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Welches Stativ ist gut zum Filmen? Durchblick im Stativ-Dschungel

Ich besitze über ein Dutzend Stative: Einbein- und Dreibeinstativ, Foto- und Videostativ, grosse und kleine Stative… Wenn ich sie alle aufstelle, wie ich das für mein neues Video gemacht habe, sieht es ein bisschen aus wie ein Wald aus lauter Stativen 🙂

 

Wofür eignet sich welches Stativ?

In diesem Blogpost und im Video lernst Du meine „Stativ-Familie“ kennen.

Ich erkläre Dir, was die Unterschiede zwischen den einzelnen Stativtypen sind. Alle haben nämlich Vor- und Nachteile und eignen sich für verschiedene Zwecke.

Am Schluss des Artikels weisst Du, welches Stativ Du für Dein Video-Projekt am besten brauchen kannst.

Dreibein-Fotostativ

z.B. Manfrotto Befree, 1,4 kg, ca. CHF 169.- bei Digitec

Vorteile: Kompakt und dennoch stabil, Kugelkopf zum Einstellen der Kameraneigung.

Nachteil: Keine Schwenks möglich.

Manfrotto Befree Stativ

Perfekt zum Fotografieren unterwegs

Dieses Stativ ist klein und kompakt zu verpacken. Es passt gut in eine Tasche und ist deswegen perfekt für unterwegs. Dennoch ist es stabil und hat ein bisschen Gewicht, es wird nicht gleich umgewindet, wenn ich draussen fotografiere oder filme.

Das Fotostativ hat einen Kugelkopf: Diesen kann ich mit dem Schraubgriff lösen und die Fotokamera dann im genau richtigen Winkel festmachen. Das ist wichtig, wenn das Stativ auf einer unebenen Fläche steht, und ich kann so auch schräg nach oben oder unten fotografieren.

Nach dem Einstellen ist die Kamera wieder fixiert. Ich kann den Kugelkopf dann nicht mehr bewegen. Das heisst: Ich kann während dem Filmen keinen Schwenk machen.

Das ist der grosse Unterschied zu einem Videostativ.

Als Videoproduzentin fehlt mir diese Option. Ich merke immer wieder, dass ich es mir einfach gewohnt bin, die Kamera seitlich bewegen zu können. So praktisch das Fotostativ zum Mitnehmen auch ist: Dieser Einschränkung muss ich mir bewusst sein, wenn ich es einpacke.

 

Dreibein-Videostativ

z.B. Velbon DV-7000N, 3,5 kg, ca. CHF 137.- bei Digitec

Vorteile: Stabil, grosse Höhe möglich, schwenkbarer Kopf.

Nachteil: Relativ gross und schwer.

Velbon DV-7000N Dreibein Stativ

Mehr Optionen dank schwenkbarem Kopf

Das Velbon-Stativ habe ich in Blogbeiträgen und Ratgebern schon mehrmals vorgestellt, denn ich empfehle es sehr gerne weiter. Es gehört fix zu meiner Reiseausrüstung und meiner Smartphone-Ausrüstung.

Das Dreibein-Videostativ hat einen Kopf, der sich in der Horizontalen frei bewegen lässt. Ich kann damit wirklich schöne Schwenks machen. Das ist auch der Unterschied zum Dreibein-Fotostativ.

Das Stativ ist stabil, und auch das Preis-Leistungs-Verhältnis ist mit knapp 140 Franken sehr gut. In dieser Preisklasse gibt es zwar viele Stative, aber die meisten sind nur 140 cm hoch. Um eine Person auf Augenhöhe zu filmen, ist das in der Regel zu wenig. Mit dem Velbon DV-7000N kann ich sogar meinen Mann filmen, und der ist über 1.90 m gross 🙂

Dafür ist es auch im kompakten Zustand relativ gross und einiges schwerer als das Fotostativ. Deswegen kommt es auch bei mir nicht auf jede Reise mit…

 

Individuell verstellbares Dreibein-Videostativ

Manfrotto 755CX3, 2,7 kg, Preis: Stativ CHF 511.- bei Brack, Kopf ca. CHF 159.- bei Brack

Vorteile: Sehr stabil und dennoch relativ leicht, hochwertige Verarbeitung, grosse Höhe möglich. Kopf ist individuell fixierbar und horizontal sowie vertikal schwenkbar.

Nachteil: Preis.

Manfrotto 755C Kopf Stativ

Mein Favorit!

Mit diesem Stativ arbeite ich am liebsten. Ich habe damit viel Spielraum in der Höhe, kann damit sogar mal eine Vogelperspektive aufnehmen. Der Kopf dreht sowohl in der Horizontalen als auch in der Vertikalen sehr schön.

Genial an diesem Stativ ist, dass ich den Kopf unabhängig von den Beinen verstellen und fixieren kann. Wenn das Stativ nicht auf einer ebenen Fläche steht, ist das Gold wert. Bei anderen Videostativen muss ich jedes Bein einzeln verstellen, damit der Kopf gerade ist. Das kostet viel mehr Zeit und ist kompliziert.

Das Stativ ist auch sehr stabil. Der Kopf ist relativ schwer, doch die Beine meines Modells sind aus Karbon, das macht es wieder etwas leichter.

Der Kopf dreht noch etwas schöner als beim Velbon-Stativ und die Verarbeitung ist hochwertiger. Es kostet dafür aber auch knapp fünfmal so viel.

 

Einbein-Videostativ

z.B. Manfrotto XPRO, 1,4 kg, ca. CHF 300.- bei Merlin.ch

Vorteil: Unkompliziert und schnell in der Handhabung. Leichter und kompakter als das Dreibein. Beweglicher Fuss, schwenkbarer Kopf.

Nachteil: Muss stets festgehalten werden.

Manfrotto 560B Stativ Einbein

Ideal für B-Roll

Ich arbeite sehr gerne mit dem Einbein-Stativ! Um B-Roll zu filmen, also unterschiedliche Einstellungen einer Reportage, ist es perfekt.

Der grosse Vorteil ist, dass ich sehr schnell arbeiten kann. Die Höhe ist zack, zack eingestellt, und mit der Wechselplatte kann ich die Kamera im Nu montieren und wieder entfernen.

Ein weiterer Vorteil: Das Einbein-Stativ ist halb so schwer wie das Dreibein. Ich kann es relativ klein zusammenklappen und z.B. auf meinen Rucksack spannen.

Um mich selber oder einen Interviewpartner zu filmen, ist es allerdings nicht ideal, da ich es immer festhalten muss. So kann ich mich nicht voll und ganz auf meinen Interviewpartner konzentrieren. Und wenn ich mich selber so filmen würde, wäre die Kamera längst zu Boden geschmettert.

 

Grosses Einbein-Stativ

Manfrotto MVM500A, 2 kg, ca. CHF 509.- bei Manfrotto

Vorteile: Viel Spielraum in der Höhe, beweglicher Kopf.

Nachteil: Muss festgehalten werden, Preis.

Zum Filmen mit der VJ-Cam

Dieses Stativ ist etwas grösser und teurer als das kleinere Einbein. Ich benutze es, wenn ich mit meiner VJ-Cam Sony PXW FS5 filme. Erstens erhalte ich damit ein ruhigeres Bild, als wenn ich die Kamera auf der Schulter trage. Und zweitens entlastet es mich, denn die FS5 wird mit der Zeit recht schwer…

Dazu kommt, dass dieses Stativ einen beweglichen Kopf hat; ich kann damit Schwenks machen.

Für mich auch praktisch in Kombination mit dem Manfrotto-Dreibein: Die beiden Stative haben den gleichen Kopf. Ich kann also die Wechselplatte an der Kamera lassen und mit der Kamera das Stativ wechseln, ohne die Platte zwischendurch abzuschrauben. Das erlaubt schnelles Arbeiten.

 

GorillaPod

z.B. Joby GorillaPod Focus, 0.5 kg, ca. CHF 119.- bei Fotichaestli

Vorteile: Klein und leicht, kann mit den beweglichen Beinen vielseitig angebracht und flexibel eingestellt werden. „Armverlängerung“ für Vlogger.

Nachteil: Geringe Höhe.

Gorillapod Stativ

Das bewegliche  „Stativchen“ für unterwegs

Den GorillaPod habe ich mir erst kürzlich gekauft. Er war auch mit mir auf meiner Skandinavien-Reise: Klein und leicht, ist dieses Stativ eine gute Option für Reisen. Es bringt einige Einsatzmöglichkeiten ohne viel Zusatzgewicht.

Praktisch daran ist, dass die Beine total beweglich sind. Ich könnte sie also auch um einen Ast wickeln oder Unebenheiten ausgleichen.

Um auf Augenhöhe filmen zu können, muss ich den GorillaPod im Unterschied zu einem Stativ mit ausziehbaren Beinen irgendwo befestigen oder aufstellen. Das ist ein Nachteil.

Viele Vlogger benutzen dieses Stativ als „Selfie-Stick“, wenn sie sich selber unterwegs filmen. Es ist eine Verlängerung des Arms, man ist damit mit der Kamera nicht so nahe am Gesicht.

Das war der eigentliche Grund, warum ich mir den GorillaPod gekauft habe. Mein Fazit nach dem Ausprobieren: Für mich ist der GorillaPod nicht so handlich, deswegen nur eine Behelfslösung.

 

Weitere kleine Stative und Adapter

Tisch-Stativ: In der Handtasche für spontane Aufnahmen

z.B. Røde Mini Tripod Stand, 185 g, ca. CHF 30.- bei Digitec

Es gibt ganz verschiedene Modelle von Tisch-Stativen. Sie sind sehr klein und handlich, also optimal für spontane Aufnahmen. Mit einem Smartphone und einem kleinen Lavalier-Mikrofon kann man damit ganz unkompliziert vloggen oder spontane Interviews führen.

 

Selfie-Stick: Da steckt mehr drin, als man glaubt!

z.B. Huawei Selfie Stick AF11, 130 g, ca. CHF 40.- bei Digitec

Selfie Stick Huawei Stativ

Den Selfie-Stick hat mein Mann mal bestellt, und weil er zu Hause rumlag, habe ich ihn ausprobiert – sorry, Sam 🙂

Mit dem Selfie-Stick kann ich mich mit dem Smartphone filmen. Meistens mache ich das zwar aus der Hand, ohne „Armverlängerung“, aber für grössere Gruppen oder für eine weitere Bildeinstellung eignet sich der Selfie-Stick schon.

Super an unserem Modell ist, dass es drei kleine Stativbeine hat, die man ausziehen kann. Kombiniert mit der ausziehbaren Länge wird dieser Selfie-Stick also zu einem kleinen Dreibein-Stativ. Das finde ich sehr praktisch!

Selfie Stick Huawei Dreibein

 

Stativ-Adapter fürs Smartphone

Mit dem entsprechenden Adapter kannst Du das Smartphone auf praktisch jedes Stativ schrauben. Mein Lieblingsmodell ist der JJC SPC-1A (ca. CHF 16.- bei Fotichaestli).

Warum, und welche anderen Modelle es gibt, kannst Du in diesem Blogbeitrag nachlesen: „4 Handy-Stativ-Adapter: Für ein kontrolliertes Bild“.

 

Welches ist Dein Lieblings-Stativ?

Ich hoffe, dieser Blogpost hat Dir geholfen, Dich im Stativ-Dschungel etwas zurecht zu finden.

Es kommt ganz darauf an, was Du filmst, in welcher Situation, und wie viel Gewicht Du mit Dir herumtragen kannst. Möchtest Du eine möglichst kleine Ausrüstung? Oder ist es Dir wichtig, auch grosse Leute auf Augenhöhe filmen zu können? Das sind ganz unterschiedliche Ansprüche.

Kennst Du noch ein Stativ, das Du empfehlen kannst? Dann freue ich mich, von Dir zu hören!

Ratgeber Ausrüstung zum Filmen mit Smartphone

Videoproduktion Aufbaukurs: „Mich überzeugte das knackige Format“

Ein Feedback kriege ich immer wieder auf meine Kurse:

„Schön, dass es nicht so technisch war!“

Viele Leute haben etwas Angst vor der technischen Seite der Videoproduktion. Die vielen Einstellungen, die bei einer Kamera möglich sind (und auch auf dem Smartphone bei Video-Apps wie Filmic Pro), können schon abschreckend wirken…

Gute Videos auch ohne viel Technik

Mittlerweile ist es möglich, mit einem Minimum an technischem Wissen ansprechende Videos zu produzieren. Dies hängt damit zusammen, dass Videocams gute Automatik-Einstellungen haben und auch Smartphones eine tolle Videoqualität liefern.

Ich konzentriere mich in meinen Kursen deswegen gerne auf anderes: Grundlagen der Bildgestaltung, Interviewtechnik, und wie man mit Video Geschichten erzählt.

Geschichten erzählen mit Video

Das ist der Schwerpunkt bei meinen Aufbaukursen. Der Aufbaukurs richtet sich an Leute, welche die Basics bereits mitbringen. Das heisst, sie kommen mit ihrer Ausrüstung gut zurecht und haben erste Erfahrungen im Filmen.

Im Aufbaukurs lernst Du, wie man ein informatives, schönes Video plant und dreht. Dazu gehen wir (max. 4 Teilnehmende) jedes Mal zu Besuch in eine Firma, in der etwas produziert wird. Dann haben wir Bewegung vor der Kamera, ohne dass wir viel inszenieren müssen. Letztes Mal waren wir in der ältesten Kerzenfabrik der Schweiz: Hongler Kerzen AG in Altstätten SG.

Einer der Teilnehmer, Bernhard Schreck, ist für den Kurs extra aus Wien angereist.

Es hat mich wunder genommen, wie er den Kurs erlebt hat, und ich habe ihm nachträglich ein paar Fragen gestellt. Nach dem Interview findest Du auch das Video, das er im Aufbaukurs gedreht hat.

Bernhard Schreck: „In kurzer Zeit das Wichtigste gelernt“

Zur Person: Bernhard Schreck ist in der Werbebranche tätig und hatte bis vor wenigen Jahren eine eigene Firma für Werbeartikel. Er lebt und arbeitet ganz in der Nähe von Wien.

Judith: Bernhard, als Du Dich für meinen Aufbaukurs angemeldet hast, habe ich mich speziell gefreut. Du kommst nämlich aus Wien und bist nur für den Kurs in die Schweiz gereist. Wie bist Du überhaupt auf meinen Aufbaukurs aufmerksam geworden?

Bernhard: Es war ganz einfach: Ursprünglich hat Frau Google mir geholfen Dich zu finden 🙂 Der Basiskurs war einfach spitze, und zum Aufbaukurs hatte ich Zeit. Damit gab es eigentlich keine weiteren Fragen. Und meine Erwartungen an den Aufbaukurs wurden nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen.

Was hat Dich überzeugt, Dich ausgerechnet für diesen Kurs anzumelden und dafür so weit zu reisen?

Mich überzeugte das knackige Format, in möglichst kurzer Zeit Ergebnisse zu erzielen. Da brauche ich kein Diplom und kein Zeugnis.

Was war das Wichtigste, das Du im Kurs gelernt hast?

Wie setze ich eine Idee filmisch um? Was ist der rote Faden? Wie richte ich meine Fragen danach aus? Welche einfachen Stilmittel setze ich ein? Wie schneide und vertone ich den Film mit einfachen Mitteln?

Wie wirst Du das alles nun umsetzen?

Ich werde das Gelernte in meinem neuen Blog über Werbeartikel umsetzen.

Wem würdest Du diesen Kurs empfehlen?

Jeder, der in möglichst kurzer Zeit das Wichtigste zum Thema Film lernen will.

Hongler Kerzen waren grossartige Gastgeber für den Aufbaukurs. Auch sonst lohnt es sich wirklich, mal in der Fabrik und im dortigen Laden vorbeizugehen!

Eine Übersicht über meine aktuellen Videoproduktion Starter- und Aufbaukurse findest Du hier.

 

PDF-Ratgeber „Musik für Online-Videos“

Wenn Du regelmässig eigene Videos produzierst und auf YouTube, Vimeo oder Facebook hochlädst, sind Musik-Urheberrechte ein Thema, das Dich interessieren sollte. Dazu habe ich einen PDF-Ratgeber herausgegeben. Dieser hilft Dir im juristischen Dschungel weiter und enthält auch Tipps, wo Du lizenzfreie Musik bekommst.

PDF Musik für Online-Videos

Videokurs für das Smartphone bei Swissinfo

Journalisten werden immer mehr zu Allroundern: Sie schreiben, machen Audiobeiträge und produzieren Videos.

So auch bei Swissinfo.

Swissinfo ist eine Newsredaktion, die Beiträge für Auslandschweizer produziert sowie für andere Leute im Ausland, die sich für die Schweiz interessieren. Dies tut sie im Auftrag des Bundes. Unter anderem werden die Beiträge auf Russisch, Chinesisch und Portugiesisch veröffentlicht: Die Redaktion arbeitet insgesamt in zehn (!) Sprachen.

Journalisten machen sich fit für Video

In Zukunft möchten die Journalistinnen und Journalisten vermehrt Videos produzieren, und zwar mit ihren Smartphones. Um das Swissinfo-Team dafür fit zu machen, habe ich im Hauptsitz in Bern schon mehrmals Kurse gegeben.

Wir haben alles auf dem Smartphone gefilmt und auch gleich dort geschnitten. Ganz ähnlich wie bei meinem öffentlichen Starterkurs.

Kürzlich gab es nun bei Swissinfo auch einen ersten Aufbaukurs. Das heisst, die Teilnehmenden kannten die Basics der Videoproduktion mit dem Smartphone bereits. Nun organisierten sie einen Dreh und führten Interviews.

Faszination VW-Bus

Eine Gruppe hat einen kurzen Film über einen Mann gedreht, der in Frühpension ging und jetzt das Leben unterwegs in seinem Camper (VW-Bus) geniesst. Die Gruppe hat mich gefragt, ob ich ihr Video veröffentlichen würde, und ich mache dies gerne hier in meinem Blog!

Das Video wurde komplett mit dem iPhone gefilmt und dort auch im iMovie direkt geschnitten. Da ist erstaunlich viel möglich!

Die Basics zum Filmen mit iPhone

Wenn Du ebenfalls lernen möchtest, wir das geht, empfehle ich Dir meinen Online-Videokurs auf www.videoworkshop.ch. Dort zeige ich von A bis Z, wie iMovie auf dem iPhone funktioniert, plus noch viele weitere Tipps und Basics zum Filmen mit dem iPhone.

 

Ratgeber Ausrüstung zum Filmen mit Smartphone

Gutes Licht für Deine Videos: Das Licht vor Ort richtig nutzen

Wenn jemand vor der Kamera steht und spricht, dann muss man das Gesicht dieser Person sehen. Vor allem ihre Augen. So erhält das, was gesprochen wird, Aufmerksamkeit.

Dafür ist es essenziell, dass das Gesicht gut ausgeleuchtet ist.

Mit diesem Blogeintrag beginne ich eine dreiteilige Serie zum Thema „Licht“: Damit deine Videos im besten Licht erscheinen.

Im ersten Teil erkläre ich Dir, wie Du ohne zusätzliche Ausrüstung gutes Licht erzielen kannst. Im zweiten Teil der Serie dann die Grundlagen fürs Filmen mit zusätzlichen Lichtquellen (die Dreipunkte-Ausleuchtung) und im dritten Teil einige Produkte-Tests und Kauf-Empfehlungen.

Ohne Licht-Equipment unterwegs

Wenn Du wissen willst, wie du Gutes Licht ohne Zusatzlampen hinkriegst, kannst Du dieses Video schauen, den Text unten lesen oder den Ratgeber „Gutes Licht für Deine Videos“ gratis herunter laden. Oder natürlich eine Kombination wählen:-)

Wenn bei mir ein Dreh ansteht, bin ich meistens mit dem Auto unterwegs und habe Koffer mit Lampen und Licht-Stativen dabei. Aber als ich noch als Videojournalistin gearbeitet habe, fuhr ich mit Zug und Bus zu den Interviews. Dabei zog ich meinen Rollkoffer mit der Kamera hinter mir her und trug ein Stativ auf dem Buckel.

Zusätzliche Hilfsmittel für gutes Licht hatten keinen Platz. Abgesehen davon, dass ich im hektischen VJ-Alltag auch gar nicht die Zeit gehabt hätte, diese auch einzurichten.

Um in deinem Video gutes Licht zu haben, musst Du Dir also nicht unbedingt Lampen oder Scheinwerfer kaufen. Mit etwas Know-How kannst Du mit dem vorhandenen Licht viel machen.

Filmen in Innenräumen: Wo sind die Fenster?

Wenn Du vor einem Fenster filmst, mit Blick nach aussen, dann hast Du unter Umständen einen schönen Hintergrund. Aber Deine Interviewpartnerin ist nur als dunkle Silhouette zu erkennen.

Das kennt man auch aus der Fotografie: Gegenlicht gibt schwarze Silhoutten.

Das Fenster kannst Du aber als Lichtquelle nutzen.

Drehe Dich um 180 Grad, also stelle Deine Interviewpartnerin so, dass das Licht vom Fenster auf ihr Gesicht fällt. Du als Kameramann oder -Frau stehst so, dass Du das Fenster seitlich oder im Rücken hast.

Damit hast Du schon sehr schönes Licht. Ein Fenster ist grossflächig, leuchtet also das Gesicht schön aus. Und weil das Licht von der Seite kommt, entstehen keine Schatten unter den Augen. Zwei grosse Vorteile!

Deshalb die wichtigste Frage bei Interviews in Gebäuden: Wo sind die Fenster? Dorthin bringst Du Deinen Interviewpartner.

Raumlicht ausschalten

Wenn im Raum Licht an ist, schaltest Du dieses idealerweise aus. Dafür gibt es zwei Gründe.

1. Je dunkler der Raum ist und je heller das Gesicht, desto schöner ausgeleuchtet erscheint dieses. Das Gesicht sollte möglichst der hellste Punkt im Bild sein – das zieht die Aufmerksamkeit des Zuschauers an und das Gesprochene wird besser wahrgenommen.

Wenn es sich um eine künstlerische Entscheidung handelt, kannst Du natürlich auch eine Lampe oder ein anderes Licht ins Bild bringen. Grundsätzlich gilt aber die Regel, die ich soeben beschrieben habe.

2. Warmes und kaltes Licht sollte man nicht mischen. Tageslicht ist kalt, künstliches Raumlicht meistens warm. Wenn die beiden Lichtquellen vermischt sind, weiss der automatische Weissabgleich nicht so recht, ob nun warmes oder kaltes Licht die Referenz ist. Wenn der Weissabgleich nicht stimmt, wird das Gesicht im kalten Licht eher bläulich.

Filmen in Räumen ohne Fenster

Am frühen Morgen oder wenn die Sonne schon weg ist, nützen Dir Fenster nicht mehr als Lichtquelle. Es gibt auch Räume, in denen gar kein natürliches Licht vorhanden ist.

In diesem Fall suche ich immer zuerst die Lampen. Zum Beispiel die Deckenbeleuchtung.

Nun stellst Du Deinen Interviewpartner (oder Dich selbst, je nach Aufnahme) so auf, dass das Licht der Deckenlampe schön auf das Gesicht fällt und es keine Augenschatten gibt. In dem Beispiel unten funktioniert die Deckenlampe sehr gut.

 

Falls es Lampen hat, die von der Seite Licht geben, würde ich zuerst diese ausprobieren. Meistens gibt das weniger Schatten unter den Augen.

Oft ist es möglich, in einem Raum das Licht zu verändern oder umzustellen – nutze diese Möglichkeiten!

Unter freiem Himmel

Draussen gelten genau die gleichen Regeln wie diejenigen, die ich für das Filmen in Innenräumen beschrieben habe: Interviewpartnerin oder Moderator brauchen Licht auf dem Gesicht, die Augen müssen zu erkennen sein.

Das funktioniert am besten, wenn es bewölkt ist, oder aber am Morgen oder am späteren Nachmittag/Abend. Denn dann scheint die Sonne nicht mehr von oben herab, sondern tief seitlich ins Gesicht. Sowohl Interviewpartnerin als auch Hintergrund sind hell.

 

Wenn die Sonne hoch am Himmel steht, gibt es harte Schatten auf dem Gesicht. Der Kontrast ist sehr stark und Falten werden unschön betont. Und wenn es sehr hell ist, kneift Dein Interviewpartner die Augen zu. Eine Sonnenbrille ist da natürlich keine Lösung – man soll die Augen ja sehen! 😉 In diesem Beispiel sieht man die Augen auch ohne Sonnenbrille nicht.

 

So funktioniert’s: Geh mit Deinem Interviewpartner weg vom direkten Sonnenlicht. Dabei ist wichtig: Auch der Hintergrund muss im Schatten liegen, damit das Bild ausgeglichen ist.

 

Wenn nur die gefilmte Person im Schatten ist, aber der Hintergrund sonnig, ist entweder die Person zu dunkel…

 

…oder, wenn du die Belichtung an der Kamera anpasst, der Hintergrund überbelichtet.

 

Ein Baum taugt nicht als Schattenspender, denn durch die Blätter scheint immer wieder Sonnenlicht durch. Das kann unschöne helle Flecken auf die gefilmte Person geben.

HDR: Bald auch bei Video?

Wenn Hinter- und Vordergrund unterschiedlich hell sind, kann man das bei Fotos mit HDR etwas ausgleichen. Dabei werden mehrere Bilder auf einmal aufgenommen, jedes mit unterschiedlicher Belichtung. Die Kamera baut diese Bilder dann so zusammen, sodass sowohl Vorder- und Hintergrund schön ausgeleuchtet sind.

Der gleiche Effekt für Videos zu erzeugen, braucht viel mehr Rechenleistung als bei einem Foto. Für ein HDR Foto kombiniert die Kamera 2 bis 3 Bilder. Für ein Video müssen alle Frames doppelt oder dreifach abgelichtet werden. Es gibt zwar bereits HDR Videos, aber noch nicht für den „Normal-User“ Bereich.

 

Und was ist mit dem Hintergrund?

Es kann ein Problem sein, dass Du so den Hintergrund nicht frei auswählen kannst. Doch wenn man das Gesicht der gefilmten Person nicht erkennt, interessiert auch der Hintergrund niemanden. Licht hat erste Priorität, Hintergrund zweite.

Generell sollte der Hintergrund möglichst ruhig sein und Tiefe geben. Lösungen dafür:

  • Interviewpartner nicht direkt vor eine einfarbige Wand – das gibt wegen dem entstehenden Schatten „Verbrecherbilder“
  • Bilder wenn nötig abhängen, störende Gegenstände entfernen
  • Beim Filmen mit DSLR-Kamera: Tiefenunschärfe nutzen, um den Hintergrund ruhiger zu machen (Blogeintrag dazu: „Wie erzeuge ich geringe Tiefenschärfe beim Filmen mit Smartphone?“)
  • Alternativ: Kamera etwas weiter wegstellen und zoomen – auch das gibt leichte Tiefenunschärfe

 

Ratgeber „Gutes Licht für Deine Videos“

Die wichtigsten Tipps aus diesem Blogeintrag habe ich in einem Ratgeber zusammengefasst. Hier kannst Du das PDF herunterladen. Darin enthalten ist auch die „Dreipunkte-Ausleuchtung“, auf die ich im nächsten Teil dieser Blog-Serie eingehen werde. Im dritten Teil der Serie geht es dann um Ausrüstungs-Tipps (mit einem zusätzlichen Ratgeber dazu).

Viel Spass beim Ausprobieren! Wie immer freue ich mich, wenn Du mir von Deinen Erfahrungen erzählst.

Ratgeber anfordern: Gutes Licht für Deine Videos

Videoproduktion Aufbaukurs: Für Filmfans und Kommunikationsprofis

Im letzten Blogeintrag beschrieb meine Mitarbeiterin Evelyne, was sie in meinem Videoproduktion Starterkurs gelernt und erlebt hat.

Bist Du schon weiter? Kennst Du die technischen Grundlagen und hast schon Erfahrung im Produzieren von Videos? Dann schau Dir doch mal meinen Aufbaukurs an. Dort geht es darum, zu üben, wie man mit Video eine Geschichte erzählt.

In diesem Blogeintrag liest Du mehr dazu von drei Leuten, die diesen Kurs besucht haben.

Im Aufbaukurs filmen wir jedes Mal in einer anderen Location. Letztes Mal waren wir in einer Posamenterie in Lenzburg – das ist eine Werkstatt, die auf traditionelle Art bunte Kordeln, Quasten und Bordüren herstellt.

In einem früheren Kurs erhielten wir Einblick in die Schuhfabrik Fretz Men. Und im nächsten Kurs filmen wir in der ältesten Kerzenfabrik der Schweiz. Es hat noch freie Plätze!

Was sie im Aufbaukurs gelernt haben, mit welcher Ausrüstung sie filmen und wie sie das neue Know-How jetzt umsetzen, das haben mir drei ehemalige Kursteilnehmende im Interview erzählt.

Christian Burger: „Eine Geschichte erzählen, nicht nur schöne Bilder produzieren“

Zur Person: Ich bin selbständiger IT-Projektleiter und habe viele Jahre ambitioniert fotografiert. Zum Filmen kam ich per Zufall: Ich durfte vor ein paar Jahren ein paar Videos für einen befreundeten Politiker produzieren. Schnell wurde mir klar, dass das mehr ist als fotografieren mit vielen Bildern. In den folgenden Jahren habe ich mir hauptsächlich autodidaktisch, aber auch in verschiedenen Kursen das Filmhandwerk beigebracht. Heute filme ich primär in der Familie. Unsere dreijährige Tochter ist dabei mein Hauptmotiv geworden.

Judith: Du hast meinen Starterkurs vor rund zwei Jahren besucht, Du filmst regelmässig und hast Dich immer weitergebildet. Was hat Dich dazu gebracht, den Aufbaukurs auch noch zu besuchen?

Christian: Ja, nebst Deinem Starterkurs habe ich verschiedene Kurse besucht und regelmässig gefilmt. Ich habe sogar mit ein paar Gleichgesinnten eine KAF (Klasse Autodidaktischer FilmerInnen) gegründet und wir haben uns zwei Jahre lang regelmässig getroffen.

Was mich bei Deinem Starterkurs beeindruckt hat, war die Tatsache, dass wir innerhalb von wenigen Stunden genügend Theorie und Wissen hatten, um ein kleines Filmprojekt vom Anfang bis zum Schluss durchzuziehen. Dabei hast Du uns immer nur das Nötigste mitgegeben, was wir zum Erfolg brauchten – aber auch kein bisschen weniger. Ich erachte das als den wichtigsten Erfolgsfaktor.

„Möglichst effizient eine gute Story produzieren“

Daneben hast Du die Teilnehmer kaum mit Technik belastet. Die Qualität der Ausrüstung war für dich zweitrangig. Bei Dir können auch Leute mit wenig technischem Know-How und mit einer einfachen Amateurkamera gute Resultate produzieren. Das hat mich beeindruckt und war der Auslöser, mich für den Aufbaukurs anzumelden.

Was hast Du im Aufbaukurs noch dazu gelernt?

Im Aufbaukurs habe ich gelernt, wie man mit wenig Aufwand und Vorbereitung eine gute kurze Story produziert. Also möglichst effizient. Ich habe geplant, Interviewfragen vorbereitet, gefilmt, geschnitten und hatte am Abend des Kurstages eine Rohfassung in der Hand. Diese war in sich schlüssig war und beinhaltete die geplante Hauptaussage. Den Feinschnitt, die Tonbearbeitung, das Grading etc. konnte ich dann in Ruhe zu Hause fertigstellen.

„Die Technik sollte man schon im Griff haben“

Mit welcher Ausrüstung warst Du mit dabei?


Ich hatte ziemlich viel Material dabei. Nebst meiner Canon XF-100 hatte ich noch eine Sennheiser-Funkstrecke und ein paar externe Mikrofone dabei. Zudem einen externen 4-Kanal Audio-Recorder. Geschnitten habe ich auf Premiere Pro mit meinem MacBook Air.

Warum hast Du Dich für diese Kamera entschieden?


Die Kamera wurde mir von einem erfahrenen VJ vom Schweizer Fernsehen empfohlen. Ich bin Ingenieur und fotografiere zudem seit vielen Jahren mit Canon Spiegelreflexkameras. Daher habe ich mich sehr schnell mit dem Gerät angefreundet. Die Kameras sind mittlerweile sehr preiswert als Occasion erhältlich und sind daher auch nicht mehr teurer, als eine gute Amateurkamera.

Wem würdest Du diesen Kurs empfehlen?

Ich kann den Kurs jedem empfehlen, der mit seiner Kamera nicht nur schöne Bilder produzieren, sondern eine Geschichte erzählen will. Die Technik (Kamera, Ton und Schnittplatz) sollte man aber schon im Griff haben.

Christians Video aus dem Aufbaukurs Videoproduktion:

 

Olivia Bachofer: „Für Kommunikationsprofis, die sich mehr Flexibilität wünschen“

Zur Person: Olivia Bachofer ist bei Schindler Aufzüge AG Communication & Brand Manager.

Judith: Du hast wenige Wochen nach dem Starterkurs den Aufbaukurs besucht. Warum hast Du gleich beide Kurse gebucht?

Olivia: Der Starterkurs war der ideale Einstieg ins Filmen. Ich wollte aber noch einen Schritt weitergehen und lernen, wie ich einen Beitrag von A-Z selber machen kann. Das Video ist in meinem Job immer öfter die erste Wahl. Aus diesem Grund haben wir bei Schindler einiges an Videoequipment angeschafft. Ich konnte es kaum abwarten, das Material zu nutzen und war deshalb sehr froh, dass schon kurze Zeit später ein Aufbaukurs stattfand.

War es eine gute Idee, die zwei Kurse so nahe beieinander zu machen?

Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, gleich beide Kurse zu absolvieren. Diesen zweiten Tag hat es auch wirklich gebraucht, um zu lernen, wie man ein komplettes Video produziert. Ich war erstaunt, wie viel ich in diesen zwei Tagen gelernt habe und dass ich bereits in der Lage war, einen Beitrag zu filmen und zu schneiden. Jetzt heisst es «üben, üben, üben…»

„Vor- und Nachteile aller gängiger Geräte kennengelernt“

Du bist mit dem iPhone zum Aufbaukurs gekommen. Wie hat das funktioniert?

Mit dem iPhone zu filmen ist sehr einfach, wenn man einige Dinge beachtet. Mit Stativ und bei gutem Licht kommen ganz schöne Aufnahmen zustande. Das hat für mich sehr gut funktioniert. Es hat mir aber gefallen, dass der Kurs nicht auf ein bestimmtes Gerät ausgerichtet war. Ich habe die Vor- und Nachteile aller gängiger Geräte kennengelernt.

Warum hast Du das iPhone gewählt?

Ich arbeite mit einem externen Videoproduzenten, der seit längerer Zeit alles mit dem iPhone filmt. Daher wusste ich, wie gut die Qualität dieser Videos ist. Das iPhone ist einfach mitzunehmen und zu bedienen. Der grösste Vorteil ist aber, dass sich die Leute heute gewohnt sind, von einem Handy gefilmt zu werden. Sie sind weniger gehemmt, als wenn eine grosse Kamera auf sie gerichtet ist.

„Die perfekte Location für diese Übung“

Wie hast Du den Aufbaukurs allgemein erlebt?

Der ganze Tag war eigentlich eine praktische Übung mit dem Ziel, am Ende einen Beitrag fertig zu schneiden. Die Schuhfabrik von Fretz Men war die perfekte Location, um einen Beitrag zu gestalten, denn es gab viele «filmreife» Arbeitsschritte. Mit der Hilfe von Judith ist an diesem Tag ein Clip zustande gekommen, den ich nicht einmal so schlecht finde, für das erste Mal 🙂

Wem würdest Du den Kurs empfehlen?

Ich empfehle den Kurs Kommunikationsprofis, die sich mehr Unabhängigkeit und Flexibilität wünschen. Denn gerade in der internen Kommunikation werden Videoinhalte immer wichtiger. Es ist gut, wenn man gewisse Beiträge selber produzieren kann, weil die Kosten für ein professionelles Video schon sehr hoch sind.

Was möchtest Du in Zukunft selber filmisch umsetzen?

Ich werde weiterhin für die interne Kommunikation Interviews produzieren, Statements filmen oder Beiträge über Trainings, Weiterbildungen oder Events erstellen. Übung macht den Meister und mit der Routine wird es auch ein wenig einfacher. Es ist eine Herausforderung, die aber grossen Spass macht.

Olivias Video aus dem Videoproduktion Aufbaukurs: 

Roland Farner: „Altes loslassen, sich auf Neues einlassen und es gleich umsetzen“

Zur Person: Seit 1968 gehöre ich zur Weltbevölkerung, habe als kleiner Junge die ‚Star Wars‘-Filme lieben gelernt und bin seit jeher vom Medium Film begeistert. Ich habe eine liebe Frau, drei schon fast erwachsene Kinder und Mila, unsere Beaglehündin. Meine Vielseitigkeit fordert mich immer wieder heraus. Liebe ich doch neben dem Filmen auch das Kochen, mein Rennauto, die Natur, alte Möbel und alte Häuser, gute Gespräche zu führen und Gäste zu bewirten, ich brauche viel Freiheit, liebe die Stille und Ruhe und noch vieles mehr.

Judith: Wie bist Du auf den Kurs „Videoproduktion Aufbau“ aufmerksam geworden?

Roland: Da ich filmerisch weiterkommen wollte, habe ich im Internet gesucht und bin auf Deine Seite gestossen. Die Aufmachung von Deiner Website sprach mich an. Ich fragte Dich per Mail nach deiner Einschätzung von meinen Projekten, bzw. wie ich mich weiterbilden könnte. Daraufhin hast Du mir Deinen Videoproduktion Aufbaukurs empfohlen.

„Hilfreiche Inputs, ohne ganze Bücher lesen zu müssen“

Wie hast Du den Kurstag erlebt?

Den Kurs habe ich als sehr angenehm und interessant erlebt. Ein lehrreicher Tag, mit vielen neuen Eindrücken und hilfreichen Inputs, die man, ohne ganze Bücher lesen zu müssen, umsetzen kann. Deine freundliche, angenehme und ruhige Art hat mir sehr gut gefallen.

Was hat Dich vor allem weitergebracht?

Meinen Horizont wurde erweitert. Altes loslassen und sich auf Neues einlassen und umsetzen. Zum Beispiel Interviews, Texte einblenden, B-Roll etc. Zuhören und zuschauen wie es andere machen, daraus lernen und sich das herauspicken, was einem wichtig erscheint.

Mit welcher Ausrüstung bist Du in den Kurs gekommen?

Ich habe mit einer Canon EOS 7D Mark II-Spiegelreflexkamera gefilmt. Dazu habe ich ein Røde Mikrofon, ein Kamerastativ, diverse Gopros, Mikrofone (Funk und Kabel) und einen iMac mit externer Speicherplatte. Als Schneidprogramm benutze ich Final Cut Pro X.

„Ich möchte für Unternehmen Imagefilme produzieren“

Warum hast Du diese Kamera gewählt?

Die Canon wurde mir von Christian empfohlen, einem Filmemacher. Er hat sich ein paar Filme von mir angeschaut und hatte den Eindruck, die EOS 7D wäre die richtige für mich. Mir gefällt die Tiefenunschärfe, die man mit einer Spiegelreflexkamera einfangen kann. Aber ich werde mir sehr warscheinlich noch eine Videokamera und Lichtpanels zulegen.

Wie und wo möchtest Du das Gelernte vor allem umsetzen?

Ich möchte meinen Horizont noch mehr erweitern, und zwar mit neuen Projekten aus der ganzen Bandbreite des Lebens. Im Moment begrenze ich mich auf unsere „Galvanik- und Motorsporttrailer“, da ich nicht gross Zeit habe, mich auf anderes einzulassen. Das vor allem wegen des Umbaus unseres alten Bauernhauses.

Dadurch habe ich aber auch viele neue Menschen kennengelernt. Mein Ziel wäre es, für Unternehmen Imagefilme etc. zu produzieren, mit denen ich meine Leidenschaft ausleben und hoffentlich noch etwas dabei verdienen kann.

Rolands Video aus dem Aufbaukurs Videoproduktion:

 

Der nächste Aufbaukurs

Daten für den nächsten Aufbaukurs folgen. Nähere Infos und Anmeldemöglichkeiten werden bei Walter lernt publiziert.

PDF-Ratgeber „Musik für Online-Videos“

Wenn Du regelmässig eigene Videos produzierst und auf YouTube, Vimeo oder Facebook hochlädst, dürften Musik-Urheberrechte ein Thema sein, das Dich interessiert. Dazu habe ich einen PDF-Ratgeber. Dieser hilft Dir im juristischen Dschungel weiter und enthält auch Tipps, wo Du lizenzfreie Musik bekommst.

PDF Musik für Online-Videos

Die Video-Journalistin als Retterin in der Not

Zum Filmset wandern? Kein Problem für die Videojournalistin.

Swisscoms Anfrage war etwas speziell, zugegeben: „Wir brauchen innert drei Wochen ein Kundenportrait von einem Gastronom in den Bergen. Sein Restaurant kann nur zu Fuss oder per Skis erreicht werden. Die andere Produktionsfirma hat abgesagt: unmöglich, das gesamte Equipment hochzutragen.“

Mit öV zum Dreh

Unmögliche Sachen sind meine Spezialität. Als gelernte Videojournalistin bin ich mich gewohnt leicht zu reisen, schnell zu agieren und aus bestehendem Licht alles rauszuholen. Nicht selten sah man mich im Zug mit Kamerakoffer und Stativ über der Schulter. Heute bin ich auch mal mit dem Auto unterwegs, verstaue zusätzlich zwei LED-Panels, extra Kabel und Reflektoren im Kofferraum. Die Flexibilität jedoch ist geblieben.

Ich hatte schon im Auftrag von Swisscom gearbeitet und freute mich auf die neue Herausforderung. Es ging darum, den Gastronom Markus Mennig vom Restaurant Zum See oberhalb von Zermatt vorzustellen und gleichzeitig seine modernen Arbeitsweisen anderen Restaurantbesitzern vorzustellen.

Meinen Kamerakoffer wandelte ich um zum Rucksack, packte zusätzlich das Stativ ein und wanderte zum Weiler „Zum See“, wo mich ein wunderschöner Blick auf das Matterhorn, umschmeichelt von einem stahlblauen Himmel, erwartete.

Ansprechende, professionelle Videos sind auch mit Kleingepäck möglich

Bei einem solchen Auftrag, kann ich das Storyboard im Vorfeld nur Faden schlagen. Es entwickelt sich während des Drehs spontan, intuitiv und fortzu weiter. Swisscom hatte die Fragen für das Interview verfasst, die Antworten, die Markus geben würde, kannte ich noch nicht. Der Auftrag glich einer Reportage, bei der das Konzept – was soll gefilmt werden, welche Informationen müssen rein – vor Ort entwickelt würde.

In der Bergwelt angekommen, ein paar Minuten verschnauft, filmte ich zuerst das Interview. Sobald ich die Antworten kannte, konnte ich weiterplanen und die passenden Bilder dazu aufnehmen.

Das Restaurant war voll, auf der Sonnenterrasse wurden 120 Leute bedient, alle Mitarbeitenden hatten rauchende Schuhsohlen: perfekt, um den Arbeitsalltag einzufangen. Die neue Kassenlösung mittels iPad konnte ich gleich in Action vorstellen!

Schnelle Ausrüstung

Auf was achte ich bei Reportagen?

Schnelles Schaffen ist ein Muss bei einem solchen Auftrag. Ich filmte an diesem Tag mit der Sony PMW200, eine praktische Handkamera ohne Wechselobjektive. Dazu wählte ich ein 1-Bein-Stativ, das mit erlaubte, ein ruhiges Bild einzufangen, jedoch im Aufbau rascher ist, als ein 3-Bein-Stativ.

Den zusammengeschnittenen Film übergab ich der Swisscom, die mit Begeisterung reagierte. Ihr Feedback freute mich:

«Das Videoportrait von Judith Steiner über Markus Mennig und sein Restaurant «zum See» ist sehr authentisch und echt. Dazu schafft sie es die wichtigsten Sachinformationen klar zu schildern und in kurzer Zeit auf den Punkt zu bringen. Die Zusammenarbeit mit ihr war unkompliziert und professionell.»

Andreas Heer, Content Manager Swisscom KMU Business World

Ein Drehtag ist immer auch ein strenger Tag, erst am späteren Nachmittag kam ich dazu, mir ein paar Minuten Ruhe zu gönnen und genoss ein ausgezeichnetes Essen in der fantastischen Bergwelt. Kein Wunder war die Terrasse am Mittag so voll!

Campieren für den Nike Air Yeezy

Gestern drehte ich für einen Kunden in einem Restaurant in Zürich. Gleich neben dem Drehort entdeckte ich eine andere spannende Geschichte. Jugendliche warten auf den neuen Nike Air Yeezy Schuh. Spontan drehten Sam und ich noch eine kleine Reportage über diese „Favelas“ in Zürich. Ich habe es sehr schnell in Final Cut Pro X (FCPX) geschnitten, da die Geschichte nach dem Wochenende nicht mehr aktuell ist.

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