Tag: speicher

Videos verwalten: So organisiere und sichere ich meine Dateien

Heute füllen wir nicht mehr unsere Schränke mit DVDs. Dafür füllen wir unsere Festplatten – und zwar ziemlich schnell.

Videos brauchen sehr viel Platz.

Wenn Du regelmässig filmst, brauchst Du also eine gute Organisation. Sonst sind Dein Smartphone oder Dein Computer schnell am Anschlag…

Wie ich das mache, verrate ich Dir in diesem Artikel.

Du erfährst, wo ich:

  • laufende Projekte und Rohmaterial speichere
  • Backups anlege, falls was schiefgeht
  • fertige Projekte und Rohmaterial archiviere
  • fertige Videos immer verfügbar habe
  • den Überblick behalte, wo sich welches Video befindet

 

Meine drei wichtigsten Tipps:

1. Leg die Videodateien, an denen Du arbeitest, nicht direkt auf Deinem Computer ab.

Dieser ist sonst ziemlich schnell voll.

2. Arbeite stattdessen mit einer externen SSD-Festplatte.

Die Mehrkosten für eine SSD-Festplatte lohnen sich absolut: Eine normale Festplatte ist für die Videoproduktion zu langsam.

3. Überleg Dir gut, wo Du fertige Projekte archivieren willst.

Wenn Du privat filmst, brauchst Du das Rohmaterial für ein Video vielleicht nicht mehr. Aber auch das fertige Video soll an einem sicheren Ort liegen.

 

Und jetzt etwas genauer 🙂

Im Folgenden beschreibe ich Dir, wie ich mich organisiere.

Wohin mit neuen Videos?

Professionelle Videos und auch grössere private Projekte schneide ich auf dem MacBook, mit einem Schnittprogramm wie Adobe Premiere Pro oder Final Cut.

Das heisst, das Videomaterial muss von meiner Kamera auf den Rechner. Sei es von der Speicherkarte meiner Sony FS 5 oder meiner Lumix GH4 oder vom Speicher meines iPhones.

Doch ich habe die Regel:

Kein Rohmaterial direkt auf den Rechner

Ich habe zwar auf meinem MacBook 1 Terabyte Speicher. Trotzdem lege ich nie ein Video dort ab – weder Projekte, noch fertig geschnittene Videos.

Und trotzdem sind schon etwa 400 GB besetzt. Wenn ich da noch meine Videodateien auf den Rechner legen würde, wäre er ziemlich schnell voll. Und ich habe Projekte, die sind grösser als 1 TB.

Wie mache ich das also?

Ich arbeite mit externen Festplatten.

Davon habe ich einige. Das Geniale daran ist: Sie werden immer kleiner, bieten aber immer mehr Daten Platz.

Ich übertrage also Rohmaterial von der Speicherkarte oder vom Smartphone via MacBook auf eine externe Festplatte.

Es gibt zwei Arten von externen Festplatten: SSD und HDD.

Ich habe beide im Einsatz, aber für unterschiedliche Zwecke.

SSD-Festplatte für das laufende Projekt

Für mich ist das Wichtigste: SSDs sind sehr schnell.

Das ist unbedingt nötig beim Video schneiden, denn mein MacBook muss laufend auf das Rohmaterial zugreifen können. So, als wäre es auf dem MacBook selber abgelegt.

Wenn die Festplatte bzw. die Schnittstelle langsam ist, hängt das Programm die ganze Zeit. Da kann der Rechner selber noch so schnell sein.

Ein weiterer Vorteil, der für mich wichtig ist: Es gibt heute sehr kleine und leichte SSD-Festplatten.

So habe ich Festplatten, die etwa halb so gross sind wie mein iPhone X, aber 1 TB bzw. sogar 3 TB Speicherplatz haben.

SSD Festplatte

Diese kleinen Festplatten kann man gut überallhin mitnehmen.

Manchmal schneidet eine Mitarbeiterin für mich Videos. Ich kann ihr dazu einfach die Festplatte mit dem Rohmaterial mitgeben und sie bringt mir darauf das fertig geschnittene Video (inkl. Rohmaterial) wieder zurück.

Damit ich den Überblick nicht verliere, klebt auf jeder SSD-Festplatte eine Etikette. Darauf schreibe ich jeweils mit Bleistift, welche Projekte gerade auf der Festplatte abgelegt sind.

Die Mehrkosten lohnen sich

SSD-Festplatten sind relativ teuer. Doch mit den genannten Vorteilen lohnen sich die Kosten absolut, wenn Du regelmässig Videos schneidest.

Ein weiterer Vorteil: SSD-Festplatten sind geräuschlos. Es stört Dich also kein Summen beim Videos schneiden.

Neben der SSD-Festplatte benutze ich aber auch „normale“ Festplatten:

HDD-Festplatte als Backup

HDDs sind günstiger als SSD-Festplatten, aber sie sind schwerer und grösser.

Ich brauche sie deswegen nicht, um direkt damit zu arbeiten, sondern um eine Sicherheitskopie des Rohmaterials eines laufenden Projekts abzulegen.

Wenn mal was schiefgehen würde oder die SSD-Festplatte verloren ginge, dann habe ich noch ein Backup.

Das Rohmaterial ist also doppelt abgelegt: Auf der SSD- und auf der HDD-Festplatte.

Zusätzlich: Dropbox / Cloud

Das Projekt selber befindet sich bisher nur auf der SSD-Festplatte. Alles, was ich also schon geschnitten oder kombiniert habe, ist dort gespeichert.

Damit auch diese Arbeit noch zusätzlich gesichert ist, macht mein Schnittprogramm automatisch regelmässig ein Backup.

Dieses wird auf Dropbox gespeichert. (Es gibt natürlich auch andere Cloud Services.)

Im Notfall kann ich also das Projekt von dort und das Rohmaterial von der HDD-Festplatte holen.

Das Schnittprogramm Premiere Pro bietet sogar noch ein zusätzliches Backup, indem Adobe mein Projekt auf ihrer eigenen Cloud speichert.

Nun ist auch das laufende Projekt doppelt oder sogar dreifach gesichert: Auf der SSD-Festplatte, auf der Dropbox und in der Cloud des Schnittprogramms.

Zusammengefasst:

Speicher für laufende Projekte

Rohmaterial: SSD- und HDD-Festplatte.

Projektdateien: SSD-Festplatte, Dropbox, (Adobe Cloud).

 

Und fertige Projekte?

Wenn ein Projekt abgeschlossen ist, müssen die Daten so schnell wie möglich weg von der Festplatte.

Denn es lohnt sich nicht, grosse Dateien dort liegen zu lassen, weil externe SSD-Festplatten doch recht teuer sind.

Also brauche ich einen anderen Ort, um Projekte zu archivieren.

Netzwerkspeicher (NAS) als Archiv

In einer Ecke meines Büros stehen drei kleine Server, sogenannte NAS. Sie haben je 8 TB Speicherplatz.

Darauf archiviere ich fertige Projekte inklusive Rohmaterial.

Kundenprojekte behalte ich mindestens ein Jahr lang.

Das verspreche ich in den Verträgen, und meine Kunden bezahlen auch für diese Archivierung.

Wenn ich das Projekt inkl. Rohmaterial auf dem NAS abgelegt habe, kann ich es von der SSD-Festplatte und von der HDD-Festplatte entfernen.

Dann habe ich aber nur noch eine Kopie… Das ist mir zu unsicher.

Was ist, wenn einer dieser Server ausfällt? Oder, noch schlimmer:

Was ist, wenn mein Büro abbrennt?

Meine Lösung:

Ich habe auch zu Hause drei solche NAS mit je 8 TB Speicher. Dort ist genau das gleiche drauf wie auf den NAS im Büro.

Um sie zu synchronisieren, gehört zu jedem NAS eine portable Festplatte mit ebenfalls 8TB Speicher.

2 NAS-Server mit Festplatte synchronisieren

Die portable Festplatte wurde mir von einem Kollegen speziell programmiert.

Wenn ich sie an einem NAS anschliesse, erkennt sie, welche Änderungen ich dort vorgenommen habe. Ob ich neue Dateien hinzugefügt oder alte Dateien gelöscht habe.

Die Festplatte übernimmt diese Änderungen, ohne dabei immer die gesamten 8 TB zu kopieren. Und wenn ich die Festplatte dann am zweiten NAS anschliesse, werden die Änderungen synchronisiert.

Das kann eine Weile dauern – je nach Grösse des Projekts rattert es die ganze Nacht durch.

Jetzt habe ich insgesamt drei Backups des fertigen Projekts: NAS zu Hause, NAS im Büro, portable Festplatte.

 

Fertige Videos immer verfügbar in der Cloud

Das fertige Video (ohne Projekt und Rohmaterial) archiviere ich zusätzlich noch in einer Cloud.

So kann ich jederzeit auch unterwegs darauf zugreifen. Zum Beispiel, wenn ich jemandem etwas zeigen möchte. Schliesslich ist nicht jedes Kundenvideo online verfügbar.

Ich teste immer noch verschiedene Anbieter von Cloud-Diensten… Deswegen habe ich meine fertigen Videos an verschiedenen Orten abgelegt.

In der Übersicht:

 

Ordnung muss sein

Damit ich bei all den Projekten und Videos nicht die Übersicht verliere, habe ich mir eine Liste angelegt.

  • Welches Projekt ist auf welchem Server archiviert?
  • Und wo liegt das fertige Video sonst noch?

So muss ich jeweils nicht lange suchen und weiss genau, was sich wo befindet.

 

Wie organisierst Du Deine Projekte?

Was sind Deine Erfahrungen? Ich freue mich, wenn Du mir einen Kommentar zu diesem Artikel schreibst oder mir Deine Tipps weitergibst!

 

Tipps für schöne Luftaufnahmen

Seit einem guten Jahr besitze ich eine Drohne. Hast Du auch eine?

Ich finde, schöne Luftaufnahmen kann man vielseitig einsetzen und immer wieder brauchen – wenn man sie gut archiviert und sie wieder findet! 🙂

Ich habe einen Ratgeber zusammengestellt mit meinen 10 besten Tipps für das Filmen mit Drohne. Hol ihn Dir mit einem Klick aufs Bild!

PDF-Ratgeber


Q&A: Zu wenig Speicherplatz beim Smartphone

Hallo liebe Judith,

mein iPhone macht mir beim Filmen von Interviews das Leben schwer. Es ist ein iPhone 6 Plus mit kleinem Speicher und der ist ständig voll. Das, obwohl ich schon alles mögliche gelöscht habe, um mehr freien Speicherplatz zu kriegen.

Ich frage mich nun, ob ich fürs Filmen ein neues Gerät anschaffen soll. Entweder eine Videocam oder ein anderes Smartphone mit grösserem Speicher, nur zum Filmen.

Apple kommt dafür wohl nicht in Frage. Der Speicher ist begrenzt, das iPhone 7 kommt ohne Kopfhörerbuchse und ist teuer. Wenn, dann würde ich mir ein Android-Smartphone anschaffen. Hast Du da Erfahrung?

Oder besser die Sony-Videocam kaufen, die Du empfiehlst?

Ich bin gerade etwas ratlos, würde mich sehr über Deinen Rat freuen! Merci!

Liebe Grüsse,

T.

Liebe T.,

das mit dem Speicherplatz ist wirklich ein grosser Nachteil beim Smartphone. Ich habe ein iPhone mit dem grössten Speicherplatz (254 GB) und trotzdem war er auch schon voll. Da muss man wirklich regelmässig löschen. Oder eine gute Cloud-Lösung haben.

Android ist keine bessere Lösung

Android-Geräte haben zwar eine externe SD Karte, leider ist dadurch aber das Problem noch nicht ganz gelöst. Es ist oft so, dass das Smartphone bei einem Update gewisse Apps auf die SD Karte lädt oder sonst Dinge dort landen, die dann fehlen, wenn ich die SD Karte entferne.

Die fehlende Kopfhörerbuchse umgehen

Die fehlende Kopfhörerbuchse beim iPhone 7 ist übrigens nur bedingt ein Problem: Die Mikrofone mit Klinkenstecker, die ich empfehle, funktionieren alle mit dem Adapter über den Lightninganschluss. Und in meinem letzten Blogeintrag habe ich Lösungen vorgestellt, wie du aus einem Lightninganschluss zwei machen kannst. Ich kann mir auch vorstellen, dass Android-Geräte auch bald ohne Kopfhörerbuchse verkauft werden.

Videocam anschaffen?

Ob es besser wäre, eine Video-Kamera zu kaufen, hängt von ein paar Überlegungen ab. Dazu empfehle ich Dir auch meinen Blogeintrag „Welche Kamera eignet sich für welchen Einsatz?“.

Vorteil Smartphone:

Das hast Du immer dabei, kannst spontan filmen und Dinge festhalten. Nach Bedarf kannst Du die Videos auf dem Handy gleich schneiden und direkt ins Internet laden.

Falls Du aber Deine Videos sowieso immer planst und nachher auf einem Computer bearbeitest, sind diese Argumente nicht ausschlaggebend.

Ich verwende als Smartphone zum Filmen das iPhone 7.

Vorteil Videocam:

Genug Speicherplatz. Akku kann ausgewechselt werden. In dunklen Situationen bessere Lichtempfindlichkeit, also schönere Bilder. Du hast einen optischen Zoom, wenn Du ein Objekt filmen willst, welches weit weg ist. Wenn Du zum Beispiel auf Safari gehst und nur mit dem Smartphone filmst, wirst Du den Zoom sehr vermissen, da die Tiere dann alle nur klein im Bild sichtbar sein werden. Es gibt Videocams mit Mikrofon- und Kopfhörerbuchse.

Nachteil: Um ein Video zu veröffentlichen, musst Du immer zuerst über den Computer gehen. Und Du musst die Kamera bewusst mitnehmen – spontan filmen ist nicht möglich.

In meinem Ratgeber „Ausrüstung Videocam“ empfehle ich die Sony FDR AX53 4K

Leef-Stick als Speicher-Erweiterung

Es gibt aber noch eine Möglichkeit, wie Du den Speicherplatz Deines iPhones erweitern kannst. Ich habe in meinem Blog einmal den Leef-Stick vorgestellt. In dem Beitrag habe ich beschrieben, wie man damit ganz einfach die Videos vom Smartphone (iPhone und Android) auf den Computer oder Mac bringen kann. Hier der Blogbeitrag.

Leef-Stick für iPhone

Inzwischen habe ich noch eine andere Funktion ausprobiert: Es ist möglich, beim Filmen den Leef-Stick als Speicher zu benutzen. Das iPhone filmt und legt die Dateien gleich auf dem Leef-Stick ab. Den Leef-Stick gibt es mit verschiedenen Speichergrössen. Eigentlich eine super Sache.

Kamera der Leef-App

Zwei Nachteile hat das Ganze: 1. Der jeweilige Stromanschluss (iPhone: Lightning-Buchse, Android: Micro-USB) ist besetzt. Beim iPhone 7 wäre dies auch der Mikrofoneingang.

2. Man muss die Kamera der dazugehörenden Leef-App benutzen. Die ist okay, soweit ich bei meinem kurzen Test feststellen konnte. Andere Kamera-Apps funktionieren aber nicht mit dieser Speichererweiterung.

Ich arbeite zum Beispiel oft mit Filmic Pro, einer App, die viele Möglichkeiten für manuelle Einstellungen hat. Aber wenn Du ohnehin immer mit der normalen iPhone App filmst, kannst Du die wohl mit der Leef-App-Kamera ersetzen.

Vielleicht löst dies ja Dein Speicherproblem, ohne dass Du teure neue Geräte anschaffen musst!

Ich hoffe, das hilft bei Deiner Entscheidung. Lass mich doch wissen, wenn Du eine neue Lösung hast.

Herzlich

Judith

 

In diesem PDF-Ratgeber findest Du meine Videocam-Empfehlung und die nötige Hardware dazu.
Ratgeber Ausrüstung zum Filmen mit Videocam

Facebook YouTube

Copyright © 2019 Judith Steiner Videoproduktion