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Røde Wireless go II – Vermeide diese Fehler!

Hast Du Probleme im Umgang mit dem Røde Wireless go II? Hier zeige ich Dir 3 Möglichkeiten, wie Du Fehler vermeiden kannst. So holst Du aus dieser Funkstrecke das Maximum heraus.

Mit dem Røde Wireless go II gibt jetzt eine Funkstrecke mit 2 Mikrofonen, die ich auf einen Empfänger senden kann. Ich kann also 2 kabellose Mikrofone mit einer Kamera verbinden. Dieses System funktioniert mit dem Computer, Smartphone und mit jeder Kamera, auch wenn diese keinen Mikrofoneingang hat. Kaum zu glauben, oder?

Es gibt aber ein paar Dinge, die Du beachten musst, damit alle Systeme gut zusammen funktionieren.

Die Røde Wireless go II Funkstrecke, ist aber immer noch gleich einfach zu bedienen wie das bei der herkömmlichen Wireless go mit einem Mikrofon war, welche ich schon in einem anderen Beitrag „Kabellose Mikrofone – Bluetooth und Funkstrecken“ vorgestellt habe.

Bei beiden, dem Empfänger und dem Sender gibt es einen Knopf, welchen man drücken kann um die Geräte miteinander zu verbinden. Den Empfänger kannst Du mit dem mitgelieferten Kabel, mit der Kamera verbinden. Bevor ich nun filme, muss ich aber eine wichtige Entscheidung fällen um Fehler auszuschliessen.

Fehler 1: Mono oder Stereo?

Kameras haben in der Regel nur eine Tonspur. Jetzt habe ich aber 2 Mikrofone, welche beide auf die eine Tonspur gehen. Wenn ich nach der Aufnahme das Video bearbeite, habe ich die Videospuren nicht separat. Ich kann da aber trotzdem einen Unterschied machen, indem ich entscheide, ob ich in Stereo oder Mono aufnehmen will. Bei diesem Gerät kann das nämlich so eingestellt werden.

Stereo
Hier sieht man zwei Pegel
Nr. 1 für Mikrofon 1 und Nr. 2 für Mikrofon 2.

Sollte das Video aber nicht bearbeitet, sondern gleich so verwendet werden, dann habe ich „Stereoaufnahmen“.

Stereo heisst, wenn ich Musik höre, habe ich auf dem rechten Kopfhörer nicht das Selbe, wie auf dem Linken. In diesem Fall ist es dann so, dass ich dann in einem Ohr nur das Mikrofon 1 und beim anderen Ohr das Mikrofon 2 höre. Wenn also jemand spricht, dann höre ich das jeweils nur auf einer Seite, was überhaupt nicht ideal ist. Normalerweise nimmt man Gesprochenes auf beide Kopfhörer, damit man es gut versteht. Oder wenn man es über Lautsprecher hört, damit es nicht nur links aus dem Lautsprecher kommt, sondern auch rechts. Ich möchte also beide Personen auf beiden Kopfhörer sprechen hören. Das geht aber nicht wenn ich Stereo aufgenommen habe und es anschliessend nicht in einem Schnittprogramm bearbeite.

Ich kann aber auch umstellen indem ich die beiden Knöpfe hinten am Empfänger lange drücke, dann wird auf Mono umgeschaltet und ich habe nur noch einen Pegel. Dann ist es auch egal wie laut oder leise die Redner reden, die Lautstärke ist dann immer gleich.

Mono
Hier siehst Du nur einen Pegel für beide Mikrofone

Der Vorteil beim Mono ist, wenn ich das Video anschliessend so verwende ohne zu bearbeiten, habe ich beide Stimmen auf beiden Kopfhörern. Das ist die einfachste Variante, wenn ich nichts nachbearbeitet wird. Wenn Du das aber nutzen und im Schnitt nachbearbeiten möchtest, dann ist es besser, wenn Du in Stereo aufnimmst. Dazu musst Du aber auch noch das passende Schnittprogramm haben.

Wenn du nun das Stereosignal z.B ins iMovie importierst, hast Du nur eine Tonspur, welche Du nicht auseinander nehmen kannst. Die ist dann einfach Stereo und Du hörst die linke und rechte Spur separat im Kopfhörer oder Lautsprecher. In einem professionelleren Programm wie z.B im Premiere Pro, hast Du anfangs auch nur eine Audiospur aber Du kannst den Audiokanal vom Clip auf Mono stellen und 2 Audiospuren daraus machen. Danach kannst Du jede Tonspur separat bearbeiten. Wenn Du das in Deinem Schnittprogramm nicht kannst, gibt es noch eine weitere Möglichkeit, wie Du es mit diesem System z.B. im iMovie lösen kannst. Dies erläutere ich aber weiter unten.

Audiospur vom Clip Umstellen auf Mono
und zwei Spuren erstellen
Clip neu hereinziehen um
2 separate Spuren zu erhalten

Die erste Entscheidung welche du fällst ist, ob Du in Mono oder Stereo aufnimmst. Es funktioniert gut in Mono, denn normalerweise werden die Leute abwechselnd sprechen und man kann das im Schnittprogramm sehr gut zusammenschneiden.

Fehler 2: Falsch mit dem Computer verbinden

Wenn jemand in Zoom unterrichtet und mit einer Funkstrecke arbeiten möchte, weil man sich vielleicht während des Unterrichts bewegen will, dann möchte man die Funkstrecke vielleicht direkt mit dem Computer verbinden. Das ist aber nicht bei jedem Rechner das Selbe. Ich habe auch schon verschiedenen Adapter vorgestellt aber bei jedem Rechner ist das wieder ein bisschen anders und zum Teil funktionierte das Mikrofon aber der Lautsprecher nicht mehr. Da hat jetzt Røde mit der zweiten Generation eine tolle Lösung mitgebracht.

Wenn ich die Wireless go II Funkstrecke bestelle, dann hat es ein Kabel dabei um die Geräte zu laden. Mit diesem Kabel kann ich aber auch mittels USB die Funkstrecke direkt mit dem Computer verbinden. Wenn ich das einstecke und starte, kann ich bei den Zoom Audiosettings die Funkstrecke auswählen. Dann habe ich die Möglichkeit, dass ich zwei Mikrofone für 2 Personen habe, die sich dann bewegen können.

Ich habe das auch ausprobiert, indem ich mal Stereo und Mono eingestellt habe. Beide Male war es für die Teilnehmer das selbe Ergebnis, indem sie beide Mikrofone auf beiden Kopfhörern hatten. Zoom wandelt offenbar das Stereosignal automatisch in Mono um.

Fehler 3: Nicht das ganze Potenzial nutzen

In dieser Funkstrecke steckt viel mehr als nur ein Mikrofon. Es ist eigentlich ein Audio Aufnahmegerät.

Hast Du das gewusst?

Wenn Du den Ton vom Mikrofon zu deinem Empfänger (Kamera) sendest, kannst Du gleichzeitig den Ton auch aufnehmen. Røde hat eine neue Software herausgebracht RØDECENTRAL, damit kannst Du anschliessend das Audio exportieren. Das hat verschiedene Vorteile. Wenn Du einmal zu weit weg vom Empfänger bist und der Ton nicht mehr sauber zum Video kommt, so hast Du immer noch ein Backup, welches Du benutzen kannst um später den Ton in der Videoproduktion darunter zu legen.

Das zweite ist, wenn Du in Stereo aufnehmen willst aber Du im iMovie mit nur einer Tonspur arbeiten kannst, so hast Du die Möglichkeit, die aufgenommenen Tonspuren im iMovie als zwei separate Tonspuren einzufügen. Dann hast Du auch dort nach dem Exportieren einen schönen Ton auf beiden Seiten des Kopfhörers.

Wenn Du jetzt noch eine Kamera hast ohne Mikrofoneingang, dann könntest Du auch mit dieser Funkstrecke arbeiten. Du kannst den Empfänger einfach auf die Kamera stecken und musst ihn gar nicht erst verbinden.

Wenn Du in den Einstellungen von RØDECENTRAL das so gespeichert hast, dass es automatisch ein Backup macht, zeichnet es automatisch den Ton auf, sobald Du das Gerät startest. Du hast dann einen Audioton, welcher Du für die Postproduktion benutzen kannst. Ich empfehle Dir es auch so einzustellen, damit Du immer noch eine separate Aufzeichnung machst, im Falle es Probleme mit dem Ton gibt und Du es immer noch als Backup benutzen kannst. Wenn der Speicher voll ist, beginnt es einfach wieder von vorn und überschreibt die alte Audiospur. Es hat aber einige Stunden Platz.

Die beiden Mikrofone, kann man sich irgendwo ans T-Shirt klemmen und loslegen. Es wird auch noch ein kleiner Windschutz mitgeliefert, der ist besser als in der ersten Variante. Ich würde dir aber trotzdem noch empfehlen, zusätzlich ein oder zwei Lavallier Mikrofone zu bestellen. Es ist einfach schöner, wenn man nicht so einen grossen Klotz angesteckt hat, man ist beweglicher und der Ton ist auch besser.

Dieses Lavalliermikrofon sowie auch die verschiedenen Adapter und wie Du diese Funkstrecke mit dem Smartphone verbinden kannst, findest Du in meinem Ratgeber „Ausrüstung für deine Onlinelektion“ Hole ihn Dir jetzt hier gratis!

Faszit: Diese Funkstrecke kann mehr als man denkt

Meine Video-Ausrüstung, Teil 3: Für professionelle Drehs

Vor meiner Sommerpause habe ich Dir meine Video-Ausrüstung zum Filmen mit Smartphone und zum Filmen auf Reisen vorgestellt. Vielleicht hast Du davon in den letzten Wochen schon etwas ausprobieren können!

Im dritten und letzten Teil meiner Ausrüstungs-Serie zeige ich Dir meine Profi-Ausrüstung. Ich benutze sie, wenn ich zu Kunden gehe, um Interviews und B-Roll zu filmen, aber auch, wenn ich im Büro Tutorials aufnehme.

Professionell, aber mobil

Kern der Ausrüstung ist die Sony PXW FS5, meine grosse Videokamera. Es gehört aber neben der Kamera noch viel mehr zu dieser Ausrüstung.

Insgesamt füllt dieses Equipment drei Taschen. Darin ist alles gut und übersichtlich verstaut.

  1. Tasche: Kamera und -Zubehör
  2. Tasche: Stative
  3. Tasche: Licht

 

1. Das Kernstück: Der Kamerakoffer

Meine Kamera Sony PXW-FS5

Über meine Kamera und was mich daran überzeugt, habe ich hier einen ausführlichen Blogpost geschrieben.

Das Kit-Objektiv, das von Anfang an dabei war, benutze ich vor allem für Reportagen. Denn wenn es schnell gehen muss, ist der Auto-Fokus sehr nützlich. Dank der grossen Brennweite kann ich nahe hinzoomen, ohne das Objektiv zu wechseln. Dafür kriege ich wegen der eher grossen Blendenzahl nicht so viel Tiefenunschärfe.

 

Zusätzliche Objektive

Ich habe mehrere zusätzliche Objektive. Mit dem Canon-Objektiv EF 24-70mm arbeite ich am liebsten. Die Brennweite lässt sich verändern und ich kann mit einer kleinen Blende arbeiten und kriege so eine schöne Tiefenunschärfe ins Bild. Ich muss zwar den Fokus manuell verstellen, aber das bin ich mich gewohnt.

Damit ich an meiner Sony-Kamera überhaupt Canon-Objektive montieren kann, brauche ich einen Adapter. Meiner ist der Speed-Booster von Meta Bones.

Mein Tele-Objektiv ist von Sony. Damit kann ich nahe heranzoomen – zum Beispiel an einem Event, wo ich die Leute aus der Entfernung filmen möchte, oder in der Natur, wenn ich zu Fuss nicht näher heran kann. Auch damit lassen sich schöne Bilder aufnehmen, auch mit Tiefenunschärfe.

 

Für den guten Ton: Mikrofone und Kopfhörer

Ein Richtmikrofon Røde NTG-1: Damit nehme ich die Umgebungsgeräusche auf. Wenn es mal windig ist, kann ich einen Windschutz montieren.

Meine Funkstrecke von Sennheiser ist immer mit dabei. Der Empfänger wird auf der Kamera montiert und den Sender erhält mein Interviewpartner. Meine Funkstrecke Sennheiser EW100-G3 ist heute nicht mehr erhältlich. Eine Alternative ist das Sennheiser ew 112P G4-B.

 

Sennheiser ew 112P G4-B

Damit die Funkstrecke komplett ist, braucht es noch ein Mikrofon: Ich arbeite mit einem Lavaliermikrofon von Voice Technologies, dem VT506WATER. Wie der Produktname schon antönt, ist es wasserfest und hält Regen aus.

Ein Handmikrofon MD 46 von Sennheiser. Damit führe ich Interviews. Dazu gehören ein XLR-Kabel (3 m, z.B. bei Brack erhältlich) und ein Büsi (Fellüberzug), damit Windgeräusche minimiert werden.

Richt-, Hand- oder Lavaliermikrofon: Wann sich welcher Mikrofontyp am besten eignet, beschreibe ich in diesem Blogpost.

Wenn ich nicht selber vor der Kamera stehe, habe ich immer meinen Kopfhörer auf. Es ist mir sehr wichtig, immer volle Kontrolle über den Ton zu haben.

 

Akkus, Batterien und sonstiges Kleinzubehör

Ein Ersatz-Akku Sony BP-U30 für die Kamera ist Gold wert: Damit kann ich über zwei Stunden länger filmen. Aber auch kleine Batterien für meine Funkstrecke habe ich immer im Gepäck.

Um die Linse zwischendurch zu reinigen, brauche ich eine kleine Pumpe (zum Beispiel diese hier). Damit kann ich Staub wegblasen.

Im Sommer befestige ich um das Display der Kamera einen aufklappbaren Sonnenschutz Orca. Dieser hilft, wenn es sehr hell ist und das Display deswegen fast nicht erkennbar ist.

Eine Dose Gesichtspuder – damit ich mich und/oder meinen Interviewpartner vor der Aufnahme abpudern kann und das Gesicht nicht glänzt. Puder ist in Kosmetikabteilungen erhältlich. Es gibt Universal-Puder ohne Farbpigmente, die sich für alle Teints eignen, zum Beispiel dieses hier.

 

2. Stative: Leicht und unkompliziert ist wichtig

Mein Dreibein-Stativ ist von Manfrotto. Das Stativ ist aus Karbon.Der Kopf dreht schön und hat eine Schnell-Wechsel-Platte. Mein absolutes Lieblingsstativ.

Wenn es schnell gehen muss, greife ich gerne zum Einbein-Stativ. Es ist auch von Manfrotto und besitzt die gleiche Schnell-Wechsel-Platte wie das Dreibein-Stativ, sodass ich die Kamera auch während eines Drehs vom einen auf das andere wechseln kann. Das Stativ ist sehr einfach höhenverstellbar und der kleine Dreifuss unten lässt sich bewegen.

 

3. Licht-Ausrüstung: Der grösste Koffer

Lampen

Zwei LED-Panels: Beide sind dimmbar, d.h. ich kann die Lichtstärke einstellen, und bicolor, damit ich kälteres oder wärmeres Licht wählen kann. Ich arbeite gerne mit dieser grossen LED-Lampe.

Für eine Dreipunkte-Ausrüstung brauche ich noch einen Spot. Ich habe einen von Dedolight, der ist veraltet. Alternative: Spot von Jinbei.

 

Stative

Zwei Licht-Stative (Jinbei), die schnell aufgestellt sind, tragen die LED-Panels. Und das Velbon-Stativ, das ich schon in den anderen beiden Ausrüstungs-Beiträgen vorgestellt habe, kommt hier als Licht-Stativ für den Spot mit. Darauf kann ich auch eine zweite Kamera (z.B. das Smartphone) befestigen.

Zubehör

Für jede Lampe habe ich zwei Akkus. Das ist einfacher, als wenn ich mit Stromkabeln arbeiten muss: Ich kann schnell umstellen und niemand stolpert über ein Kabel. Und mit je zwei Akkus pro Lampe kann ich zwei bis drei Stunden filmen. (Zur Godox-Lampe passen dieser Akku und dieses Ladegerät.)

Die Weisskarte steckt auch noch irgendwo im Lichtkoffer. Den Weissabgleich könnte ich auch der Kameraautomatik überlassen, aber ich mache das oft manuell. Der Weissabgleich dient dazu, die Lichttemperatur optimal einzustellen. (Ein Weisskartenset findest Du zum Beispiel hier.)

 

Mit der Ausrüstung richtig umgehen

Nun kennst Du den grössten Teil meiner aktuellen Video-Ausrüstung!

Zum Thema Licht habe ich einen Ratgeber erstellt: In  Ratgeber „Gutes Licht für Deine Videos“ gebe ich Know-How weiter (mit und ohne künstliches Licht). Ebenfalls enthalten sind Infos zu Produkten, die ich empfehlen kann.

Equipment zu kaufen, ist das eine, damit umgehen zu können, das andere. Ich empfehle Dir, viel auszuprobieren, und Deine Ausrüstung auch anhand von Manuals und YouTube-Tutorials gut kennen zu lernen.

Um die ganze Bandbreite der Möglichkeiten nutzen zu können, braucht es auch etwas Know-How zur Videoproduktion. Dazu gebe ich immer wieder Kurse.

 

 

 

Ratgeber Licht Video Judith Steiner

Welche Ausrüstung eignet sich für Webinare und online-Kurse?

Hallo Judith,

Ich plane ein Webinar zum Thema Backen, also einen Online-Kurs mit Video. Ich möchte mit ca. 2 Meter Abstand vor der Kamera stehen und erklären, was ich beim Backen gerade mache. Folgendes habe ich mir überlegt:

1. Welches Mikrofon?

Bei einem Lavaliermic (Ansteckmikrofon) müsste das Kabel entsprechend lang sein. Oder soll ich besser ein Funkmikro verwenden? Würde das Ganze auch mit einem Richtmikrofon funktionieren, das z.B. auf dem Handy steckt oder auf dem Tisch steht? Vielleicht gibt es dann aber Nebengeräusche, weil auf dem Tisch auch die Backutensilien stehen…

Am liebsten möchte ich ein Mikro, das mit dem Smartphone und auch an meiner DSLR-Kamera oder mit einer GoPro nutzen kann.

2. Welche Kamera?

Was sagst Du dazu, das Webinar mit dem iPhone zu filmen? Sollte ich lieber die DSLR-Kamera verwenden? Oder hast Du andere Vorschläge?

Welche Mikrofon-Kamera-Kombination würdest Du mir empfehlen? Es wäre super, wenn Du mir helfen würdest.

Viele Grüsse aus N.,
F.

Hallo F.

Das sind ziemlich viele Fragen 😉 Ich habe zu den Themen schon viele Blogbeiträge und Videos veröffentlicht. Gerne stelle ich Dir hier die Inhalte zusammen. Übrigens habe ich auch ein PDF zusammen gestellt, in dem Du alle Links zu meiner empfohlenen Hardware findest. Klicke hier oder unten auf das Bild, wenn ich Dir den gratis Ratgeber schicken soll.

 

1. Welches Mikrofon?

Jedes Mikrofon hat seine Vor- und Nachteile. Du zählst das Lavaliermikrofon und das Richtmikrofon auf. Beginnen wir beim zweiten:

Pro und Kontra Richtmikrofon

Viele Vlogger arbeiten mit einem Richtmikrof. Es ist sehr schnell: Mikrofon auf die Kamera stecken und loslegen.

Leider erfüllt das Richtmikrofon eine der wichtigsten Sound-Regeln nicht: Das Mikrofon muss zur Tonquelle. Je weiter die Kamera weg ist, desto weiter entfernt ist auch das Mikrofon, desto grösser wird das Rauschen und die Präsenz Deiner Stimme nimmt ab. Wenn Du Dein Webinar in einem ruhigen Raum aufnimmst, funktioniert es trotzdem. Sobald im Hintergrund zum Beispiel eine Knetmaschine rattert, wird man Dich nicht mehr gut verstehen.

In diesem Video vergleiche ich Richtmikrofon, Lavaliermikrofon und Handmikrofon. Im Video wird Du den Unterschied hören.

Lavaliermikrofon: Funkstrecke oder Kabel?

Im Video oben kannst Du hören, dass das Lavliermikrofon neben einer lauten Strasse auch nicht mehr funktioniert. Aber ich nehme an in Deinem Webinar wird es nicht so laut sein. Dann kannst Du gut mit dieser Variante arbeiten.

Der Vorteil des Kabels ist, dass Du den Stecker einsteckst und loslegst. Das finde ich praktisch für einen online-Kurs, wenn ich ich einfach vor der Kamera sitze und rede. In Deinem Webinar willst Du backen. Da würde ich mit einer Funkstrecke arbeiten. Beim Backen bewegst Du Dich und benutzt die Arbeitsfläche vor Dir. Nicht dass Du noch das Kabel in Deinen Teig knetest:-)

In meinem Ratgeber für Webinare und online-Kurse findest Du Vorschläge für eine Funkstrecke und für ein Lavaliermikrofon mit Kabel. Klicke auf das Bild und gib Deinen Namen und die E-mail Adresse ein und schon ist das PDF unterwegs zu Dir.

Gleiches Mikrofon für Smartphone und DSLR-Kamera?

Für das Smartphone gelten die gleichen Regeln für die Mikrofonwahl wie oben beschrieben. Jedes Mikrofon kann auch am Smartphone angeschlossen werden. Es ist immer eine Frage der richtigen Adapter. Für das Smartphone brauchst Du einen TRRS-Stecker, für die DSLR-Kamera einen TRS-Stecker (sofern sie überhaupt einen Mikrofon-Eingang hat). Mit dem richtigen Übergangsstecker kannst Du von TRS auf TRRS wechseln. In meinem Ratgeber für Webinare siehst Du genau, welche Kombination von Kabeln und Adapter du brauchst. sind die Adapter auch drin. Willst Du das mit dem TRS und TRRS genau verstehen? Dann lese meinen Blogeintrag „Hilfe – mein Mikrofon funktioniert nicht!“.

 

2. Welche Kamera für Webinare?

Die verschiedenen Kameras haben auch ihre Vor- und Nachteile. Für mich macht es vor allem einen Unterschied, ob Du nun ein live-Webinar machst oder die Videos für einen online-Kurs aufzeichnest. In der live-Situaion ist für mich vor allem wichtig, dass die Kamera läuft: Keine leeren Batterien, keine Überhitzung, keine 29 Minuten-Limite.

Externe Webcam

Deshalb arbeite ich in Webinaren gerne mit einer externen Webcam. Auf die ist Verlass. Ich habe dazu auch ein Video produziert.

iPhone – Direkt ins Internet streamen

Du kannst live-Videos direkt vom Smartphone streamen. Dort hast Du eine gute Kamera und kannst Mikrofone anschliessen. Die meisten Apps für Webinare sind vom Desktop aus besser zu bedienen. Deshalb mache ich Webinare und online-Kurse in Zoom lieber auf dem Desktop. Spontane live-Videos auf den sozialen Plattformen mache ich jedoch gerne mit dem Smartphone.

Es gibt Apps um das Smartphone mit dem Computer zu verbinden, dann kannst Du es als externe Webcam benutzen. Ich habe die Epoccam getestet. Die Verbindung war unzuverlässig, warum ich sie für Webinare nicht einsetzen würde.

Wenn Du die Videos aufzeichnest, dann kannst Du sehr gut mit dem Smartphone arbeiten. Die Bildqualität der heutigen Smartphones ist super.

Systemkamera DSLR – Schöne Bilder

Die schönsten Bilder machst Du mit der Systemkamera. Du kannst mit Tiefenschärfe arbeiten und hast somit mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Oft sind die Farben schöner und die Lichtempfindlichkeit der Kameras ist besser. Wenn Du Deine Systemkamera gut bedienen kannst und Dich gerne um manuelle Settings kümmerst, dann würde ich Deinen online-Kurs mit dieser Kamera aufzeichnen.

Es ist möglich mit DSLR-Kamera zu streamen. Immer mehr Kamerahersteller bieten Software-Lösungen mit denen Du Deine Kamera über USB mit dem Desktop verbinden kannst. Ich arbeite mit einen Adapter (CamLink), damit ich meine SonyA7III über HDMI am MacBook anschliessen kann.

3. Licht für Dein Webinar:

Neben der Kamera und dem Mikrofon ist das Licht wichtig in Deinem Webinar und online-Kursen. Du kannst das Licht vor Ort nutzen. Das funktioniert manchmal recht gut, manchmal auch nicht. Es ist von der Tageszeit, dem Wetter und künstlichen Lichquellen im Raum abhängig.

Ich habe dazu auch einen Ratgeber erstellst, in dem ich Dir zeige, wie Du das Licht vor Ort richtig nutzen kannst. Falls Du lieber mit Video-Leuchten arbeiten möchtest, zeige ich Dir im Ratgeber, wie Du eine Dreipunkte-Ausleuchtung machst und welche Lampen sich für Dein Webinar am besten eignen. Klicke hier und trage Deinen Namen und die E-mail Adresse ein, damit ich Dir das PDF schicken kann.

4. Weiter Links:

Ich hoffe das hilft, um etwas mehr den Durchblick zu haben und wünsche dir viel Erfolg mit deinen Webinaren.

Herzliche Grüsse
Judith

Kabellose Mikrofone – Bluetooth und Funkstrecken

Die meisten Mikrofone, die ich hier im Blog schon vorgestellt habe, funktionieren mit Kabel. Das ist die günstigste und einfachste Variante. Doch sobald sich eine Person spricht und sich bewegt vor der Kamera, braucht es eine kabellose Lösung.

In diesem Blogbeitrag stelle ich verschiedene Mikrofonsets vor, die ohne Kabel zur Kamera funktionieren. Ich ergänze den Beitrag immer wieder. Oben sind die neusten Beiträge. Im ältesten und zweitältesten Video vergleiche ich Produkte, Du findest die Produkte im Text aber auch nochmals aufgelistet.

Auch im ältesten Beitrag hat es noch Mikrofone, die ich noch empfehlen kann.

Update: Mai 2020

Das XS Wireless Digital von Sennheiser ist eine Funkstrecke mit Lavaliermikrofon für Videokameras und Systemkameras. Sie ist einfach zu bedienen, leicht und robust.

Es gibt auch noch das gleiche Set mit einem Sender mehr, damit man auch noch ein Handmikrofon ohne Kabel kombinieren kann: Das XSW-D Portable Eng Set.

Mit einem TRS zu TRRS Adapter-Kabel kann die Funkstrecke auch mit dem Smartphone verbunden werden. (TRS zu TRRS beschreibe ich in meinem Blogbeitrag „Hilfe mein Mikrofon funktioniert nicht.)

Vorteile: Klein, robust, sehr einfach zu bedienen. Lavaliermikrofon ist dabei. Das Mik hat eine gute Tonqualität. Ergänzung für Handmik. Batterien können aufgeladen werden (5 Stunden Betriebszeit). Bis 70 Meter Distanz.

Nachteile: Batterien können nicht ausgewechselt werden. Es können nicht zwei Sender auf einen Empfänger gleichzeitig senden.

Die Verlosung läuft bis am 18. Mai 2020.

Update: September 2019

In diesem Video stelle ich folgende Mikrofone vor:

  • Samson Go Mic Mobiel
  • Senneheiser Memory Mic
  • Rode Wireless GO

Eine Übersicht findest Du auch im Text unten nochmals.

Samson Go Mic Mobile: vielseitig und flexibel

Beim Samson Go Mobile wird der Empfänger mit einem Kabel mit dem Smartphone verbunden, dann an diesem festgeklickt. So fungiert er gleichzeitig (wenn nötig) als Stativadapter.

Samson Go Mic Mobile

Samson Go Mic Mobile (Empfänger)

Der grosse Vorteil dieser kabellosen Mikrofonlösung ist, dass sie sehr flexibel ist: Das Samson Go Mic Mobile funktioniert mit iPhone, Android-Smartphone und normalen Kameras. Das System wird mit Lightning-, USB-C-, als auch 3,5mm-Klinkenkabel für den Empfänger geliefert. (Vorsicht: Ältere Android-Geräte, die noch eine Kopfhörerbuchse haben, unterstützen teilweise das Audiosignal im Stecker noch nicht. Mit neueren Android-Smartphones sollte es aber in der Regel funktionieren.)

Beim Empfänger lässt sich ein Kopfhörer einstecken, auch das ein Vorteil. Und die Lautstärke lässt sich am Empfänger kontrollieren und regeln.

Zudem ist es auch möglich, zwei Mikrofone zu verwenden: Sehr praktisch, wenn ich einen Interviewgast habe oder zwei Leute vor der Kamera, die etwas sagen. Die Aufnahme kann dann in einer oder zwei Audiospuren gespeichert werden. (Das ist z.B. beim Røde SC-6-Adapter, über den ich ebenfalls zwei Mikrofone ans Smartphone anschliessen kann, nicht möglich.)

Samson Go Mic Mobile (Sender und Empfänger)

Fazit: Das Samson Go Mic Mobile finde ich vor allem für das Smartphone eine gute Lösung. Ich brauche keine zusätzlichen Kabel-Adapter, sondern kann gleich das richtige Kabel für mein Smartphone nehmen. Die Kopfhörerbuchse ist auch ein Mehrwert. Wer zwei Audiospuren mit einem Smartphone aufnehmen will, ist hier super bedient.

Ich habe die Variante mit Lavalier-Mikrofon getestet (erhältlich z.B. bei Brack, CHF 219.-). Es gibt aber auch eine Variante mit Handmikrofon (bei Brack CHF 259.-). Das Handmik ist ebenfalls kabellos – super!

Wann Du besser mit Lavaliermik, wann mit Handmikrofon arbeitest, darüber habe ich diesen Blogbeitrag geschrieben. Du kannst Dir auch den kostenlosen Ratgeber heruntrerladen.

Ratgeber: Mikrofontypen im Vergleich

Sennheiser Memory Mic: eher gross, kein Audiomonitoring, unzuverlässig

Der Nachteil des Sennheiser Memory Mic fällt gleich ins Auge: Es ist sehr gross und man kann es nicht verstecken. Für Moderations-Situationen ist es also nicht sehr schön.

Sennheiser Memory Mic

Das zweite Nachteil: Man kann keinen Windschutz befestigen. Gerade draussen ist das heikel.

Der dritte Nachteil: Ich muss mit der dazugehörigen Video-App arbeiten, kann also nicht z.B. mit Filmic Pro arbeiten. Die App lässt kein Audiomonitoring zu, ich kann also während der Aufnahme den Ton nicht kontrollieren. Ich habe auch praktisch keine Möglichkeiten für zusätzliche Bildeinstellungen in dieser Video-App, zum Beispiel für die Aufnahme auf die Tele-Linse meines iPhone X zu wechseln.

Der Ton wird im Gerät gespeichert und nach der Aufnahme mit der App synchronisiert und ins Video integriert. Facebook- oder YouTube-Live-Videos sind damit also nicht möglich. Das Synchronisieren hat beim ersten Test funktioniert, beim zweiten schon nicht mehr, ist also ziemlich unzuverlässig. Im Video zu diesem Blogbeitrag nehme ich deswegen den Ton noch mit einem zweiten Mikrofon auf, als Backup.

Sennheiser Memory Mic

Hier trage ich das Sennheiser Memory Mic und ein zweites Lavaliermikrofon mit „Büsi“ (Windschutz)

Fazit: Für mich ist das Sennheiser Memory Mic (erhältlich z.B. bei House of Sound, ca. CHF 174.-) eine schwerfällige Lösung, zu kompliziert und unzuverlässig. 

Røde Wireless GO: noch kleiner, ohne Batterie

Die Funkstrecke Røde Wireless GO besteht aus zwei kleinen Kästchen – einem Sender und einem Empfänger.

Rode Wireless Go

Røde Wireless Go, Sender mit Windschutz und Empfänger mit Kamerakabel

Das im Sender integrierte Mikrofon ist recht gut, wenn man es nahe genug an der Tonquelle befestigt. Es ist ein kleiner Windschutz dabei, den man aufstecken kann. Das Mikrofonkästchen ist kleiner als das Sennheiser Memory Mic, das ich weiter unten noch vorstelle.

Cool: Weil es so klein ist, habe ich dieses Mikrofon sogar im Reisegepäck nach Kasachstan mitgenommen. Bisher habe ich in den Ferien immer auf Funkstrecken verzichtet.

Ich habe für meinen Test auch noch ein Lavaliermikrofon an den Sender gekoppelt (wird nicht mitgeliefert). Der Vorteil: Das ist diskreter und ich kann das Mikrofon noch näher zu meinem Gesicht bringen.

Update: Rode hat unterdessen ein Lavaliermikrofon rausgebracht, das zur Funkstrecke passt: Das Mikrofon Lavalier GO.

VT506 ECO

Voice Technologies Switzerland hat mir das VT506 Eco zum Test zur Verfügung gestellt.

Das Røde Wireless GO ist für normale Kameras konzipiert, lässt sich aber mit einem TRRS-Adapter problemlos mit Smartphones verwenden (erkläre ich hier). Es braucht keine App, sondern kann einfach angestellt und mit dem Kabel am Smartphone oder an der Kamera verbunden werden. Vom Prinzip her ist es vergleichbar mit dem Røde Filmmaker Kit, ist aber kleiner und leichter. Das Filmmaker Kit soll über eine Distanz von 100m funktionieren, das Wireless GO immerhin über 70m.

Ein zweiter grosser Vorteil: Das Røde Wireless GO hat keine Batterien, sondern wird direkt aufgeladen. Der Akku sollte 7h halten, das ist ziemlich lang. Das kann aber auch ein Nachteil sein: Batterien kann man überall kaufen, aber wenn man vergessen hat, Sender und Empfänger aufzuladen, ist man aufgeschmissen.

Auch preislich ist es recht ok: Es kostet bei Fotichästli 193 CHF.

Mein Fazit: Ein sehr cooles Gadget, wenn man es mit einem Lavalier-Mik ergänzt. Ich kann das Røde Wireless GO für jede Kamera empfehlen – Spiegelreflex, Systemkamera, Smartphone (mit TRRS-Adapter).

April 2017

1. Blogbeitrag zum Thema Kabellose Mikrofone

Ich habe den Text aber unterdessen etwas umgestellt, weil ich im Video oben Bezug nehme auf das RodeLink Filmmaker Kit. Das stelle ich als erstes vor, zeige es auch im Video mit noch anderen Mikrofonen.

RødeLink Filmmaker Kit

In meinem ersten Video über kabellose Mikrofone (das Video findest Du weiter unten) empfehle ich das RødeLink Filmmaker Kit. Mit 290 CHF stach damals dieses Produkt heraus. Ich hatte für meine erste Funkstrecke von Sennheiser 1000 CHF bezahlt (mehr dazu etwas weiter unten in diesem Artikel). Verglichen mit dem Røde Wireless Go ist es kein Schnäppchen mehr.

Die Reichweite des RødeLink Filmmaker Kit ist 100 Meter, etwas weiter als das Wireless Go. Die extra Batterien bringen einen Vorteil, wenn ich einen längeren Event filme und froh bin, wenn ich einfach die Batterien wechseln kann. Bei dieser Funkstrecke ist das Ansteckmikrofon inklusive. Die Frequenz des Funks kann bei Bedarf auch geändert werden.

RødeLink Filmmaker Kit

Fazit: Die Funkstrecke hat ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Ich kann die Funkstrecke für jede Kamera mit 3.5mm-Klinkeneingang und Smartphone mit TRRS-Adapter empfehlen.

Für Profis: Funkstrecken von Sennheiser

Nun zur Profi-Ausrüstung. Ich verwende häufig meine Funkstrecken von Sennheiser. Ich habe sie in einem älteren Video bereits einmal vorgestellt.

Wie auch bei der Røde-Funkstrecke wird das Mikrofon der Person, die spricht, angesteckt, der Sender zum Beispiel in die Tasche gesteckt. Der Empfänger ist bei der Kamera befestigt. Die beiden Geräte kommunizieren über Funk. Da auch die Polizei diese Technologie benutzt, sind gewisse Frequenzen gesperrt.

Meine ältere Funkstrecke ist die Sennheiser EW100-G3. Sie kostete damals ca. 1000 Franken. Heute ist dieses Produkt nicht mehr erhältlich: Die Frequenzen, die sie verwendet, wurden verboten. Ich verwende sie fast nicht mehr.

Sennheiser EW100-G3 (nicht mehr erhältlich)

Diese Funkstrecke sieht zwar etwas komplizierter aus als die bereits vorgestellten Produkte. Sie funktioniert aber ganz einfach. Das Gehäuse ist aus Metall, also robuster und wertiger als die RødeLink-Funkstrecke. Besonders beim Sender ist das nützlich – es kann gut sein, dass da mal jemand aus Versehen draufsitzt.

Frequenz wechseln

Vorne kann man bei beiden Geräten eine Klappe öffnen und dort Einstellungen machen. Auch die Batterien sind dort drin. An den Einstellungen ändere ich selten etwas. Wichtig ist aber, dass man den Kanal ändern kann. Warum, dazu eine kleine Anekdote:

Letzte Woche filmte ich an einer Messe. Über den Kopfhörer hörte ich während dem Filmen, was mein Interviewpartner Frank sagte. Dabei fiel mir auf, dass es rauschte und surrte – der Ton war einfach nicht gut. Dann änderte ich die Frequenz und gleich war alles bestens. Nach dem Filmen kam jemand von einem anderen Stand zu uns herüber. Er erzählte mir, dass sie soeben eine Live-Vorführung mit Übertragung auf Leinwand gemacht hätten. Der Ton wurde mit einer Funkstrecke verstärkt. Und offenbar waren wir auf der gleichen Frequenz – denn lustigerweise hörten sie bei ihrer Vorführung plötzlich die Stimme von Frank!

Sennheiser AVX MKE-2

Die neuere Funkstrecke von Sennheiser, die AVX MKE-2, funktioniert noch einfacher.

Sennheiser AVX MKE-2

Das kleinere Gerät rechts im Bild ist der Empfänger, der direkt auf der Kamera fixiert und über ein kleines Kabel damit verbunden werden kann. Das Kästchen links ist der Sender mit dem Lavaliermikrofon. Das Geniale an dieser Funkstrecke: Anstatt der Klappe mit den Batterien wie bei der älteren Sennheiser-Funkstrecke habe ich einen Akku. Den kann ich entfernen und aufladen. Das System ist also schon mal ökologischer.

Bei dieser Funkstrecke muss ich gar nichts einstellen. Anstecken, einschalten, und los geht’s! Nicht einmal die Frequenz kann ich hier manuell verstellen. Ja, Du hast richtig gelesen: Ich kann die Frequenz nicht ändern. Doch vorher habe ich ja gerade erzählt, wie wichtig das ist? Die Sennheiser AVX MKE-2 erkennt selbständig, wenn ein Kanal nicht sauber ist, das heisst, wenn eine Frequenz schon von jemand anderem belegt ist. „Tubelisicher“, würden wir auf Schweizerdeutsch sagen.

Preisunterschied wegen XLR-Anschluss

Das hat natürlich seinen Preis: In der Schweiz kostet diese Funkstrecke aktuell ca. 820 Franken. Warum dieser Preisunterschied zur RødeLink-Funkstrecke, die ich vorher vorgestellt habe?

Eines habe ich bereits erwähnt, nämlich die robustere Verarbeitung. Vor allem aber ist die Tonqualität noch besser. Die Sennheiser-Funkstrecke ist nämlich über einen XLR-Anschluss mit der Kamera verbunden (auf dem letzten Foto gut zu sehen). XLR-Kabel sind weniger störungsanfällig. Sie liefern vor allem bei langen Kabelstrecken und in einer lauten Umgebung einen stabileren Ton als die Kabel mit 3,5mm-Klinkenstecker.

Beim Filmen mit Handy fällt dieser Unterschied nicht ins Gewicht. Dort empfehle ich Dir mit gutem Gewissen die günstigere Funkstrecke von Røde. Wenn Du aber professionell unterwegs bist, lohnt es sich, hier mehr Geld in die Hand zu nehmen. Falls Du dann doch einmal mit dem Smartphone filmen willst, kann die Funkstrecke trotz des XLR-Kabels dort eingesteckt werden – mit dem Adapter iRig Pre (bei iPhone 7 zusätzlich Klinke-zu-Lightning-Adapter).

Was ist mit Bluetooth?

Ich wurde schon häufig gefragt, ob es nicht Bluetooth-Mikrofone gebe. Doch, gibt es! Ich habe mich lange nicht damit beschäftigt, weil ich Bluetooth-Verbindungen unzuverlässig finde.

Ich wurde neugierig, als mir ein Videoproduzent erzählte, dass er gute Erfahrungen mit dem Nikon Wireless Mikrofon ME-W1 gemacht habe, einem Bluetooth-Mikrofon. Im Test hat es mich jedoch nicht überzeugt – der Sender/Mikrofon ist klobig und unschön im Bild. Wenn man es besser versteckt, ist der Ton hingegen nicht mehr gut.

Ich kann also nach wie vor keine Bluetooth-Lösung empfehlen.

Fazit: Welches Mik überzeugt?

Wenn ich professionell filme, nutze ich meine Sennheiser-Funkstrecke AVX MKE-2 zusammen mit der Sony FS-5.

Zum Filmen mit dem Smartphone oder meiner Panasonic Lumix GH4 bin ich Fan des Røde Wireless Go geworden: Es passt von der Grösse her sogar ins Reisegepäck, der Ton ist gut und in Kombination mit einem Lavaliermik ist es im Bild total diskret.

Welche Lösung überzeugt Dich? Gib mir doch ein Feedback, welche Mikrofonlösung Dir am besten entspricht und was Du für Erfahrungen damit machst. Ich freue mich über Deinen Kommentar.

Übersicht Mikrofone für das Smartphone:

Mit dem richtigen Adapter lässt sich jedes Mikrofon am Smartphone anschliessen. Wenn Du vor allem mit dem Smartphone filmst, gebe ich Dir in diesem Ratgeber meine Mikrofon-Empfehlungen. Du kannst ihn kostenlos herunterladen:

Ratgeber Mikrofone zum Filmen mit Smartphone