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Welches ist das beste Smartphone zum Filmen, wenn Du eine Person vor der Kamera hast?

Oft werde ich gefragt: Welches Smartphone hat die beste Kamera zum Filmen?

Detaillierte Vergleiche verschiedener Smartphone-Videos findest Du bei mir nicht. Es gibt verschiedene Kriterien für das richtige Smartphone und hängt auch davon ab, was Du filmen willst.

Wenn Du solche Videos aufnehmen möchtest, wie mein Video weiter unten, also Dich selber oder Deine Interviewpartner vor der Smartphone Linse platzieren willst, dann gibt es für mich ein wichtiges Kriterium. Das Kriterium verrate ich Dir im Video oder im Text weiter unten.

Eins verrate ich Dir schon, es muss nicht immer das neuste Smartphone sein.

 

Mit jedem Smartphone, das auf den Markt kommt, wird die Kamera noch etwas besser. Vor allem die Lichtempfindlichkeit ist immer höher, finde ich.

Erinnerst Du Dich: Wenn die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwand, konnte man mit den ersten iPhones (z.B. iPhone 4) kaum mehr filmen. Das Smartphone hellte das Bild automatisch auf und es ergab so ein „Pumpen“ ins Bild.

Kamera beim Smartphone wird immer besser

Heute kriegt man mit Smartphones auch bei wenig Licht super Bilder. Zudem wurden Bildstabilisator, Farbstärke und Kontraste in den letzten Jahren besser, doch in diesen Bereichen sind für mich sind die Unterschiede weniger markant als bei der Lichtempfindlichkeit.

Überlegst Du Dir, ein neues Smartphone zu kaufen? Dann findest Du im Netz genaue Vergleiche, ob nun das iPhone 11 oder das Google Pixel 4 besser ist. Für mich ergibt dieser Direktvergleich minime Unterschiede, die für mich persönlich nicht so wichtig sind.

Der eine wirklich grosse Unterschied: die Dual-Kamera

Wenn Du Dich selber mit dem Smartphone filmen willst, um Deine Botschaft, Dein Produkt, Diene Idee in die Welt zu bringen, dann lohnt es sich ein Smartphone mit dualem Kamerasystem zu benutzen. Auch wenn Du andere Menschen für Interviews, Statements, Testimonials usw. vor die Kamera stellt, hast Du einen Vorteil mit dem Zwei-Linsen-System.

Zwei Linsen beim iPhone XS
Links ist das Weitwinkel, rechts die Tele-Linse des iPhone XS.

Bei Smartphones wie dem iPhone 7 Plus, X oder XS kann ich zwischen der normalen und der Tele-Linse wechseln. Ich habe dann einen anderen Bildausschnitt.

Die normale Linse ist eher ein Weitwinkel, ca. 128mm. Das heisst, es kommt rechts und links von mir sehr viel mit ins Bild:

Judith Steiner Weitwinkelobjektiv iPhone Smartphone-Kamera
Aufgenommen mit dem iPhone 11 Pro, normale Kamera (Weitwinkel)

Bei der Telelinse habe ich ca. ein 50mm-Objektiv. Das ist in etwa das, was ich auch mit dem Auge natürlich sehe. Auf der Seite kommt da weniger ins Bild und man sagt auch, es „mache schön“: Für Porträtaufnahmen ist diese Einstellung vorteilhafter.

iPhone 11 Judith Steiner Telelinse dual camera Smartphone-kamera
Aufgenommen mit dem iPhone 11 Pro, Telelinse

Siehst Du den Unterschied? Die Person im Bild wirkt präsenter und das Gesicht ausgewogener, weil die Kamera weniger nahe ran muss. Es ist weniger Hintergrund im Bild und lenkt von der Person ab, die spricht.

Die Telelinse macht den Unterschied

Ob Du nun mit dem iPhone 7Plus ist (dem ersten Smartphone mit dualem Linsensystem) oder mit dem neusten, dem iPhone 11, spielt weniger eine Rolle. Klar wird die Kamera immer besser – aber für mich ist wichtig, dass ich überhaupt zwischen Telelinse und Weitwinkel wechseln kann.

Achtung bei iPhone 11: Das iPhone 11 verfügt nur noch über Weit- und Ultraweitwinkel. Dafür habe ich mit dem iPhone 11 Pro/Pro Max sogar drei Linsen: Tele-, Weit- und Ultraweitwinkel.

Toll ist der Ultraweitwinkel, wenn Du zum Beispiel viel in der Natur bist und eine Landschaft im Bild festhalten willst. Zum Filmen von Personen ist sie aber ungeeignet: Die gefilmte Person verschwindet total im Bild und verliert alle Präsenz.

Aufgenommen mit der Ultraweitwinkel-Linse.

Fallbeispiel aus einem Kurs

Kürzlich gab ich in einer Firma einen dreitägigen Workshop. Ziel dieser Kurse ist, dass die Teilnehmenden mit ihren eigenen Smartphones Videos produzieren können. Wir übten dies auch und nahmen ein Video auf, ein Interview mit einer Fachfrau für Beckenbodentraining.

Wir waren bei dieser Frau zu Hause, von wo aus sie auch arbeitet, und richteten den Ort für den Dreh her: Wir stellten Stative auf, suchten einen guten Hintergrund und versuchten, das natürliche Licht vor Ort optimal zu nutzen.

Vanessa, eine Kursteilnehmerin, filmte mit ihrem iPhone. Es war aber total schwierig, ein schönes Bild hinzukriegen: Immer war zu viel Hintergrund da und lenkte von der Expertin ab – sie ging im Bild unter.

Ich fragte dann, ob es OK wäre, wenn wir doch mein iPhone nehmen. So kriegten wir ein gutes Video und ich konnte gleich zeigen, was für einen enormen Unterschied die Telelinse macht: Das Bild war ruhiger, die Beckenbodenexpertin wirkte präsent und ihre Botschaft kam optimal rüber.

Das duale Linsensystem ist wirklich toll, wenn Du Menschen filmen möchtest, die eine Botschaft haben.

Worauf Du achten solltest, wenn Du ein neues Smartphone kaufst

Ich finde nicht, dass Du immer das neuste Smartphone brauchst. Wenn Dein Smartphone aber schon älter ist und Du Dir überlegst, ein neues zu kaufen, dann würde ich wirklich darauf achten, dass es ein duales Kamerasystem hat.

Auch dann brauchst Du nicht zwingend das neuste Modell – auch ein „älteres“ Smartphone tut’s, das neben der normalen auch noch eine Telelinse hat.

Tipp: Schau doch, dass Du Dein gebrauchtes Smartphone verkaufen oder weitergeben kannst! Es sind viele wertvolle Rohstoffe drin und deswegen ist es toll, wenn ein Smartphone so lange wie möglich verwendet werden kann.

Und so wird Dein Video noch besser:

Das Video wird noch professioneller, wenn Du mit Stativ und Mikrofon arbeitest. Damit wirkst Du oder die Person vor Deiner Kamera einfach kompetenter und authentischer!

Wenn Du Tipps für Deine Ausrüstung zum filmen mit Smartphone willst, lade Dir doch meinen PDF-Ratgeber herunter:

Ratgeber Ausrüstung zum Filmen mit Smartphone

Im Test: Zusatz-Objektive fürs Smartphone

Fischauge, Makro, Teleobjektiv: Für Smartphones gibt es diverse Objektive, die man zusätzlich kaufen kann. Das bedeutet: mehr Möglichkeiten beim Filmen und Fotografieren mit dem Smartphone. Ich werde häufig gefragt, ob ich Aufstecklinsen oder externe Objektive empfehlen kann. Hier stelle ich Dir einige Möglichkeiten vor. Ganz am Schluss nenne ich Dir noch 3 Gründe, wann und warum ich zusätzliche Linsen verwenden würde.  Eine Kurzübersicht über alle Zusatzlinsen findest Du im PDF-Ratgeber „Objektive zum Filmen mit dem Smartphone“, welchen Du gratis herunterladen kannst. PDF: Objektive zum Filmen mit Smartphone  

Billige No-Name-Objektivsets

Es gibt im Internet unzählige billige Objektivsets zu kaufen. Auch ich habe vor etwa einem Jahr mal ein solches bestellt. Und die Objektive sehr bald in den Müll geworfen.   Die Qualität ist zu schlecht: Es gibt einen schwarzen Rand im Bild und die Linsen verrutschen die ganze Zeit oder passen von Anfang an nicht richtig. Hier gibt es wirklich einen grossen Unterschied zu den teureren Produkten, die ich euch im Folgenden vorstellen werde.  

Linsen-Set von LVG

Im Januar 2019 erhielt ich von Fotichaestli.ch zum Testen ein Set mit verschiedenen Aufsatz-Objektiven von der chinesischen Marke LVG. Ausprobieren konnte ich die Objektive bei einem Ausflug mit meinem tollen Team: Wir waren im Toggenburg in einem Seifenatelier. Ich habe die Gelegenheit gepackt und (wenn ich nicht gerade mit Düften und Ölen beschäftigt war…) einige Clips mit dem iPhone und den Aufsatzlinsen gefilmt. Das Set besteht aus 4 Objektiven, von denen man das eine auseinanderschrauben kann und so noch ein zusätzliches Objektiv erhält. Dazu gibt es ein kleines Täschchen und eine Sonnenblende. Vorteile: Die Handhabung ist sehr einfach: Die Objektive lassen sich mit ihrer Klammer direkt auf dem Smartphone montieren. So sind sie schnell aufgesetzt und gewechselt. Sie scheinen auch recht robust zu sein (Objektiv: Metall, Klammer: Kunststoff). Das Set lässt sich mit diversen Smartphone-Modellen verwenden, auch bei solchen mit Dual-Linsen. Ich konnte die Aufsatz-Linsen problemlos über das Haupt-Objektiv meines iPhone XS setzen. Auch die Auswahl der Linsen finde ich gut: Es ist alles dabei, was beim Filmen mit dem Smartphone Sinn macht. Die 5 Linsen im Test: Am meisten begeistert bin ich vom 2-fach-Tele-Objektiv. Die Vergrösserung, die ich mit dieser kleinen Aufsatzlinse hinkriege, ist toll: Ich kann von relativ weit weg filmen und habe schöne Nahaufnahmen mit einem klaren Bild. Damit zu arbeiten, macht wirklich Spass! Im Set enthalten sind auch zwei Weitwinkel-Objektive, „wide“ und „super-wide“. Damit kann man die Grösse von Astrids Seifenatelier im Video richtig erfassen und sieht, woran meine Mitarbeiterinnen gerade arbeiten. Doch in einem solchen Setting kommt man auch schnell an die Grenzen – ich finde Weitwinkel vor allem bei Landschaftsaufnahmen schön. Um Menschen bei der Arbeit oder bei einem Hobby zu zeigen, ist es sinnvoller, bald mal ins Detail zu gehen. Zuletzt habe ich das 180-Grad-Weitwinkel getestet. Dieses „Fischauge“ erzeugt den typischen Kugel-Effekt und es ist ein schwarzer, kreisrunder Rand im Bild sichtbar. Das kann zwischendurch lustig sein, aber ich setze solche Effekte wirklich selten ein. Bonus: Das Fischauge ist ein 2-in-1-Objektiv: Wenn man es auseinanderschraubt, wird der eine Teil zur Makro-Linse. Damit kann ich sehr nahe rangehen zum Filmen und erhalte gute Detail-Aufnahmen. Fazit: Ich kann dieses Set sehr empfehlen! Es passt zu diversen Smartphones. Auch der Preis ist gut: Das LVG-Set ist für CHF 89 bei Fotichaestli.ch erhältlich.  

olloclip Active Objektivset

olloclip Active Objektivset

Das olloclip Active Objektivset besteht aus einem Teleobjektiv mit 2 x optischem Zoom und einem Weitwinkel. Weitwinkel wird auch „Action Camera“-Sichtfeld genannt, weil viel mehr ins Bild kommt, aber nicht so verzogen wie beim Fischauge. Es gibt von olloclip auch ein Set mit Fischauge, Weitwinkel und Makroobjektiv; das olloclip Core Set. Vorteile: Das Bild ist schön, klar und es gibt keine schwarzen Ränder. Mit dem iPhone 7 Plus ist das Teleobjektiv besonders cool: Dieses iPhone verfügt ja bereits über einen 2x-Zoom in der einen Linse. Indem das olloclip-Teleobjektiv auf dieser Linse positioniert wird und ich diese bei Filmen gezielt anwähle (ist z.B. in Apps wie Filmic Pro oder Pro Camera möglich), habe ich sogar einen 4x optischen Zoom. Somit wird die Dualkamera voll ausgenutzt. Weiterer Vorteil: Die Linsen sind robust und das Anstecksystem durchdacht: Am Clip kann ich beide Linsen befestigen, dann je nach Situation den Clip umgedreht aufstecken und so ganz schnell zwischen den beiden Objektiven wechseln. Dazu gibt es einen Anhänger, mit dem ich den olloclip z.B. an meiner Tasche befestigen kann. Nachteile: Der olloclip, den ich mir gekauft habe, ist für iPhone 7 und 7 Plus geeignet. Für andere iPhones oder Smartphones passt er nicht und es stellt sich auch die Frage, ob er zum Nachfolgermodell, dem kommenden iPhone 8, passen wird. Zweiter Nachteil: olloclip ist nur für iPhone erhältlich. Es gab olloclip auch mal für frühere Modelle des Samsung Galaxy, für die aktuellen Galaxy-Smartphones gibt es die Objektive aber nicht mehr. Preis: Bei Apple kostet das olloclip Active Objektivset ca. CHF 160.  

ExoLens mit ZEISS Optik

ExoLens mit ZEISS Optik ZEISS stellt sehr hochwertige, gute Objektive her, und die gibt es jetzt auch für das Smartphone. Es gibt ExoLens-Objektive sowohl für iPhone als auch für das Samsung Galaxy S6. Eine Freundin lieh mir ihr Galaxy mit den beiden passenden ExoLens-ZEISS-Objektiven zum Ausprobieren aus. Makro- und Teleobjektiv finde ich eine gute Kombination: Wenn ich mir eine Kombination aussuchen könnte, wären dies genau die beiden Linsen, die ich wählen würde. Für die Makro-Aufnahmen musste ich sehr nahe ans Objekt heran, dass es wirklich scharf wurde und man die Details sah. Das Video wurde deswegen ziemlich verwackelt. Doch gerade weil man so nahe ans Objekt herangeht, ist es sehr schwierig, mit einem Stativ zu arbeiten. Fazit: Für Fotos ist das Makro-Objektiv wunderbar und es gibt wirklich schöne Aufnahmen. Zum Filmen ist es weniger geeignet. Das Teleobjektiv hingegen ist auch zum Filmen praktisch. Ich war am See und habe die Schwäne und Enten gefilmt, und mit dem Zoom komme ich näher ran, ohne dass der Schwan gleich beisst 😉 Vorteile: Die Bilder sind wirklich sehr schön und die Kombination Makro- und Teleobjektiv macht Sinn. Nachteile: Wie erwähnt, ist das Makro-Objektiv zum Filmen eher nicht geeignet. Zudem ist das Objektivset, das ich getestet habe, ist nur fürs Samsung Galaxy S6 geeignet. Schon beim Galaxy S7 passt es nicht mehr. Auch das Objektivset für iPhone 6 und 7 passt beim iPhone 7 Plus bereits nicht mehr. Preis: Fürs Galaxy-Objektiv gibt man rund 116 € aus, fürs iPhone-Modell im Apple Store sogar CHF 240. Dafür, dass man die Linsen nur mit einzelnen Modellen verwenden kann, ein hoher Preis.  

Samsung-Set für Galaxy S7

Ich freue mich immer, wenn Blog-Leserinnen oder Leser mit mir Kontakt aufnehmen und mir ihre Erfahrungen weitergeben. So hat mich André Häring von „Aug & Ohr“ kontaktiert. Er besitzt ein Objektiv-Set für das Samsung Galaxy S7, hergestellt von Samsung selber. Samsung Lens Cover ET-CG930 für Galaxy S7 (Bild: Samsung) André hat für mich ein Video aufgenommen, in dem er das Set vorstellt. Ihr könnt es euch in meinem YouTube-Video zu diesem Blogeintrag anschauen. Ich fasse seine Erfahrungen zusammen: Vorteile: Das Set, bestehend aus Tele- und Weitwinkel-Objektiv, Halterung und Abdeckungen, ist schön verarbeitet. Die Objektive sind wertig, aus Metall und mit Glaslinsen, und gut verpackt. Die Objektive werden in die Halterung geschraubt, danach wird die Halterung, eine Art Cover, auf das Smartphone gesteckt. Die Halterung passt perfekt auf das Galaxy S7. Das Objektiv wird in die Halterung geschraubt. (Screenshot Video André Häring) Auf mich machen die Linsen im Video einen guten Eindruck, die Bildqualität ist gut und die Verarbeitung, wie bereits erwähnt, ebenfalls. Dieses Set ist nur fürs Galaxy S7 geeignet. Da das Set aber von Samsung selber stammt, ist die Chance gross, dass sie zu Nachfolgermodellen einfach ein neues Case produzieren, mit dem die Linsen weiterhin zu verwenden sind. Preis: Online ist das Set direkt bei Samsung erhältlich und kostet rund CHF 90. Ein fairer Preis.  

Sony Cybershot (DSC-QX10)

Eine Kamera, verpackt in einem Objektiv: Sony Cybershot DSC-QX10. Dieses Objektiv von Sony habe ich schon seit drei Jahren. Es ist ein unabhängiges Objektiv, das sich mit dem Smartphone verbinden lässt. Das Smartphone dient nur noch als Display. Das Objektiv kann entweder unabhängig verwendet oder ans Smartphone angesteckt werden. (Fürs iPhone 7 Plus funktioniert die Halterung gerade noch.) Vorteile: Ein grosser Vorteil des Cybershot-Objektivs ist die hervorragende Bildqualität. Es verfügt über einen 10x optischen Zoom und einen optischen Bildstabilisator. Diese Unabhängigkeit gibt viele Möglichkeiten für Kameraperspektiven: Ich kann das Objektiv zum Beispiel ins Gras legen und sehe auf dem Smartphone aus der Froschperspektive, wenn meine Protagonisten daran vorbeigehen. Wenn das Objektiv mal zu weit weg vom Smartphone sein sollte, dann sehe ich das mit einem Symbol auf dem Display. (Für andere Möglichkeiten eines externen Monitors beim Filmen mit Smartphone, siehe dieser Blogeintrag.) Das Objektiv ist für verschiedene Smartphone-Modelle geeignet. Ich habe es mit dem iPhone 5 und 7 Plus getestet. Nachteile: Die Verbindung zum Smartphone ist sehr langsam. Das Cybershot-Objektiv wird mit einer App verwendet, die ein WiFi aufbaut und sich mit dem Smartphone verbindet. Für Fotos und Filmaufnahmen ohne viel Bewegung funktioniert das einwandfrei. Ansonsten ist die Übertragung aber immer etwas verzögert oder stockt sogar. Ein weiterer Nachteil ist, dass beim Filmen die Dateien nur auf der internen SD-Karte gespeichert werden. (Beim Fotografieren landen sie direkt auf dem iPhone-Speicher.) Wenn ich schon mit meinem Smartphone filme, möchte ich die Videos auch gleich anschauen oder schneiden können. Zum Filmen würde ich dieses Objektiv also nicht empfehlen. Preis: Bei Digitec.ch ist das Sony Cybershot DSC-QX10 zwar aufgeführt, aber auf unbestimmte Zeit nicht lieferbar. Bei Amazon kostet es 350 €. Für diesen Preis kauft man besser gleich eine richtige Kamera.  

Beastgrip

Beastgrip mit verschiedenen Linsen. Beim Recherchieren zu Objektiven für das Smartphone lernte ich Célia kennen. Sie ist auf Instagram sehr aktiv und macht tolle Bilder. Ich traf Célia in Zürich, wo sie mit ihr „Beastgrip“ vorstellte. Das ist eine Konstruktion, in die man verschiedene Smartphones hineinschrauben und dann ein Objektive aufstecken kann. Vorteile: Das Beste am Beastgrip ist, dass die Grösse verstellbar ist. Ich kann also alte iPhones einsetzen, aber auch mein iPhone 7 Plus, Samsung Galaxy – sogar das iPad Mini könnte man noch damit verwenden. Durch die verstellbare Konstruktion halten sie alle sehr gut. Vorne setzt man dann verschiedene Objektive ein. Zum Beastgrip gehören ein Weitwinkel mit Fischauge und ein Weitwinkel mit Makro. Es gibt aber auch einen Adapter, mit dem man beliebige Canon- oder Nikon-SLR-Objektive am Beastgrip befestigen kann. Damit kriegt man Bilder im Film-Look mit viel Tiefenunschärfe, wie es sonst mit dem Smartphone nicht möglich ist. Das Beastgrip kann man gut in der Hand halten und beim Filmen führen, ich kann es aber auch einfach auf ein Stativ schrauben. Das Beastgrip im Test. Preis: Das Set mit Beastgrip-Halterung, Weitwinkel-Fischauge, -Makro und Adapter für SLR-Objektive kostet direkt bei Beastgrip 335 $. Sets mit einzelnen dieser Bestandteile sind entsprechend günstiger. Fazit: Das Beastgrip finde ich wirklich toll, vor allem, weil man mit verschiedenen Smartphones und Objektiven arbeiten kann.  

Machen zusätzliche Objektive fürs Smartphone Sinn?

Vor allem beim Beastgrip drängt sich die Frage auf, warum man bei dem ganzen Equipment-Aufwand nicht gleich eine DSLR-Kamera verwendet. Macht es Sinn, ein solches Gerüst zu kaufen und Adapter für teure Objektive? Ich persönlich werde mir kein Beastgrip kaufen. Der Grund: Zum Fotografieren mit dem Smartphone, zum Beispiel für Instagram, habe ich gerne die kleinen olloclip-Objektive oder das Sony Cybershot dabei. Diese reichen mir für Zoom- oder Weitwinkel-Aufnahmen völlig. Wenn ich mit dem Smartphone filme, dann mache ich dies vor allem spontan und ohne zusätzliches Equipment. Wenn ich hingegen geplant filme, verwende ich lieber meine professionelle Ausrüstung, also meine Lumix GH4 oder Sony FS5. Da brauche ich kein zusätzliches Beastgrip.

3 Gründe für zusätzliche Objektive

Es gibt aber durchaus Gründe, warum ein zusätzliches Objektiv für das Smartphone in gewissen Situationen Sinn macht:

1. Kein Umweg über den Computer

Journalisten, die etwa ein Interview filmen und dieses möglichst schnell auf die Redaktion schicken sollen, können dies direkt vom Smartphone aus tun. Der Umweg über einen Computer, den man etwa mit einer Handycam nehmen muss, entfällt. Mit einem zusätzlichen Objektiv hat man aber trotzdem schönere Bilder als mit der einfachen Smartphone-Kamera.

2. Produktion direkt auf dem Smartphone

Wenn man das Video auf dem Smartphone filmt und auch gleich auf diesem Gerät bearbeitet, ist man in der Produktion einfach am schnellsten. Das fertige Video kann man danach auch direkt auf YouTube hochladen. Auch hier können zusätzliche Objektive für mehr Möglichkeiten und bessere Bildqualität sorgen.

3. Live-Videos

Das Smartphone macht es heute möglich, dass wir mit Facebook, Instagram etc. sehr einfach live in die ganze Welt streamen können. Wenn ich ein Teleobjektiv habe, komme ich auch bei einem Live-Video näher heran, zum Beispiel, wenn ich draussen unterwegs bin und aus der Entfernung etwas heranholen möchte. Ich würde mich freuen, in den Kommentaren von euch zu lesen, welche Objektive ihr verwendet und was ihr für Erfahrungen damit macht!

PDF-Ratgeber

Die verschiedenen Objektive mit Vor- und Nachteilen sowie den Infos zu Preis und Onlineshops habe ich euch in einem kleinen PDF-Ratgeber zusammengestellt. Du kannst ihn mit einem Klick aufs Bild herunterladen. PDF: Objektive zum Filmen mit Smartphone

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