Kategorie: Hardware fürs Filmen

Externe Webcam – so wirkst Du im online-Unterricht professionell

Je nachdem was für eine Notebook Du hast, je schlechter oder besser ist Deine integrierte Webcam.
In diesem Blog beschreibe ich Dir die Vorteile einer externen Webcam.

Unterschiede interne / externe Webcam

Der grösste Unterschied liegt sicherlich in der Bildqualität. Der Qualitätsunterschied der Aufnahmen ist gut zu sehen. Bei der externen Webcam bekommst Du auch mit weniger Licht die schöneren Bilder, weniger Bildrauschen und das Bild ist im allgemeinen schöner.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die externe Webcam auf einem Stativ platziert werden kann und so in der Höhe verstellbar ist. Ob ich sitze oder stehe, die Kamera kann so auf Augenhöhe angepasst werden.

Bei der internen Webcam ist das etwas schwieriger. Diese filmt meistens von unten nach oben. Diese Perspektive ist nicht so Vorteilhaft für das Bild, man kann zwar leichte Korrekturen anbringen aber es ist einfacher, wenn ich die Kamera mit dem Stativ verstellen kann.

Welche Kamera für den online Unterricht?

Wenn Du eine Fitnessstunde online unterrichten willst, ist es besser mit einer externen Webcam. Diese kann unabhängig vom Bildschirm von Dir weggestellt werden. Dann kannst Du das Notebook bei Dir in der Nähe haben, damit Du die Teilnehmer gut siehst und die Kamera ein wenig weiter weg, damit die Teilnehmer Dich, die Matte und den ganzen Körper sehen.

Auch beim sogenannten Hybridunterricht, wo Du einerseits online unterrichtest und andererseits auch Leute bei Dir im Raum hast, möchtest Du nicht den Rechner mitten in den Raum stellen, damit die interne Kamera dich filmt. Du möchtest die Kamera so platzieren, dass man Dich online gut sieht aber die Teilnehmer nicht mitten in ihrem Gesichtsfeld einen grossen Bildschirm haben. Mit einem längeren Kabel, kannst Du die Kamera und den Bildschirm getrennt voneinander aufstellen.

Systemkameras als Webcam nutzen

Du kannst auch eine Systemkamera oder Videokamera mit Deinem Rechner verbinden und als externe Webcam nutzen. Der Vorteil dabei ist, dass Du ein schönes Bild bekommst, teilweise noch ein schöneres als bei der Webcam. Du kannst damit noch Tiefenschärfe ins Bild bringen und eine bessere Lichtempfindlichkeit einstellen. Bei diesen Kameras gibt es allerdings noch ein paar Fehlerquellen. z.B überhitzen sie manchmal und stellen einfach aus, was bei den Webcam nicht passiert, da die eigens für sowas gebaut sind.

Wenn ich online unterrichte, arbeite ich am liebsten mit der externen Webcam. Auf diese kann ich mich verlassen, dass sie auch gut läuft. Wenn Du wissen willst, wie man eine Systemkamera oder Videokamera mit dem Rechner verbindet findest Du alle Informationen in meinem Blog „3 Möglichkeiten für Live Videos

Es gibt sogar Programme mit denen ich die Settings der Webcam einstellen, das Licht verändern, den Fokus fixieren oder den Bildausschnitt verändern kann. Solche Programme werde ich später in einem anderen Video vorstellen.

Nachteile der externen Webcam

Es gibt natürlich auch Nachteile bei den externen Webcams. Du brauchst noch zusätzliches Material, hast sie nicht einfach dabei wie die interne Kamera und generiert zusätzliche Kosten aber wenn Du regelmässig online unterrichtest lohnt es sich eine solche Webcam zu investieren.

Ich selber habe die Logitech Brio 4K, bin sehr zufrieden mit dieser Kamera. Vorher hatte ich die Logitech Pro HD 920C mit welcher ich auch sehr zufrieden war, zwar war die Lichtempfindlichkeit und die Auflösung nicht so gut aber wenn ich online streame brauche ich auch keine 4K Auflösung. Die Logitech Brio 4K ist einiges teurer Du kannst da Geld sparen, wenn Du die günstigere nimmst aber die Bildqualität ist bei der teureren Webcam schon einiges besser. Natürlich gibt es auch noch andere Webcams, ich persönlich habe mit den Logitech gute Erfahrungen gemacht.

Wenn ich mit der Brio 4K filme kann ich das interne Mikrofon anwählen. Allerdings benutze ich dieses fast nie, denn der Ton ist sehr wichtig. Ich habe schon öfters darauf hingewiesen auf diesem Kanal. Wenn möglich, arbeite mit externen Mikrofonen, welche Du zu Dir nehmen kannst und auch da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wenn Du ganz nah beim Rechner bist, dann funktioniert das auch ohne separates Mikrofon aber sonst würde ich unbedingt ein Tischmikrofon, Lavalliermikrofon oder auch eine Funkstrecke empfehlen.

Wenn Du mehr darüber wissen willst kannst Du meinen Ratgeber „Ausrüstung für Deine online Lektionen“ herunterladen, darin findest Du alle diese Produkte.

Rode Wireless go II – Vermeide diese Fehler

Die Gute Nachricht ist, es gibt jetzt eine Funkstrecke mit 2 Mikrofonen, die ich auf einen Empfänger senden kann. Ich kann also 2 kabellose Mikrofone mit einer Kamera verbinden.

Es ist das „Røde Wireless go II“. Dieses System funktioniert mit dem Computer, Smartphone und mit jeder Kamera, auch wenn diese keinen Mikrofoneingang hat. Kaum zu glauben, oder?

Es gibt aber ein paar Dinge, die Du beachten musst, damit alle Systeme gut zusammen funktionieren.

Die Røde Wireless go II Funkstrecke, ist aber immer noch gleich einfach zu bedienen wie das bei der herkömmlichen Wireless go mit einem Mikrofon war, welche ich schon in einem anderen Beitrag „Kabellose Mikrofone – Bluetooth und Funkstrecken“ vorgestellt habe.

Bei beiden, dem Empfänger und dem Sender gibt es einen Knopf, welchen man drücken kann um die Geräte miteinander zu verbinden. Den Empfänger kannst Du mit dem mitgelieferten Kabel, mit der Kamera verbinden. Bevor ich nun filme, muss ich aber eine wichtige Entscheidung fällen um Fehler auszuschliessen.

Fehler 1

Mono oder Stereo?

Kameras haben in der Regel nur eine Tonspur. Jetzt habe ich aber 2 Mikrofone, welche beide auf die eine Tonspur gehen. Wenn ich nach der Aufnahme das Video bearbeite, habe ich die Videospuren nicht separat. Ich kann da aber trotzdem einen Unterschied machen, indem ich entscheide, ob ich in Stereo oder Mono aufnehmen will. Bei diesem Gerät kann das nämlich so eingestellt werden.

Stereo
Hier sieht man zwei Pegel
Nr. 1 für Mikrofon 1 und Nr. 2 für Mikrofon 2.

Sollte das Video aber nicht bearbeitet, sondern gleich so verwendet werden, dann habe ich „Stereoaufnahmen“.
Stereo heisst, wenn ich Musik höre, habe ich auf dem rechten Kopfhörer nicht das Selbe, wie auf dem Linken. In diesem Fall ist es dann so, dass ich dann in einem Ohr nur das Mikrofon 1 und beim anderen Ohr das Mikrofon 2 höre. Wenn also jemand spricht, dann höre ich das jeweils nur auf einer Seite, was überhaupt nicht ideal ist. Normalerweise nimmt man Gesprochenes auf beide Kopfhörer, damit man es gut versteht. Oder wenn man es über Lautsprecher hört, damit es nicht nur links aus dem Lautsprecher kommt, sondern auch rechts. Ich möchte also beide Personen auf beiden Kopfhörer sprechen hören. Das geht aber nicht wenn ich Stereo aufgenommen habe und es anschliessend nicht in einem Schnittprogramm bearbeite.

Ich kann aber auch umstellen indem ich die beiden Knöpfe hinten am Empfänger lange drücke, dann wird auf Mono umgeschaltet und ich habe nur noch einen Pegel. Dann ist es auch egal wie laut oder leise die Redner reden, die Lautstärke ist dann immer gleich.

Mono
Hier siehst Du nur einen Pegel für beide Mikrofone

Der Vorteil beim Mono ist, wenn ich das Video anschliessend so verwende ohne zu bearbeiten, habe ich beide Stimmen auf beiden Kopfhörern. Das ist die einfachste Variante, wenn ich nichts nachbearbeitet wird. Wenn Du das aber nutzen und im Schnitt nachbearbeiten möchtest, dann ist es besser, wenn Du in Stereo aufnimmst. Dazu musst Du aber auch noch das passende Schnittprogramm haben.

Wenn du nun das Stereosignal z.B ins iMovie importierst, hast Du nur eine Tonspur, welche Du nicht auseinander nehmen kannst. Die ist dann einfach Stereo und Du hörst die linke und rechte Spur separat im Kopfhörer oder Lautsprecher. In einem professionelleren Programm wie z.B im Premiere Pro, hast Du anfangs auch nur eine Audiospur aber Du kannst den Audiokanal vom Clip auf Mono stellen und 2 Audiospuren daraus machen. Danach kannst Du jede Tonspur separat bearbeiten. Wenn Du das in Deinem Schnittprogramm nicht kannst, gibt es noch eine weitere Möglichkeit, wie Du es mit diesem System z.B. im iMovie lösen kannst. Dies erläutere ich aber weiter unten.

Audiospur vom Clip Umstellen auf Mono
und zwei Spuren erstellen
Clip neu hereinziehen um
2 separate Spuren zu erhalten

Die erste Entscheidung welche du fällst ist, ob Du in Mono oder Stereo aufnimmst. Es funktioniert gut in Mono, denn normalerweise werden die Leute abwechselnd sprechen und man kann das im Schnittprogramm sehr gut zusammenschneiden.

Fehler 2

Mit Computer verbinden

Wenn jemand in Zoom unterrichtet und mit einer Funkstrecke arbeiten möchte, weil man sich vielleicht während des Unterrichts bewegen will, dann möchte man die Funkstrecke vielleicht direkt mit dem Computer verbinden. Das ist aber nicht bei jedem Rechner das Selbe. Ich habe auch schon verschiedenen Adapter vorgestellt aber bei jedem Rechner ist das wieder ein bisschen anders und zum Teil funktionierte das Mikrofon aber der Lautsprecher nicht mehr. Da hat jetzt Røde mit der zweiten Generation eine tolle Lösung mitgebracht.

Wenn ich die Wireless go II Funkstrecke bestelle, dann hat es ein Kabel dabei um die Geräte zu laden. Mit diesem Kabel kann ich aber auch mittels USB die Funkstrecke direkt mit dem Computer verbinden. Wenn ich das einstecke und starte, kann ich bei den Zoom Audiosettings die Funkstrecke auswählen. Dann habe ich die Möglichkeit, dass ich zwei Mikrofone für 2 Personen habe, die sich dann bewegen können.

Ich habe das auch ausprobiert, indem ich mal Stereo und Mono eingestellt habe. Beide Male war es für die Teilnehmer das selbe Ergebnis, indem sie beide Mikrofone auf beiden Kopfhörern hatten. Zoom wandelt offenbar das Stereosignal automatisch in Mono um.

Fehler 3

Potenzial nutzen

Die dritte Fehlerquelle ist, dass Du nicht das ganze Potenzial dieser Funkstrecke ausnützt. In dieser steckt viel mehr als nur ein Mikrofon. Es ist eigentlich ein Audio Aufnahmegerät. Denn, wenn Du den Ton vom Mikrofon zu deinem Empfänger (Kamera) sendest, kannst Du gleichzeitig den Ton auch aufnehmen. Røde hat eine neue Software herausgebracht RØDECENTRAL, damit kannst Du anschliessend das Audio exportieren. Das hat verschiedene Vorteile. Wenn Du einmal zu weit weg vom Empfänger bist und der Ton nicht mehr sauber zum Video kommt, so hast Du immer noch ein Backup, welches Du benutzen kannst um später den Ton in der Videoproduktion darunter zu legen.

Das zweite ist, wenn Du in Stereo aufnehmen willst aber Du im iMovie mit nur einer Tonspur arbeiten kannst, so hast Du die Möglichkeit, die aufgenommenen Tonspuren im iMovie als zwei separate Tonspuren einzufügen. Dann hast Du auch dort nach dem Exportieren einen schönen Ton auf beiden Seiten des Kopfhörers.

Wenn Du jetzt noch eine Kamera hast ohne Mikrofoneingang, dann könntest Du auch mit dieser Funkstrecke arbeiten. Du kannst den Empfänger einfach auf die Kamera stecken und musst ihn gar nicht erst verbinden.

Wenn Du in den Einstellungen von RØDECENTRAL das so gespeichert hast, dass es automatisch ein Backup macht, zeichnet es automatisch den Ton auf, sobald Du das Gerät startest. Du hast dann einen Audioton, welcher Du für die Postproduktion benutzen kannst. Ich empfehle Dir es auch so einzustellen, damit Du immer noch eine separate Aufzeichnung machst, im Falle es Probleme mit dem Ton gibt und Du es immer noch als Backup benutzen kannst. Wenn der Speicher voll ist, beginnt es einfach wieder von vorn und überschreibt die alte Audiospur. Es hat aber einige Stunden Platz.

Die beiden Mikrofone, kann man sich irgendwo ans T-Shirt klemmen und loslegen. Es wird auch noch ein kleiner Windschutz mitgeliefert, der ist besser als in der ersten Variante. Ich würde dir aber trotzdem noch empfehlen, zusätzlich ein oder zwei Lavallier Mikrofone zu bestellen. Es ist einfach schöner, wenn man nicht so einen grossen Klotz angesteckt hat, man ist beweglicher und der Ton ist auch besser.

Dieses Lavalliermikrofon sowie auch die verschiedenen Adapter und wie Du diese Funkstrecke mit dem Smartphone verbinden kannst, findest Du in meinem Ratgeber „Ausrüstung für deine Onlinelektion“

Beste Kameras für 2021- Noch besser als das Smartphone

Willst Du nicht nur mit dem Smartphone filmen sondern auch eine Kamera kaufen? Aber Du weisst nicht welche, weil die Auswahl so riesig ist? Es ist gar nicht so einfach, das passende Gerät zu finden. In diesem Beitrag zeige ich Dir, was die Kriterien sind, damit Du für Dich die richtige Kamera kaufen kannst.

Oft werde ich gefragt: «Judith, ich will eine Kamera kaufen, welche empfiehlst Du mir?» Und dann rechnen die Leute damit, dass ich einfach ein Modell sage. Aber so einfach ist das leider nicht. Zuerst frage ich nach, welche Art von Video sie überhaupt produzieren wollen. Weil nicht jede Kamera deckt alle Bedürfnisse gleich gut ab und die eierlegende Wollmilchsau unter den Kameras ist nicht so einfach zu finden.

Möchtest Du wissen, ob das Smartphone für Dich reicht?
Dann schaue hier doch meinen Beitrag „Reicht ein Smartphone für professionelle Videos?“ an.

Canon EOS M50

Die Canon EOS M 50 habe ich auch schon vorgestellt. Sie ist auch für 2021 eine der beliebtesten Vlogger-Kameras, weil das Preis-Leistungverhältnis sehr gut ist. Es gibt allerdings schon einen Nachfolger für diese Kamera dieses Modell ist allerdings in der Schweiz noch nicht erhältlich.

Aktuell kostet sie in der Schweiz mit diesem Objektiv als Kit ca. 530.-

Die Vorteile dieser Kamera sind:
– Klein und leicht
– Einen guten Bildstabilisator
– Guten Autofokus
– Drehbarer Display
– Einen Mikrofoneingang

Das sind die wichtigsten Dinge, welche ein Vlogger braucht, wenn Du dich selber filmst.

Die Nachteile dieser Kamera sind:
– keine Kopfhörerbuchse
(was ich sehr vermisse, denn ich höre selber gerne mit dem Kopfhörer rein)
– 29 Minuten Lock
(Wenn ich nun eine Schulung aufnehme und die Kamera laufen lasse, so schaltet diese nach 29 Min. 59 Sek. automatisch aus)
Der Grund dafür ist, weil die Kamera keine Film- sondern eine Fotokamera ist. Verschiedene Aspekte wie Zollgebühren oder Gebühren auf den Speichermedien bestimmen das mit. Würde die Kamera länger als 30laufen, würde sie automatisch auch teurer werden.

Sony Modelle

In dieser Preisklasse bis zu 1000 Franken findest Du viele verschiedene Modelle. Vor allem die Alpha Serie von Sony wie die Alpha 6300 oder Alpha 6400. Die bringen etwas die gleichen Voraussetzungen mit und haben aber auch alle den 30 Min. Lock und auch keine Kopfhörerbuchse.

Vorsicht: Alpha 6000 hat keinen Mikrofon-Eingang. Das ist für mich ein grosses Downgrade, denn die Mikrofonbuchse ist noch wichtiger als die Kopfhörerbuchse, denn sobald Du etwas zu erzählen hast, brauchst Du einen Mikrofoneingang.

Videokameras

Möchtest Du doch längere Videos aufnehmen, (z.B Gespräche die länger als 30 Min. dauern) wünschst Dir auch eine Kopfhörerbuchse, möchtest aber nicht mehr als CHF 1000 ausgeben? Dann könntest Du Dir auch eine Videocam kaufen.

Diese Videocams filmen bis der Akku leer oder die Speicherkart voll ist. Oft viel länger als eine halbe Stunde. Allerdings haben viele Videocams keinen Mikrofoneingang, geschweige denn eine Kopfhörerbuchse.

Nachteil hier: Du kannst die Objektive nicht wechseln. Im habe zwar im Gegensatz zum Smartphone einen optischen Zoom, aber ich bringe hier auch fast keinen Tiefenschärfe, also kein Bokeh ins Bild wie bei der Canon Kamera, habe somit weniger Gestaltungsmöglichkeiten.

Bei den Videcams kann ich Dir die Panasonic HC-VX11 empfehlen die kostet um die CHF 600 und bringt Mikrofon- sowie Kopfhörerbuchse mit.

Die Vorteile der Videocam ist:
– Klein und leicht
– Einen guten Bildstabilisator
– Guten Autofokus
– Drehbarer Display
– Einen Mikrofoneingang
– Kopfhörerbuchse
– und sie laufen länger als 30 Minuten

Sony A7III

Meine Sony A7III kostete mich vor einem Jahr ca. 2400.- Sie ist eine Fullframekamera, d.h. ich kann damit mehr Tiefenschärfe ins Bild bringen.

Wenn Du mehr zu dieser Tiefenschärfe wissen willst, dann schaue mein Video «Wie bringe ich Tiefenschärfe ins Bild».

Wenn Du also die Gestaltungsmöglichkeiten wie Tiefenschärfe im Bild willst und eben nicht mit der Videocam arbeiten aber länger als 30 Min. filmen und eine Kopfhörerbuchse benutzen möchtest, dann wird die Kamera teurer als CHF 1000.

Das heisst aber nicht, dass Du alle Vorteile hast, wenn Du z.B. über CHF 2000 ausgibst.

Diese Kamera Sony A7III hat zwar ein sehr schönes Bild, hat diesen Fullframe, aber ich kann den Display nicht drehen, was ich schon sehr oft vermisst habe. Denn wenn ich mich selber filme, ist es viel einfacher, wenn ich den Display drehen kann und die Informationen, welche erscheinen sehen kann (z.B. wenn der Akku leer ist). Ebenfalls stoppt auch diese Kamera nach einer halben Stunde, weil es eben eine Foto- und keine Filmkamera ist. Und was noch dazu kommt: Sie stellt oft schon nach 20 Minuten wegen Überhitzung einfach ab und das hat mich schon oft geärgert. Deshalb ist diese Kamera zum filmen gar nicht so gut geeignet.

Sony Alpha 6600

Die Sony Alpha 6600 filmt Dir bis der Akku leer oder der Speicher voll ist. Sie hat eine Kopfhörerbuchse und ein Display, das man zwar nicht auf die Seite drehen kann aber man kann es hinten hochstellen und dann sehe ich mich auch wenn ich mich selber filme. Ein Nachteil ist es, wenn Du oben beim Lichtschuh ein Mikrofon oder ein Licht einstecken willst, dann brauchst Du einen Adapter, wenn der Display hochgestellt ist. Diese Kamera kostet rund CHF 1760 und deckt alle Kriterien ab, welche ich zum Filmen brauche. Diese Kamera ist aber nicht Fullframe, ich bringe also nicht ganz so gute Tiefenschärfe ins Bild.

Sony A7c

Diese Kamera ist Fullframe ist sehr ähnlich wie die Alpha 6600 hat auch keinen Limit nach einer halben Stunde, hat eine Kopfhörerbuchse und alle die Kriterien, die ich aufgezählt habe. Sie überhitzt auch nicht so schnell, allerdings kostet diese Kamera etwa CHF 2500, ist also einiges teurer wie die Alpha 6600. Bei dieser Kamera kann man aber den Display zur Seite klappen, was ein Vorteil ist wenn man beim Lichtschuh etwas einstecken möchte.

Zusammenfassung

Im Idealfall deckt Deine Kamera folgende Punkte ab:
– Einen Mikrofoneingang
– Guten Autofokus
– Drehbarer Display
– Einen guten Bildstabilisator

Für längere Botschaften achte darauf dass:
– die Kamera keine 29 Min. Limit hat
– Kopfhörerbuchse, vor allem für Interviews

Wenn es Dir wichtig ist, dass Du das Bild gut gestalten kannst:
– Wechselobjektive
– Fullframe Kamera

Wenn das Budget nicht reicht für alle Kriterien und auch noch für Fullframe, dann überlege Dir, welche Kriterien Dir nicht so wichtig sind und streiche diese weg.

Wenn Du noch kein Mikrofon, kein Stativ und auch kein Licht hast, dann investiere lieber in eine günstigere Kamera und den Rest in die Hardware. Damit bringst Du mehr Professionalität in Deine Videos als mit dem grösseren Sensor.

Ich habe einen Ratgeber zusammen gestellt für die Canon M50 mit Licht, Mikrofon und Stativ-Vorschlägen, diese passen auch zu allen anderen Kameras. Du kannst den Ratgeber gratis herunterladen. Du findest den Link hier.

Wie bringe ich beim Filmen Tiefenschärfe ins Bild?

Viel Tiefenschärfe ist heute in Fotos und Videos sehr beliebt, denn wenn der Hintergrund so unscharf wird, so hebt es das Hauptobjekt schön hervor.
Wie bringe ich aber diese Tiefenschärfe ins Bild und geht es auch mit dem Smartphone?

Tiefenschärfe oder ich sage auch Tiefenunschärfe, weil wir es gerne unscharf im Hintergrund möchten, das hängt von 4 verschiedenen Faktoren ab.

  1. Faktor die Kamera
  2. Die Entfernung zum Objekt
  3. Die Brennweite (da spielt das Objektiv eine Rolle)
  4. Die Blende

Beginnen wir bei der Hardware. Im ersten Beispiel filme ich mit der Sony a7 III, das ist eine Vollformat Kamera oder man sagt auch „Full Frame“. Das heisst, diese Kamera hat einen sehr grossen Bildsensor. Wenn ich nun damit filme kriege ich eine gewisse Tiefenschärfe ins Bild. Der Hintergrund wird etwas unscharf.

Im zweiten Beispiel filme ich mit der Panasonic Lumix GH4, dies ist keine Vollformat Kamera. Die hat einen Micro Four Third Sensor, damit bekomme ich nicht so viel Tiefenschärfe ins Bild. Obwohl ich die selben Einstellungen habe wie bei der Sony A7 Kamera und sogar eine kleinere Blendenzahl und trotzdem habe ich weniger Tiefenunschärfe.

Im dritten Beispiel filme ich mit dem Smartphone. Da habe ich gar keine Tiefenschärfe mehr im Bild, weil das Smartphone einen sehr kleinen Bildsensor hat. Beim filmen bekomme ich nur Tiefenschärfe ins Bild, wenn ich ganz nah zum Objekt hingehe.

Jetzt sagst du vielleicht, mein Smartphone hat doch eine Portraitfunktion. Das hat das iPhone 11 Pro auch und das Objekt wird scharf und der Hintergrund unscharf. Das ist aber ein Fotomodus und eigentlich eine Fotomontage. Du bringst die Tiefenunschärfe nicht ins Bild wegen der Hardware, sondern wenn du ein Foto machst, dann macht die Kamera gleich 3 Fotos, von unscharf bis scharf und kombiniert diese miteinander. Wenn du mit dem Smartphone filmst, dann filmt es mit 30 Frames pro Sekunde, das heisst es macht in der Sekunde 30 Bilder. Wenn du jetzt das 3fache machst, dann wären das 90 Bilder in der Sekunde und muss diese gleich noch kombinieren und neu berechnen und das braucht sehr viel Rechenleistung. Deshalb kann das Smartphone dies beim Video nicht oder vielleicht noch nicht? Was denkst du? Kommt das? Können unsere Smartphones auch beim Filmen solche Tiefenunschärfe ins Bild bringen? Ich denke schon aber es wird wohl noch eine Weile dauern.

Der zweite Faktor ist die Entfernung zum Objekt. Einerseits wenn ich hier nun mehr Raumtiefe hätte oder die Mauer wegsprengen würde, würde man irgendwo im Hintergrund das Schloss Rapperswil schön unscharf sehen. Es hängt aber auch davon ab, wie nah ich zum Hauptobjekt komme. Wenn ich das Smartphone ganz nah zu mir nehme, dann kriege ich den Hintergrund unscharf, allerdings ist das nicht so vorteilhaft für meine Videotutorials

Wenn ich von einer Brennweite von 70mm zurück zoome und die Brennweite auf 35mm wechsle, dann habe ich auch nicht mehr soviel Tiefenschärfe. Deshalb gehe ich so nah ran wie möglich, bei meinem Objektiv sind es die 70mm. Dann habe ich wieder einen leeren Bildausschnitt bin mit der Kamera etwas weiter weg und habe dafür die Tiefenunschärfe im Bild.

Der vierte Faktor ist die Blende. Wenn ich bei einer Kamera die Blende verändere, dann geht diese normalerweise mechanisch auf und zu. Je weiter ich die Blende öffne umso mehr Tiefenunschärfe bekomme ich ins Bild. Bei meiner Sony Kamera habe ich nun die Blende soweit wie möglich geöffnet.

Wenn ich nun die Blende schliesse, vom f/5.6 auf eine f/16, so wird das Bild auch dunkler, somit muss ich noch das ISO erhöhen, damit das Bild wieder heller wird und ich habe dann fast keine Tiefenunschärfe mehr im Bild, weil ich die Blende geschlossen habe.
Die kleinste Blendenzahl bei meinem Objektiv ist eine f/5.6, das ist eine relativ grosse Blende, Wenn ich mit meiner Panasonic Lumix arbeite, dann kann ich eine f/2.8 Blende einstellen, damit hätte ich eigentlich noch mehr Tiefenunschärfe aber da der Sensor kleiner ist, doch nicht.

Die Blende ist nicht überall gleich, je kleiner die Zahl der Blende ist, desto mehr Tiefenunschärfe bekomme ich. Die kleinste Blendenzahl ist f/1.2. Die gibt es nur bei wenigen Objektiven und wenn man mit dieser Blende arbeitet, hat man gerade noch die Augenpartie scharf und beim Ohr wird es bereits unscharf.

Objektive mit kleiner Blendenzahl, das heisst, wo man die Blende weit öffnen kann, sind meist teurer und gerade Zoom Objektive haben meistens nicht so kleine Blendenzahlen. Dann habe ich eher eine Festbrennweite am Objektiv wenn ich mit so kleinen f/1.2 Blende arbeiten will.

Zusammengefasst, wenn ich eine Tiefenunschärfe in meinem Bild will, dann filme ich mit der Sony a7 III, weil sie einen grossen Bildsensor hat. Ich stelle die Kamera nicht gleich vor die Nase sonder etwas weiter weg und nehme ein Objektiv mit einer Brennweite welche gross ist. In diesem Fall ist es das 70mm und stelle die Blende auf eine möglichst kleine Blendenzahl. Damit habe ich das Maximum heraus geholt.

Nochmals zurück zum Smartphone, hier habe ich nur einen kleinen Sensor und kann die Blende nicht manuell öffnen. Ich kann teilweise die Brennweite verändern. z.B bei meinem iPhone 11 Pro, habe ich 3 Objektive. Da kann ich vom Weitwinkel auf das Teleobjektiv wechseln, das kann mir in gewissen Fällen mehr Tiefenunschärfe ins Bild geben

Warum ich dir aber trotzdem empfehle, wenn du ein Teleobjektiv am Smartphone hast und dich selber filmen willst oder ein Interview aufnimmst, das erkläre ich dir in einem anderen Video
welches ist das beste Smartphone um zu filmen, wenn du eine Person vor der Kamera hast„.
Da geht es zwar nicht um die Tiefenunschärfe aber ich zeige dir warum das Teleobjektiv „schön macht“

Möchtest du noch weiter Tipps erhalten, hol dir hier die 10 Tipps für bessere Videos https://judithsteiner.tv/10tipps

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Zoom Anleitung: Hardware für Deine Videokonferenz

Hast du deine Meetings schon begonnen oder deine Lektionen schon online gegeben? Ich habe dazu schon ein Zoom Tutorial veröffentlicht oder auch wie du mit deinem Smartphone deine Lektionen online geben kannst. In diesem Video zeige ich dir, wenn du nicht mit dem Smartphone arbeitest welches Equipment dir helfen kann, damit du auch gute Online Videos aufnehmen kannst.

Wenn ich mit meiner Webcam arbeite und ein Zoom, Skype oder anderes Tool brauche um mit Leuten in Kontakt zu treten, gibt es auch Hardware welche mir hilft, ein besseres Bild oder einen besseren Ton zu bekommen.

Du kannst mit der normal eingebauten Webcam des Rechners arbeiten. Die sind in der Qualität nicht so gut aber wichtig ist, dass man dich sieht und das funktioniert mit diesen Kameras.
Bei der eingebauten Webcam hast du das Problem, dass wenn du den Rechner vor dir hast, den Bildschirm schräg stellst, dann schaust du von oben in die Kamera, die sogenannte Froschperspektive und wirkst dadurch etwas überheblich und das möchten wir nicht.
Wenn du aber eine Webcam hast oder eine kaufen kannst, dann bekommst du eine besseren Bildqualität und ein allgemein schärferes Bild. Deshalb habe ich meine Webcam auf ein Stativ gestellt. So kannst du die Kamera auf Augenhöhe platzieren oder irgendwo in den Raum stellen, wo man dich gut sieht. Deinen Rechner kannst du dann als Monitor, den du woanders aufstellen kannst damit du alles gut siehst.

Ich selber arbeite mit der Logitech Brio 4K und bin sehr zufrieden mit dieser Webcam. Ich kann sie einfach mit dem Rechner per Kabel verbinden, dazu brauche ich einen USB-C Adapter, da die Webcam einen normalen USB Anschluss hat.

Es gibt auch die Möglichkeit, dass du deine Videokamera oder Systemkamera mit dem Rechner verbinden kannst. Ich habe dazu kürzlich ein Video aufgenommen „3 Möglichkeiten wie du Live streamen kannst“. In diesem Video zeige ich dir wie du mit einem Cam-Link Adapter eine normale Kamera mit deinem Rechner verbinden und so auch mit Zoom oder anderen Tools arbeiten kannst.

Ganz wichtig ist auch der Ton. Wenn du etwas erzählst und mit Leuten sprichst ist es wichtig, dass man dich auch versteht. Wiederum kannst du mit dem eingebauten Mikrophon deines Rechners arbeiten aber diese sind in der Qualität einfach nicht so gut. Versuche einfach möglichst nah an der Tonquelle zu sein. Wenn du also vom Rechner weggehst brauchst du unbedingt ein externes Mikrofon. Egal mit welcher Tonquelle du arbeitest, schau das du möglichst keine Geräusche im Hintergrund hast, damit man dich auch gut versteht.

Wenn du ein Gespräch aufzeichnet, bei welchem du nah bei der Kamera bist, kannst du mit einem Tischstativ arbeiten. Ich arbeite z.B mit dem Røde Podcaster, den kann ich per USB mit meinem Rechner verbinden und kann das Mikrofon in den verschiedenen Tools anwählen. Ich könnte zusätzlich mit einem Kopfhörer mithören, wenn ich ein Online-Meeting habe, damit ich die anderen gut verstehe.

Eine andere Möglichkeit um den Ton aufzunehmen ist ein Lavalier Mikrofon ein kleines Mikrofon welches, man sich anklemmen kann. Wenn du mit einem Lavalier Mikrofon arbeiten willst, ist es wichtig, dass du eines hast mit einem TRRS Stecker. Das ist eigentlich ein Mikrofon für ein Smartphone und dieses wird bei einer Kopfhörer Buchse eingesteckt. Die meisten Rechner haben keinen Mikrofon Eingang und deshalb brauche ich einen Stecker, der aus meinem Kopfhörer Buchse eine Mikrofon Eingang macht. Bei den meisten Mac und Windows Rechnern hat es funktioniert. Dieser Stecker mit den 3 Ringen wird bei der Kopfhörer Buchse eingesteckt und somit habe ich das Mikrofon auch bei mir. Das kann ich aber nur machen, wenn ich keinen Kopfhörer brauche, da durch dieses Mikrofon der Kopfhörer Eingang besetzt ist.

Es gibt da aber Abhilfe mit dem Røde ST6 Stecker. Mit diesem Stecker kann ich mein Lavalier Mikrofon und ebenfalls einen Kopfhörer einstecken und dann diesen Stecker mit der Kopfhörer Buchse verbinden. Wenn du einen Bluetooth Kopfhörer verwendest ist das Problem auch gelöst.In meinem letzten Video habe ich gezeigt, wie du mit einem Smartphone eine Online Konferenz oder eine Online Lektion geben kannst und dabei auch gezeigt, wie Leute Fitness- oder Yogalektionen geben und dazu weiter weg von der Kamera stehen und sich bewegen müssen. Da hilft es mit einer Funkstrecke zu arbeiten. z.B mit dem Røde Wireless Go. Das Lavilier Mikrofon, kann man sich anstecken und das Kästchen am Hosenbund befestigen. Der Sender dazu steckt man bei der Kopfhörerbuchse am Rechner ein. Wichtig ist das man noch einen TRRS Adapter (Stecker mit 3 Ringen) dazwischen steckt. Dieser TRRS Adapter ist kein Bestandteil der Funkstrecke und muss zusätzlich bestellt werden.

Ich habe noch 2 LED Panels aufgestellt. Es ist natürlich auch wichtig, dass dein Gegenüber dir in die Augen schauen kann und dein Gesicht sieht. Du kannst aber auch das Licht vor Ort nutzen. Schau einfach, dass du nicht im Hintergrund das Fenster hast, denn dann kann man dein Gesicht nicht sehen, wenn du dich aber dem Licht entgegen stellst, fällt das Licht auf das Gesicht und der Hintergrund ist dunkel. Wenn es draussen dunkel ist versuche es mit eine Leuchte. Möglichst hinten dunkel und von vorne Licht und dann kann man dich auch sehen.

Ich habe einen Ratgeber zusammen gestellt, in dem findest Du die genauen Informationen zu den vorgestellten Produkten. Damit Du am Schluss sicher alle Adapter hast, die Du brauchst. Du kannst das PDF gratis herunterladen.

PDF-Ratgeber

Falls du lieber Lampen möchtest, kannst du hier den „Licht Ratgeber“ gratis herunterladen

Persönlich Videobotschaften

Du öffnest ein Mail und anstatt ein langer Text erwartet Dich der lächelnde Absender. Eine Videobotschaft kann viel persönlicher sein als ein Video. Und ich habe ein Tool entdeckt, mit dem es ganz schnell und einfach geht. Damit habe ich in einem Tag 82 persönliche Videobotschaften aufgenommen.

Mit Loom kann man in kurzer Zeit schnell und einfach Videobotschaften aufnehmen. In meiner „videochallenge“, konnte ich so jedem Teilnehmer ein kurzes Videofeedback geben.

Ich habe die Botschaften mit einer externen Webcam und dem Røde Potcaster aufgenommen, da die Webcam eine bessere Qualität liefert und man sie auf Augenhöhe einstellen kann. Der Røde Potcaster sorgt dabei auch auf eine bessere Tonqualität, als ich es mit dem MacBook gehabt hätte.

Wie Loom funktioniert siehst Du im Video.

Loom kann man gratis nutzen und dabei beliebig viele Videos aufzeichnen. Allerdings kann man mit der Gratisversion nur 25 Leuten Zugang zu den Videos geben. Mit der Pro Version ab $8 pro Monat, kann man aber bereits unlimitierte Botschaften verschicken.

Weiter Informationen zu Loom findest du hier: https://www.loom.com

Falls Du bei der nächsten #videochallenge mitmachen möchtest. Dann melde Dich jetzt hier an: https://judithsteiner.tv/videochallenge/

Infos zu meinem online Kurs „Kompetent vor und hinter der Kamera“ gibt es hier.

Welches ist das beste Smartphone zum Filmen, wenn Du eine Person vor der Kamera hast?

Oft werde ich gefragt: Welches Smartphone hat die beste Kamera zum Filmen?

Detaillierte Vergleiche verschiedener Smartphone-Videos findest Du bei mir nicht. Es gibt verschiedene Kriterien für das richtige Smartphone und hängt auch davon ab, was Du filmen willst.

Wenn Du solche Videos aufnehmen möchtest, wie mein Video weiter unten, also Dich selber oder Deine Interviewpartner vor der Smartphone Linse platzieren willst, dann gibt es für mich ein wichtiges Kriterium. Das Kriterium verrate ich Dir im Video oder im Text weiter unten.

Eins verrate ich Dir schon, es muss nicht immer das neuste Smartphone sein.

 

Mit jedem Smartphone, das auf den Markt kommt, wird die Kamera noch etwas besser. Vor allem die Lichtempfindlichkeit ist immer höher, finde ich.

Erinnerst Du Dich: Wenn die Sonne langsam hinter dem Horizont verschwand, konnte man mit den ersten iPhones (z.B. iPhone 4) kaum mehr filmen. Das Smartphone hellte das Bild automatisch auf und es ergab so ein „Pumpen“ ins Bild.

Kamera beim Smartphone wird immer besser

Heute kriegt man mit Smartphones auch bei wenig Licht super Bilder. Zudem wurden Bildstabilisator, Farbstärke und Kontraste in den letzten Jahren besser, doch in diesen Bereichen sind für mich sind die Unterschiede weniger markant als bei der Lichtempfindlichkeit.

Überlegst Du Dir, ein neues Smartphone zu kaufen? Dann findest Du im Netz genaue Vergleiche, ob nun das iPhone 11 oder das Google Pixel 4 besser ist. Für mich ergibt dieser Direktvergleich minime Unterschiede, die für mich persönlich nicht so wichtig sind.

Der eine wirklich grosse Unterschied: die Dual-Kamera

Wenn Du Dich selber mit dem Smartphone filmen willst, um Deine Botschaft, Dein Produkt, Diene Idee in die Welt zu bringen, dann lohnt es sich ein Smartphone mit dualem Kamerasystem zu benutzen. Auch wenn Du andere Menschen für Interviews, Statements, Testimonials usw. vor die Kamera stellt, hast Du einen Vorteil mit dem Zwei-Linsen-System.

Zwei Linsen beim iPhone XS
Links ist das Weitwinkel, rechts die Tele-Linse des iPhone XS.

Bei Smartphones wie dem iPhone 7 Plus, X oder XS kann ich zwischen der normalen und der Tele-Linse wechseln. Ich habe dann einen anderen Bildausschnitt.

Die normale Linse ist eher ein Weitwinkel, ca. 128mm. Das heisst, es kommt rechts und links von mir sehr viel mit ins Bild:

Judith Steiner Weitwinkelobjektiv iPhone Smartphone-Kamera
Aufgenommen mit dem iPhone 11 Pro, normale Kamera (Weitwinkel)

Bei der Telelinse habe ich ca. ein 50mm-Objektiv. Das ist in etwa das, was ich auch mit dem Auge natürlich sehe. Auf der Seite kommt da weniger ins Bild und man sagt auch, es „mache schön“: Für Porträtaufnahmen ist diese Einstellung vorteilhafter.

iPhone 11 Judith Steiner Telelinse dual camera Smartphone-kamera
Aufgenommen mit dem iPhone 11 Pro, Telelinse

Siehst Du den Unterschied? Die Person im Bild wirkt präsenter und das Gesicht ausgewogener, weil die Kamera weniger nahe ran muss. Es ist weniger Hintergrund im Bild und lenkt von der Person ab, die spricht.

Die Telelinse macht den Unterschied

Ob Du nun mit dem iPhone 7Plus ist (dem ersten Smartphone mit dualem Linsensystem) oder mit dem neusten, dem iPhone 11, spielt weniger eine Rolle. Klar wird die Kamera immer besser – aber für mich ist wichtig, dass ich überhaupt zwischen Telelinse und Weitwinkel wechseln kann.

Achtung bei iPhone 11: Das iPhone 11 verfügt nur noch über Weit- und Ultraweitwinkel. Dafür habe ich mit dem iPhone 11 Pro/Pro Max sogar drei Linsen: Tele-, Weit- und Ultraweitwinkel.

Toll ist der Ultraweitwinkel, wenn Du zum Beispiel viel in der Natur bist und eine Landschaft im Bild festhalten willst. Zum Filmen von Personen ist sie aber ungeeignet: Die gefilmte Person verschwindet total im Bild und verliert alle Präsenz.

Aufgenommen mit der Ultraweitwinkel-Linse.

Fallbeispiel aus einem Kurs

Kürzlich gab ich in einer Firma einen dreitägigen Workshop. Ziel dieser Kurse ist, dass die Teilnehmenden mit ihren eigenen Smartphones Videos produzieren können. Wir übten dies auch und nahmen ein Video auf, ein Interview mit einer Fachfrau für Beckenbodentraining.

Wir waren bei dieser Frau zu Hause, von wo aus sie auch arbeitet, und richteten den Ort für den Dreh her: Wir stellten Stative auf, suchten einen guten Hintergrund und versuchten, das natürliche Licht vor Ort optimal zu nutzen.

Vanessa, eine Kursteilnehmerin, filmte mit ihrem iPhone. Es war aber total schwierig, ein schönes Bild hinzukriegen: Immer war zu viel Hintergrund da und lenkte von der Expertin ab – sie ging im Bild unter.

Ich fragte dann, ob es OK wäre, wenn wir doch mein iPhone nehmen. So kriegten wir ein gutes Video und ich konnte gleich zeigen, was für einen enormen Unterschied die Telelinse macht: Das Bild war ruhiger, die Beckenbodenexpertin wirkte präsent und ihre Botschaft kam optimal rüber.

Das duale Linsensystem ist wirklich toll, wenn Du Menschen filmen möchtest, die eine Botschaft haben.

Worauf Du achten solltest, wenn Du ein neues Smartphone kaufst

Ich finde nicht, dass Du immer das neuste Smartphone brauchst. Wenn Dein Smartphone aber schon älter ist und Du Dir überlegst, ein neues zu kaufen, dann würde ich wirklich darauf achten, dass es ein duales Kamerasystem hat.

Auch dann brauchst Du nicht zwingend das neuste Modell – auch ein „älteres“ Smartphone tut’s, das neben der normalen auch noch eine Telelinse hat.

Tipp: Schau doch, dass Du Dein gebrauchtes Smartphone verkaufen oder weitergeben kannst! Es sind viele wertvolle Rohstoffe drin und deswegen ist es toll, wenn ein Smartphone so lange wie möglich verwendet werden kann.

Und so wird Dein Video noch besser:

Das Video wird noch professioneller, wenn Du mit Stativ und Mikrofon arbeitest. Damit wirkst Du oder die Person vor Deiner Kamera einfach kompetenter und authentischer!

Wenn Du Tipps für Deine Ausrüstung zum filmen mit Smartphone willst, lade Dir doch meinen PDF-Ratgeber herunter:

Ratgeber Ausrüstung zum Filmen mit Smartphone

Achtung Gimbal: Darum sind die Stabilisierungs-Geräte gefährlich!

Was ist ein Gimbal?

Ein Gimbal ist ein Stabilisierungssystem zum Filmen: Eine Art kleines Stativ, das man während dem Filmen in der Hand hält und das Bewegungen autonom ausgleicht.

Gimbals sind gerade total in.

Wenn man sie richtig einsetzt, bringen sie viel Mehrwert. Trotzdem halte ich mich mit Empfehlungen für Gimbals zurück – denn sie können auch gefährlich sein. Warum, erkläre ich Dir in diesem Artikel oder im Video.

Verwackelte Bilder wirken unprofessionell

Verwackelte Bilder lassen ein Video unprofessionell wirken. Da hört und sieht man nicht mehr gerne hin, und wenn Dein Video verwackelt ist, schalten die Leute schnell weg.

Das ist der grosse Vorteil eines Gimbals: Er sorgt für schöne, smoothe Bewegungen, und war in verschiedenen Situationen.

Warum nicht einfach ein Stativ?

Ich besitze einen ganzen „Wald“ von Stativen 🙂 Denn ich benutze beim Filmen sehr häufig eins.

Welches Stativ sich wofür eignet, habe ich in diesem Artikel/Video mal erzählt. Und hier erkläre ich den Schnur-Trick.

Ein Stativ sorgt nicht nur für ein ruhiges Bild, sondern verschafft mir auch freie Hände und Bewegungsfreiheit. So kann ich selber vor die Linse oder jemanden interviewen, ohne die Kamera halten zu müssen.

Manchmal will ich mich beim Filmen aber auch fortbewegen oder drehen! Dann nützt mir ein Stativ wenig.

Mit einem Gimbal kann ich rumlaufen oder mich in alle Richtungen drehen, und das Video wird dennoch ruhig und gleichmässig.

Gimbal und Selfie-Kamera – ein gutes Duo!

Ich habe schon vor einigen Jahren darüber geschrieben, wie gut heute die digitalen Bildstabilisatoren der Smartphones sind.

Das Problem dabei:

Das gilt nur für die Hauptkamera und nicht für die Frontkamera. Auch aktuell beim iPhone XS.

Die Front- oder Selfiekamera ist allgemein schlechter. Während Du mit der Hauptkamera aus der Hand gefilmt ein erstaunlich ruhiges Bild erhältst, ist die gleiche Aufnahme mit der Selfiekamera viel unruhiger. Wenn möglich, filme ich mit der Hauptkamera.

Wenn ich aber zum Beispiel ein Live-Video aufnehme, möchte ich während dem Filmen auch den Display im Blick haben, um zu sehen, wenn jemand eine Frage stellt oder hallo sagt. Da bin ich ganz froh um den Gimbal, denn er stabilisiert die Aufnahme auch mit der Selfiekamera.

Ruhige Kamerafahrten dank Gimbal

In unseren Frühlingsferien waren wir auf einem Bauernhof und durften mit Zwergponys spazieren gehen. Ich machte davon ein Video, und für eine Kamerafahrt war der Gimbal genau das Richtige.

Die Ponys gaben ziemlich Gas, und um mit ihnen Schritt halten zu können und gleichzeitig ein ruhiges Video zu erhalten, war ich froh, dass mein Smartphone in einem guten Stabilisierungssystem eingespannt war.

Für solche Situationen nutze ich den DJI Osmo Mobile 2.

Und damit ich auch mit grösseren Kameras schöne Kamerafahrten aufnehmen kann, habe ich mir auch noch den DJI Ronis S gekauft.

Warum ist ein Gimbal denn nun gefährlich?

Weil er oft falsch eingesetzt wird.

Viele Leute bewegen die Kamera beim Filmen viel zu oft. Und weil der Gimbal so schöne, smoothe Bewegungen macht, verleitet er dazu, noch viel mehr Kamerabewegungen einzusetzen. Das Video wird dadurch aber unprofessioneller.

Vielleicht willst Du schöne Ferienvideos machen, oder Deine tollen Produkte im Geschäft zeigen. Und weil der Gimbal sich so toll bewegen lässt, läufst Du herum, lässt die Kamera laufen, geniesst die wunderschöne Bewegung des Gimbals und filmst ganz lange Einstellungen…

STOP: So funktioniert Videoproduktion nicht.

Falls Du meine 10 Tipps für bessere Videos gesehen hast, weisst Du das bereits. In der Regel heisst es move – point – shoot – stop.

Das „Shoot“ dauert nur einige Sekunden, sonst wird es für die Zuschauer langweilig.

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Such die Bewegung vor der Kamera

Und vergiss „move“ und „point“ nicht: Suche vor allem die Bewegung vor der Kamera und setze Kamerabewegung bewusst ein. Anstatt dass Du wild durch die Gegend rennst, weil Du Dich so an Deinem Gimbal freust.

Es gibt drei Kamerabewegungen:

Zoom: Den solltest Du sparsam einsetzen, da er unnatürlich ist. Wir können unser Auge auch nicht einfach ausfahren, um etwas aus der Nähe zu sehen.

Schwenk: Ich schwenke die Kamera, am besten auf einem Stativ. Sie bleibt dabei am Ort.

Passive Schwenks sind angenehmer als aktive: Du verfolgst eine Bewegung vor der Kamera.

Kamerafahrt: Sobald sich die Kamera bewegt, spricht man von einer Kamerafahrt. Und hier kommt der Gimbal ins Spiel. Wenn Du eine schöne ruhige Kamerafahrt machen willst, dann unterstützt Dich der Gimbal darin.

Passive Kamerabewegungen machen mehr Spass

In meinen „10 Tipps für bessere Videos“ zeige ich Dir einen aktiven Kameraschwenk. Der ist sehr unangenehm.

Kamerafahrten machen oft mehr Spass, wenn sie passiv sind. Dabei hängst Du Dich an ein Objekt und gehst mit, wie ich mit den Zwergponys.

Wenn Du einen Gimbal hast, machst Du also nicht automatisch bessere Videos. Bewusst eingesetzt, gibt er Dir aber bessere kreative Möglichkeiten.

Wie Du wirklich bessere Videos machst

Die Grundlagen für bessere Videos zeige ich Dir, wie bereits erwähnt, in meinen „10 Tipps für bessere Videos“. Du kannst das Video auf YouTube schauen und auch ein ein gratis PDF mit den 10 Tipps herunterladen.

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6 Lavalier-Mikrofone im Vergleich

Damit Deine Botschaft rüberkommt, ist es sehr wichtig, dass sie auch akustisch gut verstanden wird.

Deshalb lege ich Dir sehr ans Herz, für Deine Videos ein Mikrofon zu verwenden. So machen Deine Videos qualitativ einen grossen Sprung nach vorne und wirken gleich viel professioneller.

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Die Vorteile eines Ansteckmikrofons

Für Interviews und Vlogs ist ein Lavaliermikrofon (eine andere Bezeichnung für „Knopf-“ oder „Ansteckmikrofon“) sehr gut geeignet. Vor allem dann, wenn es wenig Umgebungsgeräusche hat.

  • Du hast die Hände frei, um zum Beispiel ein Produkt vorzustellen oder eine Handlung zu demonstrieren.
  • Ein Ansteckmikrofon kannst Du unauffällig an Deiner Kleidung bzw. an der Deines Interviewpartners befestigen.

Es gibt eine grosse Auswahl in diversen Preisklassen. Für diesen Artikel habe ich 6 Lavaliermikrofone getestet.

4 Mikrofone für Smartphones und 2 für Kameras

Ich stelle Dir zwei Mikrofone für Kameras vor (DSLR, Videocam, VJ-Cam). Dies etwas weiter unten in diesem Artikel. (Direkt dorthin springen.)

Vier Ansteckmikrofone sind für das Smartphone konzipiert und ich vergleiche sie direkt miteinander. Dazu habe ich auch ein Video aufgenommen, wo Du Dir selber anhören kannst, wie die Tonqualität ist.

 

 

4 Lavalier-Mikrofone fürs Smartphone im Test

Mikrofone:

Test-Kriterien:

  • Tonqualität
  • Kopfhöreranschluss
  • Stecker
  • Kabellänge
  • Preis

Hier schon mal eine Übersicht – im Detail geht’s gleich nach der Tabelle weiter.

Ansteckmikrofone Tabelle Judith Steiner
(Mit einem Klick auf die Tabelle kannst Du sie Dir noch grösser anschauen.)

 

Tonqualität

VT 506 Mobile: sehr guter Klang
Røde SmartLav+: ebenfalls sehr guter Klang
iRig Mic Lav: dumpf, gefällt mir weniger
ClipMic digital: Ton sehr leise, für Live-Videos nicht geeignet

Das VT 506 Mobile und das Røde SmartLav+ haben die beste Tonqualität.

Ich finde das VT 506 einen Tick besser, aber wenn Du ausschliesslich Videos machst, fährst Du mit dem SmartLav+ genauso gut. Weil das Bild den Ton auch noch unterstützt.

Anders, wenn Du die Tonaufzeichnung jedoch auch als Podcast verwenden möchtest, oder wenn Du Musiker bist und es auf die Nuancen beim Ton ankommt.

Und wenn Du keine Live-Videos machst und den Pegel in der Nachbearbeitung noch verändern kannst, kann ich Dir in Bezug auf den Ton auch das ClipMic digital guten Gewissens empfehlen.

Kopfhöreranschluss

Ganz wichtig ist es, die Kontrolle über den Ton zu haben.

Es kann schnell passieren, dass ein Mikrofon nicht richtig eingesteckt ist oder aus irgendeinem Grund mal nicht auf Anhieb funktioniert. Wenn Du das erst nach der Aufnahme merkst, ist das mehr als ärgerlich.

Deswegen benutze ich immer einen Kopfhörer und überprüfe den Ton. Entweder während des ganzen Drehs oder bei Moderationen, wo ich gerne ohne Kopfhörer im Bild bin, zumindest vorher.

Und so sieht das bei den getesteten Mikrofonen aus:

iRig Mic Lav: Kopfhöreranschluss integriert
VT 506 Mobile: Kopfhörer via Adapter verwendbar
Røde SmartLav+: Kopfhörer via Adapter verwendbar
ClipMic digital: Keine einfache Möglichkeit für Kopfhörer

Hier hat das iRig Mic Lav einen grossen Vorteil: Es hat einen Kopfhöreranschluss integriert. Und das Tolle ist: Über die 3,5mm-Buchse kann auch ein zweites Mikrofon angeschlossen werden (das iRig Mic Lav kann im Zweierpack gekauft werden).

Ein Adapter für Kopfhörer und zusätzliche Mikrofone

Die anderen Mikrofone bringen keine Kopfhörerbuchse mit. Es gibt aber eine Lösung dafür: Den Stecker SC6 von Røde.

SC6 Adapter Rode

Er hat einen Kopfhörer- und zwei Mikrofoneingänge, wenn Du mehrere Mikrofone am Smartphone anschliessen möchtest.

Dieser kleine Helfer ist also mit dem Røde SmartLav+ und dem VT 506 Mobile zu empfehlen.

Falls damit Probleme beim Audiomonitoring auftreten, findest Du in diesem Blogpost eine Lösung: „Warum funktioniert der Kopfhörer beim Filmen nicht?“

ClipMic digital: Kopfhörer schwierig

Das ClipMic digital hat einen Lightning-Stecker und ist deswegen nicht mit dem SC6-Adapter kompatibel.

Es gibt zwar Adapter, welche sowohl einen Lightning- als auch einen 3,5mm-Klinken-Eingang haben. Als ich mal so einen mit einem Mikrofon getestet habe, hat es aber nicht funktioniert.

Eine andere Alternative wäre es, einen Bluetooth-Kopfhörer zu verwenden. Ich schalte aber beim Filmen jeweils den Flugmodus ein, um keine Störsignale auf dem Smartphone zu haben, deswegen kommt das für mich nicht in Frage.

Und damit sind wir beim nächsten Kriterium meines Mikrofon-Tests:

Stecker

VT 506 Mobile: Klinke
iRig Mic Lav: Klinke
Røde SmartLav+: Klinke
ClipMic digital: Lightning

Die Mikrofone von Røde, VT und IK Multimedia haben alle einen 3,5mm-Klinkenstecker. Für neuere Smartphones, die statt einer Kopfhörerbuchse einen Lightning- oder USB-C-Anschluss haben, brauchst Du also einen Adapter.

Einzig das ClipMic digital hat einen Lightning-Anschluss. Vorteil: Es gibt eine Schnittstelle und damit eine Störanfälligkeit weniger.

Nachteil: Der SC6-Adapter ist nicht kompatibel. Wenn ich ein iPhone der neueren Generationen habe und keines, das noch über Lightning- und Kopfhörerbuchse verfügt, kann ich also damit keinen Kopfhörer verwenden.

Kabellänge

VT 506 Mobile: 2.5 m
Clipmic Digital: 2.5 m
iRig Mic Lav: 1.5 m
Røde SmartLav+: 1 m

Normalerweise stehst Du beim Filmen nicht gleich neben der Kamera, sondern etwas weiter entfernt. Und Du möchtest das Mikrofonkabel unter der Kleidung verstecken.

Deswegen ist es nützlich, wenn dieses etwas länger ist.

Mehr Freiheit dank Verlängerungskabel

Eine Kompromisslösung ist das Verlängerungskabel von Røde. Es ist mit diversen Mikrofonen mit Klinkenstecker kompatibel. Jedoch ist es mit 6 Metern schon fast wieder zu lang – es verknotet sich schnell und kommt sogar eher in den Weg.

Deswegen lieber von Anfang an ein Mikrofon mit etwas mehr Kabel kaufen.

Preis

iRig Mic Lav: ca. 99.- für zwei Mikrofone bei audiosource.ch
Røde SmartLav+: ca. 68.- bei fotichaestli.ch
ClipMic digital: ca. 183.- bei House of Sound
VT 506 Mobile: ca. 198.- bei Audio Bauer Pro AG

 

Mein Fazit:

VT 506 Mobile: Mich überzeugt dieses Mikrofon am meisten. Es hat ein langes Kabel und ich kann es mit dem SC6-Adapter von Røde kombinieren, um zusätzlich einen Kopfhörer zu verwenden. Zudem ist die Tonqualität hervorragend.

Røde SmartLav+: Auch dieses Lavaliermikrofon habe ich in meiner Ausrüstung dabei und brauche es auch in meinen Workshops, zusammen mit dem Verlängerungskabel.

Der grosse Unterschied zwischen den beiden ist der Preis. Das VT 506 Mobile ist doppelt so teuer wie das Røde SmartLav im Doppelpack.

iRig Mic Lav: Hier ist die Kombination von zwei Mikrofonen und Kopfhörer super, dafür schneidet die Tonqualität im Test schlechter ab als diejenige der beiden vorher genannten Miks.

Ansteckmikrofone Tabelle Judith Steiner
Mit einem Klick darauf kannst Du die Tabelle vergrössern.

Wenig geeignet: Das ClipMic digital

Das ClipMic digital kann ich am wenigsten empfehlen.

Hier wurde zwar viel Wert auf die Tonqualität gelegt, wie man es sich von Sennheiser gewohnt ist. Es ist ein Audiowandler eingebaut, das ist das kleine Kästchen, das dem Stecker vorgeschaltet ist. Dieses sorgt für einen guten Klang. Zudem wird durch den direkten Lightning-Anschluss ein Adapter überflüssig – es gibt dadurch weniger Störanfälligkeit.

Jedoch gibt es bei diesem Mikrofon drei gewichtige Nachteile: 1. Es kann nur mit iPhones verwendet werden. 2. Der Ton ist recht leise und muss nachbearbeitet werden. 3. Es gibt keine ideale Möglichkeit, mit diesem Ansteckmikrofon einen Kopfhörer zu verwenden.

 

Lavalier-Mikrofone für Kameras

VT 500 Water

Das ist das 5. Mikrofon, das ich im Testvideo getragen habe:

Ich habe das Video mit meiner Profikamera, der Sony FS5, gefilmt, und das VT 500 Water von Voice Technologies Switzerland in Kombination mit meiner Funkstrecke verwendet.

Dieses Lavalier-Mikrofon hat einen hervorragenden Klang.

Dazu trumpft es mit einigen Nice-to-haves auf: Es ist wasserdicht, eignet sich ausgezeichnet zum Filmen im Regen und kommt mit praktischen Zusatzteilen, die es ermöglichen, das Mikrofon direkt auf die Haut kleben zu können. Damit kann es unter dem T-Shirt unsichtbar versteckt werden.

Das VT 500 Water kostet bei AudioBauer Pro ca. CHF 429. Es gibt auch eine etwas günstigere Variante des VT 500, die nicht wasserdicht ist.

VT 506 Video

Wenn Du nicht mit einer Funkstrecke filmst, empfehle ich Dir das VT 506 Video. Es hat ein 2,5 Meter langes Kabel und kann direkt bei der Kamera angeschlossen werden.

Es ist von fast das gleiche Mik wie das VT 506 Mobile, der Stecker ist aber TRS und die Form des Mikrofonkopfes sieht etwas anders aus.

Erhältlich ist das VT 506 Video bei AudioBauer Pro für ca. CHF 198.

 

Welches Mikrofon bevorzugst Du?

Schreib es mir in den Kommentaren!

Meine Mikrofon-Tipps habe ich Dir in einem Ratgeber zusammengestellt, inklusive Adapter und Verlängerungskabel.

Im PDF findest Du auch noch zwei Funkstrecken, welche sich für die Verwendung mit dem Smartphone eignen.

Wann sich welcher Mikrofontyp am besten eignet (Handmikrofon, Lavaliermikrofon, Richtmikrofon), darauf gehe ich in diesem Ratgeber näher ein:

Ratgeber: Mikrofontypen im Vergleich

Im Test: Zusatz-Objektive fürs Smartphone

Fischauge, Makro, Teleobjektiv: – für Smartphones gibt es diverse Objektive, die man zusätzlich kaufen kann. Das bedeutet: mehr Möglichkeiten beim Filmen und Fotografieren mit dem Smartphone.

Ich werde häufig gefragt, ob ich Aufstecklinsen oder externe Objektive empfehlen kann. Hier stelle ich Dir einige Möglichkeiten vor, die ich getestet habe. Mit ihren Vor- und Nachteilen.

Update Juli 2019: Einige der Objektive, die ich im ersten Video vorgestellt habe, sind nicht mehr erhältlich. Du findest meine älteren Testberichte zu Aufsteck-Objektiven und die Videos dazu trotzdem noch weiter unten. Heute empfehle ich Dir das Objektivset von Black Eye, das ich Dir gleich näher vorstellen werde.

Ratgeber „Objektive zum Filmen mit Smartphone“

Eine Übersicht über die Smartphone-Linsen, die ich getestet habe und empfehlen kann, findest Du in meinem Ratgeber, den Du gratis als PDF herunterladen kannst.

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Billige No-Name-Objektivsets

Es gibt im Internet unzählige billige Objektivsets zu kaufen. Auch ich habe mal ein solches bestellt. Und die Objektive sehr bald in den Müll geworfen.

Die Qualität ist zu schlecht: Es gibt häufig einen schwarzen Rand im Bild, die Linsen verrutschen die ganze Zeit oder passen von Anfang an nicht richtig.

Hier gibt es wirklich einen grossen Unterschied zu den teureren Produkten, die ich euch im Folgenden vorstellen werde.

 

Objektiv-Set von Black Eye

Das Set von Black Eye umfasst drei Objektive: Fischauge, Weitwinkel und Teleobjektiv. Thali.ch hat mir das Set zum Test zur Verfügung gestellt; auf ihrer Website findest Du alle Black Eye-Linsen hier.

Die Objektive passen wirklich auf jedes Smartphone, ob iPhone oder Android-Gerät. Und egal, ob Du eine Linse oder ein Dual-Kamera-Gerät hast. Deine Smartphone-Hülle musst Du jedoch vorher entfernen, damit die Linse wirklich gut sitzt. Kontrolliere mit einem Blick durch die Linse, ob das Objektiv präzise aufgesetzt ist.

Die Linsen wirken robust und lassen sich einfach mit einem Clip befestigen.

Ich habe die Objektive auf einen Ausflug nach Colmar mitgenommen und getestet. Im Video siehst Du diverse Aufnahmen, die ich damit gemacht habe. Auf der Bootsfahrt im beschaulichen Elsass gab’s sogar noch Action mit einem angriffslustigen Schwan…

Tele-Objektiv: Zwischen der normalen Tele-Einstellung des iPhone XS und der Black-Eye-Telelinse gibt es keinen grossen Unterschied. Wenn ich die beiden allerdings kombiniere, komme ich schon recht nah an mein Objekt heran. Aber die Verwacklungsgefahr ist riesig. Da brauchst Du definitiv ein Stativ.

Weitwinkel/Fischauge: Beim Filmen mit dem Weitwinkel-Objektiv wurden die Bildränder teilweise unscharf. Wahrscheinlich hatte ich den Clip trotz aller Sorgfalt nicht ganz präzise befestigt, was aber auch nicht ganz einfach ist. Die verzogenen Ecken sind aber oft ein Problem bei diesen Objektiven. Bei den Aufnahmen mit dem Fischauge ist es gewollt, dass die Ecken verzogen sind, so bekommt man diesen typischen gewölbten Effekt.

Vorteile: Die Objektive werden mit Clips am Smartphone befestigt, deshalb geht es recht schnell. Sie sind aus Metall und machen einen guten, hochwertigen Eindruck. Auch das kleine Etui mit Reissverschluss gefällt mir: Darin sind die drei Objektive handlich und sicher verpackt – also perfekt für ins Ferien-Gepäck!

Nachteil: Die Clips sind zwar schnell aufgesetzt, aber wenn sie nicht genau aufgesetzt sind, werden die Ecken unscharf. Das genaue Aufsetzen ist aber gar nicht so einfach. Mit fast 300 Franken ist das Black Eye PRO KIT G4 recht teuer. Zum Vergleich: Das 5-teilige Objektivset von LVG, das ich Dir auch gleich vorstelle (Testvideo hier), kostet nur knapp 90 Franken. Die Bildqualität beim Black Eye PRO KIT G4 ist vergleichbar.

 

Objektiv-Set von LVG

Aufstecklinsen Objektive Smartphone LVG

Fotichaestli.ch stellte mir ein Set mit verschiedenen Aufsatz-Objektiven von der chinesischen Marke LVG zum Testen zur Verfügung.

Ausprobieren konnte ich die Objektive bei einem Ausflug mit meinem tollen Team: Wir waren im Toggenburg in einem Seifenatelier. Ich habe die Gelegenheit gepackt und – wenn ich nicht gerade mit Düften und Ölen beschäftigt war – einige Clips mit dem iPhone und den Aufsatzlinsen gefilmt.

Im Video stelle ich das Set vor und Du siehst gleich selber, was die Linsen hergeben.

Das Set besteht aus 4 Objektiven, von denen man das eine auseinanderschrauben kann und so noch ein zusätzliches Objektiv erhält. Dazu gibt es ein kleines Täschchen und eine Sonnenblende.

Vorteile: Die Handhabung ist sehr einfach: Die Objektive lassen sich mit ihrer Klammer direkt auf dem Smartphone montieren. So sind sie schnell aufgesetzt und gewechselt. Sie scheinen auch recht robust zu sein (Objektiv: Metall, Klammer: Kunststoff).

Bild: Fotichaestli.ch

Das Set lässt sich mit diversen Smartphone-Modellen verwenden, auch bei solchen mit Dual-Linsen. Ich konnte die Aufsatz-Linsen problemlos über das Haupt-Objektiv meines iPhone XS setzen.

Auch die Auswahl der Linsen finde ich gut: Es ist alles dabei, was beim Filmen mit dem Smartphone Sinn macht.

Die 5 Linsen im Test: Am meisten begeistert bin ich vom 2-fach-Tele-Objektiv. Die Vergrösserung, die ich mit dieser kleinen Aufsatzlinse hinkriege, ist toll: Ich kann von relativ weit weg filmen und habe schöne Nahaufnahmen mit einem klaren Bild. Damit zu arbeiten, macht wirklich Spass!

Im Set enthalten sind auch zwei Weitwinkel-Objektive, „wide“ und „super-wide“. Damit kann man die Grösse von Astrids Seifenatelier im Video richtig erfassen und sieht, woran meine Mitarbeiterinnen gerade arbeiten. Doch in einem solchen Setting kommt man auch schnell an die Grenzen – ich finde Weitwinkel vor allem bei Landschaftsaufnahmen schön. Um Menschen bei der Arbeit oder bei einem Hobby zu zeigen, ist es sinnvoller, bald mal ins Detail zu gehen.

Zuletzt habe ich das 180-Grad-Weitwinkel getestet. Dieses „Fischauge“ erzeugt den typischen Kugel-Effekt und es ist ein schwarzer, kreisrunder Rand im Bild sichtbar. Das kann zwischendurch lustig sein, aber ich setze solche Effekte wirklich selten ein.

Bonus: Das Fischauge ist ein 2-in-1-Objektiv: Wenn man es auseinanderschraubt, wird der eine Teil zur Makro-Linse. Damit kann ich sehr nahe rangehen zum Filmen und erhalte gute Detail-Aufnahmen.

Fazit: Ich kann dieses Set sehr empfehlen! Es passt zu diversen Smartphones. Auch der Preis ist gut: Das LVG-Set ist für CHF 89 bei Fotichaestli.ch erhältlich.

 

olloclip Active Objektivset

olloclip Active Objektivset

Das olloclip Active Objektivset besteht aus einem Teleobjektiv mit 2 x optischem Zoom und einem Weitwinkel. Weitwinkel wird auch „Action Camera“-Sichtfeld genannt, weil viel mehr ins Bild kommt, aber nicht so verzogen wie beim Fischauge.

Es gibt von olloclip auch ein Set mit Fischauge, Weitwinkel und Makroobjektiv; das olloclip Core Set.

Vorteile: Das Bild ist schön, klar und es gibt keine schwarzen Ränder.

Mit dem iPhone 7 Plus ist das Teleobjektiv besonders cool: Dieses iPhone verfügt ja bereits über einen 2x-Zoom in der einen Linse. Indem das olloclip-Teleobjektiv auf dieser Linse positioniert wird und ich diese bei Filmen gezielt anwähle (ist z.B. in Apps wie Filmic Pro oder Pro Camera möglich), habe ich sogar einen 4x optischen Zoom. Somit wird die Dualkamera voll ausgenutzt.

Weiterer Vorteil: Die Linsen sind robust und das Anstecksystem durchdacht: Am Clip kann ich beide Linsen befestigen, dann je nach Situation den Clip umgedreht aufstecken und so ganz schnell zwischen den beiden Objektiven wechseln.

Dazu gibt es einen Anhänger, mit dem ich den olloclip z.B. an meiner Tasche befestigen kann.

Nachteile: olloclip ist im Schweizer Apple-Store für iPhone 8/8 Plus und 7/7 Plus erhältlich. Für iPhone X gibt es momentan nur ein Set mit Fischauge, Makro und Superweitwinkel. Im olloclip-Online-Shop gibt es für andere Smartphones und iPhones Adapter bzw. Linsen-Sets.

Preis: Bei Apple kostet das olloclip Active Objektivset für iPhone 7/8 ca. CHF 160.

 

Beastgrip

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Beastgrip mit verschiedenen Linsen.

Beim Recherchieren zu Objektiven für das Smartphone lernte ich Célia kennen. Sie ist auf Instagram sehr aktiv und macht tolle Bilder.

Ich traf Célia in Zürich, wo sie mit ihr „Beastgrip“ vorstellte. Das ist eine Konstruktion, in die man verschiedene Smartphones hineinschrauben und dann ein Objektive aufstecken kann.

Vorteile: Das Beste am Beastgrip ist, dass die Grösse verstellbar ist. Ich kann also alte iPhones einsetzen, aber auch mein iPhone 7 Plus, Samsung Galaxy – sogar das iPad Mini könnte man noch damit verwenden. Durch die verstellbare Konstruktion halten sie alle sehr gut.

Vorne setzt man dann verschiedene Objektive ein. Zum Beastgrip gehören ein Weitwinkel mit Fischauge und ein Weitwinkel mit Makro.

Es gibt aber auch einen Adapter, mit dem man beliebige Canon- oder Nikon-SLR-Objektive am Beastgrip befestigen kann. Damit kriegt man Bilder im Film-Look mit viel Tiefenunschärfe, wie es sonst mit dem Smartphone nicht möglich ist.

Das Beastgrip kann man gut in der Hand halten und beim Filmen führen, ich kann es aber auch einfach auf ein Stativ schrauben.

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Das Beastgrip im Test.

Preis: Das Set mit Beastgrip-Halterung, Weitwinkel-Fischauge, -Makro und Adapter für SLR-Objektive kostet direkt bei Beastgrip 335 $. Sets mit einzelnen dieser Bestandteile sind entsprechend günstiger.

Fazit: Das Beastgrip finde ich wirklich toll, vor allem, weil man mit verschiedenen Smartphones und Objektiven arbeiten kann.

 

Machen zusätzliche Objektive fürs Smartphone Sinn?

Vor allem beim Beastgrip drängt sich die Frage auf, warum man bei dem ganzen Equipment-Aufwand nicht gleich eine DSLR-Kamera verwendet. Macht es Sinn, ein solches Gerüst zu kaufen und Adapter für teure Objektive?

Ich persönlich werde mir kein Beastgrip kaufen. Der Grund: Zum Fotografieren mit dem Smartphone, zum Beispiel für Instagram, habe ich gerne die kleinen olloclip-Objektive oder das Sony Cybershot dabei. Diese reichen mir für Zoom- oder Weitwinkel-Aufnahmen völlig.

Wenn ich mit dem Smartphone filme, dann mache ich dies vor allem spontan und ohne zusätzliches Equipment. Für mich ist das Smartphone die Kamera, die ich schnell zücken und dann gleich loslegen kann. Das Aufstecken und der Wechsel von Objektiven braucht immer einen Moment, und ich muss jedesmal kontrollieren, ob die Linse wirklich richtig sitzt.

Wenn ich hingegen geplant filme, verwende ich lieber meine professionelle Ausrüstung, also meine Lumix GH4 oder Sony FS5. Da brauche ich kein zusätzliches Beastgrip.

4 Gründe für zusätzliche Objektive

Es gibt aber durchaus Gründe, warum ein zusätzliches Objektiv für das Smartphone in gewissen Situationen Sinn macht:

1. Das Smartphone als einzige Kamera

Wenn Du keine andere Kamera besitzt und Videos ausschliesslich mit dem Smartphone produzierst, geben Dir Zusatz-Objektive mehr Möglichkeiten in der Bildgestaltung.

2. Live-Videos

Das Smartphone macht es heute möglich, dass wir mit Facebook, Instagram etc. sehr einfach live in die ganze Welt streamen können. Wenn ich z.B. ein Teleobjektiv habe, komme ich auch bei einem Live-Video näher heran.

3. Produktion direkt auf dem Smartphone

Wenn es schnell und einfach gehen soll, zum Beispiel in den Ferien, kannst Du von einem einzigen Gerät aus Videos aufnehmen, schneiden und versenden oder online stellen. Zudem sind die Objektive klein und handlich und passen in jedes Reisegepäck.

4. Kein Umweg über den Computer

Auch Journalist*innen, die etwa ein Interview filmen und dieses möglichst schnell auf die Redaktion schicken sollen, können dies direkt vom Smartphone aus tun. Mit einem zusätzlichen Objektiv erreicht man aber unter Umständen schönere Bilder als nur mit der Smartphone-Kamera.

 

PDF-Ratgeber

Die verschiedenen Objektive mit Vor- und Nachteilen sowie den Infos zu Preis und Onlineshops habe ich euch in einem PDF-Ratgeber zusammengestellt. Du kannst ihn mit einem Klick aufs Bild herunterladen.

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Ältere Aufsteck-Objektive im Test

2017 erschien die erste Version dieses Blogposts. Mittlerweile sind einige der Objektive, die ich damals vorgestellt habe, nicht mehr erhältlich. Doch falls jemand gezielt danach sucht, behalte ich die Testberichte und das Video dazu noch im Blog.

 

ExoLens mit ZEISS Optik


ExoLens mit ZEISS Optik

ZEISS stellt sehr hochwertige, gute Objektive her, und die gab es eine Zeitlang auch für das Smartphone. Es gibt ExoLens-Objektive für iPhone 6/6s/7 noch zu kaufen. Eine Freundin lieh mir ihr Samsung Galaxy mit den beiden passenden ExoLens-ZEISS-Objektiven (nicht mehr erhältlich) zum Ausprobieren aus.

Makro- und Teleobjektiv finde ich eine gute Kombination: Wenn ich mir eine Kombination aussuchen könnte, wären dies genau die beiden Linsen, die ich wählen würde.

Für die Makro-Aufnahmen musste ich sehr nahe ans Objekt heran, dass es wirklich scharf wurde und man die Details sah. Das Video wurde deswegen ziemlich verwackelt. Doch gerade weil man so nahe ans Objekt herangeht, ist es sehr schwierig, mit einem Stativ zu arbeiten. Fazit: Für Fotos ist das Makro-Objektiv wunderbar und es gibt wirklich schöne Aufnahmen. Zum Filmen ist es weniger geeignet.

Das Teleobjektiv hingegen ist auch zum Filmen praktisch. Ich war am See und habe die Schwäne und Enten gefilmt, und mit dem Zoom komme ich näher ran, ohne dass der Schwan gleich beisst 😉

Vorteile: Die Bilder sind wirklich sehr schön und die Kombination Makro- und Teleobjektiv macht Sinn.

Nachteile: Wie erwähnt, ist das Makro-Objektiv zum Filmen eher nicht geeignet. Der grösste Nachteil ist aber, dass die ExoLens für Samsung-Geräte und neuere iPhones nicht mehr erhältlich sind.

Preis: Ziemlich hoch. Weitwinkel: CHF 209, Tele: CHF 259. Dazu kommt die Halterung für CHF 79 (iPhone 6/6s/7). Alles noch erhältlich bei Light+Byte.

 

Samsung-Set für Galaxy S7/S7 edge

Ich freue mich immer, wenn Blog-Leserinnen oder Leser mit mir Kontakt aufnehmen und mir ihre Erfahrungen weitergeben. So hat mich André Häring von „Aug & Ohr“ kontaktiert. Er besitzt ein Objektiv-Set für das Samsung Galaxy S7, hergestellt von Samsung selber.


Samsung Lens Cover ET-CG930 für Galaxy S7 (Bild: Samsung)

André hat für mich ein Video aufgenommen, in dem er das Set vorstellt. Ihr könnt es euch in meinem YouTube-Video zu diesem Blogeintrag anschauen. Ich fasse seine Erfahrungen zusammen:

Vorteile: Das Set, bestehend aus Tele- und Weitwinkel-Objektiv, Halterung und Abdeckungen, ist schön verarbeitet. Die Objektive sind wertig, aus Metall und mit Glaslinsen, und gut verpackt. Die Objektive werden in die Halterung geschraubt, danach wird die Halterung, eine Art Cover, auf das Smartphone gesteckt. Die Halterung passt perfekt auf das Galaxy S7.

Das Objektiv wird in die Halterung geschraubt. (Screenshot Video André Häring)

Auf mich machen die Linsen im Video einen guten Eindruck, die Bildqualität ist gut und die Verarbeitung, wie bereits erwähnt, ebenfalls.

Dieses Set ist nur fürs Galaxy S7/S7 edge geeignet. Bisher gibt es keine Nachfolgermodelle.

Preis: Bei Digitec ist das Objektivset noch für Samsung Galaxy S7 edge erhältlich. Es kostet CHF 99.

 

Sony Cybershot (DSC-QX10)

Eine Kamera, verpackt in einem Objektiv: Sony Cybershot DSC-QX10.

Dieses Objektiv von Sony habe ich schon seit drei Jahren. Es ist ein unabhängiges Objektiv, das sich mit dem Smartphone verbinden lässt. Das Smartphone dient nur noch als Display.

Das Objektiv kann entweder unabhängig verwendet oder ans Smartphone angesteckt werden. (Fürs iPhone 7 Plus funktioniert die Halterung gerade noch.)

Vorteile: Ein grosser Vorteil des Cybershot-Objektivs ist die hervorragende Bildqualität. Es verfügt über einen 10x optischen Zoom und einen optischen Bildstabilisator.

Diese Unabhängigkeit gibt viele Möglichkeiten für Kameraperspektiven: Ich kann das Objektiv zum Beispiel ins Gras legen und sehe auf dem Smartphone aus der Froschperspektive, wenn meine Protagonisten daran vorbeigehen. Wenn das Objektiv mal zu weit weg vom Smartphone sein sollte, dann sehe ich das mit einem Symbol auf dem Display. (Für andere Möglichkeiten eines externen Monitors beim Filmen mit Smartphone, siehe dieser Blogeintrag.)

Das Objektiv ist für verschiedene Smartphone-Modelle geeignet. Ich habe es mit dem iPhone 5 und 7 Plus getestet.

Nachteile: Die Verbindung zum Smartphone ist sehr langsam. Das Cybershot-Objektiv wird mit einer App verwendet, die ein WiFi aufbaut und sich mit dem Smartphone verbindet. Für Fotos und Filmaufnahmen ohne viel Bewegung funktioniert das einwandfrei. Ansonsten ist die Übertragung aber immer etwas verzögert oder stockt sogar.

Ein weiterer Nachteil ist, dass beim Filmen die Dateien nur auf der internen SD-Karte gespeichert werden. (Beim Fotografieren landen sie direkt auf dem iPhone-Speicher.) Wenn ich schon mit meinem Smartphone filme, möchte ich die Videos auch gleich anschauen oder schneiden können.

Zum Filmen würde ich dieses Objektiv also nicht empfehlen.

Preis: Bei Digitec.ch ist das Sony Cybershot DSC-QX10 zwar aufgeführt, aber auf unbestimmte Zeit nicht lieferbar. Bei Amazon kostet es 340 €. Für diesen Preis kauft man besser gleich eine richtige Kamera.

 

Was sind Deine Erfahrungen?

Ich würde mich freuen, in den Kommentaren von Dir zu lesen, welche Objektive Du verwendest und was Du für Erfahrungen damit machst!

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