Videos schnell produzieren mit Instagram, VivaVideo oder Google Photos

Kürzlich las ich in einem Artikel der Washington Post, dass im Jahr 2020  80 Prozent des Inhaltes im Internet Videos sein werden. Das heisst, es werden immer mehr Videos produziert und veröffentlicht.

Das freut mich, denn Videos herzustellen ist toll und macht Spass – ist aber auch sehr aufwendig. Du brauchst eine Idee oder eine Geschichte, die du erzählst. Du machst dir Gedanken, wie du diese erzählst und filmst. Doch vor allem die Postproduktion, also die Nachbearbeitung, beansprucht sehr viel Zeit. Und oft bleibt der Film dort liegen. 

Es gibt zum Glück einige Apps, mit denen du bereits beim Filmen die Postproduktion vornimmst. In meinem letzten Blogpost „Mit Snapchat Videogeschichten produzieren“ habe ich Snapchat als „Videoproduktions-App“ kurz vorgestellt. Es gibt aber auch weitere Möglichkeiten, rasch und einfach Videos zu produzieren. Drei dieser Möglichkeiten stelle ich in diesem Blogpost vor.

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Instagram: Clips im quadratischen Format

Instagram ist ja vor allem für Fotos bekannt, doch ist es auch möglich, Videos zu veröffentlichen. Diese durften früher maximal 12 Sekunden lang sein, seit kurzem sind 60 Sekunden erlaubt.
Das Tolle an Instagram ist, dass ich den Schnitt bereits beim Filmen machen kann. Hierfür tippe ich auf den blauen Auslöse-Button, wähle „Video“ aus, tippe auf den roten Kreis und halte diesen gedrückt, um mit der Aufnahme zu beginnen. Nehme ich den Finger vom Kreis, halte ich die Aufnahme an. Sobald ich den Kreis wieder gedrückt halte, kann ich die Aufnahme fortsetzen und den nächsten „Videoshot“ aufnehmen. Der zweite Shot wird gleich an den ersten gereiht, dazwischen ist „ein Schnitt“.

Du siehst, der Aufwand ist sehr klein, weil du keine andere App oder Software brauchst, um die Clips zu einem Video zusammenzufügen. Falls erwünscht, kann ich einen Filter über das Video legen und das Video anschliessend gleich hochladen.

Eine Besonderheit ist, dass die Videos bei Instragram quadratisch sind. Nach dem Veröffentlichen kann ich das Video bei mir abspeichern und weiterverwenden.

 

VivaVideo: Filmen und Schneiden mit einer App

Es kann aber auch sein, dass ich ein Video nicht erst veröffentlichen will, damit ich es abspeichern kann. Diese Möglichkeit bietet VivaVideo. Diese App gibt es sowohl für iPhones, als auch für Android-Geräte. VivaVideo funktioniert sehr ähnlich wie Instagram: Auch hier filme ich einzelne Sequenzen, welche sich gleich automatisch aneinanderreihen. 

Anders als bei Instagram kann ich die Sequenzen im Nachhinein aber auch nochmals kürzen oder die Reihenfolge ändern. Ich kann VivaVideo also fürs unmittelbare Filmen und Schneiden in einem Schritt verwenden, aber auch als „Schnittapp“ mit den Funktionen, die ich beispielsweise von iMovie kenne.

Bei Bedarf kann ich einen Filter darüber legen, Text hinzufügen oder mit Musik ergänzen – Letzteres ist bei Instagram nicht möglich. Du siehst, VivaVideo bietet mehr Möglichkeiten als Instagram. Und dass ich das Video nicht erst veröffentlichen muss, um es abspeichern zu können, ist für mich ein sehr grosser Vorteil. Erst kürzlich habe ich unsere Kids gefilmt, um es ihrem Papi zu schicken. Gerade bei privaten Aufnahmen will ich das Video nicht veröffentlichen, sondern direkt privat versenden.

Wenn du die kostenlose Version von VivaVideo nutzt, hat das Video ein kleines Wasserzeichen unten rechts. Es gibt aber auch eine Pro-Version und ich nehme an, dass das Wasserzeichen dort wegfällt.

Links:

Google Photos Auto Awesome: So awesome kann Filmemachen sein

Die allerschnellste Variante, um Videos zu produzieren, ist die Funktion „Auto Awesome“ von Google Photos. Das funktioniert so: Wenn du mit deinem Smartphone Fotos machst, kannst du diese direkt in Google Drive speichern. Wenn du an einem Tag viele Fotos und Videos hochlädst, macht Google daraus eine Fotostrecke beziehungsweise ein Video daraus. Das heisst, ich sammle einfach alle Bilder und Google übernimmt den Schnitt.

Den Film kann ich im Nachhinein bearbeiten, ich kann weitere Fotos hinzufügen oder verwendete Fotos wieder rausnehmen. Google fügt übrigens auch Musik hinzu oder legt einen Filter über den Film.

Ich habe hier ein Beispiel von einem solchen Auto Awesome Video:

Dieses Material schnitt ich auch im iMovie, um die App auf dem iPhone vorzustellen.  Was mich erstaunt: Das automatisch erzeugte Video von Google ist sehr ähnlich wie das, das ich manuell geschnitten habe. Die Unterschiede: Ich habe keinen solchen Weichfilter verwendet, weil mir harte Übergänge besser gefallen. Auch habe ich die Umgebungsgeräusche drin gelassen, weil ich es schön finde, wenn man hört, wie die Kinder reden oder wie das Wasser plätschert. Es hat einige „Anschlussfehler“ im Schnitt. Wenn ich den Beitrag manuell schneide, versuche ich natürlich solche Schnitte zu vermeiden.

Aber der manuelle Schnitt braucht Zeit und im Alltag kommt es oft vor, dass ich gar nicht dazu komme, das gesammelte Material zu einem Video zu verarbeiten. Deshalb finde ich Google Photos Auto Awesome eine gute Möglichkeit, rasch und gratis meine Videos von Google zusammen schneiden zu lassen, um unsere Erinnerungen festzuhalten.

Übrigens kann ich die Videos von Google im Nachhinein nochmals bearbeiten. Das heisst, ich kann mir die meiste Arbeit abnehmen lassen und später Anpassungen vornehmen.

Fazit

Mit Instagram, VivaVideo und Google Photos Auto Awesome ist es ein Kinderspiel, kurze Videoclips zu produzieren. Vor allem für kleine „Stimmungsberichte“ eignet sich diese Art von Videoschnitt.

Willst Du aber volle Kontrolle über Deine Postproduktion, den Ton bearbeiten, den Schnitt auf die Musik anpassen, Clips rausschneiden, andere wieder einsetzen usw., dann empfehle ich Dir iMovie für das iPhone.  Für Android ist VideoShow eine Variante.

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