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Drei Möglichkeiten für live Videos

Der Vorteil von live Videos: Du hast nachher keine Postproduktion. Ist das Video aufgenommen, ist es auch bereits „geschnitten“ und veröffentlicht. Da spart man sich Zeit. Und es ist sehr echt und direkt.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten live zu streamen. Hier stelle ich drei Varianten vor:

  • mit dem Smartphone
    Vorteil des Smartphones ist, dass es sehr einfach ist und kein weiteres
    Zubehör benötigt, man kann direkt über Facebook, Instagram oder deiner bevorzugten Plattform senden sofern man einen Internetzugang hat.
  • mit einer externen Webcam
    Vorteil der externen Webcam ist die Bildqualität, welche einiges besser ist als die integrierte Kamera auf dem MacBook oder Laptop. Ausserdem hat man mehr Gestaltungsspielraum, da die Kamera mit einem Stativ auf Augenhöhe platziert werden und man so die bessere Perspektive einstellen kann. Mit der externen Webcam kann man über YouTube die entsprechende Kamera so direkt und einfach Live Videos streamen.
  • mit einer Systemkamera
    Vorteil der Systemkamera ist, dass man mit Tiefenschärfe arbeiten kann und so mehr Gestaltungsmöglichkeiten hat. Allerdings braucht es für diese Variante eine Kamera mit HDMI Ausgang und die Möglichkeit diese mit deinem Laptop zu verbinden. Bei dieser Variante brauchst du aber noch weiteres Zubehör wie z.B. einen Cam-Link Adapter und ein HDMI Kabel.

Das ist der vorgestellt Cam-Link: https://www.elgato.com/en/gaming/cam-link-4k

Wenn Du mehr über zusätzlicher Hardware zum Smartphone wissen willst, dann lade jetzt meinen Ratgeber «Ausrüstung Smartphone» gratis herunter.

Ratgeber Ausrüstung zum Filmen mit Smartphone

Doppelt gemoppelt: Wenn die zweite Kameraperspektive ablenkt

Vor kurzem schaute ich mir ein Video von Todd Herman, einem erfolgreichen Geschäftsmann, der viele Menschen coacht und weiterbringt. Seine Videos finden ein riesiges Publikum, seine Inhalte sind sehr inspirierend.

Doch die Kameraführung in diesem Video lenkte mich total ab. Deshalb beschloss ich, einen Blogbeitrag über das Thema zu verfassen.

Unterschiedliche Beziehungen zum Zuschauer

Bei Videos gibt es zwei grundlegende Arten von Beziehung, die die sprechende Person mit dem Zuschauer aufbaut.

In einem Interview erhält der Zuschauer eine Aussenperspektive: Die Person im Interview spricht nicht mit dem Zuschauer, sondern mit dem Interviewpartner. Deshalb schaut die interviewte Person nicht direkt in die Kamera, sondern zum Gesprächspartner.

Als Zuschauer spüre ich quasi die angesprochene Person neben der Kamera, so dass der Blickkontakt zu mir nicht fehlt.

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Anders ist es bei einer Moderation: Katja Stauber beginnt beispielsweise die Tagesschau mit „Grüezi, herzlich willkommen zur Tagesschau“ und blickt dabei in die Kamera.

Als ZuschauerIn fühle ich mich direkt angesprochen durch die Anrede, dazu gehört der Blickkontakt. Ohne Blickkontakt wäre es befremdlich.

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Heute ist es einfach, mit zwei Kameras zu arbeiten

Man findet heutzutage immer häufiger Videos, die mit zwei Kameras gefilmt wurden.

Dies liegt zum einen daran, dass das Equipment nicht mehr so teuer ist und man leichter an zwei Kameras, beziehungsweise Smartphones gelangt.

Zum anderen ist die Bearbeitung dank diverser Schnittprogramme um einiges einfacher geworden.

Bei Interview ist eine zweite Kamera schön…

Bei der Frage nach einer oder zwei Kameras muss der Schnitt in den Mittelpunkt gestellt werden.

Wie erwähnt, gibt es zwei Szenarien, in denen wir zwei Kameras einsetzen können: Interviews und Moderationen.

Wenn ich ein Interview schaue, kann die Technik mit zwei Kameras sehr schön und angenehm sein, da ich dadurch unterschiedliche Blickwinkel erhalte. Ich bin Beobachter eines Gesprächs.

Bei einem Interview kann eine Aufnahme mit zwei Kameras also sehr gut funktionieren. Dies zeigt folgendes Beispiel meines Kollegen Markus Bärtschi von videokommunikator.ch.

Die Übersetzerin im Bild erklärt ihre Arbeit bei Diction.ch. Als Zuschauer erhält man eine Aussenansicht, die Übersetzerin spricht nicht direkt zu mir.

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(Quelle: Markus Bärtschi, videokom.ch)

… bei Moderation störend

Bei Moderationen verhält es sich anders.

Der Moderator muss sich bei der Aufnahme entscheiden, in welche Kamera er schaut. Hat es zwei Kameras gleichzeitig, schaut der Moderator an einer Kamera vorbei.

Das im Einstieg erwähnte Video von Todd Hermann wurde mit zwei Kameras aufgenommen. Beim ersten Bild schaut er mich an, beim zweiten schaut er an mir vorbei.

Inhaltlich spricht er im Video aber immer direkt zu mir. Jedes mal wenn er „you“ in der zweiten Einstellung sagt, bin ich irritiert, weil er mich nicht anschaut.

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Todd Herman

Natürlich springt mir ein solcher Schönheitsfehler wohl schneller ins Auge als den meisten Betrachtern.

Aber ich glaube, dass der direkte Blick in die Kamera auch unbewusst mich besser abholt und mehr Vertrauen schafft.

Lieber zweimal filmen als mit zwei Kameras

Meine Empfehlung für dich lautet: Wenn du in deinem Video direkt zum Zuschauer sprichst, nimm es nicht mit zwei Kameras auf. Denn du möchtest eine Verbindung herstellen und Vertrauen aufbauen.

Statt zwei Kameras empfehle ich dir, das Video zweimal mit verschiedenen Einstellungen oder gleich mit einer 4K-Kamera aufzunehmen. Die Cadrage kannst du anschliessend in der Postproduktion verändern.

Die verschiedenen Schnittmöglichkeiten zeige ich Dir im Blogbeitrag „Die Videoauflösung 4K bringt Vorteile in der Postproduktion“.

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Wie ergeht es dir mit solchen Zwei-Kamera-Aufnahmen? Empfindest du sie ebenfalls als irritierend oder hast du eine andere Sicht auf die Dinge? Es gibt ja schliesslich immer mehrere Einstellungen für jede Thematik!

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