Kategorie: Strategie

Wie wertvoll sind virale Videos?

Der Werbeclip „The Swisscom S5 Pulse Challenge“ verbreitet sich in der Schweiz auf den sozialen Plattformen. Als ich ihn gestern Mittag (17. Juni) auf Facebook teilte, hatte er rund 4000 Views. 29 Stunden später sind es bereits über 31’000. Nach Kevin Nalty (YouTube) gilt heute ein Video als viral, wenn es innerhalb von 3 bis 7 Tagen mehr als 5 Millionen angeklickt wurde.
Schafft die Swisscom ein weiteres virales Video?

Erstes virales Video der Swisscom

Vor einem Jahr veröffentlichte die Swisscom mit „All eyes on the S4“ bereits ein Video im ähnlichen Stil. Ein paar „gekaufte Views“ halfen zwar am Anfang, den Film unter die Leute zu bringen (alike.ch berichtete), danach verbreitete er sich aber sehr schnell. Nach einer Woche wies der Clip bereits 2,6 Millionen Views auf.

Statistik Galaxy S4

Für die Schweiz sind das Grossartige Zahlen. Bei so vielen Views würde ich von einem viralen Erfolg sprechen.

Besonders wertvoll sind die neuen Abonnenten

Die Leute fragen oft, wie komme ich zu einem viralen Video? Solche Klickraten auf einem Video sind für die Swisscom und Samsung natürlich toll. Aber viel wichtiger scheint mir die Frage nach den Abonnenten. Vor dem Erfolg des Galaxy S4 Videos hatte die Swisscom 1200 Abonnenten ihres YouTube Kanals. Heute sind es 5581. In meinen Augen sind diese Zahlen noch wertvoller.

Über 1 Million Subscribers

Passion4Profession ist zur Zeit der meist abonnierte Schweizer-YouTube-Kanal (Socialbaker.com). Sie haben über eine Million Subscribers. Bei jeder Veröffentlichung von einem neuen Fitness-Video auf Passion4Profession werden über 1 Million Menschen darüber informiert. Die Kundenbindung ist viel stärker.

Die Chance für kleine Unternehmen

Virale Videos sind oft aufwendig produziert, somit eher teuer. Kleine Firmen, die bei YouTube in erster Linie an virale Videos denken, scheuen zurück und lassen es mit den Bewegtbildern ganz bleiben. Was zu kurz gedacht ist. Um eine Firma dem Kunden näher zu bringen, hilft Video. Video kann die Menschen hinter dem Brand zeigen, die Firmenphilosophie vermitteln, Produkte vorstellen, Bedienungshilfen geben und vieles mehr. Solche Videos generieren nicht Millionen von Views, aber gewinnen Abonnenten, die gerne bei der Firma dran bleiben.

Unter-35-Jährige nutzen YouTube öfter als Facebook

Während alle von Neuerungen bei Facebook reden, ist es still um die Video-Plattform YouTube. Mit einer Milliarde monatlich aktiver Nutzer spielt YouTube aber in derselben Liga an der oberen Spitze des Web-Bergs mit. Von Vielen wird YouTube häufiger verwendet als Facebook.

YouTube bei Jüngeren vor Facebook

The Intelligence Group hat in einer Studie vom November 2013 gezeigt, dass drei Viertel der 14- bis 18-Jährigen YouTube regelmässig nutzen. In derselben Altersgruppe gaben „nur“ 60% an, Facebook regelmässig zu besuchen. Bei 19- bis 24-Jährigen ist YouTube dann nur noch knapp vorne. In der Kategorie 25- bis 34-Jährige kippt das Bild dann. Je älter, desto Facebook.

Total (14-34) ergibt das eine Nutzung von YouTube von 68% vor Facebook mit 66%.

youtube-vs-facebook

In der Schweiz?

Auf der Konsumseite wird sich ein ähnliches Bild abzeichnen. Jüngere Generationen verbringen viel Zeit mit Online-Videos.

Auf der Produktionsseite sieht es hierzulande ganz anders aus. Es gibt wenige „YouTuber“ mit grosser Reichweite. Auch Unternehmen scheinen das Thema Online-Video noch eher etwas planlos anzusehen. Es besteht hier eine Hürde von Unwissen oder Angst vor hohen Kosten, die gerade auch kleinere Unternehmen bislang davon abhält, erste Schritte zu tätigen. Dabei gäbe es viel Potential mit den handelsüblichen Geräten – und sogar Smartphones, die wir mittlerweile permanent mit dabei haben.

Eine unvollständige Liste von Schweiz YouTube-Kanälen mit Statistiken zu Zuwächsen und Abonnentenzahlen gibt es bei SocialBakers zu finden.

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