Kategorie: Android

Q&A: Wie erzeuge ich geringe Tiefenschärfe beim Filmen mit Smartphone?

Hallo Judith,

Ich habe eine Frage zum Fokus. Wie kriege ich geringe Tiefenschärfe hin?

Manchmal gelingt es mir, auf ein Objekt im Vordergrund zu fokussieren, sodass der Hintergrund unscharf wird. Aber dann kann ich nicht zwischen den beiden Ebenen wechseln. Manchmal schaffe ich es auch gar nicht, überhaupt einen unscharfen Hintergrund hinzubekommen.

Gibt es da eine besondere Herangehensweise oder Tricks? Hat es eventuell etwas mit der Belichtung zu tun, oder mit meinem iPhone? Ich komme da nicht weiter.

Vielen Dank für deine Hilfe. 

Liebe Grüße aus Deutschland

S.

Hallo S.,

vielen Dank für Dein Mail und Deine Anfrage. Ich benutze für die geringe Tiefenschärfe den Begriff „Tiefenunschärfe“, denn dies beschreibt meiner Meinung nach besser und verständlicher, worum es geht. Tiefenunschärfe ist ein Effekt, der ganz vielen Leuten gefällt. Das Hauptobjekt kommt schön zur Geltung, und man kann einen unruhigen Hintergrund kaschieren. Die Gestaltungsmöglichkeiten beim Filmen sind also grösser.

Mit dem Smartphone bringst Du nicht so viel Tiefenunschärfe hin wie etwa mit einer DSLR-Kamera, aber dazu noch etwas später. Um aber grundsätzlich einen unscharfen Hintergrund zu erzeugen, kannst Du folgendes ausprobieren:

Nahe heran ans Objekt

Nimm ein Glas und stelle es auf einen Tisch (oder etwas ähnliches), der relativ weit von der Wand weg ist. Nun gehe mit dem Smartphone möglichst nah ans Glas heran, damit es richtig gross im Bild ist. Das Glas soll das Bild aber nicht ganz füllen, der Hintergrund soll noch zu sehen sein.

Tippe das Glas auf dem Bildschirm an. Der Fokusrahmen auf dem Display bewegt sich dann dorthin und das Glas wird scharfgestellt. Wenn Du genug weit weg bist vom nächsten Hintergrund, wird dieser jetzt unscharf. So erzeugst Du Tiefenunschärfe.

 

Ich bin nah am Glas, der Hintergrund ist weit weg, ich habe Tiefenunschärfe.

 

Ich bin nicht mehr nah am Glas und habe gleich viel weniger Tiefenunschärfe.

Fokus manuell verschieben

Nun tippe auf den Hintergrund, damit dieser scharfgestellt wird. Jetzt sollte das Glas eher unscharf sein.

Glas ist unscharf, der Hintergrund ist scharf.

Du kannst so auch während dem Filmen zwischen Vorder- und Hintergrund wechseln, wie Du es in Deiner Frage beschreibst.

Eine sogenannte „Schärfenfahrt“, bei der sich der Fokus langsam von einer Ebene zur anderen verschiebt, kriegst du leider mit der iPhone-Kamera-App nicht richtig hin. Wenn Du das möchtest, empfehle ich dir zum Beispiel die App Filmic Pro: Sie verfügt über einen „Slider“ für den Fokus. Den kannst du langsamer verschieben, wenn Du eine Schärfenfahrt erhalten möchtest.

Wie bekomme ich eine geringe Schärfentiefe?

Die Tiefenschärfe wird durch vier Faktoren beeinflusst: Sensor der Kamera – Abstand zum Objekt – Brennweite – Blendenzahl.

Je grösser der Sensor der Kamera ist, desto mehr Unschärfe kann ich ins Bild bringen. Im Smartphone steckt ein kleiner Sensor. Wie oben gezeigt, kannst Du jedoch mit dem Smartphone auch mit Nähe zu einem Objekt Tiefenunschärfe produzieren.

Die Brennweite bei einer Kamera veränderst Du, indem Du zoomst. Je grösser die Brennweite ist, desto geringer ist die Tiefenschärfe. Das heisst, je näher Du heranzoomst, desto unschärfer wird der Hintergrund. Die meisten Smartphones haben aber keinen optischen Zoom, also keine Linse, bei der die Brennweite verändert werden kann.

Ist die Blende weit offen, hast Du eine kleine Blendenzahl und Tiefenunschärfe. Das iPhone 7 hat eine Blende von f1,8, was eigentlich eine sehr kleine Blende ist. Trotzdem ist es schwierig, den Hintergrund unscharf zu halten. Das zeigt, dass die Blende nicht der wichtigste Faktor in Bezug auf die Tiefenschärfe ist, auch wenn das oft geglaubt wird.

Das iPhone hat einen kleinen Sensor, und schon das macht Tiefenunschärfe schwierig; die kleine Brennweite durch den fehlenden Zoom kommt noch dazu. Viel besser für Aufnahmen mit Tiefenunschärfe geeignet als Smartphones sind Kameras mit Wechselobjektiven (DSLR, Systemkameras, Cinema Cameras). Dank grossem Sensor und kleiner Brennweite bringe ich auch mit einer f4 Blende mehr Tiefenunschärfe ins Bild als mit dem Smartphone mit der f1.8 Blende. 

Wenn Du noch mehr darüber erfahren willst, wie Tiefenschärfe funktioniert, empfehle ich Dir den entsprechenden Artikel bei digitaler-fotokurs.de. Er ist etwas ausführlicher, aber doch nicht zu technisch.

Ablenkung reduzieren mit Tiefenunschärfe

Der schöne Effekt der Tiefenunschärfe kann auch nützlich sein: Gerade gab ich eine Schulung bei der Firma Adesso. Die Teilnehmenden diskutierten, ob sie ihre Statements mit dem Smartphone oder mit einer Canon EOS 100D aufnehmen sollten.

Ich plädierte für die Canon, gerade wegen der Möglichkeit der Tiefenunschärfe. Die Interviews wurden nämlich in einem Büro aufgezeichnet, das heisst, es waren Bilder und Bücherregale an den Wänden. Diese können Kontraste und Struktur ins Bild geben, damit wird das Bild spannend. Mit dem Smartphone gefilmt, sieht man aber jeden Buchstaben und jeden Strich – und das lenkt von der sprechenden Person ab.

Mit der Canon-DSLR-Kamera und der entsprechenden Blendenzahl verschwindet der Hintergrund und die Person oder das Objekt im Vordergrund erhalten im Video die ganze Aufmerksamkeit.

Wenn Du mit dem Smartphone beim Interview einen unscharfen Hintergrund hinkriegen willst, musst Du doch recht nah ran:

Schau mir ins Auge, Kleiner 🙂

Zwei verschiedene Brennweiten beim iPhone 7 Plus

Das iPhone 7 Plus besitzt zwei Linsen statt nur eine. Deshalb kann ich die Brennweite verändern. Die erste Linse ist ein Weitwinkel mit einer Brennweite von 28 mm (wie die Linse beim iPhone 7). Die zweite Linse ist ein Teleobjektiv und hat eine Brennweite von 56 mm. Wenn ich also von der ersten auf die zweite Linse wechsle, kann ich zweifach zoomen, bekomme also mehr Tiefenunschärfe:

Das Glas ist zwar grösser im Bild, aber ich war mit der Kamera weiter weg als bei den Bildern vorher.

Porträtmodus beim iPhone 7 Plus

Die Dualkamera des iPhone 7 Plus kommt vor allem beim „Porträtmodus“ zum tragen. Das Teleobjektiv fokussiert den Kopf des Gesprächspartners, das Weitwinkelobjektiv bildet den Hintergrund ab und die Software kombiniert danach die beiden Fotos und macht den Hintergrund unscharf. Dank diesem Modus kann ein viel stärkerer Tiefeneffekt („Bokeh“) erzeugt werden.

Poträtmodus beim iPhone 7 Plus.

 

Aufnahme nur mit Teleobjektiv des iPhones 7 Plus.

 

Aufnahme mit Weitwinkellinse des iPhones 7 Plus. Wegen der hohen Tiefenschärfe kommen mehr Informationen ins Bild, und wegen des Weitwinkels auch mehr in der Breite. Somit habe ich viel mehr Ablenkung.

Leider funktioniert der Porträtmodus nur beim Fotografieren. Beim Filmen bräuchte es wegen der vielen Aufnahmen pro Sekunde sehr viel Rechenleistung. So ist dieser Vorteil im Videobereich (noch) nicht nutzbar.

Lieber S., die Antwort wurde jetzt ausführlicher als ich geplant hatte 🙂 Gib mir doch ein Feedback, ob das Experiment mit dem Glas geklappt hat! Und Du lieber Blogleser, liebe Blogleserin auch.

Herzlich

Judith

 

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Schnelle Videoproduktion: Zwei weitere Apps – Adobe Clip und Filmic Pro

An einem Event Stimmungsbilder filmen und das geschnittene Video gleich online stellen: Manchmal sind wir froh um schnelle Lösungen ohne aufwändige Postproduktion.

Effizienter Videos produzieren

Denn Videoinhalte sind im Internet immer mehr gefragt. Bis 2020 werden ganze 80 Prozent der Online-Inhalte Videos sein, schätzt die „Washington Post“. Wenn wir mehr Videos für die Menschen produzieren wollen, die interessiert sind an unseren Inhalten, Produkten und Dienstleistungen, dann müssen wir auch effizienter werden.

Apps sparen Zeit

Mit Apps wie Snapchat, Instagram, VivaVideo oder Google Photos kannst Du Zeit sparen. Damit lassen sich Film- und Fotoaufnahmen schnell zu einem Video zusammenfügen. Diese vier Apps habe ich in früheren Blogbeiträgen vorgestellt: „Mit Snapchat Videogeschichten produzieren“ und „Videos schnell produzieren mit Instagram, VivaVideo oder Google Photos“.

In diesem Post stelle ich Dir zwei weitere Möglichkeiten vor. Auch die Apps Adobe Premiere Clip und Filmic Pro verfügen über Funktionen zur schnellen Videoproduktion.

 

1. Adobe Premiere Clip: Schnitt im Takt zur Musik

Bei Adobe Premiere Clip kannst Du die Variante „Automatisch“ wählen (im Gegensatz zu „Freiform“). Dann schneidet die Apps ausgewählte Videos und Fotos zur Musik im Takt zusammen. Wenn es nicht ganz passt, kann man danach einiges noch ändern. Etwa die Reihenfolge und Auswahl der Clips, die Musik sowie die Geschwindigkeit des Schnitts. In diesem Video zeige ich Dir, wie es funktioniert:

 

Nicht zufrieden mit dem Ergebnis? Dann wechsle in den Freiform-Editor und bearbeite jeden Clip individuell. Wie das geht, zeige ich ausführlich in diesem Video-Tutorial:

 

2. Filmic Pro: Aufnahmen werden direkt aneinandergehängt

Bei der App Filmic Pro (ausführliches Video-Tutorial hier) gibt es die Einstellung „Stitch recorded footage“. Ähnlich wie bei der App VivaVideo kann man mit dieser Funktion mehrere Aufnahmen nacheinander machen, zum Beispiel mit unterschiedlichen Bildausschnitten. Dann werden diese automatisch zu einem Video zusammengefügt.

 

Filmic Pro ist und bleibt aber grundsätzlich eine App zum Filmen und nicht zum Schneiden. Beim Filmen hast Du die volle Kontrolle über Weissabgleich, Schärfenfahrten, Audiomonitoring etc. Aber „Stitch recorded footage“ ist die einzige Möglichkeit überhaupt, in der App einen Schnitt vorzunehmen. In der App selbst kann das zusammengefügte Video danach auch nicht mehr bearbeitet werden. Umgekehrt VivaVideo: Dort gibt es zwar beim Filmen nur wenige Einstellungen, die geändert werden können. Dafür hast Du beim Schnitt viel mehr Möglichkeiten.

 

Im Video zeige ich Dir zuerst die Adobe Premiere Clip-Variante und danach die Filmic Pro-Möglichkeit:

 

Die besten Apps für die schnelle Videoproduktion

Ich habe Dir eine Übersicht für die besten sechs Apps zur schnellen Videoproduktion zusammen gestellt. Darin fasse ich die Vor- und Nachteile nochmals zusammen. Hole Dir doch gleich das kostenlose PDF:

 

Adobe Premiere Clip: Eine Video-App für Android und iPhone

Viele von meinen Kunden arbeiten mit den Programmen Adobe Premiere Pro oder Adobe Premiere Elements. Die Software stammt von der Firma, die auch Photoshop, Acrobat oder InDesign auf den Markt gebracht hat.

Nun gibt es von Adobe auch eine Smartphone-App, um Filme zu produzieren: Adobe Premiere Clip.

 

Adobe Premiere Clip – eine App für iPhone und Android

Am wichtigsten: Die App Premiere Clip läuft sowohl auf Android als auch auf iPhone. Für mich ist sie deshalb interessant, denn ich habe öfters Kurse, in denen beide Betriebssysteme verwendet werden. Jetzt gibt es eine App, die für beide einheitlich ist.

Auch für Firmen, die möchten, dass ihre Mitarbeitenden selbständig Videos mit dem Smartphone produzieren, ist Premiere Clip spannend. Die App ist extrem einfach zu bedienen. Einfache Filme lassen sich damit schnell zusammenschneiden, man kann Musik darunterlegen und den Ton anpassen.

 

Am Computer weiterarbeiten

Für weitere Bearbeitungsschritte kann man dann an den Computer wechseln, denn Adobe Premiere Clip ist kompatibel mit Premiere Pro. Man kann also gut auf dem Smartphone einen ersten Rohschnitt machen, das Projekt dann über die Creative Cloud exportieren und am Computer daran weiterarbeiten.

Dazu ist die App gratis: Man muss sich lediglich für eine Adobe ID registrieren.

 

Unterschiede von Adobe Premiere Clip zu iMovie und Video Show

Für Android-Nutzer überzeugt mich die App sehr, da sie so einfach zu bedienen ist. Aufnahme von Off-Text und Texteinblender fehlen. Da kann die App Video Show  oder Kine Master eine Lösung sein.

Für iPhone-Nutzer empfehle ich jedoch nach wie vor, mit iMovie zu arbeiten. Diese App ist ebenfalls sehr einfach zu handhaben, sie kann aber noch mehr als Premiere Clip; zum Beispiel Texte einblenden oder eine zweite Videospur machen.

In meinem online Videokurs „Kamera und Schnittplatz in der Hostentasche“ hat es unter anderem drei Anleitungsvideos für das iMovie. Dort zeige ich Dir die Möglichkeiten vom einfachen Schnitt, bis zum Off-Text und zur zweiten Videospur.

 

Leef – Einfacher Datentransfer vom Smartphone zum Computer

Filmen mit dem Smartphone ist super.  Die Daten nachher aber auf einen Computer zu bringen nicht immer einfach. Je nach Kombination von Gerät und Software fast unmöglich. Leef löst das Problem.

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Leef für das iPhone

Das Smartphone mit Computer verbinden kann Probleme geben

Der Transfer von einem iPhone auf ein Macbook ist kein Problem. Mühsamer wird es aber, wenn man ein Android mit einen Mac per Kabel verbinden will oder Dateien vom Smartphone auf einen PC bringen möchte. Es gibt zwar verschiedenen Helfer-Programme, aber bisher konnte ich mich auf kein Programm verlassen, dass mit jeder Gerätekombination funktionierte. 

Vom Smartphone ins Premiere Elements

Kürzlich gab ich einen Videokurs bei meinem früheren Arbeitgeber ERF Medien. Ihre MitarbeiterInnen sollen mit ihrem Smartphone kleine Videos filmen und nachher auf dem Computer mit Premiere Elements schneiden. Da kommen ganz verschiedene Smartphones zum Einsatz.  Damit sie die Videoclips auf die richtige Festplatte bringen und ins Premiere Elements importieren können, haben sie mehrere Leefs gekauft. Fünf Leef Bridge für Anroid, fünf Leef iBridge für iPhone.

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Leef für Andoid

Mit Leef ist der Transfer kinderleicht

Leef sieht aus wie ein kleiner USB Stick, den man beim Smartphone einstecken kann. Eine Pushmeldung fragt, ob man die benötigte App gleich installieren möchte. Danach kann man die Daten auswählen und auf den Stick laden. Der Leef wird an den Computer angeschlossen. Wie bei einem Stick kann ich den Leef im Explorer oder im Finder anwählen und die Videos auf meine Festplatte kopieren.

Der Leef funktioniert auch umgekehrt. Ich kann Videos, Fotos, Musik etc. von meinem Computer auf das Smartphone bringen.

Private und geschäftliche Daten trennen

Interessant finde ich den Leef vor allem auch für Leute, die mit dem Smartphone geschäftlich und auch privat unterwegs sind. Auf dem Leef kann ich sehr gut anwählen, welche Videos ich auf den Computer kopieren will und welche nicht. Damit landen die Urlaubsfotos nicht so schnell bei den Geschäftsaufnahmen. Den Leef Bridge für Android gibt es z. Bsp. hier.  Den Leef iBridge hier. Die Leefs gibt es in verschiedenen Speichergrössen.

Videos schnell produzieren mit Instagram, VivaVideo oder Google Photos

Kürzlich las ich in einem Artikel der Washington Post, dass im Jahr 2020  80 Prozent des Inhaltes im Internet Videos sein werden. Das heisst, es werden immer mehr Videos produziert und veröffentlicht.

Das freut mich, denn Videos herzustellen ist toll und macht Spass – ist aber auch sehr aufwendig. Du brauchst eine Idee oder eine Geschichte, die du erzählst. Du machst dir Gedanken, wie du diese erzählst und filmst. Doch vor allem die Postproduktion, also die Nachbearbeitung, beansprucht sehr viel Zeit. Und oft bleibt der Film dort liegen. 

Es gibt zum Glück einige Apps, mit denen du bereits beim Filmen die Postproduktion vornimmst. In meinem letzten Blogpost „Mit Snapchat Videogeschichten produzieren“ habe ich Snapchat als „Videoproduktions-App“ kurz vorgestellt. Es gibt aber auch weitere Möglichkeiten, rasch und einfach Videos zu produzieren. Drei dieser Möglichkeiten stelle ich in diesem Blogpost vor.

Bestelle ein PDF mit einer Übersicht über die Apps für eine schnelle Postproduktion

Instagram: Clips im quadratischen Format

Instagram ist ja vor allem für Fotos bekannt, doch ist es auch möglich, Videos zu veröffentlichen. Diese durften früher maximal 12 Sekunden lang sein, seit kurzem sind 60 Sekunden erlaubt.
Das Tolle an Instagram ist, dass ich den Schnitt bereits beim Filmen machen kann. Hierfür tippe ich auf den blauen Auslöse-Button, wähle „Video“ aus, tippe auf den roten Kreis und halte diesen gedrückt, um mit der Aufnahme zu beginnen. Nehme ich den Finger vom Kreis, halte ich die Aufnahme an. Sobald ich den Kreis wieder gedrückt halte, kann ich die Aufnahme fortsetzen und den nächsten „Videoshot“ aufnehmen. Der zweite Shot wird gleich an den ersten gereiht, dazwischen ist „ein Schnitt“.

Du siehst, der Aufwand ist sehr klein, weil du keine andere App oder Software brauchst, um die Clips zu einem Video zusammenzufügen. Falls erwünscht, kann ich einen Filter über das Video legen und das Video anschliessend gleich hochladen.

Eine Besonderheit ist, dass die Videos bei Instragram quadratisch sind. Nach dem Veröffentlichen kann ich das Video bei mir abspeichern und weiterverwenden.

 

VivaVideo: Filmen und Schneiden mit einer App

Es kann aber auch sein, dass ich ein Video nicht erst veröffentlichen will, damit ich es abspeichern kann. Diese Möglichkeit bietet VivaVideo. Diese App gibt es sowohl für iPhones, als auch für Android-Geräte. VivaVideo funktioniert sehr ähnlich wie Instagram: Auch hier filme ich einzelne Sequenzen, welche sich gleich automatisch aneinanderreihen. 

Anders als bei Instagram kann ich die Sequenzen im Nachhinein aber auch nochmals kürzen oder die Reihenfolge ändern. Ich kann VivaVideo also fürs unmittelbare Filmen und Schneiden in einem Schritt verwenden, aber auch als „Schnittapp“ mit den Funktionen, die ich beispielsweise von iMovie kenne.

Bei Bedarf kann ich einen Filter darüber legen, Text hinzufügen oder mit Musik ergänzen – Letzteres ist bei Instagram nicht möglich. Du siehst, VivaVideo bietet mehr Möglichkeiten als Instagram. Und dass ich das Video nicht erst veröffentlichen muss, um es abspeichern zu können, ist für mich ein sehr grosser Vorteil. Erst kürzlich habe ich unsere Kids gefilmt, um es ihrem Papi zu schicken. Gerade bei privaten Aufnahmen will ich das Video nicht veröffentlichen, sondern direkt privat versenden.

Wenn du die kostenlose Version von VivaVideo nutzt, hat das Video ein kleines Wasserzeichen unten rechts. Es gibt aber auch eine Pro-Version und ich nehme an, dass das Wasserzeichen dort wegfällt.

Links:

Google Photos Auto Awesome: So awesome kann Filmemachen sein

Die allerschnellste Variante, um Videos zu produzieren, ist die Funktion „Auto Awesome“ von Google Photos. Das funktioniert so: Wenn du mit deinem Smartphone Fotos machst, kannst du diese direkt in Google Drive speichern. Wenn du an einem Tag viele Fotos und Videos hochlädst, macht Google daraus eine Fotostrecke beziehungsweise ein Video daraus. Das heisst, ich sammle einfach alle Bilder und Google übernimmt den Schnitt.

Den Film kann ich im Nachhinein bearbeiten, ich kann weitere Fotos hinzufügen oder verwendete Fotos wieder rausnehmen. Google fügt übrigens auch Musik hinzu oder legt einen Filter über den Film.

Ich habe hier ein Beispiel von einem solchen Auto Awesome Video:

Dieses Material schnitt ich auch im iMovie, um die App auf dem iPhone vorzustellen.  Was mich erstaunt: Das automatisch erzeugte Video von Google ist sehr ähnlich wie das, das ich manuell geschnitten habe. Die Unterschiede: Ich habe keinen solchen Weichfilter verwendet, weil mir harte Übergänge besser gefallen. Auch habe ich die Umgebungsgeräusche drin gelassen, weil ich es schön finde, wenn man hört, wie die Kinder reden oder wie das Wasser plätschert. Es hat einige „Anschlussfehler“ im Schnitt. Wenn ich den Beitrag manuell schneide, versuche ich natürlich solche Schnitte zu vermeiden.

Aber der manuelle Schnitt braucht Zeit und im Alltag kommt es oft vor, dass ich gar nicht dazu komme, das gesammelte Material zu einem Video zu verarbeiten. Deshalb finde ich Google Photos Auto Awesome eine gute Möglichkeit, rasch und gratis meine Videos von Google zusammen schneiden zu lassen, um unsere Erinnerungen festzuhalten.

Übrigens kann ich die Videos von Google im Nachhinein nochmals bearbeiten. Das heisst, ich kann mir die meiste Arbeit abnehmen lassen und später Anpassungen vornehmen.

Fazit

Mit Instagram, VivaVideo und Google Photos Auto Awesome ist es ein Kinderspiel, kurze Videoclips zu produzieren. Vor allem für kleine „Stimmungsberichte“ eignet sich diese Art von Videoschnitt.

Willst Du aber volle Kontrolle über Deine Postproduktion, den Ton bearbeiten, den Schnitt auf die Musik anpassen, Clips rausschneiden, andere wieder einsetzen usw., dann empfehle ich Dir iMovie für das iPhone.  Für Android ist VideoShow eine Variante.

Bestelle ein PDF mit einer Übersicht über die Apps für eine schnelle Postproduktion

Mit Snapchat Videogeschichten produzieren

In meinem Blog-Beitrag „Darf mein Video Hochformat sein“, wies
ich auf die Hochformat Videos in Snapchat hin. Unterdessen habe ich auch meine ersten Hochformat Videos produziert.

Spannend finde ich vor allem die Möglichkeiten, in Snapchat mit Bildern Geschichten zu erzählen.

Mein Video im Hochformat:

Kurz und knackig wie Chicorée

Die Videoproduktion mit Snapchat hat viele Vorteile. Weil ich Videos höchstens sechs Sekunden lang aufnehmen kann, bin ich zur Kürze gezwungen. Dies macht die kurzen Videos schön dynamisch und bringt ausserdem einen natürlichen Schnitt.

Nach der Aufnahme kann ich ganz einfach ein Filter oder Ikon auf mein Video legen und sogar mit meinem Finger darauf schreiben (Zum Beispiel „En Guete“ wie in meinem Video) oder mit der Tastatur die Rezeptangaben.

Schnell produziert, schnell veröffentlicht

Charakteristisch für Snapchat ist, dass jedes Bild und Video gleich nach der Aufnahme veröffentlicht wird. Meine Freunde können so also jedes einzelne Bild immer anschauen bevor die Geschichte komplett ist.

Das heisst ich muss jedes aufgenommene Video und Bild mit Filter, Logo und Signatur „überziehen“ und danach sofort veröffentlichen, sonst ist es weg.

Meine Bilder werden auf Snapchat nach 24 Stunden gelöscht. Ich kann mir die Story aber als Film herunter laden und speichern.

Abenteuer einfach festhalten

Normalerweise halte ich mich sehr zurück, Bilder oder Videos meiner Kinder zu posten. Da es aber auf Snapchat nach 24 Stunden gelöscht wird, veröffentliche ich ab und zu auch Bilder von ihnen. Vor allem wenn ich die Geschichte nachher herunterlade und als Erinnerung abspeichere. 
 Zum Beispiel habe ich über Ostern mit meiner Familie ein Iglu-Abenteuer erlebt und mit Snapchat gefilmt.
Danach konnte ich den Film speichern und über WhatsApp meinen Eltern schicken.
Für Ferienerinnerungen sehr erholsam und erfrischend: Nach dem Filmen muss ich nicht noch schneiden, sondern meine Produktion ist gleich fertig.
Mein Bruder konnte auf seinem Samsung-Gerät aber nur die halbe Geschichte anschauen. Zwischendurch hatte das Bild Störungen. Die Technologie funktioniert noch nicht überall einwandfrei.

 

Snapchat Basics

Wenn Du Snapchat noch gar nicht kennt, zeigt Dir mein Mann in diesem Video, wie es funktioniert:

Anbei noch ein sehr interessanter Beitrag über die Herausforderungen beim vertikalen Filmen:
Wie es National Geographic und andere machen

Ein Leitfaden für vertikales Filmen:
Australisches VERTICAL FILM FESTIVAL  

3 Mikrofone im Vergleich – Teil 2

Vor wenigen Wochen verglich ich 6 Lavaliermikrofone miteinander. Nun bekam ich nochmals zwei Knopfmiks zum ausprobieren und ein kabelloses Stereomikrofon dazu.

Im Video hörst Du den Sound der drei Mikrofone Im Blogbeitrag unten erkläre ich Dir noch genauer, welches Mikrofon in welcher Situation am meisten Sinn macht.

„MVL von Shure“ für Periscope und schnell produzierte Videoclips

Das Lavaliermikrofon MVL von Shure bietet für den Preis von 60.- eine gute Audioqualität. Da es keinen App im Hintergrund braucht, ist man sehr schnell. 

Die App „Periscope“ wird immer beliebter. Dank Periscope brauche ich nur ein Handy und Internet und kann dann „meine Botschaft“ in die ganze Welt senden.  Periscope ist eher „casual“, das heisst, um zu senden muss nicht gleich ein Studio gemietet werden. Periscoper sind irgendwo unterwegs, gehen live um spontan mit „ihren Followern zu connecten“. Ein Mikrofon hilft, damit die Botschaft deutlich ankommt.

Wer sich selbst vor das Smartphone setzt, ein Gadget vorstellt, Tipps weitergibt, aus dem Alltag erzählt… und solche kleine Videobotschaften mit möglichst wenig Aufwand produzieren will, ist mit einem solchen Knopfmik gut bedient: Mikrofon einstecken – Aufnehmen – Video hochladen. 

„MKE 2 digital“ von Sennheiser macht das Smartphone zum idealen externen Audiogerät

Die beiden Lavaliermikrofone von Sennheiser und Apogee (Clipmic digital und MKE 2 digital) empfehle ich für geplante Drehs,in welche mehr Zeit fliesst. Der Meta Recorder kann vorher eingestellt, der Ton sauber gepegelt werden.

Interessant finde ich diese Mikrofone vor allem, wenn das Smartphone als Audiogerät dient. Viele kleine Videocams und Fotoapparate haben keine Mikrofonbuchse. Auch bei DSLR Kameras sind die Audiomöglichkeiten oft schwach. Ein Smartphone, das MKE 2 digital und der Meta Recorder schaffen neue Möglichkeiten. Ich kann den Ton pegeln, den Ton mit verschiedenen Einstellungen beeinflussen und in jedem Schnitt- oder Audioprogramm kann ich nochmals den Ton verbessern.

Wenn ich mir das MKE 2 an den Kragen klippe, das Kabel unter der Bluse verstecke und das Smartphone in meine Hosentasche stecke, habe ich sogar ein kabelloses Mikrofonsystem und erspare mir eine teure Funkstrecke.

„MV88 von Shure“ für schönes B-Roll

Für Moderationen, Referate und Interviews empfehle ich Hand- oder Lavaliermikrofone. Das Mik muss zur Tonquelle, je näher, desto präsenter der Ton, desto weniger Nebengeräusche und Rauschen.

Videoshots ohne gesprochene Texte haben andere Voraussetzungen. Man spricht vom „Ambi“. Es werden die Umgebungsgeräusche aufgenommen. Wird der Ton in der Postproduktion sowieso leiser gemacht, weil ein Off-Text oder Musik darunter kommt, dann reichen die eingebauten Kameramiks. Spielen die Umgebungsgeräusche im Film eine wichtige Rolle, sollte mit einem zusätzlichen Mikrofon, wie z. Bsp. das MV88, gearbeitet werden.

Ich empfehle das Mikrofon vor allem Musikern, welche ihre Songs auf Video aufnehmen wollen: Smartphone auf ein Stativ stellen, MV88 einstecken, Recording App Shure Plus MOTIV starten, in den Einstellungen Musik wählen, App im Hintergrund laufen lassen, Kamera auf dem Smartphone starten und loslegen.

Filme Schneiden auf Android mit VideoShow

Willst Du etwas filmen und den Film möglichst schnell veröffentlichen? Dann bist Du mit einem Smartphone am besten bedient. Es gibt sogar Apps, mit denen man einen Film gleich zusammen schneiden kann. Kürzlich habe ich in einer Kaffeepause das Smartphone meines Mannes ausgeliehen, um die App VideoShow auszuprobieren. Daraus ist dieses Tutorial entstanden.

Mehr zum Thema Video Apps für Android findest Du in meinem Interview mit Florian von smartfilming.de.

VideoShow

Video-Apps für Android und Windows Phones

Video-Apps

Heute hat jedes Smartphone eine ziemlich gute Kamera eingebaut, mit der wir immer und überall filmen können. Zahlreiche Apps helfen uns, die Filme noch zu verbessern.

Ich kenne die Apps vor allem auf dem iPhone. Mit Video-Apps auf anderen Smartphones habe ich sehr wenig Erfahrung. Florian, den ich durch Twitter kenne (@smartfilming), hat selber viele Apps getestet und sich bereit erklärt, sein Wissen in einem Interview weiterzugeben.

Zum Filmen benutze ich auf dem iPhone oft die App FilmicPro. Was ich an der App vor allem schätze und auch benutze sind das Audiomonitoring (ich sehe die Lautstärke als Pegel) und dass Blende und Fokus getrennt sind. Das gleiche bietet auch die App MoviePro.

Gibt es Apps wie Filmic Pro für andere Smartphones?

Für Android gibt es seit einigen Monaten tatsächlich auch eine App, die mit „FilmicPro“ etc. vergleichbar ist. Cinema FV-5“ bietet eine ganze Reihe an manuellen Einstellungsmöglichkeiten, die einem helfen, Videos professioneller mit dem Smartphone herzustellen. Ganz wichtig ist sicher die Funktion zum Fixieren der Belichtung (leider nicht für alle Android-Geräte verfügbar), aber auch ein visueller Audiopegel, bzw. die Möglichkeit des Audio-Monitorings via Kopfhörer. Auch das Einstellen der Framerate ist manchmal sehr relevant, nämlich dann wenn die Bilder im TV verwendet werden sollen.

Eigentlich alle Camcorder-Apps orientieren sich in der Grundeinstellung am US-TV-Standard von 30 Bildern pro Sekunde (fps), in Europa ist der Standard jedoch 25 fps. Deshalb ist es in solchen Fällen wichtig, dass man auch mit 25 fps aufzeichnen kann, um Probleme bei der Post-Produktion und letztlich beim Endprodukt zu vermeiden. Wenn man „nur“ fürs Web produziert (was ja immer häufiger vorkommt), dann ist diese Sache jedoch nicht so wichtig. Android hat ausserdem den Vorteil, dass es mit dem Samsung Galaxy S4 Zoom, bzw. dessen Nachfolger, dem K Zoom, die einzigen Smartphones mit optischem Zoom (sogar 10-fach!) im Sortiment hat, das bietet nicht einmal das iPhone. Ein optischer Zoom kann ungemein von Vorteil sein, da man dadurch von derselben Position aus verschiedene Einstellungsgrössen drehen kann. Gerade auch als Journalist hat man nicht immer die Möglichkeit, mit dem Smartphone so nah wie gewünscht an Personen oder Objekte heranzukommen, wie man es ohne optischen Zoom für bestimmte Einstellungen tun müsste – da hilft ein optischer Zoom ungemein. Die beiden Geräte haben zudem einen sehr guten optischen Bildstabilisator, der S4 Zoom sogar ein integriertes Stativgewinde – man braucht keine Extra-Halterung wie bei anderen Smartphones, die man auf ein Stativ bauen will. Klar, die Geräte sind für ein modernes Smartphone ziemlich klobig, besonders der S4 Zoom, aber wer ein Smartphone dezidiert mit dem Hintergedanken kauft, damit Video zu produzieren, für den sind diese Geräte eine echte und sogar günstigere Alternative als ein iPhone!

Für Windows Phone fehlt derzeit noch eine App, die einem weitgehende manuelle Kontrolle beim Filmen gibt. Das ist insofern besonders bedauerlich als die High-End-Geräte der Lumia-Reihe ganz hervorragende Carl-Zeiss-Objektive mit optischer Bildstabilisation und grosser Lichtstärke verbaut haben. Lediglich Fotographen bekommen derzeit z.B. in den Apps „Nokia Camera“ und „Clever Camera“ volle manuelle Kontrolle, u.a. über die Verschlusszeit und den ISO-Wert. Es wäre wünschenswert, dass dies endlich auch für Video möglich ist. „Nokia Camera“ bietet immerhin die Möglichkeit, die Framerate auf 25 fps einzustellen, unterstützt jedoch (noch) keine externen Mikrofone wie das SmartLav von Rode oder professionelle XLR-Mikros, die man via iRigPre an die Kopfhörer-Buchse des Smartphones anschliessen kann. Die native Kamera-App von Windows Phone unterstützt dagegen den Einsatz externer Mikros, man muss jedoch dafür mit den 30 fps Vorlieb nehmen. Interessanterweise gibt es mit „Video Camera Pro“ eine App, die über eine Funktion verfügt, die es derzeit in keiner anderen Videokamera-App gibt, nicht mal in „FilmicPro“ oder anderen iOS-Apps: Die Möglichkeit, den Fokus während der Aufnahme stufenlos zu verschieben. Dadurch lassen sich wunderbare Fokus-Verlagerungen realisieren. Leider scheint es unmöglich zu sein, die Dateien aus der App, bzw. vom Smartphone zur weiteren Verwendung herunter zu bekommen und das macht die Sache letztlich nutzlos. Der Entwickler scheint die App auch aufgegeben zu haben, trotz mehrfacher eMail-Anfrage bekam ich keine Rückmeldung.

Abschliessend lässt sich dazu vielleicht sagen, dass Apple mit iOS sicherlich vor allem im Bereich der Apps (noch) vorne liegt, gerade was die Vielzahl der guten Medien-Apps anbelangt. Wer jedoch behauptet, für Android und Windows Phone wäre in dieser Hinsicht der Zug längst abgefahren, der täuscht sich. Denn einerseits gibt es auch für diese Systeme gute Apps, andererseits zählt am Ende nicht die Quantität, sondern die Qualität: Es reicht, wenn in einem Bereich EINE sehr gute App erscheint, die bestimmte Funktionen erfüllen kann. Der Luxus, mehrere gute Apps von einer Sorte zu haben, wird Apple wahrscheinlich vorbehalten bleiben, aber es ist gut möglich (und teilweise schon geschehen), dass Android und Windows Phone die Lücke so schliessen, dass die Unterschiede mehr oder weniger Geschmackssache sind und nur noch in der Auswahl, nicht aber in der eigentlichen Funktionalität bestehen.

Wenn man unterwegs ist und ein Video gleich auf dem Smartphone schneiden will, gibt es hierzu auch verschiedene Apps. iMovie von Apple selbst ist eine davon. Ich finde das iMovie sehr bedienerfreundlich, in kurzer Zeit versteht man den Workflow und kann den eigenen Videoclip zusammen schneiden.

Folgende Möglichkeiten des iMovie für iOS Geräte schätze ich:

Trimmen, Schneiden, Fotos integrieren (sogar mit Ken Burns Effekt, Bewegung im Bild), zweite Videospur, mehrere Tonspuren (für Ambi, Musik und Off-Text), einfache Off-Text Aufnahmen,

Welche vergleichbaren Programme für andere Smartphones gibt es? Was können sie?

„iMovie“ hat sich mittlerweile wirklich zu einer hervorragenden mobilen Schnittlösung entwickelt, nur „Pinnacle Studio“ und mit Abstrichen „Cute Cut Pro“ können Apples Hausprodukt auf iOS das Wasser reichen. Es gibt zwar immer noch ein paar Sachen, die verbessert werden können, aber prinzipiell ist „iMovie“ ein richtiger Winner. Für Android gibt es mit „KineMaster“ eine ebenfalls vorzügliche Videoschnitt-App, die vieles kann, was „iMovie“ kann, teilweise sogar noch mehr. Grösstes inhaltliches Manko ist zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich die fehlende zweite Videospur (die Entwickler haben dies jedoch für eines der nächsten Updates angekündigt), dafür glänzt „KineMaster“ neben allgemein hervorragender Bedienbarkeit und Funktion mit einfachem Grading (Helligkeit/Kontrast/Sättigung), echten Audiohüllkurven mit Keyframes (um den Ton innerhalb eines Clips oder Audiotracks vorübergehend leiser oder lauter zu machen), Markern für die Timeline (um sich bestimmte Stellen zu markieren) oder dem Trim-to-Playhead-Befehl, der den Schnitt erleichtern kann. Es gibt jedoch zwei Wermutstropfen: Einerseits ist die App nicht für alle Android-Geräte verfügbar (eine detaillierte Liste mit den kompatiblen Geräten findet man auf der Webseite kinemaster.com), grösstes Ärgernis ist jedoch das unlängst eingeführte Abo-System. Ursprünglich kostete die App 2 Euro für einen unbegrenzten Nutzungszeitraum, nun benötigt man für den Export ohne Wasserzeichen („Made with KineMaster“) ein monatliches (knapp 4 Euro) oder jährliches (knapp 30 Euro) Abo. Dieser Schritt hat die App viel Sympathie gekostet und es wird sich zeigen müssen, ob sich der Hersteller damit einen Gefallen getan hat. Den Durchschnittsnutzer dürfte das teure Abo-System auf jeden Fall abschrecken. Man kann nur Hoffen, dass der Hersteller diese Politik nochmal überdenkt. Dass die Desktop-Videoschnittsoftware-Riesen Adobe und Avid mittlerweile auch Abo-Systeme eingeführt haben, taugt jedenfalls nur sehr bedingt als Ausrede.

Die einzige andere halbwegs brauchbare Videoschnitt-App für Android-Smartphones ist der „Andromedia Video Editor„, der der App „Splice“ auf iOS ähnelt. Ich rate jedoch aus verschiedenen Gründen von dieser App ab: Die App ist sehr instabil und stürzt häufig ab, man wird mit aufdringlicher Push-Werbung zugemüllt und mein Viren-Scanner schlug auf die App mit der Warnung an, sie könnte Malware beinhalten.

Wer ein Android-Tablet besitzt, hat dagegen neben „KineMaster“ noch einige weitere Optionen.Power Director“ gefällt mir vom UI am besten und bietet auch eine ordentliche Funktionalität. „Video Pad“ besitzt sogar noch grössere Funktionalität (inklusive 2. Videospur), das UI wirkt jedoch antiquiert und ist teilweise etwas umständlich zu bedienen. Noch Luft nach oben hat „Movie Edit Touch“ von Magix, leider ist die App anders aufgebaut als „Movie Edit Touch“ für Windows-Tablets. Ganz einfache Sachen lassen sich jedoch auch hiermit realisieren.

Für Windows Phone gab es bis vor kurzem rein gar nichts an Videoschnitt-Apps, mit denen man mehrere Clips zusammensetzen kann. Seit jedoch das 8.1-Update des mobilen Betriebssystems von Microsoft im Sommer eingetroffen ist, hat sich viel getan, innerhalb sehr kurzer Zeit sind 5 Videoschnitt-Apps im Store aufgetaucht. Die vielversprechendste davon ist „Movie Maker 8.1„. Der Entwickler arbeitet derzeit auch an einer Pro-Version mit mehr Funktionalität, die sich gerade im Beta-Testing befindet. Weitere Videoschnitt-Apps für Windows Phone sind „Video Editor 8.1„, „Movie Jax„, „Film It“ und „Movid Video Editor“. Das Niveau von „iMovie“, „Pinnacle Studio“ oder „KineMaster“ ist natürlich noch nicht erreicht, aber man darf durchaus gespannt sein, wie sich die Situation weiter entwickelt. Wie bereits gesagt bieten gerade die leistungsstarken Lumia-Modelle (allen voran das neue Lumia 930) im Windows Phone-Bereich ausgezeichnete Hardware mit grossartigen Kameras. Jetzt braucht es nur noch die richtigen Apps dazu.

iMovie wird laufend verbessert. Die App kostet 5 Franken und auf den neuen iPhones sogar gratis.

Wie sieht es preislich bei den Android und Windows Video-Apps aus?

Prinzipiell sind die Apps recht günstig. Der problematischste Fall ist sicherlich „KineMaster“. Ursprünglich ein absolutes Schnäppchen mit 2 Euro für die Vollversion, doch mittlerweile muss man für den Export ohne Wasserzeichen ein Monats- oder Jahresabo abschliessen, dass alles andere als günstig ist: knapp 4 Euro im Monat oder 30 im Jahr. Die anderen Apps bewegen sich alle im Bereich zwischen kostenlos und 5 Euro.

Wer weiter zu den Themen auf dem Laufenden bleiben will kann mir bei Twitter folgen (@smartfilming) oder demnächst auf meinem neuen Blog smartfilming.de vorbeischauen. Bei (An-)Fragen auch gerne eine Mail an info@smartfilming.de.

Vielen Dank Florian für die ausgezeichneten und detaillierten Tipps.

iRig Pre: Neue Mikrofon-Lösung für iPhone und Android

Wer Interviews, Moderationen oder Referate filmen möchte, sollte mit externen Mikrofonen arbeiten. Von IK Multimedia gibt es jetzt eine einfache und günstige Lösung für iPhones und Android: Das iRig Pre. (In der Schweiz bei Musix.ch zu bestellen).

Filmen mit Smartphone und Lieblingsmikrofon

Mit dem iRig Pre Interface kann fast jedes Mikrofon ans Smartphone angeschlossen werden: Handmik für Gesang oder Sprache oder eine Funkstrecke mit Ansteckmikrofon.

Kontrolle über die Audioaufnahme

Der Volumenregler im iRig Pre hilft die Lautstärke der Aufnahme anzupassen und bietet eine bessere Kontrolle über den Ton. Im Adapter ist auch eine Kopfhörerbuchse für ein Audiomonitoring. Dies funktioniert jedoch nur, wenn die App das unterstützt. Bei den Videoapps funktioniert das leider noch nicht. Die Filmic Pro App zeigt auf dem Display jedoch den Audiopegel an.

Audioaufnahmen mit Monitoring

Bei Audioaufnahmen funktioniert das Audiomonitoring mit iRig Pre und iRig Recorder für iPhone und für Android.

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