Kategorie: Hardware fürs Filmen

Im Test: Zusatz-Objektive fürs Smartphone

Fischauge, Makro, Teleobjektiv: Für Smartphones gibt es diverse Objektive, die man zusätzlich kaufen kann. Das bedeutet: mehr Möglichkeiten beim Filmen und Fotografieren mit dem Smartphone.

Ich selber hatte bisher nicht viele zusätzliche Objektive im Einsatz. Denn wenn ich mit meinem iPhone filme, geschieht dies meist spontan. Weil ich aber häufig gefragt werde, ob ich Aufstecklinsen oder zusätzliche Objektive empfehlen kann, habe ich nun einige Modelle getestet – und zwar nicht nur fürs iPhone.

Im Video stelle ich Dir die Linsen vor. Im Text unten kannst Du alles nochmals ausführlich nachlesen.

Eine Kurzübersicht  über alle Zusatzlinsen findest Du im PDF „Objektive zum Filmen mit dem Smartphone“, welches Du gratis herunterladen kannst. Ich habe Dir auch alle Objektive zu einem online Shop verlinkt.

Billige No-Name-Objektivsets

Es gibt im Internet unzählige billige Objektivsets zu kaufen. Auch ich habe vor etwa einem Jahr mal ein solches bestellt. Und die Objektive sehr bald in den Müll geworfen. Die Qualität ist zu schlecht: Es gibt einen schwarzen Rand im Bild und die Linsen verrutschen die ganze Zeit oder passen von Anfang an nicht richtig.

Hier gibt es wirklich einen grossen Unterschied zu den teureren Produkten, die ich euch im Folgenden vorstellen werde.

olloclip Active Objektivset

olloclip Active Objektivset

Das olloclip Active Objektivset besteht aus einem Teleobjektiv mit 2 x optischem Zoom und einem Weitwinkel. Weitwinkel wird auch „Action Camera“-Sichtfeld genannt, weil viel mehr ins Bild kommt, aber nicht so verzogen wie beim Fischauge.

Es gibt von olloclip auch ein Set mit Fischauge, Weitwinkel und Makroobjektiv; das olloclip Core Set.

Vorteile: Das Bild ist schön, klar und es gibt keine schwarzen Ränder.

Mit dem iPhone 7 Plus ist das Teleobjektiv besonders cool: Dieses iPhone verfügt ja bereits über einen 2x-Zoom in der einen Linse. Indem das olloclip-Teleobjektiv auf dieser Linse positioniert wird und ich diese bei Filmen gezielt anwähle (ist z.B. in Apps wie Filmic Pro oder Pro Camera möglich), habe ich sogar einen 4x optischen Zoom. Somit wird die Dualkamera voll ausgenutzt.

Weiterer Vorteil: Die  Linsen sind robust und das Anstecksystem durchdacht: Am Clip kann ich beide Linsen befestigen, dann je nach Situation den Clip umgedreht aufstecken und so ganz schnell zwischen den beiden Objektiven wechseln.

Dazu gibt es einen Anhänger, mit dem ich den olloclip z.B. an meiner Tasche befestigen kann.

Nachteile: Der olloclip, den ich mir gekauft habe, ist für iPhone 7 und 7 Plus geeignet. Für andere iPhones oder Smartphones passt er nicht und es stellt sich auch die Frage, ob er zum Nachfolgermodell, dem kommenden iPhone 8, passen wird.

Zweiter Nachteil: olloclip ist nur für iPhone erhältlich. Es gab olloclip auch mal für frühere Modelle des Samsung Galaxy, für die aktuellen Galaxy-Smartphones gibt es die Objektive aber nicht mehr.

Preis: Bei Apple kostet das olloclip Active Objektivset ca. CHF 160.

ExoLens mit ZEISS Optik

ExoLens mit ZEISS Optik

ZEISS stellt sehr hochwertige, gute Objektive her, und die gibt es jetzt auch für das Smartphone. Es gibt ExoLens-Objektive sowohl für iPhone als auch für das Samsung Galaxy S6. Eine Freundin lieh mir ihr Galaxy mit den beiden passenden ExoLens-ZEISS-Objektiven zum Ausprobieren aus.

Makro- und Teleobjektiv finde ich eine gute Kombination: Wenn ich mir eine Kombination aussuchen könnte, wären dies genau die beiden Linsen, die ich wählen würde.

Für die Makro-Aufnahmen musste ich sehr nahe ans Objekt heran, dass es wirklich scharf wurde und man die Details sah. Das Video wurde deswegen ziemlich verwackelt. Doch gerade weil man so nahe ans Objekt herangeht, ist es sehr schwierig, mit einem Stativ zu arbeiten. Fazit: Für Fotos ist das Makro-Objektiv wunderbar und es gibt wirklich schöne Aufnahmen. Zum Filmen ist es weniger geeignet.

Das Teleobjektiv hingegen ist auch zum Filmen praktisch. Ich war am See und habe die Schwäne und Enten gefilmt, und mit dem Zoom komme ich näher ran, ohne dass der Schwan gleich beisst 😉

Vorteile: Die Bilder sind wirklich sehr schön und die Kombination Makro- und Teleobjektiv macht Sinn.

Nachteile: Wie erwähnt, ist das Makro-Objektiv zum Filmen eher nicht geeignet. Zudem ist das Objektivset, das ich getestet habe, ist nur fürs Samsung Galaxy S6 geeignet. Schon beim Galaxy S7 passt es nicht mehr. Auch das Objektivset für iPhone 6 und 7 passt beim iPhone 7 Plus bereits nicht mehr.

Preis: Fürs Galaxy-Objektiv gibt man rund 116 € aus, fürs iPhone-Modell im Apple Store sogar CHF 240. Dafür, dass man die Linsen nur mit einzelnen Modellen verwenden kann, ein hoher Preis.

Samsung-Set für Galaxy S7

Ich freue mich immer, wenn Blog-Leserinnen oder Leser mit mir Kontakt aufnehmen und mir ihre Erfahrungen weitergeben. So hat mich André Häring von „Aug & Ohr“ kontaktiert. Er besitzt ein Objektiv-Set für das Samsung Galaxy S7, hergestellt von Samsung selber.

Samsung Lens Cover ET-CG930 für Galaxy S7 (Bild: Samsung)

André hat für mich ein Video aufgenommen, in dem er das Set vorstellt. Ihr könnt es euch in meinem YouTube-Video zu diesem Blogeintrag anschauen. Ich fasse seine Erfahrungen zusammen:

Vorteile: Das Set, bestehend aus Tele- und Weitwinkel-Objektiv, Halterung und Abdeckungen, ist schön verarbeitet. Die Objektive sind wertig, aus Metall und mit Glaslinsen, und gut verpackt. Die Objektive werden in die Halterung geschraubt, danach wird die Halterung, eine Art Cover, auf das Smartphone gesteckt. Die Halterung passt perfekt auf das Galaxy S7.

Das Objektiv wird in die Halterung geschraubt. (Screenshot Video André Häring)

Auf mich machen die Linsen im Video einen guten Eindruck, die Bildqualität ist gut und die Verarbeitung, wie bereits erwähnt, ebenfalls.

Dieses Set ist nur fürs Galaxy S7 geeignet. Da das Set aber von Samsung selber stammt, ist die Chance gross, dass sie zu Nachfolgermodellen einfach ein neues Case produzieren, mit dem die Linsen weiterhin zu verwenden sind.

Preis: Online ist das Set direkt bei Samsung erhältlich und kostet rund CHF 90. Ein fairer Preis.

Sony Cybershot (DSC-QX10)

Eine Kamera, verpackt in einem Objektiv: Sony Cybershot DSC-QX10.

Dieses Objektiv von Sony habe ich schon seit drei Jahren. Es ist ein unabhängiges Objektiv, das sich mit dem Smartphone verbinden lässt. Das Smartphone dient nur noch als Display.

Das Objektiv kann entweder unabhängig verwendet oder ans Smartphone angesteckt werden. (Fürs iPhone 7 Plus funktioniert die Halterung gerade noch.)

Vorteile: Ein grosser Vorteil des Cybershot-Objektivs ist die hervorragende Bildqualität. Es verfügt über einen 10x optischen Zoom und einen optischen Bildstabilisator.

Diese Unabhängigkeit gibt viele Möglichkeiten für Kameraperspektiven: Ich kann das Objektiv zum Beispiel ins Gras legen und sehe auf dem Smartphone aus der Froschperspektive, wenn meine Protagonisten daran vorbeigehen. Wenn das Objektiv mal zu weit weg vom Smartphone sein sollte, dann sehe ich das mit einem Symbol auf dem Display. (Für andere Möglichkeiten eines externen Monitors beim Filmen mit Smartphone, siehe dieser Blogeintrag.)

Das Objektiv ist für verschiedene Smartphone-Modelle geeignet. Ich habe es mit dem iPhone 5 und 7 Plus getestet.

Nachteile: Die Verbindung zum Smartphone ist sehr langsam. Das Cybershot-Objektiv wird mit einer App verwendet, die ein WiFi aufbaut und sich mit dem Smartphone verbindet. Für Fotos und Filmaufnahmen ohne viel Bewegung funktioniert das einwandfrei. Ansonsten ist die Übertragung aber immer etwas verzögert oder stockt sogar.

Ein weiterer Nachteil ist, dass beim Filmen die Dateien nur auf der internen SD-Karte gespeichert werden. (Beim Fotografieren landen sie direkt auf dem iPhone-Speicher.) Wenn ich schon mit meinem Smartphone filme, möchte ich die Videos auch gleich anschauen oder schneiden können.

Zum Filmen würde ich dieses Objektiv also nicht empfehlen.

Preis: Bei Digitec.ch ist das Sony Cybershot DSC-QX10 zwar aufgeführt, aber auf unbestimmte Zeit nicht lieferbar. Bei Amazon kostet es 350 €. Für diesen Preis kauft man besser gleich eine richtige Kamera.

Beastgrip

Beastgrip mit verschiedenen Linsen.

Beim Recherchieren zu Objektiven für das Smartphone lernte ich Célia kennen. Sie ist auf Instagram sehr aktiv und macht tolle Bilder.

Ich traf Célia in Zürich, wo sie mit ihr „Beastgrip“ vorstellte. Das ist eine Konstruktion, in die man verschiedene Smartphones hineinschrauben und dann ein Objektive aufstecken kann.

Vorteile: Das Beste am Beastgrip ist, dass die Grösse verstellbar ist. Ich kann also alte iPhones einsetzen, aber auch mein iPhone 7 Plus, Samsung Galaxy – sogar das iPad Mini könnte man noch damit verwenden. Durch die verstellbare Konstruktion halten sie alle sehr gut.

Vorne setzt man dann verschiedene Objektive ein. Zum Beastgrip gehören ein Weitwinkel mit Fischauge und ein Weitwinkel mit Makro.

Es gibt aber auch einen Adapter, mit dem man beliebige Canon- oder Nikon-SLR-Objektive am Beastgrip befestigen kann. Damit kriegt man Bilder im Film-Look mit viel Tiefenunschärfe, wie es sonst mit dem Smartphone nicht möglich ist.

Das Beastgrip kann man gut in der Hand halten und beim Filmen führen, ich kann es aber auch einfach auf ein Stativ schrauben.

Das Beastgrip im Test.

Preis: Das Set mit Beastgrip-Halterung, Weitwinkel-Fischauge, -Makro und Adapter für SLR-Objektive kostet direkt bei Beastgrip 335 $. Sets mit einzelnen dieser Bestandteile sind entsprechend günstiger.

Fazit: Das Beastgrip finde ich wirklich toll, vor allem, weil man mit verschiedenen Smartphones und Objektiven arbeiten kann.

Machen zusätzliche Objektive fürs Smartphone Sinn?

Vor allem beim Beastgrip drängt sich die Frage auf, warum man bei dem ganzen Equipment-Aufwand nicht gleich eine DSLR-Kamera verwendet. Macht es Sinn, ein solches Gerüst zu kaufen und Adapter für teure Objektive?

Ich persönlich werde mir kein Beastgrip kaufen. Der Grund: Zum Fotografieren mit dem Smartphone, zum Beispiel für Instagram, habe ich gerne die kleinen olloclip-Objektive oder das Sony Cybershot dabei. Diese reichen mir für Zoom- oder Weitwinkel-Aufnahmen völlig.

Wenn ich mit dem Smartphone filme, dann mache ich dies vor allem spontan und ohne zusätzliches Equipment. Wenn ich hingegen geplant filme, verwende ich lieber meine professionelle Ausrüstung, also meine Lumix GH4 oder Sony FS5. Da brauche ich kein zusätzliches Beastgrip.

3 Gründe für zusätzliche Objektive

Es gibt aber durchaus Gründe, warum ein zusätzliches Objektiv für das Smartphone in gewissen Situationen Sinn macht:

1. Kein Umweg über den Computer

Journalisten, die etwa ein Interview filmen und dieses möglichst schnell auf die Redaktion schicken sollen, können dies direkt vom Smartphone aus tun. Der Umweg über einen Computer, den man etwa mit einer Handycam nehmen muss, entfällt. Mit einem zusätzlichen Objektiv hat man aber trotzdem schönere Bilder als mit der einfachen Smartphone-Kamera.

2. Produktion direkt auf dem Smartphone

Wenn man das Video auf dem Smartphone filmt und auch gleich auf diesem Gerät bearbeitet, ist man in der Produktion einfach am schnellsten. Das fertige Video kann man danach auch direkt auf YouTube hochladen. Auch hier können zusätzliche Objektive für mehr Möglichkeiten und bessere Bildqualität sorgen.

3. Live-Videos

Das Smartphone macht es heute möglich, dass wir mit Facebook, Instagram etc. sehr einfach live in die ganze Welt streamen können. Wenn ich ein Teleobjektiv habe, komme ich auch bei einem Live-Video näher heran, zum Beispiel, wenn ich draussen unterwegs bin und aus der Entfernung etwas heranholen möchte.

Ich würde mich freuen, in den Kommentaren von euch zu lesen, welche Objektive ihr verwendet und was ihr für Erfahrungen damit macht!

PDF-Ratgeber

Die verschiedenen Objektive mit Vor- und Nachteilen sowie den Infos zu Preis und Onlineshops habe ich euch in einem kleinen PDF-Ratgeber zusammengestellt. Du kannst ihn mit einem Klick aufs Bild herunterladen.


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Kabellose Mikrofone – Funkstrecken und Bluetooth

 

Beim Filmen bin ich froh um jedes Kabel weniger, das ich verwenden muss: Denn Kabel sind im Weg, können sich verheddern, und im dümmsten Fall fällt sogar jemand drüber. Die meisten Mikrofone, die ich hier im Blog schon vorgestellt habe, funktionieren mit Kabel. Doch es gibt mittlerweile auch verschiedene kabellose Möglichkeiten für den Ton beim Filmen. Mit der richtigen Kombination kannst Du dir die Arbeit erleichtern – und Stolperfallen (im wörtlichen Sinn!) vermeiden.

Ich arbeite häufig mit meinen Funkstrecken. Diese sind jedoch wegen der Technologie relativ teuer: Meine Sennheiser-Funkstrecken kosteten jeweils um die 1000 Franken. Im Video und im Text unten stelle ich Euch meine Funkstrecken und zwei günstigere Varianten vor. 

Was ist mit Bluetooth?

Ich wurde schon häufig gefragt, ob es nicht Bluetooth-Mikrofone gebe. Doch, gibt es! Jedoch fand ich persönlich Bluetooth immer unzuverlässig, darum habe ich mich nie damit beschäftigt. Mit meinem Bluetooth-Kopfhörer habe ich häufig Probleme: Einmal kann ich die Verbindung nicht herstellen, dann sendet irgendwas eine Funkstörung auf meinen Kopfhörer, wenn ich zum Beispiel im Zug sitze. Deswegen würde ich der Bluetooth-Technologie beruflich schon gar nicht vertrauen.

Kürzlich hat mir jedoch jemand erzählt, dass er gute Erfahrungen mit dem Nikon Wireless Mikrofon ME-W1 gemacht habe. Da wurde ich neugierig.

Brack.ch hat mir das Produkt für einen Test zur Verfügung gestellt.

Nikon ME-W1

Das Produkt besteht aus zwei Kästchen mit integrierten Mikrofonen (beide!). Der Sender wird mit dem Kabel beim Mikrofoneingang der Kamera eingesteckt.

Das Mikrofon hat einen Clip, damit man es zum Beispiel am Hemd des Interviewpartners anstecken kann. Jedoch ist es im Vergleich mit Lavaliermikrofonen recht gross. Damit man es auf dem Video nicht sieht, installiert man das Kästchen unter Umständen weiter weg von der Tonquelle, also vom Mund der sprechenden Person. Das bewirkt, dass die Stimme leiser und die Umgebungsgeräusche lauter aufgenommen werden. Das ist der grosse Nachteil bei diesem Mikrofon: Die Umgebung muss ruhig sein, damit man den Ton brauchen kann.

Der Preis beträgt bei Brack.ch ca. 250 Franken. (Für Smartphones braucht es zusätzlich einen TRRS-Adapter, um den Klinkenstecker anschliessen zu können.) Ein stolzer Preis im Vergleich mit dem nächsten Mikrofon, das ich gleich vorstellen werde. Dieses kostet nur wenig mehr, bietet aber schon mehr Möglichkeiten.

 

RødeLink-Funkstrecke: gut und günstig

Kürzlich hat mir mein Berufskollege, Videoproduzent Markus Bärtschi, von einer günstigeren Funkstrecke erzählt. Das Produkt heisst RødeLink Filmmaker Kit und kostet ca. 299 Franken – also ein Drittel des Betrags, den ich für meine Funkstrecken bezahlt habe. Und wenn Markus sagt, er arbeite regelmässig damit, dann heisst das, das Produkt taugt etwas. Ich durfte es mir für einen Test ausleihen.

RødeLink Filmmaker Kit

Laut Herstellerinformationen funktioniert RødeLink für Distanzen von bis zu 100 Metern. Im Set mit dabei ist ein Lavaliermikrofon, das der sprechenden Person angesteckt wird. Es ist über ein Kabel mit dem Sender verbunden, dieser kann zum Beispiel an den Hosenbund geclippt werden. Der Empfänger kann auf den Schlitten der Kamera gesteckt werden; die Verbindung zum Mikrofoneingang läuft über ein Kabel. (Fürs Filmen mit Smartphone müsste ein TRRS-Adapter verwendet werden.)

Fazit meines Tests: Für jemanden, der hobbymässig filmt oder ausschliesslich mit dem Smartphone, ist RødeLink eine sehr gute kabellose Möglichkeit. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist hervorragend. Die Verbindung ist zuverlässig, da das RødeLink mit Funk arbeitet. Die Frequenz lässt sich verstellen.

 

Für Profis: Funkstrecken von Sennheiser

Nun zur Profi-Ausrüstung. Ich verwende häufig meine Funkstrecken von Sennheiser. Wie auch bei der Røde-Funkstrecke wird das Mikrofon der Person, die spricht, angesteckt, der Sender zum Beispiel in die Tasche gesteckt. Der Empfänger ist bei der Kamera befestigt. Die beiden Geräte kommunizieren über Funk. Da auch die Polizei diese Technologie benutzt, sind gewisse Frequenzen gesperrt.

Meine ältere Funkstrecke ist die Sennheiser EW100-G3. Sie kostete damals ca. 1000 Franken. Heute ist dieses Produkt nicht mehr erhältlich: Die Frequenzen, die sie verwendet, wurden verboten. Ich verwende sie fast nicht mehr.

Sennheiser EW100-G3 (nicht mehr erhältlich)

Diese Funkstrecke sieht zwar etwas komplizierter aus als die bereits vorgestellten Produkte. Sie funktioniert aber ganz einfach. Das Gehäuse ist aus Metall, also robuster und wertiger als die RødeLink-Funkstrecke. Besonders beim Sender ist das nützlich – es kann gut sein, dass da mal jemand aus Versehen draufsitzt.

 

Frequenz wechseln

Vorne kann man bei beiden Geräten eine Klappe öffnen und dort Einstellungen machen. Auch die Batterien sind dort drin. An den Einstellungen ändere ich selten etwas. Wichtig ist aber, dass man den Kanal ändern kann. Warum, dazu eine kleine Anekdote:

Letzte Woche filmte ich an einer Messe. Über den Kopfhörer hörte ich während dem Filmen, was mein Interviewpartner Frank sagte. Dabei fiel mir auf, dass es rauschte und surrte – der Ton war einfach nicht gut. Dann änderte ich die Frequenz und gleich war alles bestens. Nach dem Filmen kam jemand von einem anderen Stand zu uns herüber. Er erzählte mir, dass sie soeben eine Live-Vorführung mit Übertragung auf Leinwand gemacht hätten. Der Ton wurde mit einer Funkstrecke verstärkt. Und offenbar waren wir auf der gleichen Frequenz – denn lustigerweise hörten sie bei ihrer Vorführung plötzlich die Stimme von Frank!

 

Sennheiser AVX MKE-2

Die neuere Funkstrecke von Sennheiser, die AVX MKE-2, funktioniert noch einfacher.

Sennheiser AVX MKE-2

Das kleinere Gerät rechts im Bild ist der Empfänger, der direkt auf der Kamera fixiert und über ein kleines Kabel damit verbunden werden kann. Das Kästchen links ist der Sender mit dem Lavaliermikrofon. Das Geniale an dieser Funkstrecke: Anstatt der Klappe mit den Batterien wie bei der älteren Sennheiser-Funkstrecke habe ich einen Akku. Den kann ich entfernen und aufladen. Das System ist also schon mal ökologischer.

Bei dieser Funkstrecke muss ich gar nichts einstellen. Anstecken, einschalten, und los geht’s! Nicht einmal die Frequenz kann ich hier manuell verstellen. Ja, Du hast richtig gelesen: Ich kann die Frequenz nicht ändern. Doch vorher habe ich ja gerade erzählt, wie wichtig das ist? Die Sennheiser AVX MKE-2 erkennt selbständig, wenn ein Kanal nicht sauber ist, das heisst, wenn eine Frequenz schon von jemand anderem belegt ist. „Tubelisicher“, würden wir auf Schweizerdeutsch sagen.

 

Preisunterschied wegen XLR-Anschluss

Das hat natürlich seinen Preis: In der Schweiz kostet diese Funkstrecke aktuell ca. 820 Franken. Warum dieser Preisunterschied zur RødeLink-Funkstrecke, die ich vorher vorgestellt habe?

Eines habe ich bereits erwähnt, nämlich die robustere Verarbeitung. Vor allem aber ist die Tonqualität noch besser. Die Sennheiser-Funkstrecke ist nämlich über einen XLR-Anschluss mit der Kamera verbunden (auf dem letzten Foto gut zu sehen). XLR-Kabel sind weniger störungsanfällig. Sie liefern vor allem bei langen Kabelstrecken und in einer lauten Umgebung einen stabileren Ton als die Kabel mit 3,5mm-Klinkenstecker.

Beim Filmen mit Smartphone fällt dieser Unterschied nicht ins Gewicht. Dort empfehle ich Dir mit gutem Gewissen die günstigere Funkstrecke von Røde. Wenn Du aber professionell unterwegs bist, lohnt es sich, hier mehr Geld in die Hand zu nehmen. Falls Du dann doch einmal mit dem Smartphone filmen willst, kann die Funkstrecke trotz des XLR-Kabels dort eingesteckt werden – mit dem Adapter iRig Pre (bei iPhone 7 zusätzlich Klinke-zu-Lightning-Adapter).

 

Welches Mik überzeugt?

Das Nikon Wireless Mikrofon ME-W1 hat mich von der Grösse und vom Ton her nicht überzeugt. Das Rode Link kann ich mit gutem Gewissen empfehlen, guter Ton zu günstigem Preis. Sollte meine Funkstrecke mal aussteigen, werde ich mir das Sennheiser AVX MKE-2 kaufen.  Welche Lösung überzeugt Dich? Gib mir doch ein Feedback, welche Mikrofonlösung Dir am besten entspricht und was Du für Erfahrungen damit machst. Ich freue mich über Deinen Kommentar.

 

Übersicht:

Ich habe den Ratgeber „Mikrofone für das Filmen mit dem Smartphone“ noch mit zwei kabellosen Mikrofonen ergänzt. Du kannst ihn gratis herunterladen:

 

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Q&A: Zu wenig Speicherplatz beim Smartphone

Hallo liebe Judith,

mein iPhone macht mir beim Filmen von Interviews das Leben schwer. Es ist ein iPhone 6 Plus mit kleinem Speicher und der ist ständig voll. Das, obwohl ich schon alles mögliche gelöscht habe, um mehr freien Speicherplatz zu kriegen.

Ich frage mich nun, ob ich fürs Filmen ein neues Gerät anschaffen soll. Entweder eine Videocam oder ein anderes Smartphone mit grösserem Speicher, nur zum Filmen.

Apple kommt dafür wohl nicht in Frage. Der Speicher ist begrenzt, das iPhone 7 kommt ohne Kopfhörerbuchse und ist teuer. Wenn, dann würde ich mir ein Android-Smartphone anschaffen. Hast Du da Erfahrung?

Oder besser die Sony-Videocam kaufen, die Du empfiehlst?

Ich bin gerade etwas ratlos, würde mich sehr über Deinen Rat freuen! Merci!

Liebe Grüsse,

T.

Liebe T.,

das mit dem Speicherplatz ist wirklich ein grosser Nachteil beim Smartphone. Ich habe ein iPhone mit dem grössten Speicherplatz (254 GB) und trotzdem war er auch schon voll. Da muss man wirklich regelmässig löschen. Oder eine gute Cloud-Lösung haben.

Android ist keine bessere Lösung

Android-Geräte haben zwar eine externe SD Karte, leider ist dadurch aber das Problem noch nicht ganz gelöst. Es ist oft so, dass das Smartphone bei einem Update gewisse Apps auf die SD Karte lädt oder sonst Dinge dort landen, die dann fehlen, wenn ich die SD Karte entferne.

Die fehlende Kopfhörerbuchse umgehen

Die fehlende Kopfhörerbuchse beim iPhone 7 ist übrigens nur bedingt ein Problem: Die Mikrofone mit Klinkenstecker, die ich empfehle, funktionieren alle mit dem Adapter über den Lightninganschluss. Und in meinem letzten Blogeintrag habe ich Lösungen vorgestellt, wie du aus einem Lightninganschluss zwei machen kannst. Ich kann mir auch vorstellen, dass Android-Geräte auch bald ohne Kopfhörerbuchse verkauft werden.

Videocam anschaffen?

Ob es besser wäre, eine Video-Kamera zu kaufen, hängt von ein paar Überlegungen ab. Dazu empfehle ich Dir auch meinen Blogeintrag „Welche Kamera eignet sich für welchen Einsatz?“.

Vorteil Smartphone:

Das hast Du immer dabei, kannst spontan filmen und Dinge festhalten. Nach Bedarf kannst Du die Videos auf dem Handy gleich schneiden und direkt ins Internet laden.

Falls Du aber Deine Videos sowieso immer planst und nachher auf einem Computer bearbeitest, sind diese Argumente nicht ausschlaggebend.

Ich verwende als Smartphone zum Filmen das iPhone 7.

Vorteil Videocam:

Genug Speicherplatz. Akku kann ausgewechselt werden. In dunklen Situationen bessere Lichtempfindlichkeit, also schönere Bilder. Du hast einen optischen Zoom, wenn Du ein Objekt filmen willst, welches weit weg ist. Wenn Du zum Beispiel auf Safari gehst und nur mit dem Smartphone filmst, wirst Du den Zoom sehr vermissen, da die Tiere dann alle nur klein im Bild sichtbar sein werden. Es gibt Videocams mit Mikrofon- und Kopfhörerbuchse.

Nachteil: Um ein Video zu veröffentlichen, musst Du immer zuerst über den Computer gehen. Und Du musst die Kamera bewusst mitnehmen – spontan filmen ist nicht möglich.

In meinem Ratgeber „Ausrüstung Videocam“ empfehle ich die Sony FDR AX53 4K

Leef-Stick als Speicher-Erweiterung

Es gibt aber noch eine Möglichkeit, wie Du den Speicherplatz Deines iPhones erweitern kannst. Ich habe in meinem Blog einmal den Leef-Stick vorgestellt. In dem Beitrag habe ich beschrieben, wie man damit ganz einfach die Videos vom Smartphone (iPhone und Android) auf den Computer oder Mac bringen kann. Hier der Blogbeitrag.

Leef-Stick für iPhone

Inzwischen habe ich noch eine andere Funktion ausprobiert: Es ist möglich, beim Filmen den Leef-Stick als Speicher zu benutzen. Das iPhone filmt und legt die Dateien gleich auf dem Leef-Stick ab. Den Leef-Stick gibt es mit verschiedenen Speichergrössen. Eigentlich eine super Sache.

Kamera der Leef-App

Zwei Nachteile hat das Ganze: 1. Der jeweilige Stromanschluss (iPhone: Lightning-Buchse, Android: Micro-USB) ist besetzt. Beim iPhone 7 wäre dies auch der Mikrofoneingang.

2. Man muss die Kamera der dazugehörenden Leef-App benutzen. Die ist okay, soweit ich bei meinem kurzen Test feststellen konnte. Andere Kamera-Apps funktionieren aber nicht mit dieser Speichererweiterung.

Ich arbeite zum Beispiel oft mit Filmic Pro, einer App, die viele Möglichkeiten für manuelle Einstellungen hat. Aber wenn Du ohnehin immer mit der normalen iPhone App filmst, kannst Du die wohl mit der Leef-App-Kamera ersetzen.

Vielleicht löst dies ja Dein Speicherproblem, ohne dass Du teure neue Geräte anschaffen musst!

Ich hoffe, das hilft bei Deiner Entscheidung. Lass mich doch wissen, wenn Du eine neue Lösung hast.

Herzlich

Judith

 

In diesem Ratgeber findest Du meine Videocam Empfehlung und die nötige Hardware dazu.

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Darum brauchen iPhone-Filmer drei Lightning-Anschlüsse

Ich bin jetzt schon einige Wochen mit dem iPhone 7 Plus unterwegs. Ich habe mich langsam daran gewöhnt, immer den kleinen Adapter dabei zu haben, damit ich meine Mikrofone oder Kopfhörer mit Klinkenstecker anschliessen kann. Denn beim iPhone 7 hat man ja keine gewöhnliche Kopfhörer-Buchse mehr, sondern nur noch den einen Lightning-Anschluss.

Immer wieder merke ich aber, dass ein Anschluss einfach zu wenig ist.

Drei Gründe, warum Filmer mehrere Anschlüsse an ihrem Smartphone brauchen:

1. Ton

Es gibt Mikrofone mit Lightning-Anschluss. Zwei davon habe ich kürzlich vorgestellt. Diese Mikrofone sind grundsätzlich super, denn ich brauche keinen Adapter fürs iPhone. Sie lassen sich direkt daran anstecken.

Gerade bei Interviews möchte ich aber beim Filmen gerne den Ton mithören. Die Lightning-Buchse ist jedoch schon durch das Mikrofon belegt und ich kann keinen Kopfhörer anschliessen. Es fehlt mir ein Anschluss.

2. Strom

Normalerweise lade ich nicht gleichzeitig den Akku meines iPhones, wenn ich filme. Denn es ist mühsam, mit dem Smartphone stets auch noch die angeschlossene Powerbank mit zu bewegen oder diese zu fixieren. Wo ich aber mehr Batterie als gewöhnlich brauche, sind Livestreams. Denn nicht nur das Filmen frisst Strom, sondern auch die Übertragung ins Internet.

Um also zum Beispiel eine längere Veranstaltung auf Facebook Live zu übertragen, kann es also sein, dass der Akku nicht ausreicht. Dann möchte ich eine Powerbank anschliessen. Wenn ich aber gleichzeitig auch ein Mikrofon verwende, habe ich schon wieder einen Anschluss zu wenig.

3. Monitor

Vor kurzem habe ich Euch hier im Blog gezeigt, wie ihr einen externen Monitor an euer iPhone anschliessen könnt. Eine der Varianten ist eine Kabelverbindung zum Computer mit dem Programm Quicktime.

Auch dort wieder: Wenn ich ein Mikrofon benutze, kann ich nicht gleichzeitig ein Kabel anschliessen, um mich mit einem Computer zu verbinden. Noch eine Situation, in der ich einen Anschluss zu wenig habe.

Lösung: Aus einem Lightning-Anschluss mach zwei

Es gibt einen Adapter mit Doppelstecker, den Belkin Lightning Audio + Charge Rockstar. Er macht aus einem Lightning-Anschluss zwei.

 

 

Damit kann ich ein Lightning-Mikrofon anschliessen und zusätzlich auch eine Powerbank, einen Kopfhörer, ein Kabel zur Steckdose oder zum Monitor.

Es gibt im Internet zu diesem Adapter einige Bewertungen von unzufriedenen Kunden. Als ich ihn ausprobiert habe, hat er jedoch gut funktioniert.

Adapter mit USB und Kopfhörerbuchse

Ich habe noch ein zweites Gadget gekauft und ausprobiert: Einen Adapter mit zwei Kabeln. Das eine ist Lightning-Anschluss, das andere ist nur ein Klinkenstecker.

Das Problem: Die zweite Buchse funktioniert nicht für das Mikrofon, denn es ist kein sogenannter TRRS-Anschluss. Man kann dort wirklich nur einen Kopfhörer anschliessen. Wenn ich Musik hören und gleichzeitig das iPhone aufladen will, ist das super, aber zum Filmen nützt mir dieser Stecker nichts.

Besser noch warten

Wenn Du schon häufig gedacht hast, dass dir ein Lightning-Anschluss fehlt, kann ich Dir den Belkin-Stecker empfehlen. Wenn Du aber noch ohne zweiten Anschluss auskommst, warte lieber noch. Das Wall Street Journal hat nämlich berichtet, dass mit dem iPhone 8 diesen Herbst wahrscheinlich der USB-C-Anschluss kommt und Lightning wieder verschwindet. Das würde heissen, dass wieder neue Mikrofonlösungen und Adapter gefragt sind. Ich würde deswegen zu diesem Zeitpunkt nicht zu viel Geld in zusätzliche Anschlüsse investieren.

Mikrofon-Empfehlungen

Falls Du Dich trotzdem für Mikrofone mit Lightning-Anschluss interessierst, schau Dir mein Video an, in dem ich zwei davon vorstelle.

Es gibt auch Lightning-Adapter für Mikrofone mit Klinkenstecker. Diese haben nämlich immer noch viele Stärken. In meinem Ratgeber: „Mikrofone zum Filmen mit Smartphone“ habe ich Dir diverse Möglichkeiten zusammengestellt, mit Vor- und Nachteilen. Hol dir das PDF hier.

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5 Mikrofone im Test mit dem iPhone 7 Plus

Wer meinen Newsletter abonniert hat, weiss, dass ich mir kürzlich das neue iPhone 7 gekauft habe. Ein grosser Unterschied zum iPhone 6 ist, dass das iPhone 7 keinen Kopfhörerausgang mehr hat. Es gibt nur noch die Buchse fürs Lightning-Kabel.

 

Mikrofone über Adapter anschliessen

Was bedeutet die fehlende Kopfhörerbuchse fürs Filmen mit dem iPhone 7, wenn man ein Mikrofon anschliessen will?

Da ein Adapter für 3,5mm-Kabel mitgeliefert wird, ist dies auch weiterhin möglich. Ob die Mikrofone, die ich bisher auf meinem Blog empfohlen habe, mit dem iPhone 7 auch wirklich funktionieren, habe ich für euch getestet.

 

 

Die 5 Mikrofone im Test

 

Das Fazit: Alle fünf Mikrofone funktionieren auch mit dem iPhone 7.

Mit einer Einschränkung beim iRig Mic: Mit einem Kopfhörer mithören, ist beim Filmen mit dem iPhone 7 nicht möglich. IK Multimedia verkauft unterdessen jedoch auch ein iRig Mic (Handmikrofon) mit Lightninganschluss. Ich konnte diese nicht ausprobieren, finde das Produkt aber sehr spannend.

 

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Je mehr Adapter, desto unsicherer

Falls Du ein neues Mikrofon kaufen willst und das iPhone 7 hast, macht ein Mik mit Lightninganschluss mehr Sinn. Je mehr Adapter Du brauchst, desto störungsanfälliger wird der Sound. Im Video „6 Lavalier-Mikrofone im Vergleich“ hatte ich all diese Mikrofone schon einmal für euch getestet. Dort war auch das Sennheiser clip mic digital dabei. Das Mikrofon hat einen Lightninganschluss und passt deshalb perfekt zum iPhone 7. Wichtig: Für gute Resultate muss die dazugehörende App Metarecorder von Apogee im Hintergrund laufen.

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Meine Favoriten in meiner Ausrüstung

Da alle Mikrofone mit dem iPhone 7 noch funktionieren, werde ich mit diesen weiterarbeiten. Mit dem iRig Pre kann ich mein preffessionelles Sennheiser Mik e845 anschliessen. Mein Lavaliermikrofon Favorit ist immer noch das iRig Mic Lav 2 Pack. Dieses Mikrofon für alle Fälle, stellte ich bereits in einem anderen Blogbeitrag vor. Wann welches Mikrofon zum Einsatz kommt, kannst Du im Blogbeitrag „Hand oder Lavaliermikrofon – Wofür eignet sich welches Mikrofon“ nachlesen.

Zudem kann man bei diesen beiden auch einen Kopfhörer anhängen, im Unterschied zu allen anderen getesteten Mikrofonen. Was für mich bei Interviews unverzichtbar ist.

 

Soundcheck mit dem iPhone 7

In einem zweiten Video habe ich mit jedem Mikrofon eine Frage aufgezeichnet. Dort kannst Du den Sound vergleichen. Die Bedingungen sind nicht für alle Mikrofone ganz gleich. Ein Handmikrofon tönt anders als ein Lavaliermikrofon. Auch macht es einen Unterschied, ob Ich einen Popschutz auf dem Mikrofon habe oder nicht. Der Popschutz nimmt noch etwas die hohen Töne aus dem Klang. Die Mikrofone habe ich so eingesetzt, wie sie bei der Bestellung geliefert werden. Welcher Klang gefällt Dir?

 

Leef – Einfacher Datentransfer vom Smartphone zum Computer

Filmen mit dem Smartphone ist super.  Die Daten nachher aber auf einen Computer zu bringen nicht immer einfach. Je nach Kombination von Gerät und Software fast unmöglich. Leef löst das Problem.

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Leef für das iPhone

Das Smartphone mit Computer verbinden kann Probleme geben

Der Transfer von einem iPhone auf ein Macbook ist kein Problem. Mühsamer wird es aber, wenn man ein Android mit einen Mac per Kabel verbinden will oder Dateien vom Smartphone auf einen PC bringen möchte. Es gibt zwar verschiedenen Helfer-Programme, aber bisher konnte ich mich auf kein Programm verlassen, dass mit jeder Gerätekombination funktionierte. 

Vom Smartphone ins Premiere Elements

Kürzlich gab ich einen Videokurs bei meinem früheren Arbeitgeber ERF Medien. Ihre MitarbeiterInnen sollen mit ihrem Smartphone kleine Videos filmen und nachher auf dem Computer mit Premiere Elements schneiden. Da kommen ganz verschiedene Smartphones zum Einsatz.  Damit sie die Videoclips auf die richtige Festplatte bringen und ins Premiere Elements importieren können, haben sie mehrere Leefs gekauft. Fünf Leef Bridge für Anroid, fünf Leef iBridge für iPhone.

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Leef für Andoid

Mit Leef ist der Transfer kinderleicht

Leef sieht aus wie ein kleiner USB Stick, den man beim Smartphone einstecken kann. Eine Pushmeldung fragt, ob man die benötigte App gleich installieren möchte. Danach kann man die Daten auswählen und auf den Stick laden. Der Leef wird an den Computer angeschlossen. Wie bei einem Stick kann ich den Leef im Explorer oder im Finder anwählen und die Videos auf meine Festplatte kopieren.

Der Leef funktioniert auch umgekehrt. Ich kann Videos, Fotos, Musik etc. von meinem Computer auf das Smartphone bringen.

Private und geschäftliche Daten trennen

Interessant finde ich den Leef vor allem auch für Leute, die mit dem Smartphone geschäftlich und auch privat unterwegs sind. Auf dem Leef kann ich sehr gut anwählen, welche Videos ich auf den Computer kopieren will und welche nicht. Damit landen die Urlaubsfotos nicht so schnell bei den Geschäftsaufnahmen. Den Leef Bridge für Android gibt es z. Bsp. hier.  Den Leef iBridge hier. Die Leefs gibt es in verschiedenen Speichergrössen.

Meine Videoausrüstung für die Reise: Handlich und professionell

Im Sommer haben wir eine tolle Reise geplant: Mit meiner Familie reise ich für drei Wochen im Minibus durch die Mongolei. Jurten und endlose Landschaften – das will ich natürlich auf meiner Kamera festhalten.

 

In meinen Koffer packe ich…

 

Statt viel Gepäck in unserem Bus zu stapeln nehme ich lieber eine kleine und effiziente Kameraausrüstung mit.

 

…Meine Panasonic Lumix DMC GH4R Systemkamera

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Eine sehr praktische Kamera, da ich damit sowohl filmen als auch fotografieren kann. Sie ist klein und handlich und ich kann sie deswegen leicht im Handgepäck mitnehmen. Meine grosse Kamera lasse ich diesmal gerne zu Hause.

 

Im Gegensatz zu den meisten Spiegelreflexkameras ist diese Kamera auch aufs Filmen ausgelegt: Bei dieser Kamera kann ich die Zebra Funktion einschalten, die mir mit Strichen auf dem Display hilft, die Belichtung des Bildes einzuschätzen. Dank des Peakings weiss ich immer wo der Fokus / die Schärfe liegt. So kann ich ganz einfach ein professionelles Video aufnehmen. Ausserdem kann ich mein Mikrofon direkt and die Kamera anschliessen, falls ich mal ein Interview aufnehmen möchte.

 

…Panasonic Lumix 12-35mm f2.8 Objektiv

 

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Dieses Objektiv deckt fast alle Bedürfnisse ab. Ich kann zwischen Weitwinkel und Telebereich wechseln, muss also nicht in jeder Situation das Objektiv wechseln. Der Bildstabilisator und der Autofokus funktionieren sehr gut mit diesem Objektiv. Die Bilder sind scharf und mit der F2.8 Blende bringe ich einiges an Tiefenunschärfe hin.

 

… Zoom Objektiv

 

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Ich warne in meinen Workshops zwar immer vor dem Zoom und sage, der Zoom sind unsere Füsse. Wenn wir also etwas von Nahem sehen wollen, gehen wir zum Objekt hin. In der weiten Natur kann das allerdings schwierig werden. Für den Fall, dass wir wilde Tiere in der Ferne entdecken muss also mein Zoom Objektiv auch mit ins Gepäck.

… Variabler ND Filter

 

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In der Mongolei scheint im Sommer die Sonne ziemlich stark und hell. Das beudeutet, ich muss die Blende eher zu machen, damit nicht zu viel Licht auf mein Bild kommt und es überbelichtet. Mit geschlossener Blende geht mir jedoch die Tiefenunschärfe verloren. Die Lösung dafür bietet mir ein Filter, der auf verschiedene Objektive passt. Dieser Filter (von Hama, ND2-400) wirkt sozusagen wie eine Sonnenbrille für meine Kamera. Dann bringe ich trotz hellem Licht eine schöne Tiefenunschärfe hin.

… Einbeinstativ

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Vor Kurzem habe ich über die Wichtigkeit von Stativen geschrieben. Ich nehme ein Einbeinstativ von Manfrotto mit. Ich kann es bei Wanderungen aussen an meinen Rucksack schnallen. Mit einer Maximalhöhe von 166.5 cm komme ich bei den meisten Leuten noch auf Augenhöhe. Das bewegliche Gelenk im Fuss gibt mir ein wenig Bewegungsfreiheit.

 

…RØDE VideoMic Pro R und Windschutz

 

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Normalerweise reicht das eingebaute Mikrofon in der Kamera für sogenannte „Ambi“, aber im Wind wird es schwierig. Um diese „Chrosen“ vom Wind zuverhindern, braucht es einen Windjammer, den kann man am besten einem zusätzlichen Ambi-Mik anziehen.

… Lavaliermikrofon mit Kabel

 

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Das VT506 Video von Voice Technologies of Switzerland kommt auch mit, damit ich unterwegs auch Interviews führen kann. Es hat ein Kabel, mit dem ich es direkt in meiner Kamera einstecken kann.  Mit dem 5m Kabel bin ich recht flexibel. Es ist aber nicht nur platzmässig viel einfacher als eine Funkstrecke, sondern auch rechtlich: Für Funkstrecken muss man je nachdem eine Bewilligung einholen und das kann ganz schön kompliziert werden.

Um Windgeräusche auf Interviews zu vermeiden, nehme ich noch ein kleine Katzen mit: 

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…Akkus und SolarBooster

 

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Für die GH4R nehme ich zwei Akkus mit. Die sind klein und leicht und ich kann mit einer Batterie mehr als eine Stunde filmen. Da wir unterwegs oft in Jurten ohne Steckdosen übernachten, nehmen wir einen SolarBooster mit. Den erzeugten Strom laden wir in eine Powerbank, dort kann ich mein Akku Ladegerät anschliessen und meine Batterien wieder füllen.

 

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Was denkst Du zu dieser Reise-Videoausrüstung? Klein und leicht ist sie nicht unbedingt. Aber mit diesem Set bin ich für alles gerüstet und kann trotzdem die ganze Ausrüstung ins Handgepäck und auf jede Wanderung mitnehmen.

Hand- oder Lavaliermikrofon: Wofür eignet sich welches Mikrofon?

Für guten Ton sorgen entweder ein Mikrofon, das du in der Hand hältst, oder ein Lavaliermikrofon, das du am Kragen der sprechenden Person befestigst.

Als Videojournalist ist man in der Regel alleine unterwegs und arbeitet deshalb mit einem der beiden Mikrofone. Beide haben Vor- und Nachteile.

Das Handmikrofon: Vor- und Nachteile und worauf du achten musst

Das Handmikrofon ist ein typisches Interview-Mikrofon. Das heisst: du stellst die Fragen, dein Interviewpartner antwortet und dabei führst du ihn, indem du ihm das Mikrofon hinhältst. Du entscheidest dadurch, wer wann redet und kannst beispielsweise auch eine Antwort unterbrechen oder nachhaken.

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Das Hand-Mik sorgt für den sichersten Ton. Damit das gelingt, hältst du es etwa zehn Zentimeter unters Kinn. So hast du kein Mikrofon im Gesicht und dennoch einen optimalen Ton, selbst bei Lärm rundherum.

Nachteile des Handmikrofons: Man hat die Hand nicht mehr frei und das Mikrofon ist aufgrund seiner Positionierung nahe am Gesicht auch im Bild zu sehen. Bei einer Strassenumfrage passt das auch, bei einem Personenporträt eher nicht.
Handmik darf im Bild sein, wenn man ein wenig von den Fingern sieht, ist es auch noch ok. Es sollte aber nicht der Arm des Reporters im Bild sein. Bei klassischen Interviews ist man deshalb relativ nah beim Interviewpartner. Möchtest du von weiter weg filmen, damit beim Porträtierten auch die Umgebung wahrgenommen wird, empfehle ich ein Lavaliermikrofon.

Das Lavaliermikrofon: Vor- und Nachteile und worauf du achten musst

Das Lavaliermikrofon eignet sich am besten für längere Gespräche und für ein Videoporträt einer Person. Die Vorteile liegen wörtlich auf der Hand: Du hast die Hände frei, das Mikrofon fällt weniger auf und du kannst wie erwähnt auch von weiter weg filmen. Du musst nur zu Beginn darauf achten, dass das Mikrofon an der richtigen Stelle angebracht ist, danach musst du dich nicht mehr darum kümmern.

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Doch auch das Lavaliermikrofon bringt Nachteile mit sich: Gut hörbar sind nur die Antworten, weil nur dein Gesprächspartner ein Mikrofon hat. Deine Fragen sind  schlecht oder gar nicht hörbar. Zudem eignet sich das Lav-Mik nicht für Situationen, wo es lauter ist, zum Beispiel auf einer Baustelle, in Maschinenräumen oder neben einer vielbefahrenen Strasse. Es nimmt mehr Umgebungsgeräusche auf, weil es weiter unten als das Handmik ist und von der Charakteristik her mehr Umgebungsgeräusche aufnimmt.

So nutzen Profis das Lavaliermik

Das Lavaliermikrofon gibt es mit Kabel und mit Funk. Die Profis arbeiten meistens mit Funkstrecken. Funk hat den Vorteil, dass sich der Referent oder Gesprächspartner frei bewegen kann, ist aber wesentlich teurer als ein Lavalier-Mik mit Kabel.

Eine gute Lösung mit Kabel ist das iRig Mic Lav, das es auch im 2er-Pack gibt. Damit löst du auch gleich das Problem, dass die Fragen im Gespräch nicht gut zu hören sind: Ein Mikrofon gibst du dem Interviewpartner, das andere nutzt du selber. In meinem Blogpost „iRig Mic Lav 2 Pack – ideal für Interviews unterwegs“ stelle ich das iRig vor.

Mikrofonvorschläge in meinem Ratgeber

In meinen beiden Ratgeber „Video-Ausrüstung Smartphone“ und „Video-Ausrüstung Videocam“ findest Du Kaufvorschläge für Handmikrofone und Lavaliermikrofone. (Für das Smartphone gibt es auch einen Ratgeber mit Links für LeserInnen aus Deutschland).

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Welche Kamera eignet sich für welchen Einsatz?

Webcam, Smartphone, Spiegelreflexkamera und Co.: Wir haben heute unzählige Möglichkeiten, um zu filmen. Eine Kamera, die sich für nahezu jeden Zweck eignet, gibt es nicht. In diesem Blogpost zeige ich dir die unterschiedlichen Vor- und Nachteile, damit du für jeden Einsatz die beste Kamera zur Hand hast.

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Webcam:

Die Webcam hat den Vorteil, dass ich sie stehen lassen kann und somit nicht jedes Mal neu einrichten muss, wenn ich beispielsweise ein Tutorial aufnehme. Die Handhabung ist sehr einfach und mit Quicktimeplayer ist das Video schnell aufgenommen – und die Datei habe ich auch gleich auf dem Computer.

Allerdings empfehle ich eine externe Webcam und nicht etwa die eingebaute zu verwenden: Dadurch kannst du die Webcam mit einem Stativ auf die richtige Höhe bringen und dich somit optimal ins Bild setzen. In einem früheren Blogbeitrag „Wie setze ich mich richtig ins Bild“ zeige ich dir die richtige Positionierung der Webcam.

Zudem ist die Bildqualität bei einer externen Webcam deutlich besser als bei einer eingebauten. Bei Aufnehmen sehe ich auf dem Bildschirm das Bild und kann beispielsweise mithilfe von Apps wie „Webcam Settings“ manuelle Einstellungen vornehmen.

Die Webcam hat aber auch Nachteile: Sie ist nur mit dem Computer einsetzbar, den Ton muss ich  über den Computer regeln und die Webcam kann ich nur fix an einem Platz verwenden. Für unterwegs ist sie nicht geeignet.

Smartphone:

Das Smartphone punktet damit, dass ich es immer dabei habe und damit alles festhalten kann. Mit ergänzenden Apps wird das Smartphone zum kleinsten Videoproduktionsgerät der Welt. Wie du dieses erfolgreich einsetzt, zeige ich dir in meinem videoworkshop.ch.

Aufgenommene Videos kann ich bei Bedarf direkt auf dem Smartphone nachbearbeiten und ins Internet laden. Auch Livevideos von überall sind möglich dank Apps wie Periscope und Facebook live.

Die Kompaktheit bringt aber auch Nachteile: Es gibt keinen optischen Zoom, wir haben nur eine kleine Linse und einen kleinen Chip. Damit bedingt haben Smartphone eine geringe Lichtempfindlichkeit, ermöglichen wenig Tiefenunschärfe und die Bildqualität lässt bei schlechten Lichtverhältnissen deutlich nach. Auch was den Speicherplatz und die Akkulaufzeit betrifft, gibt es Einschränkungen.

Ein wesentlicher Nachteil ist für mich aber: Ich kann das Display nicht drehen, beispielsweise für Selfie-Videos. Ich könnte zwar die Frontkamera verwenden, diese hat aber eine viel schlechtere Auflösung. Deshalb nehme ich Videos möglichst mit der Hauptkamera auf. Doch wenn ich ein Tutorial aufnehme und mich selber filme, ist das ein Problem, da ich nicht vor und hinter der Kamera gleichzeitig stehen kann. Ich weiss dann nicht, wie der Bildausschnitt aussieht. Also muss ich den Aufnahmeknopf drücken, mich vor die Kamera stellen, „hallo“ sagen und wieder hinter die Kamera gehen und im Video nachschauen, ob ich am richtigen Ort stand…

Sobald jemand anders die Kamera bedient, fallen diese Probleme weg.

Videocam:

Auch die Videocam ist klein und handlich, so dass wir sie gut in der Handtasche dabei haben können. Sie bietet im Gegensatz zum Smartphone einen optischen Zoom. Auch den Speicherplatz und die Akkulaufzeit kann ich beliebig erweitern, indem ich das Speichermedium oder den Akku wechsle.

Die möglichen Nachteile von Videocams hängen stark vom Modell ab. So haben beispielsweise eher günstigere Modelle keine Buchse für ein externes Mikrofon. Auch bieten Videocams wenig Möglichkeiten für manuelle Einstellungen: Je nach Modell gibt es keinen manuellen Fokus, so dass die Kamera bei Interviews oft den Fokus auf den Hintergrund wechselt und nicht das Gesicht der interviewten Person fokussiert.

Deshalb lohnt es sich, beim Kauf einer Videocam genau hinzuschauen. Achte unbedingt darauf, dass die Kamera einen Mikrofon-Eingang hat und du den Fokus manuell fixieren kannst.

Kleiner Fotoapparat:

Die Vorteile eines kleinen Fotoapparates sind vergleichbar mit denen einer Videocam: Der Fotoapparat ist klein und leicht, hat einen optischen Zoom und Speicher sowie Akku sind beliebig erweiterbar.

Allerdings gilt zu bedenken, dass Fotoapparate primär dem Fotografieren dienen. Dies bringt einige Einschränkungen mit sich: Wir haben eine begrenzte Aufnahmedauer, oft sind maximal zehn Minuten möglich pro Clip.  Zudem fehlt in der Regel die Möglichkeit, ein externes Mikrofon anzuschliessen.

Spiegelreflexkamera / Systemkamera mit Wechselobjektiven

Die Vor- und Nachteile einer Spiegelreflexkamera oder einer Systemkamera mit Wechselobjektiven hängen stark vom Modell ab.

Grundsätzlich gilt für diese Kameras: Sie haben eine gute Lichtempfindlichkeit und die Aufnahmen haben schöne Farben. Für schöne Bildgestaltung können wir verschiedene Objekte einsetzen, viel Tiefenunschärfe ist möglich. Beim Filmen können wir den Fokus fixieren und es sind manuelle Einstellungen sowie eine gute Kontrolle über das Bild möglich. Mit zusätzlichen Speichermedien und Zusatz-Akkus sind Speicherplatz und Akkulaufzeit beliebig erweiterbar.

Die Spiegelreflexkamera und Systemkamera eignen sich eher für szenisches Arbeiten. Die Arbeit mit diesen Kameras ist eher langsam, wenn man mit verschiedenen Objektiven arbeitet. Je nach Modell reagiert der Fokus langsam, da die Kameras aufs Fotografieren ausgelegt sind. Zum Teil fehlt eine Buchse für ein externes Mikrofon. Auch wenn eine Buchse da ist, gibt es nur eine Audiospur.

Weitere Nachteile: Es gibt keine ND-Filter (Neutraldichtefilter); bei starkem Sonnenlicht muss man zusätzliche Filter montieren oder mit grossen Blendenzahlen arbeiten und somit auf die Tiefenunschärfe verzichten. Auch ist die Kontrolle über die Belichtung manchmal schwierig, da Hilfsmittel wie Zebra oder Histogramm auf dem Display fehlen.

Wie auch beim Fotoapparat gibt es bei der Spiegelreflexkamera die begrenzte Aufnahmedauer von 10 Minuten.

Unterschied zwischen Systemkamera und Spiegelreflex:

Die Fotografen führen da eigene Diskussionen, aber auf einer Ebene, die beim Filmen etwas anders ist.

Die grossen Unterschiede liegen vor allem bei der Grösse und dem Preis. Systemkameras sind eher leichter, kleiner und vor allem günstiger. Sie bieten beim Filmen jedoch für weniger Geld meistens mehr Vorteile: Längere Aufnahmedauer bis zu 30 Minuten sind möglich; die Kameras eignen sich somit für längere Interviews oder fürs Aufzeichnen von Referaten. Grössere Systemkameras haben zudem fast immer einen Mikrofoneingang und eine Kopfhörerbuchse.

ENG, Electronic Newsgathering Camera / VJ Camera

Als letzte Variante stelle ich dir noch die VJ-Kamera beziehungsweise die „Electronic Newsgathering Camera“ vor.

Die ENG-Kamera bietet eine gute Lichtempfindlichkeit und ermöglicht mir manuelle Einstellungen und Kontrolle über das Bild. Ich kann den Fokus fixieren, habe praktisch unbegrenzt Speicherplatz und kann den Akku bei Bedarf austauschen.

Je nach Format und Speichermedium kann ich bis zu zwei Stunden am Stück filmen, was beim Dokumentieren einer Veranstaltung von Vorteil ist. Anders als bei der Spiegelreflexkamera habe ich zwei Audiospuren, verschiedene ND-Filter und einen grossen Zoom. Dank grossem Zoom kann ich an Veranstaltungen von hinten filmen, ohne den Gästen im Sichtfeld zu stehen. Zuletzt bietet mir die VJ-Kamera verschiedene Hilfsmittel wie Zebra, Histogramm oder die Anzeige des Audiopegels, so dass ich schon beim Filmen die volle Kontrolle über Bild und Ton habe.

Die vielen Vorteile der ENG-Camera bringen auch einige Nachteile mit sich: Die Kamera ist gross und schwer sowie teuer. Sie bietet im Vergleich mit einer Spiegelreflexkamera wenig Tiefenunschärfe und liefert kein „cineastisches Bild“. Aufnahmen einer Spiegelreflexkamera sind oft schöner, die Farben, die Kontraste, die Bewegungen…

Ein wesentlicher Nachteil der VJ-Kamera: Es braucht Erfahrung, um damit arbeiten zu können. Wer ungeübt ist mit den manuellen Einstellungen, ist mit einem Smartphone oder einer Videocam besser bedient.

Zusammenfassung

Die Übergänge zwischen den verschiedenen Kameras sind natürlich fliessend und die beschriebenen Vor- und Nachteile hängen stark vom jeweiligen Modell ab.

Damit du für jeden Verwendungszweck stets die am besten geeignete Kamera zur Hand hast, habe ich dir in der folgenden Tabelle nochmals alle Vor- und Nachteile zusammengestellt, die ich mit den verschiedenen Kameras erlebt habe:

Kamera_ZusammenfassungVerwandte Beiträge:

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iRig Mic Lav 2 Pack mit Zubehör – Das Mikrofonset für alle Fälle

Vor wenigen Wochen habe ich den Beitrag  iRig Mic Lav 2 Pack – ideal für Interviews unterwegs veröffentlicht.

Daraufhin haben sich einige Leser mit Fragen an mich gewandt. Zwei Fragestellungen nehme ich gerne hier auf:

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Gibt es eine „2-Pack-Lösung“ für Videocams?

Ich gebe zurzeit eine Schulung bei Baur au Lac Vins. Die Mitarbeiter möchten gerne Videos mit Winzern aufnehmen. Die Ausrüstung soll möglichst handlich sein. Sie möchten mit einer Videocam filmen, spontan aber auch mit dem Smartphone Interviews aufnehmen. Ich erzählte ihnen vom iRig Mic Lav 2 Pack. Die Idee begeisterte, aber es kam die Frage auf, ob es eine solche Lösung auch für eine kleine Videocam gibt.

Ich habe das nun ausprobiert und es gibt tatsächlich einen kleinen Adapter: RØDE SC3 TRRS zu TRS Adapter.

 

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Mit diesem Adapter kann das  iRig Mic Lav auch an eine Videocam oder DSLR Kamera angeschlossen werden.

Ich habe für „Baur au Lac Vins“ eine kleine Videoausrüstung zusammen gestellt. Für die Interviews gebe ich ihnen diese kleine Box ins Gepäck. In dieser Box sind alle Miks und Kabel für Interviews mit dem Smartphone UND der Videocam. 

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Inhalt: Das iRig Mic Lav 2 Pack, das kleinen Übergangskabel Rode SC3 und ein Verlängerungskabel, falls sie den Interviewpartner in einer weiten Bildeinstellungen (Halbnahe) aufnehmen wollen.

Kann ich das iRig mic Lav 2 Pack auch für Webinare einsetzen?

Ich habe es mit meinem MacBook ausprobiert. Ich habe mit dem Quick Time Player und dem iRig Mic Lav ein Video aufgenommen. Das Doppelmikrofon hat super funktioniert. Beim nächsten Webinar könnt Ihr also auch zu zweit vor dem Mac sitzen.

Auf dem PC konnte ich es nicht ausprobieren. Falls Ihr aber einen extra Mikrofon-Eingang habt, funktioniert es evt. in Kombination mit dem Rode SC3 Kabel.

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Kombinationsmöglichkeiten für das iRig Mic Lav 2 Pack

In die kleine Box bringe ich die zwei Mikrofone, das Verlängerungskabel und den Adapter für die Kamera. Damit bin ich für fast alle Fälle gerüstet. Auf dem Bild unten zeige ich Dir die Kombinationen.

Gerne sende ich Dir das PDF auch als Mail. Auf der zweiten Seite findest Du die Links, damit Du die Produkte gleich bestellen kannst. (Schweiz oder Deutschland). Um das PDF zu bestellen, einfach auf das Bild unten klicken.

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