Tag: dslr

Smartphone – DSLR – Videocam – VJ-Cam – Action Camera: Das sind die Vor- und Nachteile

Was sind eigentlich die Vor- und Nachteile der verschiedenen „Kamera-Arten“?

Ich nutze vor allem das Smartphone, eine Systemkamera und eine ENG „VJ-Kamera“.

In diesem Artikel erzähle ich Dir, wo die Stärken der jeweiligen Kamera liegen und welcher Nachteile Du Dir bewusst sein musst.

Der Teil zum Smartphone ist sehr ausführlich, weil immer mehr Leute mit dem Smartphone filmen und auch in meine Videokurse kommen. Weil das Smartphone immer noch ein Gerät ist, das in erster Linie kommunizieren will, sind beim Filmen mit dem Smartphone ein paar zusätzliche Dinge zu beachten.

Ich hoffe, der Blogbeitrag hilft Dir bei Deiner Entscheidung, mit welcher Kamera Du unterwegs sein möchtest.

 

Das Smartphone: Das kleinste und schnellste Videoproduktions-Gerät

Das Smartphone ist die Kamera, die wir immer dabei haben.

Egal, ob meine Tochter die ersten Schritte geht oder ob ich an einer Messe die neuste Innovation sehe – ich kann die Kamera zücken, ein Video machen und es sofort verschicken.

Damit habe ich auch den zweiten Vorteil schon angesprochen: Mit keiner anderen Kamera bin ich so schnell im Netz und habe mein Video geteilt. Alles, was ich dafür brauche, ist Internetempfang.

Verbesserungspotenzial dank Apps

Zum Smartphone gibt es auch viele Apps, um noch eine bessere Kamera daraus zu machen: von Kamera- über Schnitt-Apps bis zu speziellen Apps für Livestreams.

Das Smartphone hat jedoch auch Nachteile.

Fehlender optischer Zoom

Mit dem Zoom sollte man zwar sehr sparsam umgehen. Der beste Zoom sind unsere Füsse! Wenn ich etwas auf der anderen Seite des Raumes filmen möchte, dann ist die beste Lösung, mit dem Smartphone näher heranzugehen.

Es gibt aber Momente, da können wir nicht hingehen. Ich kann einen Fluss nicht einfach überbrücken, zum Beispiel. In dieser Situation bin ich froh um einen Zoom.

Erst die neusten Smartphones verfügen jedoch über einen optischen Zoom. Bei vielen Modellen komme ich mit der Kamera einfach nicht näher heran.

Das kann für Enttäuschungen sorgen. Zum Beispiel in den Ferien auf einer Safari: Dort kann ich nicht einfach aus dem Auto steigen und näher an die Löwen herangehen. Auf dem Smartphone-Video sind die Tiere dann nur kleine dunkle Flecken in der Steppe.

 

Fehlende Lichtempfindlichkeit

Der Sensor im Smartphone wird zwar immer besser, aber er kann immer noch nicht so viel Licht empfangen wie der Chip einer Systemkamera.

Das Smartphone versucht immer, im Bild so gutes Licht wie möglich zu erreichen. Bei schlechten Lichtverhältnissen hellt es das Bild automatisch auf. Dann beginnt das Bild manchmal zu „rauschen“: Es wirkt „verpixelt“, schwarz ist nicht mehr richtig schwarz.

 

Fixes Speichermedium

Ich kaufe meine iPhones immer mit dem grösstmöglichen Speicherplatz. Im Moment sind das 256 Gigabyte. Auch dieser ist jedoch regelmässig voll.

Ich filme viel, und neuerdings ist auch 4K möglich. Das sind wahnsinnig viele Daten, die den Speicherplatz schnell füllen.

 

Akku begrenzt

Bei jeder anderen Kamera kann ich den Akku ganz einfach herausnehmen und ersetzen, wenn er leer ist, und weiterfilmen.

Beim Smartphone ist dies nicht möglich. Es gibt natürlich Powerbanks, mit denen ich mir auch unabhängig von einer Steckdose Strom holen kann. Aber damit auch noch zu filmen, ist umständlich.

Das ist also nur eine Notfall-Lösung. Besser vor geplanten Filmaufnahmen das Smartphone nochmals aufladen.

 

Schlechte Frontkamera

Die Frontkamera („Selfie-Kamera“) ist viel schlechter als die Hauptkamera.

Achte also darauf, dass Du möglichst mit der Hauptkamera filmst. Diese hat die besseren Farben, den besseren Kontrast, die bessere Auflösung, und mit den neueren Smartphone-Modellen auch zwei verschiedene Linsen, mit denen Du filmen kannst.

 

Störungen

Das Smartphone sucht ständig Netz-Empfang. Das sind Funkwellen, die vom Gerät versendet und empfangen werden. Diese können Störgeräusche hervorrufen.

Beim Filmen kann deswegen ein Rauschen auftreten, das man in der Postproduktion nicht mehr wegkriegt. Du solltest Dir also angewöhnen, beim Filmen den Flugmodus anzuschalten. Dann kann Dich auch niemand anrufen und so die Aufnahme unterbrechen.

 

Hoch- oder Querformat?

Speziell beim Smartphone ist auch noch, dass viele Leute Hochformat filmen. Lange war das verpönt und ich hätte nie gedacht, dass auch ich irgendwann mal einzelne Videos gezielt im Hochformat filmen würde!

Bei Filmen, die ausschliesslich mobil angeschaut werden, haben wir uns heute nämlich ans Hochformat gewöhnt. Nicht zuletzt hat es sich auch durchgesetzt, weil die Video-Player inzwischen beide Formate erkennen.

Wenn Du aber für YouTube Filme machst oder für eine Website, die auch an Desktop-Computern angeschaut wird, ist Querformat immer noch Standard. Auch Ferienvideos, die ich später am TV-Bildschirm der Familie zeigen möchte, sind viel schöner so.

Ein Problem ist es auch, wenn Du zwischen den Formaten abwechselst, aber dann ein Video aus verschiedenen Clips zusammenschneiden möchtest.

Achtung: Entscheide Dich für ein Format, bevor Du den Rec-Knopf drückst! Denn wenn Du das Smartphone im Nachhinein drehst, musst Du das Video im Schnittprogramm drehen, um es richtig anschauen zu können.

 

Die Videocam: Überall dabei und nahe dran

Eine Videocam ist die nächstgrössere Option nach dem Smartphone. Sie ist klein, leicht, und ich kann sie überall hin in der Handtasche mitnehmen.

Der grosse Vorteil gegenüber dem Smartphone ist der optische Zoom. Wenn ich auf Safari bin, kann ich vom Auto aus hinzoomen und sehe auf meinem Video die Löwen gross und in guter Bildqualität.

 

Oft keine Mikrofonbuchse

Bei Videocams findet man im Internet viele Infos zur Bildqualität des jeweiligen Modells, aber nur wenig zum Ton. Nach dem Kauf stellt sich dann heraus, dass die Kamera keine Buchse für ein externes Mikrofon besitzt.

Das ist der Nachteil vieler Videocams.

Wenn Du Interviews, Moderationen oder Referate aufzeichnen willst – eine Botschaft, die man gut verstehen soll – ist es für die Tonqualität viel besser, ein externes Mikrofon zu benutzen.

Es lohnt sich also extrem, vor dem Kauf abzuklären, ob eine Videocam einen Audio-Eingang hat.

Fehlende manuelle Einstellungen

Oft nutzen wir einfach den automatischen Fokus. Doch manchmal ist es praktisch, den Fokus manuell setzen zu können.

Zum Beispiel bei einer Moderation, bei der die Distanz zur Kamera gleich bleibt: Dort stelle ich den Fokus auf die Augen und fixiere ihn manuell. Dann kann ich mich darauf verlassen, dass die Augen scharf sind und der Fokus sich nicht plötzlich wegen einer Bewegung im Hintergrund verschiebt.

 

Die DSLR-Kamera: Schöne Bilder mit viel Tiefenunschärfe

Heute wird oft auch mit Spiegelreflexkameras oder mit sogenannten Systemkameras gefilmt.

Der grosse Vorteil ist, dass man viel Tiefenunschärfe ins Bild bringt. Eine bestimmte Bildebene ist scharf, die anderen eher verschwommen. Das erzeugt mehr Tiefe und mein Objekt tritt besser hervor.

Wenn ich viel Tiefenunschärfe habe, muss ich genau auf die Distanz der Kamera zum Objekt achten. Sobald sich diese leicht verändert, ist die gefilmte Person oder Sache unscharf.

 

Man muss sich Zeit nehmen können

Das ist jedoch auch gleich der Nachteil dieser Kamera: Mit einer DSLR-Kamera kann man nicht schnell arbeiten. Sie eignet sich also zum Beispiel nicht für Videojournalismus, wo es manchmal zackig gehen muss.

Für szenisches Arbeiten, bei dem man genau planen kann, wo der Fokus liegt und wo die gefilmte Person sich bewegen soll, geht das hingegen. Wenn man sich Zeit nehmen kann, Aufnahmen zu wiederholen, bis sie perfekt sind.

Auch das Wechseln der Objektive einer Systemkamera braucht Zeit.

Wenig Kontrolle über den Ton

Spiegelreflexkameras sind oft primär fürs Fotografieren ausgelegt. Auf Fotos gibt es keinen Ton. Deswegen sind die Audiofunktionen oft nicht so gut.

Das heisst, dass Kameras teilweise keine Mikrofonbuchsen haben, und erst recht keine zusätzliche Kopfhörerbuchse. Das ist für Interviews jedoch essenziell, um den Ton wirklich unter Kontrolle zu haben.

 

Beschränkte Aufnahmedauer

Grössere Videokameras laufen durch, bis der Akku leer oder der Speicher voll ist. sBei DSLR- und Systemkameras ist jedoch die Dauer für Videoaufnahmen in der Regel beschränkt.

Bei manchen Modellen kann man nur 10 Minuten aufzeichnen, bei den meisten liegt die Grenze bei 29 Minuten. Dann wird die Aufnahme beendet und gespeichert.

Dessen muss man sich bewusst sein. Wenn man ein einstündiges Referat aufzeichnen möchte, muss man also zwischendrin die Aufnahme neu starten und hat dort dann einen kleinen Unterbruch.

 

ENG-Kamera: Die professionelle VJ-Kamera

„Electronic News Gathering Camera“ – dafür steht die Abkürzung ENG. Das grösste Modell in diesem Kameravergleich ist also die typische Videojournalisten-(VJ)-Kamera.

Damit kann ich alleine Videos produzieren, was dann bei einer grossen Cinema-Kamera nicht mehr möglich ist. Dort werden Fokus und Ton von anderen Personen gesteuert, mit der VJ-Cam habe ich alles selber unter Kontrolle.

Zwei Audiospuren für mehr Freiheit beim Ton

Bei dieser Kamera habe ich zwei Audiospuren zur Verfügung. Ich kann also mit einem „Ambi“-Mikrofon die Umgebungstöne aufzeichnen und zum Beispiel mit einem Handmikrofon das Interview führen.

Zwei Spuren sind auch nützlich, wenn ich ein Interview mit zwei Personen führe und beide ein Mikrofon haben, oder wenn ich bei einem Interview meine Fragen mit einem separaten Mikrofon aufzeichne und meinem Gast ein Lavaliermikrofon anstecke.

In der Postproduktion kann ich dann das Verhältnis zwischen den Lautstärken der beiden Spuren gezielt einstellen. Wenn ich nur eine Spur genutzt habe (was meistens der Fall ist), lösche ich die zweite einfach.

 

Viele manuelle Einstellungen

Ein weiterer Vorteil der VJ-Cam ist, dass ich sehr schnell unterschiedliche manuelle Einstellungen vornehmen kann. Viele Knöpfe und Regler sind aussen am Gehäuse angebracht und somit gut zugänglich.

Das heisst jedoch auch, dass ich mich zuerst gut mit der Kamera vertraut machen muss und die verschiedenen Funktionen kennen muss, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen.

 

Action-Cam: Voll im Geschehen drin

In den Skiferien diesen Winter sah ich auf und neben der Piste viele, die auf ihrem Helm eine Action Cam befestigt hatten. GoPro ist dabei das bekannteste Modell.

Immer mehr Leute haben Action Cams: Deshalb gehören auch diese in meinen Kameravergleich.

Viel cooles Zubehör

Für Action Cams gibt es ganz viel tolles Zubehör. Damit kann man die Kamera ins Wasser nehmen, beim Skifahren auf den Helm schnallen, beim Fallschirmspringen an den Fuss – oder was auch immer.

Robust und wasserfest

Auch beim Tauchen an einem Korallenriff sieht man mittlerweile in jeder Tauchgruppe mehrere Leute mit einer Action Cam. Aufnahmen, die früher nur für Profis mit teurem Equipment möglich waren.

Dabei kommen wir zu einem Punkt, der Vor- und Nachteil zugleich ist:

Ungewohnte Perspektiven

Die Action Cam gibt neue, tolle Perspektiven: Das ist das coole an dieser Cam!

Kürzlich diskutierte ich mit jemanden, der im Winter an Eiswänden klettert. Er schnallt sich die GoPro auf den Kopf wie eine Stirnlampe. Das sei doch am besten zum Filmen, sagte er. Klar, eine super Sache, wenn man diese Eiswand sehen darf, ohne dass man selber hinauf klettern muss.

 

Zweitkamera, aber für sich schnell langweilig

Ungewohnte Perspektive – gerne! Aber wenn ich nur die GoPro Einstellung habe, wird auch diese schnell langweilig. Die Actioncam alleine eingesetzt ergibt wenig spannende Videos, denn Perspektive und Bildeinstellung bleiben während der ganzen Aufnahme gleich.

Ich möchte doch auch sehen, wie mein Bekannter in der Eiswand hängt, wie hoch oben er ist, etc.! Diese Relationen fallen bei seiner Action Cam in diesem Moment alle weg.

Deswegen ist die Action Cam eine Zweitkamera!

Kein brauchbares Display

Bei der Action Cam hat es machmal gar kein Display. Oder aber man sieht ihn nicht, weil die Kamera auf dem Helm befestigt ist.

Kein guter Ton

Es hat auch keine Mikrofonbuchse. Ja, es gibt zwar mit gewissen Adaptern die Möglichkeit, Miks über USB anzuschliessen. Aber die Kamera ist nicht gemacht für das.

Deshalb mein Fazit: Kombiniere die Action Cam mit einer der Kameras, die ich weiter oben vorgestellt habe. Und dann werden Deine Videos viiiiiiel spannender! Erst so bringt die Action Cam wirklich einen Mehrwert.

 

Mehr Know-How für professionellere Videos

Ich hoffe, dass dieser Blogpost Dir hilft, Dich bei Deinen Videos gezielt für eine Kamera zu entscheiden!

In meinem PDF-Ratgeber: „9 Tipps für bessere Videos“ erfährst Du, worauf Du sonst noch achten kannst, damit Deine Videos professioneller wirken.

PDF: 9 Tipps für bessere Videos

Blogparade: Ersetzt das Smartphone andere Kameras?

In seinem Aufruf zur Blogparade provoziert Fabian Wüst mit der Frage, ob Spiegelreflexkameras dem Tode geweiht seien. Werden Smartphones bald alle Arten von Kameras ersetzen?

Smartphones – eine meiner Kernkompetenzen

Als regelmässige Smartphone-Filmerin – vor allem privat filme ich oft mit dem iPhone – fühle ich mich gleich angesprochen und nehme die Blogparade gerne an.

Smartphones haben erstaunlich gute Kameras – in meinen Videokursen sind die TeilnehmerInnen immer wieder von der Bildqualität der kleinen Handy-Apparate überrascht. Und sie werden immer noch besser…

Geschwindigkeit: Der 1. Rang gehört dem Smartphone

Gäbe es einen Oscars für die schnellste Kamera, würde das Smartphone in dieser Kategorie die Siegerstatue gewinnen.

Nichts ist so schnell wie das Smartphone! Vor allem bei ungeplanten Drehs – nehmen wir mal den ersten Schritt meiner Tochter, ein Anlass, den ich fürs Leben festhalten möchte – sind die Vorteile des Smartphones enorm: Wir haben es immer dabei, können es innert Sekunden zücken. Einmal gefilmt, kann das Material gleich mit der richtigen App verbessert und geschnitten und ins Netz geladen oder rasch dem Grossmami geschickt werden.

Auf keiner anderen Kamera ist ein solch effizienter Workflow möglich. 

Blogbeiträge zum Thema:

Das Smartphone hat Grenzen

Trotz des Loblieds… das Smartphone hat auch Grenzen und wird, meiner Einschätzung nach, nie alle anderen Kameras ersetzen. Werde ich angefragt, ein Geschäfts-Shooting mit dem iPhone zu filmen, nehme ich aus guten Gründen meine Kamera mit. Das Smartphone ist mir in solch wichtigen Momenten zu unberechenbar. Viele Dinge spielen auf dem Smartphone zusammen, wird eine App aktualisiert, kann schon mal etwas anderes, z.B. das Mikrofon nicht funktionieren, auch wenn es kurz zuvor tipptopp geklappt hat. Meine Kontrolle über das Gerät geht dann sehr schnell flöten.


Fehlender Zoom

Als weiteres Handicap fehlt beim Smartphone manchmal der Zoom. Ein guter Zoom würde das Phone zu gross machen und dem Konzept eines in der Hosentasche staubaren Geräts widersprechen. Es gibt zwar Zooms zum Aufsetzen, die hat man aber bestimmt beim ungeplanten Dreh nicht dabei und in die Tasche passen sie auch nicht.

Mein Mann Sam war vor Kurzem an einem Instameet-Treffen im Rapperswiler Kinderzoo. Während dem die anderen Teilnehmer mit ihren DSLR- und Systemkameras schöne Closeups von Giraffenaugen – die Tiere standen weit weg hinter dem Zaun – knipsten, wurde Sam die Limitierung seines Smartphones bewusst.

Randnote: In seinem Fall führte es zu einer Kreativitätsexplosion und er beschloss, sich anderen, ausgefallenen Fotosujets zu widmen.


Schlechte Lichtempfindlichkeit

Die relativ kleine Linse und die digitale Aufhellungsfunktion des Smartphones bringen Probleme mit der Lichtempfindlichkeit mit sich und können bei schlechten Lichtverhältnissen ein Bildrauschen verursachen. Die Smartphone-Hersteller sind sich dessen bewusst und verbessern ihr Angebot im rasenden Tempo, die Kamera-Hersteller aber auch. Sie bleiben den Smartphones in dieser Hinsicht eine Nase voraus.


Fehlende Akkus und Speichermedien

Weitere potentielle Probleme sind das Speichermedium und der Akku. Weder das eine, noch der andere können ohne Weiteres gewechselt werden. Der Speicher hat noch andere Daten darauf und kann nicht einfach so ausgetauscht werden. Die Lösung eines externen Powerpacks als Boost für den Akku ist mit dem am Phone hängendem Kabel und Batterie nicht wirklich praktisch beim Filmen.

Last, but not least, will ich mein Smartphone während dem Filmen anderweitig brauchen, rasch der Grossmutter anrufen, Sam mitteilen, dass ich später komme, dann wäre ich froh um eine Kamera, die nicht im Telefon eingebaut ist.

Im Vergleich mit einer DSLR- oder Systemkamera

Vergleich Smartphone Systemkamera

Wir filmen oder fotografieren die Hagenbutte im Garten, die mit ihren roten Farbe auf den Herbst hinweist. Wenn wir mit dem Smartphone eine Aufnahme von sehr nah aufnehmen, wird der Hintergrund unscharf (Siehe Bild oben). Sobald ich mich aber mit der Linse von der Hagenbutte weiter entferne, wird der unwichtige Hintergrund ziemlich scharf. Das Bild wirkt eher flach.

Filmen wir es mit einer DSLR- oder Systemkamera können wir mit verschiedenen Blendenzahlen arbeiten und erhalten somit eine schöne Tiefenunschärfe. Ich kann mehr vom Hagenbuttenstrauch zeigen und den Hintergrund trotzdem unscharf lassen (offene Blende). Für gewisse Filmprojekte bevorzuge ich klar diese Bildqualität.

Blogbeitrag zum Thema:

Obwohl das Smartphone eine sehr gute, kontrastreiche Bildqualität aufweist, haben wir beim Filmen mit einer DSLR- oder Systemkamera eine andere, reichere und sattere Qualität, die mehr Möglichkeiten für die Farbbearbeitung bei der Postproduktion zulässt.  Wir bestimmen, mit wenig Aufwand, wie das Endprodukt aussehen soll.

DSLR vs Systemkameras

Persönlich filme ich gerne mit meiner Systemkamera Panasonic Lumix GH3, die stark aufs Filmen ausgerichtet ist. Sie gibt eine sehr gute Bildqualität, verfügt über einen Mikrofoneingang, eine Kopfhörerbuchse und einen Pegel. Die Nachfolgekamera GH4 bietet sogar ein Peaking (farbige Schattierung zeigt, wo der Fokus liegt). Zudem kann ich mit meiner Lumix GH3 rund dreissig Minuten am Stück aufnehmen. Das können die wenigsten Spiegelreflexkameras.

Für wenig Geld erhalte ich beim Filmen viele Vorteile. 

DSLR-Kameras sind eher aufs Fotografieren ausgelegt. Ein Fokussieren braucht es bei einem Klick nur einmal. Bei der Filmaufnahme muss der Fokus jedoch mit wandern. Höre ich meinen Fotografenkollegen zu, werden DSLR-Kameras nicht so rasch aussterben. Also, keine Bange!

Kürzlich durfte ich eine Canon C100 Mark II ausprobieren. Die Kamera bietet das schöne Bild einer Spiegelreflexkamera und alle Vorteile einer Videokamera. Die würde ich nicht so schnell gegen eine Smartphone Kamera eintauschen. Hier geht es zum TESTBERICHT: CANON C100 MARK II UND XF200.

Kleine Anmerkung: Im Filmen und schneiden auf dem iPhone Kurs vom 17. August hat es noch Plätze frei.

Testbericht: Canon C100 Mark II und XF200

Canon liess mich zwei ihrer Kameras testen: die C100 Mark II und die XF200. Erfahrungen sammelte ich anlässlich der Joody.tv-Sendung mit Anne Estermann, dem ersten Schweizer YouTube Mami. Gespannt auf meine Schlussfolgerungen?

Canon C100 Mark II

Anne Estermann bei Joody.tv

Bei den Aufnahmen war die Canon C100 Mark II auf Anne Estermann gerichtet. Auffallen tun in erster Linie die für eine Canon Spiegelreflexkamera typischen schönen und klaren Farben sowie die Tiefenunschärfe.

Die C100 Mark II bietet alle Vorteile der Heirat einer Cinema-Kamera (C-Linie) mit einer Spiegelreflexkamera (Mark-Serie).  Das Filmen mit einer DSLR-Kamera bringt einige Herausforderungen mit sich – darüber habe ich im Beitrag Filmen mit der DSLR-Kamera berichtet – mit der Kombination der C- und der Mark-Serien hat Canon viele Hürden aus dem Weg geräumt.

Die Canon C100 Mark II schenkt uns das schöne Bild einer Spiegelreflex und kombiniert es mit den Vorteilen einer professionellen Videokamera:

Ein grosser Trumpf der C100 Mark II ist die Möglichkeit manuelle ND Filter aufzusetzen. Bei hellem Licht und kleiner Blende entfällt die Tiefenunschärfe. Will man dem entgegenhalten, schiebt man bis zu drei dunkle Filter vor die Linse. Der Filmemacher übernimmt die Kontrolle auch bei grellen Verhältnissen. Die Resultate lassen sich sehen!

Weiter Vorteile sind:

  • gutes Peaking, d.h. die Kamera zeigt auf dem Display an, wo die Schärfe liegt
  • Fokus einfach und rasch eingestellt
  • Aufnahme auf SD-Karten, günstig und vielseitig

Bei DSLR-Kameras ist oft der Ton ein Problem. Die Canon C100 Mark II bietet gleich zwei XLR Eingänge für Mikrofone. Bei der Joody.tv-Sendung nahm ich beide Tonspuren mit der C100 Mark II auf und war mit den Audio-Einstellungsmöglichkeiten sehr zufrieden.

Nach der Sendung brachte ich die Canon spontan auf einen privaten Familienausflug mit.

C100 Mark II eine Familienkamera

Mit zwei Kindern im Schlepptau muss das Filmen spontan und unkompliziert ablaufen. Stative haben keinen Platz neben dem Fussball und dem Frisbee. Taugt die Canon C100 Mark II als Familienkamera?

Alle Einstellungen, die ich an Videokameras schätze, sind bei der C100 Mark II möglich. Ihr Gewicht ist optimal, sie liegt gut in der Hand und erlaubt ein ruhiges, sicheres Halten. 

Spass gemacht hat auch das Filmen mit dem Objektiv mit einer 1.4 Blende, das ich netterweise vom Fotografen Boris Baldinger ausleihen durfte. Es erlaubt Bilder mit einem winzigen, scharfen Bereich und drum herum viel Tiefenunschärfe.

Der Preis der Canon C100 Mark II hält jedoch davon ab, den Apparat als Familienkamera zu benützen. Auf Amazon.com verkauft sie sich für über $ 5000.

Die Kamera eignet sich ausgezeichnet für szenisches Arbeiten: Wenn man Zeit hat um die Objektive zu wechseln und den Fokus schön zu setzen. Beim Filmen von Events bin ich aber oft auch froh, einen rechten Zoom zu besitzen, weil ich mit dem Zoom oft schneller bin als mit meinen Füssen, um die Cadrage zu wechslen. Bei der C100 Mark II würde dies jeweils einen zeitintensiven und umständlichen Objektivwechsel bedeuten.

Das rasche Fokussieren ist bei Events und Reportagen wesentlich. Canon wirbt bei der C100 Mark II mit einem schnellen Autofokus, der sonst beim Filmen mit einer DSLR-Kamera eher ein Problem ist. Leider fehlte mir die Zeit, mit der C100 Mark II einen Event filmen und den Autofokus testen zu können. Vielleicht ein andermal:-)

Schlussfolgernd kann ich bestätigen, dass ich von den Bildern der Canon C100 Mark II begeistert bin. Ich empfehle sie Personen, die beruflich filmen und bei den Drehs die Zeit haben, Objektive zu wechseln und die Tiefenunschärfe möglichst ausnützen wollen. DSLR Filmer können sich auf einen kontrollierten, guten Ton, ND Filter und Peaking freuen. 

Canon XF200

Canon FX200

Die klassische Videokamera XF200 war während den Joody.tv-Aufnahmen auf die Totale gerichtet. Die VJ-Kamera hat ein festes Objektiv und einen grossen Zoom. Auch sie besticht durch schöne Bilder, klare Farben und scharfe Kontraste. Sämtliche wichtige Einstellungen können am Gehäuse getätigt werden. Die Kamera ist für dreier, manuell einstellbarer Ringe für Fokus, Blende und Zoom immer noch recht klein und handlich.

Weitere positive Eigenschaften der XF200 sind:

  • gutes Peaking, analog der C100 Mark II
  • Makrofunktion
  • zwei XLR-Eingänge für Mikrofone

Beim Filmen der Joody.tv Sendung fiel mir ein feines Bildrauschen auf dem Grau des Sofas auf. Beim YouTube-Film sieht man es von blossem Auge nicht. Das Rauschen ist so minimal, dass es wohl nur einem Profi auffällt. Mit anderen Einstellungen hätte das evt. behoben werden können.

Vermisst habe ich die Möglichkeit, manuell ND Filter einzusetzen. Die XF200 bietet automatische, digitale Filter, die Eigenkontrolle des Filmemachers auf sehr hohem Profi-Niveau wird dabei etwas eingeschränkt. Für die meisten Filmemacher reichen die eingebauten Filter. Früher arbeitete ich mit dem Vorgänger, der XF100 und schraubte anstatt eines Filters einen Polarizer auf. So konnte ich auch den Lichteinfall in die Kamera beeinflussen.

Die XF200 ist eine tolle Videokamera mit vielen Vorteilen, die bequem und stabil in der Hand eines anspruchsvollen Filmemachers liegt. Ihr Preis liegt bei rund $ 3500.

Panasonic Lumix GH3

Joody.tv

Als dritte Kamera der Joody.tv Sendung benützte ich meine eigene Panasonic Lumix GH3. Sie ist eine sogenannte Systemkamera, also weder DSLR noch VJ-Kamera. Die Panasonic Lumix GH3 ist jedoch aufs Filmen ausgelegt und bringt sehr schöne Resultate.

Das Bild kommt nahe an die C100 Mark II heran, der Fokus ist gut und die Aufnahmezeit dauert 30 Minuten an einem Stück (Bei DSLR liegen die oft im Bereich von 10 Minuten, für Joody.tv also nicht einsetzbar). Der Preis liegt bei Amazon.com auf $ 847.99, dafür verzichtet man auf Filter und XLR-Eingänge.  Ihr Nachfolger, die GH4 ist bildmässig gleich wie die GH3, kommt jedoch mit der Peaking-Funktion.

Und ihr?

Filmt ihr mit einer der drei Kameras? Eure Erfahrungen interessieren mich.

 

Filmen mit der DSLR-Kamera

Filmen mit DSLR

Filmen mit Spiegelreflexkameras ist beliebt. Nicht umsonst. Die DSLRs schenken uns tolle Fotos und die Möglichkeit, die Erinnerungen gleich auch in Film zu verpacken. Alles in einem, ganz bequem. Vorbei sind die Tage, in denen wir mehrere Geräte mitschleppen mussten. Nur… halten die Kameras, was sie versprechen?

Einen Vergleich zwischen DSLR-Kamera und Smartphone findest Du in diesem Blogpost.

Pro und Kontra beim Filmen mit DSLR

Mal vom praktischen Element abgesehen, wie sieht es mit der Qualität von DSLR-Filmen aus?

Auf DSLR gehören gute Objektive, die uns erlauben, mit kleinen Blendenzahlen zu arbeiten. Beim Filmen übersetzt sich das in eine Tiefenunschärfe, die ein Objekt stechend scharf in den Mittelpunkt setzen kann.  Im Bild oben sieht man schön, wie sich das Auge des Fotografen hervorhebt, die Kamera im Vordergrund sowie der Hintergrund unscharf erscheinen und eine gute Tiefenwirkung wiedergeben.

Aber Achtung! Wer qualitativ hochstehende Filme mit der DSLR produzieren will, muss mit seiner Kamera vertraut sein und wissen, wie mit ihr zu arbeiten ist. Eine DSLR eignet sich nicht für jede Art von Filmen.

Die Herausforderung besteht darin je nach Situation das richtige Objektiv zu wählen. Konkret heisst das, dass der Fotograf Zeit zum Wechseln braucht, was bei Events nicht immer möglich ist. Man stelle sich eine Hochzeit vor… der Bräutigamm küsst grad seine Braut und der Kameramensch ist am Objektivwechseln.

Einfacher ist es beim Szenischen Arbeiten. Die Kamera-Einstellungen können vorher in Ruhe festgelegt werden. Schauspieler können eine Szene bei Bedarf auch ein zweites und drittes Mal nachspielen.

DSLR sind primär Fotoapparate

Beim Fotografieren muss das gewünschte Objekt nur beim Abdrücken scharf sein. Beim Filmen ist das anders. Schärfe muss einmal hier, einmal da sein, der Fokus mit dem Objekt mitwandern.

Die Schärfeneinstellung kann selber angepasst werden, dazu braucht es jedoch Übung und eine Kamera, die mitmacht. Bei schlechteren oder älteren Modellen kann eine neue Fokussierung (zu) lange dauern, manchmal wird sie sogar mit Geräuschen begleitet, die auf dem Film störend wirken.

Bei Fotos kein Thema, bei Filmen ist der Ton jedoch oft das A und O.  Bei Interviews, Dialogen und Moderationen arbeiten wir mit externen Mikrofonen, was uns nicht selten vor eine neue Herausforderung stellt. DSLR haben nicht immer Mikrofonanschlüsse und wenn, dann fehlt oft eine zweite Buchse für die Kopfhörer. Im Idealfall arbeiten wir mit Mikro und Kopfhörer, hören mit, während dem wir filmen. Semiprofi- und Profi-Videokameras bieten diese Möglichkeit fast immer und schütten gleich noch mit einem praktischen Tonpegeldisplay nach. Natürlich kann mit externen Audiogeräten gearbeitet werden, das gibt aber beim Schnitt extra Arbeit beim Synchronisieren der Spuren.

Jedes Modell funktioniert etwas anders, einige DSLR Kameras sind mehr aufs Filmen ausgelegt, andere weniger, wie das Beispiel unten zeigt.

Canon DSLR 60D und 70D im Vergleich

Anlässlich des Workshops bei Schindler durfte ich mir ein genaueres Bild der Canon DSLR 60D und 70D machen. Beide Kameras sind zweifelslos gut zum Fotografieren, beim Filmen jedoch liegen Welten zwischen den Modellen.

WorkshopteilnehmerInnen filmten die gleiche Situation, zwei miteinander diskutierende Interviewpartner spazierten über den Hof. Eine Teilnehmerin benützte die 60D, eine die 70D.

Bei der älteren 60D war der Autofokus unzuverlässig. Trotz Gesichtserkennung sprang die Schärfe immer wieder vom Geschehen weg und verlagerte sich auf den Hintergrund, der sich nicht einmal bewegte! Die 70D hatte damit keine Probleme. Mit Autofokus blieb die Schärfe schön auf den Gesichtern und passte sich den Bewegungen der Schauspieler an.

Eine weitere Workshop-Situation war ein Interview. Eine sitzende Person spricht, die Kamera steht auf einem Stativ. In solchen Situationen ist es üblich und ratsam, die Person zu fokussieren und dann den Autofokus abzustellen. Sollte sich im Hintergrund etwas bewegen, wird die Schärfe trotzdem auf der sprechenden Person bleiben. Wie haben die 60D und 70D diese Herausforderung gemeistert?

Mit der 60D klappte die Übung nur schlecht. Die automatische Schärfeneinstellung verpasste oft das Gesicht. Den Fokus manuell einzustellen, war schlichtweg eine Überforderung. Das Display war so schlecht, dass wir die Unschärfe des Gesichts erst später beim Rückspielen erkennen konnten. Im Live-Modus (durchs Guckfenster) könnte dieses Problem behoben werden. In unserem Fall war jedoch die Filmerin bedeutend kleiner als der Interviewpartner, die Kamera zu hoch auf dem Stativ für den  Live-Modus.

Die 70D brillierte einmal mehr. Mit kurzem tippen auf den Display konnte der Fokus gewählt, dann auf manuell umgestellt werden. Das Gesicht blieb während des ganzen Interviews scharf.

Das externe Mikrofon funktionierte bei beiden Canon Kameras einwandfrei.

Als Schlussfolgerung bleibt nur noch eines zu sagen: Wollt ihr mit einer DSLR filmen, nehmt euch Zeit für die Kamerawahl und lasst Euch diesbezüglich beraten.

Welche Erfahrungen habt Ihr beim Filmen mit DSLR Kameras gemacht?

Ratgeber Licht

Egal, ob Smartphone oder DSLR: Mit der richtigen Lichtgestaltung holst Du aus Deinen Videos viel mehr heraus. In meinem PDF-Ratgeber „Gutes Licht für Deine Videos“ gebe ich Dir Tipps, wie Du bei Filmaufnahmen das Licht vor Ort optimal nutzen kannst.

Ratgeber anfordern: Gutes Licht für Deine Videos

Facebook YouTube

Copyright © 2019 Judith Steiner Videoproduktion