Kategorie: Handycam

Integrierte Bildstabilisatoren – und wann es trotzdem ein Stativ braucht

Verwackelte Bilder sind beim Smartphone Geschichte. Für einen Kurs wollte ich kürzlich Beispiele zu diesem Thema aufnehmen. Ich ging auf unsere Dachterrasse und filmte von dort aus mit meinem iPhone das Schloss Rapperswil. Ich hielt das iPhone frei in den Händen und damit man noch besser erkennen sollte, wie sich unruhige Hände auf das Bild übertragen, zoomte ich nahe heran. Danach machte ich die gleichen Aufnahmen nochmals, stützte mich aber dabei auf dem Geländer auf.

Als ich die beiden Aufnahmen verglich, war ich total überrascht: Man konnte praktisch keinen Unterschied erkennen! Smartphones besitzen heute so gute Bildstabilisatoren, dass es glücklicherweise auf YouTube in Zukunft weniger verwackelte Video geben wird:-)


Aus der Hand gefilmt, zusätzlich gezoomt:

Hände gestützt auf das Terrassengeländer: 

Digitale und optische Bildstabilisatoren

Man unterscheidet zwischen digitalen (elektronischen) und optischen (mechanischen) Bildstabilisatoren. Bei Smartphones sind sie in der Regel digital. Das iPhones 6S Plus und 7 Plus besitzen einen optischen Bildstabilisator.

Der digitale Bildstabilisator analysiert nur das Bild, der optische Bildstabilisator nimmt mit Sensoren die Bewegungen wahr und versucht diese mechanisch auszugleichen.

Bei der Sony FDR-AX33 4K, einer kleinen Handycam, ist die optische Stabilisierung schön zu erkennen: Das Objektiv schwebt sozusagen im Gehäuse und man sieht beim Blick in die Linse, wie beim Filmen Bewegungen ausgeglichen werden. Achte beim Video auf die Linse:

 

Grenzen der Bildstabilisierung

In dem Kurs, für den ich das Wackelvideo als Beispiel machen wollte, filmten viele Teilnehmende mit guten System- und Spiegelreflexkameras. Ihre Bilder waren oft extrem verwackelt. Fotokameras haben zwar auch Bildstabilisatoren, die beim iPhone sind gemäss meiner Erfahrung aber besser.  Da wäre ein Smartphone zum Filmen besser gewesen – oder noch besser ein Stativ. (Mehr zum Stativ und zu anderen Möglichkeiten, ein stabiles Bild zu erhalten.)

Auch die Möglichkeiten der digitalen Bildstabilisierung sollten aber nicht überstrapaziert werden, denn sie haben ihre Grenzen. Etwa, wenn sich die Kamera beim Filmen zu stark bewegt. Dann wird das Bild zwar automatisch digital beruhigt, aber es beginnt zu „wobbeln“: Es gibt eine unschöne Wellenbewegung ins Bild.

 

Aufnahmen im Nachhinein beim Schnitt stabilisieren

Zu Rettung einer verwackelten Aufnahme besteht in manchen Schnittprogrammen auch die Möglichkeit, das Bild im Nachhinein zu stabilisieren. Die Schüttelbewegung wird dann entfernt. Auch hier besteht aber die Gefahr, dass das Bild zu „wobbeln“ beginnt, wenn die Verwackelung zu stark ist.

 

Vorteil des optischen Bildstabilisators beim Schwenk

Filme ich meinen Sohn Cadon, wie er mit einem Fussball über die Wiese rennt und versucht ins Gegnertor zu bringen, mache ich mit der Kamera wahrscheinlich einen Schwenk, weil er mit sonst aus dem Bild läuft. Der digitale Stabilisator könnte die Schwenkbewegung zuerst als „Kamerazittern“ einstufen, und versucht die Bewegung am Anfang auszugleichen. Das kann am Anfang zu einem „verzogenen“ Bild führen. Mit dem optischen Stabilisator passiert das weniger, weil der Sensor die Bewegung in eine Richtung nicht gleicht ausgleicht.

 

Fazit: Stabilisierung im Voraus planen

Am besten entscheidet man vor dem Filmen, wie das Bild aussehen soll und welche Möglichkeit zur Stabilisierung geeignet ist. Und ob diese überhaupt erforderlich ist: Ist etwa eine actionreiche Verfolgungsjagd zu Fuss geplant, bei der der Kameramensch mitrennt, ist der „Shaky Cam“-Effekt durchaus erwünscht. In diesem Fall sollte man den Bildstabilisator ausschalten. Bei der gewöhnlichen iPhone-Kamera ist das Ausschalten nicht möglich, in Apps wie Filmic Pro schon. (Mein Tutorial zu Filmic Pro hier)

Für ruhigere Szenen nehme ich aber lieber gleich ein Stativ. Zum Beispiel für ein Interview, bei dem sich der Zuschauer auf die Person konzentrieren soll und was sie sagt. Dort würde jede Bewegung nur vom Inhalt ablenken.

Ein ruhiges Bild mit Bildstabilisator:

 

Ein verzittertes Video ohne Bildstabilisator:

 

Hier filmte ich mit dem Stativ. Das Bild ist ruhig und ich empfinde es schärfer als das erste Video, welches ich nur mit dem Bildstabilisator beruhigt habe.


Was sind Deine Erfahrungen mit dem Bildstabilisator?

 

 

 

 

 

 

Welche Kamera eignet sich für welchen Einsatz?

Webcam, Smartphone, Spiegelreflexkamera und Co.: Wir haben heute unzählige Möglichkeiten, um zu filmen. Eine Kamera, die sich für nahezu jeden Zweck eignet, gibt es nicht. In diesem Blogpost zeige ich dir die unterschiedlichen Vor- und Nachteile, damit du für jeden Einsatz die beste Kamera zur Hand hast.

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Webcam:

Die Webcam hat den Vorteil, dass ich sie stehen lassen kann und somit nicht jedes Mal neu einrichten muss, wenn ich beispielsweise ein Tutorial aufnehme. Die Handhabung ist sehr einfach und mit Quicktimeplayer ist das Video schnell aufgenommen – und die Datei habe ich auch gleich auf dem Computer.

Allerdings empfehle ich eine externe Webcam und nicht etwa die eingebaute zu verwenden: Dadurch kannst du die Webcam mit einem Stativ auf die richtige Höhe bringen und dich somit optimal ins Bild setzen. In einem früheren Blogbeitrag „Wie setze ich mich richtig ins Bild“ zeige ich dir die richtige Positionierung der Webcam.

Zudem ist die Bildqualität bei einer externen Webcam deutlich besser als bei einer eingebauten. Bei Aufnehmen sehe ich auf dem Bildschirm das Bild und kann beispielsweise mithilfe von Apps wie „Webcam Settings“ manuelle Einstellungen vornehmen.

Die Webcam hat aber auch Nachteile: Sie ist nur mit dem Computer einsetzbar, den Ton muss ich  über den Computer regeln und die Webcam kann ich nur fix an einem Platz verwenden. Für unterwegs ist sie nicht geeignet.

Smartphone:

Das Smartphone punktet damit, dass ich es immer dabei habe und damit alles festhalten kann. Mit ergänzenden Apps wird das Smartphone zum kleinsten Videoproduktionsgerät der Welt. Wie du dieses erfolgreich einsetzt, zeige ich dir in meinem videoworkshop.ch.

Aufgenommene Videos kann ich bei Bedarf direkt auf dem Smartphone nachbearbeiten und ins Internet laden. Auch Livevideos von überall sind möglich dank Apps wie Periscope und Facebook live.

Die Kompaktheit bringt aber auch Nachteile: Es gibt keinen optischen Zoom, wir haben nur eine kleine Linse und einen kleinen Chip. Damit bedingt haben Smartphone eine geringe Lichtempfindlichkeit, ermöglichen wenig Tiefenunschärfe und die Bildqualität lässt bei schlechten Lichtverhältnissen deutlich nach. Auch was den Speicherplatz und die Akkulaufzeit betrifft, gibt es Einschränkungen.

Ein wesentlicher Nachteil ist für mich aber: Ich kann das Display nicht drehen, beispielsweise für Selfie-Videos. Ich könnte zwar die Frontkamera verwenden, diese hat aber eine viel schlechtere Auflösung. Deshalb nehme ich Videos möglichst mit der Hauptkamera auf. Doch wenn ich ein Tutorial aufnehme und mich selber filme, ist das ein Problem, da ich nicht vor und hinter der Kamera gleichzeitig stehen kann. Ich weiss dann nicht, wie der Bildausschnitt aussieht. Also muss ich den Aufnahmeknopf drücken, mich vor die Kamera stellen, „hallo“ sagen und wieder hinter die Kamera gehen und im Video nachschauen, ob ich am richtigen Ort stand…

Sobald jemand anders die Kamera bedient, fallen diese Probleme weg.

Videocam:

Auch die Videocam ist klein und handlich, so dass wir sie gut in der Handtasche dabei haben können. Sie bietet im Gegensatz zum Smartphone einen optischen Zoom. Auch den Speicherplatz und die Akkulaufzeit kann ich beliebig erweitern, indem ich das Speichermedium oder den Akku wechsle.

Die möglichen Nachteile von Videocams hängen stark vom Modell ab. So haben beispielsweise eher günstigere Modelle keine Buchse für ein externes Mikrofon. Auch bieten Videocams wenig Möglichkeiten für manuelle Einstellungen: Je nach Modell gibt es keinen manuellen Fokus, so dass die Kamera bei Interviews oft den Fokus auf den Hintergrund wechselt und nicht das Gesicht der interviewten Person fokussiert.

Deshalb lohnt es sich, beim Kauf einer Videocam genau hinzuschauen. Achte unbedingt darauf, dass die Kamera einen Mikrofon-Eingang hat und du den Fokus manuell fixieren kannst.

Kleiner Fotoapparat:

Die Vorteile eines kleinen Fotoapparates sind vergleichbar mit denen einer Videocam: Der Fotoapparat ist klein und leicht, hat einen optischen Zoom und Speicher sowie Akku sind beliebig erweiterbar.

Allerdings gilt zu bedenken, dass Fotoapparate primär dem Fotografieren dienen. Dies bringt einige Einschränkungen mit sich: Wir haben eine begrenzte Aufnahmedauer, oft sind maximal zehn Minuten möglich pro Clip.  Zudem fehlt in der Regel die Möglichkeit, ein externes Mikrofon anzuschliessen.

Spiegelreflexkamera / Systemkamera mit Wechselobjektiven

Die Vor- und Nachteile einer Spiegelreflexkamera oder einer Systemkamera mit Wechselobjektiven hängen stark vom Modell ab.

Grundsätzlich gilt für diese Kameras: Sie haben eine gute Lichtempfindlichkeit und die Aufnahmen haben schöne Farben. Für schöne Bildgestaltung können wir verschiedene Objekte einsetzen, viel Tiefenunschärfe ist möglich. Beim Filmen können wir den Fokus fixieren und es sind manuelle Einstellungen sowie eine gute Kontrolle über das Bild möglich. Mit zusätzlichen Speichermedien und Zusatz-Akkus sind Speicherplatz und Akkulaufzeit beliebig erweiterbar.

Die Spiegelreflexkamera und Systemkamera eignen sich eher für szenisches Arbeiten. Die Arbeit mit diesen Kameras ist eher langsam, wenn man mit verschiedenen Objektiven arbeitet. Je nach Modell reagiert der Fokus langsam, da die Kameras aufs Fotografieren ausgelegt sind. Zum Teil fehlt eine Buchse für ein externes Mikrofon. Auch wenn eine Buchse da ist, gibt es nur eine Audiospur.

Weitere Nachteile: Es gibt keine ND-Filter (Neutraldichtefilter); bei starkem Sonnenlicht muss man zusätzliche Filter montieren oder mit grossen Blendenzahlen arbeiten und somit auf die Tiefenunschärfe verzichten. Auch ist die Kontrolle über die Belichtung manchmal schwierig, da Hilfsmittel wie Zebra oder Histogramm auf dem Display fehlen.

Wie auch beim Fotoapparat gibt es bei der Spiegelreflexkamera die begrenzte Aufnahmedauer von 10 Minuten.

Unterschied zwischen Systemkamera und Spiegelreflex:

Die Fotografen führen da eigene Diskussionen, aber auf einer Ebene, die beim Filmen etwas anders ist.

Die grossen Unterschiede liegen vor allem bei der Grösse und dem Preis. Systemkameras sind eher leichter, kleiner und vor allem günstiger. Sie bieten beim Filmen jedoch für weniger Geld meistens mehr Vorteile: Längere Aufnahmedauer bis zu 30 Minuten sind möglich; die Kameras eignen sich somit für längere Interviews oder fürs Aufzeichnen von Referaten. Grössere Systemkameras haben zudem fast immer einen Mikrofoneingang und eine Kopfhörerbuchse.

ENG, Electronic Newsgathering Camera / VJ Camera

Als letzte Variante stelle ich dir noch die VJ-Kamera beziehungsweise die „Electronic Newsgathering Camera“ vor.

Die ENG-Kamera bietet eine gute Lichtempfindlichkeit und ermöglicht mir manuelle Einstellungen und Kontrolle über das Bild. Ich kann den Fokus fixieren, habe praktisch unbegrenzt Speicherplatz und kann den Akku bei Bedarf austauschen.

Je nach Format und Speichermedium kann ich bis zu zwei Stunden am Stück filmen, was beim Dokumentieren einer Veranstaltung von Vorteil ist. Anders als bei der Spiegelreflexkamera habe ich zwei Audiospuren, verschiedene ND-Filter und einen grossen Zoom. Dank grossem Zoom kann ich an Veranstaltungen von hinten filmen, ohne den Gästen im Sichtfeld zu stehen. Zuletzt bietet mir die VJ-Kamera verschiedene Hilfsmittel wie Zebra, Histogramm oder die Anzeige des Audiopegels, so dass ich schon beim Filmen die volle Kontrolle über Bild und Ton habe.

Die vielen Vorteile der ENG-Camera bringen auch einige Nachteile mit sich: Die Kamera ist gross und schwer sowie teuer. Sie bietet im Vergleich mit einer Spiegelreflexkamera wenig Tiefenunschärfe und liefert kein „cineastisches Bild“. Aufnahmen einer Spiegelreflexkamera sind oft schöner, die Farben, die Kontraste, die Bewegungen…

Ein wesentlicher Nachteil der VJ-Kamera: Es braucht Erfahrung, um damit arbeiten zu können. Wer ungeübt ist mit den manuellen Einstellungen, ist mit einem Smartphone oder einer Videocam besser bedient.

Zusammenfassung

Die Übergänge zwischen den verschiedenen Kameras sind natürlich fliessend und die beschriebenen Vor- und Nachteile hängen stark vom jeweiligen Modell ab.

Damit du für jeden Verwendungszweck stets die am besten geeignete Kamera zur Hand hast, habe ich dir in der folgenden Tabelle nochmals alle Vor- und Nachteile zusammengestellt, die ich mit den verschiedenen Kameras erlebt habe:

Kamera_ZusammenfassungVerwandte Beiträge:

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Blogparade: Ersetzt das Smartphone andere Kameras?

In seinem Aufruf zur Blogparade provoziert Fabian Wüst mit der Frage, ob Spiegelreflexkameras dem Tode geweiht seien. Werden Smartphones bald alle Arten von Kameras ersetzen?

Smartphones – eine meiner Kernkompetenzen

Als regelmässige Smartphone-Filmerin – vor allem privat filme ich oft mit dem iPhone – fühle ich mich gleich angesprochen und nehme die Blogparade gerne an.

Smartphones haben erstaunlich gute Kameras – in meinen Videokursen sind die TeilnehmerInnen immer wieder von der Bildqualität der kleinen Handy-Apparate überrascht. Und sie werden immer noch besser…

Geschwindigkeit: Der 1. Rang gehört dem Smartphone

Gäbe es einen Oscars für die schnellste Kamera, würde das Smartphone in dieser Kategorie die Siegerstatue gewinnen.

Nichts ist so schnell wie das Smartphone! Vor allem bei ungeplanten Drehs – nehmen wir mal den ersten Schritt meiner Tochter, ein Anlass, den ich fürs Leben festhalten möchte – sind die Vorteile des Smartphones enorm: Wir haben es immer dabei, können es innert Sekunden zücken. Einmal gefilmt, kann das Material gleich mit der richtigen App verbessert und geschnitten und ins Netz geladen oder rasch dem Grossmami geschickt werden.

Auf keiner anderen Kamera ist ein solch effizienter Workflow möglich. 

Blogbeiträge zum Thema:

Das Smartphone hat Grenzen

Trotz des Loblieds… das Smartphone hat auch Grenzen und wird, meiner Einschätzung nach, nie alle anderen Kameras ersetzen. Werde ich angefragt, ein Geschäfts-Shooting mit dem iPhone zu filmen, nehme ich aus guten Gründen meine Kamera mit. Das Smartphone ist mir in solch wichtigen Momenten zu unberechenbar. Viele Dinge spielen auf dem Smartphone zusammen, wird eine App aktualisiert, kann schon mal etwas anderes, z.B. das Mikrofon nicht funktionieren, auch wenn es kurz zuvor tipptopp geklappt hat. Meine Kontrolle über das Gerät geht dann sehr schnell flöten.


Fehlender Zoom

Als weiteres Handicap fehlt beim Smartphone manchmal der Zoom. Ein guter Zoom würde das Phone zu gross machen und dem Konzept eines in der Hosentasche staubaren Geräts widersprechen. Es gibt zwar Zooms zum Aufsetzen, die hat man aber bestimmt beim ungeplanten Dreh nicht dabei und in die Tasche passen sie auch nicht.

Mein Mann Sam war vor Kurzem an einem Instameet-Treffen im Rapperswiler Kinderzoo. Während dem die anderen Teilnehmer mit ihren DSLR- und Systemkameras schöne Closeups von Giraffenaugen – die Tiere standen weit weg hinter dem Zaun – knipsten, wurde Sam die Limitierung seines Smartphones bewusst.

Randnote: In seinem Fall führte es zu einer Kreativitätsexplosion und er beschloss, sich anderen, ausgefallenen Fotosujets zu widmen.


Schlechte Lichtempfindlichkeit

Die relativ kleine Linse und die digitale Aufhellungsfunktion des Smartphones bringen Probleme mit der Lichtempfindlichkeit mit sich und können bei schlechten Lichtverhältnissen ein Bildrauschen verursachen. Die Smartphone-Hersteller sind sich dessen bewusst und verbessern ihr Angebot im rasenden Tempo, die Kamera-Hersteller aber auch. Sie bleiben den Smartphones in dieser Hinsicht eine Nase voraus.


Fehlende Akkus und Speichermedien

Weitere potentielle Probleme sind das Speichermedium und der Akku. Weder das eine, noch der andere können ohne Weiteres gewechselt werden. Der Speicher hat noch andere Daten darauf und kann nicht einfach so ausgetauscht werden. Die Lösung eines externen Powerpacks als Boost für den Akku ist mit dem am Phone hängendem Kabel und Batterie nicht wirklich praktisch beim Filmen.

Last, but not least, will ich mein Smartphone während dem Filmen anderweitig brauchen, rasch der Grossmutter anrufen, Sam mitteilen, dass ich später komme, dann wäre ich froh um eine Kamera, die nicht im Telefon eingebaut ist.

Im Vergleich mit einer DSLR- oder Systemkamera

Vergleich Smartphone Systemkamera

Wir filmen oder fotografieren die Hagenbutte im Garten, die mit ihren roten Farbe auf den Herbst hinweist. Wenn wir mit dem Smartphone eine Aufnahme von sehr nah aufnehmen, wird der Hintergrund unscharf (Siehe Bild oben). Sobald ich mich aber mit der Linse von der Hagenbutte weiter entferne, wird der unwichtige Hintergrund ziemlich scharf. Das Bild wirkt eher flach.

Filmen wir es mit einer DSLR- oder Systemkamera können wir mit verschiedenen Blendenzahlen arbeiten und erhalten somit eine schöne Tiefenunschärfe. Ich kann mehr vom Hagenbuttenstrauch zeigen und den Hintergrund trotzdem unscharf lassen (offene Blende). Für gewisse Filmprojekte bevorzuge ich klar diese Bildqualität.

Blogbeitrag zum Thema:

Obwohl das Smartphone eine sehr gute, kontrastreiche Bildqualität aufweist, haben wir beim Filmen mit einer DSLR- oder Systemkamera eine andere, reichere und sattere Qualität, die mehr Möglichkeiten für die Farbbearbeitung bei der Postproduktion zulässt.  Wir bestimmen, mit wenig Aufwand, wie das Endprodukt aussehen soll.

DSLR vs Systemkameras

Persönlich filme ich gerne mit meiner Systemkamera Panasonic Lumix GH3, die stark aufs Filmen ausgerichtet ist. Sie gibt eine sehr gute Bildqualität, verfügt über einen Mikrofoneingang, eine Kopfhörerbuchse und einen Pegel. Die Nachfolgekamera GH4 bietet sogar ein Peaking (farbige Schattierung zeigt, wo der Fokus liegt). Zudem kann ich mit meiner Lumix GH3 rund dreissig Minuten am Stück aufnehmen. Das können die wenigsten Spiegelreflexkameras.

Für wenig Geld erhalte ich beim Filmen viele Vorteile. 

DSLR-Kameras sind eher aufs Fotografieren ausgelegt. Ein Fokussieren braucht es bei einem Klick nur einmal. Bei der Filmaufnahme muss der Fokus jedoch mit wandern. Höre ich meinen Fotografenkollegen zu, werden DSLR-Kameras nicht so rasch aussterben. Also, keine Bange!

Kürzlich durfte ich eine Canon C100 Mark II ausprobieren. Die Kamera bietet das schöne Bild einer Spiegelreflexkamera und alle Vorteile einer Videokamera. Die würde ich nicht so schnell gegen eine Smartphone Kamera eintauschen. Hier geht es zum TESTBERICHT: CANON C100 MARK II UND XF200.

Kleine Anmerkung: Im Filmen und schneiden auf dem iPhone Kurs vom 17. August hat es noch Plätze frei.

FiLMiC Pro – die ultimative Film-App für das iPhone

Am liebsten filme ich mit dem iPhone mit der Filmic Pro App. Diese Kamera bietet einige Möglichkeiten, welche ich bei der normalen Kamera App von Apple vermisse.

Es gibt die App jetzt auch für Android.

Was ich vor allem an Filmic Pro schätze:

  • Gitternetz einblenden
  • Audiomonitoring: Kontrolle über den Ton
  • Blende fixieren: Wenn die Lichtverhältnisse sich verändern, bleibt die Blende gleich.
  • Weissabgleich fixieren
  • Fokus und Blende sind separat.

Die App kann noch viel mehr, ich zeige Dir alle Funktionen in diesem Video.

Offizielle Website von Filmic Pro

Filmic Pro auf Facebook: Postet regelmässig interessante Beiträge

 

 

Handmikrofon Sony F-V320 für Handycams

Viele Handycams haben keine extra Buchse für externe Mikrofone. Wer eine solch kleine Kamera kaufen möchte, sollte darauf achten, dass ein externes Mikrofon angeschlossen werden kann, für z. Bsp. Interviews.

In diese Mikrofonbuchsen passt ein kleiner Klinkenstecker (3,5 mm). Ich habe festgestellt, dass die Auswahl für solche Mikrofone relativ klein ist. Deshalb bestellte ich mir das Sony F-V320, um dieses auszutesten.

Guter Automatischer Audiopegel

Meine Handycam Sony HDR-SR12 pegelt das Audio recht gut. Oft ist das Audio bei Kameras im Automat eher leise, hier habe ich bei richtigem Mikabstand eine gute Lautstärke. Auch wenn ich laut rede und das Mik nah zum Mund nehme, „klippt“ der Ton nicht. Beim iPhone ist das schwieriger, dort kann es den Ton auch „überschlagen“, wenn ich mit externem Mikrofon arbeite.

Unterschied Klinken/XLR-Stecker

KlinkensteckerXLR Kabel

Profikameras sind mit XLR Eingängen ausgestattet. Diese Anschlüsse sind weniger anfällig für Störgeräusche als die Klinkenstecker. Vor drei Jahren reiste ich mit meiner kleinen Sony Handycam durch Asien und führte Interviews mit externen Mikrofonen über Klinkenstecker. Ich hatte nie Probleme, der Ton war jeweils sehr gut.

Mik vergriffen, die Alternative

Das hier vorgestellt Mikrofon bestellte ich vor einer Woche bei Brack.ch, jetzt ist es leider nicht mehr im Angebot. Vergleichbar sollte aber „sein Bruder“ sein, das Sony F-V420B.

Update 22.04.2015: In meinem PDF-Ratgeber „Ausrüstung Smartphone“ findet ihr eine Alternativ-Voschlag.

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