner in einer weiten Bildeinstellungen (Halbnahe) aufnehmen wollen.

Kann ich das iRig mic Lav 2 Pack auch für Webinare einsetzen?

Ich habe es mit meinem MacBook ausprobiert. Ich habe mit dem Quick Time Player und dem iRig Mic Lav ein Video aufgenommen. Das Doppelmikrofon hat super funktioniert. Beim nächsten Webinar könnt Ihr also auch zu zweit vor dem Mac sitzen.

Auf dem PC konnte ich es nicht ausprobieren. Falls Ihr aber einen extra Mikrofon-Eingang habt, funktioniert es evt. in Kombination mit dem Rode SC3 Kabel.

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Kombinationsmöglichkeiten für das iRig Mic Lav 2 Pack

In die kleine Box bringe ich die zwei Mikrofone, das Verlängerungskabel und den Adapter für die Kamera. Damit bin ich für fast alle Fälle gerüstet. Auf dem Bild unten zeige ich Dir die Kombinationen.

Gerne sende ich Dir das PDF auch als Mail. Auf der zweiten Seite findest Du die Links, damit Du die Produkte gleich bestellen kannst. (Schweiz oder Deutschland). Um das PDF zu bestellen, einfach auf das Bild unten klicken.

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Sharing is caring: Wie du Videos einfach versendest

Du hast ein tolles Video gedreht? Dann schick es deinen Freunden!

In meinen Video-Workshops und Kursen geht es hauptsächlich um die Produktion eines Videos. Eine häufig gestellte Frage ist jedoch: Wie kann ich mein Video nachher verschicken? Denn da es sich dabei meist um grosse Daten handelt, ist das gar nicht so einfach.

Es gibt vier verschiedene Möglichkeiten Videos zu verschicken
Im Folgenden erläutere jeweils deren Vor- und Nachteile. Ich empfehle Variante Vier.

1. Direkte Variante wie WhatsApp

Vorteil:
Scheint auf den ersten Blick die einfachste Variante, da ich auf diesen Wegen bereits mit Freunden kommuniziere und mit ihnen verbunden bin.  Das Versenden geht sehr schnell. Alle wissen wie es funktioniert.

Nachteil:
Du kannst nur kleine Videos versenden.

Beispiel Mail:
Die Grösse für den Anhang ist beschränkt. Selbst wenn mein Provider grosse Dateien senden kann, bedeutet das nicht, dass der Empfänger es auch sicher herunterladen kann. Grosse Dateien im Anhang verstopfen die Mailbox und sind deshalb nicht beliebt.

Beispiel Whats App:
Der Anhang darf nicht länger als 3 Minuten sein. Das Video liegt nachher auf dem Handy des Empfängers, wo es Platz braucht. Häufig wissen die Benutzer nicht, wo sie die Dateien löschen können.

2. Videoplattformen wie YouTube

Ein sehr praktisches Instrument um Videos zu verschicken ist YouTube. Dort kannst Du Videos auf „öffentlich“ stellen, damit jeder sie finden kann. Oder Du wählst für Dein Video „ungelistet“. Schicke den Link einem Freund. Nur wer den Link hat, kann das Video anschauen. Das Video erscheint sonst nirgendwo auf YouTube. 

Vorteil:
Auf diesem Weg braucht die Datei keinen Platz beim Empfänger. YouTube kennen die Leute, es ist einfach zu bedienen.

Nachteil:
Ganz private Inhalte würde ich nicht auf YouTube stellen, auch wenn sie „ungelistet“ sind. Jeder mit dem Link kann sie anschauen. Ein weiterer Nachteil ist, dass man natürlich Internet braucht um die Videos anzuschauen. Der Empfänger kann die Datei nicht bei sich ablegen.

 

3. Clouddienste

Vorteil:
Clouddienste bieten eine praktische Kombination, da man die Videos online anschauen, und sie bei Bedarf einfach herunter laden kann.

Nachteil:
Die Speichermöglichkeiten und das Datenvolumen sind begrenzt. Je nach Dienst und Browser finden die Empfänger oft die Download-Möglichkeiten nicht.

Ich habe schon einige Clouddienste eingesetzt, um Videos meinen Kunden zu schicken. Bei jedem Anbieter gab es Probleme.

Dropbox

Ich arbeite sehr gerne mit Dropbox. Ich habe fast alle meine Daten in der Dropbox gespeichert. Die Videos nicht, weil sie zu viel Speichervolumen brauchen.

Oft teile ich Dokumente über Dropbox, was problemlos funktioniert. Beim Teilen von Videos über Dropbox hatte ich aber verschiedene Probleme:

  • Wenn der Empfänger die Gratisversion Dropbox benutzt, kann er/sie eventuell die Datei nicht herunterladen, da das Video zu gross ist für den vorhandenen Speicherplatz.
  • Nach Videokursen habe ich schon mehreren Leuten auf einen geteilten Ordner Zugriff gegeben. Dropbox hat dann für eine Weile aus Sicherheitsgründen den Zugriff gesperrt, weil zu viel Aktivität herrschte.
  • Geschätzte 20% der Empfänger konnten nicht auf die Videos zugreifen, weil die Sicherheitseinstellungen auf dem Computer den Zugang blockierten.

Google Drive:

Dieser Anbieter bietet günstigen Speicherplatz und ein einfaches Handling.

Doch auch hier machte ich negative Erfahrungen:

  • Leute ohne Google Account hatten Mühe, aufs Material zuzugreifen.
  • Gleich wie bei Dropbox waren es gefühlte 20%, welche wegen Sicherheitseinstellungen das Video weder anschauen noch herunter laden konnte.

Amazon Cloud Drive

Für 60$ im Jahr bekomme ich unbegrenzten Speicherplatz. Die Uploadgrösse einer Datei ist begrenzt auf 2 GB. Die meisten meiner Kundenvideos sind kleiner.

Auch bei Cloud Drive kann ich ein Video freigeben und dem Empfänger den Link schicken. Bis jetzt konnten die meisten Leute ohne Probleme die Videos aus meiner Cloud Drive herunterladen. Aber keine Regel ohne Ausnahme: Auch hier gab es manchmal Probleme mit den Sicherheitssystemen.

4. Transfer Dienst wie WeTrasfer

Heute nutze ich meistens WeTransfer um Videos zu verschicken. Dazu öffne ich einfach die Website wetransfer.com, gebe die Email-Adresse des Empfängers ein und wähle das Videos aus. Dazu kann ich einen Text schreiben. Der Empfänger bekommt den Text per Mail und einen Link dazu. Klickt er/sie den Link an, wird das Video herunter geladen.

Weitere Vorteile:

  • Es ist für beide Seiten sehr einfach zu bedienen.
  • Ich kann bis zu 2 GB grosse Datei gratis versenden.
  • Mittlerweile gibt es die Anwendung auch für Smartphones. Mit dieser kann ich mein Video ganz einfach direkt vom Smartphone versenden.
  • Ich bekomme eine Bestätigungsmail, wenn der Empfänger das Video herunter geladen hat.
  • Bis jetzt konnten alle meine Empfänger die Dateien herunterladen.

Vorteile Pro Account (120$ im Jahr):

  • Ich kann bis zu 20 GB verschicken.
  • Ich bekomme 100GB Storage, dort werden meine verschickten Daten „zwischengelagert“. Will ich einen Film nochmals jemandem schicken, muss ich die Datei nicht nochmals hochladen.
  • Ich kann nachschauen, wer die Datei wann herunter geladen hat.
  • Personalisierung der WeTransfer-Seite mit Verlinkung auf meine Webseite.

Nachteil:
Vor dem Download bekomme ich keine Vorschau. Um das Video anzuschauen, muss ich die Datei herunter laden. Sie braucht Platz auf meinem Rechner.

Fazit: 
Soll Dein Empfänger das Video anschauen, aber nicht bei sich abspeichern, veröffentliche es als „ungelistet“ auf YouTube und schicke ihm den Link. In allen anderen Fällen empfehle ich Dir WeTransfer. Für die meisten Benutzer reicht die Gratisvariante.