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Richtmikrofon, Lavaliermikrofon und Handmikrofon: Drei Mikrofontypen im Vergleich

Heute gibt’s eine Premiere in meinem Blog: Es kommt ein Richtmikrofon vor!

Nicht jedes Mikrofon eignet sich für jede Aufnahmesituation – und genau darüber rede ich in meinem Video und schreibe ich in diesem Blogpost. Du erfährst, wann Du Dich für welchen Mikrofontypen entscheiden solltest und was die Stärken und Schwächen von Hand-, Lavalier- und Richtmikrofon sind. Und Du hörst vor allem auch den Unterschied in diesem Video:

Willst Du das Ganze einfach kurz und knapp zusammengefasst, mit Produktempfehlungen für jeden Mikrofontypen, dann hol Dir meinen PDF-Ratgeber.

Handmikrofon

Vorteile: Volle Kontrolle, sicherer Ton

Das Handmik ist ein typisches Interview-Mikrofon. Das heisst: Du stellst die Fragen, Dein Interviewpartner antwortet und dabei führst Du ihn, indem du ihm das Mikrofon hinhältst. Du entscheidest ganz klar, wer wann redet, und kannst beispielsweise auch eine Antwort unterbrechen oder nachhaken. Gerade bei einem kritischen Interview ein Vorteil!

Damit sind auch Frage und Antwort gut verständlich. Das Hand-Mik sorgt für den sichersten Ton.

Damit das gelingt, hältst du es knapp unter das Kinn der sprechenden Person. Das Gesicht bleibt frei, aber Du hast dennoch einen optimalen Ton.

Auch bei lauten Umgebungsgeräuschen ist das Handmikrofon die beste Wahl für ein Interview.

Nachteile: Mikrofon ist im Bild

Normalerweise sollte nur die Interviewpartnerin, der Interviewpartner im Bild zu sehen sein. Das heisst für die Bildgestaltung, dass Du als Bildausschnitt eine Nahaufnahme wählen solltest. Wenn man ein wenig von den Fingern des Reporters am Mikrofon sieht, macht das nichts, aber Dein Arm sollte keinesfalls ins Bild kommen.

Der Mikrofonkopf bleibt aber zu sehen – sonst heisst es, dass er zu weit weg ist und der Ton leidet. Bei einer Strassenumfrage stört das Mikrofon im Bild nicht. Bei anderen Videos jedoch, zum Beispiel bei einem Porträt einer Person, ist es unschön. Manchmal möchtest Du auch von weiter weg filmen, damit auch die Umgebung wahrgenommen wird.

In solchen Fällen arbeitest Du besser mit dem Lavaliermikrofon.

Lavaliermikrofon (Ansteck-/Knopfmikrofon)

Vorteile: Diskret und unkompliziert

Das Lavaliermikrofon eignet sich am besten für längere Gespräche und für ein Videoporträt einer Person, wo man nicht kritisch nachfragen muss. Auch wenn Du eine Moderation oder ein Interview aufnimmst, kannst Du damit arbeiten.

Der erste Vorteil liegt wörtlich auf der Hand: Du hast die Hände frei.

Zudem fällt das Mikrofon weniger auf, es ist diskreter oder kann sogar versteckt werden.

Drittens kannst Du auch aus grösserer Entfernung filmen, weil Du Deiner Gesprächspartnerin nicht immer ein Mikrofon hinstrecken musst. So kannst Du auch die Umgebung mit ins Bild nehmen.

Du musst nur zu Beginn darauf achten, dass das Mikrofon an der richtigen Stelle angebracht ist, danach musst du dich nicht mehr darum kümmern.

 

Nachteile: Mehr Umgebungsgeräusche

Doch auch das Lavaliermikrofon bringt Nachteile mit sich: Gut hörbar sind nur die Antworten, weil nur Dein Gesprächspartner ein Mikrofon hat. Deine Fragen sind schlecht oder gar nicht hörbar. Die Lösung dafür wäre, ein Doppelmikrofon zu verwenden.

Zudem eignet sich das Lav-Mik nicht für Situationen, wo es lauter ist, zum Beispiel auf einer Baustelle, in Maschinenräumen oder neben einer vielbefahrenen Strasse. Es nimmt mehr Umgebungsgeräusche auf, weil es weiter unten als das Handmik angebracht ist. Es eignet sich also vor allem für Aufnahmen in ruhigen Situationen.

So nutzen Profis das Lavaliermik

Lavaliermikrofone gibt es mit Kabel oder mit Funk. Profis arbeiten meistens mit Funkstrecken. Funk hat den Vorteil, dass sich der Referent oder Gesprächspartner frei bewegen kann. Es ist aber teurer als ein Lavalier-Mik mit Kabel. Kabellose Mikrofone habe ich in diesem Artikel schon vorgestellt und hier findest Du einen Vergleich von 6 Lavalier-Mikrofonen.

Richtmikrofon

Vorteile: Leichte Handhabung

Zu guter Letzt nun also die Premiere: das Richtmikrofon. Viele Vlogger arbeiten mit diesem Mikrofontyp und auch bei mir kommt es manchmal zur Verwendung.

Das Richtmikrofon ist vor allem praktisch, weil es direkt auf der Kamera befestigt wird. Es muss nicht separat gehandhabt werden und es gibt kein störendes Kabel.

In einem ruhigen Raum funktioniert das gut. Der Ton ist besser, als wenn Du nur mit dem eingebauten Mikrofon der Kamera arbeitest, denn das Mikrofon ist nach vorne gerichtet.

Das Richtmikrofon eignet sich aber auch, wenn Du draussen eine Szene filmst, in der niemand spricht. Zum Beispiel B-Roll mit Ambi, Naturaufnahmen oder Situationen auf Reisen. Wenn Du einen Windschutz verwendest, dann hast Du so auf jeden Fall den besseren Ton als mit dem kameraeigenen Mikrofon.

Nachteil: Nur für ruhige Umgebung

Das Mikrofon muss zur Tonquelle – das ist die goldene Regel. Je weiter ich mich von der Kamera und damit vom Richtmikrofon entferne, desto leiser wird auch der Ton. Auch wenn ich die Kamera auf etwas anderes richte als auf die sprechende Person, versteht man nur noch wenig.

Auch in Situationen mit stärkeren Hintergrundgeräuschen versteht man mit einem Richtmikrofon praktisch nichts. Es funktioniert wirklich nur in ganz ruhiger Umgebung.

Achte auf den Stecker:

Viele Mikrofone haben heute einen 3,5mm-Klinkenstecker. Es sieht aus, als könne man diese Mikrofone sowohl fürs Smartphone als auch für Videocams/DSLR-Kameras benutzen. Dies stimmt aber nicht ganz. Es gibt einen kleinen Unterschied zwischen den Steckern für die jeweiligen Geräte:

Der Stecker mit drei Ringen (TRRS genannt) ist fürs Smartphone, derjenige mit nur zwei Ringen (TRS) für DSLR/Videocam.

Mit einem kleinen Adapter lassen sich die Mikrofone aber in der Regel auch „umfunktionieren“ für das andere Gerät. Darüber habe ich hier ausführlicher geschrieben.

 

Was ist mit Kauf-Tipps?

Ja – habe ich! 🙂 Wofür man die verschiedenen Mikrofontypen brauchen kann, habe ich nochmals ganz kurz zusammengefasst und zu jedem Typ ein von mir getestetes Produkt aufgeführt. Hol Dir den Ratgeber hier als PDF!

Ratgeber: Mikrofontypen im Vergleich

Weitere Mikrofonempfehlungen habe ich bereits in einem Mikrofon-Ratgeber zum Filmen speziell mit Smartphone sowie in kompletten Ausrüstungs-Ratgebern für Videocam und Smartphone zusammengestellt. Du kannst Dir alle kostenlos als PDF herunterladen, entweder direkt über den Link oder auf meiner Give-Away-Seite.

Welche Ausrüstung eignet sich für Webinare und online-Kurse?

Hallo Judith,

Ich plane ein Webinar zum Thema Backen, also einen Online-Kurs mit Video. Ich möchte mit ca. 2 Meter Abstand vor der Kamera stehen und erklären, was ich beim Backen gerade mache. Folgendes habe ich mir überlegt:

1. Welches Mikrofon?

Bei einem Lavaliermic (Ansteckmikrofon) müsste das Kabel entsprechend lang sein. Oder soll ich besser ein Funkmikro verwenden? Würde das Ganze auch mit einem Richtmikrofon funktionieren, das z.B. auf dem Handy steckt oder auf dem Tisch steht? Vielleicht gibt es dann aber Nebengeräusche, weil auf dem Tisch auch die Backutensilien stehen…

Am liebsten möchte ich ein Mikro, das mit dem Smartphone und auch an meiner DSLR-Kamera oder mit einer GoPro nutzen kann.

2. Welche Kamera?

Was sagst Du dazu, das Webinar mit dem iPhone zu filmen? Sollte ich lieber die DSLR-Kamera verwenden? Oder hast Du andere Vorschläge?

Welche Mikrofon-Kamera-Kombination würdest Du mir empfehlen? Es wäre super, wenn Du mir helfen würdest.

Viele Grüsse aus N.,
F.

Hallo F.

Das sind ziemlich viele Fragen 😉 Ich habe zu den Themen schon viele Blogbeiträge und Videos veröffentlicht. Gerne stelle ich Dir hier die Inhalte zusammen. Übrigens habe ich auch ein PDF zusammen gestellt, in dem Du alle Links zu meiner empfohlenen Hardware findest. Klicke hier oder unten auf das Bild, wenn ich Dir den gratis Ratgeber schicken soll.

 

1. Welches Mikrofon?

Jedes Mikrofon hat seine Vor- und Nachteile. Du zählst das Lavaliermikrofon und das Richtmikrofon auf. Beginnen wir beim zweiten:

Pro und Kontra Richtmikrofon

Viele Vlogger arbeiten mit einem Richtmikrof. Es ist sehr schnell: Mikrofon auf die Kamera stecken und loslegen.

Leider erfüllt das Richtmikrofon eine der wichtigsten Sound-Regeln nicht: Das Mikrofon muss zur Tonquelle. Je weiter die Kamera weg ist, desto weiter entfernt ist auch das Mikrofon, desto grösser wird das Rauschen und die Präsenz Deiner Stimme nimmt ab. Wenn Du Dein Webinar in einem ruhigen Raum aufnimmst, funktioniert es trotzdem. Sobald im Hintergrund zum Beispiel eine Knetmaschine rattert, wird man Dich nicht mehr gut verstehen.

In diesem Video vergleiche ich Richtmikrofon, Lavaliermikrofon und Handmikrofon. Im Video wird Du den Unterschied hören.

Lavaliermikrofon: Funkstrecke oder Kabel?

Im Video oben kannst Du hören, dass das Lavliermikrofon neben einer lauten Strasse auch nicht mehr funktioniert. Aber ich nehme an in Deinem Webinar wird es nicht so laut sein. Dann kannst Du gut mit dieser Variante arbeiten.

Der Vorteil des Kabels ist, dass Du den Stecker einsteckst und loslegst. Das finde ich praktisch für einen online-Kurs, wenn ich ich einfach vor der Kamera sitze und rede. In Deinem Webinar willst Du backen. Da würde ich mit einer Funkstrecke arbeiten. Beim Backen bewegst Du Dich und benutzt die Arbeitsfläche vor Dir. Nicht dass Du noch das Kabel in Deinen Teig knetest:-)

In meinem Ratgeber für Webinare und online-Kurse findest Du Vorschläge für eine Funkstrecke und für ein Lavaliermikrofon mit Kabel. Klicke auf das Bild und gib Deinen Namen und die E-mail Adresse ein und schon ist das PDF unterwegs zu Dir.

Gleiches Mikrofon für Smartphone und DSLR-Kamera?

Für das Smartphone gelten die gleichen Regeln für die Mikrofonwahl wie oben beschrieben. Jedes Mikrofon kann auch am Smartphone angeschlossen werden. Es ist immer eine Frage der richtigen Adapter. Für das Smartphone brauchst Du einen TRRS-Stecker, für die DSLR-Kamera einen TRS-Stecker (sofern sie überhaupt einen Mikrofon-Eingang hat). Mit dem richtigen Übergangsstecker kannst Du von TRS auf TRRS wechseln. In meinem Ratgeber für Webinare siehst Du genau, welche Kombination von Kabeln und Adapter du brauchst. sind die Adapter auch drin. Willst Du das mit dem TRS und TRRS genau verstehen? Dann lese meinen Blogeintrag „Hilfe – mein Mikrofon funktioniert nicht!“.

 

2. Welche Kamera für Webinare?

Die verschiedenen Kameras haben auch ihre Vor- und Nachteile. Für mich macht es vor allem einen Unterschied, ob Du nun ein live-Webinar machst oder die Videos für einen online-Kurs aufzeichnest. In der live-Situaion ist für mich vor allem wichtig, dass die Kamera läuft: Keine leeren Batterien, keine Überhitzung, keine 29 Minuten-Limite.

Externe Webcam

Deshalb arbeite ich in Webinaren gerne mit einer externen Webcam. Auf die ist Verlass. Ich habe dazu auch ein Video produziert.

iPhone – Direkt ins Internet streamen

Du kannst live-Videos direkt vom Smartphone streamen. Dort hast Du eine gute Kamera und kannst Mikrofone anschliessen. Die meisten Apps für Webinare sind vom Desktop aus besser zu bedienen. Deshalb mache ich Webinare und online-Kurse in Zoom lieber auf dem Desktop. Spontane live-Videos auf den sozialen Plattformen mache ich jedoch gerne mit dem Smartphone.

Es gibt Apps um das Smartphone mit dem Computer zu verbinden, dann kannst Du es als externe Webcam benutzen. Ich habe die Epoccam getestet. Die Verbindung war unzuverlässig, warum ich sie für Webinare nicht einsetzen würde.

Wenn Du die Videos aufzeichnest, dann kannst Du sehr gut mit dem Smartphone arbeiten. Die Bildqualität der heutigen Smartphones ist super.

Systemkamera DSLR – Schöne Bilder

Die schönsten Bilder machst Du mit der Systemkamera. Du kannst mit Tiefenschärfe arbeiten und hast somit mehr Gestaltungsmöglichkeiten. Oft sind die Farben schöner und die Lichtempfindlichkeit der Kameras ist besser. Wenn Du Deine Systemkamera gut bedienen kannst und Dich gerne um manuelle Settings kümmerst, dann würde ich Deinen online-Kurs mit dieser Kamera aufzeichnen.

Es ist möglich mit DSLR-Kamera zu streamen. Immer mehr Kamerahersteller bieten Software-Lösungen mit denen Du Deine Kamera über USB mit dem Desktop verbinden kannst. Ich arbeite mit einen Adapter (CamLink), damit ich meine SonyA7III über HDMI am MacBook anschliessen kann.

3. Licht für Dein Webinar:

Neben der Kamera und dem Mikrofon ist das Licht wichtig in Deinem Webinar und online-Kursen. Du kannst das Licht vor Ort nutzen. Das funktioniert manchmal recht gut, manchmal auch nicht. Es ist von der Tageszeit, dem Wetter und künstlichen Lichquellen im Raum abhängig.

Ich habe dazu auch einen Ratgeber erstellst, in dem ich Dir zeige, wie Du das Licht vor Ort richtig nutzen kannst. Falls Du lieber mit Video-Leuchten arbeiten möchtest, zeige ich Dir im Ratgeber, wie Du eine Dreipunkte-Ausleuchtung machst und welche Lampen sich für Dein Webinar am besten eignen. Klicke hier und trage Deinen Namen und die E-mail Adresse ein, damit ich Dir das PDF schicken kann.

4. Weiter Links:

Ich hoffe das hilft, um etwas mehr den Durchblick zu haben und wünsche dir viel Erfolg mit deinen Webinaren.

Herzliche Grüsse
Judith