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Gutes Licht für Deine Videos (2/3): Die Dreipunkte-Ausleuchtung

Im letzten Blogeintrag ging es darum, wie Du mit dem Licht vor Ort arbeiten kannst, wenn Du ohne zusätzliche Lampen filmst.

Oft musst Du in diesen Situationen Kompromisse eingehen. Du stellst zum Beispiel Deinen Interviewpartner nahe ans Fenster, um sein Gesicht schön von der Seite auszuleuchten – dafür hast Du im Hintergrund eine Wand mit unschönen Schreibzetteln.

3 Vorteile von Lampen

Das ist für mich der grösste Vorteil davon, mit Lampen zu arbeiten. Du kannst dort filmen, wo der Hintergrund optimal ist. Du musst keine Kompromisse eingehen und hast sowohl einen schönen Hintergrund als auch gutes Licht auf dem Gesicht Deines Interviewpartners.

Es gibt aber noch weitere Vorteile, wenn Du Lampen zur Verfügung hast:

  • Du kannst beim Bild durch die Beleuchtung mehr herausholen und auch vor hellem Hintergrund filmen.
  • Du hast immer genügend Licht dabei und bist nicht auf das Tageslicht oder das Raumlicht angewiesen.

So arbeiten Profis

Die Standard-Methode beim Arbeiten mit Lampen ist die Dreipunkte-Ausleuchtung. Es ist die klassische Ausleuchtung für Interviews, Moderationen etc.

Vorher: Wähle Deinen Hintergrund

Die Regeln, nochmals kurz zusammengefasst:

  • nicht zu unruhig (störende Gegenstände allenfalls entfernen, Tiefenunschärfe nutzen)
  • so wenig Text wie möglich – das Auge beginnt automatisch zu lesen (Ablenkung vom gesprochenen Inhalt)
  • falls vor einer Wand, genügend Abstand lassen, damit kein harter Schatten entsteht und es nicht aussieht, wie „Verbrecherbilder“

1. Key Light

Das Key Light ist das hellste Licht im Setting. Es sorgt dafür, dass Deine Interviewpartnerin gut zu sehen ist.

In der klassischen Dreipunkte-Ausleuchtung scheint das Key Light auf die Gesichtshälfte, die näher bei der Mitte des Bildes ist.

Die Lampe stellst Du möglichst nahe bei der gefilmten Person auf, aber so, dass sie nicht mehr im Bild ist. Ich stelle das Key Light jeweils etwas höher, damit das Gesicht schön in einem schrägen Winkel beleuchtet wird. Dadurch entstehen Schatten und das Gesicht erhält Struktur.

Damit diese Schatten auf der anderen Gesichtshälfte nicht zu dunkel sind, verwenden wir noch eine zweite Lampe:

2. Fill Light

Das Fill Light ist weniger stark als das Key Light. Es kommt ebenfalls von schräg vorne, die Lampe wird relativ nahe bei der gefilmten Person aufgestellt, scheint aber auf die andere Seite des Gesichts.

Wir nehmen dafür weicheres Licht als für das Key Light oder einen Reflektor. Als Fill Light können auch ein Fenster, eine weisse Wand oder ein reflektierender Flipchart dienen!

Mit der Stärke des Fill Light lässt es sich variieren: Wenn das Key Light eindeutig stärker ist, bleibt mehr Schatten und das gibt mehr Charakter ins Gesicht.

3. Hair Light (Back Light)

Das Hair Light (auch „Back Light“ genannt) leuchtet schräg oben auf den Hinterkopf der gefilmten Person (hartes Licht, z.B. Spot). Es gibt mehr Tiefe ins Bild und hebt die Person deutlicher vom Hintergrund ab.

Das Hair Light ist in der Dreipunkte-Ausleuchtung diejenige Lichtquelle, die man am ehesten weglassen kann. Wenn jemand zum Beispiel nicht mehr so viel Haar auf dem Kopf hat, betont man dies mit dem Hair Light eher noch – in diesem Fall lasse ich es weg.

Herausforderung Brillenträger

In der Brille spiegeln sich Lichtquellen. Die Augen sind dann unter Umständen nicht mehr zu sehen. Das macht das Filmen von Personen, die Brille tragen, schwierig – vor allem bei grossen Brillen, wie sie momentan Mode sind.

Beim Aufstellen der Lampen musst Du beachten, dass keine Reflexionen auftauchen. Und wenn es sich nicht vermeiden lässt, dann höchstens am Rand der Brille.

Mein Trick:

Oft hilft es, das Licht leicht von oben herab zu setzen. Dann fallen Reflexionen nicht auf die Augen.

Brille abnehmen – ja oder nein?

Wenn Dein Interviewpartner die Brille immer trägt, gehört sie zur Person. In diesem Fall unbedingt anbehalten.

Ist Deine Interviewpartnerin jedoch manchmal auch mit Kontaktlinsen oder ohne Brille unterwegs, kann sie die Brille für die Aufnahmen auch abnehmen.

Zweipunkte-Ausleuchtung ohne Lampen

Nicht immer hat man drei Lampen. Je nach Budget und je nachdem, wie man unterwegs ist.

Achte jedoch darauf, dass Du mindestens zwei Lichtquellen aufs Gesicht scheinen lässt! Zwei Lampen sind in jedem Fall besser als eine.

Wenn Du nur eine einzige Lampe oder nur ein Fenster mit Tageslicht hast (dazu der erste Blogpost dieser Licht-Serie: „Das Licht vor Ort richtig nutzen“), gibt es Tricks, wie Du noch ein Fill Light erhalten kannst:

  • Zwei Fensterfronten: In diesem Fall stellst Du den Interviewpartner in die Ecke, in der er oder sie von vorne und von seitlich beleuchtet wird. (Hast Du im Hintergrund eine zweite Fensterfront, also Gegenlicht, musst Du diese entweder verdunkeln oder die Perspektive wechseln.)
  • Aber auch eine Wand oder ein Flipchart, welche das Licht etwas reflektieren, können ein zweites Licht (Fill Light) auf das Gesicht geben. Das macht es heller und mildert die Schatten.

Ratgeber „Gutes Licht für Deine Videos“

Zur aktuellen Blogpost-Serie habe ich einen Ratgeber zusammengestellt. Er enthält Tipps, wie Du mit dem Licht vor Ort arbeiten kannst, aber auch kurz zusammengefasst die Erklärung zur Dreipunkte-Ausleuchtung. Hier kannst Du das PDF herunterladen.

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Gutes Licht für Deine Videos: Das Licht vor Ort richtig nutzen

Wenn jemand vor der Kamera steht und spricht, dann muss man das Gesicht dieser Person sehen. Vor allem ihre Augen. So erhält das, was gesprochen wird, Aufmerksamkeit.

Dafür ist es essenziell, dass das Gesicht gut ausgeleuchtet ist.

Mit diesem Blogeintrag beginne ich eine dreiteilige Serie zum Thema „Licht“: Damit deine Videos im besten Licht erscheinen.

Im ersten Teil erkläre ich Dir, wie Du ohne zusätzliche Ausrüstung gutes Licht erzielen kannst. Im zweiten Teil der Serie dann die Grundlagen fürs Filmen mit zusätzlichen Lichtquellen (die Dreipunkte-Ausleuchtung) und im dritten Teil einige Produkte-Tests und Kauf-Empfehlungen.

Ohne Licht-Equipment unterwegs

Wenn Du wissen willst, wie du Gutes Licht ohne Zusatzlampen hinkriegst, kannst Du dieses Video schauen, den Text unten lesen oder den „Ratgeber Licht“ gratis herunter laden. Oder natürlich eine Kombination wählen:-)

Wenn bei mir ein Dreh ansteht, bin ich meistens mit dem Auto unterwegs und habe Koffer mit Lampen und Licht-Stativen dabei. Aber als ich noch als Videojournalistin gearbeitet habe, fuhr ich mit Zug und Bus zu den Interviews. Dabei zog ich meinen Rollkoffer mit der Kamera hinter mir her und trug ein Stativ auf dem Buckel.

Zusätzliche Hilfsmittel für gutes Licht hatten keinen Platz. Abgesehen davon, dass ich im hektischen VJ-Alltag auch gar nicht die Zeit gehabt hätte, diese auch einzurichten.

Um in deinem Video gutes Licht zu haben, musst Du Dir also nicht unbedingt Lampen oder Scheinwerfer kaufen. Mit etwas Know-How kannst Du mit dem vorhandenen Licht viel machen.

Filmen in Innenräumen: Wo sind die Fenster?

Wenn Du vor einem Fenster filmst, mit Blick nach aussen, dann hast Du unter Umständen einen schönen Hintergrund. Aber Deine Interviewpartnerin ist nur als dunkle Silhouette zu erkennen.

Das kennt man auch aus der Fotografie: Gegenlicht gibt schwarze Silhoutten.

Das Fenster kannst Du aber als Lichtquelle nutzen.

Drehe Dich um 180 Grad, also stelle Deine Interviewpartnerin so, dass das Licht vom Fenster auf ihr Gesicht fällt. Du als Kameramann oder -Frau stehst so, dass Du das Fenster seitlich oder im Rücken hast.

Damit hast Du schon sehr schönes Licht. Ein Fenster ist grossflächig, leuchtet also das Gesicht schön aus. Und weil das Licht von der Seite kommt, entstehen keine Schatten unter den Augen. Zwei grosse Vorteile!

Deshalb die wichtigste Frage bei Interviews in Gebäuden: Wo sind die Fenster? Dorthin bringst Du Deinen Interviewpartner.

Raumlicht ausschalten

Wenn im Raum Licht an ist, schaltest Du dieses idealerweise aus. Dafür gibt es zwei Gründe.

1. Je dunkler der Raum ist und je heller das Gesicht, desto schöner ausgeleuchtet erscheint dieses. Das Gesicht sollte möglichst der hellste Punkt im Bild sein – das zieht die Aufmerksamkeit des Zuschauers an und das Gesprochene wird besser wahrgenommen.

Wenn es sich um eine künstlerische Entscheidung handelt, kannst Du natürlich auch eine Lampe oder ein anderes Licht ins Bild bringen. Grundsätzlich gilt aber die Regel, die ich soeben beschrieben habe.

2. Warmes und kaltes Licht sollte man nicht mischen. Tageslicht ist kalt, künstliches Raumlicht meistens warm. Wenn die beiden Lichtquellen vermischt sind, weiss der automatische Weissabgleich nicht so recht, ob nun warmes oder kaltes Licht die Referenz ist. Wenn der Weissabgleich nicht stimmt, wird das Gesicht im kalten Licht eher bläulich.

Filmen in Räumen ohne Fenster

Am frühen Morgen oder wenn die Sonne schon weg ist, nützen Dir Fenster nicht mehr als Lichtquelle. Es gibt auch Räume, in denen gar kein natürliches Licht vorhanden ist.

In diesem Fall suche ich immer zuerst die Lampen. Zum Beispiel die Deckenbeleuchtung.

Nun stellst Du Deinen Interviewpartner (oder Dich selbst, je nach Aufnahme) so auf, dass das Licht der Deckenlampe schön auf das Gesicht fällt und es keine Augenschatten gibt. In dem Beispiel unten funktioniert die Deckenlampe sehr gut.

 

Falls es Lampen hat, die von der Seite Licht geben, würde ich zuerst diese ausprobieren. Meistens gibt das weniger Schatten unter den Augen.

Oft ist es möglich, in einem Raum das Licht zu verändern oder umzustellen – nutze diese Möglichkeiten!

Unter freiem Himmel

Draussen gelten genau die gleichen Regeln wie diejenigen, die ich für das Filmen in Innenräumen beschrieben habe: Interviewpartnerin oder Moderator brauchen Licht auf dem Gesicht, die Augen müssen zu erkennen sein.

Das funktioniert am besten, wenn es bewölkt ist, oder aber am Morgen oder am späteren Nachmittag/Abend. Denn dann scheint die Sonne nicht mehr von oben herab, sondern tief seitlich ins Gesicht. Sowohl Interviewpartnerin als auch Hintergrund sind hell.

 

Wenn die Sonne hoch am Himmel steht, gibt es harte Schatten auf dem Gesicht. Der Kontrast ist sehr stark und Falten werden unschön betont. Und wenn es sehr hell ist, kneift Dein Interviewpartner die Augen zu. Eine Sonnenbrille ist da natürlich keine Lösung – man soll die Augen ja sehen! 😉 In diesem Beispiel sieht man die Augen auch ohne Sonnenbrille nicht.

 

So funktioniert’s: Geh mit Deinem Interviewpartner weg vom direkten Sonnenlicht. Dabei ist wichtig: Auch der Hintergrund muss im Schatten liegen, damit das Bild ausgeglichen ist.

 

Wenn nur die gefilmte Person im Schatten ist, aber der Hintergrund sonnig, ist entweder die Person zu dunkel…

 

…oder, wenn du die Belichtung an der Kamera anpasst, der Hintergrund überbelichtet.

 

Ein Baum taugt nicht als Schattenspender, denn durch die Blätter scheint immer wieder Sonnenlicht durch. Das kann unschöne helle Flecken auf die gefilmte Person geben.

HDR: Bald auch bei Video?

Wenn Hinter- und Vordergrund unterschiedlich hell sind, kann man das bei Fotos mit HDR etwas ausgleichen. Dabei werden mehrere Bilder auf einmal aufgenommen, jedes mit unterschiedlicher Belichtung. Die Kamera baut diese Bilder dann so zusammen, sodass sowohl Vorder- und Hintergrund schön ausgeleuchtet sind.

Der gleiche Effekt für Videos zu erzeugen, braucht viel mehr Rechenleistung als bei einem Foto. Für ein HDR Foto kombiniert die Kamera 2 bis 3 Bilder. Für ein Video müssen alle Frames doppelt oder dreifach abgelichtet werden. Es gibt zwar bereits HDR Videos, aber noch nicht für den „Normal-User“ Bereich.

 

Und was ist mit dem Hintergrund?

Es kann ein Problem sein, dass Du so den Hintergrund nicht frei auswählen kannst. Doch wenn man das Gesicht der gefilmten Person nicht erkennt, interessiert auch der Hintergrund niemanden. Licht hat erste Priorität, Hintergrund zweite.

Generell sollte der Hintergrund möglichst ruhig sein und Tiefe geben. Lösungen dafür:

  • Interviewpartner nicht direkt vor eine einfarbige Wand – das gibt wegen dem entstehenden Schatten „Verbrecherbilder“
  • Bilder wenn nötig abhängen, störende Gegenstände entfernen
  • Beim Filmen mit DSLR-Kamera: Tiefenunschärfe nutzen, um den Hintergrund ruhiger zu machen (Blogeintrag dazu: „Wie erzeuge ich geringe Tiefenschärfe beim Filmen mit Smartphone?“)
  • Alternativ: Kamera etwas weiter wegstellen und zoomen – auch das gibt leichte Tiefenunschärfe

 

Ratgeber „Gutes Licht für Deine Videos“

Die wichtigsten Tipps aus diesem Blogeintrag habe ich in einem Ratgeber zusammengefasst. Hier kannst Du das PDF herunterladen. Darin enthalten ist auch die „Dreipunkte-Ausleuchtung“, auf die ich im nächsten Teil dieser Blog-Serie eingehen werde. Im dritten Teil der Serie geht es dann um Ausrüstungs-Tipps (mit einem zusätzlichen Ratgeber dazu).

Viel Spass beim Ausprobieren! Wie immer freue ich mich, wenn Du mir von Deinen Erfahrungen erzählst.

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Videoproduktion Aufbaukurs: Für Filmfans und Kommunikationsprofis

Im letzten Blogeintrag beschrieb meine Mitarbeiterin Evelyne, was sie in meinem Videoproduktion Starterkurs gelernt und erlebt hat.

Bist Du schon weiter? Kennst Du die technischen Grundlagen und hast schon Erfahrung im Produzieren von Videos? Dann schau Dir doch mal meinen Aufbaukurs an. Dort geht es darum, zu üben, wie man mit Video eine Geschichte erzählt.

In diesem Blogeintrag liest Du mehr dazu von drei Leuten, die diesen Kurs besucht haben.

Im Aufbaukurs filmen wir jedes Mal in einer anderen Location. Letztes Mal waren wir in einer Posamenterie in Lenzburg – das ist eine Werkstatt, die auf traditionelle Art bunte Kordeln, Quasten und Bordüren herstellt.

In einem früheren Kurs erhielten wir Einblick in die Schuhfabrik Fretz Men. Und im nächsten Kurs filmen wir in der ältesten Kerzenfabrik der Schweiz. Es hat noch freie Plätze!

Was sie im Aufbaukurs gelernt haben, mit welcher Ausrüstung sie filmen und wie sie das neue Know-How jetzt umsetzen, das haben mir drei ehemalige Kursteilnehmende im Interview erzählt.

Christian Burger: „Eine Geschichte erzählen, nicht nur schöne Bilder produzieren“

Zur Person: Ich bin selbständiger IT-Projektleiter und habe viele Jahre ambitioniert fotografiert. Zum Filmen kam ich per Zufall: Ich durfte vor ein paar Jahren ein paar Videos für einen befreundeten Politiker produzieren. Schnell wurde mir klar, dass das mehr ist als fotografieren mit vielen Bildern. In den folgenden Jahren habe ich mir hauptsächlich autodidaktisch, aber auch in verschiedenen Kursen das Filmhandwerk beigebracht. Heute filme ich primär in der Familie. Unsere dreijährige Tochter ist dabei mein Hauptmotiv geworden.

Judith: Du hast meinen Starterkurs vor rund zwei Jahren besucht, Du filmst regelmässig und hast Dich immer weitergebildet. Was hat Dich dazu gebracht, den Aufbaukurs auch noch zu besuchen?

Christian: Ja, nebst Deinem Starterkurs habe ich verschiedene Kurse besucht und regelmässig gefilmt. Ich habe sogar mit ein paar Gleichgesinnten eine KAF (Klasse Autodidaktischer FilmerInnen) gegründet und wir haben uns zwei Jahre lang regelmässig getroffen.

Was mich bei Deinem Starterkurs beeindruckt hat, war die Tatsache, dass wir innerhalb von wenigen Stunden genügend Theorie und Wissen hatten, um ein kleines Filmprojekt vom Anfang bis zum Schluss durchzuziehen. Dabei hast Du uns immer nur das Nötigste mitgegeben, was wir zum Erfolg brauchten – aber auch kein bisschen weniger. Ich erachte das als den wichtigsten Erfolgsfaktor.

„Möglichst effizient eine gute Story produzieren“

Daneben hast Du die Teilnehmer kaum mit Technik belastet. Die Qualität der Ausrüstung war für dich zweitrangig. Bei Dir können auch Leute mit wenig technischem Know-How und mit einer einfachen Amateurkamera gute Resultate produzieren. Das hat mich beeindruckt und war der Auslöser, mich für den Aufbaukurs anzumelden.

Was hast Du im Aufbaukurs noch dazu gelernt?

Im Aufbaukurs habe ich gelernt, wie man mit wenig Aufwand und Vorbereitung eine gute kurze Story produziert. Also möglichst effizient. Ich habe geplant, Interviewfragen vorbereitet, gefilmt, geschnitten und hatte am Abend des Kurstages eine Rohfassung in der Hand. Diese war in sich schlüssig war und beinhaltete die geplante Hauptaussage. Den Feinschnitt, die Tonbearbeitung, das Grading etc. konnte ich dann in Ruhe zu Hause fertigstellen.

„Die Technik sollte man schon im Griff haben“

Mit welcher Ausrüstung warst Du mit dabei?


Ich hatte ziemlich viel Material dabei. Nebst meiner Canon XF-100 hatte ich noch eine Sennheiser-Funkstrecke und ein paar externe Mikrofone dabei. Zudem einen externen 4-Kanal Audio-Recorder. Geschnitten habe ich auf Premiere Pro mit meinem MacBook Air.

Warum hast Du Dich für diese Kamera entschieden?


Die Kamera wurde mir von einem erfahrenen VJ vom Schweizer Fernsehen empfohlen. Ich bin Ingenieur und fotografiere zudem seit vielen Jahren mit Canon Spiegelreflexkameras. Daher habe ich mich sehr schnell mit dem Gerät angefreundet. Die Kameras sind mittlerweile sehr preiswert als Occasion erhältlich und sind daher auch nicht mehr teurer, als eine gute Amateurkamera.

Wem würdest Du diesen Kurs empfehlen?

Ich kann den Kurs jedem empfehlen, der mit seiner Kamera nicht nur schöne Bilder produzieren, sondern eine Geschichte erzählen will. Die Technik (Kamera, Ton und Schnittplatz) sollte man aber schon im Griff haben.

Christians Video aus dem Aufbaukurs Videoproduktion:

 

Olivia Bachofer: „Für Kommunikationsprofis, die sich mehr Flexibilität wünschen“

Zur Person: Olivia Bachofer ist bei Schindler Aufzüge AG Communication & Brand Manager.

Judith: Du hast wenige Wochen nach dem Starterkurs den Aufbaukurs besucht. Warum hast Du gleich beide Kurse gebucht?

Olivia: Der Starterkurs war der ideale Einstieg ins Filmen. Ich wollte aber noch einen Schritt weitergehen und lernen, wie ich einen Beitrag von A-Z selber machen kann. Das Video ist in meinem Job immer öfter die erste Wahl. Aus diesem Grund haben wir bei Schindler einiges an Videoequipment angeschafft. Ich konnte es kaum abwarten, das Material zu nutzen und war deshalb sehr froh, dass schon kurze Zeit später ein Aufbaukurs stattfand.

War es eine gute Idee, die zwei Kurse so nahe beieinander zu machen?

Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, gleich beide Kurse zu absolvieren. Diesen zweiten Tag hat es auch wirklich gebraucht, um zu lernen, wie man ein komplettes Video produziert. Ich war erstaunt, wie viel ich in diesen zwei Tagen gelernt habe und dass ich bereits in der Lage war, einen Beitrag zu filmen und zu schneiden. Jetzt heisst es «üben, üben, üben…»

„Vor- und Nachteile aller gängiger Geräte kennengelernt“

Du bist mit dem iPhone zum Aufbaukurs gekommen. Wie hat das funktioniert?

Mit dem iPhone zu filmen ist sehr einfach, wenn man einige Dinge beachtet. Mit Stativ und bei gutem Licht kommen ganz schöne Aufnahmen zustande. Das hat für mich sehr gut funktioniert. Es hat mir aber gefallen, dass der Kurs nicht auf ein bestimmtes Gerät ausgerichtet war. Ich habe die Vor- und Nachteile aller gängiger Geräte kennengelernt.

Warum hast Du das iPhone gewählt?

Ich arbeite mit einem externen Videoproduzenten, der seit längerer Zeit alles mit dem iPhone filmt. Daher wusste ich, wie gut die Qualität dieser Videos ist. Das iPhone ist einfach mitzunehmen und zu bedienen. Der grösste Vorteil ist aber, dass sich die Leute heute gewohnt sind, von einem Handy gefilmt zu werden. Sie sind weniger gehemmt, als wenn eine grosse Kamera auf sie gerichtet ist.

„Die perfekte Location für diese Übung“

Wie hast Du den Aufbaukurs allgemein erlebt?

Der ganze Tag war eigentlich eine praktische Übung mit dem Ziel, am Ende einen Beitrag fertig zu schneiden. Die Schuhfabrik von Fretz Men war die perfekte Location, um einen Beitrag zu gestalten, denn es gab viele «filmreife» Arbeitsschritte. Mit der Hilfe von Judith ist an diesem Tag ein Clip zustande gekommen, den ich nicht einmal so schlecht finde, für das erste Mal 🙂

Wem würdest Du den Kurs empfehlen?

Ich empfehle den Kurs Kommunikationsprofis, die sich mehr Unabhängigkeit und Flexibilität wünschen. Denn gerade in der internen Kommunikation werden Videoinhalte immer wichtiger. Es ist gut, wenn man gewisse Beiträge selber produzieren kann, weil die Kosten für ein professionelles Video schon sehr hoch sind.

Was möchtest Du in Zukunft selber filmisch umsetzen?

Ich werde weiterhin für die interne Kommunikation Interviews produzieren, Statements filmen oder Beiträge über Trainings, Weiterbildungen oder Events erstellen. Übung macht den Meister und mit der Routine wird es auch ein wenig einfacher. Es ist eine Herausforderung, die aber grossen Spass macht.

Olivias Video aus dem Videoproduktion Aufbaukurs: 

Roland Farner: „Altes loslassen, sich auf Neues einlassen und es gleich umsetzen“

Zur Person: Seit 1968 gehöre ich zur Weltbevölkerung, habe als kleiner Junge die ‚Star Wars‘-Filme lieben gelernt und bin seit jeher vom Medium Film begeistert. Ich habe eine liebe Frau, drei schon fast erwachsene Kinder und Mila, unsere Beaglehündin. Meine Vielseitigkeit fordert mich immer wieder heraus. Liebe ich doch neben dem Filmen auch das Kochen, mein Rennauto, die Natur, alte Möbel und alte Häuser, gute Gespräche zu führen und Gäste zu bewirten, ich brauche viel Freiheit, liebe die Stille und Ruhe und noch vieles mehr.

Judith: Wie bist Du auf den Kurs „Videoproduktion Aufbau“ aufmerksam geworden?

Roland: Da ich filmerisch weiterkommen wollte, habe ich im Internet gesucht und bin auf Deine Seite gestossen. Die Aufmachung von Deiner Website sprach mich an. Ich fragte Dich per Mail nach deiner Einschätzung von meinen Projekten, bzw. wie ich mich weiterbilden könnte. Daraufhin hast Du mir Deinen Videoproduktion Aufbaukurs empfohlen.

„Hilfreiche Inputs, ohne ganze Bücher lesen zu müssen“

Wie hast Du den Kurstag erlebt?

Den Kurs habe ich als sehr angenehm und interessant erlebt. Ein lehrreicher Tag, mit vielen neuen Eindrücken und hilfreichen Inputs, die man, ohne ganze Bücher lesen zu müssen, umsetzen kann. Deine freundliche, angenehme und ruhige Art hat mir sehr gut gefallen.

Was hat Dich vor allem weitergebracht?

Meinen Horizont wurde erweitert. Altes loslassen und sich auf Neues einlassen und umsetzen. Zum Beispiel Interviews, Texte einblenden, B-Roll etc. Zuhören und zuschauen wie es andere machen, daraus lernen und sich das herauspicken, was einem wichtig erscheint.

Mit welcher Ausrüstung bist Du in den Kurs gekommen?

Ich habe mit einer Canon EOS 7D Mark II-Spiegelreflexkamera gefilmt. Dazu habe ich ein Røde Mikrofon, ein Kamerastativ, diverse Gopros, Mikrofone (Funk und Kabel) und einen iMac mit externer Speicherplatte. Als Schneidprogramm benutze ich Final Cut Pro X.

„Ich möchte für Unternehmen Imagefilme produzieren“

Warum hast Du diese Kamera gewählt?

Die Canon wurde mir von Christian empfohlen, einem Filmemacher. Er hat sich ein paar Filme von mir angeschaut und hatte den Eindruck, die EOS 7D wäre die richtige für mich. Mir gefällt die Tiefenunschärfe, die man mit einer Spiegelreflexkamera einfangen kann. Aber ich werde mir sehr warscheinlich noch eine Videokamera und Lichtpanels zulegen.

Wie und wo möchtest Du das Gelernte vor allem umsetzen?

Ich möchte meinen Horizont noch mehr erweitern, und zwar mit neuen Projekten aus der ganzen Bandbreite des Lebens. Im Moment begrenze ich mich auf unsere „Galvanik- und Motorsporttrailer“, da ich nicht gross Zeit habe, mich auf anderes einzulassen. Das vor allem wegen des Umbaus unseres alten Bauernhauses.

Dadurch habe ich aber auch viele neue Menschen kennengelernt. Mein Ziel wäre es, für Unternehmen Imagefilme etc. zu produzieren, mit denen ich meine Leidenschaft ausleben und hoffentlich noch etwas dabei verdienen kann.

Rolands Video aus dem Aufbaukurs Videoproduktion:

 

Der nächste Aufbaukurs: Filmen in der ältesten Kerzenfabrik der Schweiz

Am 18. September findet mein nächster Kurs Videoproduktion Aufbau statt. Wir dürfen in der Kerzenfabrik Hongler Kerzen  AG filmen – in der ältesten Kerzenfabrik der Schweiz. Hier gibts Infos und Anmeldung.

PDF-Ratgeber „Musik für Online-Videos“

Wenn Du regelmässig eigene Videos produzierst und auf YouTube, Vimeo oder Facebook hochlädst, dürften Musik-Urheberrechte ein Thema sein, das Dich interessiert. Dazu habe ich einen PDF-Ratgeber. Dieser hilft Dir im juristischen Dschungel weiter und enthält auch Tipps, wo Du lizenzfreie Musik bekommst.

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So verwendest Du Musik in Deinen YouTube-Videos

Musik für die eigenen Videos zu organisieren, ist für die Produzenten immer tricky. Welche legalen, günstigen oder sogar kostenlosen Möglichkeiten es gibt, habe ich in einem früheren Blogeintrag erklärt. Damit bist Du rechtlich auf der sicheren Seite. Dazu habe ich auch eine Infografik zusammengestellt. Hier kannst Du diese als PDF herunterladen.


In diesem Blogeintrag gehe ich auf die Verwendung von Musik bei YouTube ein. Ich erzähle Dir von einem YouTuber, der über Nacht seinen Kanal mit über einer Million Views verlor. Und Du erfährst, wie Du die Rechte an einem Song einholst.

Das Internet ist nicht „privat“

Grundsätzlich ist es erlaubt, urheberrechtlich geschützte Musik privat zu verwenden. Sobald Du aber ein Video im grösseren Kreis zeigst oder online veröffentlichst, zum Beispiel auf YouTube, gilt das nicht mehr als „privat“. Ob Du damit Geld verdienst oder nicht, spielt gar keine Rolle.

Der YouTuber Sebastiano Mereu hat dies am eigenen Leib erlebt: Er covert mit seiner Ukulele bekannte Songs und hat dafür einen YouTube-Kanal. Sein ursprünglicher Kanal wurde ihm vor drei Jahren über Nacht gesperrt. Einfach so, ohne Ankündigung. Er verlor über 100 Videos und 1 Million Views. 

In einem Interview erzählte mir Sebastiano, wie es ihm damals ging. „Es war erschreckend – ich habe keine Vorwarnung bekommen“, sagt er. „Ich verstehe zwar die Musiker, die von ihrer Musik leben müssen. Aber ich habe mit ihren Songs keinen Rappen verdient.“

Dazu kam, dass Sebastiano Mereu sogar versucht hatte, die Rechte von den Musikverlagen einzuholen. „Aber als kleiner Nobody kriegte ich nicht einmal eine Antwort.“

Wie kann man sicher sein, dass die eigenen Videos auf YouTube nicht einfach wieder gelöscht werden? Dieser Frage wollte ich nachgehen.

Musikerkennung bei YouTube

Auf YouTube wird die Musik beim Upload automatisch geprüft. YouTube nennt dies „Content ID“. Urheberrechtlich geschützte Musik wird erkannt, sofern sie von einem Rechteinhaber mit einer ID versehen wurde. Sie wird sogar erkannt, wenn sie nur im Hintergrund läuft.

Das habe ich festgestellt, als ich kürzlich ein Tutorial hochgeladen habe. Darin war ein Video auf meinem iPhone zu sehen. Im Video lief ein Stück eines Schweizer Singer-Songwriters. Beim Upload des Tutorials erkannte YouTube den Song. Es erschien folgende Meldung:

Der Musikverlag des Musikers hat mir also die Verwendung erlaubt. Einzig: Ich kann das Video nicht monetarisieren. Das heisst, ich darf keine Werbung darauf schalten.

E-mail von YouTube wegen geschützter Musik.

Test für Videos mit Musik

So kann man auch kurz testen, ob ein Song beim Hochladen auf YouTube Probleme verursacht. Den Tipp hat mir Florian Schindler in einer Facebook-Gruppe für Schweizer YouTuber gegeben: „Ich exportiere mir bei Songs, bei denen ich nicht sicher bin, ob ein Copyright Claim kommt, ein schwarzes Video mit nur dem Song. Ich lade das dann als ‚Unlisted‘ hoch. Ist eine Sache von 2-3 Minuten, weil die Dateigrösse des Videos dabei so klein bleibt.“

Welche Rechte gibt es?

Wenn ich das Video hochladen kann, heisst das aber noch nicht, dass damit alles erledigt ist und ich die Musik einfach frei verwenden darf. Dazu habe ich bei der Verwertungsgesellschaft SUISA nachgefragt, die in der Schweiz für Musikrechte zuständig ist.

„Grundsätzlich gibt es bei der Verwendung von Musik in einem Online-Video vier verschiedene Arten von Rechten“, erklärte mir Michael Wohlgemuth vom Rechtsdienst der SUISA.

  • 1. Synchronisationsrecht: Es liegt beim Urheber bzw. bei seinem Musikverlag. Es muss vor jeder audiovisuellen Produktion eingeholt werden.
  • 2. Verwandte Schutzrechte: Diese bestehen aus den Rechten der Interpreten und der Tonträgerunternehmen. Sie liegen in der Regel gebündelt bei einer Plattenfirma (Label). Sie müssen ebenfalls immer eingeholt werden, ausser, Du coverst den Song.
  • 3. Herstellungsrecht: Dieses wird von der SUISA verwaltet. Auch dieses Recht muss bei jeder audiovisuellen Produktion eingeholt werden; egal, ob Du das Video online teilst oder eine DVD herstellst.
  • 4. „Online-Recht“: Das Online-Recht brauchst Du, wenn Du Dein Video ins Internet stellen willst. Es besteht aus dem Recht der Vervielfältigung zum Zugänglichmachen und zur Zugänglichmachung selbst. Verwaltet wird das Online-Recht ebenfalls von der SUISA. Für YouTube-Videos muss dieses Recht nicht separat bezogen werden. Denn die SUISA hat mit Youtube einen Vertrag, welcher die Zugänglichmachung regelt. Auf allen anderen Websites, insbesondere auf der eigenen Website und Firmenwebsites, muss dieses Recht zusätzlich zum Vervielfältigungsrecht bei der SUISA bezogen werden.

Werbung auf deinem Video

Wenn das Video ausschliesslich auf YouTube erscheint, ist es in der Praxis oft nicht nötig, das Synchronisationsrecht einzuholen (rein theoretisch aber schon). Musiker/Verlage und Plattenfirmen können nämlich auf dem Video Werbung schalten und erlauben somit nachträglich die Synchronisation. Damit verdienen sie selber Geld daran – wie in meinem Beispiel.

Wenn sich möglichst viele Leute das Video anschauen, freuen sich in diesem Fall alle daran 😉

Aber, so erklärt Michael Wohlgemuth von der SUISA: „Ohne das vorherige Einholen des Sync-Rights muss man immer damit rechnen, dass ein Verlag ein Video sperren lässt.“

Dies ist vor allem bei Werbevideos der Fall: „Da ist die Chance höher, dass sich ein Verlag oder Urheber aus persönlichen Gründen gegen die Werbeproduktion stellt.“

Ob sie die Verbreitung ihrer Musik erlauben, regeln Musiker, Plattenlabels und SUISA direkt mit YouTube. Dass sie alle separate Verträge haben und Musiker teilweise massiv weniger verdienen als die Plattenfirmen, führt immer wieder zu Rechtsstreiten. Das war auch der Grund, warum Sebastiano Mereus Kanal damals gesperrt wurde, wie er mir im Interview erzählte.

Wenn die Musik nicht freigegeben ist

Sebastiano wurde damals nicht einmal gewarnt. Doch eigentlich gilt: Wenn man das Urheberrecht in einem einzelnen Video verletzt, verwarnt einen YouTube erst einmal. (Es kann auch sein, dass dann der Upload gar nicht möglich ist.)

In diesem Fall gibt es für Dich mehrere Möglichkeiten: 1. Du kannst Einspruch dagegen erheben. 2. Du lässt die Musik im Video entfernen. 3. Oder du tauschst die Musik direkt auf YouTube aus. Damit verlierst Du jedoch die ganze Arbeit, die du in Tonanpassungen gesteckt hast.

Manchmal passiert es aber auch, dass man so eine Verwarnung erhält, obwohl man die Rechte vorgängig eingeholt hat. Das bestätigt Michael Wohlgemuth von der SUISA: „Es kommt sogar öfters vor, dass YouTube Verwarnungen ausspricht. Das liegt daran, dass die Datenbanken untereinander teilweise nicht abgeglichen werden. Oder die Einträge in den Datenbanken sind schlicht falsch.“

In diesem Fall gilt es, Einspruch zu erheben. Dazu musst Du mit dem entsprechenden Rechteinhaber Kontakt aufnehmen. Er ist dann in der Pflicht, zu beweisen, dass Du ihre Musik widerrechtlich verwendest.

Sperrung nach drei Verwarnungen – auch bei Livestreams

Nach drei Verwarnungen wird das Konto gelöscht.

Auch bei Livestreams wird man übrigens darauf hingewiesen, wenn man geschützte Musik verwendet. YouTube kann auch die Übertragung direkt unterbrechen und einem den Zugang zur Live-Funktion entziehen.

Auch Einbetten gilt als Weiterverbreitung

Dass Du ein Video gar nicht erst auf YouTube hochladen kannst, wenn es vom Musikverlag nicht freigegeben ist, schützt dich rechtlich. Aber wenn Du es anderweitig online stellst – zum Beispiel auf einer Website oder auf Facebook–, kann die Verbreitung rechtliche Konsequenzen haben.

Auch das Einbetten des YouTube-Videos auf anderen Websites gilt in der Schweiz als erneute Zugänglichmachung. Das heisst, es ist nicht durch den YouTube-Vertrag mit dem Urheber abgedeckt und muss separat abgeklärt werden (siehe oben „Online-Recht“).

YouTube gehört zu Google. Auf dessen Support-Site gibt es einen umfangreichen Frage-Antwort-Katalog zum Thema Urheberrecht.

Fazit: So geht es richtig

Um Musik in deinen Videos auf YouTube zu verwenden, gibt es folgende Möglichkeiten.

  • Entweder Du erwirbst für die Musik in Deinen Videos im Voraus die Rechte. Dazu musst du beim Urheber/Musikverlag, bei der Plattenfirma und bei der SUISA einen Antrag für die Verwendung stellen. Je bekannter der Song, desto teurer ist die Verwendung.
  • Oder Du verwendest lizenzfreie Musik (selber komponieren, YouTube Musikdatenbank).

Am einfachsten ist es, SUISA-freie Musik zu verwenden. Ich arbeite nur mit SUISA-freier Mood-Musik. Wenn man bei grösseren Musikverlagen die Sync-Rechte anfragt, bekommt man oft gar keine Antwort. Mit SUISA-freier Musik muss ich nicht auf Rechte warten. Und bei Plattformen wie Premiumbeat oder Smartsound bekommt der Musiker trotzdem Geld für seine kreative Arbeit.

Mein letzter Blogbeitrag „Musik für online-Videos“ zeigt Dir alle Möglichkeiten für die einfache und rechtlich sichere Verwendung von Musik. 

 

In meiner Infografik „Musik für Online-Videos“ sind alle diese Dinge zusammengestellt. Lade sie hier herunter. Wenn Du Dich daran hältst, bist Du rechtlich auf der sicheren Seite. Und ich gebe Dir darin Tipps, wo du gratis oder günstig Musik für Deine Videos findest. Hier kannst Du das PDF herunterladen.

Hier nochmals der Link zum Blogeintrag, in dem ich dir die verschiedenen Möglichkeiten für lizenzfreie oder günstige Musik genauer vorstelle.

 

Oder Du schaust Dir mein Video, hier erkläre ich, welche Musikmöglichkeiten es gibt:

Falls Du noch andere Musikplattformen kennst, hinterlasse doch bitte den Link in den Kommentaren. Danke!

 

Danke an Michael Wohlgemuth und Fabian Niggemeier von der SUISA für die Unterstützung beim Verfassen dieses Blogbeitrags.

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Schnelle Videoproduktion: Zwei weitere Apps – Adobe Clip und Filmic Pro

An einem Event Stimmungsbilder filmen und das geschnittene Video gleich online stellen: Manchmal sind wir froh um schnelle Lösungen ohne aufwändige Postproduktion.

Effizienter Videos produzieren

Denn Videoinhalte sind im Internet immer mehr gefragt. Bis 2020 werden ganze 80 Prozent der Online-Inhalte Videos sein, schätzt die „Washington Post“. Wenn wir mehr Videos für die Menschen produzieren wollen, die interessiert sind an unseren Inhalten, Produkten und Dienstleistungen, dann müssen wir auch effizienter werden.

Apps sparen Zeit

Mit Apps wie Snapchat, Instagram, VivaVideo oder Google Photos kannst Du Zeit sparen. Damit lassen sich Film- und Fotoaufnahmen schnell zu einem Video zusammenfügen. Diese vier Apps habe ich in früheren Blogbeiträgen vorgestellt: „Mit Snapchat Videogeschichten produzieren“ und „Videos schnell produzieren mit Instagram, VivaVideo oder Google Photos“.

In diesem Post stelle ich Dir zwei weitere Möglichkeiten vor. Auch die Apps Adobe Premiere Clip und Filmic Pro verfügen über Funktionen zur schnellen Videoproduktion.

 

1. Adobe Premiere Clip: Schnitt im Takt zur Musik

Bei Adobe Premiere Clip kannst Du die Variante „Automatisch“ wählen (im Gegensatz zu „Freiform“). Dann schneidet die Apps ausgewählte Videos und Fotos zur Musik im Takt zusammen. Wenn es nicht ganz passt, kann man danach einiges noch ändern. Etwa die Reihenfolge und Auswahl der Clips, die Musik sowie die Geschwindigkeit des Schnitts. In diesem Video zeige ich Dir, wie es funktioniert:

 

Nicht zufrieden mit dem Ergebnis? Dann wechsle in den Freiform-Editor und bearbeite jeden Clip individuell. Wie das geht, zeige ich ausführlich in diesem Video-Tutorial:

 

2. Filmic Pro: Aufnahmen werden direkt aneinandergehängt

Bei der App Filmic Pro (ausführliches Video-Tutorial hier) gibt es die Einstellung „Stitch recorded footage“. Ähnlich wie bei der App VivaVideo kann man mit dieser Funktion mehrere Aufnahmen nacheinander machen, zum Beispiel mit unterschiedlichen Bildausschnitten. Dann werden diese automatisch zu einem Video zusammengefügt.

 

Filmic Pro ist und bleibt aber grundsätzlich eine App zum Filmen und nicht zum Schneiden. Beim Filmen hast Du die volle Kontrolle über Weissabgleich, Schärfenfahrten, Audiomonitoring etc. Aber „Stitch recorded footage“ ist die einzige Möglichkeit überhaupt, in der App einen Schnitt vorzunehmen. In der App selbst kann das zusammengefügte Video danach auch nicht mehr bearbeitet werden. Umgekehrt VivaVideo: Dort gibt es zwar beim Filmen nur wenige Einstellungen, die geändert werden können. Dafür hast Du beim Schnitt viel mehr Möglichkeiten.

 

Im Video zeige ich Dir zuerst die Adobe Premiere Clip-Variante und danach die Filmic Pro-Möglichkeit:

 

Die besten Apps für die schnelle Videoproduktion

Ich habe Dir eine Übersicht für die besten sechs Apps zur schnellen Videoproduktion zusammen gestellt. Darin fasse ich die Vor- und Nachteile nochmals zusammen. Hole Dir doch gleich das kostenlose PDF:

 

Die Video-Journalistin als Retterin in der Not

Zum Filmset wandern? Kein Problem für die Videojournalistin.

Swisscoms Anfrage war etwas speziell, zugegeben: „Wir brauchen innert drei Wochen ein Kundenportrait von einem Gastronom in den Bergen. Sein Restaurant kann nur zu Fuss oder per Skis erreicht werden. Die andere Produktionsfirma hat abgesagt: unmöglich, das gesamte Equipment hochzutragen.“

Mit öV zum Dreh

Unmögliche Sachen sind meine Spezialität. Als gelernte Videojournalistin bin ich mich gewohnt leicht zu reisen, schnell zu agieren und aus bestehendem Licht alles rauszuholen. Nicht selten sah man mich im Zug mit Kamerakoffer und Stativ über der Schulter. Heute bin ich auch mal mit dem Auto unterwegs, verstaue zusätzlich zwei LED-Panels, extra Kabel und Reflektoren im Kofferraum. Die Flexibilität jedoch ist geblieben.

Ich hatte schon im Auftrag von Swisscom gearbeitet und freute mich auf die neue Herausforderung. Es ging darum, den Gastronom Markus Mennig vom Restaurant Zum See oberhalb von Zermatt vorzustellen und gleichzeitig seine modernen Arbeitsweisen anderen Restaurantbesitzern vorzustellen.

Meinen Kamerakoffer wandelte ich um zum Rucksack, packte zusätzlich das Stativ ein und wanderte zum Weiler „Zum See“, wo mich ein wunderschöner Blick auf das Matterhorn, umschmeichelt von einem stahlblauen Himmel, erwartete.

Ansprechende, professionelle Videos sind auch mit Kleingepäck möglich

Bei einem solchen Auftrag, kann ich das Storyboard im Vorfeld nur Faden schlagen. Es entwickelt sich während des Drehs spontan, intuitiv und fortzu weiter. Swisscom hatte die Fragen für das Interview verfasst, die Antworten, die Markus geben würde, kannte ich noch nicht. Der Auftrag glich einer Reportage, bei der das Konzept – was soll gefilmt werden, welche Informationen müssen rein – vor Ort entwickelt würde.

In der Bergwelt angekommen, ein paar Minuten verschnauft, filmte ich zuerst das Interview. Sobald ich die Antworten kannte, konnte ich weiterplanen und die passenden Bilder dazu aufnehmen.

Das Restaurant war voll, auf der Sonnenterrasse wurden 120 Leute bedient, alle Mitarbeitenden hatten rauchende Schuhsohlen: perfekt, um den Arbeitsalltag einzufangen. Die neue Kassenlösung mittels iPad konnte ich gleich in Action vorstellen!

Schnelle Ausrüstung

Auf was achte ich bei Reportagen?

Schnelles Schaffen ist ein Muss bei einem solchen Auftrag. Ich filmte an diesem Tag mit der Sony PMW200, eine praktische Handkamera ohne Wechselobjektive. Dazu wählte ich ein 1-Bein-Stativ, das mit erlaubte, ein ruhiges Bild einzufangen, jedoch im Aufbau rascher ist, als ein 3-Bein-Stativ.

Den zusammengeschnittenen Film übergab ich der Swisscom, die mit Begeisterung reagierte. Ihr Feedback freute mich:

«Das Videoportrait von Judith Steiner über Markus Mennig und sein Restaurant «zum See» ist sehr authentisch und echt. Dazu schafft sie es die wichtigsten Sachinformationen klar zu schildern und in kurzer Zeit auf den Punkt zu bringen. Die Zusammenarbeit mit ihr war unkompliziert und professionell.»

Andreas Heer, Content Manager Swisscom KMU Business World

Ein Drehtag ist immer auch ein strenger Tag, erst am späteren Nachmittag kam ich dazu, mir ein paar Minuten Ruhe zu gönnen und genoss ein ausgezeichnetes Essen in der fantastischen Bergwelt. Kein Wunder war die Terrasse am Mittag so voll!

Blogparade: Ersetzt das Smartphone andere Kameras?

In seinem Aufruf zur Blogparade provoziert Fabian Wüst mit der Frage, ob Spiegelreflexkameras dem Tode geweiht seien. Werden Smartphones bald alle Arten von Kameras ersetzen?

Smartphones – eine meiner Kernkompetenzen

Als regelmässige Smartphone-Filmerin – vor allem privat filme ich oft mit dem iPhone – fühle ich mich gleich angesprochen und nehme die Blogparade gerne an.

Smartphones haben erstaunlich gute Kameras – in meinen Videokursen sind die TeilnehmerInnen immer wieder von der Bildqualität der kleinen Handy-Apparate überrascht. Und sie werden immer noch besser…

Geschwindigkeit: Der 1. Rang gehört dem Smartphone

Gäbe es einen Oscars für die schnellste Kamera, würde das Smartphone in dieser Kategorie die Siegerstatue gewinnen.

Nichts ist so schnell wie das Smartphone! Vor allem bei ungeplanten Drehs – nehmen wir mal den ersten Schritt meiner Tochter, ein Anlass, den ich fürs Leben festhalten möchte – sind die Vorteile des Smartphones enorm: Wir haben es immer dabei, können es innert Sekunden zücken. Einmal gefilmt, kann das Material gleich mit der richtigen App verbessert und geschnitten und ins Netz geladen oder rasch dem Grossmami geschickt werden.

Auf keiner anderen Kamera ist ein solch effizienter Workflow möglich. 

Blogbeiträge zum Thema:

Das Smartphone hat Grenzen

Trotz des Loblieds… das Smartphone hat auch Grenzen und wird, meiner Einschätzung nach, nie alle anderen Kameras ersetzen. Werde ich angefragt, ein Geschäfts-Shooting mit dem iPhone zu filmen, nehme ich aus guten Gründen meine Kamera mit. Das Smartphone ist mir in solch wichtigen Momenten zu unberechenbar. Viele Dinge spielen auf dem Smartphone zusammen, wird eine App aktualisiert, kann schon mal etwas anderes, z.B. das Mikrofon nicht funktionieren, auch wenn es kurz zuvor tipptopp geklappt hat. Meine Kontrolle über das Gerät geht dann sehr schnell flöten.


Fehlender Zoom

Als weiteres Handicap fehlt beim Smartphone manchmal der Zoom. Ein guter Zoom würde das Phone zu gross machen und dem Konzept eines in der Hosentasche staubaren Geräts widersprechen. Es gibt zwar Zooms zum Aufsetzen, die hat man aber bestimmt beim ungeplanten Dreh nicht dabei und in die Tasche passen sie auch nicht.

Mein Mann Sam war vor Kurzem an einem Instameet-Treffen im Rapperswiler Kinderzoo. Während dem die anderen Teilnehmer mit ihren DSLR- und Systemkameras schöne Closeups von Giraffenaugen – die Tiere standen weit weg hinter dem Zaun – knipsten, wurde Sam die Limitierung seines Smartphones bewusst.

Randnote: In seinem Fall führte es zu einer Kreativitätsexplosion und er beschloss, sich anderen, ausgefallenen Fotosujets zu widmen.


Schlechte Lichtempfindlichkeit

Die relativ kleine Linse und die digitale Aufhellungsfunktion des Smartphones bringen Probleme mit der Lichtempfindlichkeit mit sich und können bei schlechten Lichtverhältnissen ein Bildrauschen verursachen. Die Smartphone-Hersteller sind sich dessen bewusst und verbessern ihr Angebot im rasenden Tempo, die Kamera-Hersteller aber auch. Sie bleiben den Smartphones in dieser Hinsicht eine Nase voraus.


Fehlende Akkus und Speichermedien

Weitere potentielle Probleme sind das Speichermedium und der Akku. Weder das eine, noch der andere können ohne Weiteres gewechselt werden. Der Speicher hat noch andere Daten darauf und kann nicht einfach so ausgetauscht werden. Die Lösung eines externen Powerpacks als Boost für den Akku ist mit dem am Phone hängendem Kabel und Batterie nicht wirklich praktisch beim Filmen.

Last, but not least, will ich mein Smartphone während dem Filmen anderweitig brauchen, rasch der Grossmutter anrufen, Sam mitteilen, dass ich später komme, dann wäre ich froh um eine Kamera, die nicht im Telefon eingebaut ist.

Im Vergleich mit einer DSLR- oder Systemkamera

Vergleich Smartphone Systemkamera

Wir filmen oder fotografieren die Hagenbutte im Garten, die mit ihren roten Farbe auf den Herbst hinweist. Wenn wir mit dem Smartphone eine Aufnahme von sehr nah aufnehmen, wird der Hintergrund unscharf (Siehe Bild oben). Sobald ich mich aber mit der Linse von der Hagenbutte weiter entferne, wird der unwichtige Hintergrund ziemlich scharf. Das Bild wirkt eher flach.

Filmen wir es mit einer DSLR- oder Systemkamera können wir mit verschiedenen Blendenzahlen arbeiten und erhalten somit eine schöne Tiefenunschärfe. Ich kann mehr vom Hagenbuttenstrauch zeigen und den Hintergrund trotzdem unscharf lassen (offene Blende). Für gewisse Filmprojekte bevorzuge ich klar diese Bildqualität.

Blogbeitrag zum Thema:

Obwohl das Smartphone eine sehr gute, kontrastreiche Bildqualität aufweist, haben wir beim Filmen mit einer DSLR- oder Systemkamera eine andere, reichere und sattere Qualität, die mehr Möglichkeiten für die Farbbearbeitung bei der Postproduktion zulässt.  Wir bestimmen, mit wenig Aufwand, wie das Endprodukt aussehen soll.

DSLR vs Systemkameras

Persönlich filme ich gerne mit meiner Systemkamera Panasonic Lumix GH3, die stark aufs Filmen ausgerichtet ist. Sie gibt eine sehr gute Bildqualität, verfügt über einen Mikrofoneingang, eine Kopfhörerbuchse und einen Pegel. Die Nachfolgekamera GH4 bietet sogar ein Peaking (farbige Schattierung zeigt, wo der Fokus liegt). Zudem kann ich mit meiner Lumix GH3 rund dreissig Minuten am Stück aufnehmen. Das können die wenigsten Spiegelreflexkameras.

Für wenig Geld erhalte ich beim Filmen viele Vorteile. 

DSLR-Kameras sind eher aufs Fotografieren ausgelegt. Ein Fokussieren braucht es bei einem Klick nur einmal. Bei der Filmaufnahme muss der Fokus jedoch mit wandern. Höre ich meinen Fotografenkollegen zu, werden DSLR-Kameras nicht so rasch aussterben. Also, keine Bange!

Kürzlich durfte ich eine Canon C100 Mark II ausprobieren. Die Kamera bietet das schöne Bild einer Spiegelreflexkamera und alle Vorteile einer Videokamera. Die würde ich nicht so schnell gegen eine Smartphone Kamera eintauschen. Hier geht es zum TESTBERICHT: CANON C100 MARK II UND XF200.

Kleine Anmerkung: Im Filmen und schneiden auf dem iPhone Kurs vom 17. August hat es noch Plätze frei.

Testbericht: Canon C100 Mark II und XF200

Canon liess mich zwei ihrer Kameras testen: die C100 Mark II und die XF200. Erfahrungen sammelte ich anlässlich der Joody.tv-Sendung mit Anne Estermann, dem ersten Schweizer YouTube Mami. Gespannt auf meine Schlussfolgerungen?

Canon C100 Mark II

Anne Estermann bei Joody.tv

Bei den Aufnahmen war die Canon C100 Mark II auf Anne Estermann gerichtet. Auffallen tun in erster Linie die für eine Canon Spiegelreflexkamera typischen schönen und klaren Farben sowie die Tiefenunschärfe.

Die C100 Mark II bietet alle Vorteile der Heirat einer Cinema-Kamera (C-Linie) mit einer Spiegelreflexkamera (Mark-Serie).  Das Filmen mit einer DSLR-Kamera bringt einige Herausforderungen mit sich – darüber habe ich im Beitrag Filmen mit der DSLR-Kamera berichtet – mit der Kombination der C- und der Mark-Serien hat Canon viele Hürden aus dem Weg geräumt.

Die Canon C100 Mark II schenkt uns das schöne Bild einer Spiegelreflex und kombiniert es mit den Vorteilen einer professionellen Videokamera:

Ein grosser Trumpf der C100 Mark II ist die Möglichkeit manuelle ND Filter aufzusetzen. Bei hellem Licht und kleiner Blende entfällt die Tiefenunschärfe. Will man dem entgegenhalten, schiebt man bis zu drei dunkle Filter vor die Linse. Der Filmemacher übernimmt die Kontrolle auch bei grellen Verhältnissen. Die Resultate lassen sich sehen!

Weiter Vorteile sind:

  • gutes Peaking, d.h. die Kamera zeigt auf dem Display an, wo die Schärfe liegt
  • Fokus einfach und rasch eingestellt
  • Aufnahme auf SD-Karten, günstig und vielseitig

Bei DSLR-Kameras ist oft der Ton ein Problem. Die Canon C100 Mark II bietet gleich zwei XLR Eingänge für Mikrofone. Bei der Joody.tv-Sendung nahm ich beide Tonspuren mit der C100 Mark II auf und war mit den Audio-Einstellungsmöglichkeiten sehr zufrieden.

Nach der Sendung brachte ich die Canon spontan auf einen privaten Familienausflug mit.

C100 Mark II eine Familienkamera

Mit zwei Kindern im Schlepptau muss das Filmen spontan und unkompliziert ablaufen. Stative haben keinen Platz neben dem Fussball und dem Frisbee. Taugt die Canon C100 Mark II als Familienkamera?

Alle Einstellungen, die ich an Videokameras schätze, sind bei der C100 Mark II möglich. Ihr Gewicht ist optimal, sie liegt gut in der Hand und erlaubt ein ruhiges, sicheres Halten. 

Spass gemacht hat auch das Filmen mit dem Objektiv mit einer 1.4 Blende, das ich netterweise vom Fotografen Boris Baldinger ausleihen durfte. Es erlaubt Bilder mit einem winzigen, scharfen Bereich und drum herum viel Tiefenunschärfe.

Der Preis der Canon C100 Mark II hält jedoch davon ab, den Apparat als Familienkamera zu benützen. Auf Amazon.com verkauft sie sich für über $ 5000.

Die Kamera eignet sich ausgezeichnet für szenisches Arbeiten: Wenn man Zeit hat um die Objektive zu wechseln und den Fokus schön zu setzen. Beim Filmen von Events bin ich aber oft auch froh, einen rechten Zoom zu besitzen, weil ich mit dem Zoom oft schneller bin als mit meinen Füssen, um die Cadrage zu wechslen. Bei der C100 Mark II würde dies jeweils einen zeitintensiven und umständlichen Objektivwechsel bedeuten.

Das rasche Fokussieren ist bei Events und Reportagen wesentlich. Canon wirbt bei der C100 Mark II mit einem schnellen Autofokus, der sonst beim Filmen mit einer DSLR-Kamera eher ein Problem ist. Leider fehlte mir die Zeit, mit der C100 Mark II einen Event filmen und den Autofokus testen zu können. Vielleicht ein andermal:-)

Schlussfolgernd kann ich bestätigen, dass ich von den Bildern der Canon C100 Mark II begeistert bin. Ich empfehle sie Personen, die beruflich filmen und bei den Drehs die Zeit haben, Objektive zu wechseln und die Tiefenunschärfe möglichst ausnützen wollen. DSLR Filmer können sich auf einen kontrollierten, guten Ton, ND Filter und Peaking freuen. 

Canon XF200

Canon FX200

Die klassische Videokamera XF200 war während den Joody.tv-Aufnahmen auf die Totale gerichtet. Die VJ-Kamera hat ein festes Objektiv und einen grossen Zoom. Auch sie besticht durch schöne Bilder, klare Farben und scharfe Kontraste. Sämtliche wichtige Einstellungen können am Gehäuse getätigt werden. Die Kamera ist für dreier, manuell einstellbarer Ringe für Fokus, Blende und Zoom immer noch recht klein und handlich.

Weitere positive Eigenschaften der XF200 sind:

  • gutes Peaking, analog der C100 Mark II
  • Makrofunktion
  • zwei XLR-Eingänge für Mikrofone

Beim Filmen der Joody.tv Sendung fiel mir ein feines Bildrauschen auf dem Grau des Sofas auf. Beim YouTube-Film sieht man es von blossem Auge nicht. Das Rauschen ist so minimal, dass es wohl nur einem Profi auffällt. Mit anderen Einstellungen hätte das evt. behoben werden können.

Vermisst habe ich die Möglichkeit, manuell ND Filter einzusetzen. Die XF200 bietet automatische, digitale Filter, die Eigenkontrolle des Filmemachers auf sehr hohem Profi-Niveau wird dabei etwas eingeschränkt. Für die meisten Filmemacher reichen die eingebauten Filter. Früher arbeitete ich mit dem Vorgänger, der XF100 und schraubte anstatt eines Filters einen Polarizer auf. So konnte ich auch den Lichteinfall in die Kamera beeinflussen.

Die XF200 ist eine tolle Videokamera mit vielen Vorteilen, die bequem und stabil in der Hand eines anspruchsvollen Filmemachers liegt. Ihr Preis liegt bei rund $ 3500.

Panasonic Lumix GH3

Joody.tv

Als dritte Kamera der Joody.tv Sendung benützte ich meine eigene Panasonic Lumix GH3. Sie ist eine sogenannte Systemkamera, also weder DSLR noch VJ-Kamera. Die Panasonic Lumix GH3 ist jedoch aufs Filmen ausgelegt und bringt sehr schöne Resultate.

Das Bild kommt nahe an die C100 Mark II heran, der Fokus ist gut und die Aufnahmezeit dauert 30 Minuten an einem Stück (Bei DSLR liegen die oft im Bereich von 10 Minuten, für Joody.tv also nicht einsetzbar). Der Preis liegt bei Amazon.com auf $ 847.99, dafür verzichtet man auf Filter und XLR-Eingänge.  Ihr Nachfolger, die GH4 ist bildmässig gleich wie die GH3, kommt jedoch mit der Peaking-Funktion.

Und ihr?

Filmt ihr mit einer der drei Kameras? Eure Erfahrungen interessieren mich.

 

Facebook erkennt die Kraft von Video

Facebook dank Autoplay bald das Nummer 1 Videoportal?

Verschlaft eure Möglichkeiten nicht.

Auf Facebook werden immer mehr Videos geschaut, das Wachstum ist extrem gross. Mehr dazu in diesem Video:

Quelle der Statistiken: http://techcrunch.com/2014/09/07/facebook-puts-its-video-reach-in-the-spotlight/

Mein letzter Blogbeitrag The Power of Video – sichtbar im Netz zeigt, wie Videos auf dem Internet gefunden werden. Google und YouTube stehen dabei ganz oben. Aber…

Nach Google ist Facebook in der Schweiz die zweitmeist aufgerufene Website

Das sieht ausserhalb der Landesgrenze nicht anders aus. Als Videoportal buhlt Facebook (noch) mit YouTube um den ersten Platz. In den USA werden von Firmen bereits mehr Filme direkt auf Facebook geladen als auf YouTube.

Autoplay heisst das Erfolgsrezept des Facebook Video

Videos auf Facebook spielen im Newsfeed ohne sie anzuklicken und ziehen unsere Aufmerksamkeit magisch an. Aber Achtung: Autoplay funktioniert nur, wenn das Video direkt bei Facebook hochgeladen wird. Wie das geht, zeige ich im Video oben. Zudem gibt Facebook natürlich den auf Facebook hochgeladenen Videos Priorität über YouTube Videos. Sie werden im Newsfeed öfters angezeigt.

Meine persönliche Empfehlung: Videos bei YouTube und Facebook hochladen.  

Über 1000 Views in weniger als einer Woche – meine Erfahrung

Vor drei Jahren stellte ich mein erstes Video auf YouTube und verlinkte es auf Joody.tv.  Levin Deger, der romantische Schweizer Sänger, stellt darin seine neue Single vor. Knapp 3000 Views hat das Interview seither verzeichnet, rund 1000 pro Jahr.

Vor einigen Wochen lud ich mein Interview mit Michi Seelig hoch, dieses Mal nicht nur auf YouTube/Joody.tv, sondern auch auf Facebook und freute mich an einer organischen Reichweite von über 1000 Views innerhalb weniger Tage! Dank Faceboook.

Das Video wurde geteilt, geliked und kommentiert. Auch der Call to Action, eine Verlinkung zu meinem Blog, wurde geklickt.

Statistik zum Video Seelig

Eine wahre Freude, Videos zu produzieren.

Wir wissen ja selbst, dass wir Videos auf Facebook eher teilen als Texte. Deshalb: produziert Videos!

Es braucht nicht viel, weder eine teure Ausrüstung, noch ein riesiges Budget. Guter Inhalt ist, was zählt.

Klopf, klopf… Aufmerksamkeit erhaschen ohne Ton

Facebooks Autoplay spielt direkt hochgeladene Videos ohne euer Zutun im Newsfeed ab, jedoch ohne Ton und nur der Anfang des Films. Eure Aufgabe: bringt den flüchtigen Zuschauer dazu, auf Play zu drücken, um euer ganzes Video abzuspielen und zwar mit Ton.

Videos können kurz und einfach sein. Sie können mit dem Smartphone, dem Fotoapparat oder der Videokamera aufgenommen werden. Das kannst du auch!

Ich gebe dir die Schritt-für-Schritt-Anleitung dazu: 

  1.  Hole meine 9 Video-Tipps zum Herunterladen und produziere mit Spass bessere Videos.
  2. Lerne in einem meiner iPhone Videokurse das Filmen und Schneiden direkt auf dem Smartphone. (Für nicht iPhoners empfehle ich meinen Blogbeitrag zu Video-Apps für Android und Windows.)
  3. Für ausführlicheres Video-Wissen empfehle ich meinen Video Starterkurs. Egal, mit was du filmst, du lernst im Kurs wie du dich richtig vor die Kamera setzt, Interview führst und kleine Geschichten erfolgreich erzählst. (perfekt für eure Ferienvideos…).
  4. Video erstellen, auf gute Inhalte achten.
  5. Video auf YouTube hochladen und auf eurer Website/Blog einbinden.
  6. Video auf Facebook hochladen.
  7. Verlinken, darüber berichten, weiterleiten, Call to Action, kommentieren, interagieren, diskutieren und Spass haben.

Hast du in meinem Beitrag Neues erfahren? Findest du meine Tipps hilfreich? Ich danke dir fürs Teilen.

The Power of Video – sichtbar im Netz

YouTube macht Videos sichtbar. Wollen wir etwas wissen, suchen wir nach einer Information, schauen wir gerne auf YouTube nach. Nicht umsonst ist YouTube nach Google die zweitbeliebteste Suchmaschine.

Google mag Beiträge mit Videos

Die Wahrscheinlichkeit, dass unser Video zu einem bestimmten Thema auf YouTube gefunden wird, ist gross. Google zeigt Videos bei den Suchresultaten gerne hoch oben an.

Suche ich zum Beispiel bei Google nach „Bonsai züchten“, erscheint ein Video zum Thema bereits an dritter Stelle. Ich könnte wetten, dass eure Augen auch grad zum Vorschaubild des Videos wandern, anstatt sich beim Text aufzuhalten!

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Das besagte Video hat bereits über 70’000 Views, obwohl dessen Qualität nicht einmal besonders gut ist. Wichtig ist, dass das Video meine Frage beantwortet, – in diesem Fall wie ich einen Bonsai züchten kann – dann drücken wir betreffend der Qualität auch mal ein Auge zu.

Filme werden gerne geteilt

Wer mag schon keine Filme? Dass wir Menschen lieber Video schauen als lange Texte lesen, zeigt sich auch im Share-Verhalten von Social Media Usern. Auf Twitter allein gibt es pro Minute mehr als 400 Tweets mit YouTube-Links!

Aber auch Facebook pusht seinen Videobereich stark, vor allem die Videos, die direkt in Facebook hochgeladen werden. Die Statistiken hierzu sind überwältigend.

Täglich sollen weltweit auf Facebook über eine Milliarde Mal Videos geschaut werden. Stellt euch das mal vor!

Da sag ich nur noch eins: The Power of Video ist enorm, macht ihn euch zunützen.

Videos haben Power!

In der fünfteiligen Serie The Power of Video sind folgende Beiträge erschienen:

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