Kategorie: Videoproduktion Praxis

Zubehör: So wird aus Deinem Smartphone eine Profikamera

Aus Deinem Smartphone kannst Du eine Profi-Kamera machen: Du brauchst dazu nur das richtige Zubehör.

So holst Du beim Filmen viel mehr heraus und Deine Videos wirken professioneller.

Dafür braucht es gar nicht viel!

Meine Tipps habe ich in einem PDF zusammengestellt. In diesem Blogeintrag (oder im Video, wenn Du Dir lieber das anschaust) erkläre ich, wozu welcher Gegenstand dient.

Kontrollierte Kameraführung statt verwackelte Bilder

Mit einem Stativ erhältst Du ein ruhigeres, kontrollierteres Bild, als wenn Du das Smartphone von Hand festhältst.

Für Interviews oder Moderationen ist ein Stativ unverzichtbar: Du kannst schliesslich nicht gleichzeitig filmen und vor der Kamera stehen – ausser natürlich, Du machst ein „Selfie-Video“.

Stative gibt es diverse Modelle, zum Beispiel von Velbon.

Wichtig: Um Dein Smartphone auf einem Stativ festzumachen, brauchst Du einen Adapter. Der Adapter von Manfrotto, den ich benutze, ist universal: Er passt auf jedes Stativ und eignet sich für Smartphones in verschiedenen Grössen. Sogar mein iPhone 7 Plus passt gerade noch rein.

Klarer Ton – direkte Message

Du willst, dass Deine Botschaft gehört wird! Ein Mikrofon steigert die Tonqualität Deines Videos massiv.

Wenn Du nur mit dem internen Mikrofon des Smartphones arbeitest, werden auch sämtliche Umgebungsgeräusche aufgezeichnet. Die Stimme geht dann oft ein wenig unter und ist nicht mehr klar und deutlich zu hören.

Auch in ruhigen, geschlossenen Räumen bist Du – bzw. Deine Interviewpartnerin – mit Mikrofon auf dem Video präsenter, der Ton ist klarer.

Zuverlässig für Interviews: das Handmikrofon

Einerseits gibt es dafür das Handmikrofon. Es ist das klassische Interviewmikrofon.

Damit kannst Du jederzeit das Gespräch wieder an Dich nehmen und hast die Kontrolle sowohl über den Verlauf des Interviews als auch über den Ton. Denn Du sorgst selber dafür, dass das Mikrofon nahe genug am Mund des Sprechenden ist.

Handmikrofone, die auch von Musikern für den Gesang verwendet werden, haben XLR-Anschlüsse für eine optimale Tonqualität. Um ein Handmikrofon am Smartphone anzuschliessen, ist deshalb ein Adapter nötig.

Ich benutze das iRig Pre: Am Kästchen des Adapters selber befindet sich der Anschluss für den XLR-Stecker des Mikrofonkabels und das ausgehende Kabel mit einem TRRS-Stecker fürs iPhone. (Ab dem iPhone 7 brauchst Du zusätzlich noch einen Lightning-Adapter, da die Kopfhörerbuchse fehlt.)

Mit dem Handmikrofon hört man die Umgebungsgeräusche praktisch nicht mehr. Im Ratgeber empfehle ich das Røde Reporter Handmik.

Klein und diskret: das Lavaliermikrofon

Wenn ich selber vor der Kamera stehe und etwas erkläre, möchte ich aber meistens nicht noch ein Mikrofon halten müssen. Deshalb arbeite ich auch gerne mit einem Lavaliermikrofon.

Ein Lavaliermikrofon ist ein kleines Mik, das Du Dir ans Hemd oder an die Bluse steckst. Das ist diskret und dennoch nahe dran an der Tonquelle.

Es gibt diverse Modelle – ich verwende das iRig Mic Lav von IK Multimedia.

Adapter nötig?

Vorsicht: Einige Lavaliermikrofone sind für normale Videokameras und nicht für Smartphones konzipiert. Dann brauchst Du einen zusätzlichen Adapter, der in der Kopfhörerbuchse des Smartphones den Mikrofon-Zugang erreicht.

In der Fachsprache wird dieser TRS-zu-TRRS-Adapter genannt.

Kompliziert? Wann Du welchen Adapter brauchst, erkläre ich in diesem Blogbeitrag.

Ansteckmik im Doppelpack

In Interviewsituationen hat das Lavaliermikrofon Nachteile: Wenn ich nur eines davon habe und dieses meiner Interviewpartnerin an die Bluse hefte, sind auf dem Video nur ihre Antworten gut hörbar – meine Fragen jedoch nicht.

Dafür gibt es aber eine tolle Lösung: Das iRig Mic Lav gibt es auch im Doppelpack. Mit dem Doppelstecker kann man zwei Mikrofone verbinden und beide direkt am Smartphone anschliessen. So ist das gesamte Gespräch in gutem Ton auf dem Video zu hören.

Zum iRig Mic Lav 2 Pack habe ich einmal einen Blogpost geschrieben.

In welchen Situationen sich ein Handmikrofon besser eignet und in welchen ein Ansteckmik, beschreibe ich in diesem Blogeintrag.

Weiter weg mit der Kamera

Wenn Du weiter von der Kamera weg bist, gibt es für die iRig Mic Lav’s noch ein Verlängerungskabel.

Mit den zusätzlichen 6 Metern hast Du beim Filmen mehr Spielraum. Damit Du zum Beispiel auch die Umgebung ins Bild nehmen kannst.

Ratgeber für eine komplette Ausrüstung

Stativ, Mikrofon – und allenfalls Adapter und Kabel: Das ist es schon! Wenn Du Dein Smartphone zu einer Profi-Kamera aufrüsten möchtest, brauchst Du also gar nicht viel.

Ich habe die Produkte, die ich empfehle, in einem PDF-Ratgeber zusammengestellt. Zum kostenlosen Download geht’s hier.

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Gutes Licht für Deine Videos (3/3): Das sind meine Lampen-Tipps

In meinen letzten zwei Blogeinträgen habe ich die Grundlagen des Arbeitens mit Licht erklärt:

(Hast Du Dir meinen Ratgeber zu diesen beiden Themen schon geholt? Dort hast Du alle Infos kompakt beieinander.)

 

Endlich gibt es preiswerte Lampen!

Wenn ich vor wenigen Monaten nach meinen Lichtempfehlungen gefragt wurde, habe ich jeweils LED Panels für 1000.- pro Stück empfohlen, weil ich einfach keine günstige, gute Variante kannte.

Als ich vor einigen Wochen bei Fotichästli vorbei ging und die verschiedenen Lampen in ihrem Sortiment sah, die gute Qualität haben und preiswert sind, wusste ich, jetzt ist es endlich Zeit, Lampen-Tipps zusammenzustellen.

In diesem Blogpost erkläre ich Dir verschiedene gängige Typen von Lampen, die beim Filmen verwendet werden, und liste ihre Vor- und Nachteile auf.

Dazu habe ich Dir ein PDF zusammengestellt, wo ich Dir verschiedene Modelle aufliste, die ich zum Kauf empfehle.

Softbox: Weiches Licht, einfach zu handeln

Vielleicht hast Du schon eines meiner Videos gesehen. Die filme ich meistens bei mir in meinem Büro. Für gutes Licht stelle ich jeweils zwei Softboxen auf.

Softboxen sind „Schirme“, die innen weiss oder silbern reflektierend sind und in der Mitte eine Lampe oder einen Blitz haben.

Softbox

Vorteile von Softboxen:

  • Sie geben weiches Licht, das nicht blendet. Auch die Schatten sind weich.
  • Falls Dein Interviewpartner eine Brille hat, gibt es mit Softboxen weniger Spiegelungen.
  • Einfach zu handeln! Mit Softboxen kannst Du nicht viel falsch machen.
  • Kaltes Licht, gut kombinierbar mit Tageslicht von draussen (z.B. Fenster als Hairlight).

Nachteile von Softboxen:

  • Das Aufstellen und Zusammenräumen ist eher aufwändig, wenn man die Box immer wieder zusammenbauen muss. Das kommt aber auch aufs Produkt an. Meine beiden Softboxen bleiben immer im Büro stehen und deshalb habe ich sie schnell aufgestellt.
  • Fixe Lichtstärke, nicht dimmbar (z.B. Softboxen als Key und Fill light wären gleich stark – nicht optimal).
  • Lichttemperatur nicht veränderbar (kalt).
  • Das Licht ist nicht so stark, man muss mit den Lampen relativ nah zum Gesicht. Wenn man nur alleine eine Moderation aufnimmt oder ein Einzelinterview filmt, ist das kein Problem. Aber bei einer Talk-Situation mit zwei oder mehr Personen wären die Lampen schnell mal im Bild.
  • Oft haben Softboxen nur ein Kabel und können nicht mit Akku betrieben werden. Auch hier wieder: Bei mir im Büro ist das kein Problem, aber wenn man unterwegs oder auch draussen filmt, muss man sich immer um den Stromanschluss kümmern.

LED-Panel: Starkes Licht, vielfältig einsetzbar

Wenn ich auf Dreh bin, habe ich zwei LED-Panels dabei. Das sind „Licht-Platten“, deren Fläche mit LED-Lämpchen bestückt ist.

LED-Panel

Vorteile von LED-Panels:

  • Starkes Licht. Und je grösser die Fläche, desto mehr LEDs und desto mehr Licht (im Ratgeber habe ich Panels in zwei verschiedene Grössen).
  • Dimmbar, je nach Stimmung oder wenn es jemanden blendet. Dann brennen einfach weniger Lämpchen.
  • Kann gut mit Akku betrieben werden (Sehr praktisch – früher kein Akku, würde ihn nicht mehr hergeben)

Nachteile von LED-Panels:

  • Hartes Licht – das heisst: mehr Schatten, es blendet eher, Vorsicht wegen Spiegelungen in der Brille.
  • Achtung: Es gibt LED-Panels mit Lüftung. Die darf man natürlich im Video nicht hören…

Es gibt verschiedene Modelle von LED-Panels:

  • Es gibt LED Panels, die sind nicht beweglich. Die steckt man gerade auf Lichtstativ und das Licht kommt dann von vorn. Ich gebe aber gerne Licht von oben, weil die Schatten schöner fallen und vor allem bei Brillenträger ist das wegen den Spiegelungen in der Brille sehr hilfreich.
  • Nur Kalt, plus „Diffuser“, das ist eine matte Kunststoffplatte) für weicheres Licht.
  • Mit Diffuser für Lichttemperatur (blaue oder gelbe Tafel). Das finde ich unpraktisch, weil das Licht dann meist extrem blau oder extrem gelb ist, und meistens braucht man etwas dazwischen.

    Verschiedene Diffuser

  • Bi-Color: Diese LED-Panels empfehle ich. Hier ist die Farbtemperatur stufenlos verstellbar, Lämpchen mit kaltem und warmem Licht werden einfach je nach Bedarf ein- oder ausgeschaltet. So kann ich die Lampe z.B. an das Raumlicht anpassen. Allerdings heisst das auch: Wenn ich nur warmes oder nur kaltes Licht will, leuchtet nur die Hälfte der Lämpchen. Ich empfehle wegen dieser Lichteinbusse eher das grosse LED-Panel. Je nachdem reicht aber auch die halbe Lichtstärke, denn die Kameras sind heute lichtstärker als früher.

Mein Tipp: Setze bei einer Dreipunkte-Ausleuchtung als Fill Light eine Softbox ein und nimm als Keylight ein LED-Panel, das stärker ist. Das ist eine schöne Kombi.

Spot für Hair-Light

Mit einem einzelnen Spot kannst Du punktuelles Licht setzen, zum Beispiel als Hair Light in der Dreipunkte-Ausleuchtung.

Spots haben in der Regel kaltes Licht, aber oft aufsteckbare Farbfilter (wie der im Ratgeber).

Was ist mit der integrierten Kameralampe?

Als Videojournalistin hatte ich ein Kameralicht dabei. Das Ziel war ja, schnell arbeiten zu können und nicht noch Lampen mit mir herumtragen und aufstellen zu müssen.

Das kleine Lämpchen, das in der Kamera oder im Smartphone eingebaut ist, kann das Gesicht der gefilmten Person zusätzlich etwas aufhellen. Es kann auch ein Strahlen ins Auge geben – das bezeichnen Profis als „Leben“ im Auge.

Licht besser von der Seite als von vorne

Das Kameralicht sollte aber nur im absoluten Notfall als Hauptlicht eingesetzt werden. Denn wenn das Licht frontal von vorne kommt, wirkt das Gesicht flach.

Im Ratgeber empfehle ich ein Modell von Fotichästli, das mit einer Querstange an der Kamera befestigt wird. Das heisst, das Licht kommt von der Seite. Das ist viel schöner als ein frontales Licht, denn es entstehen leichte Schatten, welche die Gesichtszüge betonen.

Low-Budget-Option: Anstatt der integrierten Kameralampe kannst Du auch die Taschenlampe eines anderen Smartphones als zusätzliche Lichtquelle verwenden. Am besten funktioniert das mit einer Taschenlampen-App mit unterschiedlichen Lichtstärken und Wärmegraden, und wenn Du das Smartphone auf einem Stativ befestigst.

Zusätzlich: Lichtstative und Akkus

Wenn Du eine Lampe kaufst, ist normalerweise kein Licht-Stativ dabei. Es muss zusätzlich bestellt werden.

Lampen haben standardmässig nur ein Kabel dabei. Akkus erleichtern das Filmen extrem, wenn man mobil sein will – ich würde meine nie mehr hergeben. Beim Bestellen von Akkus die entsprechenden Ladegeräte nicht vergessen!

Ratgeber „Ausrüstung Licht“

Damit Du alles zusammen hast und nichts vergessen geht, habe ich Dir einen Ratgeber zusammen gestellt mit meinen Empfehlungen für Lampen, Stative und Akkus. Du kannst den Ratgeber kostenlos herunterladen.

Welche Erfahrungen mit Videolicht hast Du gemacht? Ich würde mich über Deinen Kommentar freuen.

An dieser Stelle Danke an Fotichaestli.ch, das mir die Produkte zum Testen zur Verfügung gestellt hat!

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Gutes Licht für Deine Videos (2/3): Die Dreipunkte-Ausleuchtung

Im letzten Blogeintrag ging es darum, wie Du mit dem Licht vor Ort arbeiten kannst, wenn Du ohne zusätzliche Lampen filmst.

Oft musst Du in diesen Situationen Kompromisse eingehen. Du stellst zum Beispiel Deinen Interviewpartner nahe ans Fenster, um sein Gesicht schön von der Seite auszuleuchten – dafür hast Du im Hintergrund eine Wand mit unschönen Schreibzetteln.

3 Vorteile von Lampen

Das ist für mich der grösste Vorteil davon, mit Lampen zu arbeiten. Du kannst dort filmen, wo der Hintergrund optimal ist. Du musst keine Kompromisse eingehen und hast sowohl einen schönen Hintergrund als auch gutes Licht auf dem Gesicht Deines Interviewpartners.

Es gibt aber noch weitere Vorteile, wenn Du Lampen zur Verfügung hast:

  • Du kannst beim Bild durch die Beleuchtung mehr herausholen und auch vor hellem Hintergrund filmen.
  • Du hast immer genügend Licht dabei und bist nicht auf das Tageslicht oder das Raumlicht angewiesen.

So arbeiten Profis

Die Standard-Methode beim Arbeiten mit Lampen ist die Dreipunkte-Ausleuchtung. Es ist die klassische Ausleuchtung für Interviews, Moderationen etc.

Vorher: Wähle Deinen Hintergrund

Die Regeln, nochmals kurz zusammengefasst:

  • nicht zu unruhig (störende Gegenstände allenfalls entfernen, Tiefenunschärfe nutzen)
  • so wenig Text wie möglich – das Auge beginnt automatisch zu lesen (Ablenkung vom gesprochenen Inhalt)
  • falls vor einer Wand, genügend Abstand lassen, damit kein harter Schatten entsteht und es nicht aussieht, wie „Verbrecherbilder“

1. Key Light

Das Key Light ist das hellste Licht im Setting. Es sorgt dafür, dass Deine Interviewpartnerin gut zu sehen ist.

In der klassischen Dreipunkte-Ausleuchtung scheint das Key Light auf die Gesichtshälfte, die näher bei der Mitte des Bildes ist.

Die Lampe stellst Du möglichst nahe bei der gefilmten Person auf, aber so, dass sie nicht mehr im Bild ist. Ich stelle das Key Light jeweils etwas höher, damit das Gesicht schön in einem schrägen Winkel beleuchtet wird. Dadurch entstehen Schatten und das Gesicht erhält Struktur.

Damit diese Schatten auf der anderen Gesichtshälfte nicht zu dunkel sind, verwenden wir noch eine zweite Lampe:

2. Fill Light

Das Fill Light ist weniger stark als das Key Light. Es kommt ebenfalls von schräg vorne, die Lampe wird relativ nahe bei der gefilmten Person aufgestellt, scheint aber auf die andere Seite des Gesichts.

Wir nehmen dafür weicheres Licht als für das Key Light oder einen Reflektor. Als Fill Light können auch ein Fenster, eine weisse Wand oder ein reflektierender Flipchart dienen!

Mit der Stärke des Fill Light lässt es sich variieren: Wenn das Key Light eindeutig stärker ist, bleibt mehr Schatten und das gibt mehr Charakter ins Gesicht.

3. Hair Light (Back Light)

Das Hair Light (auch „Back Light“ genannt) leuchtet schräg oben auf den Hinterkopf der gefilmten Person (hartes Licht, z.B. Spot). Es gibt mehr Tiefe ins Bild und hebt die Person deutlicher vom Hintergrund ab.

Das Hair Light ist in der Dreipunkte-Ausleuchtung diejenige Lichtquelle, die man am ehesten weglassen kann. Wenn jemand zum Beispiel nicht mehr so viel Haar auf dem Kopf hat, betont man dies mit dem Hair Light eher noch – in diesem Fall lasse ich es weg.

Herausforderung Brillenträger

In der Brille spiegeln sich Lichtquellen. Die Augen sind dann unter Umständen nicht mehr zu sehen. Das macht das Filmen von Personen, die Brille tragen, schwierig – vor allem bei grossen Brillen, wie sie momentan Mode sind.

Beim Aufstellen der Lampen musst Du beachten, dass keine Reflexionen auftauchen. Und wenn es sich nicht vermeiden lässt, dann höchstens am Rand der Brille.

Mein Trick:

Oft hilft es, das Licht leicht von oben herab zu setzen. Dann fallen Reflexionen nicht auf die Augen.

Brille abnehmen – ja oder nein?

Wenn Dein Interviewpartner die Brille immer trägt, gehört sie zur Person. In diesem Fall unbedingt anbehalten.

Ist Deine Interviewpartnerin jedoch manchmal auch mit Kontaktlinsen oder ohne Brille unterwegs, kann sie die Brille für die Aufnahmen auch abnehmen.

Zweipunkte-Ausleuchtung ohne Lampen

Nicht immer hat man drei Lampen. Je nach Budget und je nachdem, wie man unterwegs ist.

Achte jedoch darauf, dass Du mindestens zwei Lichtquellen aufs Gesicht scheinen lässt! Zwei Lampen sind in jedem Fall besser als eine.

Wenn Du nur eine einzige Lampe oder nur ein Fenster mit Tageslicht hast (dazu der erste Blogpost dieser Licht-Serie: „Das Licht vor Ort richtig nutzen“), gibt es Tricks, wie Du noch ein Fill Light erhalten kannst:

  • Zwei Fensterfronten: In diesem Fall stellst Du den Interviewpartner in die Ecke, in der er oder sie von vorne und von seitlich beleuchtet wird. (Hast Du im Hintergrund eine zweite Fensterfront, also Gegenlicht, musst Du diese entweder verdunkeln oder die Perspektive wechseln.)
  • Aber auch eine Wand oder ein Flipchart, welche das Licht etwas reflektieren, können ein zweites Licht (Fill Light) auf das Gesicht geben. Das macht es heller und mildert die Schatten.

Ratgeber „Gutes Licht für Deine Videos“

Zur aktuellen Blogpost-Serie habe ich einen Ratgeber zusammengestellt. Er enthält Tipps, wie Du mit dem Licht vor Ort arbeiten kannst, aber auch kurz zusammengefasst die Erklärung zur Dreipunkte-Ausleuchtung. Hier kannst Du das PDF herunterladen.

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Videoproduktion Aufbaukurs: Für Filmfans und Kommunikationsprofis

Im letzten Blogeintrag beschrieb meine Mitarbeiterin Evelyne, was sie in meinem Videoproduktion Starterkurs gelernt und erlebt hat.

Bist Du schon weiter? Kennst Du die technischen Grundlagen und hast schon Erfahrung im Produzieren von Videos? Dann schau Dir doch mal meinen Aufbaukurs an. Dort geht es darum, zu üben, wie man mit Video eine Geschichte erzählt.

In diesem Blogeintrag liest Du mehr dazu von drei Leuten, die diesen Kurs besucht haben.

Im Aufbaukurs filmen wir jedes Mal in einer anderen Location. Letztes Mal waren wir in einer Posamenterie in Lenzburg – das ist eine Werkstatt, die auf traditionelle Art bunte Kordeln, Quasten und Bordüren herstellt.

In einem früheren Kurs erhielten wir Einblick in die Schuhfabrik Fretz Men. Und im nächsten Kurs filmen wir in der ältesten Kerzenfabrik der Schweiz. Es hat noch freie Plätze!

Was sie im Aufbaukurs gelernt haben, mit welcher Ausrüstung sie filmen und wie sie das neue Know-How jetzt umsetzen, das haben mir drei ehemalige Kursteilnehmende im Interview erzählt.

Christian Burger: „Eine Geschichte erzählen, nicht nur schöne Bilder produzieren“

Zur Person: Ich bin selbständiger IT-Projektleiter und habe viele Jahre ambitioniert fotografiert. Zum Filmen kam ich per Zufall: Ich durfte vor ein paar Jahren ein paar Videos für einen befreundeten Politiker produzieren. Schnell wurde mir klar, dass das mehr ist als fotografieren mit vielen Bildern. In den folgenden Jahren habe ich mir hauptsächlich autodidaktisch, aber auch in verschiedenen Kursen das Filmhandwerk beigebracht. Heute filme ich primär in der Familie. Unsere dreijährige Tochter ist dabei mein Hauptmotiv geworden.

Judith: Du hast meinen Starterkurs vor rund zwei Jahren besucht, Du filmst regelmässig und hast Dich immer weitergebildet. Was hat Dich dazu gebracht, den Aufbaukurs auch noch zu besuchen?

Christian: Ja, nebst Deinem Starterkurs habe ich verschiedene Kurse besucht und regelmässig gefilmt. Ich habe sogar mit ein paar Gleichgesinnten eine KAF (Klasse Autodidaktischer FilmerInnen) gegründet und wir haben uns zwei Jahre lang regelmässig getroffen.

Was mich bei Deinem Starterkurs beeindruckt hat, war die Tatsache, dass wir innerhalb von wenigen Stunden genügend Theorie und Wissen hatten, um ein kleines Filmprojekt vom Anfang bis zum Schluss durchzuziehen. Dabei hast Du uns immer nur das Nötigste mitgegeben, was wir zum Erfolg brauchten – aber auch kein bisschen weniger. Ich erachte das als den wichtigsten Erfolgsfaktor.

„Möglichst effizient eine gute Story produzieren“

Daneben hast Du die Teilnehmer kaum mit Technik belastet. Die Qualität der Ausrüstung war für dich zweitrangig. Bei Dir können auch Leute mit wenig technischem Know-How und mit einer einfachen Amateurkamera gute Resultate produzieren. Das hat mich beeindruckt und war der Auslöser, mich für den Aufbaukurs anzumelden.

Was hast Du im Aufbaukurs noch dazu gelernt?

Im Aufbaukurs habe ich gelernt, wie man mit wenig Aufwand und Vorbereitung eine gute kurze Story produziert. Also möglichst effizient. Ich habe geplant, Interviewfragen vorbereitet, gefilmt, geschnitten und hatte am Abend des Kurstages eine Rohfassung in der Hand. Diese war in sich schlüssig war und beinhaltete die geplante Hauptaussage. Den Feinschnitt, die Tonbearbeitung, das Grading etc. konnte ich dann in Ruhe zu Hause fertigstellen.

„Die Technik sollte man schon im Griff haben“

Mit welcher Ausrüstung warst Du mit dabei?


Ich hatte ziemlich viel Material dabei. Nebst meiner Canon XF-100 hatte ich noch eine Sennheiser-Funkstrecke und ein paar externe Mikrofone dabei. Zudem einen externen 4-Kanal Audio-Recorder. Geschnitten habe ich auf Premiere Pro mit meinem MacBook Air.

Warum hast Du Dich für diese Kamera entschieden?


Die Kamera wurde mir von einem erfahrenen VJ vom Schweizer Fernsehen empfohlen. Ich bin Ingenieur und fotografiere zudem seit vielen Jahren mit Canon Spiegelreflexkameras. Daher habe ich mich sehr schnell mit dem Gerät angefreundet. Die Kameras sind mittlerweile sehr preiswert als Occasion erhältlich und sind daher auch nicht mehr teurer, als eine gute Amateurkamera.

Wem würdest Du diesen Kurs empfehlen?

Ich kann den Kurs jedem empfehlen, der mit seiner Kamera nicht nur schöne Bilder produzieren, sondern eine Geschichte erzählen will. Die Technik (Kamera, Ton und Schnittplatz) sollte man aber schon im Griff haben.

Christians Video aus dem Aufbaukurs Videoproduktion:

 

Olivia Bachofer: „Für Kommunikationsprofis, die sich mehr Flexibilität wünschen“

Zur Person: Olivia Bachofer ist bei Schindler Aufzüge AG Communication & Brand Manager.

Judith: Du hast wenige Wochen nach dem Starterkurs den Aufbaukurs besucht. Warum hast Du gleich beide Kurse gebucht?

Olivia: Der Starterkurs war der ideale Einstieg ins Filmen. Ich wollte aber noch einen Schritt weitergehen und lernen, wie ich einen Beitrag von A-Z selber machen kann. Das Video ist in meinem Job immer öfter die erste Wahl. Aus diesem Grund haben wir bei Schindler einiges an Videoequipment angeschafft. Ich konnte es kaum abwarten, das Material zu nutzen und war deshalb sehr froh, dass schon kurze Zeit später ein Aufbaukurs stattfand.

War es eine gute Idee, die zwei Kurse so nahe beieinander zu machen?

Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, gleich beide Kurse zu absolvieren. Diesen zweiten Tag hat es auch wirklich gebraucht, um zu lernen, wie man ein komplettes Video produziert. Ich war erstaunt, wie viel ich in diesen zwei Tagen gelernt habe und dass ich bereits in der Lage war, einen Beitrag zu filmen und zu schneiden. Jetzt heisst es «üben, üben, üben…»

„Vor- und Nachteile aller gängiger Geräte kennengelernt“

Du bist mit dem iPhone zum Aufbaukurs gekommen. Wie hat das funktioniert?

Mit dem iPhone zu filmen ist sehr einfach, wenn man einige Dinge beachtet. Mit Stativ und bei gutem Licht kommen ganz schöne Aufnahmen zustande. Das hat für mich sehr gut funktioniert. Es hat mir aber gefallen, dass der Kurs nicht auf ein bestimmtes Gerät ausgerichtet war. Ich habe die Vor- und Nachteile aller gängiger Geräte kennengelernt.

Warum hast Du das iPhone gewählt?

Ich arbeite mit einem externen Videoproduzenten, der seit längerer Zeit alles mit dem iPhone filmt. Daher wusste ich, wie gut die Qualität dieser Videos ist. Das iPhone ist einfach mitzunehmen und zu bedienen. Der grösste Vorteil ist aber, dass sich die Leute heute gewohnt sind, von einem Handy gefilmt zu werden. Sie sind weniger gehemmt, als wenn eine grosse Kamera auf sie gerichtet ist.

„Die perfekte Location für diese Übung“

Wie hast Du den Aufbaukurs allgemein erlebt?

Der ganze Tag war eigentlich eine praktische Übung mit dem Ziel, am Ende einen Beitrag fertig zu schneiden. Die Schuhfabrik von Fretz Men war die perfekte Location, um einen Beitrag zu gestalten, denn es gab viele «filmreife» Arbeitsschritte. Mit der Hilfe von Judith ist an diesem Tag ein Clip zustande gekommen, den ich nicht einmal so schlecht finde, für das erste Mal 🙂

Wem würdest Du den Kurs empfehlen?

Ich empfehle den Kurs Kommunikationsprofis, die sich mehr Unabhängigkeit und Flexibilität wünschen. Denn gerade in der internen Kommunikation werden Videoinhalte immer wichtiger. Es ist gut, wenn man gewisse Beiträge selber produzieren kann, weil die Kosten für ein professionelles Video schon sehr hoch sind.

Was möchtest Du in Zukunft selber filmisch umsetzen?

Ich werde weiterhin für die interne Kommunikation Interviews produzieren, Statements filmen oder Beiträge über Trainings, Weiterbildungen oder Events erstellen. Übung macht den Meister und mit der Routine wird es auch ein wenig einfacher. Es ist eine Herausforderung, die aber grossen Spass macht.

Olivias Video aus dem Videoproduktion Aufbaukurs: 

Roland Farner: „Altes loslassen, sich auf Neues einlassen und es gleich umsetzen“

Zur Person: Seit 1968 gehöre ich zur Weltbevölkerung, habe als kleiner Junge die ‚Star Wars‘-Filme lieben gelernt und bin seit jeher vom Medium Film begeistert. Ich habe eine liebe Frau, drei schon fast erwachsene Kinder und Mila, unsere Beaglehündin. Meine Vielseitigkeit fordert mich immer wieder heraus. Liebe ich doch neben dem Filmen auch das Kochen, mein Rennauto, die Natur, alte Möbel und alte Häuser, gute Gespräche zu führen und Gäste zu bewirten, ich brauche viel Freiheit, liebe die Stille und Ruhe und noch vieles mehr.

Judith: Wie bist Du auf den Kurs „Videoproduktion Aufbau“ aufmerksam geworden?

Roland: Da ich filmerisch weiterkommen wollte, habe ich im Internet gesucht und bin auf Deine Seite gestossen. Die Aufmachung von Deiner Website sprach mich an. Ich fragte Dich per Mail nach deiner Einschätzung von meinen Projekten, bzw. wie ich mich weiterbilden könnte. Daraufhin hast Du mir Deinen Videoproduktion Aufbaukurs empfohlen.

„Hilfreiche Inputs, ohne ganze Bücher lesen zu müssen“

Wie hast Du den Kurstag erlebt?

Den Kurs habe ich als sehr angenehm und interessant erlebt. Ein lehrreicher Tag, mit vielen neuen Eindrücken und hilfreichen Inputs, die man, ohne ganze Bücher lesen zu müssen, umsetzen kann. Deine freundliche, angenehme und ruhige Art hat mir sehr gut gefallen.

Was hat Dich vor allem weitergebracht?

Meinen Horizont wurde erweitert. Altes loslassen und sich auf Neues einlassen und umsetzen. Zum Beispiel Interviews, Texte einblenden, B-Roll etc. Zuhören und zuschauen wie es andere machen, daraus lernen und sich das herauspicken, was einem wichtig erscheint.

Mit welcher Ausrüstung bist Du in den Kurs gekommen?

Ich habe mit einer Canon EOS 7D Mark II-Spiegelreflexkamera gefilmt. Dazu habe ich ein Røde Mikrofon, ein Kamerastativ, diverse Gopros, Mikrofone (Funk und Kabel) und einen iMac mit externer Speicherplatte. Als Schneidprogramm benutze ich Final Cut Pro X.

„Ich möchte für Unternehmen Imagefilme produzieren“

Warum hast Du diese Kamera gewählt?

Die Canon wurde mir von Christian empfohlen, einem Filmemacher. Er hat sich ein paar Filme von mir angeschaut und hatte den Eindruck, die EOS 7D wäre die richtige für mich. Mir gefällt die Tiefenunschärfe, die man mit einer Spiegelreflexkamera einfangen kann. Aber ich werde mir sehr warscheinlich noch eine Videokamera und Lichtpanels zulegen.

Wie und wo möchtest Du das Gelernte vor allem umsetzen?

Ich möchte meinen Horizont noch mehr erweitern, und zwar mit neuen Projekten aus der ganzen Bandbreite des Lebens. Im Moment begrenze ich mich auf unsere „Galvanik- und Motorsporttrailer“, da ich nicht gross Zeit habe, mich auf anderes einzulassen. Das vor allem wegen des Umbaus unseres alten Bauernhauses.

Dadurch habe ich aber auch viele neue Menschen kennengelernt. Mein Ziel wäre es, für Unternehmen Imagefilme etc. zu produzieren, mit denen ich meine Leidenschaft ausleben und hoffentlich noch etwas dabei verdienen kann.

Rolands Video aus dem Aufbaukurs Videoproduktion:

 

Der nächste Aufbaukurs: Filmen in der ältesten Kerzenfabrik der Schweiz

Am 18. September findet mein nächster Kurs Videoproduktion Aufbau statt. Wir dürfen in der Kerzenfabrik Hongler Kerzen  AG filmen – in der ältesten Kerzenfabrik der Schweiz. Hier gibts Infos und Anmeldung.

PDF-Ratgeber „Musik für Online-Videos“

Wenn Du regelmässig eigene Videos produzierst und auf YouTube, Vimeo oder Facebook hochlädst, dürften Musik-Urheberrechte ein Thema sein, das Dich interessiert. Dazu habe ich einen PDF-Ratgeber. Dieser hilft Dir im juristischen Dschungel weiter und enthält auch Tipps, wo Du lizenzfreie Musik bekommst.

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Schlüssel-Erlebnisse im Starterkurs Videoproduktion

Hallo – mein Name ist Evelyne!

Ich arbeite seit rund einem Jahr in Judiths Team mit, hauptsächlich als Texterin. Damit ich ihre Arbeit noch besser verstehe, hat Judith mich kürzlich eingeladen, bei einem ihrer Videoproduktion-Starterkurse dabei zu sein.

Meine Eindrücke davon in diesem Blogeintrag: Wie ich meine „Chefin“, die übrigens auch meine WG-Mitbewohnerin ist, von einer neuen Seite kennengelernt habe. Was für mich das heimliche Highlight des Tages war, und wie ein verlorener Schlüssel die Grenzen von Realität und Fiktion verschwimmen liess.

Ich hielt mich für ziemlich gut vorbereitet…

Bevor ich 2016 nochmals ein Studium begann, war ich rund zehn Jahre als Journalistin für verschiedene Medien tätig. Video war dabei immer wieder ein Thema, auch wenn ich zuerst im Print und später beim Radio arbeitete.

In den Anfangszeiten der Newsrooms, als Print- und Onlinejournalismus begannen, sich zu überschneiden, hatten wir Journis von der Aargauer Zeitung mal eine eintägige Schulung mit einer ganz simplen Videokamera. In meiner Erinnerung war diese ein schwarzer „Knochen“ und bestand hauptsächlich aus einem kleinen Display und einem grossen roten Knopf.

Das Ziel war, dass wir mit diesem idiotensicheren Gerät noch ein wenig Videomaterial von Interviews und Reportagen „nach Hause“ bringen würden, das dann der Online-Redaktion übergeben wurde. Die meisten machten davon, um ehrlich zu sein, lange nur wenig Gebrauch.

Heute trage ich tagtäglich mein iPhone mit mir herum. Der rote Knopf ist auch dort noch vorhanden – wenn auch nur auf dem Screen im Videomodus. Und mit dem iPhone habe ich privat und beruflich doch immer wieder Videos aufgenommen und teilweise auch gleich auf der iMovie-App geschnitten. Etwa Reiseerinnerungen aus Madagaskar. Oder eine Seminararbeit im Theologie-Studium.

Durch die Zusammenarbeit mit Judith habe ich im letzten Jahr immer mehr dazugelernt. Zum Beispiel, wie ein Stativ einem Video sofort eine viel höhere Qualität verleiht. In der Theorie kenne ich diverse Mikrofonlösungen für verschiedene Situationen und weiss, woher ich für meine Videos legal Musik kriegen kann.

Ich hielt mich also eigentlich schon für einen halben Profi, als ich am frühen Morgen zusammen mit Judith zum Kursort bei Walter lernt in Zürich fuhr 😉 .

Von den Bergen ins „Walter lernt“-Studio

Von Judith und ihrem Mann Sam, der dort ebenfalls Workshops gibt, hatte ich schon häufig von „Walter lernt“ gehört. Nun war ich auch mal dort: Ein kleiner, aber feiner und von Beamer, Steckdosen bis Kaffeemaschine gut ausgestatteter Kursort. Für die Workshops mit kleinen Gruppen, was ja genau das Konzept ist, perfekt.

Sechs Teilnehmende plus ich als Mitarbeiterin von Judith trudelten an diesem Tag bei „Walter lernt“ ein. Diese Leute mit ihren verschiedensten Hintergründen kennen zu lernen, das war für mich ein heimliches Kurs-Highlight.

Da war die Versicherungsangestellte, die nebenbei leidenschaftlich als Sängerin tätig ist und für ihre Fans mehr Videos machen möchte. Der Sozialpädagoge, der mit seinen Jugendlichen Videoprojekte durchführen möchte. Die temperamentvolle Frau über 50, die ein YouTube-Projekt ins Leben rufen möchte darüber, was Schönheit nach dem Alter von 20-30 bedeutet.

Der Austausch mit ihnen – auch später beim Mittagessen – war sehr spannend. So vielseitig, was für Ideen und Visionen sie haben und wozu ihnen die Video-Grundkenntnisse helfen werden. Das war inspirierend!

Überraschenderweise kam sogar jemand zur Tür herein, den ich schon kannte: Eine Bekannte, mit der ich über eine gemeinsame Freundin schon mehrmals in den Bergen wandern war. Nun trafen wir uns in einem ganz anderen Setting wieder.

Ganz viele Aha-Momente

Dass Judith super sympathisch ist, weiss ich als Mitbewohnerin natürlich 😉 Sie nun mal in ihrer Rolle als Dozentin zu erleben, war spannend. Genauso sympathisch wie im Alltag stand sie vorne, und gleichzeitig total professionell.

Von Anfang an kamen immer wieder mal Zwischenfragen von den Teilnehmenden. Ich staunte, wie schnell und kompetent sie aus dem Stand auf die unterschiedlichsten Fragen eingehen konnte. Über jedes technische Problem, das beim Filmen auftreten kann, schien sie Bescheid zu wissen. Hier kamen ihre Erfahrung und ihr Wissen voll zum Tragen.

Judith erklärt die richtige Kamerahöhe.

Inspiration direkt aus dem Leben

Der Tag war eine Mischung aus Theorie und Praxis. Es gab wahnsinnig viel zu lernen. Ich, die am Anfang gedacht hatte, schon ziemlich viel zu wissen, hatte ganz viele Aha-Momente.

Einiges erklärte Judith in ihrer Präsentation, anhand von schematischen Darstellungen oder kurzen Videos und Fotos. Bei diesen tauchten immer wieder mal ihre Familie als Modelle auf. Falls Du diesen Blog regelmässig liest, hast Du sie auch hier schon manchmal angetroffen.

Vieles demonstrierte Judith aber nicht auf der Leinwand, sondern gleich live. Zum Beispiel, wie man die richtige Stativ-Höhe für ein Interview findet oder wie man die Interviewpartnerin richtig platziert, damit das Gesicht auch ohne Lampen optimal ausgeleuchtet ist.

Als „Assistentin“ stellte ich mich für diese Teile als Modell hin, während die anderen Kursteilnehmenden über Judiths Schulter auf den Kamera-Display schauten.

Übrigens hatten die Teilnehmenden als Filmkamera sowohl Handycams als auch Smartphones dabei. Der Kurs eignete sich für beide Varianten, denn es ging vor allem um Grundkenntnisse in Bildgestaltung und Zubehör.

Auch am Nachmittag war ich noch einmal Modell: In Zweier- bzw. Dreiergruppen (in meinem Fall) drehten wir ein kurzes Video. Es ging darum, die verschiedenen Bildausschnitte für die Dramaturgie eines Videos zu üben. Während die anderen zwei Regie führten und filmten, spielte ich die Protagonistin des Kurzfilms.

Ich als „Schauspielerin“ in der Kurzfilm-Übung

Inspiration dafür lieferte – wie wohl bei den meisten Filmen – das Leben. Während des ersten kurzen Praxisteils, bei dem wir alle draussen standen und gegenseitig Interviews führten, war die Tür zum „Walter lernt“-Studio plötzlich zugefallen. Alle draussen – der Schlüssel drinnen. Glücklicherweise gelang es Judith, mit einem Ersatzschlüssel wieder aufzuschliessen.

Wie wir dies in unserem Gruppenvideo umgesetzt haben, kannst Du dir gerne anschauen:

Dicht und inspirierend

Wir schnitten die Videos auf den MacBooks, die Judith mitgebracht hatte. Dafür hatten wir gerade genug Zeit. Es kam uns jetzt zu gute, dass wir über das Konzept und die unterschiedlichen Bildfolgen schon vor und während dem Dreh ziemlich fix entschieden hatten. Genauso, wie es wohl auch „in echt“ sein sollte, um sich beim Schnitt Arbeit zu ersparen.

Nachdem wir die Videos gemeinsam angeschaut und Judith uns darauf ein Feedback gegeben hatte, war der Kurstag bereits zu Ende. Ehrlich gesagt, rauchte mir jetzt auch ziemlich der Kopf!

Der Workshop war sehr dicht und abwechslungsreich, die Zeit optimal genutzt. Super, dass wir bereits die Möglichkeit hatten, die gelernte Theorie in die Praxis umzusetzen.

Und falls bei all den Informationen schon wieder etwas vergessen gegangen war: Am nächsten Tag flatterten die Kursunterlagen in die Mailbox.

Wenn Du diesen Blogeintrag liest, habe ich Ferien und bin in Kuba unterwegs. Und ich nehme dort bestimmt immer wieder das iPhone zur Hand, um Erinnerungen als Video festzuhalten.

Hier findest du die nächsten Kurstermine von Judith in Zürich (Videoproduktion Starter und Aufbau). Und wenn Du jetzt schon bessere Videos produzieren willst: Kennst Du ihren gratis Ratgeber: „9 Tipps für bessere Videos“ schon?


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Filmic Pro App: Filmen wie ein Profi

Mit einer einzigen App verwandelt man das Smartphone in eine Profi-Kamera: Filmic Pro. Sie verfügt über viele Funktionen, die man sonst bei einer professionellen Filmkamera findet.

Ich empfehle die App insbesondere für Interviews: Sie zeigt den Audiopegel an und Audiomonitoring mit Kopfhörer wird unterstützt. So hat man die volle Kontrolle über den Ton – bei Interviews ganz wichtig.

Tutorial zur neuen Version V6

Filmic Pro kann aber noch viel mehr als das. Die vielen Funktionen rechtfertigen auch den Preis: Die App kostet 15 Franken für iPhone, inzwischen ist sie auch für Android erhältlich und kostet 10 Franken.

Die vielen Möglichkeiten sind auch Schuld daran, dass mein Tutorial zur neuen Version der App rund 40 Minuten dauert 😉 In meinem Online-iPhone-Videokurs findest Du das Tutorial in 11 Mini-Lektionen aufgeteilt. 

Grundsätzliches zur neuen Version

Die Filmic Pro App wurde schon vielfach ausgezeichnet. Sie ist wirklich cool, weil sie so viel kann. Leider sind auch in der neuen Version auch einzelne Schwächen immer noch vorhanden.

Vor allem ist die App nach wie vor etwas instabil. Sie ist manchmal langsam und stürzt häufig ab – das war schon immer so und ist auch jetzt noch so. Ich muss aber betonen, dass die App mir noch nie während dem Filmen abgestürzt ist.

Tipp: Wenn man merkt, dass etwas nicht stimmt oder die App ungewöhnlich langsam läuft, kann man sie einfach ganz schliessen und nochmals neu öffnen, dann klappt in der Regel alles.

Als die Version v6 kürzlich nochmals ein Update erhielt und ich sie zum ersten Mal öffnete, dachte ich: Irgendwas ist nochmals anders. Es dauerte einen kurzen Moment, bis ich merkte: Die Icons sind auf Deutsch angeschrieben! Bis anhin gab es die Filmic Pro App nur auf Englisch. In meinem Tutorial sind die Funktionen Englisch angeschrieben, aber die Bilder und Reihenfolge ist die gleiche.

Das sieht man auf dem Display

Filmic Pro bietet auf dem Display eine Übersicht über die wichtigsten Informationen, die ich während dem Filmen brauche. Wie viel Akku, wie viel Speicherplatz habe ich noch? Wie ist der Ton (Audiopegel)?

In den Einstellungen kann ich das Gitternetz aktivieren. Dieses hilft mir bei der Bildgestaltung. Ein grosses Plus gegenüber der normalen Kamera-App des iPhones: Dort lässt sich das Gitternetz nur im Foto-Modus verwenden.

Fokus und Zoom einstellen

Fokus und Belichtung kann man auch in der Filmic Pro App automatisch einstellen lassen. Doch viel mehr Gestaltungsraum hat man, wenn man die Einstellungen manuell vornimmt.

Auf der Seite des Displays hat es „Räder“ für Fokus, Zoom und Helligkeit.

Möglichkeiten beim Fokus: Ich kann den Fokus automatisch einstellen und fixieren. So wird nicht während des Filmens plötzlich der Hintergrund scharf statt dem Interviewpartner…

Aus dem Fokusrad lässt sich ein Zoomrad machen. Aber Vorsicht – es ist nur ein digitaler Zoom, das heisst, die Bildqualität nimmt ab. Also sparsam einsetzen.

Eine Ergänzung noch zu den beiden Funktionen: Man kann in Filmic Pro auch Zoom- oder Fokusfahrt programmieren.

Belichtung: ISO und Shutter

Die Belichtung kann gut unabhängig vom Fokus eingestellt werden. Wie beim Fokus kann man sie automatisch vom Smartphone einstellen lassen oder manuell. Mit dem Rad auf der Seite kann ISO und Shutter verstellt werden.

Peaking und Zebra: Das ist neu

Die grösste Neuerung der App-Version v6: Peaking und Zebra. „Zebra“ nennt man den Streifenraster auf dem Bildschirm, der anzeigt, wo das Bild über- bzw. unterbelichtet ist.

Das Peaking ist eine Struktur, die signalisiert, wo die Schärfe im Bild liegt. Für mich ein wichtiges Hilfsmittel bei meiner Profikamera, das ich nicht mehr missen möchte! Umso cooler, dass diese Funktion jetzt auch in der Filmic Pro App verfügbar ist.

Weissabgleich und Picture Profile

Mit dem Weissabgleich entscheide ich die Farbtemperatur. Ist das Licht warm oder kalt? Das kann ich in der App dem Automaten überlassen, eine Voreinstellung übernehmen (z.B. „Licht draussen“, eher kühl, oder „Raumlicht“, eher warm) oder ich mache mit einer weissen Karte einen manuellen Weissabgleich.

Das Picture Profile ist als In-App-Kauf zusätzlich erhältlich. Damit lässt sich beim Filmen ein Farbprofil bestimmen. Damit habe ich in der Postproduktion mehr Möglichkeiten im sogenannten „Color grading“ und kann dem Video farblich einen bestimmten Look verleihen – wie bei Kinofilmen.

Aufnahmequalität einstellen

Wenn ich zum Beispiel für mich ein Referat aufzeichnen möchte, um es später nochmals anzuschauen, brauche ich keine hohe Aufnahmequalität. In der Filmic Pro App kann ich zwischen 4K, 1080HD oder kleineren Videoformaten wählen. Auch die Frames pro Sekunde lassen sich einstellen.

Beide Optionen können praktisch sein, denn so spare ich Speicherplatz bei Videos, bei denen die Qualität nicht so wichtig ist.

Online-Kurs für gute Videos mit dem iPhone

Die Filmic Pro App ist ein heisser Tipp, um aus dem Smartphone eine Profikamera zu machen. In meinem iPhone-Online-Videokurs habe ich das 40-minütige Tutorial in 11 Mini-Lektionen zu den verschiedenen Einstellungen und Funktionen aufgeteilt.

Im iPhone-Kurs erzähle ich Dir aber noch viel mehr dazu, wie Du mit dem iPhone gute Videos machen und von A bis Z fertigstellen kannst: Kamera und Schnittplatz in der Hosentasche! Wenn Du Lust hast, mal reinzuschauen: Hier kannst Du Dir gratis eine Probelektion anschauen.

Probelektion iPhone-Videokurs

Schnelle Videoproduktion: Zwei weitere Apps – Adobe Clip und Filmic Pro

An einem Event Stimmungsbilder filmen und das geschnittene Video gleich online stellen: Manchmal sind wir froh um schnelle Lösungen ohne aufwändige Postproduktion.

Effizienter Videos produzieren

Denn Videoinhalte sind im Internet immer mehr gefragt. Bis 2020 werden ganze 80 Prozent der Online-Inhalte Videos sein, schätzt die „Washington Post“. Wenn wir mehr Videos für die Menschen produzieren wollen, die interessiert sind an unseren Inhalten, Produkten und Dienstleistungen, dann müssen wir auch effizienter werden.

Apps sparen Zeit

Mit Apps wie Snapchat, Instagram, VivaVideo oder Google Photos kannst Du Zeit sparen. Damit lassen sich Film- und Fotoaufnahmen schnell zu einem Video zusammenfügen. Diese vier Apps habe ich in früheren Blogbeiträgen vorgestellt: „Mit Snapchat Videogeschichten produzieren“ und „Videos schnell produzieren mit Instagram, VivaVideo oder Google Photos“.

In diesem Post stelle ich Dir zwei weitere Möglichkeiten vor. Auch die Apps Adobe Premiere Clip und Filmic Pro verfügen über Funktionen zur schnellen Videoproduktion.

 

1. Adobe Premiere Clip: Schnitt im Takt zur Musik

Bei Adobe Premiere Clip kannst Du die Variante „Automatisch“ wählen (im Gegensatz zu „Freiform“). Dann schneidet die Apps ausgewählte Videos und Fotos zur Musik im Takt zusammen. Wenn es nicht ganz passt, kann man danach einiges noch ändern. Etwa die Reihenfolge und Auswahl der Clips, die Musik sowie die Geschwindigkeit des Schnitts. In diesem Video zeige ich Dir, wie es funktioniert:

 

Nicht zufrieden mit dem Ergebnis? Dann wechsle in den Freiform-Editor und bearbeite jeden Clip individuell. Wie das geht, zeige ich ausführlich in diesem Video-Tutorial:

 

2. Filmic Pro: Aufnahmen werden direkt aneinandergehängt

Bei der App Filmic Pro (ausführliches Video-Tutorial hier) gibt es die Einstellung „Stitch recorded footage“. Ähnlich wie bei der App VivaVideo kann man mit dieser Funktion mehrere Aufnahmen nacheinander machen, zum Beispiel mit unterschiedlichen Bildausschnitten. Dann werden diese automatisch zu einem Video zusammengefügt.

 

Filmic Pro ist und bleibt aber grundsätzlich eine App zum Filmen und nicht zum Schneiden. Beim Filmen hast Du die volle Kontrolle über Weissabgleich, Schärfenfahrten, Audiomonitoring etc. Aber „Stitch recorded footage“ ist die einzige Möglichkeit überhaupt, in der App einen Schnitt vorzunehmen. In der App selbst kann das zusammengefügte Video danach auch nicht mehr bearbeitet werden. Umgekehrt VivaVideo: Dort gibt es zwar beim Filmen nur wenige Einstellungen, die geändert werden können. Dafür hast Du beim Schnitt viel mehr Möglichkeiten.

 

Im Video zeige ich Dir zuerst die Adobe Premiere Clip-Variante und danach die Filmic Pro-Möglichkeit:

 

Die besten Apps für die schnelle Videoproduktion

Ich habe Dir eine Übersicht für die besten sechs Apps zur schnellen Videoproduktion zusammen gestellt. Darin fasse ich die Vor- und Nachteile nochmals zusammen. Hole Dir doch gleich das kostenlose PDF:

 

Adobe Premiere Clip: Eine Video-App für Android und iPhone

Viele von meinen Kunden arbeiten mit den Programmen Adobe Premiere Pro oder Adobe Premiere Elements. Die Software stammt von der Firma, die auch Photoshop, Acrobat oder InDesign auf den Markt gebracht hat.

Nun gibt es von Adobe auch eine Smartphone-App, um Filme zu produzieren: Adobe Premiere Clip.

 

Adobe Premiere Clip – eine App für iPhone und Android

Am wichtigsten: Die App Premiere Clip läuft sowohl auf Android als auch auf iPhone. Für mich ist sie deshalb interessant, denn ich habe öfters Kurse, in denen beide Betriebssysteme verwendet werden. Jetzt gibt es eine App, die für beide einheitlich ist.

Auch für Firmen, die möchten, dass ihre Mitarbeitenden selbständig Videos mit dem Smartphone produzieren, ist Premiere Clip spannend. Die App ist extrem einfach zu bedienen. Einfache Filme lassen sich damit schnell zusammenschneiden, man kann Musik darunterlegen und den Ton anpassen.

 

Am Computer weiterarbeiten

Für weitere Bearbeitungsschritte kann man dann an den Computer wechseln, denn Adobe Premiere Clip ist kompatibel mit Premiere Pro. Man kann also gut auf dem Smartphone einen ersten Rohschnitt machen, das Projekt dann über die Creative Cloud exportieren und am Computer daran weiterarbeiten.

Dazu ist die App gratis: Man muss sich lediglich für eine Adobe ID registrieren.

 

Unterschiede von Adobe Premiere Clip zu iMovie und Video Show

Für Android-Nutzer überzeugt mich die App sehr, da sie so einfach zu bedienen ist. Aufnahme von Off-Text und Texteinblender fehlen. Da kann die App Video Show  oder Kine Master eine Lösung sein.

Für iPhone-Nutzer empfehle ich jedoch nach wie vor, mit iMovie zu arbeiten. Diese App ist ebenfalls sehr einfach zu handhaben, sie kann aber noch mehr als Premiere Clip; zum Beispiel Texte einblenden oder eine zweite Videospur machen.

In meinem online Videokurs „Kamera und Schnittplatz in der Hostentasche“ hat es unter anderem drei Anleitungsvideos für das iMovie. Dort zeige ich Dir die Möglichkeiten vom einfachen Schnitt, bis zum Off-Text und zur zweiten Videospur.

 

Integrierte Bildstabilisatoren – und wann es trotzdem ein Stativ braucht

Verwackelte Bilder sind beim Smartphone Geschichte. Für einen Kurs wollte ich kürzlich Beispiele zu diesem Thema aufnehmen. Ich ging auf unsere Dachterrasse und filmte von dort aus mit meinem iPhone das Schloss Rapperswil. Ich hielt das iPhone frei in den Händen und damit man noch besser erkennen sollte, wie sich unruhige Hände auf das Bild übertragen, zoomte ich nahe heran. Danach machte ich die gleichen Aufnahmen nochmals, stützte mich aber dabei auf dem Geländer auf.

Als ich die beiden Aufnahmen verglich, war ich total überrascht: Man konnte praktisch keinen Unterschied erkennen! Smartphones besitzen heute so gute Bildstabilisatoren, dass es glücklicherweise auf YouTube in Zukunft weniger verwackelte Video geben wird:-)


Aus der Hand gefilmt, zusätzlich gezoomt:

Hände gestützt auf das Terrassengeländer: 

Digitale und optische Bildstabilisatoren

Man unterscheidet zwischen digitalen (elektronischen) und optischen (mechanischen) Bildstabilisatoren. Bei Smartphones sind sie in der Regel digital. Das iPhones 6S Plus und 7 Plus besitzen einen optischen Bildstabilisator.

Der digitale Bildstabilisator analysiert nur das Bild, der optische Bildstabilisator nimmt mit Sensoren die Bewegungen wahr und versucht diese mechanisch auszugleichen.

Bei der Sony FDR-AX33 4K, einer kleinen Handycam, ist die optische Stabilisierung schön zu erkennen: Das Objektiv schwebt sozusagen im Gehäuse und man sieht beim Blick in die Linse, wie beim Filmen Bewegungen ausgeglichen werden. Achte beim Video auf die Linse:

 

Grenzen der Bildstabilisierung

In dem Kurs, für den ich das Wackelvideo als Beispiel machen wollte, filmten viele Teilnehmende mit guten System- und Spiegelreflexkameras. Ihre Bilder waren oft extrem verwackelt. Fotokameras haben zwar auch Bildstabilisatoren, die beim iPhone sind gemäss meiner Erfahrung aber besser.  Da wäre ein Smartphone zum Filmen besser gewesen – oder noch besser ein Stativ. (Mehr zum Stativ und zu anderen Möglichkeiten, ein stabiles Bild zu erhalten.)

Auch die Möglichkeiten der digitalen Bildstabilisierung sollten aber nicht überstrapaziert werden, denn sie haben ihre Grenzen. Etwa, wenn sich die Kamera beim Filmen zu stark bewegt. Dann wird das Bild zwar automatisch digital beruhigt, aber es beginnt zu „wobbeln“: Es gibt eine unschöne Wellenbewegung ins Bild.

 

Aufnahmen im Nachhinein beim Schnitt stabilisieren

Zu Rettung einer verwackelten Aufnahme besteht in manchen Schnittprogrammen auch die Möglichkeit, das Bild im Nachhinein zu stabilisieren. Die Schüttelbewegung wird dann entfernt. Auch hier besteht aber die Gefahr, dass das Bild zu „wobbeln“ beginnt, wenn die Verwackelung zu stark ist.

 

Vorteil des optischen Bildstabilisators beim Schwenk

Filme ich meinen Sohn Cadon, wie er mit einem Fussball über die Wiese rennt und versucht ins Gegnertor zu bringen, mache ich mit der Kamera wahrscheinlich einen Schwenk, weil er mit sonst aus dem Bild läuft. Der digitale Stabilisator könnte die Schwenkbewegung zuerst als „Kamerazittern“ einstufen, und versucht die Bewegung am Anfang auszugleichen. Das kann am Anfang zu einem „verzogenen“ Bild führen. Mit dem optischen Stabilisator passiert das weniger, weil der Sensor die Bewegung in eine Richtung nicht gleicht ausgleicht.

 

Fazit: Stabilisierung im Voraus planen

Am besten entscheidet man vor dem Filmen, wie das Bild aussehen soll und welche Möglichkeit zur Stabilisierung geeignet ist. Und ob diese überhaupt erforderlich ist: Ist etwa eine actionreiche Verfolgungsjagd zu Fuss geplant, bei der der Kameramensch mitrennt, ist der „Shaky Cam“-Effekt durchaus erwünscht. In diesem Fall sollte man den Bildstabilisator ausschalten. Bei der gewöhnlichen iPhone-Kamera ist das Ausschalten nicht möglich, in Apps wie Filmic Pro schon. (Mein Tutorial zu Filmic Pro hier)

Für ruhigere Szenen nehme ich aber lieber gleich ein Stativ. Zum Beispiel für ein Interview, bei dem sich der Zuschauer auf die Person konzentrieren soll und was sie sagt. Dort würde jede Bewegung nur vom Inhalt ablenken.

Ein ruhiges Bild mit Bildstabilisator:

 

Ein verzittertes Video ohne Bildstabilisator:

 

Hier filmte ich mit dem Stativ. Das Bild ist ruhig und ich empfinde es schärfer als das erste Video, welches ich nur mit dem Bildstabilisator beruhigt habe.


Was sind Deine Erfahrungen mit dem Bildstabilisator?

 

 

 

 

 

 

Meine Videoausrüstung für die Reise: Handlich und professionell

Im Sommer haben wir eine tolle Reise geplant: Mit meiner Familie reise ich für drei Wochen im Minibus durch die Mongolei. Jurten und endlose Landschaften – das will ich natürlich auf meiner Kamera festhalten.

 

In meinen Koffer packe ich…

 

Statt viel Gepäck in unserem Bus zu stapeln nehme ich lieber eine kleine und effiziente Kameraausrüstung mit.

 

…Meine Panasonic Lumix DMC GH4R Systemkamera

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Eine sehr praktische Kamera, da ich damit sowohl filmen als auch fotografieren kann. Sie ist klein und handlich und ich kann sie deswegen leicht im Handgepäck mitnehmen. Meine grosse Kamera lasse ich diesmal gerne zu Hause.

 

Im Gegensatz zu den meisten Spiegelreflexkameras ist diese Kamera auch aufs Filmen ausgelegt: Bei dieser Kamera kann ich die Zebra Funktion einschalten, die mir mit Strichen auf dem Display hilft, die Belichtung des Bildes einzuschätzen. Dank des Peakings weiss ich immer wo der Fokus / die Schärfe liegt. So kann ich ganz einfach ein professionelles Video aufnehmen. Ausserdem kann ich mein Mikrofon direkt and die Kamera anschliessen, falls ich mal ein Interview aufnehmen möchte.

 

…Panasonic Lumix 12-35mm f2.8 Objektiv

 

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Dieses Objektiv deckt fast alle Bedürfnisse ab. Ich kann zwischen Weitwinkel und Telebereich wechseln, muss also nicht in jeder Situation das Objektiv wechseln. Der Bildstabilisator und der Autofokus funktionieren sehr gut mit diesem Objektiv. Die Bilder sind scharf und mit der F2.8 Blende bringe ich einiges an Tiefenunschärfe hin.

 

… Zoom Objektiv

 

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Ich warne in meinen Workshops zwar immer vor dem Zoom und sage, der Zoom sind unsere Füsse. Wenn wir also etwas von Nahem sehen wollen, gehen wir zum Objekt hin. In der weiten Natur kann das allerdings schwierig werden. Für den Fall, dass wir wilde Tiere in der Ferne entdecken muss also mein Zoom Objektiv auch mit ins Gepäck.

… Variabler ND Filter

 

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In der Mongolei scheint im Sommer die Sonne ziemlich stark und hell. Das beudeutet, ich muss die Blende eher zu machen, damit nicht zu viel Licht auf mein Bild kommt und es überbelichtet. Mit geschlossener Blende geht mir jedoch die Tiefenunschärfe verloren. Die Lösung dafür bietet mir ein Filter, der auf verschiedene Objektive passt. Dieser Filter (von Hama, ND2-400) wirkt sozusagen wie eine Sonnenbrille für meine Kamera. Dann bringe ich trotz hellem Licht eine schöne Tiefenunschärfe hin.

… Einbeinstativ

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Vor Kurzem habe ich über die Wichtigkeit von Stativen geschrieben. Ich nehme ein Einbeinstativ von Manfrotto mit. Ich kann es bei Wanderungen aussen an meinen Rucksack schnallen. Mit einer Maximalhöhe von 166.5 cm komme ich bei den meisten Leuten noch auf Augenhöhe. Das bewegliche Gelenk im Fuss gibt mir ein wenig Bewegungsfreiheit.

 

…RØDE VideoMic Pro R und Windschutz

 

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Normalerweise reicht das eingebaute Mikrofon in der Kamera für sogenannte „Ambi“, aber im Wind wird es schwierig. Um diese „Chrosen“ vom Wind zuverhindern, braucht es einen Windjammer, den kann man am besten einem zusätzlichen Ambi-Mik anziehen.

… Lavaliermikrofon mit Kabel

 

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Das VT506 Video von Voice Technologies of Switzerland kommt auch mit, damit ich unterwegs auch Interviews führen kann. Es hat ein Kabel, mit dem ich es direkt in meiner Kamera einstecken kann.  Mit dem 5m Kabel bin ich recht flexibel. Es ist aber nicht nur platzmässig viel einfacher als eine Funkstrecke, sondern auch rechtlich: Für Funkstrecken muss man je nachdem eine Bewilligung einholen und das kann ganz schön kompliziert werden.

Um Windgeräusche auf Interviews zu vermeiden, nehme ich noch ein kleine Katzen mit: 

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…Akkus und SolarBooster

 

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Für die GH4R nehme ich zwei Akkus mit. Die sind klein und leicht und ich kann mit einer Batterie mehr als eine Stunde filmen. Da wir unterwegs oft in Jurten ohne Steckdosen übernachten, nehmen wir einen SolarBooster mit. Den erzeugten Strom laden wir in eine Powerbank, dort kann ich mein Akku Ladegerät anschliessen und meine Batterien wieder füllen.

 

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Was denkst Du zu dieser Reise-Videoausrüstung? Klein und leicht ist sie nicht unbedingt. Aber mit diesem Set bin ich für alles gerüstet und kann trotzdem die ganze Ausrüstung ins Handgepäck und auf jede Wanderung mitnehmen.

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Copyright © 2017 Judith Steiner Videoproduktion