Kategorie: Videoproduktion Praxis

Schnelle Videoproduktion: Zwei weitere Apps – Adobe Clip und Filmic Pro

An einem Event Stimmungsbilder filmen und das geschnittene Video gleich online stellen: Manchmal sind wir froh um schnelle Lösungen ohne aufwändige Postproduktion.

Effizienter Videos produzieren

Denn Videoinhalte sind im Internet immer mehr gefragt. Bis 2020 werden ganze 80 Prozent der Online-Inhalte Videos sein, schätzt die „Washington Post“. Wenn wir mehr Videos für die Menschen produzieren wollen, die interessiert sind an unseren Inhalten, Produkten und Dienstleistungen, dann müssen wir auch effizienter werden.

Apps sparen Zeit

Mit Apps wie Snapchat, Instagram, VivaVideo oder Google Photos kannst Du Zeit sparen. Damit lassen sich Film- und Fotoaufnahmen schnell zu einem Video zusammenfügen. Diese vier Apps habe ich in früheren Blogbeiträgen vorgestellt: „Mit Snapchat Videogeschichten produzieren“ und „Videos schnell produzieren mit Instagram, VivaVideo oder Google Photos“.

In diesem Post stelle ich Dir zwei weitere Möglichkeiten vor. Auch die Apps Adobe Premiere Clip und Filmic Pro verfügen über Funktionen zur schnellen Videoproduktion.

 

1. Adobe Premiere Clip: Schnitt im Takt zur Musik

Bei Adobe Premiere Clip kannst Du die Variante „Automatisch“ wählen (im Gegensatz zu „Freiform“). Dann schneidet die Apps ausgewählte Videos und Fotos zur Musik im Takt zusammen. Wenn es nicht ganz passt, kann man danach einiges noch ändern. Etwa die Reihenfolge und Auswahl der Clips, die Musik sowie die Geschwindigkeit des Schnitts. In diesem Video zeige ich Dir, wie es funktioniert:

 

Nicht zufrieden mit dem Ergebnis? Dann wechsle in den Freiform-Editor und bearbeite jeden Clip individuell. Wie das geht, zeige ich ausführlich in diesem Video-Tutorial:

 

2. Filmic Pro: Aufnahmen werden direkt aneinandergehängt

Bei der App Filmic Pro (ausführliches Video-Tutorial hier) gibt es die Einstellung „Stitch recorded footage“. Ähnlich wie bei der App VivaVideo kann man mit dieser Funktion mehrere Aufnahmen nacheinander machen, zum Beispiel mit unterschiedlichen Bildausschnitten. Dann werden diese automatisch zu einem Video zusammengefügt.

 

Filmic Pro ist und bleibt aber grundsätzlich eine App zum Filmen und nicht zum Schneiden. Beim Filmen hast Du die volle Kontrolle über Weissabgleich, Schärfenfahrten, Audiomonitoring etc. Aber „Stitch recorded footage“ ist die einzige Möglichkeit überhaupt, in der App einen Schnitt vorzunehmen. In der App selbst kann das zusammengefügte Video danach auch nicht mehr bearbeitet werden. Umgekehrt VivaVideo: Dort gibt es zwar beim Filmen nur wenige Einstellungen, die geändert werden können. Dafür hast Du beim Schnitt viel mehr Möglichkeiten.

 

Im Video zeige ich Dir zuerst die Adobe Premiere Clip-Variante und danach die Filmic Pro-Möglichkeit:

 

Die besten Apps für die schnelle Videoproduktion

Ich habe Dir eine Übersicht für die besten sechs Apps zur schnellen Videoproduktion zusammen gestellt. Darin fasse ich die Vor- und Nachteile nochmals zusammen. Hole Dir doch gleich das kostenlose PDF:

 

Adobe Premiere Clip: Eine Video-App für Android und iPhone

Viele von meinen Kunden arbeiten mit den Programmen Adobe Premiere Pro oder Adobe Premiere Elements. Die Software stammt von der Firma, die auch Photoshop, Acrobat oder InDesign auf den Markt gebracht hat.

Nun gibt es von Adobe auch eine Smartphone-App, um Filme zu produzieren: Adobe Premiere Clip.

 

Adobe Premiere Clip – eine App für iPhone und Android

Am wichtigsten: Die App Premiere Clip läuft sowohl auf Android als auch auf iPhone. Für mich ist sie deshalb interessant, denn ich habe öfters Kurse, in denen beide Betriebssysteme verwendet werden. Jetzt gibt es eine App, die für beide einheitlich ist.

Auch für Firmen, die möchten, dass ihre Mitarbeitenden selbständig Videos mit dem Smartphone produzieren, ist Premiere Clip spannend. Die App ist extrem einfach zu bedienen. Einfache Filme lassen sich damit schnell zusammenschneiden, man kann Musik darunterlegen und den Ton anpassen.

 

Am Computer weiterarbeiten

Für weitere Bearbeitungsschritte kann man dann an den Computer wechseln, denn Adobe Premiere Clip ist kompatibel mit Premiere Pro. Man kann also gut auf dem Smartphone einen ersten Rohschnitt machen, das Projekt dann über die Creative Cloud exportieren und am Computer daran weiterarbeiten.

Dazu ist die App gratis: Man muss sich lediglich für eine Adobe ID registrieren.

 

Unterschiede von Adobe Premiere Clip zu iMovie und Video Show

Für Android-Nutzer überzeugt mich die App sehr, da sie so einfach zu bedienen ist. Aufnahme von Off-Text und Texteinblender fehlen. Da kann die App Video Show  oder Kine Master eine Lösung sein.

Für iPhone-Nutzer empfehle ich jedoch nach wie vor, mit iMovie zu arbeiten. Diese App ist ebenfalls sehr einfach zu handhaben, sie kann aber noch mehr als Premiere Clip; zum Beispiel Texte einblenden oder eine zweite Videospur machen.

In meinem online Videokurs „Kamera und Schnittplatz in der Hostentasche“ hat es unter anderem drei Anleitungsvideos für das iMovie. Dort zeige ich Dir die Möglichkeiten vom einfachen Schnitt, bis zum Off-Text und zur zweiten Videospur.

 

Integrierte Bildstabilisatoren – und wann es trotzdem ein Stativ braucht

Verwackelte Bilder sind beim Smartphone Geschichte. Für einen Kurs wollte ich kürzlich Beispiele zu diesem Thema aufnehmen. Ich ging auf unsere Dachterrasse und filmte von dort aus mit meinem iPhone das Schloss Rapperswil. Ich hielt das iPhone frei in den Händen und damit man noch besser erkennen sollte, wie sich unruhige Hände auf das Bild übertragen, zoomte ich nahe heran. Danach machte ich die gleichen Aufnahmen nochmals, stützte mich aber dabei auf dem Geländer auf.

Als ich die beiden Aufnahmen verglich, war ich total überrascht: Man konnte praktisch keinen Unterschied erkennen! Smartphones besitzen heute so gute Bildstabilisatoren, dass es glücklicherweise auf YouTube in Zukunft weniger verwackelte Video geben wird:-)


Aus der Hand gefilmt, zusätzlich gezoomt:

Hände gestützt auf das Terrassengeländer: 

Digitale und optische Bildstabilisatoren

Man unterscheidet zwischen digitalen (elektronischen) und optischen (mechanischen) Bildstabilisatoren. Bei Smartphones sind sie in der Regel digital. Das iPhones 6S Plus und 7 Plus besitzen einen optischen Bildstabilisator.

Der digitale Bildstabilisator analysiert nur das Bild, der optische Bildstabilisator nimmt mit Sensoren die Bewegungen wahr und versucht diese mechanisch auszugleichen.

Bei der Sony FDR-AX33 4K, einer kleinen Handycam, ist die optische Stabilisierung schön zu erkennen: Das Objektiv schwebt sozusagen im Gehäuse und man sieht beim Blick in die Linse, wie beim Filmen Bewegungen ausgeglichen werden. Achte beim Video auf die Linse:

 

Grenzen der Bildstabilisierung

In dem Kurs, für den ich das Wackelvideo als Beispiel machen wollte, filmten viele Teilnehmende mit guten System- und Spiegelreflexkameras. Ihre Bilder waren oft extrem verwackelt. Fotokameras haben zwar auch Bildstabilisatoren, die beim iPhone sind gemäss meiner Erfahrung aber besser.  Da wäre ein Smartphone zum Filmen besser gewesen – oder noch besser ein Stativ. (Mehr zum Stativ und zu anderen Möglichkeiten, ein stabiles Bild zu erhalten.)

Auch die Möglichkeiten der digitalen Bildstabilisierung sollten aber nicht überstrapaziert werden, denn sie haben ihre Grenzen. Etwa, wenn sich die Kamera beim Filmen zu stark bewegt. Dann wird das Bild zwar automatisch digital beruhigt, aber es beginnt zu „wobbeln“: Es gibt eine unschöne Wellenbewegung ins Bild.

 

Aufnahmen im Nachhinein beim Schnitt stabilisieren

Zu Rettung einer verwackelten Aufnahme besteht in manchen Schnittprogrammen auch die Möglichkeit, das Bild im Nachhinein zu stabilisieren. Die Schüttelbewegung wird dann entfernt. Auch hier besteht aber die Gefahr, dass das Bild zu „wobbeln“ beginnt, wenn die Verwackelung zu stark ist.

 

Vorteil des optischen Bildstabilisators beim Schwenk

Filme ich meinen Sohn Cadon, wie er mit einem Fussball über die Wiese rennt und versucht ins Gegnertor zu bringen, mache ich mit der Kamera wahrscheinlich einen Schwenk, weil er mit sonst aus dem Bild läuft. Der digitale Stabilisator könnte die Schwenkbewegung zuerst als „Kamerazittern“ einstufen, und versucht die Bewegung am Anfang auszugleichen. Das kann am Anfang zu einem „verzogenen“ Bild führen. Mit dem optischen Stabilisator passiert das weniger, weil der Sensor die Bewegung in eine Richtung nicht gleicht ausgleicht.

 

Fazit: Stabilisierung im Voraus planen

Am besten entscheidet man vor dem Filmen, wie das Bild aussehen soll und welche Möglichkeit zur Stabilisierung geeignet ist. Und ob diese überhaupt erforderlich ist: Ist etwa eine actionreiche Verfolgungsjagd zu Fuss geplant, bei der der Kameramensch mitrennt, ist der „Shaky Cam“-Effekt durchaus erwünscht. In diesem Fall sollte man den Bildstabilisator ausschalten. Bei der gewöhnlichen iPhone-Kamera ist das Ausschalten nicht möglich, in Apps wie Filmic Pro schon. (Mein Tutorial zu Filmic Pro hier)

Für ruhigere Szenen nehme ich aber lieber gleich ein Stativ. Zum Beispiel für ein Interview, bei dem sich der Zuschauer auf die Person konzentrieren soll und was sie sagt. Dort würde jede Bewegung nur vom Inhalt ablenken.

Ein ruhiges Bild mit Bildstabilisator:

 

Ein verzittertes Video ohne Bildstabilisator:

 

Hier filmte ich mit dem Stativ. Das Bild ist ruhig und ich empfinde es schärfer als das erste Video, welches ich nur mit dem Bildstabilisator beruhigt habe.


Was sind Deine Erfahrungen mit dem Bildstabilisator?

 

 

 

 

 

 

Meine Videoausrüstung für die Reise: Handlich und professionell

Im Sommer haben wir eine tolle Reise geplant: Mit meiner Familie reise ich für drei Wochen im Minibus durch die Mongolei. Jurten und endlose Landschaften – das will ich natürlich auf meiner Kamera festhalten.

 

In meinen Koffer packe ich…

 

Statt viel Gepäck in unserem Bus zu stapeln nehme ich lieber eine kleine und effiziente Kameraausrüstung mit.

 

…Meine Panasonic Lumix DMC GH4R Systemkamera

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Eine sehr praktische Kamera, da ich damit sowohl filmen als auch fotografieren kann. Sie ist klein und handlich und ich kann sie deswegen leicht im Handgepäck mitnehmen. Meine grosse Kamera lasse ich diesmal gerne zu Hause.

 

Im Gegensatz zu den meisten Spiegelreflexkameras ist diese Kamera auch aufs Filmen ausgelegt: Bei dieser Kamera kann ich die Zebra Funktion einschalten, die mir mit Strichen auf dem Display hilft, die Belichtung des Bildes einzuschätzen. Dank des Peakings weiss ich immer wo der Fokus / die Schärfe liegt. So kann ich ganz einfach ein professionelles Video aufnehmen. Ausserdem kann ich mein Mikrofon direkt and die Kamera anschliessen, falls ich mal ein Interview aufnehmen möchte.

 

…Panasonic Lumix 12-35mm f2.8 Objektiv

 

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Dieses Objektiv deckt fast alle Bedürfnisse ab. Ich kann zwischen Weitwinkel und Telebereich wechseln, muss also nicht in jeder Situation das Objektiv wechseln. Der Bildstabilisator und der Autofokus funktionieren sehr gut mit diesem Objektiv. Die Bilder sind scharf und mit der F2.8 Blende bringe ich einiges an Tiefenunschärfe hin.

 

… Zoom Objektiv

 

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Ich warne in meinen Workshops zwar immer vor dem Zoom und sage, der Zoom sind unsere Füsse. Wenn wir also etwas von Nahem sehen wollen, gehen wir zum Objekt hin. In der weiten Natur kann das allerdings schwierig werden. Für den Fall, dass wir wilde Tiere in der Ferne entdecken muss also mein Zoom Objektiv auch mit ins Gepäck.

… Variabler ND Filter

 

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In der Mongolei scheint im Sommer die Sonne ziemlich stark und hell. Das beudeutet, ich muss die Blende eher zu machen, damit nicht zu viel Licht auf mein Bild kommt und es überbelichtet. Mit geschlossener Blende geht mir jedoch die Tiefenunschärfe verloren. Die Lösung dafür bietet mir ein Filter, der auf verschiedene Objektive passt. Dieser Filter (von Hama, ND2-400) wirkt sozusagen wie eine Sonnenbrille für meine Kamera. Dann bringe ich trotz hellem Licht eine schöne Tiefenunschärfe hin.

… Einbeinstativ

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Vor Kurzem habe ich über die Wichtigkeit von Stativen geschrieben. Ich nehme ein Einbeinstativ von Manfrotto mit. Ich kann es bei Wanderungen aussen an meinen Rucksack schnallen. Mit einer Maximalhöhe von 166.5 cm komme ich bei den meisten Leuten noch auf Augenhöhe. Das bewegliche Gelenk im Fuss gibt mir ein wenig Bewegungsfreiheit.

 

…RØDE VideoMic Pro R und Windschutz

 

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Normalerweise reicht das eingebaute Mikrofon in der Kamera für sogenannte „Ambi“, aber im Wind wird es schwierig. Um diese „Chrosen“ vom Wind zuverhindern, braucht es einen Windjammer, den kann man am besten einem zusätzlichen Ambi-Mik anziehen.

… Lavaliermikrofon mit Kabel

 

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Das VT506 Video von Voice Technologies of Switzerland kommt auch mit, damit ich unterwegs auch Interviews führen kann. Es hat ein Kabel, mit dem ich es direkt in meiner Kamera einstecken kann.  Mit dem 5m Kabel bin ich recht flexibel. Es ist aber nicht nur platzmässig viel einfacher als eine Funkstrecke, sondern auch rechtlich: Für Funkstrecken muss man je nachdem eine Bewilligung einholen und das kann ganz schön kompliziert werden.

Um Windgeräusche auf Interviews zu vermeiden, nehme ich noch ein kleine Katzen mit: 

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…Akkus und SolarBooster

 

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Für die GH4R nehme ich zwei Akkus mit. Die sind klein und leicht und ich kann mit einer Batterie mehr als eine Stunde filmen. Da wir unterwegs oft in Jurten ohne Steckdosen übernachten, nehmen wir einen SolarBooster mit. Den erzeugten Strom laden wir in eine Powerbank, dort kann ich mein Akku Ladegerät anschliessen und meine Batterien wieder füllen.

 

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Was denkst Du zu dieser Reise-Videoausrüstung? Klein und leicht ist sie nicht unbedingt. Aber mit diesem Set bin ich für alles gerüstet und kann trotzdem die ganze Ausrüstung ins Handgepäck und auf jede Wanderung mitnehmen.

Videos schnell produzieren mit Instagram, VivaVideo oder Google Photos

Kürzlich las ich in einem Artikel der Washington Post, dass im Jahr 2020  80 Prozent des Inhaltes im Internet Videos sein werden. Das heisst, es werden immer mehr Videos produziert und veröffentlicht.

Das freut mich, denn Videos herzustellen ist toll und macht Spass – ist aber auch sehr aufwendig. Du brauchst eine Idee oder eine Geschichte, die du erzählst. Du machst dir Gedanken, wie du diese erzählst und filmst. Doch vor allem die Postproduktion, also die Nachbearbeitung, beansprucht sehr viel Zeit. Und oft bleibt der Film dort liegen. 

Es gibt zum Glück einige Apps, mit denen du bereits beim Filmen die Postproduktion vornimmst. In meinem letzten Blogpost „Mit Snapchat Videogeschichten produzieren“ habe ich Snapchat als „Videoproduktions-App“ kurz vorgestellt. Es gibt aber auch weitere Möglichkeiten, rasch und einfach Videos zu produzieren. Drei dieser Möglichkeiten stelle ich in diesem Blogpost vor.

Bestelle ein PDF mit einer Übersicht über die Apps für eine schnelle Postproduktion

Instagram: Clips im quadratischen Format

Instagram ist ja vor allem für Fotos bekannt, doch ist es auch möglich, Videos zu veröffentlichen. Diese durften früher maximal 12 Sekunden lang sein, seit kurzem sind 60 Sekunden erlaubt.
Das Tolle an Instagram ist, dass ich den Schnitt bereits beim Filmen machen kann. Hierfür tippe ich auf den blauen Auslöse-Button, wähle „Video“ aus, tippe auf den roten Kreis und halte diesen gedrückt, um mit der Aufnahme zu beginnen. Nehme ich den Finger vom Kreis, halte ich die Aufnahme an. Sobald ich den Kreis wieder gedrückt halte, kann ich die Aufnahme fortsetzen und den nächsten „Videoshot“ aufnehmen. Der zweite Shot wird gleich an den ersten gereiht, dazwischen ist „ein Schnitt“.

Du siehst, der Aufwand ist sehr klein, weil du keine andere App oder Software brauchst, um die Clips zu einem Video zusammenzufügen. Falls erwünscht, kann ich einen Filter über das Video legen und das Video anschliessend gleich hochladen.

Eine Besonderheit ist, dass die Videos bei Instragram quadratisch sind. Nach dem Veröffentlichen kann ich das Video bei mir abspeichern und weiterverwenden.

 

VivaVideo: Filmen und Schneiden mit einer App

Es kann aber auch sein, dass ich ein Video nicht erst veröffentlichen will, damit ich es abspeichern kann. Diese Möglichkeit bietet VivaVideo. Diese App gibt es sowohl für iPhones, als auch für Android-Geräte. VivaVideo funktioniert sehr ähnlich wie Instagram: Auch hier filme ich einzelne Sequenzen, welche sich gleich automatisch aneinanderreihen. 

Anders als bei Instagram kann ich die Sequenzen im Nachhinein aber auch nochmals kürzen oder die Reihenfolge ändern. Ich kann VivaVideo also fürs unmittelbare Filmen und Schneiden in einem Schritt verwenden, aber auch als „Schnittapp“ mit den Funktionen, die ich beispielsweise von iMovie kenne.

Bei Bedarf kann ich einen Filter darüber legen, Text hinzufügen oder mit Musik ergänzen – Letzteres ist bei Instagram nicht möglich. Du siehst, VivaVideo bietet mehr Möglichkeiten als Instagram. Und dass ich das Video nicht erst veröffentlichen muss, um es abspeichern zu können, ist für mich ein sehr grosser Vorteil. Erst kürzlich habe ich unsere Kids gefilmt, um es ihrem Papi zu schicken. Gerade bei privaten Aufnahmen will ich das Video nicht veröffentlichen, sondern direkt privat versenden.

Wenn du die kostenlose Version von VivaVideo nutzt, hat das Video ein kleines Wasserzeichen unten rechts. Es gibt aber auch eine Pro-Version und ich nehme an, dass das Wasserzeichen dort wegfällt.

Links:

Google Photos Auto Awesome: So awesome kann Filmemachen sein

Die allerschnellste Variante, um Videos zu produzieren, ist die Funktion „Auto Awesome“ von Google Photos. Das funktioniert so: Wenn du mit deinem Smartphone Fotos machst, kannst du diese direkt in Google Drive speichern. Wenn du an einem Tag viele Fotos und Videos hochlädst, macht Google daraus eine Fotostrecke beziehungsweise ein Video daraus. Das heisst, ich sammle einfach alle Bilder und Google übernimmt den Schnitt.

Den Film kann ich im Nachhinein bearbeiten, ich kann weitere Fotos hinzufügen oder verwendete Fotos wieder rausnehmen. Google fügt übrigens auch Musik hinzu oder legt einen Filter über den Film.

Ich habe hier ein Beispiel von einem solchen Auto Awesome Video:

Dieses Material schnitt ich auch im iMovie, um die App auf dem iPhone vorzustellen.  Was mich erstaunt: Das automatisch erzeugte Video von Google ist sehr ähnlich wie das, das ich manuell geschnitten habe. Die Unterschiede: Ich habe keinen solchen Weichfilter verwendet, weil mir harte Übergänge besser gefallen. Auch habe ich die Umgebungsgeräusche drin gelassen, weil ich es schön finde, wenn man hört, wie die Kinder reden oder wie das Wasser plätschert. Es hat einige „Anschlussfehler“ im Schnitt. Wenn ich den Beitrag manuell schneide, versuche ich natürlich solche Schnitte zu vermeiden.

Aber der manuelle Schnitt braucht Zeit und im Alltag kommt es oft vor, dass ich gar nicht dazu komme, das gesammelte Material zu einem Video zu verarbeiten. Deshalb finde ich Google Photos Auto Awesome eine gute Möglichkeit, rasch und gratis meine Videos von Google zusammen schneiden zu lassen, um unsere Erinnerungen festzuhalten.

Übrigens kann ich die Videos von Google im Nachhinein nochmals bearbeiten. Das heisst, ich kann mir die meiste Arbeit abnehmen lassen und später Anpassungen vornehmen.

Fazit

Mit Instagram, VivaVideo und Google Photos Auto Awesome ist es ein Kinderspiel, kurze Videoclips zu produzieren. Vor allem für kleine „Stimmungsberichte“ eignet sich diese Art von Videoschnitt.

Willst Du aber volle Kontrolle über Deine Postproduktion, den Ton bearbeiten, den Schnitt auf die Musik anpassen, Clips rausschneiden, andere wieder einsetzen usw., dann empfehle ich Dir iMovie für das iPhone.  Für Android ist VideoShow eine Variante.

Bestelle ein PDF mit einer Übersicht über die Apps für eine schnelle Postproduktion

Sharing is caring: Wie du Videos einfach versendest

Du hast ein tolles Video gedreht? Dann schick es deinen Freunden!

In meinen Video-Workshops und Kursen geht es hauptsächlich um die Produktion eines Videos. Eine häufig gestellte Frage ist jedoch: Wie kann ich mein Video nachher verschicken? Denn da es sich dabei meist um grosse Daten handelt, ist das gar nicht so einfach.

Es gibt vier verschiedene Möglichkeiten Videos zu verschicken
Im Folgenden erläutere jeweils deren Vor- und Nachteile. Ich empfehle Variante Vier.

1. Direkte Variante wie WhatsApp

Vorteil:
Scheint auf den ersten Blick die einfachste Variante, da ich auf diesen Wegen bereits mit Freunden kommuniziere und mit ihnen verbunden bin.  Das Versenden geht sehr schnell. Alle wissen wie es funktioniert.

Nachteil:
Du kannst nur kleine Videos versenden.

Beispiel Mail:
Die Grösse für den Anhang ist beschränkt. Selbst wenn mein Provider grosse Dateien senden kann, bedeutet das nicht, dass der Empfänger es auch sicher herunterladen kann. Grosse Dateien im Anhang verstopfen die Mailbox und sind deshalb nicht beliebt.

Beispiel Whats App:
Der Anhang darf nicht länger als 3 Minuten sein. Das Video liegt nachher auf dem Handy des Empfängers, wo es Platz braucht. Häufig wissen die Benutzer nicht, wo sie die Dateien löschen können.

2. Videoplattformen wie YouTube

Ein sehr praktisches Instrument um Videos zu verschicken ist YouTube. Dort kannst Du Videos auf „öffentlich“ stellen, damit jeder sie finden kann. Oder Du wählst für Dein Video „ungelistet“. Schicke den Link einem Freund. Nur wer den Link hat, kann das Video anschauen. Das Video erscheint sonst nirgendwo auf YouTube. 

Vorteil:
Auf diesem Weg braucht die Datei keinen Platz beim Empfänger. YouTube kennen die Leute, es ist einfach zu bedienen.

Nachteil:
Ganz private Inhalte würde ich nicht auf YouTube stellen, auch wenn sie „ungelistet“ sind. Jeder mit dem Link kann sie anschauen. Ein weiterer Nachteil ist, dass man natürlich Internet braucht um die Videos anzuschauen. Der Empfänger kann die Datei nicht bei sich ablegen.

 

3. Clouddienste

Vorteil:
Clouddienste bieten eine praktische Kombination, da man die Videos online anschauen, und sie bei Bedarf einfach herunter laden kann.

Nachteil:
Die Speichermöglichkeiten und das Datenvolumen sind begrenzt. Je nach Dienst und Browser finden die Empfänger oft die Download-Möglichkeiten nicht.

Ich habe schon einige Clouddienste eingesetzt, um Videos meinen Kunden zu schicken. Bei jedem Anbieter gab es Probleme.

Dropbox

Ich arbeite sehr gerne mit Dropbox. Ich habe fast alle meine Daten in der Dropbox gespeichert. Die Videos nicht, weil sie zu viel Speichervolumen brauchen.

Oft teile ich Dokumente über Dropbox, was problemlos funktioniert. Beim Teilen von Videos über Dropbox hatte ich aber verschiedene Probleme:

  • Wenn der Empfänger die Gratisversion Dropbox benutzt, kann er/sie eventuell die Datei nicht herunterladen, da das Video zu gross ist für den vorhandenen Speicherplatz.
  • Nach Videokursen habe ich schon mehreren Leuten auf einen geteilten Ordner Zugriff gegeben. Dropbox hat dann für eine Weile aus Sicherheitsgründen den Zugriff gesperrt, weil zu viel Aktivität herrschte.
  • Geschätzte 20% der Empfänger konnten nicht auf die Videos zugreifen, weil die Sicherheitseinstellungen auf dem Computer den Zugang blockierten.

Google Drive:

Dieser Anbieter bietet günstigen Speicherplatz und ein einfaches Handling.

Doch auch hier machte ich negative Erfahrungen:

  • Leute ohne Google Account hatten Mühe, aufs Material zuzugreifen.
  • Gleich wie bei Dropbox waren es gefühlte 20%, welche wegen Sicherheitseinstellungen das Video weder anschauen noch herunter laden konnte.

Amazon Cloud Drive

Für 60$ im Jahr bekomme ich unbegrenzten Speicherplatz. Die Uploadgrösse einer Datei ist begrenzt auf 2 GB. Die meisten meiner Kundenvideos sind kleiner.

Auch bei Cloud Drive kann ich ein Video freigeben und dem Empfänger den Link schicken. Bis jetzt konnten die meisten Leute ohne Probleme die Videos aus meiner Cloud Drive herunterladen. Aber keine Regel ohne Ausnahme: Auch hier gab es manchmal Probleme mit den Sicherheitssystemen.

4. Transfer Dienst wie WeTrasfer

Heute nutze ich meistens WeTransfer um Videos zu verschicken. Dazu öffne ich einfach die Website wetransfer.com, gebe die Email-Adresse des Empfängers ein und wähle das Videos aus. Dazu kann ich einen Text schreiben. Der Empfänger bekommt den Text per Mail und einen Link dazu. Klickt er/sie den Link an, wird das Video herunter geladen.

Weitere Vorteile:

  • Es ist für beide Seiten sehr einfach zu bedienen.
  • Ich kann bis zu 2 GB grosse Datei gratis versenden.
  • Mittlerweile gibt es die Anwendung auch für Smartphones. Mit dieser kann ich mein Video ganz einfach direkt vom Smartphone versenden.
  • Ich bekomme eine Bestätigungsmail, wenn der Empfänger das Video herunter geladen hat.
  • Bis jetzt konnten alle meine Empfänger die Dateien herunterladen.

Vorteile Pro Account (120$ im Jahr):

  • Ich kann bis zu 20 GB verschicken.
  • Ich bekomme 100GB Storage, dort werden meine verschickten Daten „zwischengelagert“. Will ich einen Film nochmals jemandem schicken, muss ich die Datei nicht nochmals hochladen.
  • Ich kann nachschauen, wer die Datei wann herunter geladen hat.
  • Personalisierung der WeTransfer-Seite mit Verlinkung auf meine Webseite.

Nachteil:
Vor dem Download bekomme ich keine Vorschau. Um das Video anzuschauen, muss ich die Datei herunter laden. Sie braucht Platz auf meinem Rechner.

Fazit: 
Soll Dein Empfänger das Video anschauen, aber nicht bei sich abspeichern, veröffentliche es als „ungelistet“ auf YouTube und schicke ihm den Link. In allen anderen Fällen empfehle ich Dir WeTransfer. Für die meisten Benutzer reicht die Gratisvariante.

Doppelt gemoppelt – Wenn die zweite Kameraperspektive ablenkt

Vor kurzem schaute ich mir ein Video von Todd Herman, einem erfolgreichen Geschäftsmann, der viele Menschen coacht und weiterbringt. Seine Videos finden ein riesiges Publikum, seine Inhalte sind sehr inspirierend. Doch die Kameraführung in diesem Video lenkte mich total ab. Deshalb beschloss ich, einen Blogbeitrag über das Thema zu verfassen.

Unterschiedliche Beziehungen zum Zuschauer

Bei Videos gibt es zwei grundlegende Arten von Beziehung, die die sprechende Person mit dem Zuschauer aufbaut. In einem Interview erhält der Zuschauer eine Aussenperspektive: Die Person im Interview spricht nicht mit dem Zuschauer, sondern mit dem Interviewpartner. Deshalb schaut die interviewte Person nicht direkt in die Kamera, sondern zum Gesprächspartner. Als Zuschauer spüre ich quasi die angesprochene Person neben der Kamera, so dass der Blickkontakt zu mir nicht fehlt.

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Anders ist es bei einer Moderation: Katja Stauber beginnt beispielsweise die Tagesschau mit „Grüezi, herzlich willkommen zur Tagesschau“ und blickt dabei in die Kamera. Als ZuschauerIn fühle ich mich direkt angesprochen durch die Anrede, weshalb es befremdlich wäre ohne Blickkontakt.

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Heute ist es einfach, mit zwei Kameras zu arbeiten

Man findet heutzutage immer häufiger Videos, die mit zwei Kameras gefilmt wurden. Dies liegt zum einen daran, dass das Equipment nicht mehr so teuer ist und man leichter an zwei Kameras, beziehungsweise Smartphones gelangt. Zum anderen ist die Bearbeitung dank diverser Schnittprogramme um einiges einfacher geworden.

Bei Interview schön…

Bei der Frage nach einer oder zwei Kameras muss der Schnitt in den Mittelpunkt gestellt werden. Wie erwähnt, gibt es zwei Szenarien, in denen wir zwei Kameras einsetzen können: Interviews und Moderationen.  Wenn ich ein Interview schaue, kann die Technik mit zwei Kameras sehr schön und angenehm sein, da ich dadurch unterschiedliche Blickwinkel erhalte. Ich bin Beobachter eines Gesprächs.

Bei einem Interview kann eine Aufnahme mit zwei Kameras also sehr gut funktionieren. Dies zeigt folgendes Beispiel meines Kollegen Markus Bärtschi von videokom.ch.

Die Übersetzerin im Bild erklärt ihre Arbeit bei Diction.ch. Als Zuschauer erhält man eine Aussenansicht, die Übersetzerin spricht nicht direkt zu mir.

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(Quelle: Markus Bärtschi, videokom.ch)

… bei Moderation störend

Bei Moderationen verhält es sich anders. Der Moderator muss sich bei der Aufnahme entscheiden, in welche Kamera er schaut. Hat es zwei Kameras gleichzeitig, schaut der Moderator an einer Kamera vorbei.

Das im Einstieg erwähnte Video von Todd Hermann wurde mit zwei Kameras aufgenommen. Beim ersten Bild schaut er mich an, beim zweiten schaut er an mir vorbei. Inhaltlich spricht er im Video aber immer direkt zu mir. Jedes mal wenn er „you“ in der zweiten Einstellung sagt, bin ich irritiert, weil er mich nicht anschaut.

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Todd Herman

Natürlich springt mir ein solcher Schönheitsfehler wohl schneller ins Auge als den meisten Betrachtern. Aber ich glaube, dass der direkte Blick in die Kamera auch unbewusst mich besser abholt und mehr Vertrauen schafft.

Lieber zweimal als mit zwei Kameras filmen

Meine Empfehlung für dich lautet: Wenn du in deinem Video direkt zum Zuschauer sprichst, nimm es nicht mit zwei Kameras auf. Denn du möchtest eine Verbindung herstellen und Vertrauen aufbauen. Statt zwei Kameras empfehle ich dir, das Video zweimal mit verschiedenen Einstellungen oder gleich mit einer 4K-Kamera aufzunehmen. Die Cadrage kannst du anschliessend in der Postproduktion verändern. Die verschiedenen Schnittmöglichkeiten zeige ich Dir im Blogbeitrag: Die Videoauflösung 4K bringt Vorteile in der Postproduktion.

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Wie ergeht es dir mit solchen Zwei-Kamera-Aufnahmen? Empfindest du sie ebenfalls als irritierend oder hast du eine andere Sicht auf die Dinge? Es gibt ja schliesslich immer mehrere Einstellungen für jede Thematik!

Darf ein Video im Hochformat sein?

Früher war Video einfach ein Breitformat. Und das war selbstverständlich, denn der Fernseherbildschirm und auch die Kinoleinwand waren einfach breit.

Und heute? Immer mehr Leute filmen mit Ihrem Smartphone Hochformat. Gibt es eine Berechtigung für Videos im Hochformat?

Querformat oder Hochformat

Schaust du so Fernsehen?

Bisher habe ich immer Querformat gepredigt. Jedoch hat sich online einiges getan. Das Bild oben, das „Filmemacher Deutschland“ auf Facebook gepostet haben, hat dort für viel Aufregung gesorgt.

Ich wurde auf dieses Bild aufmerksam, weil mich dort auch jemand in den Kommentaren erwähnt hat. Hier möchte ich mich ausführlicher zum Thema äussern:

Hochformat entwickelt neuen Markt

„Hochformat-Video-Vertreter“ sagen, dass ein Smartphone im Hochformat natürlich in der Hand liegt und es umständlich ist, das Handy für jedes Video ins Querformat zu drehen. Der Instant-Messaging-Dienst Snapchat hat das Problem erkannt und bietet neuerdings Videos auch im Hochformat an.

Falls du Snapchat noch nicht kennst: Das ist ein Dienst der es ermöglicht, Daten an Freunde zu schicken. Diese Daten „zerstören“ sich jedoch nach kurzer Zeit von selbst und bleiben dem Empfänger nur kurz erhalten.

Vox produziert Videos im Hochformat

Doch auf Nachrichtenkanäle wie Vox haben Snapchat für sich entdeckt.  Vox bereitet jeden Tag ein Thema extra für Snapchat auf und produziert dafür Videos im Hochformat. Diese Videos füllen den Bildschirm aus, auch wenn das Smartphone nicht gedreht wird:

Periscope kann hoch und breit

In den Kommentaren zum Facebook-Bild der Deutschen Filmemacher wurde häufig mit Periscope argumentiert. Die Persicope-App ermöglicht Videoübertragungen in Echtzeit, und zwar zu Beginn nur im Hochformat.

Mittlerweile ist das Filmen und Übertragen auch im Querformat möglich.

Darf ich Hochformat filmen?

Meine Antwort: Wenn du ein Video auf deinem Smartphone drehst und dieses später bestimmt auch nur auf deinem Smartphone anschaust, ist Hochformat okay. Wenn du es jedoch auf einem anderen Medium anschauen möchtest, benutze bitte Querformat. Denn dieser „Vorhang-Effekt“ mit zwei schwarzen Balken ist einfach unansehlich.

Warum warnte mich niemand früher vor Hochformat?

Eine Mutter besuchte bei mir einen Final Cut Pro x Kurs, damit sie Ihre Familienvideos zusammen schneiden konnte. Die Videos im Querformat konnte sie schön aneinander reihen, die im hohen Format bekamen entweder zwei schwarze Balken auf der Seite oder sie musste das Bild stark aufziehen, damit es den Bildschirm ausfüllte. Dabei gingen Bildqualität und viele Bildinformationen verloren. Sie meinte enttäuscht: „Warum warnte mich niemand früher vor Hochformat?“

Eine kleine Handbewegung, die viel bewirkt

Deshalb warne ich hier alle iPhone- und Android-Filmer: Das Smartphone mag vielleicht im Hochformat natürlicher in der Hand liegen doch ein gutes Video sollte doch die Handbewegung um 90 Grad wert sein.

Die Videoauflösung 4K bringt Vorteile in der Postproduktion

Die kleinsten Einheiten ergeben den grössten Effekt. Deshalb ist bei Videoaufnahmen die Anzahl der Pixel so wichtig, denn sie ergeben die Bildauflösung. Genau hier liegt der Vorteil des 4K.

Von SD zu HD

Videos in Standard Definition (SD) kamen stets in einem 4:3 Seitenverhältnis und mit 640 x 480 Pixeln. Doch vielleicht kannst du dich noch erinnern als das Fernsehen vor wenigen Jahren ihr Programm auf HD (High-Definition) umstellte. Und plötzlich war das Bild viel schärfer als früher. Kein Wunder, denn das Bild bestand somit aus 1920 x 1080 Pixeln.

Nur noch ein Katzensprung zu 4K

4K steht für 4000, 4K Bildschirme bestehen heute aus 4096 x 2304 Bildpunkten. Dies bedeutet, es sind nun viermal soviele Pixel wie bei einem HD Video. Diesen Unterschied wirst du auf einem kleinen Bildschirm nicht sehen. Sobald du jedoch vor einem Fernseher mit grösserem Bildschirm sitzt, wird der Unterschied deutlich. Das Bild wird jetzt plötzlich noch klarer. Dein Auge kann die vielen Pixel aber nur sehen, wenn Du genug nah beim TV sitzt. Die Verbesserung der Bildqualität ist nicht mehr so ein grosser Sprung.

Neue Möglichkeiten fürs Filmen

Beim Videokonsum stossen wir an Grenzen, da unser Sehsinn begrenzt ist. Für die Videoproduktion selber öffnen sich mit 4K aber neue Möglichkeiten. Im Video zeige ich Dir die neuen Möglichkeiten der 4K Auflösung auf.

Schneller, effizienter ohne Qualitätsverlust

Wenn man ein Interview oder eine Moderation schneidet, kann man sich gewisser Schnittmöglichkeiten wie dem Zwischenbild, dem Weissblitz oder zwei verschiednen Bildausschnitten bedienen. Diese Varianten sind beim Filmen und Schneiden etwas aufwendiger. In den Zeiten von Youtube müssen Videos so schnell und effizient als möglich geschnitten werden. Und gerade hier liegt die Chance von 4K: Wenn ich das Video in 4K aufnehme und es in HD veröffentlicht wird, kann ich das Bild aufziehen und den Bildausschnitt verändern. Fast wie wenn ich eine zweite Kamera benutzt hätte. Da ich mehr Bildpixel habe, ist die Bildqualität nachher immer noch so gut wie bei HD1080.

Zoom beim Smartphone ist kein Tabu mehr

Es gibt Video-Apps, mit denen man zoomen kann. Bisher sagte ich, dass der Zoom beim Smartphone „Tabu“ ist. Das Smartphone hat keinen optischen Zoom nur einen digitalen. Wenn ich zoomte, um ein Objekt näher ran zu holen, vergrösserte ich einfach den Bildausschnitt und die Bildqualität nahm ab. Danke 4K dürfen wir den Effekt jetzt benutzen, wenn wir das Video nachher in HD1080 abspielen.

Aber Vorsicht!

Eigentlich sagt man, der Zoom sei etwas Unnatürliches und man solle lieber mit den Füssen zoomen (also näher zum Objekt laufen). Wenn Du Höhenangst hast,  Dein Schatz aber auf dem Eiffelturm steht und Dir zuwinkt, kannst Du ihn mit dem iPhone 6S filmen und mit dem Zoom näher heran holen.

Die Video-Journalistin als Retterin in der Not

Zum Filmset wandern? Kein Problem für die Videojournalistin.

Swisscoms Anfrage war etwas speziell, zugegeben: „Wir brauchen innert drei Wochen ein Kundenportrait von einem Gastronom in den Bergen. Sein Restaurant kann nur zu Fuss oder per Skis erreicht werden. Die andere Produktionsfirma hat abgesagt: unmöglich, das gesamte Equipment hochzutragen.“

Mit öV zum Dreh

Unmögliche Sachen sind meine Spezialität. Als gelernte Videojournalistin bin ich mich gewohnt leicht zu reisen, schnell zu agieren und aus bestehendem Licht alles rauszuholen. Nicht selten sah man mich im Zug mit Kamerakoffer und Stativ über der Schulter. Heute bin ich auch mal mit dem Auto unterwegs, verstaue zusätzlich zwei LED-Panels, extra Kabel und Reflektoren im Kofferraum. Die Flexibilität jedoch ist geblieben.

Ich hatte schon im Auftrag von Swisscom gearbeitet und freute mich auf die neue Herausforderung. Es ging darum, den Gastronom Markus Mennig vom Restaurant Zum See oberhalb von Zermatt vorzustellen und gleichzeitig seine modernen Arbeitsweisen anderen Restaurantbesitzern vorzustellen.

Meinen Kamerakoffer wandelte ich um zum Rucksack, packte zusätzlich das Stativ ein und wanderte zum Weiler „Zum See“, wo mich ein wunderschöner Blick auf das Matterhorn, umschmeichelt von einem stahlblauen Himmel, erwartete.

Ansprechende, professionelle Videos sind auch mit Kleingepäck möglich

Bei einem solchen Auftrag, kann ich das Storyboard im Vorfeld nur Faden schlagen. Es entwickelt sich während des Drehs spontan, intuitiv und fortzu weiter. Swisscom hatte die Fragen für das Interview verfasst, die Antworten, die Markus geben würde, kannte ich noch nicht. Der Auftrag glich einer Reportage, bei der das Konzept – was soll gefilmt werden, welche Informationen müssen rein – vor Ort entwickelt würde.

In der Bergwelt angekommen, ein paar Minuten verschnauft, filmte ich zuerst das Interview. Sobald ich die Antworten kannte, konnte ich weiterplanen und die passenden Bilder dazu aufnehmen.

Das Restaurant war voll, auf der Sonnenterrasse wurden 120 Leute bedient, alle Mitarbeitenden hatten rauchende Schuhsohlen: perfekt, um den Arbeitsalltag einzufangen. Die neue Kassenlösung mittels iPad konnte ich gleich in Action vorstellen!

Schnelle Ausrüstung

Auf was achte ich bei Reportagen?

Schnelles Schaffen ist ein Muss bei einem solchen Auftrag. Ich filmte an diesem Tag mit der Sony PMW200, eine praktische Handkamera ohne Wechselobjektive. Dazu wählte ich ein 1-Bein-Stativ, das mit erlaubte, ein ruhiges Bild einzufangen, jedoch im Aufbau rascher ist, als ein 3-Bein-Stativ.

Den zusammengeschnittenen Film übergab ich der Swisscom, die mit Begeisterung reagierte. Ihr Feedback freute mich:

«Das Videoportrait von Judith Steiner über Markus Mennig und sein Restaurant «zum See» ist sehr authentisch und echt. Dazu schafft sie es die wichtigsten Sachinformationen klar zu schildern und in kurzer Zeit auf den Punkt zu bringen. Die Zusammenarbeit mit ihr war unkompliziert und professionell.»

Andreas Heer, Content Manager Swisscom KMU Business World

Ein Drehtag ist immer auch ein strenger Tag, erst am späteren Nachmittag kam ich dazu, mir ein paar Minuten Ruhe zu gönnen und genoss ein ausgezeichnetes Essen in der fantastischen Bergwelt. Kein Wunder war die Terrasse am Mittag so voll!

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