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10 Tipps für bessere Videos

Wenn Du anfängst, eigene Videos zu produzieren, kannst Du in kurzer Zeit sehr grosse Fortschritte machen. Vor allem, wenn Du Dir gezielt einige Basiskenntnisse aneignest.

In diesem Video gebe ich Dir 10 wertvolle Tipps, mit denen Du Deine Videos auf das nächste Level bringst.

Im Artikel hier ist alles nochmals beschrieben und ich habe die 10 Tipps als PDF zusammengestellt. Auf der letzte Seite zeige ich Dir, wie Du diese Tipps gleich auf dem Dreh anwendest. Dieses PDF kannst Du vor Deinen Videodrehs kurz zur Erinnerung hervorholen.

Tippe auf das Bild unten und das PDF ist schon auf halbem Weg zu Dir.

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1. Wähle das Format

Format Video Judith Steiner

Früher war Video immer ein Breitformat. Kino und TV sind Breitformat.

Wenn ich meine Ferienvideos gerne auf einem grossen Bildschirm schauen möchte, ist Breitformat schöner. Sonst habe ich schwarze Balken auf der Seite und das Bild ist halb so gross.

Alles was ich auf meinem Rechner schaue, ist deshalb in einem Breitformat schöner.

Heute filmen aber ganz viele Leute im Hochformat: Das Smartphone, wo heute sehr viele Videos konsumiert werden, hat man meistens Hochformat in der Hand. Wenn das Video im Hochformat ist, muss man das Gerät nicht jedesmal drehen.

Dies gilt zum Beispiel für soziale Plattformen wie Instagram: Im Feed haben wir vor allem das quadratische Format, seltener Breitformat. Instagram-Stories sind jedoch praktisch immer Hochformat, auch InstagramTV sendet nur in Hochformat.

Falls Du filmst und noch nicht weisst, was Du mit den Videos machst, empfehle ich Dir das Breitformat.

Damit hältst Du Dir mehr Möglichkeit offen.

Zum Beispiel, an Deinem nächsten runden Geburtstag ein Video zusammenzuschneiden und Deinen Gästen an der Party bildschirmfüllend auf Grossleinwand zu zeigen 🙂

2. Aktiviere Raster für Bildgestaltung

Bildgestaltung Judith Steiner Video Duene Kind

Wenn Du noch nicht viel Erfahrung beim Fotografieren oder filmen hast, dann schalte das Gitternetz ein. Das hilft Dir bei der Bildgestaltung. Die Linien helfen Dir, dass das Bild nicht schräg wird. Horizonte, Gebäude und anderes sollten möglichst gerade im Bild sein.

Wenn Du Dein Hauptobjekt ins Bild stellst, positioniere es nicht in der Mitte, sondern in der Nähe der Schnittpunkte dieses Drittelrasters.

3. Wechsle die Perspektiven

Perspektive Judith Steiner Video Vogelperspektive

Die drei Hauptperspektiven, die wir beim Filmen kennen, sind die Vogelperspektive, die Froschperspektive, und die Augenhöhe.

Die Vogelperspektive bekommst Du, wenn Du von oben herab filmst. Das kann mit dem Stativ oder aus der Hand sein, wenn Du irgendwo oben eine Kamera aufhängst oder eine Drohne fliegst.

Die Vogelperspektive gibt Übersicht. Menschen lässt sie aber klein und hilflos wirken, ist also bei Interviews zu vermeiden.

Die Froschperspektive ergibt sich, wenn man von unten filmt. Dinge im Vordergrund nehmen so plötzlich mehr Platz ein. Ich kann auch eine gewisse Tiefe ins Bild bringen.

Die Froschperspektive lässt Menschen dominant oder sogar gefährlich erscheinen. In Spielfilmen kann sie deshalb ein tolles Stilmittel sein, aber auch hier gilt: für Interviewsituationen ungeeignet.

Auf Augenhöhe bin ich, wenn ich das Stativ gerade stelle. So sehen wir unseren Alltag. Wenn Du Personen filmst, die eine wichtige Botschaft haben, dann solltest Du auf Augenhöhe filmen.

Das ist aber auch die langweiligste Perspektive. Deshalb ist es spannend, wenn wir auch mal Abwechslung suchen.

4. Anstatt Fotos: Video-Shots

Blumentopf faellt runter Judith Steiner Video Bewegung

Was unterscheidet ein Video von einem Foto? Es ist die Bewegung im Bild.

In einem Videoshot hat es ein Nomen und ein Verb. Zum Beispiel ein Blumenstrauss: Das ist das Nomen, das Objekt. Wenn jemand daran riecht oder der Blumenstrauss runterfällt, kommt ein Verb ins Spiel – es wird zu einem Videoshot.

Suche also die Bewegung vor der Kamera!

5. Verwende passive Kamerabewegungen

Kamerabewegung Video Judith Steiner

Bewegung kann man auch mit der Kamera ins Bild bringen. Aber hier ist weniger oft mehr.

Mach nicht zu viele Schwenks, sondern dort, wo es Sinn macht, oder wo Du damit die Bewegung vor der Kamera unterstützen kannst.

Das heisst: passive statt aktive Kamerabewegungen.

Die drei bekanntesten Kamerabewegungen sind der Zoom, der Kameraschwenk und die Kamerafahrt.

Eine Zoombewegung setzt Du nur ganz sparsam ein oder lässt sie ganz weg. Sie ist unnatürlich. Ich sage häufig: Die Füsse sind der beste Zoom – wenn ich etwas von Nahem anschauen möchte, dann gehe ich hin.

Der Schwenk hingegen ist eine natürliche Bewegung. Auch meinen Kopf kann ich horizontal und vertikal drehen.

Ein aktiver Schwenk geschieht unabhängig von der Bewegung im Bild. Wenn ich zum Beispiel eine Person filme und dann die Kamera drehe, um ein Geschehen nebenan zu zeigen. Bildlich gesprochen, dreht die Kamera dem Zuschauer den Kopf rum und sagt: „Hey, schau mal hier drüben!“

Ein passiver Schwenk ist, wenn die Kamera einer Bewegung im Bild folgt. Wenn jemand durchs Bild läuft und die Kamera mit ihm geht. Der passive Schwenk wirkt natürlicher und ist für den Zuschauer angenehmer.

6. Ändere den Bildausschnitt

Bildausschnitt Cadrage Judith Steiner Video

Such immer wieder einen anderen Bildausschnitt. Wir Schweizer Kameraleute sprechen auch von der „Cadrage“.

Geh mal ganz weit weg, filme eine Supertotale, wechsle dann z.B. auf eine Halbtotale oder auf eine Grossaufnahme. Vielleicht macht zwischendurch sogar eine Detailaufnahme Sinn.

Jede Cadrage hat eine andere Aussage. Indem Du diese Bildausschnitte wechselst, wird Dein Video dynamischer und abwechslungsreicher.

7. Move – Point – Shoot – Stop

Move Point Shoot Stop Judith Steiner Steve STockman

Der Videoproduzent Steve Stockman hat es so gesagt: Move – Point – Shoot – Stop, oder nach meiner Übersetzung: Bewegen – Shot wählen – filmen – stoppen. Und dann beginnt es wieder von vorn.

Das heisst, Du bist zwischen den Videoshots ständig in Bewegung.

Move: Du überlegst Dir zuerst, welchen Bildausschnitt Du willst, dann läufst Du dort hin.

Point: Du nimmst den gewählten Bildausschnitt, wählst die Perspektive, achtest auf den goldenen Schnitt und all die Regeln, die ich Dir vorher verraten habe.

Wenn Dir das Bild gefällt: Shoot. Drücke die Rec-Taste und lasse die Aufnahme ca. 10 Sekunden lang laufen. Dann drückst Du Stop.

Dann beginnt es wieder von vorn. Du bewegst Dich wieder, um den nächsten Shot zu suchen, usw.

8. Zeige Gesicht

Video Gesichter Judith Steiner Paar Selfie

Wir Menschen schauen gerne andere Menschen an. Wir wollen wissen, wer das ist, wollen in Beziehung treten. Und wenn wir Inhalte weitergeben, kommen sie viel besser an, wenn wir eine Person damit verbinden.

Ich zeige in meinen Videos mein Gesicht, damit Du mich kennen lernen kannst. Oder ich führe Interviews mit Personen.

Auch in Tutorials oder bei einem Unpacking-Video ist es interessant, wenn man am Anfang und/oder zwischendurch mal das Gesicht der Person sieht und nicht nur ihre Hände. Das stellt eine Beziehung her.

In unserem Ferienvideo über Sri Lanka habe ich z.B. meine Kinder interviewt. Sie erzählen, was wir unternommen und erlebt haben. So füllen wir die Ferienvideos mit Inhalt und schaffen eine schöne Erinnerung.

Übrigens habe ich einen Onlinekurs, wo ich Dir ganz genau zeige, wie Du Dich selber oder Deine Interviewpartner vor die Kamera stellst, damit sie möglichst natürlich wirken.

Kostenlose Probelektion Videokurs

9. Nutze das Licht

Licht Video Judith Steiner Wolken Sonne

Nutze das Licht vor Ort. Lass es in erster Linie auf Dein Hauptobjekt im Bild fallen. Meistens hast Du als Kameramensch die Sonne oder andere Lichtquellen im Rücken.

Wenn Du eine Person filmst, dann lass das Licht auf ihr Gesicht fallen. Wichtig ist vor allem, dass wir die Augen sehen. Da liegt unsere Identität drin.

Wie Du Personen vor der Kamera ins beste Licht stellst, zeige ich Dir in meinem Ratgeber „Gutes Licht für Deine Videos“. Dort findest Du auch Tipps für Deine Lampen-Ausrüstung.

10. Achte auf den Ton

Ton Kind Mikrofon Video Judith Steiner

Der Ton ist beim Video mindestens so wichtig wie das Bild.

Achte auf einen sauberen Ton: Bei Wind, benutze einen Windschutz. Schalte Musik im Hintergrund aus (so kannst Du auch besser schneiden). Und wenn jemand etwas sagt, eine Botschaft hat, die bei den Zuschauern ankommen soll, dann benutze ein externes Mikrofon.

Zum Thema Mikrofon findest Du einige Ratgeber auf meiner give-away-Seite.

 

Ganz kompakt als PDF

Das waren die 10 Tipps. Falls Du Dir nicht alles merken konntest, ich habe ein PDF zusammengestellt, wo ich die Tipps nochmals zusammenfasse, mit Texten und Bildern.

In meinen Kursen gehe ich noch ausführlicher auf alle diese Themen ein.

Du kannst das PDF hier gratis herunterladen.

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Q&A: Warum funktioniert der Kopfhörer beim Filmen nicht?

Liebe Judith,

ich verwende das Røde SmartLav+ Mik und den Røde SC6-Adapter, die Du in Deinem Mikrofon-Ratgeber empfiehlst. Ich filme mit dem iPhone und schliesse über den Adapter jeweils das Mikrofon und meine Kopfhörer an.

Wenn ich nun eine Videoaufnahme starte, höre ich nichts von der Audioaufnahme über die Kopfhörer. Da kommt einfach kein Ton während dem Filmen. Auf der Aufnahme ist der Ton dann aber zu hören.

Wie machst Du das jeweils? Habe ich etwas übersehen?

Die Anleitung zum Røde-Mikrofon bezieht sich immer „nur“ auf Audio-Aufnahmen mit der Røde-Recording-App. Diese App habe ich zwar auch, aber ich möchte ja Videos produzieren.

Danke für Deine Hilfe ♥️

Grüsse dich lieb!

N.

Diese E-Mail erreichte mich kürzlich.

Vielleicht filmst Du auch mit dem iPhone und hast das gleiche Problem wie N., dass beim Filmen Dein Kopfhörer wie nicht funktioniert, also dass Du keinen Ton auf dem Kopfhörer hast?

Beim Filmen keinen Ton auf dem Kopfhörer

Ich habe in meinem Blog schon diverse Mikrofone und Adapter vorgestellt. Und ich betone immer wieder, wie wichtig gerade bei Interviews das Audiomonitoring ist, die Kontrolle über den Ton.

Wenn ich mit der normalen Kamera-App des iPhones filme, dann kommt kein Ton auf den Kopfhörer.

Was ist das Problem?

Mit der Hardware ist alles in Ordnung – aber mit der Software nicht. Die Kamera-App unterstützt kein Audiomonitoring.

Trick 1: Mit der Filmic Pro App filmen

Eine Möglichkeit ist, anstatt die normale iPhone-Kamera-App zu verwenden, mit einer anderen App zu filmen. Mit einer App, welche das Audiomonitoring unterstützt. Zum Beispiel mit der Filmic Pro App.

Damit hast Du Ton auf dem Kopfhörer und kannst während eines Interviews den Ton überwachen.

Trick 2: MetaRecorder im Hintergrund laufen lassen

Falls Du mit der normalen Kamera-App weiterarbeiten willst, gibt es auch eine Lösung.

Und zwar kannst Du zum Beispiel den MetaRecorder von Apogee installieren (kostenlose App).

Lasse den Recorder laufen und wechsle dann zur Kamera-App. Wenn der MetaRecorder im Hintergrund läuft, hast Du auch während dem Filmen Ton auf dem Kopfhörer.

Ich habe verschiedene Recording-Apps ausprobiert, Garage Band sowie Recorder von iRig oder Røde. Dort hat das nicht oder zumindest nicht zuverlässig funktioniert. Sobald ich zur Kamera-App gewechselt habe, war der Ton wieder weg vom Kopfhörer…

Im Live-Video ausprobiert

Kurz nachdem ich diesen Blogpost fertig entworfen hatte, konnte ich den Trick mit dem MetaRecorder gut gebrauchen: In einem meiner Live-Videos, die ich fast täglich auf meinem YouTube-Kanal mache, war der Ton ganz schlecht.

Mein Lavaliermikrofon, das ich wegen dem Wind extra mit einem Windschutz-„Kätzchen“ ausgestattet hatte, funktionierte aus irgend einem Grund nicht. Deswegen filmte ich unbewusst mit dem iPhone-Mikrofon – und der ohnehin schon schlechtere Ton wurde vom Wind stark gestört.

Am nächsten Tag testete ich die Tonqualität also vor und während der Aufnahme des Live-Videos ganz genau.

Ich liess im Hintergrund den MetaRecorder mitlaufen und trug sogar am Anfang des Videos die Kopfhörer, um sicherzugehen, dass man mich gut hört.

Du kannst Dir das Video hier ansehen, ich erzähle darin auch nochmals von meinem Ton-Fiasko. Abonniere doch meinen YouTube-Kanal, dann siehst Du immer, wenn ich live bin. In den Live-Videos gebe ich Einblick in meinen Arbeitsalltag und gebe kleine Video-Tipps weiter. Ich freue mich auf Dich!

Steigere die Qualität Deiner Videos

Wenn Du Interviews, Moderationen oder Vlogs aufzeichnest, ist es zentral, dass man die sprechende Person gut versteht. Wenn Du ein Mikrofon verwendest, wird die Qualität Deiner Videos gleich sehr viel besser!

In meinem Ratgeber

„Mikrofone zum Filmen mit Smartphone“ findest Du neben dem Røde SmartLav+ noch weiteres Zubehör, damit Dein Video einen guten Ton hat.


Ratgeber Mikrofone zum Filmen mit Smartphone

Smartphone – DSLR – Videocam – VJ-Cam – Action Camera: Das sind die Vor- und Nachteile

Was sind eigentlich die Vor- und Nachteile der verschiedenen „Kamera-Arten“?

Ich nutze vor allem das Smartphone, eine Systemkamera und eine ENG „VJ-Kamera“.

In diesem Artikel erzähle ich Dir, wo die Stärken der jeweiligen Kamera liegen und welcher Nachteile Du Dir bewusst sein musst.

Der Teil zum Smartphone ist sehr ausführlich, weil immer mehr Leute mit dem Smartphone filmen und auch in meine Videokurse kommen. Weil das Smartphone immer noch ein Gerät ist, das in erster Linie kommunizieren will, sind beim Filmen mit dem Smartphone ein paar zusätzliche Dinge zu beachten.

Ich hoffe, der Blogbeitrag hilft Dir bei Deiner Entscheidung, mit welcher Kamera Du unterwegs sein möchtest.

 

Das Smartphone: Das kleinste und schnellste Videoproduktions-Gerät

Das Smartphone ist die Kamera, die wir immer dabei haben.

Egal, ob meine Tochter die ersten Schritte geht oder ob ich an einer Messe die neuste Innovation sehe – ich kann die Kamera zücken, ein Video machen und es sofort verschicken.

Damit habe ich auch den zweiten Vorteil schon angesprochen: Mit keiner anderen Kamera bin ich so schnell im Netz und habe mein Video geteilt. Alles, was ich dafür brauche, ist Internetempfang.

Verbesserungspotenzial dank Apps

Zum Smartphone gibt es auch viele Apps, um noch eine bessere Kamera daraus zu machen: von Kamera- über Schnitt-Apps bis zu speziellen Apps für Livestreams.

Das Smartphone hat jedoch auch Nachteile.

Fehlender optischer Zoom

Mit dem Zoom sollte man zwar sehr sparsam umgehen. Der beste Zoom sind unsere Füsse! Wenn ich etwas auf der anderen Seite des Raumes filmen möchte, dann ist die beste Lösung, mit dem Smartphone näher heranzugehen.

Es gibt aber Momente, da können wir nicht hingehen. Ich kann einen Fluss nicht einfach überbrücken, zum Beispiel. In dieser Situation bin ich froh um einen Zoom.

Erst die neusten Smartphones verfügen jedoch über einen optischen Zoom. Bei vielen Modellen komme ich mit der Kamera einfach nicht näher heran.

Das kann für Enttäuschungen sorgen. Zum Beispiel in den Ferien auf einer Safari: Dort kann ich nicht einfach aus dem Auto steigen und näher an die Löwen herangehen. Auf dem Smartphone-Video sind die Tiere dann nur kleine dunkle Flecken in der Steppe.

 

Fehlende Lichtempfindlichkeit

Der Sensor im Smartphone wird zwar immer besser, aber er kann immer noch nicht so viel Licht empfangen wie der Chip einer Systemkamera.

Das Smartphone versucht immer, im Bild so gutes Licht wie möglich zu erreichen. Bei schlechten Lichtverhältnissen hellt es das Bild automatisch auf. Dann beginnt das Bild manchmal zu „rauschen“: Es wirkt „verpixelt“, schwarz ist nicht mehr richtig schwarz.

 

Fixes Speichermedium

Ich kaufe meine iPhones immer mit dem grösstmöglichen Speicherplatz. Im Moment sind das 256 Gigabyte. Auch dieser ist jedoch regelmässig voll.

Ich filme viel, und neuerdings ist auch 4K möglich. Das sind wahnsinnig viele Daten, die den Speicherplatz schnell füllen.

 

Akku begrenzt

Bei jeder anderen Kamera kann ich den Akku ganz einfach herausnehmen und ersetzen, wenn er leer ist, und weiterfilmen.

Beim Smartphone ist dies nicht möglich. Es gibt natürlich Powerbanks, mit denen ich mir auch unabhängig von einer Steckdose Strom holen kann. Aber damit auch noch zu filmen, ist umständlich.

Das ist also nur eine Notfall-Lösung. Besser vor geplanten Filmaufnahmen das Smartphone nochmals aufladen.

 

Schlechte Frontkamera

Die Frontkamera („Selfie-Kamera“) ist viel schlechter als die Hauptkamera.

Achte also darauf, dass Du möglichst mit der Hauptkamera filmst. Diese hat die besseren Farben, den besseren Kontrast, die bessere Auflösung, und mit den neueren Smartphone-Modellen auch zwei verschiedene Linsen, mit denen Du filmen kannst.

 

Störungen

Das Smartphone sucht ständig Netz-Empfang. Das sind Funkwellen, die vom Gerät versendet und empfangen werden. Diese können Störgeräusche hervorrufen.

Beim Filmen kann deswegen ein Rauschen auftreten, das man in der Postproduktion nicht mehr wegkriegt. Du solltest Dir also angewöhnen, beim Filmen den Flugmodus anzuschalten. Dann kann Dich auch niemand anrufen und so die Aufnahme unterbrechen.

 

Hoch- oder Querformat?

Speziell beim Smartphone ist auch noch, dass viele Leute Hochformat filmen. Lange war das verpönt und ich hätte nie gedacht, dass auch ich irgendwann mal einzelne Videos gezielt im Hochformat filmen würde!

Bei Filmen, die ausschliesslich mobil angeschaut werden, haben wir uns heute nämlich ans Hochformat gewöhnt. Nicht zuletzt hat es sich auch durchgesetzt, weil die Video-Player inzwischen beide Formate erkennen.

Wenn Du aber für YouTube Filme machst oder für eine Website, die auch an Desktop-Computern angeschaut wird, ist Querformat immer noch Standard. Auch Ferienvideos, die ich später am TV-Bildschirm der Familie zeigen möchte, sind viel schöner so.

Ein Problem ist es auch, wenn Du zwischen den Formaten abwechselst, aber dann ein Video aus verschiedenen Clips zusammenschneiden möchtest.

Achtung: Entscheide Dich für ein Format, bevor Du den Rec-Knopf drückst! Denn wenn Du das Smartphone im Nachhinein drehst, musst Du das Video im Schnittprogramm drehen, um es richtig anschauen zu können.

 

Die Videocam: Überall dabei und nahe dran

Eine Videocam ist die nächstgrössere Option nach dem Smartphone. Sie ist klein, leicht, und ich kann sie überall hin in der Handtasche mitnehmen.

Der grosse Vorteil gegenüber dem Smartphone ist der optische Zoom. Wenn ich auf Safari bin, kann ich vom Auto aus hinzoomen und sehe auf meinem Video die Löwen gross und in guter Bildqualität.

 

Oft keine Mikrofonbuchse

Bei Videocams findet man im Internet viele Infos zur Bildqualität des jeweiligen Modells, aber nur wenig zum Ton. Nach dem Kauf stellt sich dann heraus, dass die Kamera keine Buchse für ein externes Mikrofon besitzt.

Das ist der Nachteil vieler Videocams.

Wenn Du Interviews, Moderationen oder Referate aufzeichnen willst – eine Botschaft, die man gut verstehen soll – ist es für die Tonqualität viel besser, ein externes Mikrofon zu benutzen.

Es lohnt sich also extrem, vor dem Kauf abzuklären, ob eine Videocam einen Audio-Eingang hat.

Fehlende manuelle Einstellungen

Oft nutzen wir einfach den automatischen Fokus. Doch manchmal ist es praktisch, den Fokus manuell setzen zu können.

Zum Beispiel bei einer Moderation, bei der die Distanz zur Kamera gleich bleibt: Dort stelle ich den Fokus auf die Augen und fixiere ihn manuell. Dann kann ich mich darauf verlassen, dass die Augen scharf sind und der Fokus sich nicht plötzlich wegen einer Bewegung im Hintergrund verschiebt.

 

Die DSLR-Kamera: Schöne Bilder mit viel Tiefenunschärfe

Heute wird oft auch mit Spiegelreflexkameras oder mit sogenannten Systemkameras gefilmt.

Der grosse Vorteil ist, dass man viel Tiefenunschärfe ins Bild bringt. Eine bestimmte Bildebene ist scharf, die anderen eher verschwommen. Das erzeugt mehr Tiefe und mein Objekt tritt besser hervor.

Wenn ich viel Tiefenunschärfe habe, muss ich genau auf die Distanz der Kamera zum Objekt achten. Sobald sich diese leicht verändert, ist die gefilmte Person oder Sache unscharf.

 

Man muss sich Zeit nehmen können

Das ist jedoch auch gleich der Nachteil dieser Kamera: Mit einer DSLR-Kamera kann man nicht schnell arbeiten. Sie eignet sich also zum Beispiel nicht für Videojournalismus, wo es manchmal zackig gehen muss.

Für szenisches Arbeiten, bei dem man genau planen kann, wo der Fokus liegt und wo die gefilmte Person sich bewegen soll, geht das hingegen. Wenn man sich Zeit nehmen kann, Aufnahmen zu wiederholen, bis sie perfekt sind.

Auch das Wechseln der Objektive einer Systemkamera braucht Zeit.

Wenig Kontrolle über den Ton

Spiegelreflexkameras sind oft primär fürs Fotografieren ausgelegt. Auf Fotos gibt es keinen Ton. Deswegen sind die Audiofunktionen oft nicht so gut.

Das heisst, dass Kameras teilweise keine Mikrofonbuchsen haben, und erst recht keine zusätzliche Kopfhörerbuchse. Das ist für Interviews jedoch essenziell, um den Ton wirklich unter Kontrolle zu haben.

 

Beschränkte Aufnahmedauer

Grössere Videokameras laufen durch, bis der Akku leer oder der Speicher voll ist. sBei DSLR- und Systemkameras ist jedoch die Dauer für Videoaufnahmen in der Regel beschränkt.

Bei manchen Modellen kann man nur 10 Minuten aufzeichnen, bei den meisten liegt die Grenze bei 29 Minuten. Dann wird die Aufnahme beendet und gespeichert.

Dessen muss man sich bewusst sein. Wenn man ein einstündiges Referat aufzeichnen möchte, muss man also zwischendrin die Aufnahme neu starten und hat dort dann einen kleinen Unterbruch.

 

ENG-Kamera: Die professionelle VJ-Kamera

„Electronic News Gathering Camera“ – dafür steht die Abkürzung ENG. Das grösste Modell in diesem Kameravergleich ist also die typische Videojournalisten-(VJ)-Kamera.

Damit kann ich alleine Videos produzieren, was dann bei einer grossen Cinema-Kamera nicht mehr möglich ist. Dort werden Fokus und Ton von anderen Personen gesteuert, mit der VJ-Cam habe ich alles selber unter Kontrolle.

Zwei Audiospuren für mehr Freiheit beim Ton

Bei dieser Kamera habe ich zwei Audiospuren zur Verfügung. Ich kann also mit einem „Ambi“-Mikrofon die Umgebungstöne aufzeichnen und zum Beispiel mit einem Handmikrofon das Interview führen.

Zwei Spuren sind auch nützlich, wenn ich ein Interview mit zwei Personen führe und beide ein Mikrofon haben, oder wenn ich bei einem Interview meine Fragen mit einem separaten Mikrofon aufzeichne und meinem Gast ein Lavaliermikrofon anstecke.

In der Postproduktion kann ich dann das Verhältnis zwischen den Lautstärken der beiden Spuren gezielt einstellen. Wenn ich nur eine Spur genutzt habe (was meistens der Fall ist), lösche ich die zweite einfach.

 

Viele manuelle Einstellungen

Ein weiterer Vorteil der VJ-Cam ist, dass ich sehr schnell unterschiedliche manuelle Einstellungen vornehmen kann. Viele Knöpfe und Regler sind aussen am Gehäuse angebracht und somit gut zugänglich.

Das heisst jedoch auch, dass ich mich zuerst gut mit der Kamera vertraut machen muss und die verschiedenen Funktionen kennen muss, um zum gewünschten Ergebnis zu kommen.

 

Action-Cam: Voll im Geschehen drin

In den Skiferien diesen Winter sah ich auf und neben der Piste viele, die auf ihrem Helm eine Action Cam befestigt hatten. GoPro ist dabei das bekannteste Modell.

Immer mehr Leute haben Action Cams: Deshalb gehören auch diese in meinen Kameravergleich.

Viel cooles Zubehör

Für Action Cams gibt es ganz viel tolles Zubehör. Damit kann man die Kamera ins Wasser nehmen, beim Skifahren auf den Helm schnallen, beim Fallschirmspringen an den Fuss – oder was auch immer.

Robust und wasserfest

Auch beim Tauchen an einem Korallenriff sieht man mittlerweile in jeder Tauchgruppe mehrere Leute mit einer Action Cam. Aufnahmen, die früher nur für Profis mit teurem Equipment möglich waren.

Dabei kommen wir zu einem Punkt, der Vor- und Nachteil zugleich ist:

Ungewohnte Perspektiven

Die Action Cam gibt neue, tolle Perspektiven: Das ist das coole an dieser Cam!

Kürzlich diskutierte ich mit jemanden, der im Winter an Eiswänden klettert. Er schnallt sich die GoPro auf den Kopf wie eine Stirnlampe. Das sei doch am besten zum Filmen, sagte er. Klar, eine super Sache, wenn man diese Eiswand sehen darf, ohne dass man selber hinauf klettern muss.

 

Zweitkamera, aber für sich schnell langweilig

Ungewohnte Perspektive – gerne! Aber wenn ich nur die GoPro Einstellung habe, wird auch diese schnell langweilig. Die Actioncam alleine eingesetzt ergibt wenig spannende Videos, denn Perspektive und Bildeinstellung bleiben während der ganzen Aufnahme gleich.

Ich möchte doch auch sehen, wie mein Bekannter in der Eiswand hängt, wie hoch oben er ist, etc.! Diese Relationen fallen bei seiner Action Cam in diesem Moment alle weg.

Deswegen ist die Action Cam eine Zweitkamera!

Kein brauchbares Display

Bei der Action Cam hat es machmal gar kein Display. Oder aber man sieht ihn nicht, weil die Kamera auf dem Helm befestigt ist.

Kein guter Ton

Es hat auch keine Mikrofonbuchse. Ja, es gibt zwar mit gewissen Adaptern die Möglichkeit, Miks über USB anzuschliessen. Aber die Kamera ist nicht gemacht für das.

Deshalb mein Fazit: Kombiniere die Action Cam mit einer der Kameras, die ich weiter oben vorgestellt habe. Und dann werden Deine Videos viiiiiiel spannender! Erst so bringt die Action Cam wirklich einen Mehrwert.

 

Mehr Know-How für professionellere Videos

Ich hoffe, dass dieser Blogpost Dir hilft, Dich bei Deinen Videos gezielt für eine Kamera zu entscheiden!

In meinem PDF-Ratgeber: „9 Tipps für bessere Videos“ erfährst Du, worauf Du sonst noch achten kannst, damit Deine Videos professioneller wirken.

PDF: 9 Tipps für bessere Videos

iPhone 7: Zwei Lightning-Mikrofone im Test

Filmst Du vor allem mit dem iPhone 7 und überlegst Dir, ein Mikrofon anzuschaffen?

Dann überlegst Du bestimmt, ob Du gleich ein Mikrofon mit Lightning-Anschluss kaufen sollst. Denn erstens muss man dann nicht immer daran denken, den Adapter dabeizuhaben. Und zweitens macht jeder zusätzliche Übergang das Tonsignal anfälliger auf Störgeräusche.

Ratgeber Mikrofone zum Filmen mit Smartphone

Probleme mit dem Adapter

Kürzlich habe ich alle meine Mikrofone mit Klinkenstecker getestet, ob sie auch bei meinem iPhone 7 Plus mit dem Adapter zum Lightning-Anschluss funktionieren. Da hat alles geklappt – den Blogpost dazu findest Du hier. Doch jemand hat mir auf mein Testvideo geantwortet, dass sein iPhone 7 das RØDE SmartLav nicht immer erkennt.

Eigentlich will man zu einem teuren neuen Smartphone nicht gleich auch ein neues Mikrofon anschaffen müssen, man erwartet, dass auch vorhandene Mikrofone funktionieren. Leider scheint das nicht der Fall zu sein. Deswegen stelle ich hier zwei Alternativen vor, die direkt über den Lightning-Anschluss funktionieren:

iRig Mic HD Handmikrofon

Das iRig Mic HD Handmikrofon hat im Test mit dem iPhone 7 einwandfrei funktioniert. Es ist in Silber und Schwarz erhältlich und kostet ca. 120 Franken. Der Nachteil: Es gibt keine Kopfhörerbuchse. Das heisst, man kann bei Interviews nicht mithören. Für Videoblogs oder Moderationen, bei denen kein Kopfhörer verwendet wird, oder zum Singen ohne Kopfhörer, eignet sich das iRig Mic HD jedoch gut.

Mitgeliefert wird beim iRig Mic HD auch ein Kabel mit Mini-USB-Anschluss. Es lässt sich also auch mit Android-Smartphones verwenden.

Clipic digital Lavaliermik Apogee Sennheiser

Das ClipMic digital habe ich bereits früher einmal vorgestellt. (Hier geht’s zum Video.) Schon damals besass dieses Mikrofon einen Lightning-Anschluss. Der grosse Vorteil ist die gute Tonqualität. Das kleine Kästchen vor dem Lightning-Anschluss des Digital ClipMics ist nämlich der integrierte Wandler.

Wenn man ein Mikrofon über die Kopfhörerbuchse an ältere iPhone-Modelle ansteckt, wird das Tonsignal mit dem Wandler in der Buchse verarbeitet. Dieser ist eher schlecht. Das Mikrofon kann noch so gut sein – wenn der Ton danach über einen schlechten Wandler geht, leidet die Qualität. Die Qualität des ClipMic digital hat ihren Preis: Es kostet um die 180 Franken.

Als ich das ClipMic digital zum ersten Mal testete, war der Ton extrem leise. Nur mit der Verwendung der dazugehörigen App („Meta-Recorder“) liess sich ein guter Pegel erreichen. Dies ist inzwischen behoben worden: Jetzt ist der Ton auch ohne App im Hintergrund einwandfrei, man kann das Mik also einstecken und gleich mit Filmen loslegen.

Kopfhörerbuchse fehlt

Der Nachteil bei beiden Mikrofonen ist, dass sich gleichzeitig kein Kopfhörer anschliessen lässt. Beim iPhone 7 gibt es ja keine zusätzliche Kopfhörerbuchse. Für Interviews, bei denen es nützlich ist, gleich mithören zu können, empfehle ich deshalb nach wie vor, das iRig PRE zu verwenden, über den Ligthning-Adapter. Beim iRig PRE lässt sich jedes Mikrofon mit XLR-Kabel anschliessen und zusätzlich noch ein Kopfhörer. In diesem YouTube-Video stelle ich das iRig PRE vor.

Ratgeber Mikrofone für das Smartphone

Ich habe viele Mikrofone getestet und darüber geschrieben. Wer Interviews führt, hat nicht ganz das gleiche Bedürfnis wie jemand, der auf YouTube alleine vlogt oder Podcasts aufnimmt. Wer ein iPhone 7 hat und noch kein Mikrofon, geht auch anders an die Entscheidung heran als jemand, dessen Smartphone eine Kopfhörerbuchse besitzt. Ich habe deshalb einen Ratgeber zusammengestellt. Dort zeige ich Dir, welche Mikrofone ich für welchen Einsatz empfehle. Du kannst ihn hier herunterladen:

Ratgeber Mikrofone zum Filmen mit Smartphone

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