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Videoschnitt-Apps für Android und iPhone – 5 Apps im Vergleich

Es gibt ganz viele verschiedene Apps, um auf dem Smartphone Videos zu schneiden. In diesem Blogpost stelle ich Dir fünf Schnitt-Apps vor.

  1. Adobe Premiere Clip
  2. KineMaster
  3. Cute CUT
  4. iMovie (nur für iPhone)
  5. LumaFusion (nur für iPhone)

Ich habe alle Apps ausprobiert und kann sie empfehlen.

Je nach Bedürfnis kannst Du eine andere App besser brauchen: Manche eignen sich für den schnellen Videoschnitt, andere bieten so viele Möglichkeiten wie ein Profi-Schnittprogramm, einige können nur Querformat, andere auch Hochformat und quadratisch. Und das Budget spielt auch eine Rolle.

 

1. Adobe Premiere Clip

Die App kann…

  • Clips kürzen und aneinander schneiden
  • „Zauberstab“-Funktion für automatischen, schnellen Videoschnitt
  • Ton für das gesamte Video lauter und leiser stellen
  • Musik darunter legen
  • Verlangsamen
  • Farben etwas bearbeiten
  • Titel einsetzen
  • Das Video am Schluss exportieren

Nachteile:

  • Nur Breitformat
  • Gestaltungsmöglichkeiten sehr begrenzt

Adobe Premiere Clip ist gratis.

Hier findest Du ein Tutorial von mir zur App Adobe Clip.

Basics für die schnelle und einfache Videoproduktion

Die App Adobe Premiere Clip ist ziemlich rudimentär. Du hast die wichtigsten Funktionen: Clips zusammenschneiden, kürzen, aneinanderfügen, verlangsamen; man kann den Ton lauter und leiser stellen, Musik darunterlegen, einen Titel einblenden oder Zwischentitel setzen.

Das reicht absolut, um ein Video aus den Ferien zusammenzuschneiden und etwas Musik darunterzulegen.

Die App ist einfach und intuitiv, man begreift sie sehr schnell.

Nachteil: Nur Breitformat, nur Basics

Der grosse Nachteil ist dafür, dass man mit den Funktionen schnell mal an die Grenzen kommt.

Zum Beispiel kann man nur Breitformat-Videos erstellen, keine hochformatigen oder quadratischen. Es ist nicht möglich, Texte über das Video zu legen, sondern man kann nur einzelne Texttafeln einfügen. Der Ton kann nicht variiert werden, sondern nur über den ganzen Clip lauter oder leiser gestellt werden.

„Zauberstab“-Funktion für automatischen Videoschnitt

Das tolle an der App finde ich die „Zauberstab“-Funktion. Damit kann man ganz schnell Videos zusammenschneiden.

Ich habe das auch schon mal mit meinen Kindern ausprobiert. Wir waren den ganzen Tag mit Freunden im Wald und ich habe zwischendurch ein wenig gefilmt. Als wir auf den Bus warteten, fragte ich meinen Sohn, ob er das Video zusammenschneiden möchte.

Er war begeistert!

Ich öffnete die Adobe Clip App, sagte ihm, er solle alle Videos vom Wald auswählen und hinzufügen und dann den Zauberstab anklicken. Die App wählte eine Musik aus der Standard-Bibliothek aus und schnitt die Clips im Takt der Musik zusammen.

Zack, zack, hatten wir ein Video vom Nachmittag. Als der Bus kam, war das Video bereits fertig und wir hatten es an die Freunde verschickt.

Man kann auch jederzeit wieder in die Freiform-Funktion wechseln und die automatisch „gezauberte“ Version anpassen.

 

2. KineMaster

Die App kann…

  • Breit-, Hochformat und Quadrat
  • Zwei Videospuren, trimmen, schneiden
  • Videos drehen, spiegeln, verschnellern, verlangsamen
  • Audiopegel einstellen
  • Ton-Einblendungen, Tonbearbeitungen
  • Texte: Grosse Auswahl an Schriften, und Du kannst sogar Deine Handschrift aufs Video bringen
  • Musik herunterladen und aus der eigenen Datenbank verwenden
  • Farben bearbeiten
  • Stickers und Banners
  • Verschiedene Exporteinstellungen

Nachteil:

  • monatliche oder jährliche Kosten

Gratisversion: mit Wasserzeichen. Kaufversion: CHF 5.50/Monat oder CHF 44/Jahr.

Die Alleskönner-App

KineMaster hat richtig viele Funktionen.

Der grosse Vorteil ist, dass Du nicht nur Breitformat hast, sondern auch Hochformat und Quadrat. Oft werden diese Formate heute für Facebook, Instagram und andere soziale Plattformen eingesetzt.

Neben den Basics, die Du auch in Adobe Premiere Clip hast, hast Du mit KineMaster noch viel mehr Funktionen. Du kannst zum Beispiel den Ton nur für eine einzelne Sequenz lauter oder leiser machen, Ton ein- und ausblenden oder eine zweite Tonspur machen.

Du kannst auch eine zweite Videospur machen – zum Beispiel wenn Du bei einem Interview noch Stimmungsbilder einblenden möchtest, während das Audio vom Interview weiterläuft.

Kreativität mit Stickers und Handschrift

Es gibt eine recht grosse Musikdatenbank.

Mit Schriften, Farben, Stickers und Emojis kannst Du Dein Video ergänzen. Du kannst sogar von Hand ins Video hineinschreiben. Für verspielte Videos, wie man sie heute häufig auf Social Media sieht, ist das ideal. Du kannst also mit KineMaster Deine Kreativität voll ausleben.

Auch bei den Exportmöglichkeiten bleiben nicht viele Wünsche offen.

Für Android die beste App

Gerade für Android ist der KineMaster eine sehr gute Variante. Wenn man häufig Videos auf dem Smartphone schneidet und dabei einen grossen Spielraum beim Bearbeiten haben möchte, lohnt es sich.

Für iPhone gibt es eine ähnliche App, die ich aber noch besser finde: LumaFusion. Die stelle ich weiter unten vor.

Die App läuft auch auf iPads oder Android-Tablets. Das ist eine gute Alternative zum Smartphone – dort hast Du etwas mehr Übersicht dank dem grösseren Bildschirm.

Nachteil: Monatliche oder jährliche Kosten

Der Nachteil für mich ist, dass man bei der Gratisversion immer ein „KineMaster“-Wasserzeichen oben im Film hat. Das möchte ich auch bei meinen Ferienvideos nicht.

In der Kaufversion der App ist dieses Wasserzeichen weg. Auch die Auswahl an Stickers und Musik ist in der Kaufversion noch grösser.

Leider ist es aber kein Einmal-Kauf, sondern kostet pro Monat CHF/€ 5.50. Oder pro Jahr CHF 44/€ 45.99.

Das ist sicher für viele Leute schon recht viel, vor allem, wenn man nur hin und wieder mal ein Video schneidet oder schon auf dem Computer ein grosses, teures Schnittprogramm hat.

Und auch wenn es nach wenig Geld klingt, summieren sich doch die Kosten für solche Abos schnell und werden unübersichtlich.

 

3. Cute CUT

Die App kann…

  • Breitformat, Hochformat, Quadrat
  • Zwei Videospuren
  • Videos drehen, spiegeln, verschnellern, verlangsamen
  • Ton-Einblendungen, Tonbearbeitungen, Tonspur trennen
  • Audiopegel anzeigen
  • Off-Text aufnehmen
  • Texte: Grosse Auswahl an Schriften, Handschrift möglich
  • Farbbearbeitung
  • Formen rein

Nachteile:

  • Keine Sticker
  • Kein 4K!
  • Fehlende Audiopegel-Anzeige
  • Sehr langsam, reagiert manchmal nicht so gut

Gratisversion: mit Wasserzeichen, Begrenzung auf 30 Sekunden Video beim Export. Kaufversion: kostet einmalig CHF 6/€ 6.99.

Kreatives Tool für einen guten Preis

Cute CUT kann fast so viel wie der Kine Master. Wem der Kine Master also zu teuer ist, ist mit Cute CUT gut bedient.

Auch hier kannst Du mit zwei Videospuren arbeiten, Musik darunterlegen, den Ton gut bearbeiten, aufs Video malen, verschiedene Schriften wählen, das Video verschnellern und verlangsamen, die Farbe bearbeiten etc.

Es ist ein sehr kreatives Tool. Die Auswahl der Funktionen ist fast so gross wie bei einem Profi-Programm.

Nachteile: Video-Export nicht in 4K, läuft sehr langsam

Du kannst mit Cute CUT nur HD 1080 exportieren und nicht 4K. Das reicht zwar in den meisten Fällen. Aber wenn ich schon 4K gefilmt habe, möchte ich auch die Möglichkeit haben, das fertige Video in dieser Auflösung zu haben.

Ich habe mit Cute CUT auch schon in meinen Video-Workshops gearbeitet, denn das Preis-Leistungs-Verhältnis ist wirklich super.

Trotzdem war ich nie ganz glücklich damit.

Der Grund: Die App ist teilweise recht langsam. Bis sich etwas öffnet, bis ich weiterarbeiten kann, geht es manchmal einfach zu lang. Man ist dann nie sicher, ob man einfach warten muss, oder ob die App hängt. Vielleicht ist die App auch deshalb nicht auf 4K-Videos ausgelegt.

 

4. iMovie (nur für iPhone)

Die App kann…

  • Breitformat
  • Zwei Videospuren (auch Bild-in-Bild)
  • Bild verschnellern, verlangsamen
  • Texte (beschränkt auf Vorlagen)
  • Musik (Auswahl klein)
  • Stickers und Banners
  • Tonspur trennen
  • Off-Text aufnehmen
  • Mit Vorlagen einen schönen Trailer gestalten

Nachteile:

  • Kannst Video nicht drehen
  • Keine Farbbearbeitung, nur Farbfilter
  • Keine Stickers
  • Übergänge sind mühsam
  • Keine grossen Spielereien (ausser Trailer-Funktion)
  • Musik und Schriften: Auswahl klein
  • Kein Audiopegel

iMovie ist gratis.

Zu iMovie habe ich ein ausführliches Tutorial gemacht.

Hervorragende Gratis-App

Dafür, dass iMovie gratis ist, kann es wahnsinnig viel. Du kannst mit zwei Videospuren arbeiten, den Ton ein- und ausfaden, Du kannst mit verschiedenen Farbfiltern arbeiten, Texte und Musik einfügen etc.

Für die meisten Bedürfnisse reicht iMovie sehr gut. Wenn’s darum geht, ein schönes Ferienvideo zu erstellen, ist die App super.

Nachteil: Nicht sehr flexibel, weiche Übergänge, nur Breitformat

Bei den Vorlagen, was Text, Musik, Gestaltungsmöglichkeiten angeht, gibt es nicht so viel Auswahl.

Ich kann vielleicht auswählen, ob der Titel oben oder unten im Bild sein soll, aber ich kann ihn zum Beispiel nicht vergrössern oder die Schrift beliebig ändern. Wenn Du also gerne mit Text in Video arbeitest, bist Du mit iMovie schnell an der Grenze.

Was mich auch sehr stört bei der App, ist, dass es immer am Anfang eine Überblendung macht, wenn ich Videos in die Timeline hineinnehme. Das wirkt unprofessionell. Profis arbeiten eigentlich immer mit harten Übergängen. Ich kann das zwar ändern, muss das aber bei jedem Schnitt manuell anpassen.

Ein weiterer Nachteil ist, dass man nur Breitformat bearbeiten kann. Heute braucht man für die verschiedenen Sozialen Medien aber auch andere Formate. Instagram-TV nimmt zum Beispiel nur hochformatige Videos. Wenn man vor allem für Social Media Videos produziert, ist iMovie also ungeeignet.

 

5. LumaFusion (nur iPhone)

Die App kann…

  • Breitformat, Hochformat, Quadrat
  • Mehrere Videospuren
  • Mehrere Audiospuren die ich mit Reglern verschieben kann
  • Videos drehen, spiegeln, verschnellern, verlangsamen
  • Ton-Einblendungen, Tonbearbeitungen, Tonspur trennen
  • Audiopegel
  • Off-Text aufnehmen
  • Texte: Grosse Auswahl an Schriften
  • Farbbearbeitung
  • Sehr viele Farbfilter
  • Verschiedene Vignetten
  • Unschärfen
  • Marker setzen
  • Viele verschiedene Exportmöglichkeiten

Nachteile:

  • Relativ kleine Auswahl an Musik

LumaFusion kostet CHF 20/€ 21.99.

Profi-Schnittprogramm fürs iPhone

LumaFusion ist praktisch ein Profi-Schnittprogramm. Es bietet so viele Möglichkeiten! Und die App ist auch super aufgebaut, sie ist übersichtlich und man kann zügig damit arbeiten.

Sie bietet alle Features, die ich bei den anderen Apps bereits aufgezählt habe. Aber bei der Farb-, Bild- und Tonbearbeitung habe ich nochmals viel mehr Möglichkeiten und kann wirklich in die Tiefe gehen.

Ich habe diverse Bildformate, aus denen ich wählen kann, und auch beim Export habe ich verschiedene Möglichkeiten und Einstellungen.

Audiopegel für die optimale Tonbearbeitung

Ich habe (wie Kine Master) einen Audiopegel – das finde ich sehr wichtig. Wenn ich ein Video beim Bearbeiten anhöre, zeigt es mir auf der Seite an, wie laut es ist. Je nachdem, was für Boxen oder Kopfhörer ich habe, kann ich es beim Bearbeiten nur nach gehört gar nicht genau einschätzen. Da hilft der Pegel.

Vor allem Interviews müssen laut genug sein, dass Leute sie auch beim Anschauen mit Kopfhörern im Zug gut verstehen.

Fairer Preis

Die App kostet CHF 20. Das klingt nach viel Geld, weil wir uns gewohnt sind, dass Apps gratis sind. Aber für dieses Programm ist es ein sehr fairer Preis.

Fürs iPhone finde ich LumaFusion definitiv eine bessere Wahl als Kine Master.

 

Für grössere Projekte wechsle ich zum Computer

Als ich vor einigen Wochen ein Projekt in Luma Fusion geschnitten habe, war ich wirklich begeistert. Ich kann die App sehr empfehlen.

Aber: Auch wenn die App eigentlich alle Funktionen mitbringt, die man braucht, schneide ich grössere Projekte dennoch lieber am Computer als auf dem Tablet oder auf dem Smartphone.

Mir fehlen die Kurzbefehle, die ich mit einer Tastatur habe. So bin ich immer weniger schnell, als wenn ich auf meinem MacBook mit Premiere Pro oder Final Cut arbeite.

Wenn es Dir ähnlich geht: In Kürze werde ich Dir hier im Blog und auf meinem YouTube-Kanal meine liebsten Schnittprogramme für die Arbeit am Laptop oder Desktop-Computer vorstellen.

 

Alles kompakt als PDF

Ich habe meine Video-App-Empfehlungen als Ratgeber zusammengestellt. Du kannst ihn Dir gratis herunterladen.

Hast Du Fragen oder Ergänzungen? Dann schreib mir einen Kommentar zu diesem Post!

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Meine Video-Ausrüstung, Teil 3: Für professionelle Drehs

Vor meiner Sommerpause habe ich Dir meine Video-Ausrüstung zum Filmen mit Smartphone und zum Filmen auf Reisen vorgestellt. Vielleicht hast Du davon in den letzten Wochen schon etwas ausprobieren können!

Im dritten und letzten Teil meiner Ausrüstungs-Serie zeige ich Dir meine Profi-Ausrüstung. Ich benutze sie, wenn ich zu Kunden gehe, um Interviews und B-Roll zu filmen, aber auch, wenn ich im Büro Tutorials aufnehme.

Professionell, aber mobil

Kern der Ausrüstung ist die Sony PXW FS5, meine grosse Videokamera. Es gehört aber neben der Kamera noch viel mehr zu dieser Ausrüstung.

Insgesamt füllt dieses Equipment drei Taschen. Darin ist alles gut und übersichtlich verstaut.

  1. Tasche: Kamera und -Zubehör
  2. Tasche: Stative
  3. Tasche: Licht

 

1. Das Kernstück: Der Kamerakoffer

Meine Kamera Sony PXW-FS5

Über meine Kamera und was mich daran überzeugt, habe ich hier einen ausführlichen Blogpost geschrieben.

Das Kit-Objektiv, das von Anfang an dabei war, benutze ich vor allem für Reportagen. Denn wenn es schnell gehen muss, ist der Auto-Fokus sehr nützlich. Dank der grossen Brennweite kann ich nahe hinzoomen, ohne das Objektiv zu wechseln. Dafür kriege ich wegen der eher grossen Blendenzahl nicht so viel Tiefenunschärfe.

 

Zusätzliche Objektive

Ich habe mehrere zusätzliche Objektive. Mit dem Canon-Objektiv EF 24-70mm arbeite ich am liebsten. Die Brennweite lässt sich verändern und ich kann mit einer kleinen Blende arbeiten und kriege so eine schöne Tiefenunschärfe ins Bild. Ich muss zwar den Fokus manuell verstellen, aber das bin ich mich gewohnt.

Damit ich an meiner Sony-Kamera überhaupt Canon-Objektive montieren kann, brauche ich einen Adapter. Meiner ist der Speed-Booster von Meta Bones.

Mein Tele-Objektiv ist von Sony. Damit kann ich nahe heranzoomen – zum Beispiel an einem Event, wo ich die Leute aus der Entfernung filmen möchte, oder in der Natur, wenn ich zu Fuss nicht näher heran kann. Auch damit lassen sich schöne Bilder aufnehmen, auch mit Tiefenunschärfe.

 

Für den guten Ton: Mikrofone und Kopfhörer

Ein Richtmikrofon Røde NTG-1: Damit nehme ich die Umgebungsgeräusche auf. Wenn es mal windig ist, kann ich einen Windschutz montieren.

Meine Funkstrecke von Sennheiser ist immer mit dabei. Der Empfänger wird auf der Kamera montiert und den Sender erhält mein Interviewpartner. Meine Funkstrecke Sennheiser EW100-G3 ist heute nicht mehr erhältlich. Eine Alternative ist das Sennheiser ew 112P G4-B.

 

Sennheiser ew 112P G4-B

Damit die Funkstrecke komplett ist, braucht es noch ein Mikrofon: Ich arbeite mit einem Lavaliermikrofon von Voice Technologies, dem VT506WATER. Wie der Produktname schon antönt, ist es wasserfest und hält Regen aus.

Ein Handmikrofon MD 46 von Sennheiser. Damit führe ich Interviews. Dazu gehören ein XLR-Kabel (3 m, z.B. bei Brack erhältlich) und ein Büsi (Fellüberzug), damit Windgeräusche minimiert werden.

Richt-, Hand- oder Lavaliermikrofon: Wann sich welcher Mikrofontyp am besten eignet, beschreibe ich in diesem Blogpost.

Wenn ich nicht selber vor der Kamera stehe, habe ich immer meinen Kopfhörer auf. Es ist mir sehr wichtig, immer volle Kontrolle über den Ton zu haben.

 

Akkus, Batterien und sonstiges Kleinzubehör

Ein Ersatz-Akku Sony BP-U30 für die Kamera ist Gold wert: Damit kann ich über zwei Stunden länger filmen. Aber auch kleine Batterien für meine Funkstrecke habe ich immer im Gepäck.

Um die Linse zwischendurch zu reinigen, brauche ich eine kleine Pumpe (zum Beispiel diese hier). Damit kann ich Staub wegblasen.

Im Sommer befestige ich um das Display der Kamera einen aufklappbaren Sonnenschutz Orca. Dieser hilft, wenn es sehr hell ist und das Display deswegen fast nicht erkennbar ist.

Eine Dose Gesichtspuder – damit ich mich und/oder meinen Interviewpartner vor der Aufnahme abpudern kann und das Gesicht nicht glänzt. Puder ist in Kosmetikabteilungen erhältlich. Es gibt Universal-Puder ohne Farbpigmente, die sich für alle Teints eignen, zum Beispiel dieses hier.

 

2. Stative: Leicht und unkompliziert ist wichtig

Mein Dreibein-Stativ ist von Manfrotto. Das Stativ ist aus Karbon.Der Kopf dreht schön und hat eine Schnell-Wechsel-Platte. Mein absolutes Lieblingsstativ.

Wenn es schnell gehen muss, greife ich gerne zum Einbein-Stativ. Es ist auch von Manfrotto und besitzt die gleiche Schnell-Wechsel-Platte wie das Dreibein-Stativ, sodass ich die Kamera auch während eines Drehs vom einen auf das andere wechseln kann. Das Stativ ist sehr einfach höhenverstellbar und der kleine Dreifuss unten lässt sich bewegen.

 

3. Licht-Ausrüstung: Der grösste Koffer

Lampen

Zwei LED-Panels: Beide sind dimmbar, d.h. ich kann die Lichtstärke einstellen, und bicolor, damit ich kälteres oder wärmeres Licht wählen kann. Ich arbeite gerne mit dieser grossen LED-Lampe.

Für eine Dreipunkte-Ausrüstung brauche ich noch einen Spot. Ich habe einen von Dedolight, der ist veraltet. Alternative: Spot von Jinbei.

 

Stative

Zwei Licht-Stative (Jinbei), die schnell aufgestellt sind, tragen die LED-Panels. Und das Velbon-Stativ, das ich schon in den anderen beiden Ausrüstungs-Beiträgen vorgestellt habe, kommt hier als Licht-Stativ für den Spot mit. Darauf kann ich auch eine zweite Kamera (z.B. das Smartphone) befestigen.

Zubehör

Für jede Lampe habe ich zwei Akkus. Das ist einfacher, als wenn ich mit Stromkabeln arbeiten muss: Ich kann schnell umstellen und niemand stolpert über ein Kabel. Und mit je zwei Akkus pro Lampe kann ich zwei bis drei Stunden filmen. (Zur Godox-Lampe passen dieser Akku und dieses Ladegerät.)

Die Weisskarte steckt auch noch irgendwo im Lichtkoffer. Den Weissabgleich könnte ich auch der Kameraautomatik überlassen, aber ich mache das oft manuell. Der Weissabgleich dient dazu, die Lichttemperatur optimal einzustellen. (Ein Weisskartenset findest Du zum Beispiel hier.)

 

Mit der Ausrüstung richtig umgehen

Nun kennst Du den grössten Teil meiner aktuellen Video-Ausrüstung!

Zum Thema Licht habe ich zwei Extra-Ratgeber erstellt: In „Gutes Licht für Deine Videos“ gebe ich Know-How weiter (mit und ohne künstliches Licht). Und im PDF-Ratgeber „Licht-Ausrüstung“ sind die Produkte zusammengefasst, die ich empfehlen kann.

Equipment zu kaufen, ist das eine, damit umgehen zu können, das andere. Ich empfehle Dir, viel auszuprobieren, und Deine Ausrüstung auch anhand von Manuals und YouTube-Tutorials gut kennen zu lernen.

Um die ganze Bandbreite der Möglichkeiten nutzen zu können, braucht es auch etwas Know-How zur Videoproduktion. Dazu gebe ich immer wieder Kurse.

Ratgeber Licht-Ausrüstung

Untertiteln mit Aegisub: So funktioniert es

In meinem letzten Blogpost habe ich 8 Möglichkeiten beschrieben, um SRT-Untertitel („Hilfe, was ist das??“) für ein Video zu erstellen.

Eine dieser Möglichkeiten stelle ich Dir heute mit einem Tutorial genauer vor.

Es ist eine Open-Source-Software namens Aegisub.

Das Programm ist kostenlos und für Mac und Windows erhältlich.

Aegisub wurde ursprünglich für Karaoke entwickelt: Es ging darum, Songtexte in Musikvideos so einzubetten, dass sie zeitlich genau mit dem Gesang übereinstimmten.

Viele Einstellungen möglich

Das Programm ist zwar intuitiv gestaltet, doch es hat sehr viele Einstellungen und Möglichkeiten. Meine Mitarbeiterin Andrea Wildisen musste sich zuerst zurechtfinden und herausfinden, welche dieser vielen Einstellungen wir überhaupt brauchen.

Mit meinem Video-Tutorial ersparst Du Dir das ganze Ausprobieren, Du kannst die Einstellungen gleich von uns übernehmen.

Ich zeige Dir darin:

  • meine Empfehlungen bezüglich Voreinstellungen
  • meinen Workflow beim Untertiteln
  • den Export der fertigen SRT-Datei.

 

Die erwähnten Voreinstellungen siehst Du im Screenshot unten:

Nützliche Funktionen in Aegisub

Andrea erstellt immer wieder Untertitel für mich. Sie hat in der Vergangenheit einige Programme dazu ausprobiert.

Aegisub hat sie am meisten überzeugt, weil es im Gegensatz zu anderen Programmen Funktionen vereint, die man für einen optimalen Workflow benötigt.

Zentral: Es gibt bei Aegisub Tastaturkombinationen (Shortcuts) für die wichtigsten Schritte. Das ermöglicht ein schnelles Arbeiten.

Zwei weitere Stärken von Aegisub:

1. Übersicht über die Zeichenzahl

Damit Untertitel einfach und angenehm lesbar sind, dürfen es nicht zu viele Wörter auf einmal sein.

Der „Character Counter“ ist ein Zähler, der während des Schreibens die Anzahl Zeichen pro Zeile überprüft. Wenn es zu viele werden, um noch gut lesbar zu sein, wird eine Warnung angezeigt.

Auch die „characters per second“ werden gezählt, also die Zeichen, welche pro Sekunde eingeblendet werden. Auch hier erscheint eine Fehlermeldung, wenn es für die Lesbarkeit zu schnell geht.

Die maximale Zeichenzahl lässt sich individuell einstellen:

2. Unterschiedliche Arbeitsbereiche

Mit getrennten, aufeinander folgenden Arbeitsbereichen kommt Struktur in den Prozess. So kannst Du Dich besser auf jeden einzelnen Schritt fokussieren:

Bei der Transkription konzentrierst Du Dich auf das Untertitel-Feld. Du fügst den Text ein und schaust dabei, dass Du nicht zu viele Zeichen pro Linie verwendest.

Danach schaust Du im Untertitel-Gitter nach, ob die Zeichen pro Sekunde okay sind. Falls nötig, kannst Du die einzelnen Untertitel korrigieren.

Beim Spotting (genaues zeitliches Einsetzen der Untertitel) konzentrierst Du dich voll auf die Audio-Spur.

Am Schluss hast Du nochmals alle Untertitel im Überblick. Du schaust sie Dir auf dem Video-Player an und kontrollierst, ob alles passt. Falls nötig, sind Anpassungen möglich.

Download-Link

Wenn Du öfters Videos untertitelst, die einige Minuten dauern, lohnt es sich, Aegisub kennenzulernen.

Zum Download des Programms geht’s hier, und zur aktuellen Version Aegisub 3.2 gibt es ein (englischsprachiges) Benutzerhandbuch hier.

 

Filmst Du regelmässig? Wenn Du Tipps möchtest, um Dich als Moderator oder Deine Interviewpartner ins beste Licht zu rücken, hol Dir meinen Ratgeber „Gutes Licht für Deine Videos“ (PDF).

Ratgeber anfordern: Gutes Licht für Deine Videos

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