Kategorie: Equipment

Zubehör: So wird aus Deinem Smartphone eine Profikamera

Aus Deinem Smartphone kannst Du eine Profi-Kamera machen: Du brauchst dazu nur das richtige Zubehör.

So holst Du beim Filmen viel mehr heraus und Deine Videos wirken professioneller.

Dafür braucht es gar nicht viel!

Meine Tipps habe ich in einem PDF zusammengestellt. In diesem Blogeintrag (oder im Video, wenn Du Dir lieber das anschaust) erkläre ich, wozu welcher Gegenstand dient.

Kontrollierte Kameraführung statt verwackelte Bilder

Mit einem Stativ erhältst Du ein ruhigeres, kontrollierteres Bild, als wenn Du das Smartphone von Hand festhältst.

Für Interviews oder Moderationen ist ein Stativ unverzichtbar: Du kannst schliesslich nicht gleichzeitig filmen und vor der Kamera stehen – ausser natürlich, Du machst ein „Selfie-Video“.

Stative gibt es diverse Modelle, zum Beispiel von Velbon.

Wichtig: Um Dein Smartphone auf einem Stativ festzumachen, brauchst Du einen Adapter. Der Adapter von Manfrotto, den ich benutze, ist universal: Er passt auf jedes Stativ und eignet sich für Smartphones in verschiedenen Grössen. Sogar mein iPhone 7 Plus passt gerade noch rein.

Klarer Ton – direkte Message

Du willst, dass Deine Botschaft gehört wird! Ein Mikrofon steigert die Tonqualität Deines Videos massiv.

Wenn Du nur mit dem internen Mikrofon des Smartphones arbeitest, werden auch sämtliche Umgebungsgeräusche aufgezeichnet. Die Stimme geht dann oft ein wenig unter und ist nicht mehr klar und deutlich zu hören.

Auch in ruhigen, geschlossenen Räumen bist Du – bzw. Deine Interviewpartnerin – mit Mikrofon auf dem Video präsenter, der Ton ist klarer.

Zuverlässig für Interviews: das Handmikrofon

Einerseits gibt es dafür das Handmikrofon. Es ist das klassische Interviewmikrofon.

Damit kannst Du jederzeit das Gespräch wieder an Dich nehmen und hast die Kontrolle sowohl über den Verlauf des Interviews als auch über den Ton. Denn Du sorgst selber dafür, dass das Mikrofon nahe genug am Mund des Sprechenden ist.

Handmikrofone, die auch von Musikern für den Gesang verwendet werden, haben XLR-Anschlüsse für eine optimale Tonqualität. Um ein Handmikrofon am Smartphone anzuschliessen, ist deshalb ein Adapter nötig.

Ich benutze das iRig Pre: Am Kästchen des Adapters selber befindet sich der Anschluss für den XLR-Stecker des Mikrofonkabels und das ausgehende Kabel mit einem TRRS-Stecker fürs iPhone. (Ab dem iPhone 7 brauchst Du zusätzlich noch einen Lightning-Adapter, da die Kopfhörerbuchse fehlt.)

Mit dem Handmikrofon hört man die Umgebungsgeräusche praktisch nicht mehr. Im Ratgeber empfehle ich das Røde Reporter Handmik.

Klein und diskret: das Lavaliermikrofon

Wenn ich selber vor der Kamera stehe und etwas erkläre, möchte ich aber meistens nicht noch ein Mikrofon halten müssen. Deshalb arbeite ich auch gerne mit einem Lavaliermikrofon.

Ein Lavaliermikrofon ist ein kleines Mik, das Du Dir ans Hemd oder an die Bluse steckst. Das ist diskret und dennoch nahe dran an der Tonquelle.

Es gibt diverse Modelle – ich verwende das iRig Mic Lav von IK Multimedia.

Adapter nötig?

Vorsicht: Einige Lavaliermikrofone sind für normale Videokameras und nicht für Smartphones konzipiert. Dann brauchst Du einen zusätzlichen Adapter, der in der Kopfhörerbuchse des Smartphones den Mikrofon-Zugang erreicht.

In der Fachsprache wird dieser TRS-zu-TRRS-Adapter genannt.

Kompliziert? Wann Du welchen Adapter brauchst, erkläre ich in diesem Blogbeitrag.

Ansteckmik im Doppelpack

In Interviewsituationen hat das Lavaliermikrofon Nachteile: Wenn ich nur eines davon habe und dieses meiner Interviewpartnerin an die Bluse hefte, sind auf dem Video nur ihre Antworten gut hörbar – meine Fragen jedoch nicht.

Dafür gibt es aber eine tolle Lösung: Das iRig Mic Lav gibt es auch im Doppelpack. Mit dem Doppelstecker kann man zwei Mikrofone verbinden und beide direkt am Smartphone anschliessen. So ist das gesamte Gespräch in gutem Ton auf dem Video zu hören.

Zum iRig Mic Lav 2 Pack habe ich einmal einen Blogpost geschrieben.

In welchen Situationen sich ein Handmikrofon besser eignet und in welchen ein Ansteckmik, beschreibe ich in diesem Blogeintrag.

Weiter weg mit der Kamera

Wenn Du weiter von der Kamera weg bist, gibt es für die iRig Mic Lav’s noch ein Verlängerungskabel.

Mit den zusätzlichen 6 Metern hast Du beim Filmen mehr Spielraum. Damit Du zum Beispiel auch die Umgebung ins Bild nehmen kannst.

Ratgeber für eine komplette Ausrüstung

Stativ, Mikrofon – und allenfalls Adapter und Kabel: Das ist es schon! Wenn Du Dein Smartphone zu einer Profi-Kamera aufrüsten möchtest, brauchst Du also gar nicht viel.

Ich habe die Produkte, die ich empfehle, in einem PDF-Ratgeber zusammengestellt. Zum kostenlosen Download geht’s hier.

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Gutes Licht für Deine Videos (3/3): Das sind meine Lampen-Tipps

In meinen letzten zwei Blogeinträgen habe ich die Grundlagen des Arbeitens mit Licht erklärt:

(Hast Du Dir meinen Ratgeber zu diesen beiden Themen schon geholt? Dort hast Du alle Infos kompakt beieinander.)

 

Endlich gibt es preiswerte Lampen!

Wenn ich vor wenigen Monaten nach meinen Lichtempfehlungen gefragt wurde, habe ich jeweils LED Panels für 1000.- pro Stück empfohlen, weil ich einfach keine günstige, gute Variante kannte.

Als ich vor einigen Wochen bei Fotichästli vorbei ging und die verschiedenen Lampen in ihrem Sortiment sah, die gute Qualität haben und preiswert sind, wusste ich, jetzt ist es endlich Zeit, Lampen-Tipps zusammenzustellen.

In diesem Blogpost erkläre ich Dir verschiedene gängige Typen von Lampen, die beim Filmen verwendet werden, und liste ihre Vor- und Nachteile auf.

Dazu habe ich Dir ein PDF zusammengestellt, wo ich Dir verschiedene Modelle aufliste, die ich zum Kauf empfehle.

Softbox: Weiches Licht, einfach zu handeln

Vielleicht hast Du schon eines meiner Videos gesehen. Die filme ich meistens bei mir in meinem Büro. Für gutes Licht stelle ich jeweils zwei Softboxen auf.

Softboxen sind „Schirme“, die innen weiss oder silbern reflektierend sind und in der Mitte eine Lampe oder einen Blitz haben.

Softbox

Vorteile von Softboxen:

  • Sie geben weiches Licht, das nicht blendet. Auch die Schatten sind weich.
  • Falls Dein Interviewpartner eine Brille hat, gibt es mit Softboxen weniger Spiegelungen.
  • Einfach zu handeln! Mit Softboxen kannst Du nicht viel falsch machen.
  • Kaltes Licht, gut kombinierbar mit Tageslicht von draussen (z.B. Fenster als Hairlight).

Nachteile von Softboxen:

  • Das Aufstellen und Zusammenräumen ist eher aufwändig, wenn man die Box immer wieder zusammenbauen muss. Das kommt aber auch aufs Produkt an. Meine beiden Softboxen bleiben immer im Büro stehen und deshalb habe ich sie schnell aufgestellt.
  • Fixe Lichtstärke, nicht dimmbar (z.B. Softboxen als Key und Fill light wären gleich stark – nicht optimal).
  • Lichttemperatur nicht veränderbar (kalt).
  • Das Licht ist nicht so stark, man muss mit den Lampen relativ nah zum Gesicht. Wenn man nur alleine eine Moderation aufnimmt oder ein Einzelinterview filmt, ist das kein Problem. Aber bei einer Talk-Situation mit zwei oder mehr Personen wären die Lampen schnell mal im Bild.
  • Oft haben Softboxen nur ein Kabel und können nicht mit Akku betrieben werden. Auch hier wieder: Bei mir im Büro ist das kein Problem, aber wenn man unterwegs oder auch draussen filmt, muss man sich immer um den Stromanschluss kümmern.

LED-Panel: Starkes Licht, vielfältig einsetzbar

Wenn ich auf Dreh bin, habe ich zwei LED-Panels dabei. Das sind „Licht-Platten“, deren Fläche mit LED-Lämpchen bestückt ist.

LED-Panel

Vorteile von LED-Panels:

  • Starkes Licht. Und je grösser die Fläche, desto mehr LEDs und desto mehr Licht (im Ratgeber habe ich Panels in zwei verschiedene Grössen).
  • Dimmbar, je nach Stimmung oder wenn es jemanden blendet. Dann brennen einfach weniger Lämpchen.
  • Kann gut mit Akku betrieben werden (Sehr praktisch – früher kein Akku, würde ihn nicht mehr hergeben)

Nachteile von LED-Panels:

  • Hartes Licht – das heisst: mehr Schatten, es blendet eher, Vorsicht wegen Spiegelungen in der Brille.
  • Achtung: Es gibt LED-Panels mit Lüftung. Die darf man natürlich im Video nicht hören…

Es gibt verschiedene Modelle von LED-Panels:

  • Es gibt LED Panels, die sind nicht beweglich. Die steckt man gerade auf Lichtstativ und das Licht kommt dann von vorn. Ich gebe aber gerne Licht von oben, weil die Schatten schöner fallen und vor allem bei Brillenträger ist das wegen den Spiegelungen in der Brille sehr hilfreich.
  • Nur Kalt, plus „Diffuser“, das ist eine matte Kunststoffplatte) für weicheres Licht.
  • Mit Diffuser für Lichttemperatur (blaue oder gelbe Tafel). Das finde ich unpraktisch, weil das Licht dann meist extrem blau oder extrem gelb ist, und meistens braucht man etwas dazwischen.

    Verschiedene Diffuser

  • Bi-Color: Diese LED-Panels empfehle ich. Hier ist die Farbtemperatur stufenlos verstellbar, Lämpchen mit kaltem und warmem Licht werden einfach je nach Bedarf ein- oder ausgeschaltet. So kann ich die Lampe z.B. an das Raumlicht anpassen. Allerdings heisst das auch: Wenn ich nur warmes oder nur kaltes Licht will, leuchtet nur die Hälfte der Lämpchen. Ich empfehle wegen dieser Lichteinbusse eher das grosse LED-Panel. Je nachdem reicht aber auch die halbe Lichtstärke, denn die Kameras sind heute lichtstärker als früher.

Mein Tipp: Setze bei einer Dreipunkte-Ausleuchtung als Fill Light eine Softbox ein und nimm als Keylight ein LED-Panel, das stärker ist. Das ist eine schöne Kombi.

Spot für Hair-Light

Mit einem einzelnen Spot kannst Du punktuelles Licht setzen, zum Beispiel als Hair Light in der Dreipunkte-Ausleuchtung.

Spots haben in der Regel kaltes Licht, aber oft aufsteckbare Farbfilter (wie der im Ratgeber).

Was ist mit der integrierten Kameralampe?

Als Videojournalistin hatte ich ein Kameralicht dabei. Das Ziel war ja, schnell arbeiten zu können und nicht noch Lampen mit mir herumtragen und aufstellen zu müssen.

Das kleine Lämpchen, das in der Kamera oder im Smartphone eingebaut ist, kann das Gesicht der gefilmten Person zusätzlich etwas aufhellen. Es kann auch ein Strahlen ins Auge geben – das bezeichnen Profis als „Leben“ im Auge.

Licht besser von der Seite als von vorne

Das Kameralicht sollte aber nur im absoluten Notfall als Hauptlicht eingesetzt werden. Denn wenn das Licht frontal von vorne kommt, wirkt das Gesicht flach.

Im Ratgeber empfehle ich ein Modell von Fotichästli, das mit einer Querstange an der Kamera befestigt wird. Das heisst, das Licht kommt von der Seite. Das ist viel schöner als ein frontales Licht, denn es entstehen leichte Schatten, welche die Gesichtszüge betonen.

Low-Budget-Option: Anstatt der integrierten Kameralampe kannst Du auch die Taschenlampe eines anderen Smartphones als zusätzliche Lichtquelle verwenden. Am besten funktioniert das mit einer Taschenlampen-App mit unterschiedlichen Lichtstärken und Wärmegraden, und wenn Du das Smartphone auf einem Stativ befestigst.

Zusätzlich: Lichtstative und Akkus

Wenn Du eine Lampe kaufst, ist normalerweise kein Licht-Stativ dabei. Es muss zusätzlich bestellt werden.

Lampen haben standardmässig nur ein Kabel dabei. Akkus erleichtern das Filmen extrem, wenn man mobil sein will – ich würde meine nie mehr hergeben. Beim Bestellen von Akkus die entsprechenden Ladegeräte nicht vergessen!

Ratgeber „Ausrüstung Licht“

Damit Du alles zusammen hast und nichts vergessen geht, habe ich Dir einen Ratgeber zusammen gestellt mit meinen Empfehlungen für Lampen, Stative und Akkus. Du kannst den Ratgeber kostenlos herunterladen.

Welche Erfahrungen mit Videolicht hast Du gemacht? Ich würde mich über Deinen Kommentar freuen.

An dieser Stelle Danke an Fotichaestli.ch, das mir die Produkte zum Testen zur Verfügung gestellt hat!

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Gutes Licht für Deine Videos (2/3): Die Dreipunkte-Ausleuchtung

Im letzten Blogeintrag ging es darum, wie Du mit dem Licht vor Ort arbeiten kannst, wenn Du ohne zusätzliche Lampen filmst.

Oft musst Du in diesen Situationen Kompromisse eingehen. Du stellst zum Beispiel Deinen Interviewpartner nahe ans Fenster, um sein Gesicht schön von der Seite auszuleuchten – dafür hast Du im Hintergrund eine Wand mit unschönen Schreibzetteln.

3 Vorteile von Lampen

Das ist für mich der grösste Vorteil davon, mit Lampen zu arbeiten. Du kannst dort filmen, wo der Hintergrund optimal ist. Du musst keine Kompromisse eingehen und hast sowohl einen schönen Hintergrund als auch gutes Licht auf dem Gesicht Deines Interviewpartners.

Es gibt aber noch weitere Vorteile, wenn Du Lampen zur Verfügung hast:

  • Du kannst beim Bild durch die Beleuchtung mehr herausholen und auch vor hellem Hintergrund filmen.
  • Du hast immer genügend Licht dabei und bist nicht auf das Tageslicht oder das Raumlicht angewiesen.

So arbeiten Profis

Die Standard-Methode beim Arbeiten mit Lampen ist die Dreipunkte-Ausleuchtung. Es ist die klassische Ausleuchtung für Interviews, Moderationen etc.

Vorher: Wähle Deinen Hintergrund

Die Regeln, nochmals kurz zusammengefasst:

  • nicht zu unruhig (störende Gegenstände allenfalls entfernen, Tiefenunschärfe nutzen)
  • so wenig Text wie möglich – das Auge beginnt automatisch zu lesen (Ablenkung vom gesprochenen Inhalt)
  • falls vor einer Wand, genügend Abstand lassen, damit kein harter Schatten entsteht und es nicht aussieht, wie „Verbrecherbilder“

1. Key Light

Das Key Light ist das hellste Licht im Setting. Es sorgt dafür, dass Deine Interviewpartnerin gut zu sehen ist.

In der klassischen Dreipunkte-Ausleuchtung scheint das Key Light auf die Gesichtshälfte, die näher bei der Mitte des Bildes ist.

Die Lampe stellst Du möglichst nahe bei der gefilmten Person auf, aber so, dass sie nicht mehr im Bild ist. Ich stelle das Key Light jeweils etwas höher, damit das Gesicht schön in einem schrägen Winkel beleuchtet wird. Dadurch entstehen Schatten und das Gesicht erhält Struktur.

Damit diese Schatten auf der anderen Gesichtshälfte nicht zu dunkel sind, verwenden wir noch eine zweite Lampe:

2. Fill Light

Das Fill Light ist weniger stark als das Key Light. Es kommt ebenfalls von schräg vorne, die Lampe wird relativ nahe bei der gefilmten Person aufgestellt, scheint aber auf die andere Seite des Gesichts.

Wir nehmen dafür weicheres Licht als für das Key Light oder einen Reflektor. Als Fill Light können auch ein Fenster, eine weisse Wand oder ein reflektierender Flipchart dienen!

Mit der Stärke des Fill Light lässt es sich variieren: Wenn das Key Light eindeutig stärker ist, bleibt mehr Schatten und das gibt mehr Charakter ins Gesicht.

3. Hair Light (Back Light)

Das Hair Light (auch „Back Light“ genannt) leuchtet schräg oben auf den Hinterkopf der gefilmten Person (hartes Licht, z.B. Spot). Es gibt mehr Tiefe ins Bild und hebt die Person deutlicher vom Hintergrund ab.

Das Hair Light ist in der Dreipunkte-Ausleuchtung diejenige Lichtquelle, die man am ehesten weglassen kann. Wenn jemand zum Beispiel nicht mehr so viel Haar auf dem Kopf hat, betont man dies mit dem Hair Light eher noch – in diesem Fall lasse ich es weg.

Herausforderung Brillenträger

In der Brille spiegeln sich Lichtquellen. Die Augen sind dann unter Umständen nicht mehr zu sehen. Das macht das Filmen von Personen, die Brille tragen, schwierig – vor allem bei grossen Brillen, wie sie momentan Mode sind.

Beim Aufstellen der Lampen musst Du beachten, dass keine Reflexionen auftauchen. Und wenn es sich nicht vermeiden lässt, dann höchstens am Rand der Brille.

Mein Trick:

Oft hilft es, das Licht leicht von oben herab zu setzen. Dann fallen Reflexionen nicht auf die Augen.

Brille abnehmen – ja oder nein?

Wenn Dein Interviewpartner die Brille immer trägt, gehört sie zur Person. In diesem Fall unbedingt anbehalten.

Ist Deine Interviewpartnerin jedoch manchmal auch mit Kontaktlinsen oder ohne Brille unterwegs, kann sie die Brille für die Aufnahmen auch abnehmen.

Zweipunkte-Ausleuchtung ohne Lampen

Nicht immer hat man drei Lampen. Je nach Budget und je nachdem, wie man unterwegs ist.

Achte jedoch darauf, dass Du mindestens zwei Lichtquellen aufs Gesicht scheinen lässt! Zwei Lampen sind in jedem Fall besser als eine.

Wenn Du nur eine einzige Lampe oder nur ein Fenster mit Tageslicht hast (dazu der erste Blogpost dieser Licht-Serie: „Das Licht vor Ort richtig nutzen“), gibt es Tricks, wie Du noch ein Fill Light erhalten kannst:

  • Zwei Fensterfronten: In diesem Fall stellst Du den Interviewpartner in die Ecke, in der er oder sie von vorne und von seitlich beleuchtet wird. (Hast Du im Hintergrund eine zweite Fensterfront, also Gegenlicht, musst Du diese entweder verdunkeln oder die Perspektive wechseln.)
  • Aber auch eine Wand oder ein Flipchart, welche das Licht etwas reflektieren, können ein zweites Licht (Fill Light) auf das Gesicht geben. Das macht es heller und mildert die Schatten.

Ratgeber „Gutes Licht für Deine Videos“

Zur aktuellen Blogpost-Serie habe ich einen Ratgeber zusammengestellt. Er enthält Tipps, wie Du mit dem Licht vor Ort arbeiten kannst, aber auch kurz zusammengefasst die Erklärung zur Dreipunkte-Ausleuchtung. Hier kannst Du das PDF herunterladen.

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Gutes Licht für Deine Videos: Das Licht vor Ort richtig nutzen

Wenn jemand vor der Kamera steht und spricht, dann muss man das Gesicht dieser Person sehen. Vor allem ihre Augen. So erhält das, was gesprochen wird, Aufmerksamkeit.

Dafür ist es essenziell, dass das Gesicht gut ausgeleuchtet ist.

Mit diesem Blogeintrag beginne ich eine dreiteilige Serie zum Thema „Licht“: Damit deine Videos im besten Licht erscheinen.

Im ersten Teil erkläre ich Dir, wie Du ohne zusätzliche Ausrüstung gutes Licht erzielen kannst. Im zweiten Teil der Serie dann die Grundlagen fürs Filmen mit zusätzlichen Lichtquellen (die Dreipunkte-Ausleuchtung) und im dritten Teil einige Produkte-Tests und Kauf-Empfehlungen.

Ohne Licht-Equipment unterwegs

Wenn Du wissen willst, wie du Gutes Licht ohne Zusatzlampen hinkriegst, kannst Du dieses Video schauen, den Text unten lesen oder den „Ratgeber Licht“ gratis herunter laden. Oder natürlich eine Kombination wählen:-)

Wenn bei mir ein Dreh ansteht, bin ich meistens mit dem Auto unterwegs und habe Koffer mit Lampen und Licht-Stativen dabei. Aber als ich noch als Videojournalistin gearbeitet habe, fuhr ich mit Zug und Bus zu den Interviews. Dabei zog ich meinen Rollkoffer mit der Kamera hinter mir her und trug ein Stativ auf dem Buckel.

Zusätzliche Hilfsmittel für gutes Licht hatten keinen Platz. Abgesehen davon, dass ich im hektischen VJ-Alltag auch gar nicht die Zeit gehabt hätte, diese auch einzurichten.

Um in deinem Video gutes Licht zu haben, musst Du Dir also nicht unbedingt Lampen oder Scheinwerfer kaufen. Mit etwas Know-How kannst Du mit dem vorhandenen Licht viel machen.

Filmen in Innenräumen: Wo sind die Fenster?

Wenn Du vor einem Fenster filmst, mit Blick nach aussen, dann hast Du unter Umständen einen schönen Hintergrund. Aber Deine Interviewpartnerin ist nur als dunkle Silhouette zu erkennen.

Das kennt man auch aus der Fotografie: Gegenlicht gibt schwarze Silhoutten.

Das Fenster kannst Du aber als Lichtquelle nutzen.

Drehe Dich um 180 Grad, also stelle Deine Interviewpartnerin so, dass das Licht vom Fenster auf ihr Gesicht fällt. Du als Kameramann oder -Frau stehst so, dass Du das Fenster seitlich oder im Rücken hast.

Damit hast Du schon sehr schönes Licht. Ein Fenster ist grossflächig, leuchtet also das Gesicht schön aus. Und weil das Licht von der Seite kommt, entstehen keine Schatten unter den Augen. Zwei grosse Vorteile!

Deshalb die wichtigste Frage bei Interviews in Gebäuden: Wo sind die Fenster? Dorthin bringst Du Deinen Interviewpartner.

Raumlicht ausschalten

Wenn im Raum Licht an ist, schaltest Du dieses idealerweise aus. Dafür gibt es zwei Gründe.

1. Je dunkler der Raum ist und je heller das Gesicht, desto schöner ausgeleuchtet erscheint dieses. Das Gesicht sollte möglichst der hellste Punkt im Bild sein – das zieht die Aufmerksamkeit des Zuschauers an und das Gesprochene wird besser wahrgenommen.

Wenn es sich um eine künstlerische Entscheidung handelt, kannst Du natürlich auch eine Lampe oder ein anderes Licht ins Bild bringen. Grundsätzlich gilt aber die Regel, die ich soeben beschrieben habe.

2. Warmes und kaltes Licht sollte man nicht mischen. Tageslicht ist kalt, künstliches Raumlicht meistens warm. Wenn die beiden Lichtquellen vermischt sind, weiss der automatische Weissabgleich nicht so recht, ob nun warmes oder kaltes Licht die Referenz ist. Wenn der Weissabgleich nicht stimmt, wird das Gesicht im kalten Licht eher bläulich.

Filmen in Räumen ohne Fenster

Am frühen Morgen oder wenn die Sonne schon weg ist, nützen Dir Fenster nicht mehr als Lichtquelle. Es gibt auch Räume, in denen gar kein natürliches Licht vorhanden ist.

In diesem Fall suche ich immer zuerst die Lampen. Zum Beispiel die Deckenbeleuchtung.

Nun stellst Du Deinen Interviewpartner (oder Dich selbst, je nach Aufnahme) so auf, dass das Licht der Deckenlampe schön auf das Gesicht fällt und es keine Augenschatten gibt. In dem Beispiel unten funktioniert die Deckenlampe sehr gut.

 

Falls es Lampen hat, die von der Seite Licht geben, würde ich zuerst diese ausprobieren. Meistens gibt das weniger Schatten unter den Augen.

Oft ist es möglich, in einem Raum das Licht zu verändern oder umzustellen – nutze diese Möglichkeiten!

Unter freiem Himmel

Draussen gelten genau die gleichen Regeln wie diejenigen, die ich für das Filmen in Innenräumen beschrieben habe: Interviewpartnerin oder Moderator brauchen Licht auf dem Gesicht, die Augen müssen zu erkennen sein.

Das funktioniert am besten, wenn es bewölkt ist, oder aber am Morgen oder am späteren Nachmittag/Abend. Denn dann scheint die Sonne nicht mehr von oben herab, sondern tief seitlich ins Gesicht. Sowohl Interviewpartnerin als auch Hintergrund sind hell.

 

Wenn die Sonne hoch am Himmel steht, gibt es harte Schatten auf dem Gesicht. Der Kontrast ist sehr stark und Falten werden unschön betont. Und wenn es sehr hell ist, kneift Dein Interviewpartner die Augen zu. Eine Sonnenbrille ist da natürlich keine Lösung – man soll die Augen ja sehen! 😉 In diesem Beispiel sieht man die Augen auch ohne Sonnenbrille nicht.

 

So funktioniert’s: Geh mit Deinem Interviewpartner weg vom direkten Sonnenlicht. Dabei ist wichtig: Auch der Hintergrund muss im Schatten liegen, damit das Bild ausgeglichen ist.

 

Wenn nur die gefilmte Person im Schatten ist, aber der Hintergrund sonnig, ist entweder die Person zu dunkel…

 

…oder, wenn du die Belichtung an der Kamera anpasst, der Hintergrund überbelichtet.

 

Ein Baum taugt nicht als Schattenspender, denn durch die Blätter scheint immer wieder Sonnenlicht durch. Das kann unschöne helle Flecken auf die gefilmte Person geben.

HDR: Bald auch bei Video?

Wenn Hinter- und Vordergrund unterschiedlich hell sind, kann man das bei Fotos mit HDR etwas ausgleichen. Dabei werden mehrere Bilder auf einmal aufgenommen, jedes mit unterschiedlicher Belichtung. Die Kamera baut diese Bilder dann so zusammen, sodass sowohl Vorder- und Hintergrund schön ausgeleuchtet sind.

Der gleiche Effekt für Videos zu erzeugen, braucht viel mehr Rechenleistung als bei einem Foto. Für ein HDR Foto kombiniert die Kamera 2 bis 3 Bilder. Für ein Video müssen alle Frames doppelt oder dreifach abgelichtet werden. Es gibt zwar bereits HDR Videos, aber noch nicht für den „Normal-User“ Bereich.

 

Und was ist mit dem Hintergrund?

Es kann ein Problem sein, dass Du so den Hintergrund nicht frei auswählen kannst. Doch wenn man das Gesicht der gefilmten Person nicht erkennt, interessiert auch der Hintergrund niemanden. Licht hat erste Priorität, Hintergrund zweite.

Generell sollte der Hintergrund möglichst ruhig sein und Tiefe geben. Lösungen dafür:

  • Interviewpartner nicht direkt vor eine einfarbige Wand – das gibt wegen dem entstehenden Schatten „Verbrecherbilder“
  • Bilder wenn nötig abhängen, störende Gegenstände entfernen
  • Beim Filmen mit DSLR-Kamera: Tiefenunschärfe nutzen, um den Hintergrund ruhiger zu machen (Blogeintrag dazu: „Wie erzeuge ich geringe Tiefenschärfe beim Filmen mit Smartphone?“)
  • Alternativ: Kamera etwas weiter wegstellen und zoomen – auch das gibt leichte Tiefenunschärfe

 

Ratgeber „Gutes Licht für Deine Videos“

Die wichtigsten Tipps aus diesem Blogeintrag habe ich in einem Ratgeber zusammengefasst. Hier kannst Du das PDF herunterladen. Darin enthalten ist auch die „Dreipunkte-Ausleuchtung“, auf die ich im nächsten Teil dieser Blog-Serie eingehen werde. Im dritten Teil der Serie geht es dann um Ausrüstungs-Tipps (mit einem zusätzlichen Ratgeber dazu).

Viel Spass beim Ausprobieren! Wie immer freue ich mich, wenn Du mir von Deinen Erfahrungen erzählst.

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Videoproduktion Aufbaukurs: Für Filmfans und Kommunikationsprofis

Im letzten Blogeintrag beschrieb meine Mitarbeiterin Evelyne, was sie in meinem Videoproduktion Starterkurs gelernt und erlebt hat.

Bist Du schon weiter? Kennst Du die technischen Grundlagen und hast schon Erfahrung im Produzieren von Videos? Dann schau Dir doch mal meinen Aufbaukurs an. Dort geht es darum, zu üben, wie man mit Video eine Geschichte erzählt.

In diesem Blogeintrag liest Du mehr dazu von drei Leuten, die diesen Kurs besucht haben.

Im Aufbaukurs filmen wir jedes Mal in einer anderen Location. Letztes Mal waren wir in einer Posamenterie in Lenzburg – das ist eine Werkstatt, die auf traditionelle Art bunte Kordeln, Quasten und Bordüren herstellt.

In einem früheren Kurs erhielten wir Einblick in die Schuhfabrik Fretz Men. Und im nächsten Kurs filmen wir in der ältesten Kerzenfabrik der Schweiz. Es hat noch freie Plätze!

Was sie im Aufbaukurs gelernt haben, mit welcher Ausrüstung sie filmen und wie sie das neue Know-How jetzt umsetzen, das haben mir drei ehemalige Kursteilnehmende im Interview erzählt.

Christian Burger: „Eine Geschichte erzählen, nicht nur schöne Bilder produzieren“

Zur Person: Ich bin selbständiger IT-Projektleiter und habe viele Jahre ambitioniert fotografiert. Zum Filmen kam ich per Zufall: Ich durfte vor ein paar Jahren ein paar Videos für einen befreundeten Politiker produzieren. Schnell wurde mir klar, dass das mehr ist als fotografieren mit vielen Bildern. In den folgenden Jahren habe ich mir hauptsächlich autodidaktisch, aber auch in verschiedenen Kursen das Filmhandwerk beigebracht. Heute filme ich primär in der Familie. Unsere dreijährige Tochter ist dabei mein Hauptmotiv geworden.

Judith: Du hast meinen Starterkurs vor rund zwei Jahren besucht, Du filmst regelmässig und hast Dich immer weitergebildet. Was hat Dich dazu gebracht, den Aufbaukurs auch noch zu besuchen?

Christian: Ja, nebst Deinem Starterkurs habe ich verschiedene Kurse besucht und regelmässig gefilmt. Ich habe sogar mit ein paar Gleichgesinnten eine KAF (Klasse Autodidaktischer FilmerInnen) gegründet und wir haben uns zwei Jahre lang regelmässig getroffen.

Was mich bei Deinem Starterkurs beeindruckt hat, war die Tatsache, dass wir innerhalb von wenigen Stunden genügend Theorie und Wissen hatten, um ein kleines Filmprojekt vom Anfang bis zum Schluss durchzuziehen. Dabei hast Du uns immer nur das Nötigste mitgegeben, was wir zum Erfolg brauchten – aber auch kein bisschen weniger. Ich erachte das als den wichtigsten Erfolgsfaktor.

„Möglichst effizient eine gute Story produzieren“

Daneben hast Du die Teilnehmer kaum mit Technik belastet. Die Qualität der Ausrüstung war für dich zweitrangig. Bei Dir können auch Leute mit wenig technischem Know-How und mit einer einfachen Amateurkamera gute Resultate produzieren. Das hat mich beeindruckt und war der Auslöser, mich für den Aufbaukurs anzumelden.

Was hast Du im Aufbaukurs noch dazu gelernt?

Im Aufbaukurs habe ich gelernt, wie man mit wenig Aufwand und Vorbereitung eine gute kurze Story produziert. Also möglichst effizient. Ich habe geplant, Interviewfragen vorbereitet, gefilmt, geschnitten und hatte am Abend des Kurstages eine Rohfassung in der Hand. Diese war in sich schlüssig war und beinhaltete die geplante Hauptaussage. Den Feinschnitt, die Tonbearbeitung, das Grading etc. konnte ich dann in Ruhe zu Hause fertigstellen.

„Die Technik sollte man schon im Griff haben“

Mit welcher Ausrüstung warst Du mit dabei?


Ich hatte ziemlich viel Material dabei. Nebst meiner Canon XF-100 hatte ich noch eine Sennheiser-Funkstrecke und ein paar externe Mikrofone dabei. Zudem einen externen 4-Kanal Audio-Recorder. Geschnitten habe ich auf Premiere Pro mit meinem MacBook Air.

Warum hast Du Dich für diese Kamera entschieden?


Die Kamera wurde mir von einem erfahrenen VJ vom Schweizer Fernsehen empfohlen. Ich bin Ingenieur und fotografiere zudem seit vielen Jahren mit Canon Spiegelreflexkameras. Daher habe ich mich sehr schnell mit dem Gerät angefreundet. Die Kameras sind mittlerweile sehr preiswert als Occasion erhältlich und sind daher auch nicht mehr teurer, als eine gute Amateurkamera.

Wem würdest Du diesen Kurs empfehlen?

Ich kann den Kurs jedem empfehlen, der mit seiner Kamera nicht nur schöne Bilder produzieren, sondern eine Geschichte erzählen will. Die Technik (Kamera, Ton und Schnittplatz) sollte man aber schon im Griff haben.

Christians Video aus dem Aufbaukurs Videoproduktion:

 

Olivia Bachofer: „Für Kommunikationsprofis, die sich mehr Flexibilität wünschen“

Zur Person: Olivia Bachofer ist bei Schindler Aufzüge AG Communication & Brand Manager.

Judith: Du hast wenige Wochen nach dem Starterkurs den Aufbaukurs besucht. Warum hast Du gleich beide Kurse gebucht?

Olivia: Der Starterkurs war der ideale Einstieg ins Filmen. Ich wollte aber noch einen Schritt weitergehen und lernen, wie ich einen Beitrag von A-Z selber machen kann. Das Video ist in meinem Job immer öfter die erste Wahl. Aus diesem Grund haben wir bei Schindler einiges an Videoequipment angeschafft. Ich konnte es kaum abwarten, das Material zu nutzen und war deshalb sehr froh, dass schon kurze Zeit später ein Aufbaukurs stattfand.

War es eine gute Idee, die zwei Kurse so nahe beieinander zu machen?

Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, gleich beide Kurse zu absolvieren. Diesen zweiten Tag hat es auch wirklich gebraucht, um zu lernen, wie man ein komplettes Video produziert. Ich war erstaunt, wie viel ich in diesen zwei Tagen gelernt habe und dass ich bereits in der Lage war, einen Beitrag zu filmen und zu schneiden. Jetzt heisst es «üben, üben, üben…»

„Vor- und Nachteile aller gängiger Geräte kennengelernt“

Du bist mit dem iPhone zum Aufbaukurs gekommen. Wie hat das funktioniert?

Mit dem iPhone zu filmen ist sehr einfach, wenn man einige Dinge beachtet. Mit Stativ und bei gutem Licht kommen ganz schöne Aufnahmen zustande. Das hat für mich sehr gut funktioniert. Es hat mir aber gefallen, dass der Kurs nicht auf ein bestimmtes Gerät ausgerichtet war. Ich habe die Vor- und Nachteile aller gängiger Geräte kennengelernt.

Warum hast Du das iPhone gewählt?

Ich arbeite mit einem externen Videoproduzenten, der seit längerer Zeit alles mit dem iPhone filmt. Daher wusste ich, wie gut die Qualität dieser Videos ist. Das iPhone ist einfach mitzunehmen und zu bedienen. Der grösste Vorteil ist aber, dass sich die Leute heute gewohnt sind, von einem Handy gefilmt zu werden. Sie sind weniger gehemmt, als wenn eine grosse Kamera auf sie gerichtet ist.

„Die perfekte Location für diese Übung“

Wie hast Du den Aufbaukurs allgemein erlebt?

Der ganze Tag war eigentlich eine praktische Übung mit dem Ziel, am Ende einen Beitrag fertig zu schneiden. Die Schuhfabrik von Fretz Men war die perfekte Location, um einen Beitrag zu gestalten, denn es gab viele «filmreife» Arbeitsschritte. Mit der Hilfe von Judith ist an diesem Tag ein Clip zustande gekommen, den ich nicht einmal so schlecht finde, für das erste Mal 🙂

Wem würdest Du den Kurs empfehlen?

Ich empfehle den Kurs Kommunikationsprofis, die sich mehr Unabhängigkeit und Flexibilität wünschen. Denn gerade in der internen Kommunikation werden Videoinhalte immer wichtiger. Es ist gut, wenn man gewisse Beiträge selber produzieren kann, weil die Kosten für ein professionelles Video schon sehr hoch sind.

Was möchtest Du in Zukunft selber filmisch umsetzen?

Ich werde weiterhin für die interne Kommunikation Interviews produzieren, Statements filmen oder Beiträge über Trainings, Weiterbildungen oder Events erstellen. Übung macht den Meister und mit der Routine wird es auch ein wenig einfacher. Es ist eine Herausforderung, die aber grossen Spass macht.

Olivias Video aus dem Videoproduktion Aufbaukurs: 

Roland Farner: „Altes loslassen, sich auf Neues einlassen und es gleich umsetzen“

Zur Person: Seit 1968 gehöre ich zur Weltbevölkerung, habe als kleiner Junge die ‚Star Wars‘-Filme lieben gelernt und bin seit jeher vom Medium Film begeistert. Ich habe eine liebe Frau, drei schon fast erwachsene Kinder und Mila, unsere Beaglehündin. Meine Vielseitigkeit fordert mich immer wieder heraus. Liebe ich doch neben dem Filmen auch das Kochen, mein Rennauto, die Natur, alte Möbel und alte Häuser, gute Gespräche zu führen und Gäste zu bewirten, ich brauche viel Freiheit, liebe die Stille und Ruhe und noch vieles mehr.

Judith: Wie bist Du auf den Kurs „Videoproduktion Aufbau“ aufmerksam geworden?

Roland: Da ich filmerisch weiterkommen wollte, habe ich im Internet gesucht und bin auf Deine Seite gestossen. Die Aufmachung von Deiner Website sprach mich an. Ich fragte Dich per Mail nach deiner Einschätzung von meinen Projekten, bzw. wie ich mich weiterbilden könnte. Daraufhin hast Du mir Deinen Videoproduktion Aufbaukurs empfohlen.

„Hilfreiche Inputs, ohne ganze Bücher lesen zu müssen“

Wie hast Du den Kurstag erlebt?

Den Kurs habe ich als sehr angenehm und interessant erlebt. Ein lehrreicher Tag, mit vielen neuen Eindrücken und hilfreichen Inputs, die man, ohne ganze Bücher lesen zu müssen, umsetzen kann. Deine freundliche, angenehme und ruhige Art hat mir sehr gut gefallen.

Was hat Dich vor allem weitergebracht?

Meinen Horizont wurde erweitert. Altes loslassen und sich auf Neues einlassen und umsetzen. Zum Beispiel Interviews, Texte einblenden, B-Roll etc. Zuhören und zuschauen wie es andere machen, daraus lernen und sich das herauspicken, was einem wichtig erscheint.

Mit welcher Ausrüstung bist Du in den Kurs gekommen?

Ich habe mit einer Canon EOS 7D Mark II-Spiegelreflexkamera gefilmt. Dazu habe ich ein Røde Mikrofon, ein Kamerastativ, diverse Gopros, Mikrofone (Funk und Kabel) und einen iMac mit externer Speicherplatte. Als Schneidprogramm benutze ich Final Cut Pro X.

„Ich möchte für Unternehmen Imagefilme produzieren“

Warum hast Du diese Kamera gewählt?

Die Canon wurde mir von Christian empfohlen, einem Filmemacher. Er hat sich ein paar Filme von mir angeschaut und hatte den Eindruck, die EOS 7D wäre die richtige für mich. Mir gefällt die Tiefenunschärfe, die man mit einer Spiegelreflexkamera einfangen kann. Aber ich werde mir sehr warscheinlich noch eine Videokamera und Lichtpanels zulegen.

Wie und wo möchtest Du das Gelernte vor allem umsetzen?

Ich möchte meinen Horizont noch mehr erweitern, und zwar mit neuen Projekten aus der ganzen Bandbreite des Lebens. Im Moment begrenze ich mich auf unsere „Galvanik- und Motorsporttrailer“, da ich nicht gross Zeit habe, mich auf anderes einzulassen. Das vor allem wegen des Umbaus unseres alten Bauernhauses.

Dadurch habe ich aber auch viele neue Menschen kennengelernt. Mein Ziel wäre es, für Unternehmen Imagefilme etc. zu produzieren, mit denen ich meine Leidenschaft ausleben und hoffentlich noch etwas dabei verdienen kann.

Rolands Video aus dem Aufbaukurs Videoproduktion:

 

Der nächste Aufbaukurs: Filmen in der ältesten Kerzenfabrik der Schweiz

Am 18. September findet mein nächster Kurs Videoproduktion Aufbau statt. Wir dürfen in der Kerzenfabrik Hongler Kerzen  AG filmen – in der ältesten Kerzenfabrik der Schweiz. Hier gibts Infos und Anmeldung.

PDF-Ratgeber „Musik für Online-Videos“

Wenn Du regelmässig eigene Videos produzierst und auf YouTube, Vimeo oder Facebook hochlädst, dürften Musik-Urheberrechte ein Thema sein, das Dich interessiert. Dazu habe ich einen PDF-Ratgeber. Dieser hilft Dir im juristischen Dschungel weiter und enthält auch Tipps, wo Du lizenzfreie Musik bekommst.

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Im Test: Zusatz-Objektive fürs Smartphone

Fischauge, Makro, Teleobjektiv: Für Smartphones gibt es diverse Objektive, die man zusätzlich kaufen kann. Das bedeutet: mehr Möglichkeiten beim Filmen und Fotografieren mit dem Smartphone.

Ich selber hatte bisher nicht viele zusätzliche Objektive im Einsatz. Denn wenn ich mit meinem iPhone filme, geschieht dies meist spontan. Weil ich aber häufig gefragt werde, ob ich Aufstecklinsen oder zusätzliche Objektive empfehlen kann, habe ich nun einige Modelle getestet – und zwar nicht nur fürs iPhone.

Im Video stelle ich Dir die Linsen vor. Im Text unten kannst Du alles nochmals ausführlich nachlesen.

Eine Kurzübersicht  über alle Zusatzlinsen findest Du im PDF „Objektive zum Filmen mit dem Smartphone“, welches Du gratis herunterladen kannst. Ich habe Dir auch alle Objektive zu einem online Shop verlinkt.

Billige No-Name-Objektivsets

Es gibt im Internet unzählige billige Objektivsets zu kaufen. Auch ich habe vor etwa einem Jahr mal ein solches bestellt. Und die Objektive sehr bald in den Müll geworfen. Die Qualität ist zu schlecht: Es gibt einen schwarzen Rand im Bild und die Linsen verrutschen die ganze Zeit oder passen von Anfang an nicht richtig.

Hier gibt es wirklich einen grossen Unterschied zu den teureren Produkten, die ich euch im Folgenden vorstellen werde.

olloclip Active Objektivset

olloclip Active Objektivset

Das olloclip Active Objektivset besteht aus einem Teleobjektiv mit 2 x optischem Zoom und einem Weitwinkel. Weitwinkel wird auch „Action Camera“-Sichtfeld genannt, weil viel mehr ins Bild kommt, aber nicht so verzogen wie beim Fischauge.

Es gibt von olloclip auch ein Set mit Fischauge, Weitwinkel und Makroobjektiv; das olloclip Core Set.

Vorteile: Das Bild ist schön, klar und es gibt keine schwarzen Ränder.

Mit dem iPhone 7 Plus ist das Teleobjektiv besonders cool: Dieses iPhone verfügt ja bereits über einen 2x-Zoom in der einen Linse. Indem das olloclip-Teleobjektiv auf dieser Linse positioniert wird und ich diese bei Filmen gezielt anwähle (ist z.B. in Apps wie Filmic Pro oder Pro Camera möglich), habe ich sogar einen 4x optischen Zoom. Somit wird die Dualkamera voll ausgenutzt.

Weiterer Vorteil: Die  Linsen sind robust und das Anstecksystem durchdacht: Am Clip kann ich beide Linsen befestigen, dann je nach Situation den Clip umgedreht aufstecken und so ganz schnell zwischen den beiden Objektiven wechseln.

Dazu gibt es einen Anhänger, mit dem ich den olloclip z.B. an meiner Tasche befestigen kann.

Nachteile: Der olloclip, den ich mir gekauft habe, ist für iPhone 7 und 7 Plus geeignet. Für andere iPhones oder Smartphones passt er nicht und es stellt sich auch die Frage, ob er zum Nachfolgermodell, dem kommenden iPhone 8, passen wird.

Zweiter Nachteil: olloclip ist nur für iPhone erhältlich. Es gab olloclip auch mal für frühere Modelle des Samsung Galaxy, für die aktuellen Galaxy-Smartphones gibt es die Objektive aber nicht mehr.

Preis: Bei Apple kostet das olloclip Active Objektivset ca. CHF 160.

ExoLens mit ZEISS Optik

ExoLens mit ZEISS Optik

ZEISS stellt sehr hochwertige, gute Objektive her, und die gibt es jetzt auch für das Smartphone. Es gibt ExoLens-Objektive sowohl für iPhone als auch für das Samsung Galaxy S6. Eine Freundin lieh mir ihr Galaxy mit den beiden passenden ExoLens-ZEISS-Objektiven zum Ausprobieren aus.

Makro- und Teleobjektiv finde ich eine gute Kombination: Wenn ich mir eine Kombination aussuchen könnte, wären dies genau die beiden Linsen, die ich wählen würde.

Für die Makro-Aufnahmen musste ich sehr nahe ans Objekt heran, dass es wirklich scharf wurde und man die Details sah. Das Video wurde deswegen ziemlich verwackelt. Doch gerade weil man so nahe ans Objekt herangeht, ist es sehr schwierig, mit einem Stativ zu arbeiten. Fazit: Für Fotos ist das Makro-Objektiv wunderbar und es gibt wirklich schöne Aufnahmen. Zum Filmen ist es weniger geeignet.

Das Teleobjektiv hingegen ist auch zum Filmen praktisch. Ich war am See und habe die Schwäne und Enten gefilmt, und mit dem Zoom komme ich näher ran, ohne dass der Schwan gleich beisst 😉

Vorteile: Die Bilder sind wirklich sehr schön und die Kombination Makro- und Teleobjektiv macht Sinn.

Nachteile: Wie erwähnt, ist das Makro-Objektiv zum Filmen eher nicht geeignet. Zudem ist das Objektivset, das ich getestet habe, ist nur fürs Samsung Galaxy S6 geeignet. Schon beim Galaxy S7 passt es nicht mehr. Auch das Objektivset für iPhone 6 und 7 passt beim iPhone 7 Plus bereits nicht mehr.

Preis: Fürs Galaxy-Objektiv gibt man rund 116 € aus, fürs iPhone-Modell im Apple Store sogar CHF 240. Dafür, dass man die Linsen nur mit einzelnen Modellen verwenden kann, ein hoher Preis.

Samsung-Set für Galaxy S7

Ich freue mich immer, wenn Blog-Leserinnen oder Leser mit mir Kontakt aufnehmen und mir ihre Erfahrungen weitergeben. So hat mich André Häring von „Aug & Ohr“ kontaktiert. Er besitzt ein Objektiv-Set für das Samsung Galaxy S7, hergestellt von Samsung selber.

Samsung Lens Cover ET-CG930 für Galaxy S7 (Bild: Samsung)

André hat für mich ein Video aufgenommen, in dem er das Set vorstellt. Ihr könnt es euch in meinem YouTube-Video zu diesem Blogeintrag anschauen. Ich fasse seine Erfahrungen zusammen:

Vorteile: Das Set, bestehend aus Tele- und Weitwinkel-Objektiv, Halterung und Abdeckungen, ist schön verarbeitet. Die Objektive sind wertig, aus Metall und mit Glaslinsen, und gut verpackt. Die Objektive werden in die Halterung geschraubt, danach wird die Halterung, eine Art Cover, auf das Smartphone gesteckt. Die Halterung passt perfekt auf das Galaxy S7.

Das Objektiv wird in die Halterung geschraubt. (Screenshot Video André Häring)

Auf mich machen die Linsen im Video einen guten Eindruck, die Bildqualität ist gut und die Verarbeitung, wie bereits erwähnt, ebenfalls.

Dieses Set ist nur fürs Galaxy S7 geeignet. Da das Set aber von Samsung selber stammt, ist die Chance gross, dass sie zu Nachfolgermodellen einfach ein neues Case produzieren, mit dem die Linsen weiterhin zu verwenden sind.

Preis: Online ist das Set direkt bei Samsung erhältlich und kostet rund CHF 90. Ein fairer Preis.

Sony Cybershot (DSC-QX10)

Eine Kamera, verpackt in einem Objektiv: Sony Cybershot DSC-QX10.

Dieses Objektiv von Sony habe ich schon seit drei Jahren. Es ist ein unabhängiges Objektiv, das sich mit dem Smartphone verbinden lässt. Das Smartphone dient nur noch als Display.

Das Objektiv kann entweder unabhängig verwendet oder ans Smartphone angesteckt werden. (Fürs iPhone 7 Plus funktioniert die Halterung gerade noch.)

Vorteile: Ein grosser Vorteil des Cybershot-Objektivs ist die hervorragende Bildqualität. Es verfügt über einen 10x optischen Zoom und einen optischen Bildstabilisator.

Diese Unabhängigkeit gibt viele Möglichkeiten für Kameraperspektiven: Ich kann das Objektiv zum Beispiel ins Gras legen und sehe auf dem Smartphone aus der Froschperspektive, wenn meine Protagonisten daran vorbeigehen. Wenn das Objektiv mal zu weit weg vom Smartphone sein sollte, dann sehe ich das mit einem Symbol auf dem Display. (Für andere Möglichkeiten eines externen Monitors beim Filmen mit Smartphone, siehe dieser Blogeintrag.)

Das Objektiv ist für verschiedene Smartphone-Modelle geeignet. Ich habe es mit dem iPhone 5 und 7 Plus getestet.

Nachteile: Die Verbindung zum Smartphone ist sehr langsam. Das Cybershot-Objektiv wird mit einer App verwendet, die ein WiFi aufbaut und sich mit dem Smartphone verbindet. Für Fotos und Filmaufnahmen ohne viel Bewegung funktioniert das einwandfrei. Ansonsten ist die Übertragung aber immer etwas verzögert oder stockt sogar.

Ein weiterer Nachteil ist, dass beim Filmen die Dateien nur auf der internen SD-Karte gespeichert werden. (Beim Fotografieren landen sie direkt auf dem iPhone-Speicher.) Wenn ich schon mit meinem Smartphone filme, möchte ich die Videos auch gleich anschauen oder schneiden können.

Zum Filmen würde ich dieses Objektiv also nicht empfehlen.

Preis: Bei Digitec.ch ist das Sony Cybershot DSC-QX10 zwar aufgeführt, aber auf unbestimmte Zeit nicht lieferbar. Bei Amazon kostet es 350 €. Für diesen Preis kauft man besser gleich eine richtige Kamera.

Beastgrip

Beastgrip mit verschiedenen Linsen.

Beim Recherchieren zu Objektiven für das Smartphone lernte ich Célia kennen. Sie ist auf Instagram sehr aktiv und macht tolle Bilder.

Ich traf Célia in Zürich, wo sie mit ihr „Beastgrip“ vorstellte. Das ist eine Konstruktion, in die man verschiedene Smartphones hineinschrauben und dann ein Objektive aufstecken kann.

Vorteile: Das Beste am Beastgrip ist, dass die Grösse verstellbar ist. Ich kann also alte iPhones einsetzen, aber auch mein iPhone 7 Plus, Samsung Galaxy – sogar das iPad Mini könnte man noch damit verwenden. Durch die verstellbare Konstruktion halten sie alle sehr gut.

Vorne setzt man dann verschiedene Objektive ein. Zum Beastgrip gehören ein Weitwinkel mit Fischauge und ein Weitwinkel mit Makro.

Es gibt aber auch einen Adapter, mit dem man beliebige Canon- oder Nikon-SLR-Objektive am Beastgrip befestigen kann. Damit kriegt man Bilder im Film-Look mit viel Tiefenunschärfe, wie es sonst mit dem Smartphone nicht möglich ist.

Das Beastgrip kann man gut in der Hand halten und beim Filmen führen, ich kann es aber auch einfach auf ein Stativ schrauben.

Das Beastgrip im Test.

Preis: Das Set mit Beastgrip-Halterung, Weitwinkel-Fischauge, -Makro und Adapter für SLR-Objektive kostet direkt bei Beastgrip 335 $. Sets mit einzelnen dieser Bestandteile sind entsprechend günstiger.

Fazit: Das Beastgrip finde ich wirklich toll, vor allem, weil man mit verschiedenen Smartphones und Objektiven arbeiten kann.

Machen zusätzliche Objektive fürs Smartphone Sinn?

Vor allem beim Beastgrip drängt sich die Frage auf, warum man bei dem ganzen Equipment-Aufwand nicht gleich eine DSLR-Kamera verwendet. Macht es Sinn, ein solches Gerüst zu kaufen und Adapter für teure Objektive?

Ich persönlich werde mir kein Beastgrip kaufen. Der Grund: Zum Fotografieren mit dem Smartphone, zum Beispiel für Instagram, habe ich gerne die kleinen olloclip-Objektive oder das Sony Cybershot dabei. Diese reichen mir für Zoom- oder Weitwinkel-Aufnahmen völlig.

Wenn ich mit dem Smartphone filme, dann mache ich dies vor allem spontan und ohne zusätzliches Equipment. Wenn ich hingegen geplant filme, verwende ich lieber meine professionelle Ausrüstung, also meine Lumix GH4 oder Sony FS5. Da brauche ich kein zusätzliches Beastgrip.

3 Gründe für zusätzliche Objektive

Es gibt aber durchaus Gründe, warum ein zusätzliches Objektiv für das Smartphone in gewissen Situationen Sinn macht:

1. Kein Umweg über den Computer

Journalisten, die etwa ein Interview filmen und dieses möglichst schnell auf die Redaktion schicken sollen, können dies direkt vom Smartphone aus tun. Der Umweg über einen Computer, den man etwa mit einer Handycam nehmen muss, entfällt. Mit einem zusätzlichen Objektiv hat man aber trotzdem schönere Bilder als mit der einfachen Smartphone-Kamera.

2. Produktion direkt auf dem Smartphone

Wenn man das Video auf dem Smartphone filmt und auch gleich auf diesem Gerät bearbeitet, ist man in der Produktion einfach am schnellsten. Das fertige Video kann man danach auch direkt auf YouTube hochladen. Auch hier können zusätzliche Objektive für mehr Möglichkeiten und bessere Bildqualität sorgen.

3. Live-Videos

Das Smartphone macht es heute möglich, dass wir mit Facebook, Instagram etc. sehr einfach live in die ganze Welt streamen können. Wenn ich ein Teleobjektiv habe, komme ich auch bei einem Live-Video näher heran, zum Beispiel, wenn ich draussen unterwegs bin und aus der Entfernung etwas heranholen möchte.

Ich würde mich freuen, in den Kommentaren von euch zu lesen, welche Objektive ihr verwendet und was ihr für Erfahrungen damit macht!

PDF-Ratgeber

Die verschiedenen Objektive mit Vor- und Nachteilen sowie den Infos zu Preis und Onlineshops habe ich euch in einem kleinen PDF-Ratgeber zusammengestellt. Du kannst ihn mit einem Klick aufs Bild herunterladen.


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Q&A: Wie erzeuge ich geringe Tiefenschärfe beim Filmen mit Smartphone?

Hallo Judith,

Ich habe eine Frage zum Fokus. Wie kriege ich geringe Tiefenschärfe hin?

Manchmal gelingt es mir, auf ein Objekt im Vordergrund zu fokussieren, sodass der Hintergrund unscharf wird. Aber dann kann ich nicht zwischen den beiden Ebenen wechseln. Manchmal schaffe ich es auch gar nicht, überhaupt einen unscharfen Hintergrund hinzubekommen.

Gibt es da eine besondere Herangehensweise oder Tricks? Hat es eventuell etwas mit der Belichtung zu tun, oder mit meinem iPhone? Ich komme da nicht weiter.

Vielen Dank für deine Hilfe. 

Liebe Grüße aus Deutschland

S.

Hallo S.,

vielen Dank für Dein Mail und Deine Anfrage. Ich benutze für die geringe Tiefenschärfe den Begriff „Tiefenunschärfe“, denn dies beschreibt meiner Meinung nach besser und verständlicher, worum es geht. Tiefenunschärfe ist ein Effekt, der ganz vielen Leuten gefällt. Das Hauptobjekt kommt schön zur Geltung, und man kann einen unruhigen Hintergrund kaschieren. Die Gestaltungsmöglichkeiten beim Filmen sind also grösser.

Mit dem Smartphone bringst Du nicht so viel Tiefenunschärfe hin wie etwa mit einer DSLR-Kamera, aber dazu noch etwas später. Um aber grundsätzlich einen unscharfen Hintergrund zu erzeugen, kannst Du folgendes ausprobieren:

Nahe heran ans Objekt

Nimm ein Glas und stelle es auf einen Tisch (oder etwas ähnliches), der relativ weit von der Wand weg ist. Nun gehe mit dem Smartphone möglichst nah ans Glas heran, damit es richtig gross im Bild ist. Das Glas soll das Bild aber nicht ganz füllen, der Hintergrund soll noch zu sehen sein.

Tippe das Glas auf dem Bildschirm an. Der Fokusrahmen auf dem Display bewegt sich dann dorthin und das Glas wird scharfgestellt. Wenn Du genug weit weg bist vom nächsten Hintergrund, wird dieser jetzt unscharf. So erzeugst Du Tiefenunschärfe.

 

Ich bin nah am Glas, der Hintergrund ist weit weg, ich habe Tiefenunschärfe.

 

Ich bin nicht mehr nah am Glas und habe gleich viel weniger Tiefenunschärfe.

Fokus manuell verschieben

Nun tippe auf den Hintergrund, damit dieser scharfgestellt wird. Jetzt sollte das Glas eher unscharf sein.

Glas ist unscharf, der Hintergrund ist scharf.

Du kannst so auch während dem Filmen zwischen Vorder- und Hintergrund wechseln, wie Du es in Deiner Frage beschreibst.

Eine sogenannte „Schärfenfahrt“, bei der sich der Fokus langsam von einer Ebene zur anderen verschiebt, kriegst du leider mit der iPhone-Kamera-App nicht richtig hin. Wenn Du das möchtest, empfehle ich dir zum Beispiel die App Filmic Pro: Sie verfügt über einen „Slider“ für den Fokus. Den kannst du langsamer verschieben, wenn Du eine Schärfenfahrt erhalten möchtest.

Wie bekomme ich eine geringe Schärfentiefe?

Die Tiefenschärfe wird durch vier Faktoren beeinflusst: Sensor der Kamera – Abstand zum Objekt – Brennweite – Blendenzahl.

Je grösser der Sensor der Kamera ist, desto mehr Unschärfe kann ich ins Bild bringen. Im Smartphone steckt ein kleiner Sensor. Wie oben gezeigt, kannst Du jedoch mit dem Smartphone auch mit Nähe zu einem Objekt Tiefenunschärfe produzieren.

Die Brennweite bei einer Kamera veränderst Du, indem Du zoomst. Je grösser die Brennweite ist, desto geringer ist die Tiefenschärfe. Das heisst, je näher Du heranzoomst, desto unschärfer wird der Hintergrund. Die meisten Smartphones haben aber keinen optischen Zoom, also keine Linse, bei der die Brennweite verändert werden kann.

Ist die Blende weit offen, hast Du eine kleine Blendenzahl und Tiefenunschärfe. Das iPhone 7 hat eine Blende von f1,8, was eigentlich eine sehr kleine Blende ist. Trotzdem ist es schwierig, den Hintergrund unscharf zu halten. Das zeigt, dass die Blende nicht der wichtigste Faktor in Bezug auf die Tiefenschärfe ist, auch wenn das oft geglaubt wird.

Das iPhone hat einen kleinen Sensor, und schon das macht Tiefenunschärfe schwierig; die kleine Brennweite durch den fehlenden Zoom kommt noch dazu. Viel besser für Aufnahmen mit Tiefenunschärfe geeignet als Smartphones sind Kameras mit Wechselobjektiven (DSLR, Systemkameras, Cinema Cameras). Dank grossem Sensor und kleiner Brennweite bringe ich auch mit einer f4 Blende mehr Tiefenunschärfe ins Bild als mit dem Smartphone mit der f1.8 Blende. 

Wenn Du noch mehr darüber erfahren willst, wie Tiefenschärfe funktioniert, empfehle ich Dir den entsprechenden Artikel bei digitaler-fotokurs.de. Er ist etwas ausführlicher, aber doch nicht zu technisch.

Ablenkung reduzieren mit Tiefenunschärfe

Der schöne Effekt der Tiefenunschärfe kann auch nützlich sein: Gerade gab ich eine Schulung bei der Firma Adesso. Die Teilnehmenden diskutierten, ob sie ihre Statements mit dem Smartphone oder mit einer Canon EOS 100D aufnehmen sollten.

Ich plädierte für die Canon, gerade wegen der Möglichkeit der Tiefenunschärfe. Die Interviews wurden nämlich in einem Büro aufgezeichnet, das heisst, es waren Bilder und Bücherregale an den Wänden. Diese können Kontraste und Struktur ins Bild geben, damit wird das Bild spannend. Mit dem Smartphone gefilmt, sieht man aber jeden Buchstaben und jeden Strich – und das lenkt von der sprechenden Person ab.

Mit der Canon-DSLR-Kamera und der entsprechenden Blendenzahl verschwindet der Hintergrund und die Person oder das Objekt im Vordergrund erhalten im Video die ganze Aufmerksamkeit.

Wenn Du mit dem Smartphone beim Interview einen unscharfen Hintergrund hinkriegen willst, musst Du doch recht nah ran:

Schau mir ins Auge, Kleiner 🙂

Zwei verschiedene Brennweiten beim iPhone 7 Plus

Das iPhone 7 Plus besitzt zwei Linsen statt nur eine. Deshalb kann ich die Brennweite verändern. Die erste Linse ist ein Weitwinkel mit einer Brennweite von 28 mm (wie die Linse beim iPhone 7). Die zweite Linse ist ein Teleobjektiv und hat eine Brennweite von 56 mm. Wenn ich also von der ersten auf die zweite Linse wechsle, kann ich zweifach zoomen, bekomme also mehr Tiefenunschärfe:

Das Glas ist zwar grösser im Bild, aber ich war mit der Kamera weiter weg als bei den Bildern vorher.

Porträtmodus beim iPhone 7 Plus

Die Dualkamera des iPhone 7 Plus kommt vor allem beim „Porträtmodus“ zum tragen. Das Teleobjektiv fokussiert den Kopf des Gesprächspartners, das Weitwinkelobjektiv bildet den Hintergrund ab und die Software kombiniert danach die beiden Fotos und macht den Hintergrund unscharf. Dank diesem Modus kann ein viel stärkerer Tiefeneffekt („Bokeh“) erzeugt werden.

Poträtmodus beim iPhone 7 Plus.

 

Aufnahme nur mit Teleobjektiv des iPhones 7 Plus.

 

Aufnahme mit Weitwinkellinse des iPhones 7 Plus. Wegen der hohen Tiefenschärfe kommen mehr Informationen ins Bild, und wegen des Weitwinkels auch mehr in der Breite. Somit habe ich viel mehr Ablenkung.

Leider funktioniert der Porträtmodus nur beim Fotografieren. Beim Filmen bräuchte es wegen der vielen Aufnahmen pro Sekunde sehr viel Rechenleistung. So ist dieser Vorteil im Videobereich (noch) nicht nutzbar.

Lieber S., die Antwort wurde jetzt ausführlicher als ich geplant hatte 🙂 Gib mir doch ein Feedback, ob das Experiment mit dem Glas geklappt hat! Und Du lieber Blogleser, liebe Blogleserin auch.

Herzlich

Judith

 

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„Hilfe – mein Mikrofon funktioniert nicht!“

Da kauft man sich ein Mikrofon mit Klinkenstecker, schliesst es am Smartphone an, und – nichts. Kein Ton auf der Aufnahme. Was ist falsch gelaufen? Warum funktioniert das Mikrofon nicht?

Ich kann Dich beruhigen: Für das Problem gibt es eine simple Lösung. Du musst Dein Mikrofon nicht zurückschicken 😉 Die Antwort liegt in der Technik des Klinkensteckers.

Der Anschluss fürs Mikrofon ist versteckt

Das Smartphone hat eigentlich keinen Mikrofoneingang. Aber da es in den Smartphone-Kopfhörern ein kleines Mik zum Telefonieren hat, hat Apple und Co. in der Kopfhörerbuchse einen Mikrofoneingang „versteckt“.

Wenn du das Kabel des Original-Kopfhörers mit integriertem Mikrofon anschaust, siehst du, dass dort drei Ringe sind. Bei einem normalen Kopfhörerstecker mit 3,5mm-Klinke sind es nur zwei. Ebenfalls nur zwei Ringe haben Mikrofone mit Klinkenstecker, die nicht speziell für Smartphones entwickelt worden sind. Mit dem dritten Ring können die iPhone-Kopfhörer den versteckten Mikrofonanschluss aktivieren.

Vergleich: TRS-Stecker (mit zwei Ringen) und TRRS-Stecker (drei Ringe).

Mit einem Adapter geht’s

Der Anschluss mit zwei Ringen heisst „TRS“, der mit drei Ringen „TRRS“. Damit unser normales Mikrofon auch an diesem versteckten Anschluss andocken kann, braucht es einen Adapter: TRS zu TRRS. Damit kannst Du jedes normale Mikrofon auch an ein Smartphone anschliessen.

TRS zu TRRS-Adapter (Bild: Digitec)

Umgekehrt ist es, wenn Du ein Mik für das Smartphone hast (z.B. Røde Smart Lav+): Dann kannst Du dieses mit einem TRRS-zu-TRS-Adapter auch an eine Videokamera anschliessen. 

TRRS zu TRS-Adapter (Bild: Digitec)

Für alle Fälle ausgerüstet

Übrigens: Sogar ein Mik mit XLR-Anschluss kannst Du mit dem Smartphone verwenden. Dafür empfehle ich Dir den Adapter iRig Pre.

iRig Pre (Bild: Digitec)

Kennst Du meinen Ratgeber „Das Mikrofonset für alle Fälle“ schon? Auch die beiden TRS/TRRS-Adapter sind dort drin. Damit Du beim Filmen für alle Situationen gerüstet bist!

Das kleine Kabel macht es möglich: Du brauchst nur ein Mikrofon, aber kannst das Kabel mit Smartphone und Videocam verbinden!

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Kabellose Mikrofone – Funkstrecken und Bluetooth

 

Beim Filmen bin ich froh um jedes Kabel weniger, das ich verwenden muss: Denn Kabel sind im Weg, können sich verheddern, und im dümmsten Fall fällt sogar jemand drüber. Die meisten Mikrofone, die ich hier im Blog schon vorgestellt habe, funktionieren mit Kabel. Doch es gibt mittlerweile auch verschiedene kabellose Möglichkeiten für den Ton beim Filmen. Mit der richtigen Kombination kannst Du dir die Arbeit erleichtern – und Stolperfallen (im wörtlichen Sinn!) vermeiden.

Ich arbeite häufig mit meinen Funkstrecken. Diese sind jedoch wegen der Technologie relativ teuer: Meine Sennheiser-Funkstrecken kosteten jeweils um die 1000 Franken. Im Video und im Text unten stelle ich Euch meine Funkstrecken und zwei günstigere Varianten vor. 

Was ist mit Bluetooth?

Ich wurde schon häufig gefragt, ob es nicht Bluetooth-Mikrofone gebe. Doch, gibt es! Jedoch fand ich persönlich Bluetooth immer unzuverlässig, darum habe ich mich nie damit beschäftigt. Mit meinem Bluetooth-Kopfhörer habe ich häufig Probleme: Einmal kann ich die Verbindung nicht herstellen, dann sendet irgendwas eine Funkstörung auf meinen Kopfhörer, wenn ich zum Beispiel im Zug sitze. Deswegen würde ich der Bluetooth-Technologie beruflich schon gar nicht vertrauen.

Kürzlich hat mir jedoch jemand erzählt, dass er gute Erfahrungen mit dem Nikon Wireless Mikrofon ME-W1 gemacht habe. Da wurde ich neugierig.

Brack.ch hat mir das Produkt für einen Test zur Verfügung gestellt.

Nikon ME-W1

Das Produkt besteht aus zwei Kästchen mit integrierten Mikrofonen (beide!). Der Sender wird mit dem Kabel beim Mikrofoneingang der Kamera eingesteckt.

Das Mikrofon hat einen Clip, damit man es zum Beispiel am Hemd des Interviewpartners anstecken kann. Jedoch ist es im Vergleich mit Lavaliermikrofonen recht gross. Damit man es auf dem Video nicht sieht, installiert man das Kästchen unter Umständen weiter weg von der Tonquelle, also vom Mund der sprechenden Person. Das bewirkt, dass die Stimme leiser und die Umgebungsgeräusche lauter aufgenommen werden. Das ist der grosse Nachteil bei diesem Mikrofon: Die Umgebung muss ruhig sein, damit man den Ton brauchen kann.

Der Preis beträgt bei Brack.ch ca. 250 Franken. (Für Smartphones braucht es zusätzlich einen TRRS-Adapter, um den Klinkenstecker anschliessen zu können.) Ein stolzer Preis im Vergleich mit dem nächsten Mikrofon, das ich gleich vorstellen werde. Dieses kostet nur wenig mehr, bietet aber schon mehr Möglichkeiten.

 

RødeLink-Funkstrecke: gut und günstig

Kürzlich hat mir mein Berufskollege, Videoproduzent Markus Bärtschi, von einer günstigeren Funkstrecke erzählt. Das Produkt heisst RødeLink Filmmaker Kit und kostet ca. 299 Franken – also ein Drittel des Betrags, den ich für meine Funkstrecken bezahlt habe. Und wenn Markus sagt, er arbeite regelmässig damit, dann heisst das, das Produkt taugt etwas. Ich durfte es mir für einen Test ausleihen.

RødeLink Filmmaker Kit

Laut Herstellerinformationen funktioniert RødeLink für Distanzen von bis zu 100 Metern. Im Set mit dabei ist ein Lavaliermikrofon, das der sprechenden Person angesteckt wird. Es ist über ein Kabel mit dem Sender verbunden, dieser kann zum Beispiel an den Hosenbund geclippt werden. Der Empfänger kann auf den Schlitten der Kamera gesteckt werden; die Verbindung zum Mikrofoneingang läuft über ein Kabel. (Fürs Filmen mit Smartphone müsste ein TRRS-Adapter verwendet werden.)

Fazit meines Tests: Für jemanden, der hobbymässig filmt oder ausschliesslich mit dem Smartphone, ist RødeLink eine sehr gute kabellose Möglichkeit. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hervorragend. Die Verbindung ist zuverlässig, da das RødeLink mit Funk arbeitet. Die Frequenz lässt sich verstellen.

 

Für Profis: Funkstrecken von Sennheiser

Nun zur Profi-Ausrüstung. Ich verwende häufig meine Funkstrecken von Sennheiser. Wie auch bei der Røde-Funkstrecke wird das Mikrofon der Person, die spricht, angesteckt, der Sender zum Beispiel in die Tasche gesteckt. Der Empfänger ist bei der Kamera befestigt. Die beiden Geräte kommunizieren über Funk. Da auch die Polizei diese Technologie benutzt, sind gewisse Frequenzen gesperrt.

Meine ältere Funkstrecke ist die Sennheiser EW100-G3. Sie kostete damals ca. 1000 Franken. Heute ist dieses Produkt nicht mehr erhältlich: Die Frequenzen, die sie verwendet, wurden verboten. Ich verwende sie fast nicht mehr.

Sennheiser EW100-G3 (nicht mehr erhältlich)

Diese Funkstrecke sieht zwar etwas komplizierter aus als die bereits vorgestellten Produkte. Sie funktioniert aber ganz einfach. Das Gehäuse ist aus Metall, also robuster und wertiger als die RødeLink-Funkstrecke. Besonders beim Sender ist das nützlich – es kann gut sein, dass da mal jemand aus Versehen draufsitzt.

 

Frequenz wechseln

Vorne kann man bei beiden Geräten eine Klappe öffnen und dort Einstellungen machen. Auch die Batterien sind dort drin. An den Einstellungen ändere ich selten etwas. Wichtig ist aber, dass man den Kanal ändern kann. Warum, dazu eine kleine Anekdote:

Letzte Woche filmte ich an einer Messe. Über den Kopfhörer hörte ich während dem Filmen, was mein Interviewpartner Frank sagte. Dabei fiel mir auf, dass es rauschte und surrte – der Ton war einfach nicht gut. Dann änderte ich die Frequenz und gleich war alles bestens. Nach dem Filmen kam jemand von einem anderen Stand zu uns herüber. Er erzählte mir, dass sie soeben eine Live-Vorführung mit Übertragung auf Leinwand gemacht hätten. Der Ton wurde mit einer Funkstrecke verstärkt. Und offenbar waren wir auf der gleichen Frequenz – denn lustigerweise hörten sie bei ihrer Vorführung plötzlich die Stimme von Frank!

 

Sennheiser AVX MKE-2

Die neuere Funkstrecke von Sennheiser, die AVX MKE-2, funktioniert noch einfacher.

Sennheiser AVX MKE-2

Das kleinere Gerät rechts im Bild ist der Empfänger, der direkt auf der Kamera fixiert und über ein kleines Kabel damit verbunden werden kann. Das Kästchen links ist der Sender mit dem Lavaliermikrofon. Das Geniale an dieser Funkstrecke: Anstatt der Klappe mit den Batterien wie bei der älteren Sennheiser-Funkstrecke habe ich einen Akku. Den kann ich entfernen und aufladen. Das System ist also schon mal ökologischer.

Bei dieser Funkstrecke muss ich gar nichts einstellen. Anstecken, einschalten, und los geht’s! Nicht einmal die Frequenz kann ich hier manuell verstellen. Ja, Du hast richtig gelesen: Ich kann die Frequenz nicht ändern. Doch vorher habe ich ja gerade erzählt, wie wichtig das ist? Die Sennheiser AVX MKE-2 erkennt selbständig, wenn ein Kanal nicht sauber ist, das heisst, wenn eine Frequenz schon von jemand anderem belegt ist. „Tubelisicher“, würden wir auf Schweizerdeutsch sagen.

 

Preisunterschied wegen XLR-Anschluss

Das hat natürlich seinen Preis: In der Schweiz kostet diese Funkstrecke aktuell ca. 820 Franken. Warum dieser Preisunterschied zur RødeLink-Funkstrecke, die ich vorher vorgestellt habe?

Eines habe ich bereits erwähnt, nämlich die robustere Verarbeitung. Vor allem aber ist die Tonqualität noch besser. Die Sennheiser-Funkstrecke ist nämlich über einen XLR-Anschluss mit der Kamera verbunden (auf dem letzten Foto gut zu sehen). XLR-Kabel sind weniger störungsanfällig. Sie liefern vor allem bei langen Kabelstrecken und in einer lauten Umgebung einen stabileren Ton als die Kabel mit 3,5mm-Klinkenstecker.

Beim Filmen mit Smartphone fällt dieser Unterschied nicht ins Gewicht. Dort empfehle ich Dir mit gutem Gewissen die günstigere Funkstrecke von Røde. Wenn Du aber professionell unterwegs bist, lohnt es sich, hier mehr Geld in die Hand zu nehmen. Falls Du dann doch einmal mit dem Smartphone filmen willst, kann die Funkstrecke trotz des XLR-Kabels dort eingesteckt werden – mit dem Adapter iRig Pre (bei iPhone 7 zusätzlich Klinke-zu-Lightning-Adapter).

 

Welches Mik überzeugt?

Das Nikon Wireless Mikrofon ME-W1 hat mich von der Grösse und vom Ton her nicht überzeugt. Das Rode Link kann ich mit gutem Gewissen empfehlen, guter Ton zu günstigem Preis. Sollte meine Funkstrecke mal aussteigen, werde ich mir das Sennheiser AVX MKE-2 kaufen.  Welche Lösung überzeugt Dich? Gib mir doch ein Feedback, welche Mikrofonlösung Dir am besten entspricht und was Du für Erfahrungen damit machst. Ich freue mich über Deinen Kommentar.

 

Übersicht:

Ich habe den Ratgeber „Mikrofone für das Filmen mit dem Smartphone“ noch mit zwei kabellosen Mikrofonen ergänzt. Du kannst ihn gratis herunterladen:

 

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Q&A: Zu wenig Speicherplatz beim Smartphone

Hallo liebe Judith,

mein iPhone macht mir beim Filmen von Interviews das Leben schwer. Es ist ein iPhone 6 Plus mit kleinem Speicher und der ist ständig voll. Das, obwohl ich schon alles mögliche gelöscht habe, um mehr freien Speicherplatz zu kriegen.

Ich frage mich nun, ob ich fürs Filmen ein neues Gerät anschaffen soll. Entweder eine Videocam oder ein anderes Smartphone mit grösserem Speicher, nur zum Filmen.

Apple kommt dafür wohl nicht in Frage. Der Speicher ist begrenzt, das iPhone 7 kommt ohne Kopfhörerbuchse und ist teuer. Wenn, dann würde ich mir ein Android-Smartphone anschaffen. Hast Du da Erfahrung?

Oder besser die Sony-Videocam kaufen, die Du empfiehlst?

Ich bin gerade etwas ratlos, würde mich sehr über Deinen Rat freuen! Merci!

Liebe Grüsse,

T.

Liebe T.,

das mit dem Speicherplatz ist wirklich ein grosser Nachteil beim Smartphone. Ich habe ein iPhone mit dem grössten Speicherplatz (254 GB) und trotzdem war er auch schon voll. Da muss man wirklich regelmässig löschen. Oder eine gute Cloud-Lösung haben.

Android ist keine bessere Lösung

Android-Geräte haben zwar eine externe SD Karte, leider ist dadurch aber das Problem noch nicht ganz gelöst. Es ist oft so, dass das Smartphone bei einem Update gewisse Apps auf die SD Karte lädt oder sonst Dinge dort landen, die dann fehlen, wenn ich die SD Karte entferne.

Die fehlende Kopfhörerbuchse umgehen

Die fehlende Kopfhörerbuchse beim iPhone 7 ist übrigens nur bedingt ein Problem: Die Mikrofone mit Klinkenstecker, die ich empfehle, funktionieren alle mit dem Adapter über den Lightninganschluss. Und in meinem letzten Blogeintrag habe ich Lösungen vorgestellt, wie du aus einem Lightninganschluss zwei machen kannst. Ich kann mir auch vorstellen, dass Android-Geräte auch bald ohne Kopfhörerbuchse verkauft werden.

Videocam anschaffen?

Ob es besser wäre, eine Video-Kamera zu kaufen, hängt von ein paar Überlegungen ab. Dazu empfehle ich Dir auch meinen Blogeintrag „Welche Kamera eignet sich für welchen Einsatz?“.

Vorteil Smartphone:

Das hast Du immer dabei, kannst spontan filmen und Dinge festhalten. Nach Bedarf kannst Du die Videos auf dem Handy gleich schneiden und direkt ins Internet laden.

Falls Du aber Deine Videos sowieso immer planst und nachher auf einem Computer bearbeitest, sind diese Argumente nicht ausschlaggebend.

Ich verwende als Smartphone zum Filmen das iPhone 7.

Vorteil Videocam:

Genug Speicherplatz. Akku kann ausgewechselt werden. In dunklen Situationen bessere Lichtempfindlichkeit, also schönere Bilder. Du hast einen optischen Zoom, wenn Du ein Objekt filmen willst, welches weit weg ist. Wenn Du zum Beispiel auf Safari gehst und nur mit dem Smartphone filmst, wirst Du den Zoom sehr vermissen, da die Tiere dann alle nur klein im Bild sichtbar sein werden. Es gibt Videocams mit Mikrofon- und Kopfhörerbuchse.

Nachteil: Um ein Video zu veröffentlichen, musst Du immer zuerst über den Computer gehen. Und Du musst die Kamera bewusst mitnehmen – spontan filmen ist nicht möglich.

In meinem Ratgeber „Ausrüstung Videocam“ empfehle ich die Sony FDR AX53 4K

Leef-Stick als Speicher-Erweiterung

Es gibt aber noch eine Möglichkeit, wie Du den Speicherplatz Deines iPhones erweitern kannst. Ich habe in meinem Blog einmal den Leef-Stick vorgestellt. In dem Beitrag habe ich beschrieben, wie man damit ganz einfach die Videos vom Smartphone (iPhone und Android) auf den Computer oder Mac bringen kann. Hier der Blogbeitrag.

Leef-Stick für iPhone

Inzwischen habe ich noch eine andere Funktion ausprobiert: Es ist möglich, beim Filmen den Leef-Stick als Speicher zu benutzen. Das iPhone filmt und legt die Dateien gleich auf dem Leef-Stick ab. Den Leef-Stick gibt es mit verschiedenen Speichergrössen. Eigentlich eine super Sache.

Kamera der Leef-App

Zwei Nachteile hat das Ganze: 1. Der jeweilige Stromanschluss (iPhone: Lightning-Buchse, Android: Micro-USB) ist besetzt. Beim iPhone 7 wäre dies auch der Mikrofoneingang.

2. Man muss die Kamera der dazugehörenden Leef-App benutzen. Die ist okay, soweit ich bei meinem kurzen Test feststellen konnte. Andere Kamera-Apps funktionieren aber nicht mit dieser Speichererweiterung.

Ich arbeite zum Beispiel oft mit Filmic Pro, einer App, die viele Möglichkeiten für manuelle Einstellungen hat. Aber wenn Du ohnehin immer mit der normalen iPhone App filmst, kannst Du die wohl mit der Leef-App-Kamera ersetzen.

Vielleicht löst dies ja Dein Speicherproblem, ohne dass Du teure neue Geräte anschaffen musst!

Ich hoffe, das hilft bei Deiner Entscheidung. Lass mich doch wissen, wenn Du eine neue Lösung hast.

Herzlich

Judith

 

In diesem Ratgeber findest Du meine Videocam Empfehlung und die nötige Hardware dazu.

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